Archiv des Autors: dvg

Ein strammer Ambete-Krieger wartet auf Liebhaber.

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 Die erste wegen ihres großen Erfolgs ausgekoppelte ‘Single’ aus dem Album “Sammlergeschichten” vom 19.8.15

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“Max Liebermann – der deutsche Impressionist” (1995) Lektüre

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FÜR EINEN ZWEITEN BLICK AUF MAX LIEBERMANN – VOM MALERISCHEN HER.

Bis auf die beiden letzten Absätze meiner Reportage habe ich mir nichts vorzuwerfen. Der Bericht (LINK zu “Zu Max Liebermann an den Wannsee in Berlin (2009) gab eben den Besuch eines radikalen ‘Kunstkommissars’ an einer großbürgerlichen ‘Pilgerstätte’ wieder.

Malerproblemen stand ich seit langem fremd gegenüber. Erst der intime Umgang mit Fritz Wiegmanns kleinformatigen Landschaften hat mich neu gepolt. Seither versuche ich, vor allem seine Maltechnik mit Hilfe unterschiedlicher Perspektiven von Künstlern einzukreisen und damit besser zu ‘verstehen’ (LINK).

Da kommt mir  eine Monographie gerade recht, die ich in einem Antiquariat aufstöbere: “Nichts trügt weniger als der Schein” Max Liebermann der deutsche Impressionist – Ausstellung in der Kunsthalle Bremen vom 16.Dezember 1995 bis 24. März 1996″ (Verlag Hirmer). >>

Reisenotizen zur deutsch-polnischen Geschichte im Jahr 1976

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Für den “aks-bericht 1975-76” der Altkönigschule durfte ich als Neuling im Lehrkörper einen persönlichen Reisebericht abliefern, eine Chance, die ich gern nutzte. Ich bewunderte bereits als Schüler Filme, Aphorismen, Erzählungen und Satiren und Karikaturen kritischer Literaten und Künstler in Polen. Das gab eine gute Basis ab  für Neugier und Aufmerksamkeit. 1985-1989 benutzte ichdiesen Text neben anderen “Losen Blättern” zur Vorbereitung der Schüler auf die Kursfahrt als Entdeckungsreise.

Das Format ist ein Experiment . Illustrationen sind vorgesehen (von Dias) und eine Kartenskizze der Reiseroute. “Reise.Bilder” und “Herrliche Zeiten – früher” sind provisorische Kategorien. “Polen” soll noch in diesem Jahr 2024 ein eigenes Kapitel bekommen.

Westpreussen nach Diercke Schulatlas

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KONGO (R.D.C.) Karte der Ethnien (MGFA)

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DIE NÜTZLICHE KARTE DER ETHNIEN IN DER DR KONGO MUSS VOM TITELBLATT WEICHEN. DER BLOG HAT EINIGE THEMEN MEHR!

 

www.mgfa-potsdam.de – ethnien RDC

(“Mongo” ist eine Sprachgruppe mit Tetela, Hamba, u.v.a.)

ZUM VERGRÖSSERN ANKLICKEN !

 

Four “Kifwebe” Masks Tempa-Songye Style (Kasai Oriental)

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Upload    3/11/23  Addition 7/1/24

August 1st, I put online three article based on an essay of Luc de Heusch – after the Migrations and Colonial history of the Tetela (LINK, deutsch) and Magic Figures of the Jonga (LINK, deutsch) and the “pseudo-Tetela Masks” (de Heusch) from the northern border of the Songye settlement  (LINK, deutsch). I will not translate them, because the underlying article was published in English: “Beauty is elsewhere: Returning a verdict on Tetela masks, Historical and ethnological notes on the Nkutshu“, in “Objects – Signs of Africa, Selected and edited by Luc de Heusch on the occasion of the “Hidden Treasures”, exhibition at the Musée de l’Afrique centrale Tervuren, Belgium pp.175 -204.

The text of de Heusch is as complex as its title, and I have taken my translation as opportunity to regroup it according to the needs of presumably interested art collectors.

The English version here focuses on the comparison of four masks in my collection and additional pieces >>

MBOLE ‘ TANZSCHILD Lilwa’-Bund

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ID 2.267        Stand: 30.10.2023

Afrikanische und ozeanische Objekte könnten wieder zu objets sauvages werden, Quellen der Faszination mit der Kraft zu beunruhigen. Ihre Widerständigkeit gegenüber Klassifikationen könnte uns an unseren Mangel an Besessenheit und die vielen Mühen erinnern, uns eine Welt durch Sammeln aufzubauen.
 James Clifford, zitiert im Blog “Geschichten ums Sammeln”(LINK )

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Ensemble abstrakter Tiermasken der KELA (Regenwald RDC)

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Ein paar Handicaps

Kela Antilope IMG_0739 – am 30.7.23 leider nur fotografiert (auch eine Zwergantilope)

Das kleine Volk ist kaum dokumentiert. Die “Kela” haben auch bei Felix “100 Peoples…” keinen eigenen Beitrag , aber werden p.44 für die “Jonga” als eins der ‘relevanten Völker’ genannt. Auch sie leben im dichten Regenwald auf 300 bis 500 m Höhe im Kongobogen.

Die Masken müssen für sich sprechen, tun das aber auch. Sparsam verwendete optische Erkennungszeichen unterscheiden sie nach Tierarten und -geistern, sagt W.. Wie diese repräsentiert werden, ist faszinierend.

Das Ensemble in meiner  Sammlung besteht seit August 2023 aus sechs stilisierten Gesichtsmasken desselben Grundtyps, drei ohne Hinzufügungen und drei weiteren mit umlaufenden geflochtenen Ring. Darüber hinaus habe ich mehrere Exemplare nur fotografisch dokumentiert, weil ich sie nicht mochte, zu spät kam oder zu lange zögerte. Der Erwerb zog sich über ein Dreivierteljahr hin.

 

22.11.22. : W. sagt mit Bestimmtheit, dass die Kela – nördlich der Yela und südlich der (westlichen) Mbole – diese Masken machten. Die anderen Händler wüssten das nicht. Er selber stammt aus der Region. Das soll für alle fünf gestreiften Masken gelten, die er vor zwei Wochen vom Zoll geholt habe und nicht recht anschauen konnte.

< Karte aus “Kilengi” (Kestner-Gesellschaft 1997, S. 403 (Anklicken) “Kela” sind violett unterlegt.

Wenn, was ich bei Felix (?) gelesen habe, Kela und Yela mit Jonga und ‘Wald’-Tetela aus dem Ubangi-Gebiet über das Ituri eingewandert sind, brauchen wir uns über die gemeinsame flache Maskenform nicht zu wundern, die typisch für die Waldvölker des Ost-Kongo ist.

 

Die Grundform – abgewandelte Kugelausschnitte mit Furchen versehen

no.1 IMG_7722 Zwergantilope

 

no.2 IMG_7709  Meerkatze

 

 

 

 

 

 

 

 

no.3 IMG_7714 Schaf.

Die Maskenkörper bilden mehr oder minder abgeflachte Halbkugeln. Sie erinnern mich aber auch an mein Einmannzelt ‚Moonlight’ mit einer durchgehenden Alustange. Die halbkreisförmig gebogene Furchen in großzügiger Daumesbreite erscheinen wie mit dem Daumen (Rundung!) in weiche Tonerde gezogen, vom Gehörn oder Kamm bis zum Kinn. Dabei musste das Holz ausgekehlt werden!  – Zehn Furchen bei der ZWERGANTILOPE (no.1), zwölf bei der MEERKATZE (no. 2), vierzehn bei der puren Helmform des LAMMS (no.3). Die sich abwechselnden Erdfarben sind Schwarz, Rot oder Ocker und Weiss.

Die drei entscheidenden Öffnungen – Augen und Mund – wurden harmonisch eingeschnitten. Die (bis auf no.3) bohnenförmigen Augen sind – für die Gegend typisch – schräg eingesetzt und so umrandet, dass jeweils der Kamm zweier Furchen verbunden ist. Der kleine spitze Mund – ein Schnäuzchen oder Schnabel – unterbricht sehr weit unten den langen schmalen Bogen des Nasenrückens.

ZWERGANTILOPE (water chevrotain) MBOLOKO

Im Kontext der Rennboote der Duala entstand 2022 auch ein Beitrag zu den Festen der Ijebu-Yoruba zu Ehren der Wassergeister. In ihrer Tiersymbolik spielt die Zwergantilope als Verkörperung eine zentrale Rolle (LINK). Ihre Zoologie war für einen Laien unübersichtlich und passende Abbildungen fanden sich kaum; aber wesentlich waren die ihr übereinstimmend zugeschriebenen erstaunlichen Fähigkeiten, die auch unter den Mongo-Völkern Zentralafrikas  anerkannt waren.

Wenn W. als Jugendlicher die Erwachsenen fragte: Warum sind die Mongo (LINK Wiki) in viele Stämme zerfallen? Warum haben sie Streit auf vielen Gebieten, von der Jagd bis zu den gesellschaftlichen Regeln (gouvernance)?  Da habe man ihm bei verschiedenen Gelegenheiten mit dem Spruch geantwortet: “der Kopf der Antilope”. Sollte heißen: Um das zu verstehen, müsste man den klugen Kopf des chevrotain besitzen. Das Tier repräsentiere aber auch Reichtum, Fruchtbarkeit und Respekt vor den Vorfahren (Mail 18.11.22). Wieso ist diese Vielfalt ein Problem? Auch für W.? Er hat öfters den Satz “Sie essen aus demselben Topf” zitiert. Und das Wort “gouvernance” stammt aus der politischen Diskussion und ist in westlichen NGOs als “good governance” populär.

Ich las im Bd. 4 von THE KONGO des schwedischen Missionars und Ethnografen Karl Laman (wiki LINK; Blog: LINK) über die Sundi im Mayombe (Kongomündung). Im Kapitel “Erzählungen, Fabeln” kommt eine gewitzte Zwerggazelle vor, Nsesi : Laman schreibt S.117:” Und so gewann er durch seine Gerissenheit und Intelligenz Nsesi die allseits begehrte Jungfrau, was beweist, dass diese Qualitäten mehr zählen als Körpergröße.” (p.117, übersetzt). Bei einer der Prüfungen kam aber auch seine Kletterkunst zu Geltung: Mit Leichtigkeit hatte er mehrfach die Spitze des mfuma-Baums bestiegen. Auch rühmte er sich, “mit seinen Füßen Wasser zu trinken”. Dann bewältigt Nsesi die unmögliche Aufgabe, “einen Kochtopf mit seinen Tränen zu füllen”. Damit nimmt er eine zweite attraktive und eifersüchtig gehütete Frau dem Brautvater ab.

