Archiv des Autors: dvg

Erinnerung an die Trumpwahl 2016 – Torheit oder Weisheit des Chronisten

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5.11.2016  :  Dämmerung über den USA

Dann eben Trump. Wenn integre intelligente Präsidenten kaum etwas für die Menschen bewirken. >>

Braucht Afrika noch Löwen oder Waldelefanten? (deutsch/englisch)

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Das Muster des Naturschutzes in Zentralafrika scheitert gerade”  – Bericht von einer Expertentagung in Yaoundé/Kamerun, von Eric Njono Nana

The pattern of conservation in Central Africa is failing: an analysis of the current situation“Academia Letters, Article 3349 by Eric Njono Nana

(LINK; Download pdf: The_paradigm_of_conservation…..)

Mein Kommentar:  Paradigmenwechsel sähe anders aus!

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SAIGON 1975 – KABUL 2021 in Ken Burns und Lynn Novick : „Vietnam“

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Ken Burns und Lynn Novick „Vietnam“    9-teilige Dokumentar-Serie je 53’ USA 2017

Drei Abende lang ausgestrahlt in ARTE vom 10. bis 12. August  – In der ARTE-Mediathek verfügbar bis 5. Februar 2022 (LINK)

Drei von neun Stunden angeschaut, keineswegs traumatisiert. Die berüchtigten Aufnahmen angeblich „nicht für Kinder und Jugendliche geeignet“, laden zum Hinschauen ein, entsprechende haben sich vor einem halben Jahrhundert meiner Generation ins Gedächtnis eingebrannt. Die neun Folgen geben Gelegenheit zu erneuter Begegnung und aktueller Einordnung. >>

CORONA-FIEBER DIE ERSTE STAFFEL 01-23.

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Seit 20.5.2020 erschienen

 Mit  23.  endet die Folge “Corona-Fieber”, in der ich die Glossen auf der Titelseite geparkt hatte. In letzter Zeit ist die Covid-Politik so sehr entgleist, so bürokratisiert und gefährlich, dass einem nicht mehr zu Scherzen zumute ist. Ich habe längst die Übersicht über die kritischen Stellungnahmen verloren, die ich im Laufe der Monate gelesen habe. Die Exekutive auf Abruf hält es im Daueralarm des ‘Wahlkampfs’ für gefährlich, den Unsinn ihrer angeblich ‘alternativlosen’ ‘Inzidenz’-Linie Sachargumenten ihrer Kritiker in öffentlicher Debatte auszusetzen. (Ich gehe davon aus, dass in den Kulissen die Fetzen fliegen). Und es gibt letztlich Wichtigeres als Deutschland.

Momentan prasseln dermaßen viele Botschaften und Hiobsbotschaften, Informationen und Lügen, Dummheiten, Erkenntnisse und Positionen aus aller Welt auf mich ein, dass Zeit und Energie fehlen, dazu eigene Gedanken zu e-n-t-w-i-c-k-e-l-n und auszuformulieren.

Das neue Format “DOWNLOAD”, soll Zeit sparen und Verdopplungen vermeiden, damit nicht Alles gleich einem abgründigen Vergessen zum Opfer fällt.    15.8.2021

 

23.

“Mehr Verrisse braucht das Land!”

Mit diesem Titel in der NZZ (31.7.21 Feuilleton) spricht mir Rainer Moritz aus der Seele. Ich fühle mich manchmal – nicht nur, wenn ich als “Kunstkommissar” unterwegs bin – als notorischer Nörgler missverstanden. Der Artikel behandelt klugerweise nur “Literaturkritik”, aber trifft damit eine Stimmung in der Kulturwelt, in der sich selbst ‘konstruktive’ Kritik zu verbieten scheint. Ein Zitat zur Einstimmung (LINK):

Unter dem unzweideutigen Titel «Lauter Verrisse» veröffentlichte Marcel Reich-Ranicki 1970 ein gutes Dutzend seiner wenig wohlwollenden Rezensionen in Buchform (….) in einem einleitenden Essay gab sich der später als «Literaturpapst» in die Geschichte eingegangene Kritiker alle Mühe zu begründen, warum sein Metier ohne saftige Verrisse sinnlos sei. Ein halbes Jahrhundert ist seitdem vergangen, und von der anregenden Kultur des kraftvollen Verrisses ist fast nichts mehr geblieben. Die Literaturkritik, die einst wie ein Tiger sprang, ist als zahmer Bettvorleger gelandet. Wo vernichtende Rezensionen – etwa zu Günter Grass’ «Ein weites Feld» – früher zu heftigen Kontroversen führten und dazu zwangen, über literaturkritische Massstäbe nachzudenken, waltet inzwischen ein Kuschelkurs. (….)

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  9. Juli 2021   Neidvoll und schadenfroh

Lieber Detlev, am Samstag geniesse ich noch den jamon iberico und sol-y-sombra in Espana. Afrikaner gibts auch hier: sie laufen den Strand ab und bieten billige indische Tücher an. Also erst in 2 Wochen wird ein Flohmarktbesuch möglich sein. Herzlich – H.-J.

 

Wenn er Glück hat, schrammt er nächste Woche an der Quarantäne vorbei. Wir wollen doch alle nur noch weg, ‘die Grünen’ voran!  – Vierzig Kommentare zur Baerlauch gelesen, bin völlig fertig, Ein Link hat Suchtpotential: “PUBLICO“. Die Frage: “Warum findet sie überhaupt Wähler? Weil sie einen bestimmten Typus verkörpert, und zwar makellos.”   9.7.21

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“22.6.21 – Mail an hr info : Sprachkultur und Symbolpolitik in der Nachrichtensendung

noch separat  (LINK) – spontan als Hörerbrief geschrieben, bin gespannt ob jemand antwortet.

 

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Reinhard K. Sprenger

«Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche einmal, zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.» Ein tibetisches Sinnbild. Es lässt sich übertragen auf die Gegenwartsdebatten, die von minoritären Interpretationseliten beherrscht werden. Diese Minderheiten kommen richtungspolitisch von rechts oder von links, begründen sich mit Identität oder Religion oder Nation oder Menschenrechten, mit Hautfarbe, Rasse oder Geschlecht, mit Werten, Natur oder Sprache. Bekenntnisvirtuos belehren sie die Mehrheit darüber, welchen Partikularinteressen nunmehr allgemeine Geltung zu verschaffen sei und was man sagen oder tun dürfe. Und was nicht. Die Fähigkeit dieser ebenso lautstarken wie zum Teil winzigen Minderheiten, der Restgesellschaft ihre Denk- und Sprechmuster aufzuzwingen, ist aufmerksamkeitsökonomisch so erfolgreich, dass sie sogar zur «gefühlten» Mehrheit wird. Voraussetzung für diese Aufmerksamkeit ist nicht Leistung, sondern Benachteiligung. Dafür wird die Welt eingeteilt in Opfer und Täter. Um zum Opferklub zu gehören, muss man nicht diskriminiert werden, es reicht, sich diskriminiert zu fühlen oder sich moralisch zu mandatieren, im Namen von Opfern zu sprechen. Historisches oder strukturelles Unrecht wird dramatisiert, weil nur das Zugang zu den grossmedialen Sprachrohren garantiert, die wiederum das Wertverständnis der Gesellschaft neu organisieren. Aus dieser Opferposition fordert man Rettung oder Wiedergutmachung. Um die kulturkämpferischen Anspruchskollektive milde zu stimmen, wedeln die wirklichen oder gefühlten Täter mit Tugenden. In den Verlautbarungen der Wirtschaft wabert es nur so von Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, Werten, Ökologie und Verantwortung. Unternehmen gründen sich neu als Naturschutzbünde und vermarkten ihre Produkte als den moralisch besseren Konsum  …………..”

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Drei Figuren im “Stil” der “Kontaktzone” der Azande (1/5)

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Den ersten Entwurf habe ich am 6. Januar 2021 veröffentlicht und mehrfach aktualisiert. Er wurde bis heute 80 x aufgerufen. In der Zwischenzeit sind weitere Beiträge dazugekommen:

  • zum Sammler der zwei wichtigen Vergleichsstücke, dem Leutnant  Walter von Wiese und Kaiserswaldau: (2) Zur Person  (LINK),
  • Zu der Expedition 1911 und zu den Verhältnissen an der Grenze zwischen den von Frankreich, von Belgien und  Großbritannien besetzten Gebieten : (3) Im zweiten ‘Herz der Finsternis” (LINK ) und (4) : Drei Sultanate der Azande (LINK).

Die  Beiträge nutzen v.Wieses Reisebericht und konfrontieren ihn mit anderen Informationen zu den europäischen Kolonialeroberungen in Zentralafrika .

Meine anfänglich naive Sicht wurde von  der kunstgeschichtlichen und stilvergleichenden Perspektive der Standardwerke “African Reflections” und “Ubangi” dominiert, vor allem der von J.-L.Grootaers. Da ich daran später nicht einfach anknüpfen konnte, schob ich die Fertigstellung Woche um Woche hinaus. Jetzt war die Neuordnung der Kapitel überfällig.   Stand: 8.8.2021

 

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Zur Person -Walther von Wiese und Kaiserswaldau (1879 -1945) (2/5)

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  • hochgeladen am 8. Juni 2021  Stand: 21. JULI       
  • ICH WÜRDE MICH ÜBER WEITERES MATERIAL FREUEN!

     MOMENTAUFNAHME

Ein französischer Kolonialoffizier, Capitaine Devaux, trifft den Zweiunddreißigjährigen  am 24. Februar 1911 in einem Dorf am Ubangi.

Band 1 der 2-bändigen Ausgabe.: offiz. Porträt

Ich stieg herab und ein schöner großer Junge in Felduniform kam mir entgegen und präsentierte sich militärisch im Deutschen Stil, die Hacken zusammenschlagend: Leutnant von Wies (sic!), Adjutant von Herzog Adolf-Friedrich von Mecklenburg-Schwerin. (…) Zwischen Soldaten konnte der Abend nur in einem sehr interessanten Gespräch gut verlaufen. Aus den Geschichten, die Leutnant von Wies uns erzählte, wurden wir auf seine bemerkenswerte Informiertheit aufmerksam, wie zuletzt in einem Interview. Herr von Wies konnte seine sehr genaue Einschätzung des Wertes eines unserer Posten abgeben, da von ihm wie von allen anderen Mitgliedern der Mission die beste und vollständigste Bestandsaufnahme unseres Kongo vorgenommen wurde. Als die deutsche Regierung über die Berichte von der Mission des Herzogs von Mecklenburg erfuhr, konnte sie den “Panther” nach Agadir schicken, weil sie besser als wir wusste, was unser Kongo wert war und welche Teile als erste abzutrennen wären. >>

Duala-Kanus und ihre Geschichten – 1925 – Ein transatlantischer Deal

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Das Duala-Projekt – Neue Folge – Geschichte und Schicksal der Bootsmodelle u.s.w.

Field Museum of Natural History —  Jan Kleyman — Baron v.d. Heydt — J.F.G.Umlauff — Weltmarkt für Ethnographica
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Duala Canoes and their Story – A transatlantic Deal 1925

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Field Museum of Natural History —  Jan Kleyman — Baron v.d. Heydt — J.F.G.Umlauff — World market for ethnographics

 

Foreword

c v.Graeve 2019

You know the story of my canoe model from blog two (LINK: “My Special Duala War Canoe Model”). I still have a snapshot of the handover to offer.

On the trail of the twenty-seven boats Leo Frobenius documented in 1897, my inquiries all over Europe and the USA had a good response and at first I did not know how to handle more than thirty documented models.

In the meantime I have even come across three more boat models with exact the decorative bow (tange) of my boat model. Two landed in American museums, one at a modern private collector like me. I intended to discuss them alltogether, but the first ‘object biography’ arrives elsewhere than intended. It turns into a milieu description and expands from the Field Museum of Natural History in Chicago via a transatlantic deal to major players in the German Reich:  J.F.G. Umlauff in Hamburg and Baron von der Heydt. And it doesn’t really focus on the object in question. – Comparative considerations will have to wait. >>

Zweites ‘Herz der Finsternis’ – Frankreichs Äquatorialafrika 1911 (3/5)

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Hochgeladen 9. Juni 2021 – Stand 5.Juli

Nach der Aufteilung der Expedition und seinem Abschied von Herzog zu Mecklenburg am 1. Februar 1911 in Fort Lamy (dem heutigen Djamena/Tschad) reist v.Wiese auf der kolonialen „Hauptroute“ zurück in den Süden zum Kongobecken. Damit beginnt seine eigene Reiseerzählung – im „Tagebuch“ ebenso wie im 1.Band von „Vom Kongo zum Niger und Nil“ 3. Kapitel. Er hat den Auftrag, drei bedeutende “Sultanate” der Azande am Mbomu in Augenschein zu nehmen. Am ersten, dem  “Sultanat Bangassu” lassen sich die Themen “Pazifizierung” und “Konzessionsgesellschaften” gut exemplifizieren. Der Vergleich von Bangassu, Rafai und Semio erfolgt in 4/5. (LINK)

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Sunday Talk on Tribal Art Collecting

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Sunday, 4th July 2021 – The dialogue follows an addition to my “Salampasu” blog (LINK)

S.D.

