Archiv der Kategorie: VON DER ELFENBEINKÜSTE BIS KAMERUN

(3.1) Drei Bootsspitzen (tange) der Duala im Vergleich

|

Aktuelle Vorbemerkung

Im Zusammenhang der Recherchen sind beschreibende und erörternde Arbeitstexte entstanden, die auf der Plattform zugänglich sein sollten, da ich sie auch jetzt nicht in einem Essay vereinigen kann. Bootsspitzen (Tanges) und verkleinerte Modelle der Duala-Rennboote sind nicht zufällig Stiefkinder der Forschung. Die allegorischen Darstellungen sind überkomplex und Ergebnis nicht mehr nachvollziehbarer künstlerischer Entscheidungen. Und wer in der heutigen kulturellen Elite der Duala hätte ein Interesse an deren Aufdeckung? Doch näher hinzuschauen, kann auf jeden Fall nicht schaden.

 

Im Beitrag (2.4) über den “Wassergeist Antilope” (LINK) erzählt Henry Drewal etwas über die Tiersymbolik bei den Maskentänzen der den Duala benachbarten und kulturell verbundenen Ijebu. Ich greife zur Einstimmung ein paar Textpassagen auf.

Wilcox bestätigt Parallelen zu den Wassergeist-Zeremonien bei Gruppen in den beiden Flußdeltas und bezieht sich speziell auf diesen Aufsatz „Flaming Crowns, Cooling Waters: Masquerades oft he Ijebu Yoruba“(AA. 1986, 32-40).

Tiere als Vertreter diverser Geister Auf einer Maske  windet sich eine Python über der Stirn und senkt sich zwischen die zylindrischen Augen . Vor der Schlange ist ein Krokodil und ganz vorn an der Spitze auf manchen Masken ein Vogel. Sie alle sind Anspielungen auf das Reich des Wassers”. Die Python gilt als Stammvater der anderen Wassergeister. Das Krokodil ist der Wächter oder „Polizist“ der Geister, und der Vogel ist ein verallgemeinerter Hinweis auf den Fischadler oder Ogolo, einen Vogel, der laut Ijo Botschaften von den Wassermenschen an die Menschen übermittelt.

Einige Tage später kann der aggressive Geist Krokodil erscheinen (Fig..12). Oni, wie er genannt wird, führt einen aktiven Tanz durch den Raum auf und bewegt sich im Takt der Trommeln und der Lieder zu seinen Ehren. Erneut dominieren Vögel und Pythons die Darstellung, aber auch Motive aus der Menschenwelt tauchen auf, denn die klingenartige Form erinnert an ein Paddel.

Hier sind andere durch Masken repräsentierte  ‘Wassertiere’ noch gar nicht erwähnt: Fische wie z.B Hai und Sägefisch, dazu Delfine und Flusspferde und der in der Zwergantilope verkörperte Wassergeist.

‘Alles’ kann für die Beteiligten symbolische Bedeutung annehmen:  Tänzer der Agbo-Maskerade treten oft zu dritt auf. Dies kann auf die Ijo-Zahlensymbolik zurück zu führen sein mag, die Drei der Männlichkeit und den Wassergeistern zuordnet.

 

Informationen des smb. zur “Bootsspitze (tange)” mit der Depotnummer III C 7029

 

Angaben zur Herkunft:  19. Jh. –  Kamerun –  Bucht von Bonny ( ehemals Bucht von Biafra- Duala (Ethnie)

Material/Technik: Holz, geschnitzt, Textilband, Eisen

Maße Höhe x Breite x Tiefe: 184 x 170 x 75 cm (Lagermaß auf Ständer); Höhe x Breite x Tiefe: 109 x 69 x 167 cm

Über den Tange muss das Museum mehr wissen als „19. Jh.“
Fragen: welcher ‚King’ ist damit aufgetreten? Bei welcher Gelegenheit hat der tange Kamerun verlassen? Warum ist die Herkunftsangabe vage? „Kamerun, Duala“
Wurde er früher publiziert oder jemals in Dahlem ausgestellt?

 

Herkunft/Rechte: Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin / Hans-Joachim Herkunft /Rechte: Ethnolog. Museum / Staatl. Museen zu Berlin/Radosuboff (CC BY-NC-SA)

 

Versuch der Beschreibung

(anklicken!)