Tragulus_javanicus

Nach dem Anschauen von ein paar Youtubes muss es sich auch hier um die berühmte Zwergantilope handeln, die nicht größer als vierzig Zentimeter wird, geschickt klettert, bei Gefahr bis zu zehn Minuten abtauchen und unter Wasser laufen kann. – Die Abbildung eines “bushbock” (aus dem oben genannten Beitrag) weist W. sofort zurück. Nun ‘sehe’ ich in dem “Ypsilon” über der Stirn kein Gehörn mehr, sondern die großen transparenten Ohren. Und finde eine Deutung für eine aufwendigere Maske aus diesem Sommer (no.4).

IMG_0886 (no.4) mit Ohrring!

IMG_7725- (no.1) 14.Nov.2022

 

 

 

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Am 18. August 2023 fotografierte ich auch am Stand zwei andere Exemplare, die mir – ich muss es eingestehen – überhaupt nicht gefielen.

IMG_0965- fotografiert am 19.8.2023

Gruppenbild am 18. 8. 2023. Auf die Linke achten!

 

Äffchen – Meerkatze (Cercopide)

Das Tier wird charakterisiert durch seinen eingebogenen Nasengrat in der Mitte der breiten ovalen Augenumgebung und seinen runden Ohren. Bei Wikipedia findet sich sogar eine spezielle “Lomami-Meerkatze” (LINK wiki). Der Fluss Lomami durchfließt parallel zum Lualaba  (Oberlauf des Kongo) die Region.

 

IMG_7713 KELA no.2

K. mag diese Maske sehr, was mich verwundert.  Mich stört zunächst der ‘Bruch’ zwischen Augenpartie und Mundpartie. Die Maske wurde vielleicht auf dem Kopf getragen. Die Geschlossenheit der Form zeigt sich von der Seite her und bei ausgeglichener Beleuchtung.

Der Typ Halbkugel mit dem starken konkaven Einschnitt ist formal anspruchsvoll. Wenn die Augenpartie zu eng ist, vielleicht noch mit (hier fehlendenPerlchen dekoriert, lehne ich die Skulptur spontan ab, wie zum Beispiel diese:

IMG_0725 Kela fotografiert am 29. Juli 2023

 

 

 

 

 

 

 

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Damals erwarb ich eine zweite “Meerkatze”  zusammen mit zwei anderen aufwendiger gestalteten KELA-Masken (ab August 2023)

KELA nos. 5  (Meerkatze) – 4 ( Antilope)  – 6  (Vogel Eule?)

IMG_0912 KELA 18.8.2023

 

no. 5

Aufwendig gearbeiteter, kühn durchkonstruierter Helm voller genialer Bögen. Die herausgepulten Keramikperlchen lassen sich in der Vorstellung leicht ergänzen

Die Bögen sind diesmal nicht unterbrochen durch die konkave Augenpartie. Sie erscheint eng eingezwängt in einen Helm, dafür aber mit markanter Stirn versehen und unterschiedlich gefärbt.Noch einmal andere Augen

Die klaren Einschnitte von offenem Mund und Oberlippenrinne sind in der Komposition ganz nach unten gerutscht.

Die sinnliche Breite und Tiefe der Rillen und die freien aber satten Stege dazwischen

Zum solide geflochtenen Band umwickelter Ringe vermutet W.:  zur Vergrößerung, Wertsteigerung; er weist auf je ein zusätzliches Loch auf beiden Seiten der Stirnpartie hin, zur Befestigung

Die Eule

no.6 Kela Eule 19.8.23 IMG_0968

 

Als unheimlicher Vogel zwischen Tag und Nacht spielt dieser Vertreter der Wildnis eine prominente Rolle – vergleiche den Beitrag zu “Luba Zoo” (LINK). Der Kamm und – im Rahmen der Stilisierung – vergrößerten Augen, sowie die Ausstattung sind ein mögliches Zeichen. W. dachte daran, während ich noch an einen dörflichen Hühnervogel dachte.

 

 

 

 

 

 

Schaf   (no.3)

KELA no.3 IMG_7714 Schaf – Nov.2022

 

Ein zweiter, zufällig auch anwesender Händler bot diese Maske an mit unterschiedlicher Oberfläche und radikal puristischer Konzeption:

W. identifiziert das Vorbild ein paar Wochen später als ‘Schaf’ (le mouton). Wenn ich mich um Offenheit bemühe, kann ich das nachvollziehen. In einem weiteren Foto kann ich sogar ein ‘Schafsgesicht’ suggerieren: Die runden  Augenlöcher scheinen zu glotzen und der Mund, der permanent frisst, wenn er sich nicht gerade zu einem ‘määh’ öffnet.  Kennt W. aus seiner Kindheit Geschichten vom Schaf?

Kela no.3 IMG_7721

 

 

Meine spontanen Assoziationen gingen in eine andere Richtung: ins Gesichtslose und Gruselige, zu Halloween und ausgehöhlten Kürbislaternen. Oder afrikanischer zu einer Maske, die im März 2018 als ‘Henkermaske der Mbole’  auf dem Tisch von W.W. lag ? oder …. ?

unten:

Mbole? Lengola? Kela? 31.3.2018 IMG_7040.JPG

 

 

 

 

oben:

Im Moment, wo ich das schreibe, taucht das das Bild eines Ameisenkopfes vor mir auf. W. schüttelt nur den Kopf.

 

 

Kela 5.3.2022 fotografiert Alter Mann IMG_4127

Bereits am 5. März 2022 hatte ich sogar die ‘anthropomorphe’ Maske eines “alten Mannes”fotografiert. Da sagte “Kela” mir noch nichts.

Die kreisrunden Löcher sind von einem Kreis kleiner Löcher (für Glasperlen) umgeben. Vier mal neun regelmäßig gebohrte Löcher zwischen Nasenlöchern, Mundöffnung und Kinn stellen wohl einen Bart dar.

Das bekräftigt die Deutung ‘mouton’ für die andere Maske. Der Typ deckt also auch den ‘dörflichen’ Bereich ab.

Man müsste den Kontext, die Inszenierung der Auftritte kennen!

 

Denkaufgabe: Eine abweichende Maske – Kela?

IMG_7124 Kela? fotografiert am 17.9.2022

 

IMG_7125 Kela? 17.9.2022

 

“Tempa” – Das Geheimnis der “Pseudo-Tetela Masken” (Luc de Heusch)

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aktualisiert am 22.10.23      

Auch der dritte Blog zum Thema “Tetela  und Nachbarn” geriet wieder komplex, ich schob die Veröffentlichung bis zum 18. Mai hinaus. Doch de Heuschs Diskussion einer größeren Zahl von Belegstücken lässt uns in seltener Offenheit Einblick in die ethnografische Recherche-Arbeit gewinnen. Dass sie auf so schmaler Informationsbasis geführt werden muss, war mich selbst eine Überraschung. Doch auch die Polemik de Heuschs ist schärfer als gewohnt.

Der Aufsatz war ein Glücksfall für die Sammlung: Ich konnte fünf erworbene Masken darauf beziehen. Und meine Leser waren freundlich: “41 hits”. Doch als am 30. September eine sechste Maske dazu kam, entschloss ich mich, die Beschreibungen von vier der Masken in einen eigenen Beitrag auszugliedern (LINK). An ihrem vorigen Platz verbleiben nur die DREI, das heißt die AnaWaKasongo, die NULL (früher erworben) sowie Abbildungen der  vier “TEMPA”-Masken.

Warnung: Das Verständnis des Blogs “TEMPA – Das Geheimnis des “Pseudo-Tetela-Masken” ist damit immer noch nicht ganz voraussetzungslos: Personen, Örtlichkeiten, Institutionen und genealogisch verknüpfte Gruppennamen müssen Sie vielleicht  in den beiden ersten Beiträgen nachschlagen, so wie ich das das auch manchmal tue (LINK 1, LINK 2) 

Die Vergleichsabbildungen übernehme ich direkt aus seiner Studie und weiteren Publikationen. (Erinnerung:  Abbildungen lassen sich vergrößern! )

Die Übersichtskarte von 1911 ist noch nicht ideal. Die RDC ist eben kartografisch eine Wüste, als ob die Dörfer immer noch ruhelos wandern würden.

 

Grenzdörfer am Sankuru werden Anlass zu einem Richtungsstreit

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Vier “Kifwebe”-Masken der TEMPA-SONGYE am Sankuru (Kasai Oriental)

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Veröffentlicht am 20. Oktober 2023    Ergänzt am 7. Januar 2024

Bis zum 1. August habe ich drei Beiträge auf der Basis des Aufsatzes von Luc de Heusch ins Netz gestellt :  Wanderungen und Kolonialgeschichte der Tetela (LINK),  Figuren der Jonga (LINK) und schließlich Pseudo-Tetela”-Masken” (LINK).  Anlass war der Erwerb von vier plus zwei Masken dieser Region über ein halbes Jahr verteilt. Zwei “Kifwebe” der AnaWaKasongo  (LINK), die in de Heuschs Aufsatz  eine eigene Rolle spielen, belasse ich im Beitrag “Pseudo-Tetela-Maske” 

Hier ihre Icons:   

Die übrigen vier sind nun Gegenstand eines eigenen Beitrags. >>

YANDA PUPPE, MANI-KULT, AZANDE

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YANDA PUPPE, MANI-KULT, AZANDE, 27cm, schwer und dicht   29.7.23

Unlängst vom alten Mann mitgebracht, der mit Jean sammelte und nun in der Obhut seiner Familie ist.

Trotz der Größe puppenhaft, zieht freistehend aber die Aufmerksamkeit auf sich.