I’d be very curious to know more about your tribal art collecting.   Are you just African or do you do oceanic as well? Are you a systematic collector or an opportunist like myself? Where do you look for your pieces and how has that changed over the years?

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WELCOME TO THE SALAMPASU! – Updated

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Upload: may 16 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

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WILLKOMMEN BEI DEN SALAMPASU ! aktuell

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Hochgeladen 15. Mai 2019

 

 

 

Der Titel ist reine Ironie. Die Salampasu im Süden der DRC an der Grenze zu Angola haben einen schlechten Ruf. Schließlich konnte ein Mann dort über Jahrhunderte nur als Jäger, Krieger und Kannibale zu Ansehen gelangen. Und die Volksgruppe gab später neugierigen Fremden ungern ihre Familiengeheimnisse preis. >>

Sprachkultur und  Symbolpolitik in der Nachrichtensendung

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22.6.21    Mail an hr info >>

Drei Sultane der Azande im direkten Vergleich – 1911

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Hochgeladen am 11.Juni 2021 – Stand: 21. Juli
v.Wiese hat den Auftrag, drei bedeutende “Sultanate” den Mbomu aufwärts zu visitieren, ein jedes mit eigenem Profil. Ihre Schilderung dominiert die Reiseerzählung – im „Tagebuch“ ebenso wie im 1.Band von „Vom Kongo zum Niger und Nil“ 3. Kapitel. 
Die Völker-Karte von V.Wiese und Kaiserswaldau hat eine bemerkenswerte Besonderheit, die im Feld oben rechts ausdrücklich vermerkt ist: “Auf dem westlichen Teil der Karte sind die Völkergruppen durch farbige Flächen, aif dem östlichen Teile hingegen die politischen Gebiete der Sultanate durch Randkolorit bezeichnet.” – Eine geniale Idee, um die para-staatliche Rolle der drei Sultanate, ihren despotischen Charakter und die ‘Nivellierung’ der von ihnen Unterworfenen auszudrücken. >>

Diskriminierungsfrei und gesetzestreu

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Voreiliges Pamphlet anlässlich meiner Pensionierung im Mai 2009

Hochgeladen 19.6.2021

26.5.09 „Pensionierung“

Ich komme direkt aus drei Jahren „Vorruhestand“ an die Altkönigschule gefahren, um bei dem mir unbekannten Schulleiter meine Urkunde abzuholen. Habe viele Kollegen getroffen. Die erinnern mich an die „Titanic, die unter Dampf unterging“ oder eher noch an eine „unsinkbare Titanic“. Die alten Kollegen würde ich allesamt in Pension schicken, sie tun mir einfach leid. Der „Altbau“ sieht aus wie die Bronx, das dürfte nicht hingenommen werden. Johnny Kumar (“möeh”- Redakteur) ist mir sympathisch.

*

„Diskriminierungsfreiheit“ und „Gesetzestreue“ sind Eckwerte des Systems, weil Erfolgsvoraussetzung für die Durchsetzung des gläsernen Menschen. Sie werden in der westlichen Welt momentan durchgesetzt, als ob ein Plan dahinter wäre. >>

Projekt “Rafai” – (5/5) Eine Folge von Bilanzen

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Eine Folge von Bilanzen im Plural, von allgemeinen Beobachtungen und Gedanken, die ich über die Monate niedergeschrieben habe.

9.6.21 BILANZ  (3-4)  Kolonialeroberung und ihre Agenten, die Position von v.Wiese >>

Cameroun, plumé par la France / Cameroon, managed by France

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ORIGINAL : “DUALA” (6) : Kamerun – Vom Treuhänder in die Unterentwicklung geführt – DEUTSCH (24.5.2021)  (LINK)

I apologize for any errors that occured during translation /  Je demande votre indulgence  pour toute erreur qui se produisait dans les traductions 

Preface

Admittedly, I have a hard time with the political chapters (5) and (6) of this blog. A broad topic that can hardly be seen through from the outside, and which can make you angry or depressed, depending on your point of view. What I, as a contemporary of the 20th century, had noticed from the colonialism of Europe – especially France – shows its ugly face again in the current long-term consequences. Hence the sarcastic headline.

Certes, j’ai du mal avec les chapitres politiques (5) et (6) de ce blog. Un sujet large que l’on ne voit guère de l’extérieur, et qui peut vous mettre en colère ou déprimé, selon votre point de vue. Ce que moi, en tant que contemporain du XXe siècle, avais remarqué du colonialisme de l’Europe – en particulier de la France – montre à nouveau sa grimace dans les conséquences actuelles à long terme. D’où le titre sarcastique. >>

Haben die Afrikaner ihre Bewegungsfreiheit verloren – JA und NEIN

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Zwei Blicke auf John Iliffe : Geschichte Afrikas(1997)

(Cambridge 1995, C.H.Beck  München 1997,2000)      Upload 13.3.2019; kontrolliert 4.5.21

    • John Iliffe Geschichte Afrikas CHBeck S.8 und 9

Vergrößerung durch Anklicken!

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“Hommage aux anciens créateurs” (Chéri Samba) – version 1994 et à suivre

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Publié le 2 sept. 2020

LIEN à la version actuelle en allemand             LIEN au premier Blog sur la peinture de 1999 .

Actuellement au Quai Branly dans “EX AFRICA”

JUILLET 2020

Une deuxième version du sujet apparaît dans le catalogue de l’exposition «Neue Kunst aus Afrika» de la «Haus der Kulturen der Welt» à Berlin, avec la date 1994.

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«Douala»(5): «Étrangers africains» / “African Foreigners” (Francais/English)

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L’expression «étrangers africains», qui fait référence aux «Africains» en «Afrique», peut être irritante au début, mais elle décrit le sort d’un nombre infini de personnes en Afrique post-coloniale, pas seulement les réfugiés. Voyons comment les délimitations coloniales et postcoloniales, mais aussi les systèmes juridiques importés, ont créé de nouvelles injustices dans la région des deltas fluviaux communicants.

The phrase “African foreigners”, which refers to “Africans” in “Africa”, may be irritating at first, but it describes the plight of an endless number of people in post-colonial Africa, not just refugees. Let us see how colonial and postcolonial boundaries, but also imported legal systems, created new injustices in the region of the communicating river deltas.  >>

“Duala Kanu” (5) : “Afrikanische Ausländer” an Kameruns Küste

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„Afrikanische Ausländer“ – der Ausdruck mag, auf ‘Afrikaner’ in ‘Afrika’ gemünzt, im ersten Moment irritieren, aber er bezeichnet die Situation unendlich vieler Menschen, ja ganzer Völker im postkolonialen Afrika, und nicht nur die von Flüchtlingen. Schauen wir uns an, wie koloniale und postkoloniale Grenzziehungen, aber auch importierte ‘Rechtsordnungen’ in der Region der kommunizierenden Flussdeltas  neues Unrecht geschaffen haben. >>

„WE COME AS FRIENDS“ (Südsudan) – Vorstellung der neuen Kolonialisten

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Bildschirmfoto 2018-11-06

 

Vor zwei Jahren hochgeladen (genau am 6.11.2018) und inzwischen 8x aufgerufen! Eine Schande!

Das sollte sich die verspielte post-koloniale Wohlstandsblase zu Gemüte führen, und andere Features der Art, von denen es noch genügend gibt!

# Zweiter Versuch am 24.4. 2021 #

 

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Mischa Hedingers „African Mirror“ – postkolonial

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RENÉ GARDI (1909-2000)

Zwanzig Jahre nach seinem Tod – eben erst war er zur Würde eines dieser langweiligen Straßennamen gekommen, sechzig Jahre nach seinen Kinofilmen und fünfundsiebzig Jahre nach seinem Scheitern als Pädagoge, wurde ‘die Legende’ durch einen Dokumentarfilm ins grelle Licht gezerrt und musste mit umfangreichen Archivalien gegen sich selbst aussagen. Der Coup, der nur im Archiv und am Schneidetisch  gelandet wurde, muss dem Regisseur Hedinger elegant gelungen sein, denn die Liste der absolvierten Festivals ist lang. (LINK). >>

Zeichen, die leben : Inoue Yu-Ichi

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Doku

“Yu-Ichi HIN” Info-Flyer S.4

 

Die Technik ist unerheblich“, sagt Inoue Yu-Ichi am Schluss. Doch das  auf der breiten Basis einer Zeichenschrift, ihrer Traditionen >>

Schön wie die Sünde – Meine Kinderbücher (1) “Der schwarze Jumbo”

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Bei dem Klima wachsender Intoleranz in der westlichen Welt juckt es mich in den Fingern, meine alten ‘unkorrekten’ oder einfach irritierenden Kinderbücher ins Netz zu stellen. Ich beginne mit……

 

 “DER SCHWARZE JUMBO”     (1948)

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“Douala Canoe” (4) – Virtual Trip to the Niger Delta

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All images can be enlarged twice by clicking on them!               

 

Chapter 1 :  AN INSPIRING CORRESPONDENCE

 

DUNCAN (31. Dezember 2020)

 

I greatly admired the French version of your blog on Duala boat models. Like you, I try to learn as much as I can about objects in my collection.

DUNCAN (10. Januar 2021)

Take a closer look at my 125 cm long model of a Douala canoe:

c Collection Duncan 2020

  • The figurehead, consisting of a snake coiling around a loop enclosing three ovals linked by a horizontal perforated bar, as if the ovals were wheels driven by an axis or chain,
  • A man sitting on either side of a large decorated splash board,
  • Paddler in front of a central canopy. He wears a shirt with a red belt, collar and stripes across his chest like the men on the splashboard,
  • A central canopy covering an imposing man in white, whose skullcap is the same color as the bulbous ones on other figures – again white – but bigger,
  • And three figures behind the canopy – two paddlers and a man facing backwards on the stern, who probably held a steering oar. All three of them have the same kind of uniforms as the men in the bow, except that the red elements are white.
  • Finally, the black hull and canopy are decorated with red and white geometric patterns whose slants and verticals reflect the posture of the figures. The round ovals and dots in the figurehead are also carried through the model, since related motifs occur on the canopy and stern.

DETLEV (10 January)

You have a very interesting Duala boat model, if it’s “Duala” at all. First, there are some features that link it to known canoes and boat models  from Duala:

  • The connection of a canoe manned by rowers with an oversized bow ornament (“figurehead”).
  • The figuratively decorated cross board (“splash board”) through which the prow ornament is fastened to the canoe is attached,  the classic snake, and the three connected ovals are all typical of the “Duala”.
  • The colored, geometric decorations on the boat wall and the standardized two-dimensional and perforated arms of the rowers are also seen on several Duala boat models.

Some important aspects point in another direction, what I’d like to  illustrate  by examining my second boat model, from the neighboring delta area of the Niger. “It’s Yoruba”, the seller explained to me. At 72 cm long and 27 cm high, it is a lot more compact than yours. Here are a few noteworthy similarites:

  • the compact and high body (tapered downwards) with a canopy supported by two side walls
  • loosely distributed geometric drawings that are only painted rather than carved
  • the braided technical connections
  • the small number of relatively large figures with large pear-shaped heads which remind me of ‘Yoruba’ heads and faces, and especially of the big bean eyes of the Ibedji

c  Detlev

c  Duncan

DUNCAN (11. Januar)

Congratulations on your deductions concerning  a Yoruba connection!I noticed the resemblance of the heads to those of Yoruba statues, and especially on some Ibeji, and initially looked for comparable boat models in books like “Yoruba: Sculpture of West Africa” .When I couldn’t find any, I turned my attention to models purportedly made in the region of Douala by the Duala ethnic group, and noted that they often had similar splashboards, iconographic elements in their figureheads (e.g. snakes looping and zigzagging around wheel-like forms), and conventions such as round flat hands with circular holes for paddles (which suggested that several of the models were made in the same workshop). The combination of the Yoruba-looking heads and iconographic and technical conventions made me believe that my sculpture might have been created in a transition zone, where cultural and aesthetic influences mixed. Your arrival at the same conclusion makes me think the hypothesis might be true.

I must delay writing more now because of a sudden onslaught of deadlines.  I look forward to continuing our detective work.

DETLEV (21 February)

Dear Duncan, are you past your various obligations? With your ‘hybrid’ boat model you  opened   open my eyes to Cameroon’s relations to the Northwest, to the Niger Delta and beyond. My “main suspects” for our two newly introduced boat models are now called “Ijebu Yoruba”.

