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Afrika – Ein Kontinent hat die Bewegungsfreiheit verloren – JA und NEIN

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Zwei Blicke auf:  John Iliffe : Geschichte Afrikas (Cambridge 1995, C.H.Beck 1997,2000)

John Iliffe Geschichte Afrikas CHBeck S.8 und 9

EIN KONTINENT HAT DIE BEWEGUNGSFREIHEIT VERLOREN, OHNE RUHE ZU FINDEN

Geschrieben am 8.5.2018.

Ich lese mich in eine Geschichte Afrikas ein (John Iliffe: Geschichte Afrikas. Cambridge 1995, dt.2000) und gerate auf der ersten Seite an ein Zitat David Livingstones: Die Untertanen entzogen sich dem Zugriff eines tyrannischen Oberhaupts durch Abwanderung in die benachbarten Länder. „Das ist hierzulande, wo Flüchtlinge niemals zurückkehren, die allgemein übliche Art, Tyrannenherrschaft zu beseitigen. Der derzeitige Casembe ist sehr arm.“ (141)

Till Förster schildert im Aufsatz (LINK zum Blog-Kommentar) sogar noch aktuelle Fälle der Abwanderung und wendet sie gegen das übliche Bild des allmächtigen kolonialen und nachkolonialen Staats.

Doch gibt es für dieses Bild nicht gewichtige Gründe?

1     Die kolonialen Grenzziehungen, welche im Prinzip lückenlos die Geltung fremder ‚Rechtsordnungen’ ermöglichen, aber doch nur so weit, wie die Kräfte des Eroberers reichen.

2     Im Innern die Kooperation von lizensierten Wirtschaftsunternehmen mit der Verwaltung.

3       Das gewaltige Machtgefälle zwischen Kolonial- und Staatsapparat und den ‚Eingeborenen’. Wann konnte je eine traditionelle Oberherrschaft (‚Reich’) Repression so gebündelt einsetzen, notfalls auf Kredit, moderne Geldquellen im Hintergrund?

Die Menschen flüchten noch immer und mehr denn je vor Krieg, Unterdrückung und Verarmung, aber sie werden heute von internationalen ‚Hilfsorganisationen’ in Empfang genommen und mit Vorliebe in Lager gesperrt und ‚versorgt’, damit sie das Gastland nicht auch noch, oder noch zusätzlich destabilisieren.

Die Fixierung der Untertanen am jeweiligen Ort, auf den Status quo also, war ebenso Teil der ‚Befriedungspolitik’ wie ihre planmäßigen Umsiedlungen.

Die Synthetisierung diverser ethnischer Identitäten hat im Laufe der Zeit ein Eigenleben entwickelt und sich dabei mit nostalgischer Geschichtsklitterung zu Herrschafts- und Territorialansprüchen verbunden. Tribaler Chauvinismus wurde zum rhetorischen Mittel der Innenpolitiker.

Sie sollte aber auch Basis für eine wirtschaftliche und soziale ‚Entwicklung’ sein, für den Ausbau von Infrastruktur, von Medizin und Familienplanung, von Bildung und Erziehung sowie moderner Arbeitsplätze nicht nur Rohstoffausbeutung, so etwas wie eine abhängige Industrialisierung mit Wissenstransfer. Mit dem Abbruch der Kolonialisierung 1957-60 konnten sich die Europäer jeder Verantwortung entledigen und sich allein auf Erhaltung und Ausbau der für die Ausbeutung notwendigen Strukturen konzentrieren. Darüber hinaus blieb ‚Entwicklungshilfe’ eine PR-Agentur zur Beruhigung der heimischen Öffentlichkeit.

Alle vom Kolonialismus angestoßenen Entwicklungen sind aus dem Ruder gelaufen. Aus den ‚offenen Adern’ Afrikas strömen nicht nur Rohstoffe und Profite, sondern auch Menschen, Flüchtlinge geheißen. Ich weiß nicht, was bei weitergeführter Kolonisation aus dem Projekt geworden wäre. Familienplanung wäre sicher Teil gewesen. In Zentralafrika vegetieren die Dörfer vor sich hin. Ohne den Verdienst der Landflüchtigen – und der Flüchtlingen außer Landes würden sie verhungern. Die Metropolen platzen aus allen Nähten und verkommen zu einem Patchwork an Slums.

Die europäischen Verfassungsprinzipien wurden nach Afrika verpflanzt. Für die überforderten Regierenden verlockend waren der Anspruch auf Souveränität auf einem prinzipiell unverletzbaren Territorium (‚territoriale Integrität’), die Einführung der Staatsbürgerschaft – die bereits in Europa die Menschen im 20. Jahrhundert nicht vor Despoten und völliger Entrechtung bewahrt hat – und das Prinzip des staatlichen Gewaltmonopols, das die Selbstverteidigung von vorneherein kriminalisiert – die hartleibigen USA-Bürger ausgenommen.

„Staatsbürgerschaft“ ist meist eine sehr einseitige Sache. Was steht schrankenlosen Zugriffsrechten und Ausschlußrechten gegen „Ausländer“, „Staatenlose“ an Gewinn gegenüber? Ein von den Behörden zu erbittender „Reisepass“ und ähnliche Gnadenerweise eines korrupten Polizeistaates etwa? Da können Nepotismus und ‚Korruption’ zu den einzigen akzeptablen Lösungswegen werden.

Was zeigen die Wahlen, die in Europa so aufmerksam ‚beobachtet’ werden? In welchen Staaten und wann gelingen sie überhaupt, diese Musterbeispiele von „nation building“?

‚Politische Parteien’ müssen einfach ‘ethnozentrische’ Wahlvereine sein. Man muss seine Sache schon in der Metropole vertreten, wenn man nicht übergangen werden will. Die beklagte Klientelpolitik ist die selbstverständlichste Sache der Welt. Mit allen Zeichen der Ungleichheit. (Die südamerikanische Anekdote: mit dem Bus zum Wahllokal, aber zu Fuß zurück). Die Institutionen sind Clearingstellen. Es geht um weitreichende Entscheidungen wie Provinzgrenzen und Personalfragen, jedenfalls um viel Geld und sogar um räumlich entfernte Bevölkerungsgruppen, mit denen man früher nichts zu tun hatte, auch wenn man vielleicht durch eine Handelskette verbunden war.

Die ständige Vermehrung der politischen und bürokratischen Posten wurde schon lange beklagt. Was bleibt anderes als Proporz denn übrig? Die Alternative heißt Abspaltung und Bürgerkrieg.

Solange es ums Verteilen geht, lässt sich vielleicht noch ein Kompromiss aushandeln, aber wenn es um eine ‚nationale Haltung der Demokratischen Republik Kongo’ gegenüber etwa Tansania, Uganda, … oder Angola geht?

Wanderungen – durch  Verdrängung oder als Reaktion auf drohende Verarmung oder sich auftuende Chancen – , sowie Verträge und Kriege waren immer die unfriedliche Normalität Afrikas.

Afrika hat nun aber mehr als ein Jahrhundert einer bürokratischen Kartierung und Parzellierung, von ethnischen zerstrittenen neuen Identitäten, auferlegten fremden Begriffen und Konzepten hinter sich, dazu massive äußere Eingriffe aller Art, die – wie etwa die Kolonialmedizin – nicht zu einem guten Ende geführt wurden oder immer nur dem fremden Interesse dienten, den Ländern durch Übertölpelung (Bergbau, Nestlé, …) oder Verlockung einheimischer Eliten als vorteilhaft verkauft wurden.

Fortschritte gibt es wie seit jeher durch individuelle Aktivität; doch viele initiative Leute resignieren aber nach der Rückkehr in ihre Heimat. Die in den elenden Verhältnissen Zurückgebliebenen bremsen auch die Migranten in der Diaspora, halten sie mit permanenten materiellen Forderungen fest. Der Heimatersatz ‚Diaspora’ erschwert selbst noch die Integration in die ‚Gelobten Länder’.

HINTER DIE BILANZ GEHÖRT EIN FRAGEZEICHEN.  SCHREIBEN WIR DIE GESCHICHTE AFRIKAS WEITER!

Ausgerechnet das Zehnte Kapitel von „Geschichte Afrikas“: “Auswirkungen des Kolonialismus 1918 – 1950“ und der Unterabschnitt „Bildung und Religion“ – auf nur zehn Druckseiten – zeigt uns, wie sich die Geschichtsschreibung  Afrikas beleben und aufhellen lässt. Sie richtet unseren Blick auf eine vielfältige Dynamik und weist auf das für den Kontinent spezielle Potential dieser Epoche – und lässt uns nach Entsprechendem heute Ausschau halten.

Wie gelingt es Iliffe, trotz eines extrem weit gespannten Rahmens Phrasen zu vermeiden? Ein Vergleich mag das Verfahren veranschaulichen. Jeder kennt den Blick aus dem Flugzeug bei leicht bewölktem Himmel. Gerade im Frühjahr ist oft die Sicht zwischen den Wolkenfetzen detailreich und konturiert. Bei Iliffe erhalten unzählige Detailinformationen Kontur, ohne den Eindruck zu erwecken, ‚die ganze Wahrheit’ zu repräsentieren. Die zahlreichen Blindstellen sind dem Bewusstsein stets präsent. Als begabter Erzähler nutzt er Überspitzungen, vermag aber auch noch die disparatesten Einzelfälle miteinander ins Gespräch zu bringen.

Wo immer ich über Vorwissen zur Kolonialepoche verfüge, registriere ich sachlich gebotene Zwischentöne oder Korrekturen am Gesamtbild. Dazu reichen schon kurze einzelne Sätze oder einzelne statistische Zahlen. Ein Beispiel:

Der islamische Norden Nigerias, den ich bei Harnischfeger kennenlernen durfte (LINK): „….Dennoch erlegte Lugard den nichtislamischen Völkern die islamische Herrschaft der Fulbe auf.“ (Iliffe 306). Der Passus zum resultierenden Bildungsnotstand lautet: „wohingegen in ganz Nordnigeria 1951 nur ein einziger Schüler (ein Christ) einen Abschluss vorweisen konnte.“ (ebd. 300).