// „Ubangi“ (2007 Acts Sud) Planche II,19 Zande mani-vgl. Ubangi PL.2,19: zande-mani-yanda (RDC) armlos 25,5cm (Cornet 1972, ill. 169)

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Streit über afrikanische Kunst – dank Kommentarfunktion

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Der folgende Disput entbehrt nicht der Komik. Ein kurzer Leserkommentar zu meinem bereits 2014 erschienenen Beitrag bietet als Schmankerl ‘Volkes Stimme’ in Reinkultur. Genial, dass dazu keine Sachkenntnis mobilisiert werden muss. Ich behandle den Autor wie einen vorlauten Schüler und darf bereits vierzig Minuten später meinerseits eine Zurechtweisung lesen. Ich bin über die Schärfe des Tons überrascht, weniger über das demonstrative Übergehen von Argumenten. Das ist auf ‘sozialen’ Plattformen heute normal. Schon deshalb meide ich sie. Ihre Unruhe stört konzentriertes Arbeiten. Hinter dem folgenden Wortgeplänkel versteckt sich aber wahrscheinlich echter Richtungsstreit. Also lohnt es die Lektüre.        Gv.  am 24. September >>

Begegnung mit einer hölzernen Leopardenmaske der Edo (Bini)

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>>  English Summary at the end

Hochgeladen 25.Oktober 2020, aktualisiert 19.Juli 2023

Drei Wochen im Oktober                 

Mein kongolesischer Händler und Freund auf dem Markt ist immer für Überraschungen gut. Von dem jungen Mann aus Brazzaville, der ihn gelegentlich mit Objekten „aus dem Norden“, wo die zentralafrikanischen Staaten aufeinandertreffen, versorgt, hat er eine Maske bekommen, die er „im Kongo nie gesehen“ hat. Kein Wunder, denn ist zu hundert Prozent ein Leopardenkopf im Stil der Benin-Bronzen. Damit hören die Gewissheiten aber bereits auf und die Irrfahrt durch die Fachliteratur beginnt. Der Kopf ist aus Holz.

Fagg-Nigeria-2000-Jahre-München-1961/62

 

 

 

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Animose Atmosphären

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Berlin, den 18.05.2023

Das Jahr war bisher ein gutes Jahr für mich. Ich habe sehr nette Menschen gefunden, mit denen ich Studium und Freizeit in Berlin gestalten und genießen kann. Ich besuche Ausstellungen – zuletzt etwa „Retrotopia. Design for Socialist Spaces“  , “Indigo Waves and Other Stories: Re-Navigating the Afrasian Sea and Notions of Diaspora” – und gehe zu politischen und historischen Vorträgen und Führungen. In meinem Theorie-Lesekreis, welchen wir im November gegründet haben, neigt sich der erste Sammelband dem Ende zu und wir freuen uns alle auf eine Fortsetzung in Form einer Theorie-Monografie. Es ist an der Zeit, dickere Bretter zu bohren. Und sonst erkunde ich weiterhin den riesigen Spielplatz unserer Hauptstadt mit all ihren Ecken und Facetten. Am liebsten genieße ich aber aktuell den zwar noch unbeständigen, aber immerhin endlich beginnenden Sommer in und auf den Berliner Parks und Plätzen und schaue den kleinen Häschen in unserem Innenhof beim Wachsen zu.

Die Seminarauswahl hat sich im Sommersemester als äußerst interessant erwiesen: Ich habe es in den Seminaren „Kritische Theorie des Autoritarismus in ‘postfaktischen’ Zeiten“ sowie „Das politische Denken Hannah Arendts“ mit zwei Alt-68ern als Dozenten zu tun, was den Vorteil hat, dass diese unabhängig von den Zwängen der Wissenschaftsökonomie walten können und es ihnen dementsprechend möglich ist, sehr viel mehr Zeit für die Seminargestaltung sowie die Betreuung von uns aufzuwenden. Die Didaktik liegt ihnen ebenfalls, da sie nicht vom Institut zur Lehre gezwungen werden, sondern es als ihre Berufung begreifen, der jungen Generation etwas von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung mitzugeben.

Insbesondere einem Dozenten – der aussieht wie ein Hundertjähriger und sich so langsam bewegt wie eine Schildkröte, aber dafür mental so fit ist wie ein Mittdreißiger – gelingt es eine ungemein fruchtbare Diskussionsatmosphäre zu schaffen und sich so ein Großteil des Seminares tatsächlich an der Theorie-Exegese beteiligt.

Im krassen Gegensatz hierzu steht die Atmosphäre in meinen anderen beiden Seminaren bei einer ebenfalls sehr sympathischen Dozentin, die Anknüpfungspunkte zwischen feministischer und materialistischer Theorie sucht. Sowohl in “„Staat, Macht und Geschlecht – materialistische und queer-feministische Staatstheorien“ und „Deconstructing Eurocentrism: Decolonial Perspectives on Gender, Knowledge, and Power“  wurde dem Seminarbetrieb eine „Warnung“ vorausgeschickt. Es gelte auf jeden Fall darauf zu achten, niemanden aufgrund von Äußerlichkeiten spezifische Pronomen zuzuschreiben bzw. ein Geschlecht anzunehmen und niemanden zu beleidigen. Aber auch nachsichtig zu sein, wenn jemand einen Fehler macht.

Eine mitstudierende Person musste dies unmittelbar kommentieren und klarstellen, dass es Grenzen gebe und sie nicht ruhig bleiben müsse und werde, wenn jemand sie falsch adressiere oder beleidige. Ich fühlte mich daraufhin extrem unwohl wollte am liebsten sofort das Seminar verlassen. Ich kann mir schon keine Namen merken, wie soll ich dann noch die richtigen Pronomen für jede Person behalten, nachdem alle 60 von uns diese geäußert hatten? Würde ich mich überhaupt trauen, etwas zu sagen, bei meiner umgehend innerlich aufsteigenden Angst, etwas falsch zu machen?

Ich unterhielt mich daraufhin mit einer Kommilitonin und Freundin, welche sich als non-binary identifiziert, sich also keinem Geschlecht zuordnet und eigentlich genau die „Zielgruppe“ darstellt, welche die Anfangsklarstellung „schützen“ und für welche sie eine „sichere Atmosphäre“ schaffen soll. Sie bestätigte mir daraufhin direkt, dass es ihr exakt wie mir ging: Kein Fünkchen Wohlfühlen, sondern tiefgreifende Verunsicherung und ein Fluchtinstinkt / Fluchtimpuls. Bis jetzt kommt es in den Seminaren kaum zu wirklichen Diskussionen. Stattdessen posaunen die meiste Zeit selbsternannte Expertinnen ihre geistigen Ergüsse zu den aktuellen Seminarthemen heraus. Die Seminartexte spielen dabei oft nur eine Rolle insofern sie ein vages Thema zur Verfügung stellen, zu welchem die eigene Vielbelesenheit – im Gegensatz zur Unwissenheit der anderen – ihre Darstellung finden kann. Selbstreferentielle Inseln in einem animosen Meer der Unsicherheit. Der Dozentin ist zwar ihr Unbehagen bei dem Woche für Woche stattfindenden Trauerspiel anzusehen, doch traut sie sich nicht zu intervenieren. Und ich als einer der wenigen hetero-cis Männer im Seminar traue mich auch nicht, meine doch so privilegierte Stimme zur Kritik zu erheben.

In meinen anderen beiden Seminaren wurde kein vergleichbarer Disclaimer an den Anfang gestellt. Es wurde stattdessen davon ausgegangen, dass wir erwachsene Menschen sind, welche einen höflichen Umgang miteinander zu pflegen imstande sind. Auf magische Weise entwickelte sich daraufhin ab der ersten Sitzung eine wohlwollende Atmosphäre, in der sich selbst unsicher wirkenden Menschen trauen, ihre Stimme zu erheben, Fragen zu stellen und sich produktiv einzubringen.

Obwohl es sehr schade ist, dass die Diskussionen in zwei meiner Seminare so unbefriedigend verlaufen, tröstet mich doch, dass ich das Ausgebliebene stets mit meinen Kommilitoninnen nachholen kann. derart unbefriedigend verlaufen, tröstet mich doch, dass ich das Ausgebliebene stets mit meinen Kommilitoninnen* nachholen kann. Und das möchte ich, denn die Texte sind teilweise durchaus interessant! Ich musste beim Lesen so manches Mal an dich denken und habe mich gefragt, wie deine (vermutlich) kritische Position wohl aussähe. Anbei sende ich dir einen der besseren Texte von einer russischen Theoretikerin, vielleicht juckt es dich ja in den Fingern, mal reinzulesen. Lass dich vom Titel nicht verunsichern, es geht kaum um Sexualität. Stattdessen bietet die Autorin einen Überblick über die grundlegenden Perspektiven der dekolonialen Option aka der dekolonialen Nicht-Theorie an.

Ich empfinde die dekoloniale Perspektive als unheimlich befruchtend. Wie oft haben wir über die verstaubten Elfenbeintürme der westlichen (Politischen) Theorie gesprochen. Endlich etwas grundlegend anderes! Ich kann den frischen Wind teils förmlich durch die Blätter rauschen hören. Es gibt eine Praxisperspektive, es liegt ein anderes Naturverhältnis zugrunde, (Kultur-)Geschichte spielt eine große Rolle, völlig andersartige Anthropologien werden präsentiert uvm. Aber lass uns das lieber mal persönlich besprechen – vielleicht ja sogar auf der Basis einer gemeinsamen Leseerfahrung.

Liebe Grüße

J.M.   (Unser Korrespondent in Berlin)

 

Ethnische Witze (USA vor 1996)

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WARNUNG VOR DEM VERZEHR: ORIGINALBEITRAG 1996-99

Eine zehnte Klasse pubertierender Gymnasiast*en wurde von mir in einer Unterrichtseinheit über die Geschichte der Einwanderungen in die USA mit folgendem Leistungsnachweis konfrontiert. Ich erinnere mich an keinerlei Komplikationen.