 

Chapter 2:  HOW ROSALINDE WILCOX INSPIRED A CLOSER LOOK AT THE NIGER DELTA

Limbe Victoria – Beach looking northwest

Wilcox’ seminal art-historical study  “Commercial Transactions and Cultural Interactions from the Delta to Douala and Beyond”  (“African Arts” t.35,1; 2002) is full of details, impulses, questions and allusions. Although it does not deal directly with canoe building and boat models, but rather with canoe oars, horizontal masks and masquerades, it proved to be especially useful to to our analysis.

In the first blog I saw the Duala people as a mediator between the rivers of the hinterland of the Wuri Delta and the Atlantic beyond the island of Fernando Po. Prof. Ronald Daus reported on the strong immigration into the city of Douala since 1884, during the colonial era, but emphasized the internal migration of the “Bamiléké”, a broad ethnic term in this context (LINK to (1) in german) Rosalinde Wilcox provided a fresh perspective concerning the Duala and the multicultural port city associated with them. When you say “Duala” you have to be clear, since that term sometimes conflates with the name of the place (Douala), the resident population (the Douala) and ther specific cultural tradition of the Duala people. as a consequence, I accept Wilcox’s suggestion for differentiated spellings.

Westermann/Rand McN.1973, p.126

In this and the following chapter, we leave the Douala region to follow coastal and fluvial exchange routes northwest along the Atlantic coast to the Cross River (Kalabari), to the great Niger Delta (Ijo, Ijaw, Ibibio, Ijebu-Yoruba etc.) and even beyond. Speaking of which, Kru seamen from Liberia and the black carpenters and joiners from the Gold Coast (now: Ghana) exemplify how migrant workers and traders  spread along the entire Atlantic coast.

Rosalinde Wilcox characterizes the region as follows:

“Inhabitants of Africa’s eastern Guinea coast live in similar ecological environments and have similar political and religious beliefs, particularly a belief in water spirit cults. Their colonial history repeated itself along the coast. People in river and coastal communities where canoes dominated, particularly in Nigeria, Cameroon and Liberia, shared historical and economic experiences. They used their surroundings for fishing and salt production, and traded with inland groups. The companies on the coast traded with Europeans in the 16th to 19th centuries and used and expanded their pre-European contacts and trading networks in the hinterland far beyond modern political borders. “(42 M)

None of the three successive European colonial powers could stop the exchange of goods, people and ideas at their new political borders, she points out, because “trade is insensitive to modern borders”. In addition, Cameroon’s southwestern province was part of British Nigeria for forty years (1919-1961). Unfortunately, the multiethnic character of the region compounded by language dispute between Francophone and Anglophone ‘speakers’ – more exactly constitutional promesses and political reality – has created a simmering source of political conflict (LINK to ACAPS), and other problems typical of post-colonial dictatorships in Africa.

Wilcox also notes that communities of Ijo, Igbo and Efik, which are usually associated by outsiders with Nigeria, have long lived on the coast between Douala and the actual Cameroonian border with Nigeria. As a consequence, the formal conventions of Duala, Ijo, Ibibio and Efik art blend into one another in ways that have contributed to an ‘international’ art style on the coast. – When we will return to look at the Cameroonian coast, Rosalinde Wilcox’ insights will prove useful once again..

Chapter 3: CANOES AND PEOPLE IN THE NIGER DELTA

But for the moment, let us turn to the cultic and festive use of canoes in the Niger Delta, as illustrated by museum catalogs and art-ethnographic articles in publications as “African Arts”. Some of the phenomena observed are typical of both the coastal regions and river deltas.

I have to limit myself to a few aspects, especially of the boat models I come across .

A lively and colorful catalog from Los Angeles (UCLA) will accompany us into the meanderings of the rivers and the connections between art and the environment of the Niger Delta: “Ways of the Rivers – Art and Environment of the Niger Delta” (2002).

 

Coast and Delta specialists – the Ijo

In the 4th chapter, the co-editor Martha D. Anderson presents the Ijo as prototypical river delta inhabitants:

In regions of the Delta where roads are inexistent and even footpaths limited to seasonal use, canoes still provide the primary, and sometimes the only, means of transportation and intervillage communication. … Canoes seem so fundamental to their riverain lifestyle that some assume the art of canoe-making came from heaven with them. (Alagoa 1970, 323) Nearly every traditional occupation practised in the freshwater region – including fishing, farming, distilling gin, and trading – necessitates water travel. Canoes also serve other mundane functions that are harder to classify, satisfy social and receational needs, and figure prominently in performances of various types. Canoe effigies even play a role in shrines and rituals.“

Ways of..p.137 4.08

 

„Learning to paddle seems to be largely a practical matter without religious or mythic significance, but the process plays a critical role in shaping the way people view the environment. As children, the Ijo begin to differenciate between two zones, the rivers and forests, and to associate different levels of danger with each.“ (136)

They learn to row in a playful way, they swim early, and bright children can row alone at the age of seven or eight to the neighboring village, perhaps an hour away. (137) The Ijo also use the river as a performance space, using canoes and other watercraft as moving stages. Spectacular war canoes are the highlight of some festivals and are a reminder of the warlike past of the Ijos. Raffia fronds and other “bulletproof” charms are attached to it. (140)

p.140 Fig. 4.13 – with a horizontal sawfish mask

“Since water spirits, like humans, navigate the waterways by boat, mask dancers embodying water spirits use the immanent drama of the boat trip by arriving from the water.”

“Most Ijos now consider themselves Christians, but the idea that the Deltas’s rivers and creeks represent a different world continues to captivate them. Some tell stories about encounters with aquatic spirits or describe marvelous water towns they have visited in person or in dreams. (…) People often describe them as beautiful, light-skinned beings with long, flowing hair, but they can also materialize asanimals, composite creatures, and objects that turn up in the water.” (148)

 We recognize the Jengu (LINK) of the Cameroon coast, as well as the water spirits known under the name Mamiwata, which are worshipped all along the Atlantic coast up to the Congo Current ( I recommend in English: Henry J.Drewal: “MamiWata – Arts for Water Spirits in Africa and Diasporas “, UCLA LA 2008).

Respect for the water world – the Ijebu Yoruba

Another author, Roger de la Burde, tells us of the ambivalent relationship of the Ijebu Yoruba to water and its spirits and their cooperation with the Ijaw/Ijo river people and fishermen in the neighborhood.

As soon as Duncan and I deducted that our boat models showed a “Yoruba” influence, I found an early edition of “African Arts” (autumn 1973) with a report on the Ekine cult of the Ijebu Yoruba on the western edge of the Niger Delta, which they adopted from the neighboring Ijaw.

Not all the delta’s inhabitants were as connected to the water world as strongly as the Ijo/Ijaw. The Ijebu Yoruba adoption of the cult is an example both of  the spread of respected cults along with their objects and conventions among neighboring ethnic groups, and of the fact, that Ijo rites provided a readymade template for expressing strong ties to the water world.

“For the Ijebu Yorubas who live adjacent to the mid-coast section of Nigeria, one of the powerful forces of nature is water or its personification , the impredictable Water Spirits. In contrast to northern and middle Yorubaland which is predominantly mildly rolling territory, the southern Ijebu area is basicly flat. There, major rivers like the Shasha and Owena are joined by hundreds of tributaries. Although, these creeks have a low water level or are completely dry in the dry season, they swell to enormous proportions durig the rainy season, flooding the surrounding plains while rushing to the sea.“ (28)

 Yet these people, like most Yorubas, preferred to retain a strong union with land, marked by their worshipof the Ogboni edan, “the Earth Principles to whom they delegated kingmaking and governemental functions ” L.E. Roache). Water Spirits were of lesser importance and were worshipped in relatively few Ijebu villages and towns.  They were regarded as mischievous creatures who emerged only to do their harmful deeds and then quickly disappeared into their dark and secret hiding places. The Ijebus tended to avoid the rivers and creeks which they believed to be the homes of these spirits…. G.Afolabi Ojo attributes this to the inferiority of the coastal Yoruba groups to the River and Delta people of southern Nigeria, both in fishing techniques and in the catch itself. They left fishing actvities to immigrant Ijaws, Urhobos, and Jekris. (28)

“In spite of their aversion to water, it was the close proximity to the sea and navigable rivers which dictated the activities of the Ijebus, establishing solidly in trade. Their position of importance in commerce was reinforced by the fact that in the past, both the kingdom of Oyo and the town of Ibadan had to use the Ijebu routes as an access to the sea. This brought relative wealth to Ijebuland and also gun powder, thereby guaranteeing a degree of military independence. Because of their affluence, the southern Ijebus did not need to develop great efficiency in farming. (…)  One of the groups with which the Ijebus had contact was the  Kalabari Ijaw, (…) renowned for their expertise in fishing and canoe building, Some old Ijebus will even acknowledge that the Ijaws were very helpful to them as traders because of their intimate knowledge of the rivers.” (28 )

These Ijaws developed the most extensive water spirit cult, Ekine, which was mainly characterized by its entertaining masquerades. The Ijebu introduced the Ekine cult without assigning it a political role – for example in the judiciary. During the season of the water spirit festival, both Ijaw and Yoruba-style masks were used during the dances or to lead the water spirits Igodo, Agira and Oni to their simple shrines, which had been built on the banks of the local streams and rivers before the festival. During the festival, when they were particularly unpredictable, people wanted to be safe from them as long as possible. When the rituals werde over and the dangerous period had passed, they were returned of the homes of the Ekine elite – of “those who have nimble legs and arms and who, during dances have Water Spirits in them.” There they were kept behind the rafters of the roofs and frequently smoked for protection from insects, to be restored prior to the next ceremonial use. Since the 1920s, valuable pieces were painted with expensive Western oil paints for their protection, which the Ijebu had acquired through their extensive trading activities. (32)

“Thus by establishing contact with the Water Spirits, appeasing them with offerings, occasionally even outwitting them, the Ijebu Ekine cult helps the community  to cope with the hazards of water. In the past, members were even able to catch these elusive Spirits and immortalize them in the form of headdresses. The evidence indicates that, because of their geographic location, the Ijebu Ekine apparently were able to distill some ancient elements of the Yoruba, Benin, and Kalaba Ijaw cultures which they transformed to suit their spiritual needs when creating these unique headdresses and festivals”. (32)

 

Canoes and boat models in cult and festival (and for export)

Let’s look at a few more boat-shaped objects. Some details give clues to their use. But their forms are basically as diverse as their real life models. Why shouldn’t they have been universally applicable and only given appropriately adapted names? 

 

1 – 2    Ancient Egypt

The oldest examples, which might be somewhat comparable, come from pre-dynastic Egypt. One – approx. from 3400 B.C – in “Dawn of Egyptian Art“, p.65, cat.66: “Boat model with painted oars”, Ashmolean Museum Oxford. A second “Barque funéraire en terre” (clay) in Cahiers d’Art, Christian Zervos, Paris 22e année 1947, p.42, Musée de Berlin) is 57 cm long and has a roof.

Dawn Egypt p.65 cat.66

 

Cahiers d’art 1947 p.42 barque

 

 

3    “Canoe to heaven“  (Urhobo Art,  p.134f. cat. 75)

A more  recent example,  an expansive crown mask that represents an occupied canoe, Perkins Foss illustrates in the catalog of the Museum for African Art, N.Y.. He notes that every family group has such a ‘canoe’ which was set up with other things in front of their property as a  temporary shrine during funerals. A photo, taken in 1971, which is hard to read because of its smallness, shows a grieving family behind a miniature boat and sacrificial vessels.

Between the lands of the living and of the dead lies water. The deceased “travels on the water” and the symbolic means of transport is thought to make the journey easier for the deceased. The text does not say anything about how such models or canoe headdresses were danced.

Foss Urhobo cat. 75p.134 “canoe to heaven”

There are five people in the boat (cat. 75) and a dog on the bow. The two boatmen stand in front and behind, carrying small oars in their hands. All have tall heads and wear traditional or European hats. Four men frame the dead man, two of them may be musicians. The dead man faces backwards. He is discreetly guarded but also protected, because, as the artist Bruce Onobrakpeya said, when interpreting the Urhobo cosmology in the catalog, the passage into the underworld is long and dangerous. Since nobody knows where the dead are, nobody should give instructions carelessly. Following the trackless path requires extra sense to accomplish.