Der Tange ist weiß (ursprünglich?) mit wohl 6 oder mehr Aufsteckelementen (4 „Szepter“ mit anhängenden hölzernen Glocken). Er ist mit Symbolen überladen. Ein schwer dreidimensional rekonstruierbares Sammelsurium! Von mehreren Originalen? Die üblichen heraldischen Figuren treten gleich mehrfach auf:
14 Männer abwechslungsreich in mit Prestige versehenen Rollen
wahrscheinlich 5 Leoparden (drei sichtbar)
2 Elefanten
2 Chamäleons
mindestens 5 Vögel, darunter zwei große
Die große Schlange ist nur mit einem kraftlosen Exemplar vertreten. Immerhin die Repräsentantin der Wassergeister. Mittag zwei weitere werden festgehalten
Der Mann am Heck hält zwei Seekühe (Delfine?), nein Chamäleons wegen der nach oben gerollten langen Schwänze, an ihren Beinen fest oder : sie sind an seinen Ellbogen befestigt. Sein Brett wird auf dem Kopf getragen von zwei Männern mit abstehenden Ohren.
Davor blickt ein Fischadler (Pelikan) mit Fisch im Schnabel nach vorn
Zwei separate (?)* stehende Männer rechts und links der Mittelachse mit fächerförmigem Kopfputz, zumindest der linke hält zwei Trommelschlegel.
Zwischen ihnen lagert ein Leopard mit dickem langem hochgereckten Schweif, vor ihm auf derselben Stange ein kleiner Mann mit gespreizten Beinen, der offenbar einen Speer waagrecht auf dem Kopf trägt. Nicht dass er kackt, sondern in einer Kraftpose steht wie der Elefantentöter vor ihm (mit Waffe ? senkrecht) und einem Speer, der einen Elefanten während des Kopulierens trifft. Auf dem waagrechten nach hinten gerichteten Speer sitzt ein weiterer Mann mit nach vorn gerichtetem Gewehr.
Auf beiden Seiten sind das vordere und hintere „Szepter“ durch eine Stange verbunden. Dazwischen stehen (vorn sichtbar) zwei Leoparden voreinander, die heraldisch gekurvten Schweife erhoben.
Die Mittelachse ist gleichmäßig gebogen, von ihr zweigt oben das Bett für die kopulierenden Elefanten ab. Ein kleiner Vogel pickt etwas. Unten hängen in der hinteren Hälfte drei verbundene gebogene Elemente, davor eine aus 7 Rhomben gebildete Kette. Eine auffällig dünne wurmartige Schlange zweigt an der Schwanzspitze davon ab. Der Kopf beißt sich mit dem langen Schnabel eines Pelikanvogels.
Vordere ‚Szepter’ sind schmal: zwei „Säulen und Torbogen“ tragenden Männer ist kaum Platz. Den Stab oben in der Mitte kann ich noch nicht deuten.
Im mittleren steht ein Mann im mit Rosetten geschmückten Oval und hält die Seiten auseinander, hält er auch noch zwei Halbkreise bildende Schlangen

Beobachtungen

Die Inflation an ‚großen Tieren’, fast ein Anklang an die Arche Noah („paarweise“)
Die zentrale Bildachse überwuchert die Aufsteckelemente, auch das höchste am Heck.
Kein Realismus, sondern reine Allegorie, technisch verbunden durch viele banale Hilfskonstruktionen
Motive herrschaftlicher Kontrolle, zusammengeraffte Embleme (wie eine Kriegserklärung!)
Deko der Überwältigung nach dem Motto Wir können uns alles leisten
Keine Kolonialmotive!
> Die Aufsteckelemente werden sekundär, nur zitiert, gestohlen, angeklatscht.

 

Enge Verwandtschaft zur  fig. 5, der „Originalfotografie von Herrn Weiler, Kamerun“ aus der Broschüre von Leo Frobenius (1897)

 

Hier (vor 1897) finde ich das Grundmodell für das luxurierende Modell:
Bug aus großem Pelikan (oben) und dünner Schlange (unten)
Lange gebogene und früh gespaltene Mittelachse (zweifellos pflanzenartig ausgerollt) , worauf zwei Säuger kopulieren (als Elefanten unförmig)
In der Mitte zwei sich aufbäumende Schlangen (bei Harter (unten) ist es Blattwerk).

Kann es sein, dass ein für den Typ geltendes Formelement unterschiedlich ausgestaltet wird, etwa als Schlangen – Wasserpflanze – anderswo als Delphin (Frobenius) – oder abstrakt? Die Verwandlungsfähigkeit dieser Wesen steht doch außer Frage.