Lebhaft erinnere ich mich jedoch, dass ich es dem Autor Gert Raethel nicht verzieh, dass er versäumte, seine Sammlung mehrsprachig zu publizieren: “Der ethnische Witz. Am Beispiel Nordamerikas”. Eichborn Verlag, Frankfurt 1996. >>

Sommer 2023 im Schloss zu Potsdam

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Lieber Detlev, ich habe gerade auf deinem Blog gestöbert, aber nichts neues gefunden: Die Zeit macht ja auch sprachlos. Hitze liegt über dem Land, alles sieht aus wie sonst Ende August, Regen gab es seit Wochen nicht. Sonst: ein Hort falscher Erzählungen als sähe man die Wochenschau von 1945. Furchtbar!

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FRITZ WIEGMANN – UNTERSCHIEDLICHE PERSPEKTIVEN AUSPROBIEREN – Sieben Lektüren

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Vorwort

Wohnzimmer April 2023

Die Reihenfolge der Lesenotizen ist chronologisch, der Bezug zur Person und den Bildern Fritz Wiegmanns unterschiedlich. Er steht mir momentan bei jeder Beschäftigung mit Kunst im Hintergrund, auch bei jeder Kunstlektüre. Die dort aufgeworfenen Fragen werden oft zu Fragen an ihn. Die Betrachtung seiner Bilder kann sich auch auf biografische Archivstudien (LINK) stützen.

Jede Lektüre verändert die Perspektive auf ihn, als ob ich ihn  einkreisen würde.  Mit manchem Künstler hat er sich selber auseinandergesetzt oder hätte er gern diskutiert, andere geben vor allem mir zu Denken.  Berühmte Namen tun nichts zur Sache. Wiegmann war sein Lebtag lang Künstler; den Titel kann niemand ihm verweigern. Und untereinander waren sie Alle, wirtschaftlich Erfolgreiche wie Erfolglose, Männer wie Frauen, nur “Kollegen”, die voneinander lernten und Ideen klauten, einander bewunderten, registrierten oder ignorierten oder verachteten….

BEREITS FRÜHER habe ich verschiedene Positionsbestimmungen  veröffentlicht, aber jetzt direkt vor seinen Arbeiten gewinnen sie neue Bedeutung.

26. April 2023. Hochgeladen 18. Mai und am 9.Juni aktualisiert >>

“Minkisi” Doppelgänger von Pambi und Ndona (Yombe)

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Arbeitsfassung 8. Juni 2023

 

Überraschung am regnerischen Marktstand : PAMBI und NDONA! (LINK)

PAMBI

Die abgehackten Hände fallen zuerst auf, der fast geschlossene Mund, der lange Bart mit senkrechten Strähnen, aber auch die glatten Ohrmuscheln und die Mütze kommen mir bekannt vor, ebenso die Kopfhaltung und die wahrscheinlich ‚blinden’ Augen. Dazu der textile Kragen. Die Figur kenne ich doch!

Ikonografie und Ausstrahlung sind ebenso unaggressiv. Diesmal ist die Kappe weiß, der Rest aber grau. >>

“Ex Africa” im Musée Quai Branly 2021 : Verlorenes wird angeblich zurückgewonnen

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„REPOSSESSED BY CONTEMPORATE MEANING“   “EX AFRICA” (LINK SZ, München) , MUSÉE QUAI BRANLY 2021  – Kommentar und Revision – Uploads 19. und 23. Mai 2023. Redaktion 30. Mai

Ex Africa Branly 2021   Bildschirmfoto 2023-03

Bildschirmfoto 2023-03- 2

Bildschirmfoto 2023-03-3

 

 

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Ich verfolge den Videofilm des Museums Quai Branly (LINK youtube), denn ich sammle einschlägige Tafelbilder von Chéri Samba zum kolonialen Kunstraub (LINK) für den Blog. Und ich begegne – wie immer distanziert und oberflächlich – einer Anzahl zeitgenössischer Arbeiten von Künstlern in Afrika und der Diaspora, bis zu dem Punkt, wo die Untertitel mir die Formulierung “Repossessed by contemporate meaning (etwa: “Durch zeitgenössische Bedeutung zurückerobert”) anbieten. Da halte ich an und aktiviere das Schreibprogramm. >>

Die “Inungu”-Statuen der “Djonga” – nach L. deHeusch (deutsch)

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Kleine Ethnien wie die Jonga begegnen dem Sammler am ehesten in Form von außergewöhnlichen Masken oder Figuren. Kataloge können sie nur andeutungsweise verorten. Der Ethnologe Luc de Heusch benennt das Problem. Und er zeichnet auf der Basis seiner Feldforschung unter den Tetela in den 1954er Jahren mit ein paar Pinselstrichen ein Porträt der Jonga. Sie stehen jedoch nicht im Zentrum seines Aufsatzes „Beauty is elsewhere: Returning a verdict about Tetela masks. Historical and ethnological notes the Nkutshu“ (1995). Darin geht es um die Geschichte der Tetela –  kürzlich im Blog nacherzählt (LINK) – und um die von kultischen Vereinigungen verwendeten Masken und Figuren.

 

Figuren der Jonga – Abbildungen, Beschreibungen, Katalogtexte

Ich beginne mit dem  Katalog”Unrivalled Art – Spellbinding Artefacts at the Royal Museum for Central Africa”, Julien Volper (Ed.) , anlässlich der Eröffnungsausstellung 2018.

Der Text zur auf S.44 abgebildeten “Anthropomorph inungu statue” von Viviane Baeke  fasst Luc de Heusch’s  Forschungsergebnisse zusammen, aber ich vermisse darin manches , was den Jonga erst ihre unverwechselbare Kontur verleiht. Deshalb lasse ich auf Baekes Vorstellung des  Figurentyps die sperrigen Bemerkungen de Heuschs über die Jonga folgen, um den Preis, dass zum „historischen Rätsel Jonga“ noch weitere „Rätsel“ auftauchen: die Ato, die Ludya, die Ohambi, und die Yimbo, und das zusätzlich zu den Tetela-Hamba, >>

“Hommage aux anciens créateurs” (Chéri Samba) – toujours de nouveaux épisodes!

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Publié le 2 sept. 2020    Dernieère version: le 10 mai 2023

LIEN à la version actuelle en allemand             LIEN au premier Blog sur la peinture de 1999 .

Actuellement au Quai Branly dans “EX AFRICA” (LIEN)

JUILLET 2020

Une deuxième version du sujet apparaît dans le catalogue de l’exposition «Neue Kunst aus Afrika» de la «Haus der Kulturen der Welt» à Berlin, avec la date 1994.

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Chéri Samba’s “Hommage an die afrikanischen Kreativen von früher” – die Endlosschleife

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LINK zum ersten Teil, der auch die Biografie Chéri Sambas und die Sammlung Coray thematisiert.    Hier der LINK zur version francaise  2.9.20

Eine weitere Drehung in der künstlerischen Endlosschleife von Cheri Samba, diesmal im Quai Branly, ist am Ende zu bestaunen.   11.11.2023

JULI 2020

Eine weitere, ’emotionale’  Fassung des Themas taucht auf,  im Ausstellungskatatalog “Neue Kunst aus Afrika” aus dem “Haus der Kulturen der Welt” in Berlin mit der Datumsangabe 1994.

Das internationale Publikum weiß seit langem, was es von einem ‚Chéri Samba’ erwarten kann: Körperlichkeit, geschmeidige Formen, lebhafte, zumindest bunte Farben. Akzente in der Komposition.

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Der Mann im Mantel malt Landschaften. Voreiliger Verriss.

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ICH RUDERE ZURÜCK

Mein Titel “Der Mann im Mantel malt Landschaften” war nicht ganz falsch, und die Ablehnung der Instrumentalisierung von großartiger ‘Landschaft’ für persönliche, oft mythologisch verbrämte ‘Botschaften’ ehrlich, aber ich beschäftigte mich damals wenig – auf touristischen Reisen – mit Malerei und konnte auch aus der Rezension Christian Gamperts im dradio (Siehe unten) für mich nichts gewinnen. Erst jetzt durch mein Projekt ” Fritz Wiegmann – Verschiedene Perspektiven ausprobieren” sehe ich auch Max Beckmann neu, stehe nicht mehr hilflos vor seinen bildmächtigen Kompositionen.   5. Mai 2023

ZWEI  ILLUSTRATIONEN

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Fritz Wiegmann . Bühnenbilder zur „Zauberflöte“ . Nicht nur Fragen

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Stand: 26. April 2023 ( mit Zwischenbilanz und drei ‘Fundstücken’)

Hochgeladen am 1. April 2019

 

Zehn unterschiedlich große und komplexe Blätter in einer Zeichenmappe lagen in der Bilderkiste mit Leinwänden, die Wiegmanns in Hof/Saale gemalt hatte. Sie sind teilweise beschnitten, manche mit Bleistift markiert oder beschriftet, alle selbstverständlich unsigniert. Aus den Umständen schließe ich, dass die Bühnenbildentwürfe von Fritz Wiegmann sind, von wem sonst? >>

Luc de Heusch erzählt uns die Geschichte der Tetela (Nacherzählung)

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  27. APRIL 2023 18.00.                                                                    DRUCK 11 SEITEN/94% 

Das Katalogbuch

Objects – Signs of Africa“ anlässlich der Ausstellung „Hidden Treasures“ im Royal Museum ….Tervuren. Edited by Luc des Heusch,Snoek-Ducaju & Zoon 1995 , S. 175-205

de Heuschs Aufsatz trägt den sperrigen Titel: Beauty is elsewhere: Returning a verdict on Tetela masks – Historical and ethnological notes on the Nkutshu (Schönheit ist anderswo: Ein Urteil über Tetela-Masken widersprechen – Historische und ethnologische Anmerkungen zu den Nkutshu).