“On the last day of water-spirit festival, called edjenekpo, when the spirits travel back to their ethereal abode, the spirit canoe is again brought out, this time to assist the spirit forces in their trip home. This return trip is critical: while the spirits are invited to attend festivities held in their honor, it is crucial that they leave this world in an orderly way and return home.” (135)

‘Hades’ and ‘Heaven’: The name of the boat, oko-re-Erivwin, is usually translated as “canoe-to-heaven”, but in the next text Erivwin means “the underworld of those who have left the land of the living” (135). A lively discussion under Urhobo, which took place in Niagara Falls, Ontario in 2000 follows in the catalog. It was about the preservation of traditions under the conditions of modernity and Christianization. (137-138))

 

 4

Ways of the Rivers p.133  fig. 4.2 Urhobo

The catalog “Ways of the River” also shows such an Urhobo mask attachment (fig. 4.2, 60cm, FMCH X86.2504) and comments: “Numerous delta crown masks suggest canoe shapes or contain correspondingly reduced canoes. The neighboring Itsekiri make a version so large that it takes two dancers to carry it. Masks depicting modern means of transport – bicycles, helicopters, and airplanes – have also become popular, and some of the Kalabari Ijo depict ocean liners.” (133)

Bentor Map Delta AA spring 2002, p.28

 An article entitled “Spatial Continuities – Masks and Cultural interactions between the Delta and Southeastern Nigeria” by Eli Bento in African Arts (spring 2002) deals with the ways that modern art-history has viewed works produced by the confusing accumulation of little-known (in the West) ethnicities, which comprise the delta’s population. His map names at least some of the ethnic groups of the delta to imagine such overlapping borrowings and influences. Without the colonial and post-colonial history of the area, the main part of the study is frankly more for specialists.

5       Small sacrificional canoe for water spirits along a river bank  (Ijo)

Ways of the Rivers p.139 fig. 4.10 : Foto Anderson 1992

 

Manned festival boat of the Urhobo

Urhobo p.38 fig.16. performance

Urhobo Art” shows the photo of a roofed and festively decorated boat with (allegedly) thirty rowers who accompany the appearance of a water spirit. The Umalokun ritual was developed by the neighboring Itsekiri and introduced to the Urhobo in the 1940s. (Photo Ughelli 1966).

7    The boat of domestic harmony (Ogoni)

“Ways of the Rivers” p.136, fig. 4.6 Canoe headdress.Ogoni 69.5 cm
Indiana University Art Museum.

 

Caption: “This sculpture probably served as a masquerade headdress. The “house”, which enhances the sense of domestic harmony, may have been built in to protect the occupants or cargo of the canoe from sun or rain on a long journey. Like most Delta women, the “woman” sits at the stern and acts as her husband’s chauffeur. “ (136)

 

 

Doku

Pipeline terminal in the Delta, screenshot 2021-04-08

Shell has to compensate in Nigeria” ….a couple of villages after years of litigation! Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) 30.1.2021

The high artistic standing of the Ogoni is one aspect, but we should not forget how sixty years of catastrophic oil production by Shell-Nigeria has lead to their increasingly precarious situation.

I recommend “Genocide in Nigeria – The Ogoni-Tragedy” (London 1992) by Ken Saro-Wiwa, the intellectual and activist for the Ogoni and Delta cause, who was executed after a show trial in 1995 (LINK on DW-Akademie  2015, in german)

8       MOCKERY AND ENTERTAINMENT

The celebrations and their masquerades also include mutual teasing and entertaining jokes, often for educational purposes. The following anecdote also shows how the competition between water and bush spirits, at least among the Ijo, allows such features.

 

Caption to Fig. 4.14 (142) in “Ways of the Rivers”: “A girl who pretends to paddle on a bench during an Inamu dance, which originates from bush spirits” Korokorosei 1991)

Martha G. Anderson writes:  “The irony inherent in the idea of canoeing on dry land obviously appeals to the Ijo. In a dance – Inamu – introduced by bush spirits and copied by numerous villages in the region, young girls make paddling motions with appropriately shaped dance wands, then transform a bench into a canoe (fig.4.14). They paddle it, dance on it, drag it around the arena, and eventually tumble onto the ground when they capsise it. Masquerades often include similar parodies. Some reenact fishing expeditions. A performance formerly staged at Korokorosei portrays the aftermath of a domestic quarrel. The wife prepares to leave for her father’s house by loading her canoe one article at a time, while onlookers beg her to stay. At first their entreaties make her more annoyed, but they finally persuade her to remain when she returns home to collect a forgotten machete.“ (140-141)

9  Court Arts and Crafts  (Benin) – Representative Collector’s Item

“Bronze boat with Oba and Nobles. Probably end of 19th Century, beginning of 20th Century”  L 40,5 cm, B. 10,5 cm  H 17,5 cm    Estimate 15.000 DM

Galerie Wolfgang Ketterer, München 31.Auktion1979 Los107a

10    “White Men”

Thomas Ona (Odulate): „Boat with figures“    (44,5 cm)

In the same essay (“Ways of the Rivers” A8 p. 64)  Martha G. Anderson also notes that a sculptor named Ona, who made canoe models, “produced charming portraits of colonial officials for a largely Western clientele. He worked in a typically Yoruba style but carved each element seperately, then combned them into scenes like this one – an imperious British district officer being paddled about the creeks in a canoe. Although Europeans sometimes suspected they were being caricatured, Ona claimed to be more interested in portraying emblems of rank and authority, when interviewed by William Bascom, that her was simply representing the world as he saw it.”  And Frank Willett adds: “When Ona was interviewed by William Bascom, he stated that he simply represented the world as he saw it”. ()

11     A Current Offer (‘IJO’)

In May 2020, the Cameroonian art dealer Salif M. offered me  such boat models of the “Ijo”, about 1 m long, 70 cm high at the umbrella, colorful and with a hybrid boat body that is reminescent of both water spirits and fish.

 

 

Bibliography

(in the order of appearance)        (* only images)

Rosalinde G. Wilcox : „Commercial Transactions and Cultural Interactions from the Delta to Douala and Beyond“ in „African Arts“ vol. 35,1; spring 2002, p. 42-54, 93).

Martha G.Anderson and Philip M. Peek, Editors :„Ways of the Rivers – Art and Environment of the Niger Delta“ , UCLA Fowler Museum L.A.2002

Henry J.Drewal : “MamiWata – Arts for Water Spirits in Africa and Its Diasporas”, Fowler Museum at UCLA, L.A. 2008

Roger de la Burde : “The Ijebu-Ekine Cult“ in “African Arts“ vol 7,1 automn 1973, pp.28-32

Diana Craig Patch : “Dawn of Egyptian Art”, MET N.Y. 2012  *

Christian Zervos : “Sculptures et textes poétiques de l’Égypte“, Cahiers d’Art Paris 22e année 1947, p.42, Abb. Musée de Berlin

Perkins Foss : Where Gods and Mortals Meet – Continuity and Renewal in Urhobo Art“, Museum for African Art N.Y. 2004

Eli Bento : “Spatial Continuities – Masks and Cultural interactions between the Delta and Southeastern Nigeria”, African Arts, spring 2002, p.26-41,91

Frank Willett : “African Art“, Thames and Hudson, London 1971,1991, p.143

*

Many thanks to Duncan for checking the American version. Remaining bugs and flaws are still mine. Detlev

 

“Duala Kanu” (4) – Virtuelle Reise ins Niger-Delta

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Alle Abbildungen sind durch Anklicken zweimal zu vergrößern!        5.4.2021   für Druck: 91%

 

Kapitel 1 : INSPIRIERENDER BRIEFWECHSEL

 

DUNCAN (31. Dezember 2020)

Ich habe die französische Version Ihres Blogs über Duala-Bootsmodelle bewundert. Wie Sie, versuche ich so viel wie möglich über Objekte in meiner Sammlung zu lernen.

DUNCAN (10. Januar 2021)

Schauen Sie mein 125-cm langes Modell eines Douala-Kanu genauer an:

c Collection Duncan 2021

  • die Galionsfigur, die aus einer Schlange besteht, die sich um eine Schlaufe wickelt und drei Ovale umschließt, die durch eine horizontale perforierte Stange verbunden sind, als wären sie Räder, die von einer Achse oder Kette angetrieben werden.
  • zwei Männer, die auf beiden Seiten eines großen dekorierten Spritzbretts sitzen,
  •  den Paddler vor einem zentralen Baldachin. Er trägt ein Hemd mit rotem Gürtel, Kragen und Streifen auf der Brust wie die Männer vorn.
  • den zentralen Baldachin, der einen imposanten Mann in Weiß überwölbt, dessen Schädeldecke dieselbe Farbe hat wie die Knollenkappe anderer Figuren (hier unsichtbar)
  • drei Figuren hinter dem Baldachin – zwei Paddler und ein Mann, der am Heck nach hinten blickt und wahrscheinlich ein Ruder in der Hand hält. Alle drei in den gleichen Uniformen, nur dass die roten Elemente weiß sind.
  • Schließlich sind der schwarze Rumpf und der Baldachin mit roten und weißen geometrischen Mustern verziert, deren Schrägen und Vertikale die Haltung der Figuren wiederholen. Die runden Ovale und Punkte auf der “Galionsfigur” (Vorbau) wiederholen sich ebenfalls im Modell , in verwandten Motiven auf dem Baldachin und dem Heck.
DETLEV (10. Januar)

Sie haben ein sehr interessantes Duala-Bootsmodell, aber ist es überhaupt “Duala” ?  Dafür spricht einiges:

  • die Verbindung von einem mit Ruderern bemannten Kanu mit einem überdimensionierten Vorbau („Galionsfigur“).
  • Typisch ist auch ein figürlich dekoriertes Querbrett („Spritzbrett“), an dem die technische Verbindung mit dem Kanu angebracht ist, und natürlich der für „Duala“ typische Schlangenbogen und die ergänzende Symbolik der drei verbundenen Ovale.
  • Es fallen auch die farbigen geometrischen Dekorationen an der Bootswand und die standardisierten gelöcherten Arme der Ruderer auf.

Wichtige Aspekte weisen aber in eine andere Richtung, was ich an meinem zweiten Bootsmodell  aus dem benachbarten Delta des Niger, das Sie noch nicht kennen, zeigen kann. “Yoruba”, erklärte mir der Verkäufer. Es ist mit 72 cm Länge und 27 cm Höhe um einiges gedrungener als Ihres.

Ein paar Entsprechungen an beiden möchte ich hervorheben:

  • den kompakten und hohen Rumpf (nach unten verjüngt) mit einem Baldachin, der von zwei Seitenwänden getragen wird
  • lose verteilte geometrische Zeichnungen, die nur aufgemalt sind
  • die geflochtenen technischen Verbindungen
  • die kleiner Anzahl relativ großer Figuren, ihre großen birnenartigen Köpfe. Ich würde darin ‚Yoruba’ Köpfe und Gesichter vermuten, besonders die großen Bohnenaugen der Ibedji.

c  vG    Yoruba Delta frontal

c  Duncan

DUNCAN (11. Januar)

Glückwunsch zu Ihrer Annahme einer Yoruba-Verbindung! Auch ich bemerkte die Ähnlichkeit der Köpfe mit denen von Yoruba-Figuren – besonders einigen Ibeji – und suchte zunächst in Büchern wie “Yoruba: Sculpture of West Africa” nach vergleichbaren Bootsmodellen.

Als ich keine finden konnte, wandte ich mich den Bootsmodellen zu, die angeblich von den Duala hergestellt wurden, und bemerkte, dass sie oft ähnliche Spritzbretter und ikonographische Elemente in ihren Galionsfiguren hatten (z. B. Schlangen, die sich im Zickzack um radähnliche Formen legen), außerdem Konventionen wie runde flache Hände mit kreisförmigen Löchern für Paddel (was darauf hindeutet, dass mehrere Modelle in derselben Werkstatt hergestellt wurden). Diese Kombination ließ mich glauben, dass meine Skulptur in einer Übergangszone entstanden sein könnte, in der sich kulturelle und ästhetische Einflüsse vermischten. Da Sie zu derselben Schlussfolgerung gelangen, denke ich, die Hypothese könnte stimmen.

Ich muss das Schreiben jetzt wegen einer Häufung dringender Terminen verschieben. Ich freue mich darauf, unsere Detektivarbeit fortzusetzen.

DETLEV (21. Februar)

Lieber Duncan, haben Sie inzwischen Ihre Termine abgearbeitet?

Sie und Ihr ‚hybrides’ Bootsmodell haben mir den Blick auf die Beziehungen Kameruns nach Westen geöffnet, ins Nigerdelta und darüber hinaus. Meine ‚Hauptverdächtigen’ für unsere beiden neu vorgestellten Bootsmodelle heißen jetzt „Ijebu Yoruba“.

(Briefwechsel redigiert und übersetzt. v. Graeve)

 

Kapitel 2 :  ÜBER ROSALINDE G. WILCOX MIT NIGERIA VERBUNDEN

Limbe Victoria – Blick nach NW

 „Commercial Transactions and Cultural Interactions from the Delta to Douala and Beyond, ihre kunsthistorische Pilotstudie voller Details, Denkanstöße und Anspielungen, hilft weiter, obwohl sie nicht direkt über Kanubau und Bootsmodelle handelt, sondern über Kanu-Ruder, horizontale Masken und Maskeraden („African Arts“ tome 35,1; 2002).