Zuweilen muss man das bittere Bewusstsein späteren Scheiterns einfach ausblenden, um aus dem Olymp der Neunmalklugen auf die Ebene der handelnden Menschen abzusteigen, um ihnen an ihrem konkreten Ort zu begegnen, ihrer Selbstwahrnehmung, den sich ihnen bietenden Chancen, ihren Enttäuschungen und Scheitern, ebenso wie der Umorientierung.

Es war schon bitter, wenn etwa die Kolonialmacht befand: “Keine Eliten, keine Probleme“ (Rhodesien, Belgisch- Kongo – 300), aber anderswo in Afrika existierten schon Universitäten. „Die regionalen Unterschiede waren enorm und blieben lange bestehen.“ (300) Immerhin „förderte Bildung in Afrika zu dieser Zeit – anders als in Indien – eher die Durchlässigkeit der Gesellschaft, statt alte Privilegien zu festigen.“ (300). „Lesen und Schreiben besaßen dieselbe Faszination wie zu jenen Zeiten, als sie das Monopol der Muslime gewesen waren, brachten aber auch materielle Vorteile (…) und verschafften Zugang zu Aufklärung und Macht, von denen die Ungebildeten, wie sie selbst wussten, ausgeschlossen waren.“ (301)

Dann ist von Zeitungsgründungen die Rede, von politischen Klubs, der Rolle der europäschen Mission. „Die enge Verbindung mit Alphabetisierung und Bildung verliehen dem Christentum in der Frühphase der Kolonialzeit neue Attraktivität. Erstmals wurde die afrikanische Kirche eine Kirche der Jugend. (…) Da die polygynen Gesellschaften Afrikas die Jugend unterdrückt hatten*, stellte nun das Christentum eine Revolte der Jugend gegen die ältere Generation dar, vergleichbar der Annahme des Kommunismus im Asien des 20. Jahrhunderts.“ (302; *z.B. der LINK zu MacGaffey, 2008). Natürlich ist die explodierende Ausbreitung afrikanischer ‚Freikirchen’ differenziert und übersichtlich Thema.

Sind die sich abzeichnenden Tendenzen in den zeitgenössischen Afrika-Wissenschaften dem Erscheinen solcher Bücher förderlich, die unser Verständnis ebenso disziplinieren wie befreien können?

Ich glaube kaum, wenn nicht Menschen mehrerer Disziplinen engagiert zusammenwirken. Jede von ihnen ist in der Gefahr, durch mehr Desselben (Watzlawik) ihre Horizonte zuzustellen.

Vorsichtshalber. Zögern Sie nicht, nach diesem Buch zu greifen, solange es noch auf dem Markt ist.

 

 

 

 

 

 

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In tiefster ARTE-Nacht: Der Traum vom perfekten Tropenholz

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Im ARTE 3.3.2019 Nachtprogramm :  CONGO – GORILLASCHUTZ MIT KETTENSÄGE    55′ WDR/ARTE

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Geschminktes Mali – mein Blues bei „Mali Blues“ (Lutz Gregor 2017)

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Filmkritik

Die ersten sechzig Minuten   (Geschrieben am 13.8.2017)

 

Ein Geschenk also. Der Schenkende hatte keine Chance, die DVD–Verpackung steckt voller kleiner Lügen. (LINK), ( L. Gregor LINK) Weiterlesen…

Francfort sur Main. Brocante en 2019 – Illumination spontanée du Moine

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Écrit le 12.2., rédigé le 8.3.2019  (2nd version d’un Allemand)   Original allemand :LINK

 

La pièce devant moi serait-il authentique? Incroyable.
Je ne comprends toujours pas le marché mondial. Comment les biens matériels peuvent-ils migrer si indétectables? La richesse, incroyablement concentrée dans notre région, les suce irrésistiblement.

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Flohmarkt ‚Museumsufer’ 2019 – Spontane Erleuchtung des Mönchs

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Verfasst am 12.2./ Redigiert am 8.3.2019 – Fortgeschriebene Version auf Französisch: LINK

 

Das angebotene Stück soll echt sein? Das wäre ja unglaublich.
Ich begreife immer noch nicht den Weltmarkt. Wie können materielle Güter so unentdeckt wandern? Dieser unverständlicherweise in unserer Region konzentrierte Reichtum saugt sie unwiderstehlich an.
Es ist ein Scherz voll Berechtigung, als ich den Frankfurter Flohmarkt als ‚brousse’, als ‚Busch’ bezeichne! Das hat natürlich mit dem mitteleuropäischen Winterwetter zu tun und der Unfähigkeit Frankfurts, eine ganz triviale Markthalle zu organisieren. Die Großmarkthalle musste ‚denkmalgeschützt’ ja überflüssiger Teil der EZB werden. Ein positiver Einfluss der feinen Frankfurter Kreise auf die Stadtkultur ist für mich nirgends erkennbar. Für den Verlust gibt es keine ‚Trittsteine’ im Pflaster.
Dort am ‚Museumsufer’ hebe ich Kulturgüter buchstäblich vom Boden auf, überdrüssig der ewigen und verlogenen Handelsketten des Alltags. Verschwendung, wohin du blickst.
Hier finde ich sie, die Erleuchtung, oft, nachdem der Anlass über Wochen immer wieder auf dem Tresen lag.
Der Eindruck ist unabweisbar, es handele sich um eine Untergangsszenerie. Ich erwerbe die Dinge zum Spottpreis, und dabei wird es bleiben. Welches Engagement braucht es ja auch, um den fremden Dingen näher zu kommen….
… Etwa der Mbole-Frauenfigur, die trotz der konventionell verdrehten Arme – Sie wissen aus Ihren Coffee Table Books warum – sicher auf dem Boden der Tatsachen steht. Sie wurde tausendmal an den Armen gepackt und zurechtgerückt, vielleicht wurde auch ihr Gesicht berührt in nutzloser Hoffnung. „Gebrauchsspuren“. So oft würde das nur ein äußerst zynischer Fälscher-Exporteur imitieren.
Wir können uns leisten zu wissen, dass hölzerne Objekte nicht weiterhelfen. Doch die Figur ist so nackt und arglos wie die jüngere Schwester von Egon Schiele im Fernsehen (Feature, 55′, D 2017: LINK).
Sie stand ihrem Bruder Modell – im Feature von einer überzeugenden Schauspielerin verkörpert – und regt sich (‚Spielszene’) ein Jahrhundert später über die Aussicht auf Ausstellung ihrer Blöße auf. Ja, die Privatheit. Da machen sich zeitgemäße Berufsethnologen einen Kopf über die öffentliche Zurschaustellung kultischer Geheimnisse und selbst ihrer bescheidensten Utensilien. Ich sehe in denen lieber Instrumente der Macht und der sozialen Kontrolle. Museumsfrauen müssen noch in lebensgroßen Kleiderpuppen Unanständiges erkennen und kustodisch austarieren.
Die Not und die Verzweiflung, aber auch der Einfallsreichtum der Menschen haben ihre eigene Ästhetik. Und die kommt uns auf dem Flohmarkt am nächsten, zusammen mit den alltäglichen Problemen der afrikanischen Zwischenhändler.
Die heutige ethnografische Wahrnehmung ist gefühllos, kalt – beflissen würde Roland Barthes es nennen, eben die Wahrnehmung “eines gutwilligen Subjekts unserer Kultur” (LINK , dort gegen Ende: 53) Sie ist ‚korrekt’, wie die zeitgemäße Etikette es fordert. ‚Respekt’ wird mit der Gießkanne und ohne Berücksichtigung der Nebenwirkungen blind verteilt.
Auf dem Flohmarkt flanieren Tausende, wenigstens bei – zu selten eintretendem – gutem Wetter. Sie glotzen, wie sie im Urlaub auf Sehenswürdigkeiten glotzen, die sie nie begreifen werden. Alles ist so billig und „man gönnt sich ja sonst nichts.“ Über jede Ausnahme vom Ramschpreis schütteln sie den Kopf.
Die Museen nebenan sind in die Defensive geraten. Sie halten ihre Praxis vielleicht für Didaktik, deutsch: ‘Volkserziehung’, aber sie ist keine, sondern Marketing und Kampf um öffentliche und private Ressourcen, also verdeckter Existenzkampf.

 

 

MATALA, schöner Tänzer der achtziger Jahre (Maske,Pende)

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DEBATTE UND 4 FOTOS VON MARVIN GOERTZ AM ENDE!   (Erste Fassung seit 28.12.2018 im Netz, englische Fassung seit 31.12. : LINK

Vorbemerkung

Es gibt so viel Unterernährung in der Provinz Bandundu, dass die Leute seit 1990 nicht mehr viel tanzen” (Z.S.Strother, 2007). “Die Maskensituation war im Bandundu-Gebiet 2007 kritisch, aber 2017-18 fanden eine Anzahl (großer) mukanda Camps im Kasai statt” (Z.S.Strother, Jan. 2019)

Es war einmal…. aber jetzt in gewisser Weise eine  Erholung!  Aber eher als Folge der ethnischen Auseinandersetzungen im Kasai und Initiationen (mukanda) als Vorbereitung auf den Beitritt zu Milizen? (Luluwa Kasai Link)

Man tanzte gern bei den Pende. Es waren gesellschaftliche Ereignisse. Die Sänger und ihre Botschaften, die kreativen Energien und die Vitalität der Tänzer und Trommler, die neu erfundenen Masken mit ihren Kostümen…. alles das hielt die Gemeinschaften zusammen! Mehr oder weniger im Widerspruch zu Kolonialverwaltung und die saurer Tristesse der Missionare, gegen Machtmissbrauch bei den eigenen Leuten, gegen Gier und Dummheit, durch ein ganzes chaotisches Jahrhundert hindurch. In einem früheren Beitrag wird diese Geschichte erzählt (Link)…. Und natürlich zum geselligen Vergnügen! Ist das Fest nun vorbei?