Fortsetzung:   Zwei nebeneinander hockende Männer, hier bloß die Hände auf den Oberschenkeln ohne Berührung anderer Figuren (las ich bei Ittmann von Ringkämpfen?); der dritte nackte Mann, unterhalb und zwischen den beiden, hält mit diesmal ausgebreiteten Armen die sich aufbäumenden Schlangen, statt in C 7029 im Szepter zwei Bögen auf Abstand zu halten. *
Auf einer Darstellungsebene – bis auf eingesteckte Vogelflügel, einem brezelförmigen Ornament, den seitlichen Stützen der Befestigung des Tange und einem Zapfen, woran rechtwinklig ein weiteres Teil befestigt wäre, das schräg nach unten gereckte Ruderblatt.

* An meinem Modell (1.3) und dem in Chicago (2.1) sind es gefleckte Schlangen, die sich oben in Torbögen verwandeln. Erst das krönende Kreuz dreht die Interpretation um; so könnten die Saugnäpfe der maritimen Fauna und Flora sich als Baldachin darstellen, und aus den stützenden Haltung einer sitzenden Halbfigur (Harter & III C 7029) ein segnender Christus werden. Dabei könnte das Kreuz auch nur das krönende ‚Sahnehäubchen’ auf traditionellen heraldischen und esoterischen (Jengukult) bilden. Es gibt wohl viel mehr Wassergeister in den Tange – auch in meinem – als gedacht.
Gegenüber Frobenius kann man aufgrund des inzwischen erworbenen Wissens über die Gesellschaft und Kulte  der Duala seine allgemeine symbolische Interpretation durch eine vor Ort relevantere ersetzen, die freilich die damals intern gültige gar nicht erreichen kann, wegen der auch ästhetischen Geheimhaltung, Geheimsprache, die alle Kultbünde charakterisiert.

Der weiße Tange von 120cm Länge aus der Slg. Pierre Harter – in schlichter, aber eleganter Ausführung!

Elsy Leuzinger : Die Kunst von Schwarz-Afrika (1972) Abb. O 8 Schiffsbug Duala

Plastische Qualität der Figuren und tragenden Elemente bei beiden, in C7029 bloß zusammengestellt. Die an ihren Rändern gekerbte Mittelachse ist kräftig und trifft vorn mit der Energie des bäuchigen Seevogels und der vom Affen gepieksten Schlange zusammen
Jede Figur gibt ihre Schwingung weiter an die nächste. Die Komposition strebt von beiden Seiten auf ein Zentrum zu, aber der vordere dreht sich noch einmal zum Bug.
Zwei Leoparden rupfen an der mittigen Pflanze. Der linke wird vom Seevogel in den Hals gebissen.
Die betonte Zweidimensionalität des Tange wird von (ehemals) rechtwinklig eingesteckten schmalen Flügeln dynamisiert.

 

Ungewöhnliche Bootsmodelle vom Field Museum und Peabody Essex : “Agira” und “Arche” (2.4)

|

 

Unsere “Virtuelle Reise ins Niger-Delta” (Blog 1.4 LINK zu 1.4) hat uns bereits über Rosalinde G. Wilcox und dem Sammelband “Ways of the Rivers” (UCLA 2002)   mit “Menschen im Niger-Delta”, besonders Ijo und Ijebu, und deren festlichen Wassergeist-Kulten bekannt gemacht. Nicht mit den verbreiteten Kulten der “Mami Wata” verwechseln! (Blog LINK).

Zwei ausgefallene Bootsmodelle führen erneut zu den kulturellen Verbindungen zwischen den zwei Flussdeltas.  Als Provenienz bietet sich “Duala” an, weil sie über einen hölzernen Bootsschnabel (tange) verfügen, aber Duncans Modell in (Blog 1.4)  hat uns gezeigt, dass die gesamte Küste – von den Ijo und den Ijebu-Yoruba im Niger-Delta über die Stadt Calabar bis zum Wuri-Delta in Kamerun – in Frage kommt . Dort  hießen die entsprechenden Wassergeister “jengu” (Blog 1.2 LINK) >>

Duala Kanus und ihre Geschichten (2.3) – Das Bootsmodell aus Krakau (Polen)

|

aktualisiert 9.2. 2022

KONTEXT

Im Zuge der Weiterentwicklung des Blog-Projekts erhält der Beitrag „Duala Bootsmodelle – Gehandelt, deponiert, zerstört, vergessen, wiederentdeckt”  eine neue Zuordnung und wird zum dritten Beitrag DER ZWEITEN STAFFEL “DUALA KANUS UND IHRE GESCHICHTEN”. (2.3)

Bei einigen Objekten habe ich relativ viel über die Sammler erfahren, über die Kolonialgeschichte und das Schicksal von Individuen, und über den Kunstmarkt damals und heute. Das alles war Thema seit ab Sommer letzten Jahres.