Im ersten Blog betrachtete ich die Duala als Mittler zwischen den Flüssen des Hinterlandes des Wuri-Deltas und dem Atlantik jenseits der Insel Fernando Po. Ronald Daus berichtete über die starke Einwanderung in die Stadt Douala seit 1884, der Kolonialzeit, betont jedoch die Binnenwanderung der “Bamiléké”, ein in diesem Zusammenhang weit gefasster ethnischer Begriff. (LINK)

Erst Rosalinde Wilcox klärt den Blick auf die multikulturelle Hafenstadt. Wenn man „Duala“ sagt, muss einem klar sein: Bezieht man den Begriff auf den Ort (Douala), die Wohnbevölkerung (Douala) oder die privilegierte kulturelle Tradition der Duala? (Ich übernehme Wilcox’ Vorschlag für eine differenzierende Schreibweise)

Westermann/Rand McNally.1973, p.126

Wir verlassen in diesem und im folgenden Kapitel Douala mit dem Verkehrsstrom entlang der Atlantikküste in Richtung Nordwesten, zum Cross River (Kalabari), zum großen Nigerdelta (Ijo oder Ijaw, Ibibio, Ijebu-Yoruba usw.) und darüber hinaus. Die Seeleute der Kru aus Liberia und die schwarzen Zimmerleute und Schreiner von der Goldküste (heute: Ghana) waren Inbegriff erfolgreicher Wanderarbeiter entlang der gesamten Atlantikküste.

Rosalinde Wilcox charakterisiert die Region folgendermaßen:

„Bewohner von Afrikas östlicher Guinea-Küste leben in ökologisch ähnlicher Umgebung und haben ähnliche politische und religiöse Überzeugungen, besonders einen Glauben an Wassergeister-Kulte. Ihre Kolonialgeschichte wiederholte sich entlang der Küste. Menschen in Fluss- und Küstengemeinden, in denen Kanus dominierten, insbesondere in Nigeria, Kamerun und Liberia, teilten historische und wirtschaftliche Erfahrungen. Sie nutzten ihre Umgebung für Fischerei und Salzproduktion und waren im Handel mit Gruppen des Landesinneren tätig. Die Gesellschaften an der Küste handelten im 16. bis 19. Jahrhundert mit Europäern und nutzten und erweiterten ihre voreuropäischen Kontakte und Handelsnetzwerke im Hinterland weit über moderne politische Grenzen hinaus.“ (42 M)

Selbst die einander ablösenden europäischen Kolonialisten konnten den Austausch der Waren, Personen und Ideen an ihren neuen politischen Grenzen nicht stoppen, denn  “Handel ist unempfindlich gegenüber modernen Grenzen”. Dazu kam der Umstand, dass Kameruns Südwestprovinz für vierzig Jahre Teil des britischen Nigeria war (1919-1961). Leider ist aus dem multiethnischen Charakter der Region mit dem Sprachenstreit mit den Jahren ein gefährlicher politischer Konfliktherd entstanden (LINK zu ACAPS), typisch für nachkoloniale Diktaturen Afrikas. (Später mehr)

Ijo, Igbo und Efik leben seit langem an der Küste zwischen Douala diesseits der Staatsgrenze Nigerias. Die formalen Konventionen in der Kunst von Duala, Ijo, Ibibio und Efik haben zu einem ‚internationalen’ Kunststil an der Küste beigetragen.

 

Kapitel  3 :  KANUS UND MENSCHEN IM NIGER-DELTA

Wenden wir uns der kultischen Verwendung von Kanus im Niger-Delta zu, wie sie in Museumskatalogen und kunstethnologischen Aufsätzen („African Arts“) auftreten. Manche der beobachteten Phänomene sind typisch für beide Küstenregionen und Flussdeltas. Ich muss mich auf wenige Aspekte beschränken, vor allem auf verschiedene Bootsmodelle und ihre Verwendung.

Ein lebendiger und farbiger Katalog aus Los Angeles (UCLA) begleitet uns in die Windungen der Flussläufe und in die Zusammenhänge von Kunst und Umwelt des Niger-Deltas: „Ways of the Rivers -Art and Environment of the Niger Delta“(2002).

 

 Spezialisten für Küste und  Delta – die Ijo (Ijaw)

Im 4. Kapitel des Buches präsentiert die Mitherausgeberin Martha D. Anderson die IJO als prototypische Flußdeltabewohner:

„In Regionen des Deltas, in denen es keine Straßen gibt und sogar Fußwege auf die saisonale Nutzung beschränkt sind, bilden Kanus immer noch das primäre und manchmal einzige Transportmittel und die Verbindung zwischen Dörfern. (….) Kanus scheinen für ihren Lebensstil am Flussufer so grundlegend zu sein, dass manche davon ausgehen, dass die Kunst des Kanubaus mit ihnen vom Himmel gekommen ist (Alagoa 1970, 323). Nahezu jede traditionelle Beschäftigung  einschließlich Fischerei, Landwirtschaft, Destillation von Gin und Handel – erfordert Wasserreisen. Kanus erfüllen auch andere Funktionen, die schwerer zu klassifizieren sind, sie befriedigen soziale und Freizeitbedürfnisse und spielen bei Aufführungen und Maskeraden verschiedener Art eine herausragende Rolle. Abbilder von Kanus spielen sogar eine Rolle in Schreinen und Ritualen.(137)

Ways of the Rivers p.137 4.08

Paddeln zu lernen scheint weitgehend eine praktische Angelegenheit ohne religiöse oder mythische Bedeutungen zu sein, aber der Prozess spielt eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der Sichtweise der Menschen auf die Umwelt. Als Kinder beginnen die Ijo, zwischen zwei Zonen, den Flüssen und Wäldern, zu unterscheiden und jedem unterschiedliche Gefährdungsstufen zuzuordnen.“ (136) Sie lernen spielerisch zu Rudern, sie schwimmen früh, und aufgeweckte Kinder dürfen mit sieben oder acht Jahren allein ins vielleicht eine Stunde entfernte Nachbardorf rudern. (137)

Die Ijo nutzen den Fluss als Aufführungsraum, indem sie Kanus und andere Wasserfahrzeuge als bewegliche Bühnen einsetzen. (140) Spektakuläre Kriegskanus sind Höhepunkte mancher Festivals und erinnern an die kriegerische Vergangenheit der Ijos. Daran hängen Raffia-Wedel und andere „kugelsichere“ Zaubermittel.

p.141 Abb. 4.13 ,mit waagrechter Sägefisch-Maske

 

Da auch Wassergeister wie Menschen mit dem Boot auf den Wasserstraßen navigieren, nutzen die sie repräsentierenden Maskentänzer das dramatische Moment an der Bootsreise, indem sie vom Wasser her auftreten.

 

“Die meisten Ijo betrachten sich jetzt als Christen, aber die Idee einer anderen Welt, die der Flüsse und Bäche der Deltas, hält sie weiterhin weiterhin im Bann. Einige erzählen Geschichten über Begegnungen mit Wassergeistern oder beschreiben wunderbare Wasserstädte, die sie persönlich oder im Traum besucht haben…. Die Leute beschreiben sie oft als schöne, hellhäutige Wesen mit langen, fließenden Haaren, aber sie können sich auch als Tiere, zusammengesetzte Kreaturen und Gegenstände materialisieren, die im Wasser auftauchen.” (148)                          (Alle Zitate übersetzt, v.Graeve)

 Wir erkennen darin die Jengu (LINK) der Kameruner Küste wieder,  sowie die unter dem Namen Mamiwata bekannten Wassergeister, die man entlang der Atlantikküste bis an den Kongostrom verehrt (LINK;  ich empfehle dazu: Henry J.Drewal : “MamiWata – Arts for Water Spirits in Africa and Diasporas“, UCLA L.A. 2008).

Respekt vor der Wasserwelt – die Ijebu Yoruba

Duncan und ich vermuteten in den Figuren auf unseren Bootsmodellen eine Herkunft von „Yoruba“. Und prompt findet sich in einer frühen Ausgabe von „African Arts“ (Herbst 1973) ein Bericht über den Ekine-Kult der Ijebu Yoruba am westlichen Rande des Niger-Deltas, den sie von den benachbarten Ijaw (Ijo) übernommen haben. Ich benutze wie der Autor meist das Präsens, aber der Beitrag ist bereits fast fünfzig Jahre alt.

Nicht alle Bewohner des Deltas waren mit der Wasserwelt verbunden wie die Ijo. Der Fall ist zugleich ein Beispiel für die Nachbarschaftsbeziehungen unterschiedlicher ethnischer Gruppen und die Ausbreitung angesehener Kulte und die Wanderung ihrer Kultobjekte und sogar ihrer Formen. Mit Roger de la Burde lernen wir das ambivalente Verhältnis der Ijebu Yoruba zum Wasser und seinen Geistern kennen und ihre Kooperation mit den Flussmenschen und Fischern der “Ijaw” (Ijo) in der Nachbarschaft.

„Für die Ijebu-Yoruba, die am Rande des mittleren Küstenabschnitt Nigerias leben, sind Wasser und seine Personifizierung – die unvorhersehbaren Wassergeister – eine der mächtigen Naturgewalten. Im Gegensatz zum nördlichen und mittleren Yorubaland, das überwiegend leicht hügelig ist, ist das südliche Ijebu-Gebiet grundsätzlich flach. Dort ergießen sich Hunderte von Zuflüssen in die großen Flüsse wie Shasha, Owena usw. Obwohl diese Bäche einen niedrigen Wasserstand haben oder in der Trockenzeit völlig austrocknen, schwellen sie während der Regenzeit zu enormen Ausmaßen an und überfluten die umliegenden Ebenen, während sie zum Meer rasen. “ (28)

Doch wie die meisten Yoruba zogen die Ijebu es vor, eine starke Verbindung mit dem Land aufrechtzuerhalten, sichtbar in ihrer Verehrung des “Ogboni edan”, Erdprinzipien, an die sie Königsmacher- und Regierungsfunktionen delegierten (L.E. Roache). Wassergeister waren von geringerer Bedeutung und wurden in relativ wenigen Dörfern und Städten der Ijebu verehrt. Sie wurden als spitzbübische Kreaturen angesehen, die nur auftauchten, um ihre schädlichen Taten zu vollbringen und schnell in ihren dunklen und geheimen Verstecken zu verschwinden. Die Ijebus mieden lieber die Flüsse und Bäche, von denen sie glaubten, dass sie die Heimat dieser Geister waren. G. Afolabi Ojo führt dies auf die Unterlegenheit der Yoruba-Küstengruppen gegenüber den Fluss- und Delta-Leuten in Südnigeria zurück, sowohl in Bezug auf die Fangtechniken als auch in Bezug auf den Fischfang selbst. Sie überließen die Fischerei den eingewanderten Ijaw, Urhobo und Jekri”. (28)

Trotz ihrer Abneigung gegen das Wasser diktierte die Nähe zum Meer und zu schiffbaren Flüssen die Aktivitäten der Ijebu und etablierte sie als Knotenpunkt des Handels. Sowohl das Königreich Oyo als auch die Stadt Ibadan mussten in der Vergangenheit die Routen über Ijebu als Zugang zum Meer nutzen. Dies brachte relativen Reichtum und Schießpulver und garantierte damit ein gewisses Maß an militärischer Unabhängigkeit. Aufgrund ihres Wohlstands mussten die südlichen Ijebu auch  in der Landwirtschaft keine großen Fähigkeiten entwickeln. (28 R) So wurde das südliche Ijebuland zu einem Knotenpunkt  unterschiedlicher Kulturen und Stammestraditionen.

So kooperierten sie auch mit den Kalabari Ijaw, Experten für Fischerei und Kanubau. Ältere Ijebu erkennen sogar an, dass diese ihnen als Händler mit ihrer intimen Kenntnis der Flüsse sehr hilfreich waren. Sie hatten auch den umfangreichsten Wassergeistkult, Ekine, entwickelt, der sich vor allem durch seine unterhaltsamen Maskeraden auszeichnete. Die Ijebu führten den Ekine-Kult bei sich ein, ohne ihm aber politische Aufgaben – etwa in der Rechtsprechung – einzuräumen. Beim Wasserfestival wurden bei Maskeraden sowohl die waagrechten Ijaw- als auch Yoruba-typische Masken verwendet. Man nutzte sie auch beim Geleit der Wassergeister Igodo, Agira und Oni zu überdachten Altären, die man ihnen vor dem Fest an den Ufern der lokalen Bächen und Flüssen errichtet hatte, um möglichst  sicher vor ihnen zu sein, wenn sie besonders unberechenbar waren. Sobald die gefährliche Saison der Überflutungen und Rituale vorbei waren, wurden alle Masken in die Häuser der Kult-Elite zurückgebracht, derjenigen, die flinke Beine und Arme haben und die während des Tanzes Wassergeister in sich tragen.  Dort wurden sie zwischen Dachsparren aufbewahrt, zum Schutz vor Insekten häufig geräuchert und vor dem nächsten zeremoniellen Gebrauch restauriert. Seit den 1920er Jahren wurden wertvolle Stücke zu ihrem Schutz auch mit teuren westlichen Ölfarben angestrichen, die die Ijebu bei ihrer ausgedehnten Handelstätigkeit erworben hatten. (32 R)

Indem der Ijebu Ekine-Kult Kontakt zu den Wassergeistern aufnimmt, sie mit Opfergaben besänftigt und gelegentlich sogar überlistet, hilft er der Gemeinde, mit den Gefahren des Wassers umzugehen. Es gelingt , einige alte Elemente der Yoruba-, Benin- und Kalabar-Ijaw-Kulturen zu destillieren und an eigene spirituellen Bedürfnisse anzupassen. (32 R)   

(Alle Zitate übersetzt, v.Graeve)

 

Beispiele afrikanischer Boote und Bootsmodelle für Kult, Fest und Export

Schauen wir uns noch ein paar bootsförmige Kultobjekte an. Manchmal geben Details Hinweise auf ihre Verwendung. Doch ihre Formen sind im Grunde so vielfältig wie ihre Vorbilder im realen Leben. Warum sollten sie nicht universell einsetzbar gewesen sein und nur entsprechend angepasste Namen bekommen haben? Selten ist Genaueres über die Objekte nachzulesen.