Meine Informationen fand ich vor allem in den Publikationen der amerikanischen Kunsthistorikerin (nach unseren Begriffen auch Ethnologin) Zoé Strother, die 1986 bis 1989 unter den Pende lebte. Ihre kunstsoziologische Dissertation “Inventing Masks” beschreibt nun auch schon historische Verhältnisse, spätere Aufsätze bearbeiten andere Themen. Dreißig Jahre sind vergangen, die damals jüngste Generation von Maskenschnitzern ist bereits alt. Ist sie überhaupt noch aktiv? Was sind ihre Geschäftsmodelle heute? Leben sie bereits in Kinshasa?

Ich erwarb auf dem Markt von einem Zwischenhändler eine starke, wenn auch nach meinem Empfinden nicht gerade schöne Pende-Maske, eher eine gelungene Karikatur. Ich schickte ein paar Fotos nach New York und erhielt folgende Antwort: Weiterlesen…

MATALA: Beautiful Dancer of the Eighties (Mask, Pende)

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NEW EDITION  07.03.2019  (First edited 31.12.2018) WITH DEBATE AND 4 PHOTOS BY MARVIN GOERTZ

Link to the German Version (since 28.12.18)

 

Preliminary Note

There is so much malnutrition in the Bandundu Province that people have not been dancing much since 1990” (Z.S.Strother, 2007) “Although the masking situation in the Bandundu was unhealthy in 2007, in 2017-18 there were a number of (large) mukanda camps in the Kasai” (Z.S.Strother, Jan. 2019)

 

Once upon a time …. The Pende liked dance performances like crazy. Social event! Weiterlesen…

„Luba Twins“, Tabwa, Mambwe, Azande – Sechs Paare und ein Single im Labyrinth der Recherche

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! 500. !

Zwillingskult

 

Maurer&Roberts Tabwa 1985 Map

Weit weniger bekannt als der Kult der Ibedji bei den Yoruba, ist dieser Kult weit verbreitet im Umkreis der zentralafrikanischen Seenplatte, im Kongo, Tanzania und Zambia. Hier wie dort geht es um die Beschwichtigung verstorbener Zwillinge, die wie die eigenen Ahnen, aber in noch stärkeren Maße, Hoffnungen und Befürchtungen auf sich ziehen. Schon die Geburt von Zwillingen ist eigentlich wunderbar, aber bedeutet zugleich ein hohes Risiko für Mutter und Kinder. An der Sorge für den überlebenden Zwilling kann das verstorbene Kind genau ermessen, was ihm selber zusteht, in Gestalt einer kleinen Holzfigur herumgetragen zu werden, oder ersatzweise in einem eigenen kleinen Schrein verwahrt zu werden, angesprochen und gefüttert zu werden. Sonst gerät das überlebende Kind in Todesgefahr.   (frei nach A.F. Roberts 2008) Weiterlesen…

Es gibt doch Vorbilder für ‘politisch denkende’ Menschen: Althistoriker Christian Meier!

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Zu seinem 90. Geburtstag organisierte das Feuilleton in der FAZ ein Interview unter dem Titel “Weil wir Anarchiker waren”. Gesprächsführung: Jürgen Kaube, Simon Strauß.

Im Netz ist es für Nichtabonnenten bezahlbar herunterzuladen (LINK), ich zitiere aus der Printausgabe vom 16. Februar 2019 aus der “Fortsetzung der Seite 11” auf Seite 13. Weiterlesen…

GEIL, DIESE FALLISCHEN MEGALITEN IN ETIOPIEN!

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THEMEN

  • Die schnell langweilende Dokumentation (92 Minuten) – Äthiopiens phallische Megalithen, die ARTE am 2.2.19 ausstrahlte (Verfügbar bis 9.April, LINK) – Bereits die eingesprochene Einleitung lässt erkennen, wohin der Hase läuft.
  • Die Popularisierung archäologischer Forschung (Fernsehen, Ausstellungen)
  •  Ein Forschungsansatz westlicher Archäologen in Afrika und sein Nutzen für die akademische afrikanische Geschichte. Was hat ein Sammler afrikanischer Kunst davon?
  • Verschiedene Kontexte archäologischer Grabungen im postkolonialen Afrika, etwa „Weltkulturerbe“
  • Buchempfehlung : John Iliffe: Geschichte Afrikas. Cambridge 1995, dt.Übersetzung im C.H..Beck Verlag, München 1997, 2000 – ein fesselndes Buch, mit dem die endlosen Weiten und Herausforderungen Afrikas über einen großen Zeitraum als Denkhorizont zu gewinnen sind.

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Offener Leserbrief zu journalistischer Stippvisite im “Quai Branly”

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Der Berliner Tagesspiegel veröffentlichte am 22.01.2019 die Impressionen seiner Ressortchefin Kultur im Musée Quai Branly in Paris unter dem Titel

Afrikanische Kunst in Paris Tausend Augen, aber kein Blickkontakt 

Frankreich bestimmt sein Verhältnis zu afrikanischer Kunst neu. Was merkt man davon im Museum? Ein Besuch im Pariser Musée du Quai Branly. Christiane Peitz      LINK

Für mich ist dies das Schlüsselzitat:

In dem von Jean Nouvel rund um die Artefakte geschaffenen Museumsbau ist jedes Werk ein von Aura umgebenes Kleinod, Kunst höchsten Ranges. Die Ritualkunst, magische Objekte, ist diskret in Nischen und hinter Vorhängen platziert – aus Ehrfurcht vor den Göttern der anderen. Respekt, Gleichrangigkeit, das war die Idee, als das Haus 2006 eröffnet wurde. Aber sie funktioniert nicht mehr. Denn Augenhöhe verlangt auch Blickkontakt, das Hin und Her der Geschichten, die ein Kunstwerk mit sich bringt. Vielleicht schauen sie einen deshalb so eindringlich an – weil der Westen dieses Hin und Her so lange verweigerte. Weil wir blind sind auf einem Auge, wie Savoy sagt.

Schön sieht es hier aus – und schrecklich zugleich. Weil die Aura auch die Aura des Schweigens ist, der Verdrängung. Kein Hinweis findet sich zum Beispiel bei den berühmten Benin-Bronzen. Sie stehen einfach da in ihrer Vitrine, ohne Kommentar. Gehören sie zu denen, die zurückgegeben werden? Sind es andere, rechtmäßig erworbene – wobei Savoy betonte, dass kaum etwas in Frankreichs Museen, fair, also zu einem angemessenen Preis den Besitzer gewechselt hat?”

 

Die Email:

Sehr geehrte Frau Peitz,

ich habe mich in Ihrem twitter-account umgesehen – „Kultur” ist Ihr Reservat – aber leider twittere ich nicht.

Ihre Stippvisite im Branly hatte ein klares Thema, doch das hat zu viel mit Befindlichkeit zu tun, und mit political correctness („Siehst du, jetzt hast du ein gutes Gewissen“) und mit Anpassungsdruck, zu dem Sie mit leichter Hand beitragen wollen.

Glauben Sie, dass mit diesen exotischen Kunstwerken „Blickkontakt“ die Lösung wäre oder auch nur möglich wäre? Mir fällt dazu der heikle  Moment an einem Reisezug ein, wenn man nur noch auf das Abfahrtssignal wartet.

Wohin sähen Sie denn diese Objekte am liebsten adressiert und expediert? In welche Phantasiewelt? Wäre Ihr Ferngewissen („Fremdschämen“) dann beruhigt („Aus den Augen, aus dem Sinn“)? Die verquere Logik deutscher Spendenkultur gehört aber einfach nicht in diesen Kontext. Warum hört man nicht auf vernünftige Fachleute: Ethnologen, Kunsthistoriker, Afrikanisten, Museumsleute wie K.H.Kohl, Fritz Kramer und manche anderen ? *

* Hinweis 10.3. : Am 1. Februar hat das Rotary Magazin – bisher meinem Blick entgangen – die Analyse einer interessanten Tagung im Dezember zum Thema publiziert – Zwischentitel Wortmeldung der Ungehörten – aus der Distanz eines kritischen Medienwissenschaftlers (LINK), der das inzwischen erschienene Tagungsbuch sehr empfiehlt (so ärgerlich auch der Anlass Humboldtforum in Berlin ist).

Die von Ihnen aufgefangenen Blicke im Quai Branly waren mir 2009, also lange vor dem Restitutionsthema, unheimlich und ich schrieb dazu in satirischer Zuspitzung einen Text, der die Tiefe des historischen Grabens zwischen den Nachfahren der Kolonisierten und denen der Aggressoren spürbar machen sollte.  Denn ‚Kunstraub’ war (und ist) der geringste Teil des kolonialistischen Verbrechens.* (Siehe Schluss)

Das Original als illustrierter Blog: „Afrika in Paris : Louvre und Quai Branly“Link

 

“…… Quai Branly

Eins : der Zauber

Dunkler Kontinent ist der erste Gedanke, sofort mit dem Verdacht verknüpft, ein abgestumpftes Publikum solle in den wohligen Schauder aus dem Margarinealbum der Fünfziger Jahre versetzt werden. Den Kleinsten wird sogar angeboten, selber Fetische herzustellen, auf Formblättern.