>>

“Duala Kanu” (1.5) : “Afrikanische Ausländer” an Kameruns Küste

|

„Afrikanische Ausländer“ – der Ausdruck mag, auf ‘Afrikaner’ in ‘Afrika’ gemünzt, im ersten Moment irritieren, aber er bezeichnet die Situation unendlich vieler Menschen, ja ganzer Völker im postkolonialen Afrika, und nicht nur die von Flüchtlingen. Schauen wir uns an, wie koloniale und postkoloniale Grenzziehungen, aber auch importierte ‘Rechtsordnungen’ in der Region der kommunizierenden Flussdeltas  neues Unrecht geschaffen haben. >>

Les Douala ont façonné l’histoire du Cameroun – version française (F 1.1)

|

21 avril – juin 2020  version allemande LIEN|  traduction de l’auteur 2 juin 2020

La raison de cette présentation de l’histoire est l’achat d’une maquette de bateau du Douala en novembre/décembre 2019 (LIEN 2, LIEN 3)          PRINTS: 92% = 15 PAGES

Avant-propos

La compilation des textes est expérimentale. J’ai lu divers études et j’ai repris leurs perspectives. Plus je lis, plus il y a clairement des lacunes et des écarts entre les représentations. Des traductions étaient inévitables, parfois des traductions inversées aussi. Des images historiques ont beaucoup aidé mon imagination.  Vous pouvez les agrandir en cliquant dessus. Vous trouverez une bibliographie annotée à la fin de cette première contribution. >>

Duala in der Geschichte Kameruns – Hintergrund des Bootsmodells (1.1)

|

Stand: 7.8.2020                                       Vorbemerkung:

Die Textzusammenstellung erhebt keinen streng wissenschaftlichen Anspruch. Ich habe mich vom erworbenen Objekt aus in verschiedene Themen eingelesen. Je mehr ich las, desto deutlicher traten Lücken und Unstimmigkeiten zwischen den Darstellungen hervor. Außerdem waren Übersetzungen nötig. Inhaltliche Überschneidungen konnte und wollte ich nicht vermeiden. Ich denke: Für das Verständnis eines so interessanten historischen Objekts wie des Modells einer Piroge der Duala, ist ein fehlerhaft gezeichneter Hintergrund besser als gar keiner.

In einem zweiten Beitrag schildere ich den Erwerb und diskutiere Herkunft und Kontext des Bootsmodells (LINK). In einem dritten folgen Objektbeschreibung und Deutungsversuche (LINK). Ein Freund hat vorgeschlagen, mit dem zweiten Beitrag zu beginnen. Warum nicht? >>

Geschminktes Mali – mein Blues bei „Mali Blues“ (Lutz Gregor 2017)

|

Filmkritik

Die ersten sechzig Minuten   (Geschrieben am 13.8.2017)

Ein Geschenk also. Der Schenkende hatte keine Chance, die DVD–Verpackung steckt voller kleiner Lügen. (LINK), ( L. Gregor LINK) >>

Nigeria in der Falle der Kolonialgeschichte – nach Johannes Harnischfeger (2006)

|

95% = 6 S.

Demokratisierung und Islamisches Recht“ : Johannes Harnischfeger analysierte 2006 nicht nur den „Scharia-Konflikt in Nigeria“ 2002

Kursiv gedruckte Wörter und Sätze sind Originalzitate aus der Studie

Die Studie ist zu Recht in der Reihe „Studien des Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung“ (Band 51, im Campus-Verlag) erschienen und nicht in einer Reihe der Afrikanistik oder Ethnologie, auch wenn sie detailliert und anschaulich Verhältnisse und Historie vor allem des postkolonialen Staates Nigeria schildert.

Sie regt zu grundsätzlichen Fragen an – zur Sicherheitslage wie zur Innenpolitik – und sollte vor allem der ‚linken’ politischen Öffentlichkeit in Deutschland zu denken geben. Man denke nur nicht, dass alles halb so schlimm sei, da der „Scharia-Konflikt“ nun bereits sechzehn Jahre alt ist und das System „Nigeria“ immer noch recht und schlecht funktioniert!