1 – 2

Die ältesten Beispiele stammen aus Altägypten noch vor den Dynastien (ca. 3400 B.C.; Dawn of Egyptian Art, p.65, cat.66 : „Bootsmodell mit aufgemalten Ruderern, Ashmolean Museum Oxford). Ein weiteres (Cahiers d’Art, Christian Zervos, Paris 22e année 1947, p.42, Musée de Berlin) ist 57 cm lang und trägt sogar ein Dach: „Barque funéraire en terre“ (Totenbarke in Terracotta)

Dawn Egypt p.65 cat.66

Cahiers d’art 1947 p.42 barque

 

 

 

 

3    „Kanu zum Himmel“  (‘Urhobo Art’,  p.134f. cat. 75)

Perkins Foss zeigt in diesem Katalog des Museum for African Art, N.Y. eine ausladende Scheitelmaske, die ein vollbesetztes Kanu darstellt. Jede Familiengruppe besitzt so ein ‚Canoe’ und bei einer Beerdigung wird dieser temporäre Schrein mit anderen Dingen im Hof des Anwesens aufgestellt. Auf einem leider viel zu klein abgebildeten Foto von 1971 sieht man eine trauernde Menschengruppe und erahnt das Miniaturboot und Opfergefäße.

Zwischen dem Land der Lebenden und dem der Toten liegt Wasser. Der Tote „reist auf dem Wasser“. Das symbolische Transportmittel soll dem Gestorbenen die Reise erleichtern. Über einen Tanz der Scheitel-Maske in Bootsform sagt der Text nichts.

Foss Urhobo p.134  cat. 75  “canoe to heaven”

Im Boot sitzen fünf Personen, auf der Bugfläche ein Hund. Vorn und hinten stehen die beiden Bootsleute, sie tragen kleine Ruder in der Hand. Alle haben hohe Köpfe und tragen einen traditionellen oder europäischen Hut. Vier Männer rahmen den Toten ein, zwei Musiker (?) blicken ebenso wie der Tote gegen die Fahrtrichtung. Er ist diskret bewacht, aber auch beschützt, denn, so wie im Katalog der Künstler Bruce Onobrakpeya die Urhobo-Kosmologie interpretiert, ist die Passage in die Unterwelt lang und gefährlich. Da niemand weiß, wo sich der Aufenthaltsort der Toten befindet, soll niemand unbedacht Anweisungen geben. Der spurlose Weg verlangt außerordentlichen Spürsinn.

Unentschieden zwischen Hades und Himmel?

Das Boot, „oko-re-Erivwin“ wird gewöhnlich als „canoe-to-heaven“ übersetzt, im weiteren Text ist „Erivwin“ aber „Die Unterwelt derer, die das Land der Lebenden verlassen haben“ : „the underworld of those who have departed from the land of the living.“ ) (135)  Im Katalog schließt sich eine lebhafte Diskussion unter Urhobo an, die in Kanada, in Niagara Falls, Ontario  im Jahr 2000  stattfand. Es geht um die Bewahrung von Traditionen unter Bedingungen der Moderne und der Christianisierung. (137f.)

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Ways of the Rivers p.133  fig. 4.2 Urhobo

Auch der Katalog “Ways of the River” zeigt einen  solchen Urhobo Maskenaufsatz (fig. 4.2, 60cm, FMCH X86.2504) und kommentiert:Zahlreiche Delta-Scheitelmasken suggerieren Kanuformen oder enthalten entsprechend verkleinerte Kanus. Die benachbarten Itsekiri machen eine Version so groß, dass zwei Tänzer erforderlich sind, um sie zu tragen. Masken, die moderne Transportmittel darstellen – Fahrräder, Hubschrauber und Flugzeuge – sind ebenfalls populär geworden, und einige der Kalabari Ijo zeigen Ozeandampfer.“ (133)

Bentor Map Delta AA spring 2002, p.28

Wo wir gerade bei der unübersichtlichen Häufung uns unbekannter Ethnien sind – Eli Bento hat sich (African Arts, spring 2002) die Mühe gemacht, unter dem Titel “Spatial Continuities – Masks and Cultural interactions between the Delta and Southeastern Nigeria” die Geschichte des Umgangs der Kunst-Ethnologen mit der ethnisch und stilistisch völligen Unübersichtlichkeit der Region nachzuzeichnen. Die Kartenskizze ist für unsere Orientierung das Beste, was ich bisher finden konnte.

 

5   Bootsmodell  als Altar für Wassergeister (Sacrificional Canoe) der IJO

Ways of the Rivers p.139 4.10 Ijo: Foto Anderson 1992

6  Ein bemanntes Festboot der Urhobo

Urhobo p.38 fig.16. performance

“Urhobo Art” zeigt das Foto eines überdachten und festlich geschmückten Bootes mit (angeblich) dreißig Ruderern, die den Auftritt eines Wassergeistes begleiten. Das Umalokun-Ritual wurde von den benachbarten Itsekiri entwickelt und bei den Urhobo in den 1940er Jahren eingeführt. (Foto Ughelli 1966).

 

7  Das Boot der häuslichen Eintracht  (Ogoni)

Bildunterschrift: „Diese Skulptur diente wahrscheinlich als Maskeradenkopfschmuck. Das „Haus“, das das Gefühl der häuslichen Harmonie fördert, wurde möglicherweise eingebaut, um die Insassen oder die Ladung des Kanus auf einer langen Reise vor Sonne oder Regen zu schützen. Wie die meisten Delta-Frauen sitzt die „Frau“ am Heck und fungiert als Chauffeur ihres Mannes.”
Doku

Pipeline-Terminal im Delta Bildschirmfoto 2021-04-08

…. nach jahrelangem Rechtsstreit ein paar Dörfer. Im Hintergrund eine brennende Pipeline. Unfall? Sabotage?   30.1.2021 FAZ

 

Das hohe künstlerische Ansehen der Ogoni ist eine Sache. Wir sollten aber die  prekäre Situation der kleinen Völker des südlichen Niger-Delta in den nunmehr 60 Jahren katastrophaler Ölförderung von Shell-Nigeria nicht vergessen. Ich empfehle “Genozid in Nigeria – The Ogoni-Tragedy” (London 1992) von Ken Saro-Wiwa, des intellektuellen Ogoni und Aktivisten gegen die ökologische Verwüstung, der 1995 nach einem Schauprozess hingerichtet wurde (LINK zu Artikel der DW-Akademie 2015).

8      PARODIE UND POSSENSPIEL

Positive oder negative Einstellungen zum Wasser sind – bei Ijo/Ijaw und Ijebu – bereits zur Sprache gekommen.  Zu Festen und ihren Maskeraden gehören auch gegenseitige Neckereien und unterhaltsame Späße, oft in erzieherischer Absicht. Dabei deutet sich in der folgenden Anekdote auch die Konkurrenz zwischen Wassergeistern und Buschgeistern an, immerhin bei den Ijo.

Ways of..p.142  4.14 paddle a bench

Bildunterschrift zu Abb. 4.14 in “Ways of the River”: “Ein Mädchen, das vorgibt, auf einer Bank zu paddeln während eines Tanzes Inamu, der von Buschgeistern stammt”  Korokorosei 1991″

Anderson: „Die Ironie, die der Idee des Kanufahrens auf trockenem Land innewohnt, spricht offensichtlich die Ijo an. In einem Tanz, der von Buschgeistern eingeführt und von zahlreichen Dörfern in der Region kopiert wurde, machen junge Mädchen Paddelbewegungen mit entsprechend geformten Tanzstäben und verwandeln dann eine Bank in ein Kanu. Sie paddeln darauf, tanzen darauf, ziehen es durch die Arena und fallen schließlich auf den Boden, wenn sie es ‘kentern’ lassen.  Maskeraden enthalten oft ähnliche Parodien. Einige spielen auch Fischzüge nach. Eine früher in Korokorosei inszenierte Aufführung zeigt die Folgen eines häuslichen Streits. Die Frau bereitet sich darauf vor, in das Haus ihres Vaters zurück zu kehren, indem sie ihr Kanu Stück für Stück einzeln belädt, während die Zuschauer sie bitten, zu bleiben. Zuerst ärgert sie sich über deren Bitten, aber lässt sich schließlich überreden, zu bleiben, als sie nach Hause zurückkehrt, um eine vergessene Machete zu holen. “ (140f.)

Höfisches Handwerk (Benin) – Repräsentatives Sammlerstück

“Bronzeboot mit Oba und Würdenträgern. Vermutich Ende des 19. Jahrhundert, Anfang 20. Jahrhundert”  L 40,5 cm, B. 10,5 cm  H 17,5 cm   Schätzpreis 15.000 DM

Galerie Wolfgang Ketterer, München 31.Auktion1979 Los107a

10   “DIE WEISSEN”  Thomas Ona (Odulate) “Boat with figures” (44,5 cm))

in : Ways of the Rivers  p. 64

Martha G. Anderson kommentiert:  „Ona fertigte charmante Porträts von Kolonialbeamten für eine weitgehend westliche Klientel an. Er arbeitete im typischen Yoruba-Stil, schnitzte jedoch jedes Element einzeln und kombinierte sie dann zu Szenen wie dieser – einem gebieterischen britischen Distriktbeamten, der sich mit einem Kanu über die Bäche paddeln ließ. Obwohl die Europäer manchmal vermuteten, dass sie karikiert wurden, gab Ona an, mehr daran interessiert zu sein, Embleme von Rang und Autorität darzustellen.“ Und Frank Willett schreibt: „Als Ona von William Bascom interviewt wurde, erklärte er, dass er die Welt einfach so darstellte, wie er sie sah“. (“African Art”, Thames & Hudson 1971-91, p.143)    (Zitate übersetzt, v.Graeve)

11      Ein aktuelles Angebot aus Kamerun (‘Ijo’)

Der Kameruner Kunsthändler Salif M. bietet mir im Mai 2020 solche Bootsmodelle der “Ijo”  an, ein Meter lang, Höhe mit Schirm 70 cm, bunt und mit einem hybriden Bootskörper, der mit Attributen eines Fisches den Wassergeistern nähersteht. Ich sehe sie inzwischen viel positiver als damals, aber sie sind mir immer noch zu groß

Salif M. Mai 2020

Salif M. Mai 2020

 

 

 

 

 

 

 

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Literatur

(in der Reihenfolge des Auftritts)       (* nur Abbildungen)

Rosalinde G. Wilcox : „Commercial Transactions and Cultural Interactions from the Delta to Douala and Beyond“ in „African Arts“ vol. 35,1; spring 2002, p. 42-54, 93).

Martha G.Anderson and Philip M. Peek, Editors :„Ways of the Rivers – Art and Environment of the Niger Delta“ , UCLA Fowler Museum L.A.2002

Henry J.Drewal : “MamiWata – Arts for Water Spirits in Africa and Its Diasporas”, Fowler Museum at UCLA, L.A. 2008)

 Roger de la Burde : „The Ijebu-Ekine Cult“ in „African Arts“ vol 7,1 automn 1973, pp.28-32

Diana Craig Patch : Dawn of Egyptian Art, MET N.Y. 2012  *

Christian Zervos : „Sculptures et textes poétiques de l’Égypte“, Cahiers d’Art Paris 22e année 1947, p.42, Abb. Musée de Berlin  *

Perkins Foss : “Where Gods and Mortals Meet – Continuity and Renewal in Urhobo Art“, Museum for African Art N.Y. 2004

Eli Bento : “Spatial Continuities – Masks and Cultural interactions between the Delta and Southeastern Nigeria”, African Arts, spring 2002, p.26-41,91

 

Schmuckloser ‘Ikenga’ (Igbo/Ibo) – m.Nachtrag

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Ikenga-IMG_0612

Veröffentlicht am 9.10.2014, 22.1.2021 überarbeitet.