 Doch mit einem Mal – auf meinen Fotos – begegnet mir die afrikanische Nacht, worin niemand sich gerne aufhält, und der die Einheimischen kaum entkommen können, selbst in der Stadt nicht. Die Inszenierung in der Art eines düsteren Märchens ist folglich überhaupt nicht irreführend:

 Da fordern die Macht der Alten und die Kraft der Mütter Ehrerbietung und Unterwerfung, demonstrieren Kinnbart und gebogener Hals des Ahnen, der Ahnin die Kraft des Gorilla.

Die Bocchii und Herrschergestalten der Fon zeigen Opferkult und Grausamkeit. Fetische verbergen ebenso gefährliche Geheimnisse wie andernorts die Gürtel von Selbstmordattentätern.

 Muss man nicht mit mehr Berechtigung denn je fordern:   „Mehr Licht im dunklen Erdteil!”

Und: „Flüchtlinge aufnehmen!“ ? ??

 

Zwei : der Gegenzauber

 Angeblich zum Schutz der Objekte klimatisiert, ist diese Inszenierung ein fauler Zauber: Die Isolierung und die langen Rampen dienen der Beruhigung der Anwohner, so als könnten sie vor der Rückkehr der Untoten schützen, die ein komfortables vampirisches Dasein hinter Lamellen und farbigen Scheiben führen, aber nur an die Rache für ihre zerstörte Welt denken.

Das allein erklärt den Aufwand an avancierter westlicher Architektur:

Sollen kubische Klötze unmittelbar Gegenzauber bereitstellen, so dienen die flexiblen computergenerierten Formen und der Eiffelturm selbst, den man wie absichtslos in die gespenstische Szenerie blicken lässt, dazu, durch überlegene Mimikry einzuschüchtern.

Erst jetzt begreife ich, warum die erstickende technologische Einschnürung der traditionellen Bedeutungsträger dringend geboten ist. (…)

 *

 Mit freundlichem Gruß        Detlev von Graeve                             17.2.2019

P.S.
Den Abschnitt vor  dem Zitat (“…Quai Branly…” betrachte ich als meinen “Leserbrief”. Ich hoffe, Frau Peitz erhält auch ohne Twitter die ganze Email.”

 

*  4.3.2019 

Die Formulierung “Kolonialistisches Verbrechen” erscheint mir bereits von der redaktionell gesetzten moralischen Stimmung angesteckt. Anderswo schrieb ich von “business as usual”. Ich könnte weniger missverständlich auch mit Sigmund Freud mein “Unbehagen in der Kultur” bezeugen, die gründliche Enttäuschung aber auch aller llusionen durch die historische Erfahrung des zwanzigsten und bereits des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Wir sind – privilegierte – Zeitgenossen einer globalisierten Barbarei, die Karl Marx bei einem Scheitern der sozialistischen Weltperspektive als unvermeidlich ansah.

Vorsicht! Mbole-Hocker mit Nebenwirkungen

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Erwerb

Warum habe ich guten Gewissens nach dem grauen Stück gegriffen, wo doch die Bodenplatte zuletzt noch einmal feucht geworden war?

In der Ahnung eines eigenen Stils? Schließlich leben die Mbole in drei räumlich getrennten Milieus! Das könnte ich noch undeutlich erinnert haben.

Oder wegen des spürbaren ästhetischen Potentials, besonders der betonten Kantigkeit an den Gliedern der vier Figuren? Die wird durch eingeschnittene Rillen an den Augenbrauenbögen (an einer Figur abgewetzt) und auf den traditionell verdrehten Armen eigens betont.

Vergleich

Als ich K. den Hocker zeigte, präsentierte er mir prompt einen entsprechenden Hockertyp auf seinem Smartphone. Welch ein Zufall! Der erschien eleganter, er kommt mit drei Figuren aus und zeigt die bekannten Figuren in den fließenden ‚realistischen’ Formen mit den eingeschnittenen Rippenbögen.

Als ‚Realist’ stört mich aber eine grundlegende Ungereimtheit der Konstruktion: Gehenkte Figuren, die man sonst auf ein Stützgerüst geflochten erlebt, sollen ohne weitere Hilfsmittel den Sitz und das Gewicht eines Würdenträgers stemmen? An meinem Hocker erscheinen die hohen Frisuren zu vier unterschiedlichen Kissen zusammengedrückt, an dem anderen stehen die Frisuren aufrecht wie gewohnt. So etwas ist in Holz statisch kein Problem. Doch damit wird die Verbindung zwischen Figuren und Sitz zur Montage konventioneller Bauteile, die nicht zusammen gehören. Ich finde das hier ‚moderner’ im Sinne von ‚oberflächlicher, auch wenn „die Isolierung einzelner Teile“ in anderen Fällen „ästhetische Energie“ entfesseln kann. (Robert F. Thomson : Link, dort Hinweis 2)

Ein <Kyriatidenhocker>

 

Bei dem nun erworbenen Hocker tragen zwei Männlein und zwei Weiblein den Würdenträger. Bei den Mbole war das rituelle Erhängen die höchste Strafe bei Tabuverletzungen (Link). Jetzt haben die Vier keinen Kontakt mehr untereinander und glotzen in die vier Himmelsrichtungen. Das könnte die ganze moralische Geschichte sein.

Das Tragen der Herrschaft durch eine Frauenfigur ist mir bei den Hockern der Luba als eminent positive Leistung vermittelt worden. Vielleicht ist das ja auch eine dem Zeitgeist geschuldete feministische Umdeutung, darüber kann ich nicht urteilen. (z.B. Roberts & Roberts: Memory (cat.60, p.155; Petridis: Art and Power (2008) p.45).

Die vier Delinquenten als rituelle Lastenträger weisen meine Überlegung in eine andere Richtung.

Die afrikanischen Würdenträgern zugeschriebenen magischen Kräfte beruhen nach allgemeiner Auffassung auf gefangen gehaltenen Geistern. Doch bevor einem die Seele gestohlen werden kann, hat man sich in der Regel irgendeine Übertretung zuschulden kommen lassen. Dies Problem ist übrigens die Haupteinnahmequelle der Wahrsager.

Die Delinquenten der Mbole, wie sie zur Abschreckung immer wieder abgebildet werden, sind aber nun wirklich prädestiniert, eingefangen und als niedere Geister magisch benutzt zu werden. Wenn sie wie hier unter dem thronenden Würdenträger in alle Himmelsrichtungen blicken, bezeugen ihre schrecklichen Gesichter und leichenhaften Körper eindrücklich dessen Macht. Er kann seine dienstbaren Geister jederzeit auf alle Übeltäter loslassen. Der Hocker auf dem Smartphone zeigte hingegen nur die frischen Leichen der Delinquenten, ohne ihr furchtbares Potential eigens darzustellen. Eingeweihte kannten und kennen es natürlich.

Ketzerisches

Die längste Zeit über habe ich mittelalterliche Darstellungen christlicher Drachentöter im Hinterkopf. Mit den Hockern der Mbole im Rücken frage ich mich jetzt: Was wurde aus den durchbohrten oder auch nur zu Boden geworfenen und dort fixierten höllischen Geistern? Ließen die geistlichen Auftraggeber dieser Bildwerke über die Fortsetzung der Geschichte lieber den Vorhang des Schweigens fallen?

Komposition

Im abgewaschenen Zustand zeigt sich umso heller das ästhetisches Potential.Schauen wir uns die Komposition des Hockers (34 cm Sitzhöhe, 23-24cm Durchmesser) näher an.

Jede Figur ist in ihrer Haltung anders: zwei haben einen geraden, zwei einen runden Rücken. Das bestimmt ihr Verhältnis zueinander unter dem tellerförmig gerundeten Sitz (Kugelsegment, fast 7 cm dick).

Die Gesichter sind durch karikaturhaft vereinfachte Züge dramatisiert: Starkes Hervortreten der Stirn- und Augenpartie. Die Augenöffnungen werden durch tief eingeschnittene Rechtecke bezeichnet. Die Nasen sind auf gleichseitigen Dreiecke reduziert und die Münder grimmig gezackte Sägeblätter. Das seiner Grundform nach herzförmige Gesicht wird unten durch ein breites gerades Kinn abgeschnitten.

Halslos schließen sich – ikonographisch korrekt – Rumpf und Glieder an. Keine Rundung schwächt deren Ausdruck. Eingeschnittene senkrechte Rillen betonen vier Frontalansichten.

Die von Armen und Beinen gebildeten Flächen in Zickzacklinie erinnern mich an Figuren der Lega mit gezacktem Schlangenkörper (Daniel P. Biebuck: Lega Culture, 1973 pl. 72 nkumba, mulima, pl.76). In den den Aufsätzen von Biebuyck  über “Sculpture from the Eastern Zaire Forest Regions” (African Arts 1976, drei Folgen) finden sich bei einigen Mbole-Figuren unterschiedliche Grade von Kantigkeit, bei den benachbarten Yela dann gedrungenere Gestalten. Die Lengola wie auch die Metoko sind generell für den häufigen Blockstil bekannt. – Die Kartenskizze aus A.A. macht das Gesagte anschaulich, obwohl sie den Flickenteppich der Siedlungsgebiete gar nicht darstellt.

Übrigens, die auf der Sitzfläche durch Witterung und Benutzung hervortretenden Jahresringe fielen mir sofort vertrauensbildend auf.

 

ALTER-NATIVEN : HEINZ SAUER UND ALFRED SCHMIDT

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Ihr Publikum ist  im Durchschnitt so um die Sechzig. Beide sind in ihrem Leben sehr verschiedene Wege gegangen, der Frankfurter Jazz-Saxophonist und der Erbe des Lehrstuhls von Teddy Adorno. Ich begegne ihnen innerhalb weniger Tage, am 13. und 15. Januar 2011.        