 

Die ausgewählten Themen

  • Die Provenienz „Tetela“ gewinnt überhaupt etwas Profil und Schärfe
  • Streiflichter fallen auf einen regionalen Ausschnitt der kongolesischen Kolonialgeschichte, vor allem auf den Zusammenhang von Eroberung, Unterdrückung, Ausbeutung und missglückten Verwaltungsexperimenten. Auf Seiten der Kolonisierten werden zwei klassische Typen, der Profiteur und der ehrliche Repräsentant vorgestellt, als Verhaltensweisen Kollaboration und (weniger deutlich) Widerstandsformen.
  • Wanderungsgeschichte und Genealogien: Licht fällt auf die Vorgeschichte, besonders auf die politische Ordnung auf der Basis von Abstammung und komplexer Wanderungsgeschichte, wobei der zwischen Regenwald und Savanne gespaltene Lebensraum des östlichen Kasai eine Rolle spielt
  • Die Korrektur der 1910-11 entstandenen irrtümlichen Zuordnung bestimmter Masken verschiebe ich in einen dritten Blog  (LINK). Informationen zur befreundeten Ethnie der Jonga, fokussiert auf einen Figurentyp, ist im Mai in einem dritten Blog erschienen (LINK).
  • Die daraus resultierenden Identitäten und Ressentiments bis 1965 hat Isabelle de Rezende in ihrer Dissertation “Colonial Visuality: The Visual Production of the ‘Tetela’  in the Belgian Congo from Ngongo Leteta to Patrice Lumumba” dargestellt (pdf in drei Teilen illustriert.) – Das wird dann noch ein Extra-Beitrag .

 

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“Kiew ohne Donbass lebensfähig” ( Studie 2014)

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Im Papierkorb finde ich diesen Ausriss auf der Frankfurter Allgemeinen Zeitung  Nr. 100 vom 30. April 2015 wieder, damals auf der Seite 5 zusammengefasst und ergänzt. Die  Studie der “Deutschen Beratergruppe bei der ukrainischen Regierung war – wie lange schon -“bisher noch unveröffentlicht. Die Gruppe wurde “vom Bundeswirtschaftsmnisterium finanziert”. Der Zeitungsbericht stammt von “ul. Kiew, 29. April”.  Ein Faksimile (jpg) folgt unten. >>

Religion et orthodoxie – non-communication au Congo belge – Kimbanguisme

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Religion et orthodoxie – communication coloniale au Congo belge – Kimbanguisme

Wyatt MacGaffey :”Kimbanguism & the Question of Syncrétism in Zaïre” 1994

Traduction : v.Graeve (LIEN à la version en allemand).   4 Illustrations

Wyatt MacGaffey a publié l’essai dans l’anthologie intitulée à juste titre « Religion in Africa. Experience and expression », ed. Blakely et al., pp. 240-256 – 1994).

Il y présente les développements et les tactiques des églises revivalistes concurrentes dans les pas de Simon Kimbangu (1887 ou 1889 jusqu’ à 1951, mort en prison), disciple «baptiste», prophète visionaire 1921 et martyr. Il explique la communication perturbée dans le contexte de la domination coloniale. Je traduis (en italique) longues passages de son argumentation en espérant de ne pas brouiller la clarté de son concept par mes commentaires courts personnels. >>

Chinesisches Neujahr und populäre Druckgrafik – Tradition

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“Bilder vom Glück – Chinesische populäre Grafik aus dem 20. Jahrhundert”

So hieß im “Weltkulturenmuseum” Frankfurt  Galerie 37 im Jahr 2002 eine mehrperspektivische Ausstellung von “Neujahrsbildern” die bereits vor 1937 in Peking zusammengetragen worden waren (Jean-Pierre Dubosc und Fritz Wiegmann). Sie wurde um industriell gedruckte Plakate zwischen  1930 bis 1985 und um Kult- und andere Objekte erweitert. Dazu gab Prof. Dieter Kramer ein Begleitbuch mit Beiträgen von Gerhard Hüther, Eva Schestag, Marie-Luise Beppler-Lie, und mir heraus. Das Projekt wurde getragen von Kramers Mut und Organisationstalent. Die zündende Idee  kam von ihm. Konzeptionell und praktisch wurde von es einem Team engagierter Sinologen und Pädagogen neben der Berufsarbeit vorangetrieben. Horst Ahlheit schuf das Layout des Buches. >>

dvg

21. Januar 2023

Religion und Rechtgläubigkeit – koloniale Kommunikation in Belgisch-Kongo – Kimbangismus

Wyatt MacGaffey: Kimbanguism & the Question of Syncretism in Zaire (1994) – deutsch.   mit 4 Abb.

Den Aufsatz habe ich in einem Sammelwerk mit dem treffenden Titel „Religion in Afrika . Erfahrung und Ausdruck“ (Religion in Africa – Experience and Expression, ed. Blakely et al., pp. 240-256 – 1994) gefunden. Wyatt MacGaffey stellt darin Entwicklungen und Taktiken konkurrierender Erweckungskirchen in der Nachfolge des ‚baptistischen’ Religionslehrers, Propheten und schließlich Märtyrers Simon Kimbangu (1887 oder 1889 bis 1951) vor, auf dem Hintergrund der Fremdherrschaft und der resultierenden gestörten Kommunikation zwischen Europäern und Afrikanern in der Kolonie. Ich übersetze (Kursivdruck) Mac Gaffeys Darstellung in gestraffter Form  und  versuche  die Klarheit seines Konzepts nicht durch eingefügte Kommentare zu verwischen.

(LINKs zu Kimbangu: de.wikipedia  und Blogbeitrag von 2016) Weiterlesen

Fritz W. Kramer – Kleine Sammlung Briefe 10.-20. 2015 – 2021

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Ich möchte dem zweiten Teil zur Orientierung eine Bilanz  der aktuellen Lektüre voranstellen.  (LINK  zum 1. Teil)         19.1.2023

Fritz Kramer hat mich auf seine Art ernst genommen und als Außenstehenden für sich nützen können. Das haben mir die nachwachsenden Generationen in den einschlägigen Institutionen selten gewährt.  Ich empfand es als Erfolg, gerade von ihm in meinen eigenen Absichten und Zielen verstanden und akzeptiert zu werden. >>

Fetisch / nkisi – Homöopathie – Placebo-Forschung (dt./engl.)

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15.12.22

In einem früheren Blog zitiere ich MacGaffey’s Schilderung des Arbeitsgebiets der Heiler unter den Bakongo und wie sie mit ihren Hilfsobjekten,  den “minkisi” arbeiten. (LINK zu “Wyatt MacGaffey über “Minkisi” von der Loango-Küste. Deutsch”)

„Wer heilt hat Recht“?  – Aber was heißt denn ‚Heilung’? –  Überall in der Welt konkurrieren Therapeuten um mögliche Klienten und um die Anerkennung seitens sozialer und politischer Instanzen, und  sie polemisieren gegeneinander.

 “HR 2  Kultur” in der Reihe “DER TAG” am 14.12.22 :

“Homöopathie – die Macht der Kügelchen”

Die Anmoderation sagt:

Die Homöopathie ist beliebt, obwohl ihre Wirksamkeit nicht belegt ist, jedenfalls nicht über den Placeboeffekt hinaus. Aber vielleicht reicht der ja auch schon: Heilt bei Homöopathie der Glaube? Homöopathie – Humbug oder Heilung? Darüber sprechen wir unter anderem mit Dr. Uwe Friedrich, Homöopath, Dr. Christian Lübbers, Homöopathie-Kritiker, und Prof. Dr. Stefan Schmidt, Placebo-Forscher. >>

Fritz W. Kramer – Kleine Sammlung Briefe 1.-9. 2010 – 2013

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Dieser Tage erfuhr ich durch einen Anruf, dass Fritz Kramer am 14. Dezember 2022 in Berlin mit einundachtzig Jahren gestorben ist. Der freundliche Nachlassverwalter hat die letzte unbeantwortete Email  zum Anlass genommen. Ich gehörte nicht zu Kramers Kollegen oder engerem Freundeskreis. Ich traf ihn im Dezember 2018 das letzte Mal im Café  Garçon. Seither schaffte ich es aus immer neuen  Gründen nicht mehr nach Berlin (Krankheit, Covid-Regime, Hauptstadt-Nachrichten).

Der persönliche Kontakt entstand im Mai und Juni 2010 bei den Jensen-Vorlesungen am Frobenius-Institut in Frankfurt. Kramers Vorlesungsreihe „Kult und Kunst- Ästhetik des ethnographischen Archivs”  war für mich als  ethnologischer Autodidakt eine große Herausforderung, die ich gerne annahm. In der Korrespondenz  zeigt sich so etwas wie ein Schülerverhältnis zum nur zwei Jahre Älteren.  Ich freute mich wie der Zöllner aus Brechts Gedicht “Taoteking”, wenn es mir wieder gelungen war, von Fritz Kramer einen Brief oder eine Briefkarte zu bekommen. >>

Robert Redford – “Der Pferdeflüsterer” nervt! (ARTE 1.1.23)

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Ich will nur meine völlig beschlagene Brille putzen, aber dann regt Robert Redford mich  richtig auf.

Kein Mensch wie du und ich. Kein Loser oder unbekannter Kämpfer, eben ein ewig jugendlicher Heldenschauspieler  aus Kalifornien. >>

Niklas Luhmann “Ökologische Kommunikation” (1986 !) – Empfehlung.

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“Ökologische Kommunikation . Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?”  Westdt. Verlag 1986, nach der 3.Auflage 1990 ISBN 3-531-11775-0 Momentan ab 19€ (nach Just Books) zu haben. >>

Der Flohmarkt als Kunstmarkt – 2023 immer noch aktuell!

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Vor über sieben Jahren hochgeladen – am 25. Juni 2015 –  hätte der Artikel mehr als die 62 Klicks verdient. Inzwischen scheint der  ‘bürgerliche’ Kunstmarkt in Deutschland am Überangebot zu kollabieren.  Die überschaubar wenigen Restitutionsforderungen aus Afrika, zu denen Sammler von Laien stets zuerst  befragt werden, haben das Sammelgebiet als Ganzes auch noch in die Schmuddelecke gedrängt.    2.1.23

Der Kommentar von Hartmut Brie zum Beitrag „Mit Lega-Figuren im Sinkflug“ regte damals folgende Gedanken an. >>

Wyatt MacGaffey (1998) über Minkisi :”Magie, oder …. Kunst” – deutsch

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Magic, or as we usually say, Art – A framework for comparing European and African art

in: „THE SCRAMBLE FOR ART IN CENTRAL AFRICA“ . EDITED BY ENID SCHILDKROUT AND CURTIS A. KEIM, Artes Africanae, Cambridge University Press 1998

WYATT MACGAFFEY VERSPRICHT EINEN “RAHMEN, UM EUROPÄISCHE UND AFRIKANISCHE KUNST ZU VERGLEICHEN”. ER BETITELT IHN „MAGIE, ODER WIE WIR GEWÖHNLICH SAGEN, KUNST “.