 

 

Erwerbsnotiz (Dez.1998)

Nur für Männer – Ein eher anmutiges als aggressives Hornwesen, das geometrische Formen mit einem spitzen Gesicht integriert. „Mein“ Ikenga ? Leichte graue Patina, geringe Beschädigung am Fuß, der freilich sehr direkt am Boden aufsitzt (comme il faut). Gegenüber der mächtigen „Ahnfrau“ schwach, aber der Schein soll ja trügen und  der Typ ist verführerisch gut dokumentiert.

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Billy Wilder Builds a Bridge – “The Appartment” (1960)

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(German version January 4, 2021 | LINK )

An anthropologist wrote to me these days: “You talk gloomily about progress. I was born in 1960 and grew up believing in social progress, not just medical progress. It was difficult to deal with the corruption of human nature. The religions are right – it is an endless struggle with narcissism, greed and the desire to dominate. The Pende (R.D. Congo) answer is that we will all perish if we are not held back from the abyss by love. It is by no means that people naturally respect their elders, they are just afraid of what they will do if they are not respected and shown affection. >>

Billy Wilder baut eine Brücke – „Das Appartment“ (1960)

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Eine Anthropologin schrieb mir dieser Tage: „Sie sprechen düster über Fortschritt. Ich wurde 1960 geboren und bin im Glauben an sozialen Fortschritt aufgewachsen, nicht nur an medizinischen Fortschritt. Es war schwierig, mit der Korruption der menschlichen Natur umzugehen. Die Religionen haben Recht – es ist ein unendlicher Kampf mit Narzissmus, Gier und dem Wunsch zu dominieren. >>

Wer war der Maler Siegfried Klapper? (mit Korrespondenz)

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Siegfried_Klapper-Flyer 2006_0001Siegfried_Klapper-Flyer 2006-2

 

 

 

 

 

Veröffentlicht am 21. Mai 2017 – 357 x aufgerufen – Aktualisiert am 4. Janur 2021 !

Was ist ein verschollener Maler?

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“Bedrohungsgefühle und Gestaltungszuversicht” – Zwei Positionen

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Von meinem alten Freund in Halle hatte ich lange nichts mehr gehört oder gelesen. Als ich ihn vor zwei Wochen anrief, gab er mir auch den Hinweis auf seinen Essay zum Thema “Corona”, den die Kultur-Webseite von VERDI  bereits im Mai veröffentlicht hatte.

Vom Einstieg und vielen Beobachtungen war ich begeistert. Aber der Essay schien mir zu lang, ich hatte noch keine Zeit. Die Überschrift machte mich auch neugierig: “Panzer zu Krankenwagen – Bedrohungsgefühle und Gestaltungszuversicht – ein Essay”. Heute nahm ich mir Zeit. Da reizte mich darin manches zum Widerspruch.

Aber urteilen Sie selbst . Das erste Drittel des Textes liefere ich hier frei haus. Wenn sie ihn zu Ende lesen wollen, müssen Sie sich schon verlinken.  Denn hier folgt auf das Drittel  mein Kommentar. >>

Paul Feyerabend über Experten in einer freien Gesellschaft

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PAUL FEYERABEND – ES IST HÖCHSTE ZEIT, IHN WIEDER ZU LESEN, UM DEM KONZEPT FREIER MENSCHEN  IM ZANGENGRIFF WISSENSCHAFT-TECHNISCHER  PRAXIS ETWAS MEHR BEACHTUNG ZU SCHENKEN.

Die folgenden Texte beruhen auf einem Prüfungstext und zwei Arbeitsblättern, die ich 1998 -2001 für den Ethik-Unterricht der Klassenstufe13 zusammenstellte.

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Ruth Klüger weiter …. und dann?

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Ruth Klüger ist am 2. Oktober 2020 in Kalifornien gestorben. Als Literaturwissenschftlerin und Autorin wird sie in Nachrufen erinnert, vor allem aber als Holocaust-Überlebende, eine immer seltener werdende Menschengattung. Als solche durfte sie im Januar 2016 als Festrednerin im Deutschen Bundestag zum 71. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau nicht nur ihr Leid von damals schildern, sondern sich auch vor der gegenüber Flüchtlingen herrschenden deutschen Willkommenskultur verbeugen . (LINK FAZ Nachruf 7.10.) Das war sicher eine gelungene Gedenkfeier. Ob sie auch in früheren Jahren wohl bereit gewesen wäre, an dem Ritual der neuerdings immer gedenkwütigeren politischen Klasse in Deutschland eine tragende Rolle zu übernehmen??

Ich möchte anlässlich ihres Todes mit achtundachtzig Jahren noch einmal auf ihre Bücher aufmerksam machen.  18.November 2020  (Ursprünglicher Upload am 22.August 2014)

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Ruth Klüger – Weiter leben und dann?

unterwegs verloren – Erinnerungen“, Zsolnay Verlag, Wien 2008

 

Ich werde einige Szenen in  „Weiter leben – eine Jugend“ (Wallstein Verlag, Göttingen 1992) nie vergessen. Die Dreizehnjährige mit der Mutter auf dem Treck von Auschwitz-Birkenau nach Deutschland, Niederbayern 1945. In seiner ‘banalen’ Brutalität staubtrocken geschildert im Stil eines Grimmelshausen. Sie war das Kind, das spät in die Katastrophe geboren wurde, aber nicht spät genug. Sie wurde Flüchtlingskind und dann Jugendliche in den USA.

Ich gebe zu, ich mag sie.Sie liest Texte reflektiert und perspektivisch, ähnlich wie ich (ich benutze hier ihre Formulierung,188). Sie schreibt mit Herzblut und Selbstironie. Genau wie man die Klüger kennt, wie sie redet. Mich interessiert, was aus ihr nach ihrer Jugend wurde , daher lese ich die Fortsetzung von 2008, „unterwegs verloren – Erinnerungen“. >>

‘Making History – African Collectors and the Canon…”) Review

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German original: August 27, 2015 plus Supplement Sept. 03,2018  (LINK); revised translation November 13,2020

Some Nigerian entrepreneurs in Lagos collect works of art from African culturesDue to their geographic location, their collections do not have access to the international cartel of influential museums, auction houses and collectors. The art historian Sylvester O. Ogbechie presents the collection of Feti Akinsanya as representative.

Sylvester Okwonudu Ogbechie: ‘Making History – African Collectors and the Canon of African Art’: The Femi Akinsanya African Art Collection. (Five Continents 2011)

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“From Russia With Doubt” (Russian Avantgarde) – Review

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  German original LINK: 13. August 2015 | dvg     Translation: 13. November 2020

(RON AND ROGER)

A friend has been collecting images of the Russian avant-garde and has been fighting for their recognition over years, which means the quest to authenticate would be masterpieces. That is the subtitle of an American museum publication (on the exhibition at MCA Denver 2010) that also could come to his aid as it happened to the two collectors Ron and Roger: >>

Hocker eines Chefs der Holo – Erste Annäherungen

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W. erhielt aus Bandundu lange nichts mehr von den Holo.

Es handelt sich um eine kleine Volksgruppe ( “6000” Mitglieder ) am Kwango-Fluss direkt oberhalb der ersten Stromschnellen an der Grenze zwischen RDCongo und Angola. Sozial und kulturell steht sie seit langem in engem Kontakt mit Yaka und Sulu, Pende und Tshokwe.

Ich durchkämme die üblichen Bücher nach Informationen und ästhetische Verwandtschaften, und sei es in Details. Denn trotz ihrer Missionarskontakte seit dem 17. Jh. wurden sie „bis 1950 nicht erforscht“. Die schmale Stil-Monographie von Francois Neyt (1982 Galerie Jahn, München) kenne ich noch nicht. >>

Was sind eigentlich die “Sapeurs” im Kongo? 

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Hier der LINK zum Anschluss an den Artikel vom Januar / LINK zu einem weiteren Artikel

 

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DIE ANKÜNDIGUNG DES  RIETBERG MUSEUMS am 25.1.2020 bei events.ch (LINK) :

“Selbstbewusste Auftritte mit individuell und aufwändig kombinierter Kleidung: Sie zeugen vom Kontrast zwischen der inneren Freiheit und den eigenen Lebensumständen der Sapeuses und Sapeurs. Hier manifestiert sich der Widerstand gegen Armut und Hoffnungslosigkeit im Kongo – vor hundert Jahren genauso wie heute. “Mit etwa 16 Jahren haben wir damit begonnen, uns im Quartier mit spezieller Kleidung zu zeigen”, so Kabongo Moella, Sapeur aus Zürich. “Das war damals ein Traum für Jugendliche im Kongo.” Die extravagante Kleidung stand für die Idealvorstellung eines Lebens in Europa. Die Bewegung findet ihren Ursprung in den 1920er-Jahren, als französische Kolonialherren neuartige Mode in die Region brachten. Seither hat sich daraus ein ganz eigener Stil entwickelt, der von der Sapeur-Bewegung weltweit zelebriert wird.”

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Ausgegraben: “Wieder eine Medizin-Dokumentation!” (2015)

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Hochgeladen am 25. Juni 2015 und nur 23 x abgerufen, aber heute gleich 2x!

18.6.15: Wieder eine Medizin-Dokumentation gesehen, auf 3-sat, also nicht irgendeine. Thema: Cholesterin und Herzinfarkt. Prophylaxe – ein Kommentar

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Begegnung mit einer hölzernen Leopardenmaske der Edo (Bini)

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Drei Wochen im Oktober                  >>  Summary at the end

Mein kongolesischer Händler und Freund auf dem Markt ist immer für Überraschungen gut. Von dem jungen Mann aus Brazzaville, der ihn gelegentlich mit Objekten „aus dem Norden“, wo die zentralafrikanischen Staaten aufeinandertreffen, versorgt, hat er eine Maske bekommen, die er „im Kongo nie gesehen“ hat. Kein Wunder, denn ist zu hundert Prozent ein Leopardenkopf im Stil der Benin-Bronzen. Damit hören die Gewissheiten aber bereits auf und die Irrfahrt durch die Fachliteratur beginnt. Der Kopf ist aus Holz.

Fagg-Nigeria-2000-Jahre-München-1961/62

 

 

 

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Flusser wäre dieses Jahr Hundert geworden ….. Hausarrest (FS 29)

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Upload 24.Mai 2020 – aber damit ist die Sache ja noch nicht erledigt!  >>>> PostScriptum!

FLUSSER STUDIES 29 (LINK)    ” Part I: Vilém Flusser May 1920 – May 2020 = 19 BEITRÄGE

MEIN IMPULS

Detlev von Graeve
Flusser wäre dieses Jahr Hundert geworden und die Menschen haben Hausarrest

Was ist da angemessen? – Schließlich ist der Jubilar bereits tot; vor vier Jahren begingen wir seinen 25. Todestag – Pietät? Äußerungen der Dankbarkeit? Anekdoten? Erinnerungen an voraus weisende Gedanken? Noch eine Ehrung mehr? Vorsichtige Korrekturen? Was kann ich überhaupt den Menschen vermitteln, die wie ich Vilém Flusser wertschätzen, aber vielleicht anders? >>

CHINA AUS DRITTER HAND 3 + 4 : “SOCIAL CREDIT” mit Mark Siemons

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CHINAS „SOCIAL CREDIT“ BEI MAREIKE OHLBERG UND MARK SIEMONS

Man könnte vielleicht auf die Idee kommen, ich hätte persönlich etwas gegen Mareike Ohlberg, weil ich ihren beruflichen Werdegang aufspießte. Dank www.telekom.com (das was verbindet oder ähnlich), gibt es „Inside china – eine Expertin erzählt“, 08.04.2019 (LINK). Dort lernt man dazu, ehrlich. >>

Jens Spahn ist eine Gefahr für zentrale Persönlichkeitsrechte.

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Steht das Recht auf Leiden und Dahinvegetieren über dem Recht auf Leben in Würde?

 

Jens Spahn pfuscht gewerbsmäßig am offenen Herzen unserer Freiheit. Man vergisst die Details zu schnell, wenn man sie in den Medien überhaupt mitbekommt. Er will als entscheidungsstarker und zukunftsorientierter Nachwuchsstar in der aufgeweichten CDU Karriere machen und reitet aktuell die seuchenpolitischen Welle. Ich kann darin seine frech ins Amt getragenen privaten Wertentscheidungen, wofür er nicht berufen wurde, von robuster Beschränktheit, Lobbytätigkeit und Ehrgeiz nicht trennen.

Da ich mich nicht als „Aktivist“ verstehe, begnüge ich mich mit 6 aktuellen Fällen und einzelnen LINKS aus der Unmenge vorhandener Belege!

>>

CHINA AUS DRITTER HAND – 1+2 Mareike Ohlberg – Maximilian Terhalle – Bill Gates

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MOTTO  DES  PROJEKTS     

Was wir heute nicht wissen, darüber werden wir noch  früh genug unterrichtet. Man kommt doch sowieso nicht nach…

1            31. August 2020    – 

Bill Gates oder Mareike Ohlberg? – Oder? Und!