WIEDER GELESEN, IMMER NOCH AKTUELL, UND ICH BIN SCHON WIEDER ACHT JAHRE ÄLTER – JA, ICH WEISS:  GREY IS THE NEW PINK (Link)  9.1.19 Weiterlesen…

Über Bruce Gilley reden oder lieber über Xi Jinping?

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Von einem vermeintlichen Opfer akademischen ‚Mobs’ zu den wirklichen globalen Fragen  finden, ohne Zeit zu verlieren  –  Brief an einen jungen Freund

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Welche Distanz zu China suchen? – über Reisen, Kaiser Kangxi und Hans Jonas

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 Erster Upload am 17. 9. 2017

Gelegenheit, über die passende Distanz zu China nachzudenken. Welche Distanz soll denn wozu passen?

 Gespräche und Anfragen zu China machen mir klar, wie lange ich nicht mehr selbst im Land gewesen bin, fast dreißig Jahren, und dennoch sprudeln heute die Gedanken nur so.

 

Studium am Schreibtisch

Was soll nach dreißig Jahren überhaupt noch ‚Distanz’ bedeuten? Weiterlesen…

Alles gut. Restitution? Ja bitte!

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Win-Win

Paris London

Berlin und Benin

 

Ich habe es in der New York Times gelesen und im Guardian: Jede Beunruhigung von Museen und Bürgern durch die Kulturgüter-Rückgabe-Debatte ist gegenstandslos! Weiterlesen…

Bei BERGGRUEN : „Afrikanische Werke“ in U-Haft

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PROVENIENZFORSCHUNG ALS GEWINN
Zuerst bin ich regelrecht animiert: der attraktive und unbezahlbare ‚Picasso’ im Eingangsbereich besitzt eine Rückseite voller Aufkleber.
Zweiter Eindruck: Die Bilder in den Räumen des Vorderhauses bekommen eine Geschichte, selbstverständlich eine lückenhafte. Sie hatten Menschen gehört, auch wenn die erst einmal nur Namen sind. ‚Alte Bekannte’ von früheren Besuchen erscheinen in neuem Licht, gewinnen an historischer Tiefe. Zwischen Entstehungsdatum und Depotnummer ließ man früher keinen Raum. Was im dickleibigen Katalog stand, war vor dem Bild nicht präsent.

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Restitution? Disput vor Benin-Bronze im Bode-Museum

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Im Schaukeller des Bode-Museum zu Berlin wird seit einem Jahr ein alter Bronze-Kopf aus dem ehemaligen Ethnologischen Museum in Dahlem ausgestellt und sachkundig erläutert.
Die drei Nigerianer mitte Dreißig, die bereits mit einem selbst geschriebenen Poster „Wollen Sie sich Raubkunst anschauen“ vor dem Gebäude gestanden hatten und anschließend drinnen mit dem Aufsichtspersonal vergeblich um freien Eintritt verhandelten, traf ich hier wieder. So entschlossen, wie sie auftraten, fragte ich mich bereits, ob sie das gute Stück gleich mitnehmen oder später abholen lassen wollten. Doch sie fotografierten sich nur wechselseitig mit der goldfarbenen Gefangenen. Einer strich ihr sogar über den Kopf, denn sie steht frei. Weiterlesen…

Die Alten sind nicht so ‘pink’ wie im Weltkulturenmuseum!

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In “Grey ist the New Pink” (Link) spendet das Weltkulturenmuseum, Mainhattan mit einem Augenzwinkern Trost.

Dies ist ein Offener Brief an die sprichwörtlichen “schrecklichen Enkel” des Vilém Flusser (Link: S.28/29), die überall das Ruder in die Hand genommen haben. Die setzen sogar eine ethnologische Ausstellung  über die Alten in die Welt und erzählen dabei etwas von ‚Momentaufnahmen des Alterns’.        Links: FAZ.net und SWR

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Notiz zu Figuren der Pere (Maniema,RDC)

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Die neue Pere-Figur ist gar nicht zu vergleichen mit der braven Zwillings-Doppelfigur! Oder doch? Beide sind auf ihre Art dynamisch!

Die Jagdfigur der Männer (Felix, 100 Peoples…) ist natürlich stärker im Gebrauch verkrustet als die ‚häusliche’ Zwillingsfigur. Sie ist zupackender, energisch nach vorn gebeugt mit großen Händen und entschlossenem Gesicht.

Nackenmuskel und straffer Po kommen zur Geltung. Hals und Nacken sind kräftig, die Vorwärtsneigung ist die eines Boxers, die Füße sind groß und geben festen Stand, die Hände gewaltig und schützend vor die Brust gehalten, Die Gestalt ist stämmig, die Glieder kräftiger als beim Paar und das Kinn erhoben. Eine Kraftfigur!

Die Farbschichten sind schwer zu trennen. Da ist das an vielen Stellen aufgerissene Weiß. In der Schicht darüber scheint auch Rot eine Rolle zu spielen, als Farbtupfer oder durchgehend?

Zwischen den Beinen findet sich auch eine Spur von Hühnerflaum. Weiterlesen…

Männer und Frauen bei den Yanzi (RDC, Bandundu) – Lesenotizen zu J.F. Thiel

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 Josef Franz Thiel: Jahre im Kongo – Missionar und Ethnologe bei den Bayansi, Otto Lembeck Verlag, Frankfurt/M 2001

 

Vorbemerkung

So bescheiden das Buch auftritt, so wertvoll ist es für einen Leser, der keine vergleichbare Erfahrung gemacht hat. Der Begriff „Feldforschung“ deckt ja vieles ab, doch in diesem Fall greift er zu kurz.

Der Verlag der Erstauflage existiert nicht mehr.  JustBooks.de listet im November 2018 nicht einmal zehn Exemplare, Preise nicht unter 100 €. Vielleicht wird es ja neu verlegt, wenn der Markt leergefegt ist, und sei es als E-Book.

Ich las das Buch vor einem Jahr und verfasste ein detailliertes Inhaltsverzeichnis mit einem thematischen Schwerpunkt, der nicht der des Verfassers ist: Männer und Frauen bei den Bayansi. Und doch ist er in der Darstellung wie in der Erfahrung des Missionars Thiel angelegt.

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Nigeria in der Falle der Kolonialgeschichte – nach Johannes Harnischfeger (2006)

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95% = 6 S.

Demokratisierung und Islamisches Recht“ : Johannes Harnischfeger analysierte 2006 nicht nur den „Scharia-Konflikt in Nigeria“ 2002

Kursiv gedruckte Wörter und Sätze sind Originalzitate aus der Studie

Die Studie ist zu Recht in der Reihe „Studien des Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung“ (Band 51, im Campus-Verlag) erschienen und nicht in einer Reihe der Afrikanistik oder Ethnologie, auch wenn sie detailliert und anschaulich Verhältnisse und Historie vor allem des postkolonialen Staates Nigeria schildert.

Sie regt zu grundsätzlichen Fragen an – zur Sicherheitslage wie zur Innenpolitik – und sollte vor allem der ‚linken’ politischen Öffentlichkeit in Deutschland zu denken geben. Man denke nur nicht, dass alles halb so schlimm sei, da der „Scharia-Konflikt“ nun bereits sechzehn Jahre alt ist und das System „Nigeria“ immer noch recht und schlecht funktioniert!

Trotz klarer Struktur, allein aufgrund seiner Fülle an Informationen, lassen sich die einzelnen Aspekte der Problematik kaum isolieren. Ich habe drei Themen ‘filettieren’ können: 1. Die historische Islamisierung der Region ist bereits im Netz (in ‚Heidenmission’, Link), 2. die kolonialen Wurzeln des aktuellen politischen Grundkonflikts, 3. die Übertragung der Überlegungen Harnischfegers auf Europa  und seine Probleme mit dem Islam. Weiterlesen…

„WE COME AS FRIENDS“ (Südsudan) – Vorstellung der neuen Kolonialisten

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Bildschirmfoto 2018-11-06

 

Hubert Saupers Film (Der Link  führt – sorry – zu Amazon) ist eine einzige Einladung zu abschweifenden Gedanken, seine Szenen und der halbgare O-Ton laden dazu ein, Szenen oft grob im Schnitt, manchmal erfolgt ein erlösender Abbruch.

Das Vehikel der Filmleute, ein lächerliches Transportmittel, ein zweisitziger Flugapparat, der wie eine Clownsmütze daherkommt und alle möglichen Leute zum Lachen reizt. Damit kommt man nahe heran und offensichtlich durch. Weiterlesen…

KONGOLESEN GRAU IN GRAU – TRÜBE GEDANKEN BEI J. F. THIEL: „JAHRE IM KONGO“

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Niedergeschrieben im November 2017 während der Lektüre von: Josef Franz Thiel: Jahre im Kongo – Missionar und Ethnologe bei den Bayansi, Otto Lembeck Frankfurt/M 2001

(Vereinzelte Zahlen in den Notizen bedeuten Seitenzahlen im Buch; eine knappe, aber durchgehende Inhaltsangabe der Kapitel steht unter folgendem Link) Weiterlesen…

Was kann M.-A. Couturier Liebhaber afrikanischer Kunst lehren?

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Zwei Formulierungsansätze im Oktober 2018

94% ergibt 5 Druckseiten (3 Abb.)

A     EINE VORLÄUFIGE ANTWORT

Uns begegnet Couturier in einer unbefriedigenden Situation unverbundener Sichtweisen auf die Kunst Afrikas, in denen sich untergründig (unerkannt) die ererbten Diskriminierungen fortsetzen, in verschiedenen Abwehrhaltungen und der Angst vor ‚falschen’ Zuordnungen: Weiterlesen…

Heidenmission? Lieber nicht! Hilft nichts!