Der Aufsatz vermittelt bahnbrechende Einsichten. Doch mit der Übersetzung tat ich mich schwer. Lag es am Satzbau des Originals? Ich entschied mich für eine gestraffte und gekürzte Fassung  29.12.22

Ich beginne mit MacGaffeys 7.Kapitel, wo er Komposition und Wirkung eines nkisi der Bakongo-Völker behandelt. In einem bereits früher vorgestellten  Essay  (LINK)  wurde der Anteil der Sprache mit dem Ausdruck „Symbolik“ nur angedeutet  (33L).   29.12.202

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DER NACHLASS VON FRITZ WIEGMANN 1973-2022

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WAS GESCHAH DAMIT ZWISCHEN  1973 UND 2022 ?

Der Künstler, Lehrer und Sammler Fritz Wiegmann hat wenig dafür getan, sein Leben zu dokumentieren. Aber er hat  seinen persönlichen und künstlerischen Nachlass 1973 dem Freund und Schüler Willi Schmidt übergeben, dessen Familie beides fast ein halbes Jahrhundert gehütet hat. Ein weiterer Freund und ich durften die chinesischen Sachen, vor allem chinesische Volkskunst,  unter uns aufteilen. Das Museum für ostasiatische Kunst in Köln und das Weltkulturenmuseum in Frankfurt veranstalteten Ausstellungen. In Köln erschien 1984 ein Katalog und in Frankfurt unter meiner Mitarbeit das Katalogbuch “Bilder vom Glück” (Frankfurt 2002) Meine biografische Skizze  schrieb ich nach Notizen und aus der Erinnerung an persönlichen Erzählungen. Wir hatten in den wenigen Jahren unserer Freundschaft  aber vor allem die Liebe zu China  geteilt, wohin ich selber 1973 reisen konnte. Nach seinem Tod ende des Jahres studierte und propagierte ich dreißig Jahre lang seine Sammlung chinesischer Volksdrucke, die zu seinen Lebzeiten kein angefragtes Museum haben wollte.

2016 übergaben die Töchter Willi Schmidts dem Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt (ISG) zusammen mit dem persönlichen Nachlass ihres Vaters auch ein ‘Köfferchen’ Wiegmanns. Ich durfte seine Erschließung übernehmen. Ich erfuhr viel mehr Details aus Wiegmanns Biografie und seiner Kunst. >>

W. MacGaffey: “Magie oder (….)Kunst” – Kunstkritik (ausgegliederte Kapitel))

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(Vorwort)  +  (2) nur Auszüge  +  (5)  aus:

WYATT MACGAFFEY : „MAGIE, ODER WIE WIR GEWÖHNLICH SAGEN, KUNST – EIN RAHMEN, UM EUROPÄISCHE UND AFRIKANISCHE KUNST ZU VERGLEICHEN”

Magic, or as we usually say, Art“ – A framework for comparing European and African art” in: „THE SCRAMBLE FOR ART IN CENTRAL AFRICA“ . EDITED BY ENID SCHILDKROUT AND CURTIS A. KEIM, Artes Africanae, Cambridge University Press 1998  – Die ‘afrikanischen’ Kapitel: LINK)

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Grosse Figur aus dem “Ubangi” (Ngbaka) im Vergleich. Sètò und Nàbo.

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Die linke Figur hat als Sètò bereits seit 2019 einen Beitrag LINK) – Alle Fotos  c Gv

Die auf dem Bild zentrale, fast 53 cm große Figur mit der konzentrierten Kraft einer kleinen Yanda der Mani-Vereinigungen! (LINK zum Beitrag  von 2014). Sie sind in der Region ebenso präsent wie der lange Einfluss der Azande.

Schöne Glättung und diskrete Ausarbeitung von bezeichnenden Details wie : Bohnenaugen, angedeutete Nasentätowierung, Nasenspitze und Mund, Brüstchen, Nabel, Arme und  Kerbungen an Händen und Füßen. Helle Patina, schwarz hervorgehobene schlichte Frisur über hoher Stirn. Kupferohrringe (2,2cm Durchmesser). Für meine Reihe ‘langer Kerls’ neben dem Bett geeignet und für eine Ausstellung! Fester Stand.

Die so enge formale Verwandtschaft der Drei war mir nicht auf den ersten Blick erkennbar.  Sie lehrt uns, genauer hinzuschauen. >>

SONGYE HOCKER vom Lomami – Karyatide

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10.12.22   redigiert 12.12.  

Erster Eindruck

Im Hintergrund links eine Figur der Milembwe Songye am Oberlauf des Lomami (LINK zum Beitrag von 2016)

 

Praktische Höhe für einen repräsentativen Männer-Hocker, schlanke, aber stabile Konstruktion

Angenehm glatte Sitzfläche

Erhaltung intakt, gepflegt

Ökonomisch in den Details – ich bin noch nicht ganz überzeugt, denn ich vergleiche den Hocker mit’ Kraftfiguren reich an Zaubermitteln.

Souveräne Gestaltung und griffige noch körnige Glättung, sorgfältige Arbeit.

 

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Ahnen, unbeschreiblich männlich-weiblich —- Lengola (Maniema)

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Erwerbung: 18.9.21 –  Beschreibung: 5.12.22  –  Ergänzung 15.5.2023

Eine 63,5 cm hohe Doppelfigur – Januskopf wäre konventionell – Beschreibung

Ich habe mittlerweile eine Schwäche für provokante Formen, andere sagen: hässliche Formen. Nicht dass sie mich nicht irritieren würden, aber vor allem machen sie als Kunstformen neugierig. Mit den Mitteln kunsthistorischer Forschung, soweit mir zugänglich, suche ich nach der Absicht dahinter, nach der künstlerischen Antwort auf Herausforderungen, die mir auch nicht gerade vertraut sind.

Vor einem Jahr habe ich eine Ahnenfigur aus dem Maniema-Gebiet erworben. Und da ihr Verbleiben in der Sammlung fraglich ist, lasse ich mich endlich näher auf sie ein. >>

Drei Ritualpfosten (head-posts) der NKANU zur Knabenbeschneidung

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Der neu erworbene dritte Pfosten fasziniert durch den zarten lächelnden Kopf zwischen dem breiten Pfosten (13 cm Durchmesser, Seitenwandhöhe 14 cm) und einem schweren geometrisch dekorierten Kopfputz. Gesamthöhe 44 cm.

Der schmale Katalog Spectacular Display – The Art of Nkanu Inition Rituals“ Annemieke Van Damme, Smithsonian 2001, im BücherMarkt, Frankfurt im Januar ’21 eher auf Vorrat gekauft, macht sich nützlich. Die Seiten 86-91 behandeln und illustrieren das Thema und erlauben, meine Exemplare einzuordnen:

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“CAPRICCIO” Richard Strauss – Nachrichten aus Hitlers Ancien Régime. Und wir.

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Am Samstag die 15. und letzte Oper von Richard Strauss gesehen, die Uraufführung war noch vor dem ‚Zusammenbruch’ von Hitlers Ancien Régime.

Zweieinhalb Stunden im Dritten Rang eingepfercht, die Pause wäre das beste an der Oper gewesen. Aber auch anderthalb Stunden hätten reichlich Zeit für das eitle Wortgeplänkel geboten.

Richard Strauss ließ im Rokoko-Frankreich spielen – Gräfin hier, Gräfin da. Eine Nicht-Handlung nach der Textvorlage eines Abbé – todsicher vorrevolutionär verhurt und versoffen – inszeniert Eifersüchteleien zwischen „Text“, „Musik“ und „der Theater-Regie“ in Gestalt dreier brünstiger Männer einschließlich eines Schmalzkomponisten und eines ‘Weinstein’, eine Konstellation, die außerhalb der Bühne Shitstorms ohne Ende ausgelöst hätte. Bietet heute allein ‚das Theater’ privilegierte Freiheit zur öffentliche Obszönität? Ich wüsste Lohnenswerteres.

Trotzdem sehr deutsch ist die Behandlung des angeblichen  „Liebesfeuers“, weil todernst leere Werbesprüche geblubbert werden. >>

MANGAAKA-Entweihung als Sabotage – Museum TERVUREN als Purgatorium?

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ENTWEIHUNG ALS SABOTAGE SEITENS DER BAKONGO

„KONGO ENTWEIHUNG“ pp.264-65  – Schluss des „Mangaaka“- Kapitels von Alisa Lagamma, mit Beiträgen von Ellen G. Howe und Adriana Rizzo – in “Kongo – Power and Majesty”, Metropolitan Museum of Art, New York 2015   ÜBERSETZUNG DvG >>

Wyatt MacGaffey über “Minkisi” von der Loango-Küste. Deutsch

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Wyatt MacGaffey: Minkisi on the Loango Coast

in: MINKISI –Skulpturen vom unteren Kongo, Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Deutscher Kunstverlag 2012, S.27 – 33

Bildschirm 2022-10-10 : Grassi-Museum Leipzig 2012 >  LINK

Meine Überarbeitung der weithin sehr guten Google-Übersetzung von S.31 bis S. 33 enthält die Kapitel:

WAS MINKISI TUN    –   RECHT UND ORDNUNG AN DER KÜSTE VON LOANGO – WERKE DER KUNST

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(3.1) Drei Bootsspitzen (tange) der Duala im Vergleich – weiß und luxurierend

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Aktuelle Vorbemerkung

Im Zusammenhang der Recherchen sind beschreibende und erörternde Arbeitstexte entstanden, die auf der Plattform zugänglich sein sollten, da ich sie auch jetzt nicht in einem ‘großen’ Essay vereinigen kann. Bootsspitzen (Tanges) und verkleinerte Modelle der Duala-Rennboote sind nicht zufällig Stiefkinder der Forschung. Die allegorischen Darstellungen sind überkomplex und sie sind das Ergebnis nicht mehr nachvollziehbarer künstlerischer Entscheidungen. Und wer in der heutigen kulturellen Elite der Duala hätte ein Interesse an deren Aufdeckung? Doch näher hinzuschauen, kann auf jeden Fall nicht schaden. >>

Pende Dance Mask ‘Tundu’ (?) with a Thick Lip – Email + deutsch

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Dear Zoé,

Maybe the email will bring  a little variety in your stressful academic day.