FAZ 24.8.20, “Unternehmen” S.22 “Chinas Kaderschmiede – Am Anfang des Aufstiegs des Reichs der Mitte zu einer IT-Weltmacht stand ein amerikanischer Konzern: Microsoft. Und der genießt noch heute Privilegien.”

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Zur Erstfassung 1994 von “Hommage aux… Créateurs” (Chéri Samba) und weiteren

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LINK zur version francaise  2.9.20            LINK zum ersten Teil, der sich um die spätere Version, die Biografie Chéri Sambas und die Sammlung Coray dreht. 

alter Stand: 12.10.2020   Ergänzung am 2.Mai 2021

JULI 2020

Eine zweite Fassung des Themas taucht auf,  im Ausstellungskatatalog “Neue Kunst aus Afrika” aus dem “Haus der Kulturen der Welt” in Berlin mit der Datumsangabe 1994.

Das internationale Publikum weiß seit langem, was es von einem ‚Chéri Samba’ erwarten kann: Körperlichkeit, geschmeidige Formen, lebhafte, zumindest bunte Farben. Akzente in der Komposition. >>

“Play it again, Sam” – Bruce Gilley empfiehlt Afrika die “Rekolonisation”

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AKTUALISIERT  Der Beitrag wurde ursprünglich am 2.9.2020  hochgeladen.

Das Original ist im Netz auf Amerikanisch (Link) und in einem colloqial Französisch (En faveur du colonialisme.pdf) kostenlos abzurufen.     >>

Nächtliche Gedanken: Wozu überhaupt Kritik an den alten Völkerkundemuseen? 

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Sie haben doch Ausstellungen auf den Weg gebracht, didaktisch wertvoll! Das Publikum war weder schulisch besonders vorgebildet, noch anspruchsvoll. Dafür brauchte man nicht die –zigtausend Asservate in den Depots! Um deren geheime Botschaften kümmerte sich die Kulturpolitik sowieso nicht. Was darin ’rüberkommen sollte, hing von anderen Kriterien ab. >>

DAS LACHEN KINSHASAS – Eine postkoloniale Stadt und ihre unsichtbare Architektur. Gedanken beim Lesen

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FILIP DE BOECK – DAS LACHEN KINSHASAS – Eine postkoloniale Stadt und ihre unsichtbare Architektur. Über Infrastrukturen aus Verfall und Humor, aus Geld, Macht, Mode und Sex (L. I. No.76. S. 38-46) – Meine Notizen vom Juli 2017, erst im Oktober 2019 hochgeladen, von allem Ballast an Details befreit.  

Veröffentlicht am 7. Okt. 2019, mit aktueller Erweiterung um Beirut im Libanon

 

Ich entdecke den Aufsatz des Anthropologen im großformatigen Magazin „LETTRE INTERNATIONAL“ vom Frühjahr 2007, unter der Rubrik „Das Potential der Städte“. Ich krieche im Schneckentempo über eine große Bleiwüste.

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Popular paintings from the Congo on their way to the bin!

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deutsch : June 19, 2020 | dvg (LINK)

PRESENTATION OF MATERIAL AND SIDE VIEW ON JOHANNES FABIAN “REMEMBERING THE PRESENT –  PAINTING AND POPULAR HISTORY IN ZAIRE ”(1996)

When five tattered and dirty canvases appeared at the flea market last year, it was clearly their last stop. The trader didn‘t give up his inflated price; he preferred to use the scraps a few more times for decoration. Now the flea market is dead and the trader is being stuck in Africa. Will that be their end? >>

Populäre Malereien vom Kongo auf dem Weg in die Tonne!

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MATERIALSAMMLUNG MIT SEITENBLICK AUF JOHANNES FABIAN “…. PAINTING AND POPULAR HISTORY IN ZAIRE”(1996)   (auf Englisch: LINK)

ERSTE SZENE, gemalt von “Kiki”:

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Feedback zur Jubiläumsnummer 29 der “flusser-studies” – englisch/deutsch

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Flusser Studies 29 mai 2020    All Contributions/ Alle Beiträge  in:  flusserstudies.net/current-issue (LINK) 

Edition / Ausgabe: 15.06.20

 

Feedback & More (or Less)

I have read all the anniversary contributions and I copied some passages of the alphabetically ordered conglomerate. Without Google Translate and paste and copy I would have been lost. I hadn’t thought of delivering my text in two languages, Now I’m making up for it (LINK). >>

Chéri Samba rend hommage «aux anciens créateurs» et à Han Coray

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      10 mai 2020 | 7 juin 2020  traduction: dvg                 version allemand: LIEN

 

Dans sa revue d’exposition de «Fiction Congo» au Rietberg, Maria Becker (NZZ, 29 janvier 2018) spécifiquement attire l’attention sur le numéro 1 dans le catalogue. Dans un texte manuscrit sur le carton, le peintre «folklorique» kinois Chéri Samba décrit sa rencontre avec des sculptures traditionnelles africaines dans les salles du Musée Ethnologique de l’Université de Zurich.

>>

Douala (3) – Description et interprétation de la maquette

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Version francaise du 6. juin 2020 –  version actuelle

LIEN > Part (2) et LIEN > Part (1) en francais.

Compétition héraldique:

Le drapeau commercial de l’Empire allemand avec une décoration allégorique sur le bec de bateau – et à la poupe le drapeau encore plus grand du Roi Akwa. Sous le parasol se trouve un dignitaire vêtu de blanc, un représentant de la maison de commerce Woermann? À quelle occasion? La décoration de la pirogue répond certainement au souhait du «roi» d’une forte représentation en concurrence avec l’Empire.

«Pirogue de Guerre des Douala au Cameroun» 1884 >>

Les Douala ont façonné l’histoire du Cameroun – version française

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21 avril – juin 2020  version allemande LIEN|  traduction de l’auteur 2 juin 2020

La raison de cette présentation de l’histoire est l’achat d’une maquette de bateau du Douala en novembre/décembre 2019 (LIEN 2, LIEN 3)          PRINTS: 92% = 15 PAGES

Avant-propos

La compilation des textes est expérimentale. J’ai lu divers études et j’ai repris leurs perspectives. Plus je lis, plus il y a clairement des lacunes et des écarts entre les représentations. Des traductions étaient inévitables, parfois des traductions inversées aussi. Des images historiques ont beaucoup aidé mon imagination.  Vous pouvez les agrandir en cliquant dessus. Vous trouverez une bibliographie annotée à la fin de cette première contribution. >>

Centième anniversaire de Vilém Flusser / 100th anniversary of Vilém Flusser

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A la fêté du centième anniversaire de Vilém Flusser tout le monde est assigné à résidence

(Écrit fin du Mars 2020 pour FLUSSER STUDIES 29 MAY 2020 (LIEN) , traduction 1er juin par l’auteur)

 

Vilem_Flusser_1940., fr.wikipedia.org (LIEN))

Qu’est-ce qui est approprié dans une telle année de commémoration? – Il y a seulement quatre ans que nous avons célébré le 25e anniversaire de sa mort – Expression de gratitude? Anecdotes? Souvenir de pensées avantgardistes? Un autre honneur? Retouches discrètes? Que peux-je transmettre aux personnes qui, comme moi, apprécient Vilém Flusser, mais différemment?
Quiconque meurt coïncide avec son époque hors-jeu. La façon dont Flusser “peut vivre dans la mémoire des autres” (citation sur un CD) dépend de nous. Et de notre situation dans laquelle on nous demande d’écrire quelque chose. Êtes-vous comme moi habituellement avec votre tête ailleurs? Êtes-vous affaissé dans vos devoirs académiques? Critiquez-vous actuellement une autre vision de Flusser ou développez-vous une nouvelle perspective? >>

Marie-Alain Couturier (*1897) and the destroyed fetishes (1951)

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May 25, 2016 |GERMAN (LINK) dvg

Brother Couturier regrets the role of the Catholic mission in the destruction of pre-colonial culture, but has more to say. >>

Die Alten sind nicht so ‘pink’ wie im Weltkulturenmuseum! AKTUELL

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Veröffentlicht am 9. Dezember 2018       Stand des Nachdenkens am 11. 4. 2020 /24.5.2020

Nachdem ich mich notgedrungen länger mit “Kolonialismus” und “Unser Denken dekolonialisieren” beschäftigt habe, bin ich zu der Ansicht gekommen, dass wir alten Menschen in der Ausstellung echt “kolonisiert werden”. Es ist ja ein Irrtum zu glauben, “Kolonisierung” sei eine klare Sache mit definierter Front. Nein, sie kennt viele Überläufer und Profiteure unter den “Kolonisierten”. Chancen eröffnet sie den einen, nimmt sie anderen. Schon deshalb finden Kurator*innen mühelos Mitmacher, Vorzeige-Individuen, Kreative und heute natürlich Influencer, die Grey ist the New Pink” verkörpern wollen.

So wie es mir und meinesgleichen heute ergeht, so erging es “1968” den Kriegsgenerationen mit der Generation der “Achtundsechziger’. Ihre bitteren und ihre desillusionierenden Erfahrungen konnten sie nicht vermitteln. Und entsprechend ihrer Sozialisation haben sie fast immer geschwiegen. Heute müssen wir das doch nicht.

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Nicht erst mit der ‘Pandämie’ wird ein abstrakter Anspruch auf Lebensverlängerung über jedes Maß hinaus stärker im Blick auf die sie finanzierenden Generationen in Zweifel gezogen.  Ihre eigenen  ‘Wertvorstellungen’ politisierend,  haben die ‘uns repräsentierenden’ Eliten das in Selbstermächtigung für unumstößlich erklärt, im Einklang mit  morbiden Staatskirchen und interessierten Wirtschaftszweigen. Die wirtschaftlichen und sozialen Kosten werden nach dem shut-down nicht mehr vernachlässigt werden können. Die uralte Frage nach sinnvollem Leben und würdigem Sterben lässt sich auf Dauer nicht unterdrücken. Wenn mir jemand beiläufig erklärt, dass die über neunzigjährige Mutter “ein wahrer Cyborg” sei, und wenn gleichzeitig Pflegekräfte aus ärmeren Ländern angelockt werden, wenn es an Landärzten und Kinderärzten mangelt und man in vielen Ländern der Welt ohnehin schlechte Karten hat, dann stimmt doch etwas nicht mit der angeblich hohen Moral unseres Gesundheitssystems! Ich möchte heute meine Schicksalsgenossen daran erinnern:  “Das Alter ist die wichtigste Todesursache” (Hausarzt). Und:  “Dass ein Leben ein Recht auf Leben impliziert, ist undurchführbar” (H.Blumenberg “Die Vollzähligkeit der Sterne” 1997, S.95), auch wenn wir das selber gerne hätten.

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In “Grey ist the New Pink” (Link) spendet das Weltkulturenmuseum, Mainhattan mit einem Augenzwinkern Trost.

Dies ist ein Offener Brief an die sprichwörtlichen “schrecklichen Enkel” des Vilém Flusser (Link: S.28/29), die überall das Ruder in die Hand genommen haben. Die setzen sogar eine ethnologische Ausstellung  über die Alten in die Welt und erzählen dabei etwas von ‚Momentaufnahmen des Alterns’.        Links: FAZ.net und SWR

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Maquette de Piroque DOUALA – l’Acquisition et cetera…

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5 avril 2020 | dvg

Dans la version originale allemande, une courte histoire des Douala au Cameroun constitue la première partie, qui touche des aspects très différentes: les conditions naturelles, la situation géopolitique depuis 1500, l’économie des Doula, le statut des esclaves, l’histoire de la colonisation sur les rives du Wouri, le rôle des marchands blancs, missionnaires et représentants de la puissance coloniale depuis 1884, les conséquences de la christianisation et la situation post-coloniale.
Cette orientation peut toujours être améliorée. Je m’efforce de maintenir l’équidistance de l’historien sans m’impliquer dans le conflit des partis idéologiques. LIEN à la version francaise de la première partie; et LIEN vers la version allemande (la plus actuelle).    24-07-2020

 

PREMIÈRE VUE

Le modèle de bateau d’un mètre de long, que vous voyez devant un mur blanc lors d’un long voyage avec une destination inconnue, a tout pour plaire. Il s’agit d’une composition en deux parties composée de nombreuses pièces en bois qui ont été assemblées et clouées et qui a environ cent ans. La moitié arrière représente une pirogue (pirogue, canoë, pirogue), qui a toujours été un moyen de transport indispensable dans le delta du Wuri – la moitié avant rappelle le bec du Douala attaché pendant la guerre, le commerce, les courses de bateaux festives, mais est extrêmement agrandi et ” baroque dans le symbolisme. >>

Delcommune vs. Boma – Storms vs. Lusinga (Tervuren, ARTE)

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18 mai 2020  |  VERSION FRANCAISE  |  Version allemande > LINK

DEUX ASPECTS D’ UNE “ARTE ” RÉPORTAGE  SUR LA «DÉCOLONIALISATION» DU MUSÉE TERVUREN >>