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Verfasst  29.6./5.9./ 10.10./17.10. 2018

Literatur

  1. Thoralf Klein: Die Basler Mission in Guangdong (Südchina) 1859-1931, ERGA Bd.3, iudicium München 2002, 48 €
  2. Josef Franz Thiel: Jahre im Kongo – Missionar und Ethnologe bei den Bayansi, Otto Lembeck Frankfurt/M 2001  (augenblicklich um 100€)
  3. Johannes Harnischfeger: Demokratisierung und islamisches Recht – Der Scharia-Konflikt in Nigeria, Studien HSFK Band 51, Campus Frankfurt/Main 2006

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A Strong Fetish in Tervuren – Review of the Object Research by M. Couttenier

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September 7, 2018 | dvg   Original in German (Link)           R E V I E W

The Way of the Object EO.0.0.0.7943 from Boma to Belgian Exile

For those who want to know the whole story, they have BMGN – Low Countries Historical Review, vol.133-2 (2018) pp. 79-90) in their June No. uploaded (LINK).

Good to read, vivid, not too long

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M.-A.Couturiers Notizen. Oder lieber »Braque, Matisse, Picasso« ?

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 Ist hier ein neuer oder wieder entdeckter Zugang zu verschütteten traditionellen Künsten?

Marie-Alain Couturier habe ich Autor von “L’Art Sacrébereits in zwei früheren Beiträgen vorgestellt:

Marie-Alain Couturier (1897– 1954) und die zerstörten Fetischeam 

und Eine arme Mbole-Figur inmitten Europas sakraler Kunst am 

Obschon afrikanische Künstler nicht im Zentrum seiner Kunstbetrachtung standen, will ich mir die Chance nicht entgehen lassen, aus seiner Perspektive Gewinn für dies Feld der Kunst zu ziehen. Als weitere Quelle bietet sich ein 1964  – kunstwissenschaftlich im Abseits – erschienenes Buch mit Notizen zwischen 1947 und 1954  an, als Couturier an legendären Bauprojekten im kirchlichen Raum Frankreichs engagiert war und den beteiligten Künstlern nahe stand.

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Das MAK K Frankfurt – 6 Jahre am Puls der Zeit sind genug

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Die Wolken ziehen flott über Frankfurt hinweg, es regnet selten. Wozu auch?

 

Sechs Jahre habe ich mich gegrämt über den massiven Substanzverlust im ehemaligen Museum für Kunsthandwerk. Was für ein gediegener Name, und so präzise!

Erst kamen Jahre der Bausanierung, dann die Kulturrevolution K, die die Säle leerfegte. Weiterlesen…

Charles Ratton et la Question de «Provenance»

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 Ma plus belle version francaise – Des citations en anglais en version originale!

La version originale du texte est en Allemand: (Link)

A l’occasion d’une exposition de laboratoire au Weltkulturenmuseum, Frankfurt/Main

 

 Les différentes voix, dans l’ordre de leur première apparition:

  1. Gesammelt Gekauft Geraubt – eine Laborausstellung 2018 im Weltkulturenmuseum, Frankfurt am Main, 15.8. 2018 bis 1.9.2019 (Link)
  2.  Anciens Senateurs IIIème République: Maurice de Rothschild“  (Link)
  3. Tribute to a Tastemaker: Charles Ratton raised the profile of tribal art and was ahead of his time in realising its commercial potential Gareth Harris, Financial Times July 19, 2013 (Link?) FT
  4. Charles Ratton – L’Invention des Arts Primitifs 2013 – numéro 586 hors-série très belle de „Connaissance des Arts“  avec le Musée Quai Branly: préface Stéphane Martin; „Un Regard Neuf“ – entretien avec Philippe Dagen et Maureen Murphy
  5. Les statues meurent aussi  film d’ Alain Resnais’ und Chris Marker 1951 (Link youtube 30′)
  6.  Primitivismus in der Kunst des zwanzigsten Jahrhundert N.Y. 1985, Einleitung (Introduction) du directeur William Rubin et l’article de Jean-Luis Paudrat „Aus Afrika“ (Prestel édition allemande)
  7.  Der Mann mit den Masken – Das Jahrhundertleben des Werner Muensterberger von Lisa Zeitz, Berlin-Verlag 2013 – W.M. (1913-2013), un ami de Charles Ratton (1897-1986) comme client et élève
  8. La Découverte différée des objets Kuyu von Anne-Marie Bénézech  49 S. abondamment illustrieré comme pdf du MEG (Link), Musée d’Ethnologie de Genève, connu pour son engagement  dans le récherche des provenances (Link)

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“Verantwortung Europas in der Welt” – Bloss Feuilleton!

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Sigmar Gabriel, Wolfgang Ischinger, Christoph von Marschall schreiben in der FAZ (8.9.2018 Nr.209 S.11). SIE MÜSSEN DIE LIBERALE ORDNUNG SCHÜTZEN – Die Alternative zum Weltuntergang heißt Verantwortung, nicht Raushalten. Sie antworten Peter Gauweiler (“Die Kreuzritter der Moderne” FAZ 25.8.2018)
Vergessen Sie diese “Debatte” ! Für mich ist sie bereits gestorben. Die offenen Links hielten gerade mal drei Tage. Neues Spiel, neuer Hype. Nur nicht aufregen.: ‘Berlin’ bereitet sich  auf eine lauwarme ‘Interventions’-Beteiligung in Syrien vor. Das Argumentationsbesteck wird bereits öffentlich desinfiziert.
Hat Trump den wunderbaren Deutschen im Weigerungsfall exorbitanten Strafzöllen gedroht oder will man bloß mitspielen?  Man sieht sich wieder in fünf Jahren bei der Investigativ-Dokumentation.      16.9.18

Ach was. Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ‘Syrien’ liegt.  (Vier Wochen später)

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Dank Gottes Hilfe auf der Insel Lampedusa gelandet (Fuocoammare)

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Fuocoammare” , ein Dokumentarfilm von Gianfranco Rosi (I/F 2016), wurde in ARTE am 5.September gezeigt. Er wird erst einmal nicht wiederholt. (offizieller Trailer Link). Es werden aber DVD und Streaming angeboten.

 Ich gebe nur eine Szene wieder, eigentlich nur den Text dieser Szene – zunächst als deutschen Untertitel. Er sollte aber bald ersetzt werden durch die direkte Transkription des nigerianischen Englisch. Die Szene erschien mir als am ehesten greifbarer Moment, bei anderen verschlägt es mir die Sprache. Meine Gedanken sind noch nicht klar, aber sie drehen sich um eine Umkehrung der Perspektive. Lassen auch Sie die Worte erst einmal auf sich wirken!

Fünfzigste Filmminute. Abend im Internierungslager. Der junge Wortführer einer Gruppe von Nigerianern legt im Predigerton Zeugnis ab. Die Gruppe unterlegt seine epische Erzählung mit einer Litanei in der Muttersprache, gegen Ende der Schilderung Rufe und immer lebhafter im Ton:

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Ein Jahrhundert nach Alekseev – Der ‚alte Greis’ China wird jung, der Westen altert.

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9.7.18 – 9.9.2018
Alekseevs Reisetagebuch von 1907 (Link) macht dem Leser die Probleme Chinas in ihrer ganzen Tiefe bewusst, mehr als Thoralf Kleins Quellenstudie (Link) aus der Perspektive der geistig beschränkten Basler Mission das kann. Denn auf dem Land ging das elende Leben ja irgendwie weiter, wie bereits seit Jahrhunderten.
Nach Alekseevs Eindrücken und Gesprächen 1907 zwischen Peking, Schantung und Sian erschienen Chinas Probleme unlösbar. Wo sollte man überhaupt anfangen? Weiterlesen…

Ein starker Fetisch in Tervuren – Objekt-Recherche von Maarten Couttenier

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Der Weg des Objekts EO.0.0.0.7943 aus Boma ins belgische Exil

Wer die ganze Story kennen will, für den hat sie BMGN – Low Countries Historical Review,vol.133-2 (2018) pp. 79-90 ) in ihrer Juni-Nr. hochgeladen (LINK).  

Gut zu lesen, anschaulich, nicht zu lang
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V.M. Alekseev : Register für die ersten hundert Seiten von “China 1907”

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SO VIELE CLICKS IN ZWEI WOCHEN!  WER IST DAS? WÜRDE MICH INTERESSIEREN…  26.9.

DER SCHWERPUNKT LIEGT AUF DEN VOLKSDRUCKEN, VOR ALLEM ‘NIANHUA’ UND IHREM SOZIALEN UND IKONOGRAPHISCHEN KONTEXT.

SCHAUEN SIE RUHIG HEREIN!

BEREITS DIE STICHWORTE UND ANDEUTUNGEN VERMITTELN EINE AHNUNG VON ALEKSEEVS BEOBACHTUNGEN UND EINDRÜCKEN. FORTSETZUNG FOLGT.       9.-11.7.18 Weiterlesen…

V. M. Alekseev – Versöhnung von Sinologie und Ethnologie

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‘Vorkämpfer einer komplexen Orientalistik’ und wissenschaftlicher Entdecker der chinesischen Volksdrucke (Nianhua)

Zum Lesebericht veröffentliche ich einen thematischen Index für die im Tagebuch auf 370 Seiten verteilten Beobachtungen und Erklärungen bei (Link)  – bis Seite 100 ist der Index bereits fertig.

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So wie später der Farmerssohn Victor Davis Hanson aus dem amerikanischen Mittelwesten die bäuerlichen ‚Banausen’ neben den urbanen ’einzig wahren Athenern’ aufwertete ( in ‘The Other Greeks – The Family Farm and the Agrarian Roots of Western Civilization“, N.Y. 1995), so schenkte der Sinologe Alekseev, das geniale Arbeiterkind aus St. Petersburg, ab 1907 den einfachen Chinesen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Weiterlesen…

Einfach Engel oder mögen Sie eine post-mittelalterliche Angelogie lieber?