‘Tundu’ on the left side

After a few random and bulky mask offers, it’s the first piece that can at least dialogue with my red mask made by “Mashini Gitshiola” (LINK to “Beautiful Dancer of the Eighties”)

 

It wears well, is light (260g), smooth on the inside, a little shiny in the center. Her cap also fits me well and her fine whiskers are braided from the ends of the textile. >>

‘Medizinerblick’ auf Figuren des Kameruner Graslands (Bamileke)

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c DvG

Mein Vater war ein kunstferner Mediziner der Nachkriegszeit. Manchmal kommen mir bei afrikanischen Figuren seine staubtrockenen Kunstbetrachtungen wieder in den Sinn, zum Beispiel bei den hochgerühmten Karyatidenhockern der Luba mit knienden Frauen. In diesem Fall scheint das medizinisch orientierte Buch “Heil- und Körperkunst in Afrika” aus dem Linden-Museum ihm Recht zu geben. Der Feststellung einer “Geburtshaltung” hat meines Wissens kein Kunsthistoriker widersprochen, man redet nur nicht darüber außer in metaphorischer Umschreibung  (Neyt und “höfische Norm” LINK).

Bei dem kleinen hölzernen Charmeur aus Kamerun sind grotesk übertriebene körperliche Eigenheiten nicht zu übersehen. Wieder konsultiere ich Hermann Forkls Buch. Die persönliche Kontaktaufnahme mit dem Gelehrten im Ruhestand versemmele ich leider durch Ungeschick. So bleiben meine Fragen unbeantwortet bis das Archiv der “Basler Mission” mich zu dem mittlerweile hochbetagten Missionar im Ruhestand Dr. h.c. Hans Knöpfli vermittelt, der lange Jahre unter den Menschen im Kameruner Grasland gelebt und gearbeitet hat.   19.9.2022 >>

H. Schmantoffs Gedanken mit Theweleit zu “Leutnant von Wiese” (Rafai 1911)

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Zwei Gedanken zu Detlev von Graeves „Fünf Blogbeiträge“ im „Projekt Rafai & Leutnant von Wiese (Ubangi 1911)  – Email am 1.8.2022, 19 Uhr23 von Arnaud: „Nun ja“ – Wie es ihm gefällt”

Nicht nur ein Kommentar! Zugleich ein Gastbeitrag. Und so muss ich ihn vorstellen – Gv 18.8.22

 

 DIE INTERVENTION

Die Zusammenstellung der fünf Beiträge, laut Datierung in unregelmäßiger Folge vom 22. Juli 21 bis zum 17. Juni 2022, kommt wie bei von Graeve gewohnt, materialreich und unprätentiös daher. Die Texte gleichen Arbeitsnotizen und das ist gut so. Leser wie ich, die keine Sammler oder Wissenschaftler sind und naturgemäß von der Materie keine Ahnung haben, werden nicht abgeschreckt.  5/5)

Ein Autor erzählt von einem Kauf. Er hat eine Figur erworben, „starkes Mädchen mit großen Augen“. Wir sehen sie auf dem Foto. Und begleiten den Käufer bei seinen Recherchen nach der Provenienz. (LINK) >>

“Wertes Festkomitee…” (Jg. 1982) – Toter Briefkasten

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  1. Frankfurt am Main, Juni 2022-06-23

Wertes Festkomitee,

Ich bin erstaunt über euern nostalgischen turn, aber könnte mir vorstellen, am 9. Juli zu kommen.

Freie Kost und Blümchensekt auf dem abgelegenen Sportplatz ‚Schülerwiesen 1’ sind zwar keine nennenswerten Attraktionen. Da haben Kronberger Jahrgänge schon einiges mehr geboten, aber Ihr wart ja ein besonderer Jahrgang: widerborstig im Startbahn-Protest wie im AKS-bashing des ‚Flitztip’. (Habt ihr euch den Laden in der jüngsten Zeit noch einmal angeschaut?) Auch Paul Pfeffer hat gute Erinnerungen an euch, geht aber seit Jahren nicht mehr zu so was hin.

Ich habe keine Lust, euch als Staffage für kollektive Selfies zu dienen, zusammen mit drei anderen alten Hanseln wie beim vorjährigen 40jährigen Jubiläum der 1981er an demselben Ort geschehen. Und das in diesen herausfordernden Zeiten! Es gibt unter intelligenten Menschen nach so vieler Lebenserfahrung genug zu reden.

Ich hielt 1981/82 einen Leistungskurs und einen weiteren Kurs in Politik, bin mit einigen Leuten und der verstorbenen Joyce-Verehrerin Frau Velten auf Kursfahrt ins damals heruntergekommene Dublin geflogen. Die Klippen von Connemara, Investitionsanreize seitens des ‚Entwicklungslandes’ und der Hintergrund der IRA waren Themen. Das Fotoalbum habe ich noch.

Ich kopiere zwei Namenslisten: „Impressum“ und „Kursfahrt“. Wenn sich bis anfang Juli nicht mindestens ein halbes Dutzend/ein paar dieser Leute bei euch angemeldet haben, wird mein Kommen unwahrscheinlich.

Und wer kümmert sich um mich, mit Email und Telefonnummer? So anonym wie eure ‚Einladung’ kam bisher noch keine daher. Wie ist es euch überhaupt gelungen, das Schulsekretariat einzuspannen? Auch das eine Premiere.

Man kann sich darüber hinaus gern individuell mit mir verabreden. Gebt die Email bitte weiter.

Mit freundlichen Grüssen.      Detlev von Graeve

 

 

 

P.S.

Vielleicht interessiert mein Blog – zum Beispiel mit dem Kapitel „Lehrer unterm Altkönig“, einer alternativen Schulgeschichte leider erst in den auf 1982 folgenden fünfundzwanzig Jahren meiner ‚Dienstzeit’: www.detlev.von.graeve.org

 

 

Encounter with ‘Belle Madeleine’, a ‘Kifwebe’ among the south-eastern Luba

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German original, uploaded:   |

On the market

In June 2019, Wardin Wamba, after his annual return from Congo, launches two “white woman” masks of the kind used in kifwebe dances in south-east Luba.  At first I do not notice the special quality of the version of a mature woman, because of a fresh and oversized bushy beard made of raffia straw. Later, Wardin bravely cuts it off, and the mask instantly transforms into a slender, well-proportioned mask body of the kind pleasing to the eye and depicted in Felix (“Luba Zoo,” see below). So, on the first occasion, I only acquire the version of a young girl who populates the world of traditional Luba female sculpture, one has to say ‘adultimately’. It is a typical dance mask: light, rubbed to a shine internally through the chin and skullcap of a slim dancer, with a view through three openings, and up to the top of the elaborate coiffure many practical drilled holes on three levels for fastening the costume. Wardin’s comment that the ‘Belle Madeleine’ mask appeared with the popular animal masks and his reference to “books and the internet” made me search Google Search and found what I was looking for. Here I quote a number from the random offer at ‘Google Images for …’, where my uploads also appear – always without being asked: >>

ZEITREISE AN DIE KAMERUN-KÜSTE AUF EINEM ALTEN BOOTSMODELL

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Den Artikel schrieb ich auf Einladung von „KOSMOPOLIS – INTERKULTURELLES MAGAZIN AUS BERLIN“ (LINK zu de.wikipedia) für die Nr. 41-42/2022 Jubiläumsausgabe 1997-2022 Thema : „ZU NEUEN UFERN“.

Der Text (ebd. S. 47-55), eignet sich als Überblick und Einführung in die verschiedenen Themen des „DUALA PROJEKTS“ .
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“What is on the pictures in the archive?” (Anthropology) plus “The Future is Blinking”

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First uploaded: May 28 to July 19, 2018   (Link to the German original); Reference to “The Future is Blinking” July 13, 2022 >>

‘Mbangu’ Mask of the Pende. (Excerpt in English)

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26cm high (visible 23) ,
17.5 cm wide, 460g

The mask

A thick board, according to Händler W. “the good wood”, generously hewn, roughly smoothed on the inside, but functionally smoothed, as functional as the wide groove between the eye openings. The area and position of the mouth also correspond to the carrying position. My face fits perfectly in the cavity. The slightly downward view is good enough. The back edges are slightly rounded and show some shine. The face of the mask also has no superfluous cutting, no unnecessary smoothing, the area covered under the cap, for example, can only be put on with a scissor. On the black right side, slight knife marks give the surfaces additional dynamics. Technically, the mask resembles a radical impatient dancer.

The context of the Mbangu mask

In his small but rich exhibition catalog “To Cure and Protect” (Berg en Dal,HerremanTo Cure and Protect no.11.no 1999) Frank Herreman presents three Mbangu. I reproduce here a relatively sober mask and translate the associated commentary, which of course leaves a few questions unanswered: “You play as a highly respected hunter who has been stricken with facial paralysis. this mask shows how even the most respected and upright member of the congregation can be unexpectedly stricken with illness. In this case, the Pende believe that the individual has been bewitched by a jealous rival. In the show, Mbangu dances with an array of characters, from clown to magician to whore. These masks teach the public about the rewards of good behavior and the pitfalls of morally weak people. The black and white alludes to the scars of a person who has fallen into the fire due to epilepsy or some other medical condition.” (Herreman to Strother)

Strother ‘Pende’ (2008) Fig. 18 “Masterpieces of Central Africa” ​​explains the performance in an object description: The Mbangu dances to the song “We are watching (unable to help), the wizards have bewitched him”. The Mbangu carries a backpack from which protrudes an arrow, a sign of the invisible projectiles of the sorcerers who hit the victim “unexpectedly”. The dancer imitates evasive and defensive movements, if he does not even use a bow and arrow himself. (p.159 to n°46 (Z.S.S.)) Zoé S. Strother, in “Inventing Masks – Agency and History in the Art of the Central Pende” (1998), gives another explanation, which makes the grotesque face of the mask and its reception with contempt and mockery by the public more plausible: if it’s around an asocial witcher who has lost control of his magical power: “Mbangu mocked the dangerous consequences of failure to control power to discourage the continuation of antisocial witchcraft” (297) Such a sinister theme, however, conflicted with the trend towards a masquerade that wanted to emphasize community and joy: a masquerade tradition emphasizing community and joy (297). So an ambiguous number. And sometimes the laughter got stuck in people’s throats. However, as social tensions increased, harmful magic increased. The capitalist economy since the colonial era has greatly upset the traditional rules of give and take between parents. If necessary, the elderly extorted money and labor from younger family members with the help of criminal witchcraft. The young people developed a strong feeling that they were exploiting them. Even in Kinshasa, they were not immune to the claims of their “uncles”. (297/98). New songs and new masks were specially invented to criticize him, and they had more or less success from 1953 to the 1980s (297-298). At the end, Strother writes elsewhere (see original quote below), “Mbangu was quite a rare mask when/since (since) I was there.” In the Bandundu region, so many people suffered from malnutrition that masked dances had not taken place since the 1990s.”