Trotz klarer Struktur, allein aufgrund seiner Fülle an Informationen, lassen sich die einzelnen Aspekte der Problematik kaum isolieren. Ich habe drei Themen ‘filettieren’ können: 1. Die historische Islamisierung der Region ist bereits im Netz (in ‚Heidenmission’, Link), 2. die kolonialen Wurzeln des aktuellen politischen Grundkonflikts, 3. die Übertragung der Überlegungen Harnischfegers auf Europa  und seine Probleme mit dem Islam. >>

Soziale Verteidigung im Norden der Elfenbeinküste 1990 – 2011

|

1985 wechselte mein Interesse  von der Côte d’Ivoire auf Polen, DDR und China. 1990 warf ich noch einen kurzer Blick in das bankrotte Benin mit der vagen Hoffnung auf eine westafrikanische „Paristroika“, wie man damals sagte. Hoffnung auch für die Elfenbeinküste? –

Jetzt nach dem Bürgerkrieg lese ich einen Aufsatz in französischer Sprache des Basler Ethnologen Till Förster. Der Titel lautet frei übersetzt „Frieden in einer Kriegszone. Die ivorische Krise von unten und über einen langen Zeitraum betrachtet“.

TILL FÖRSTER  :  LA PAIX DANS UNE ZONE DE GUERRE. Politique africaine no.148 – décembre 2017, p.109-129

Überraschende ‚Inseln des Friedens’ in dem Bürgerkriegsland. Ihre konkrete Entstehung und die Bedingungen dafür bilden das Thema der Studie. Der Blick richtet sich auf das Senufoland im Norden, also auf die Gegend um Korhogo und Boundiali. Till Förster kennt sie durch lange Feldforschung ab 1979 genau und bereist sie seither regelmäßig.

>>

Social Defense in Northern Ivory Coast 1990 – 2011 (Blog version)

|

I published a Short Report of the Study in my Blog (in German)   Here is an English Translation in a provisional version!   21.5.2018  v.Graeve  (Revised 6.8.2018)

TILL FÖRSTER: LA PAX DANS AND ZONE DE GUERRE.
Politique africaine no.148 – décembre 2017, p.109-129

The term ‘social defense’  may be not as common today as it was in the seventies and eighties (Link: Wikipedia), but it fits to the features of the crisis and activities described in the essay. 
The title of Till Förster’s dossier says freely translated: “Peace in a War Zone. The Ivorian crisis viewed from below and over a long period”. The focus lies on ‚Islands of peace’ in the area around Korhogo and Boundiali on the Ivory Coast. The author has done extensive fieldwork ever since 1979 to the present. >>

Als moderner Candide bei den Senufo. Nachwort 2018 zum Reisebericht

|

Im März 2018

Hier die Links zu den Kapiteln: (1)   (2)   (3)    (4)    (5)

Endlich schaffe ich es, den Reisebericht 1985 von der Elfenbeinküste abzuschließen. Das dritte Kapitel von den Senufo war am kniffligsten.
>>

Bericht von der Elfenbeinküste 1985 (5) – Zurück an die Küste

|

Links: (1)   (2)   (3)    (4)

Die Notizen werden nach drei Wochen dünn, obwohl ich noch einiges erlebe: das Künstlerheim von Djiré Mahé und eine kreative Möbelwerkstatt in Bingerville. Auch den greisen Enzyklopädisten Borremans. Ich genieße den Strand von Grand-Bassam und verliere meine Brille in der Brandung. Ich könnte heiraten. Nein, nicht Assita, die unglückliche Poetin aus Ferké. Ich schaue mir in Abidjan die neueste und größte Kathedrale an und laufe vor der Polizei oder wem auch immer davon, als man mich aus einer Limousine ruft…

>>

Bericht von der Elfenbeinküste (3) : Senufo

|

C.I. Dia 016x P.Zeicnungen

 Im Dorf  Poundiou >>

Bericht von der Elfenbeinküste (4) : Zurück!

|

Zurück in die vertraute Welt der Provinzstädte! >>

Bericht von der Elfenbeinküste 1985 ( I ) Abidjan – Bouna

|

Vorwort

In China, Kenya, Senegal und Algerien war ich bereits gereist, aber dieses Mal zog ich allein los. Ich fuhr im Juli und August 1985 ohne festen Plan mit Bus und Buschtaxi durch die Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire). Ich besuchte niemanden, wurde nirgends erwartet und fühlte mich doch sicher, zumindest außerhalb der Metropole Abidjan. Damals lebte man auf dem flachen Land noch beschaulich. Die Polizei schien der einzige Unsicherheitsfaktor zu sein.         

Heute verfolge ich auch mit Interesse, wie der knapp über Vierzigjährige, den man gelegentlich für einen amerikanischen Studenten hielt, auf neue Situationen reagierte, nicht nur die ‘politischen’ Eindrücke, die mir damals so wichtig waren >>