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5.7.18

Cattin/ Faure „Die Engel und ihr Bild im Mittelalter“ (Zodiaque, dt. Schnell & Steiner 2000) nach dem Besuch von Auxerre betrachtet

Eins der spirituellen Bücher von Zodiaque will mir auf den zweiten Blick nicht mehr gefallen, nachdem ich es noch freudig ins Reisegepäck stopfte.
Der Philosoph Yves Cattin schwärmt, der Mediävist Philippe Faure schlägt die Bilder vor und erklärt sie. Die eindrücklichen Fotos stammen aus unterschiedlichen Quellen, teilweise von Zodiaque. Weiterlesen…

Eine arme Mbole-Figur inmitten Europas ‘sakraler Kunst’

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Gefühle im Widerstreit

Sie hat mich gleich am Stand überzeugt, bei allen Vorbehalten, die ich gegen den Figurentyp hege. Überraschenderweise wirkte sie auf mich vom Gesicht her. Es hat einen weichen Ausdruck, was doch (als ‘Modernismus’) alarmieren sollte.

‚Seele’ sollte man bei dieser zur Warnung gezeigten Darstellung eines Gehängten am wenigsten erwarten! Die ‚afrikanische Ästhetik ist in solchen Dingen äußerst lakonisch. Doch deshalb ist noch nicht Schematismus gefordert, zumal bei einer erzieherischen Figur. Auch sind die Gestaltung des Themas durch den Schnitzer und die kultische Verwendung nicht dasselbe. Manche Künstler legen mehr hinein als sie müssten.

Ich konnte und kann nicht eine verbotene Zutat erkennen! Keine naturalistische Dramatisierung.

Das ist ja kein Abbild eines in Wirklichkeit Gehängten, sondern die Metapher einer Botschaft, hier einer moralischen Mahnung. Der Körper der Figur weckt bei mir altem Lutheraner das Bild eines starken Kruzifix’. Äußerste Konzentration bei erheblicher Größe (84 cm). Gehe ich fehl, wenn ich Trauer, Reue, Bedauern in den Gesichtszügen lese? Weiterlesen…

Charles Ratton – schlechte und gute Provenienz im Kunsthandel

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Zu einem Aspekt der Laborausstellung im Weltkulturenmuseum, Frankfurt/Main

 

 Die verschiedenen Stimmen, in der Reihenfolge ihres ersten Auftritts :

  • Gesammelt Gekauft Geraubt – eine Laborausstellung 2018 im Weltkulturenmuseum, Frankfurt am Main, 15.8. 2018 bis 1.9.2019 (Link)
  •  Anciens Senateurs IIIème République: Maurice de Rothschild“ (http://www.senat.fr/senateur-3eme-republique/de_rothschild_maurice   (Link)
  • Tribute to a Tastemaker: Charles Ratton raised the profile of tribal art and was ahead of his time in realising its commercial potential Gareth Harris, Financial Times July 19, 2013 (Link) FT
  • Charles Ratton – L’Invention des Arts Primitifs 2013 – Sondernummer der „Connaissance des Arts“ no. 586 hors série zur gleichnamigen Ausstellung im Musée Quai Branly: préface Stéphane Martin; „Un Regard Neuf“ – entretien avec Philippe Dagen et Maureen Murphy
  • Les statues meurent aussi  Film von Alain Resnais’ und Chris Marker 1951 (Link youtube 30′)
  •  Primitivismus in der Kunst des zwanzigsten Jahrhundert N.Y. 1985, daraus die Einleitung des Herausgebers William Rubin und der Beitrag von Jean-Luis Paudrat „Aus Afrika“ (Prestel dt. Ausg.)
  •  Der Mann mit den Masken – Das Jahrhundertleben des Werner Muensterberger von Lisa Zeitz, Berlin-Verlag 2013 – W.M. (1913-2013), als Schüler und Kunde Freund von Charles Ratton (1897-1986)
  • La Découverte différée des objets Kuyu von Anne-Marie Bénézech  49 S. reich illustriert als pdf von MEG (Link), Musée d’Ethnologie de Genève, das sich seit 2013 ausgesprochen für die Provenienzforschung stark macht (Link)

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Fortschrittsberichte Wiegmann

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27.10.2016 verfasst, zuletzt August 2018 aktualisiert

 

 

Der Künstler, Lehrer und Sammler Fritz Wiegmann hat wenig dafür getan, sein Leben zu dokumentieren. Meine biografische Skizze in ‘Bilder vom Glück‘  (Frankfurt 2002) beruhte vor allem auf persönlichen Erzählungen und schöpfte das mir zugängliche Material fast gänzlich aus. Anfragen von Lesern in  den vergangenen Jahren fügen diesem Bild  jedoch neue Aspekte hinzu oder schaffen einen Kontext für einzelne Fotos, die – selbstverständlich – nicht beschriftet sind.

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Vielleicht eine Zwillingsstatuette der Mbochi (ex – Kuyu)? (dt./francais)

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Wieder eine Kuyu-Skulptur? – Warum nicht? Aber nennen wir sie lieber „Mbochi“!

Ersparen wir uns die etwas umständliche Geschichte. Ich möchte auf zwei ältere Blogseiten verweisen („Zwei moderne Tanzstäbe der Kuyu“ (Link) und „ Kuyu Tanzstäbe im Factory Outlet 1927“ (Link), vor allem aber auf einen Essay von Anne-Marie Bénézech voller Enthüllungen zum Thema „Kuyu“- leider nur in französischer Sprache, aber reich illustriert und frei im Netz. (Musée d’ethnographie de Genève MEG 2017 Link:”La Découverte différée des Objets Kuyu“) Weiterlesen…

Das Gesicht des Gendarmen – Yombe Porträtmaske (deutsch/englisch)

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Der Zwischenhändler bietet mir eine starke Porträtmaske an; ich muss immer wieder hinsehen. Sie wirkt bedrohlich, entschlossen, grausam und vor allem hungrig – ein Raubtier namens homo sapiens. Weiterlesen…

Soziale Verteidigung im Norden der Elfenbeinküste 1990 – 2011

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Hochgeladen am 27. April 2018 – aktualisiert am 6. August.

Zum Titel :

Der Ausdruck ‘soziale Verteidigung’ ist  einem heute zwar nicht mehr so geläufig wie in den Siebziger und Achtziger Jahren (Link: Wikipedia), aber er scheint mir zu dem Einschleichen der Krise und den im Aufsatz geschilderten  Konstellationen und Maßnahmen gut zu passen.

10. Mai

 

Das Original :

TILL FÖRSTER  :  LA PAIX DANS UNE ZONE DE GUERRE. Politique africaine no.148 – décembre 2017, p.109-129

Meine Aufmerksamkeit (Link) verschob sich nach 1985 von der Côte d’Ivoire auf Polen, China und andere Länder vor dem Fall des Eisernen Vorhangs. 1990 noch ein kurzer Blick in das bankrotte Benin mit der vagen Hoffnung auf eine westafrikanische „Paristroika“, wie man damals sagte. Hoffnung auch für die Elfenbeinküste? Weiterlesen…

Historisches Bewusstsein wäre nützlich – gerade jetzt „Die ersten Israeli“ – lesen!

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Das aktuelle aktuelle “Nationalstaatsgesetz” der Knessetmehrheit empört wieder einmal die zugleich bedingungslosen  und  verfassungstreuen deutschen Freunde des Staates Israel. Typisch für deren extrem verkürzte Sicht auf die 70 Jahre Staatsgeschichte Israels ist der heutige Kommentar in der Süddeutschen Zeitung (SZ.de 19.7.2018) :

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Aus den Kolonien in die Heimat / Deux cartes postales du Maghreb

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Wozu hat man sie denn solange aufbewahrt, doch nicht etwa, um ungelesen in einer Sammelbox zu verschwinden? Der Trödler im Burgund liefert anrührende Schlaglichter auf die Akteure des französischen Kolonialismus, etwa so:

 

Orléansville – Le nouveau Pont sur le Chélif

Orléansville – Le nouveau Pont sur le Chélif

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Asylrecht für die Dinge? – Nicht ohne Dingasylfunktion des Museums!

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Mit der Glosse „Die Indianer dürfen kommen, aber nichts anfassen“ (Link) zu einer Fernsehdokumentation meldete ich mich Dezember 2016 zum Thema. Von der tief schürfenden Tagung „Philosophie des Museums“ im November am Bode-Museum zu Berlin (Link) erfuhr ich erst durch den Artikel von Stefan Laube “Asylrecht für die Dinge – Berlin: Ansätze einer Museumsphilosophie vor dem Hintergrund des Humboldtforums” (FAZ, 4. Januar 2017, N3), worin die Kogi-Indianer sogar namentlich erwähnt wurden. Daraus entstandene weitere Überlegungen blieben liegen. Dabei wäre es geblieben, wenn das Thema nicht unverändert aktuell wäre, was mir zahlreiche Clics auf meine Glosse zeigen, ich nehme an, von Studenten für Hausarbeiten.  Ich bitte Stefan Laube um Verständnis, dass ich seinen engagierten Essay hier bloß als Zitatengeber benutze.        18.7.2018 Weiterlesen…

Song ? from ? the Forest ? – Louis Sarno und die BaAka – Der Film

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19.10.2014! Aber es gibt ja die DVD zu kaufen! (Link)

Der Film beginnt wie im richtigen Leben: mit der Fassade, zugeschnitten auf das Publikum von Programmkinos und Arte oder 3sat: also spirituell, in diesem Fall mit Lichtstrahlen, die wie eine Inszenierung wirken, obschon sie zwischen Regengüssen im Regenwald von Gabun auftreten. Begleitet von mittelalterlichem Chorgesang, der – wie wir später erfahren – vom batteriegetriebenen Kassettenrecorder in der Hütte des Musik-Forschers in die Umgebung ausstrahlt. Weiterlesen…

Eindrücke vom Schwälmer Dorfmuseum, 34637 Holzburg

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Wir waren zu Pfingsten 2018 da. Hier geht’s zur Homepage (Link)

 

Eine umgebaute Scheune !