A vital interpretation of the type of mask

The guy is cast in the role of the cursed but combative man. The public expects a disfigured grimace. It also invites the sculptor to charge, cite various characteristics, caricature instead of realism. Here, on the other hand, we encounter a remarkably individual face. Not a standard nose, but a nasal bone that’s been broken relatively far down. The man received a punch, perhaps the cause of the downturned tip of the nose lies elsewhere. One often sees mouths set so grotesquely askew that unilateral facial paralysis cannot produce. And they are then an unmistakable sign in the lower half of the face. The clinical form of the disfigurement is not really fixed for the mask type. Here the lips are carved extremely wide and protruding, incidentally in harmony with the bridges of the typical eyebrows and the equally thick rims of the eyes. The mouth is reminiscent of operated upper lips (cleft palate). The mouth has become a funnel, screaming and attracting as much attention as the expressive eyes do. The face mask already embodies the narrative of the dance. Further indicators are unnecessary; it doesn’t need any conventional ingredients like pockmarks, prominent forehead bulges or crooked eyes. The conspicuously small ear cups make constructive sense: We see the face as it would appear through a wide-angle lens: the close is too big, the far too small. We know this as an unpleasant side effect of effective digital cameras.

Assessments

I come back once more to the crudeness of the technical design. I learned from Zoé Strother (particularly in “Inventing Masks”, University of Chicago Press 1998 – Link) that dancers must work together as clients and craftsmen. And that prominent carvers demand prices that exceed the possibilities of dancers who have not yet established themselves. Who came together in this case? Or even more radical: Did the young man carve the thing himself? Or a friend who learned the trade from kibitzers alone? Or did it have to be quick? Zoé tells the story of a talented newcomer who made a song out of his frustration, secretly performed it to his friends and developed a dance with them, and improvised his face mask with the simplest of means in his first performance. And then I look again at the mask lying on the floor and say to myself: that wasn’t a beginner! And as the layers of kaolin repeatedly painted over show, it has stood the test of time over the years. The raffia surroundings should have been renewed. The wood is intact, but the smell has almost completely disappeared.

What said Zoé Strother?

The carver of 8564 is having fun. That isn’t to say that people wouldn’t laugh to see it and enjoy a mocking performance of Mbangu. However, the market is flooded with Mbangu types because we foreigners like it so much. Mbangu has been a pretty rare mask since I was there. There’s been so much malnutrition in the Bandundu that people haven’t been dancing masks much since 1990. ” (eMail am 29. Mai 2018)
German::Der Schnitzer  von  (Bild) 8564 hat Spass. Das heißt nicht, dass auch die Leute nicht lachen, wenn sie die Maske sehen und dass sie nicht eine Performance voll Hohn und Spott genießen. Jedoch ist der Markt mit Mbangu überflutet, weil wir Ausländer den Typ so mögen. Mbangu war eine ziemlich seltene Maske, als/seit ich dort war. In der Bandundu Region sind so viele Leute unterernährt gewesen, dass man seit 1990 nicht mehr viel Maskentänze veranstaltete .

Let’s take a look at the glory days of ‘authentic’ provenance:

Strother emphasizes the fact “that the 20th century Pende sculptor has always been fully integrated into the world market. Its production belonged to a mixed economy, with works intended for both Pende connoisseurs and anonymous foreign dealers.” “Gabama a Gingungu and the Secret History of Twentieth-Century Art”, African Arts. Spring 1999, pp. 19-31: p.29) She has noticed that the legendary ethnographers Leo Frobenius (1904) and Emil Torday (1909) acquired Pende objects before they even set foot on their territory. Torday bought from the Compagnie du Kasai headquarters in Dima/Bandundu, at least 575 kilometers downstream on the banks of the Kasai River. “Pende masks circulated as commodities with standardized prices.” (30) European commissions for masks enabled distinguished sculptors to ‘professionalize’ themselves, earning a modest living from this alone. As is well known, the Belgians had instituted a money economy, collecting what they called “taxes” and what the Pende called “tributes”. (28)

Ukrainekrieg, etwas mit Geschmäckle – Gastbeitrag aus der “geschmackstablette” Berlin

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LINK: https://www.geschmackstablette.de/2022/05/16/der-alte/#more-33567  

Tags: Ukraine / Verschwörungstheorien

 

Ein paar Seiten Literatur (16. Mai 2022 von GMZ )

 

 DER ALTE

Das Bild wollte nicht aus dem Kopf. War es der alte, arm wirkende Mann mit der struppigen, dünnen schwarzen Hündin, der sich neben mich an den Tisch gesetzt hatte? Ja, ich hätte mir das Gespräch verbitten können, aber irgendwie war es nicht dazu gekommen, vielleicht weil ich im Herzen nachgiebig bin und manchmal wie ein Opfer wirke. Hätte ich mich ich überhaupt dem aussetzen dürfen, schalt ich mich?

Es war ein alter Mann, dessen schlecht rasierte Bartstoppeln Gleichgültigkeit, einen blinden Badezimmerspiegel oder abgeschabte Rasierklingen verrieten, vielleicht spielte auch alles zusammen. Die Hände des Alten waren ungepflegt, die Fingernägel hatten leicht schwarze Ränder. Vielleicht war die Hündin die einzige, die diesen altem Mann noch freiwillig Wärme gab, auch wenn sie, nachdem sie an dem Alten hochgesprungen war, immer wieder mit ihrer Schnauze an den Rucksack stiess, in dem offenbar die Hundekekse untergebracht waren.

Man dürfe einem Hund nicht verbieten seinen Herrn abzulecken, entgegnete der Alte, weil man dann ihm verbiete, seine Liebe zu zeigen.

Mich ekelte etwas. Hunde sind doch Tiere mit eigenwilligem Geruch.

Es sei vielleicht der letzte Frühsommer, der hier noch so schön sei, sagte der Alte. War es Mitgefühl, was mich dazu verleitet hatte, mich nach der Gesundheit des Wanderers zu erkundigen? Nichts Schlimmes außer dem Alter, sagte der Alte. Aber die Zeit sei böse. Man sähe was für eine Schlächterei sich in der Ukraine abspiele. Man solle doch einfach aufgeben.

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Stephen O. Murray on “The Ethnoromantic Temptation” (1981) – Review

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Source: “The Scientist and the Irrational – Volume I – Contributions from Ethnology and Anthropology” (1981)  Edited by Hans Peter Duerr” ​​- The title is still appealing. –  Translation : November 8, 2021 | dvg   Review written in German : 11.1.2020 (LINK)

In autumn 2019, while rummaging through an antiquarian bookshop, I came across two thick paperbacks that were published by Syndikat in Frankfurt forty years ago (1981). But as a high school teacher, I looked in a different direction. Its soiled cover still exudes some of its former elegance – bold colored frontispiece surrounded by white. Inside, there is bold black printing in a reader-friendly size, in complete contrast to Suhrkamp’s scientific paperbacks! >>

MON VOYAGE DANS LE TEMPS À DOUALA EN PIROGUE MAQUETTE

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 J’avais écrit cet article à l’invitation de “KOSMOPOLIS – INTERKULTURELLES MAGAZIN AUS BERLIN” pour le numéro anniversaire n°41-42/2022 “1997-2022” (LIEN à de.wikipediaVous trouvez le texte traduit en bas de page). Sujet : « ZU NEUEN UFERN » (« VERS RIVAGES NOUVELLES »).

Mon texte, publié aux pages 47-55 du magazine, convient comme aperçu et introduction aux différents sujets de mon “PROJET DUALA 2017 -22” (LIEN). L’originale en Allemand (LIEN).

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MY TIME JOURNEY TO THE CAMEROON COAST ON AN OLD MODEL BOAT

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I wrote this article at the invitation of “KOSMOPOLIS – INTERKULTURELLE MAGAZINE FROM BERLIN” (LINK to de.wikipedia. You find the text translated at the bottom of the page) for the No. 41-42/2022 anniversary issue 1997-2022 Subject: “ZU NEUEN UFERN” (‘TRAVELS TO FOREIGN SHORES’)

My text, published there a few days ago pp. 47-55), is suitable as overview and introduction to the various topics of the “DUALA PROJECT 2017-22” (LINK), to the Original  pages in German (LINK) >>

Im Tropenfieber : Walther von Wiese und Kaiserswaldau (Rafai 5/5)

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Upload: 9. Juni 2021. Überarbeitung: 20. Juni 2022

 

Johannes Fabian hat für seine Studie “Im Tropenfieber” (2001) die Reiseberichte verschiedener  v o r-kolonialer Afrikaforscher systematisch gelesen. Ich profitierte von mancher Bemerkung, hatte aber nicht die Energie zur Einarbeitung. Die folgenden Zitate aus dem Kapitel XI, dem “Epilog”, belegen:  Wieses Bericht hätte perfekt zu Fabians ‘Ahnengalerie’ gepasst. Auch hier lässt sich der „Mythos der Afrikaforschung“ durchgängig „mit konkreten spezifischen Informationen konfrontieren, die in denselben Quellen enthalten waren, welche diesen Mythos ausagierten und nährten.“ (365) Auch sein Zeugnis enthält reichlich Material für eine  unaufgeregte “Gegengeschichte“, welche den Blick für unterschiedliche Perspektiven öffnet, methodisch historische Zeugnisse hinterfragt und sie  ‘gegen den Strich zu lesen’ unternimmt.

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