 

IMG_8455 Frontansicht

 

Das fällt  gar nicht auf wegen authentischer Bauteile  aus abgebrochenen Bauernhäusern, ganz im Unterschied zu ‘modernen’ Museums-Einbauten wie im Historischen Museum, Frankfurt. (Link) Weiterlesen…

Picasso & Le Trocadero & 1907 & Les Demoiselles & Primitivismus & W. Rubin

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*   verfasst zwischen 7. und 31. Mai 2017   für  M.B.

 

„Picasso entdeckt Afrika im Trocadero 1907“ – Unter dieser Überschrift veröffentlichte ich im April 2016 einen Beitrag (Link)

Jean-Louis Paudrat schildert in seiner Rezeptionsgeschichte ‚Aus Afrika’ (in: Primitivismus in der Kunst des 20.Jahrhunderts, William Rubin (Hrsg.), Prestel 1984, S.151f.) eine starke Anekdote mit den Themen Wahrnehmung und Begreifen afrikanischer Kunst.

Von derselben Erfahrung gehen meine Interessen heute in eine andere Richtung, zu Picassos ehrgeizigem Ringen um ein Programmbild: „Les Demoiselles d’Arles“ (Die Fräuleins von Arles). Ich zitiere aus dem ersten Beitrag noch einmal Paudrat, wende mich dann aber der Darstellung von William Rubin in derselben Publikation zu. Weiterlesen…

An expressive Mbangu Mask, Central Pende

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Translated from the German Original (Link)

 26cm high (visible 23) , 17.5 cm wide, 460g

26cm high (visible 23) , 17.5 cm wide, 460g – Click to enlarge the icons

 

 

The mask is sweepingly generalized, inside coarse, but functional, e.g. with its wide channel between the eye openings. My face fits in perfectly, the view slightly downward is good. The edges are slightly rounded and show some shine. Willy knows the wood from Pende masks,

The front of the mask shows no superfluous cut or smoothing. So the the area covered by the cap was treated only with the chisel. On the black right side, slight blade marks give additional dynamics to the surfaces.

From the beginning I associate the performance of an excited dancer who is set to play the role of the cursed but militant man. Weiterlesen…

Eigenwillige ‘Mbangu’ Maske der Pende

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Die Maske

H 26 , vorn sichtbar nur 23 cm Breite bis 17.5 Tiefe bis 10 cm

(8564)  26  cm hoch, vorn sichtbar, 23 cm Breite 17.5 , Tiefe bis 10 cm

Ein dickes Brett, nach Händler W. ‚das richtige Holz’, großzügig gehauen, innen grob, aber funktional geglättet, so funktional wie die breite Rinne zwischen den Augenöffnungen. Auch Fläche und Lage des Mundes passen zur Trageposition. Mein Gesicht passt perfekt in die Höhlung. Die Sicht leicht nach unten ist ausreichend gut. Die hinteren Kanten sind leicht gerundet und zeigen etwas Glanz.

Auch vorn zeigt die Maske keinen überflüssigen Schnitt, keine unnötige Glättung, die unter der Kappe verdeckte Fläche zum Beispiel nur mit dem Beitel beschlagen.

Auf der schwarzen rechten Seite geben leichte Messerspuren den Flächen zusätzlich Dynamik. Technisch wirkt die Maske wie ein radikaler ungeduldiger Tänzer. Weiterlesen…

Zwischen Stilleben und Landschaft – Taschenalbum 1932 (aktuell!)

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Hochgeladen am 14.12.2016

English Translation and a wonderful painting dated 1932 and signed Wiegmann – like emerging out of the fog!  

>   AT THE END

Ein kleines Taschenalbum von 11 cm Breite und  6 cm Höhe, in rotes Kunstleder gebunden, enthält heute noch sechzehn fotografische Reproduktionen von Bildern Wiegmanns vom Beginn der dreißiger Jahre. Die kräftigen Hochglanzfotografien von 6 x 4 cm  bis 8 x  5 1/2 cm  sind auf hellgraues oder grünes Papier geklebt, passend für die Zellophan-Taschen. Wir blicken auf sie wie aus großer Entfernung. Sie wirken in ihren kräftigen Schwärzen wie Miniaturen. Man ahnt mehr als man sieht. Details gehen unter, aber das scheint den Benutzer nicht zu stören. Die Bilder sind einfach da. Ikonen. War dies ein Album für die Westentasche, für das Reisegepäck zur eigenen Rückversicherung oder als künstlerische Visitenkarte für unvorhergesehene Gelegenheiten? Weiterlesen…

Nok – eine archäologische Offensive (aktualisiert)

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Hochgeladen am 12. 01.2014

 Nigeria gegen Hellas:   1 : 1

Eine neue Hochkultur entdeckt?

Unser Korrespondent im Liebig-Haus verfolgte den ersten Frontbericht einer Archäologin im Ausgrabungsteam.   Aus der NOK.Z vom 8.11.2013

Weiterlesen…

‘Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass’ – Gefällt Ihnen der Satz?

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Wie kam ich bloß an das Buch von Liu Xiaobo aus der Büchergilde Gutenberg? Hat Norbert, der Antiquar es mir 2011 geschenkt wegen des aktuellen Friedensnobelpreises, weil ich ein politischer Mensch bin und mich für China interessiere? Gegen meine Gewohnheit finde ich keine Erwerbsnotiz, welche das Buch als Schnäppchen ausweisen würde. Seltsam. Auf eigene Initiative erworben, diesen Titel, das erscheint mir eher unwahrscheinlich: ‚‚Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass“. Heilige leben in einer anderen Welt. Jedenfalls gehören ihre Legenden in eine andere Welt. Weiterlesen…

Fritz Wiegmann – Stilleben (Collage von 1928 aufgetaucht !)

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25.10.2016 -28.05.2018

Stilleben beschäftigten Wiegmann zeitlebens. Anfangs gaben offensichtlich noch Picasso und Braque als die Großen Brüder die Richtung vor. Entsprechend gleichgültig und beliebig waren die in die Komposition einbezogenen Objekte, je trivialer desto lieber. Im Laufe der Zeit schlichen sich andere, persönlichere Dinge ein, die Atmosphäre schaffen und Erinnerungen und Emotionen transportieren. Intensives Studium der klassischen europäischen Maler trug dazu bei. Jedenfalls auf Mallorca finden wir diesen eigenen sensibleren Ton. In China wurden Stilleben offensichtlich zum Filter für die einstürmenden Eindrücke und Erfahrungen. Ein chinesischer Besucher seiner Ausstellung im Palastmuseum – immerhin gegen Ende seines Aufenthalts – monierte die Zurückhaltung, sich auch künstlerisch auf diese Welt einzulassen. Wiegmann selbst betonte in seiner Rede zur Vernissage sein Interesse an der gegenseitigen Kommunikation der Maler, fast möchte ich sagen: auf professioneller Ebene. So sehr er die Erzählung, die Pointe, das Leben liebte, was gelegentlich dokumentiert ist, er wollte zu keinem Zeitpunkt ein Schilderer exotischen Lebens werden. Weiterlesen…

“Was ist eigentlich drauf, auf den Bildern im Archiv?” (Ethnologie)

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Obwohl ich selber kein Facebooker bin, gebe ich hier den Link zur F….Seite dieser studentischen Initiative am Ethnologischen Institut der Uni Frankfurt. Ich war vergangenen Mittwoch um 18.00 im Raum IG.501 und finde die Initiative gut.

„Was ist eigentlich drauf, auf den Bildern in Ihrem Archiv?“  

Die Frage aus dem Kreis der Studenten an den Bildarchivar des Frobenius-Instituts lässt mich nicht los. Thema des Treffens in „Boas Küche“ war „Bilddokumentation in der Ethnologie früher und heute“. Weiterlesen…

„START UP-NATION ISRAEL“ – Von Israel lernen !?

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Der Beitrag (Juni 2012) erscheint gemeinsam mit weiteren aus den vergangenen zwanzig Jahren, die gerade heute nicht verloren gehen sollen. 25.5.2018

Dan Senor, Saul Singer:

START-UP NATION ISRAEL – Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen können (Bestsellerliste Wallstreet Journal 2009, dt. Hanser 2012)

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1999 im SPIEGEL: Zwei jüdische Newyorker und der Staat Israel

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Zwei Texte, über die wir im Unterricht sprachen und die  aus dem Abstand von zwei Jahrzehnten einen eigenen Reiz entwickeln. Schon der Name “Netanyahu”! Es war nicht schwer, im Netz Spuren von Joseph Frager (Link) und Kenneth Bialkin (Link)zu finden. Die Bialkins sind diskreter, eigentlich nur einschlägige Mitgliedschaften.  

Der Beitrag erscheint gemeinsam mit weiteren aus den vergangenen Jahren, die in der jetztigen Situation nicht verloren gehen sollen.   25.5.2018
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“Lebanon” (Israel 2010) – Ich sehe keine Kriegsfilme. Ausnahme.

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25.5.2018

Der Beitrag (Oktober 2010) erscheint gemeinsam mit weiteren aus den vergangenen zwanzig Jahren, die in der jetztigen Situation nicht verloren gehen sollen.  Ohne Papierabzug wäre er übrigens bereits verloren.

Wenn Sie sich näher über diese israelisch-deutsch-französisch-libanesische Koproduktion von 2009 mit einer Episode aus Israels Libanonkrieg 1982 informieren wollen, hier ist der Link zu Wikipedia. Weiterlesen…