

           Sie gefiel mir sehr und ich fragte mich: Wer war Dr. Robert Flie�
Ein Studierender gleichen Namens am Berliner Psychoanalytischen Institut wird als âfellow studentâ zum Beispiel von Erich Fromm und RenĂ© Spitz genannt. (The Annual of Psychoanalysis, V.32; editors: Jerome A. Winer, James W. Anderson, Routledge 2013, Link) . Ein unfertiger en-wikipedia-Artikel (Link) belĂ€sst Robert im Schatten seines berĂŒhmten Vaters Dr. Wilhelm Fliess, dem engen Freund und Vertrauten von Sigmund Freund. Freud fĂŒhrte z.B. mit seiner Hilfe seine Selbstanalyse durch, die Familien hielten engen Kontakt â bis 1903, als sich die VĂ€ter zerstritten.
Einen völlig anderen Zugang bietet die als pdf erschienene Studie von Lawrence Ginsberg in der Web-Publikation âinternationalpsychoanalysis.netâ. Es handelt sich um eine fĂŒr Laien sperrige Zusammenstellung aus verschiedenen Quellen auf 42 Seiten: Kontakte, Zitate und Versuche zur Bewertung, fĂŒr weitere biografische Forschung bereit gestellt.
Der Titel âROBERT W. FLIESS (1895-1970): A Beneficiary and/or Forsaken Casualty of Classic Freudianism? â â auf deutsch: NutznieĂer und/oder verwahrlostes Opfer des klassischen Freudianismus?âÂ
Nach der LektĂŒre möchte ich salopp umformulieren: Ein Heranwachsender inmitten der wilden Jahre der Psychoanalyse, natĂŒrlich Opfer einer Umgebung, wie sie Eva Weissweiler in âDie Freuds â Biographie einer Familieâ (2006) detailliert beschrieben hat: verknĂŒpft mit der âfeudalenâ Familienstruktur des wilhelminischen BĂŒrgertums eine verantwortungslose Ausforschung der eigenen Kinder aus wissenschaftlicher Neugier, missbrauchtes Vertrauen, die Vermengung privater Beziehungen und Freundschaften mit Theoriestreit und KonkurrenzâŠ.Der Autor empfiehlt am Ende seines kurzen Vorworts explizit: Future biographers are likely to reconsider progressions through his professional career as a reputed survivor of child-abuse and/or parricidal-like phantasies. (2) deutsch: âKĂŒnftige Biografen werden wahrscheinlich die durch seine Berufskarriere bewirkten Fortschritte Roberts als Ăberlebender zu vermutenden Kindesmissbrauchs und / oder vatermörderischen Phantasien ĂŒberdenkenâ.
Der im Januar 2018 Link funktionierende Link verweist uns bereits ein Jahr spĂ€ter bloss noch ĂŒber die Suchfunktion auf ein paar hundert Seiten lange Liste im âArchiveâ. Ich bin froh, hier wenigstens die folgenden AuszĂŒge prĂ€sentieren zu können. Ich stelle im Folgenden bezeichnende Zitate aus den ersten 12 Seiten zusammen:
Elenore (1974), in an earlier account, portrayed her long-deceased father-in-law as ââŠcharming to patients and acquaintancesâ while âa tyrant at home.â (6)
By 1982, Elenore (FlieĂ, Roberts Ehefrau) came to allude about Robertâs early family life as having included âa forbidding father, a subservient mother and meals with the servantsâ. Eine mochte ihn besonders und kochte seine Leibspeisen.
Elenore (1982, op. cit.) was not known to have ever met Ida Fliess, whom she termed âa Viennese heiress, daughter of a cultured familyâŠan accomplished amateur pianistâŠgracious hostessâ who led a salon in Berlin frequented by musicians, artists and literary figures (8)
In the Fliessâs âfamily myth,â Freud was known as Robertâs âUncle Doctorâ. (3)
Fliess kept a daily record book in which he recorded his firstborn sonâs (Robert) every maturation milestone, affliction, and trace of sexual activityââŠ.(4)
We may never become privy (eingeweiht) to whatever childhood and adolescent traumata or abuse Robert may have been exposed to at the hands of either parent. (12
A âLONERâ â Robert: âIt has taken me time to recognize my isolation as another blessing: I had never to please anyone and have been undisturbed in listening to my own âcritical institutionââŠâ (5)
Robert leistete im Ersten Weltkrieg vier Jahre Frontdienst, erlitt durch eine âKriegsneuroseâ (shell shock) eine BeeintrĂ€chtigung des GedĂ€chtnisses und einen tic bei Belastungsstress. (13) Er studierte anschlieĂend Medizin und war Assistent an der CharitĂ©. Er kehrte in die GroĂe Familie zurĂŒck. Er wurde selber Psychoanalytiker und begann 1927 die Ausbildung mit der Lehranalyse. Dann â er war 33, starb sein Vater 1928. Damals sprach er auch mit âOnkel Doktorâ Freud ĂŒber ihn.
Robertâs formal psychoanalytic training began at the Berlin Psychoanalytic Institute shortly after founder Abrahamâs early death (1927):ââŠKaren Horney was there and Ernst Simmel. Ferenczi would have put in guest appearances. But more than lectures, however, what the student groupwould remember was the âKinder SeminarsâŠâ (E. Fliess, 1974, p. 14). (13)
Robert was 37-years of age when he graduated (1932) from the Berlin Psychoanalytic Institute. According to a later account of his wife, he had been employed as: âa medical journalistÂł for the foremost Berlin daily.
Diese âfĂŒhrende Berliner Tageszeitungâ war die âVossische Zeitungâ! Nun erklĂ€rt sich der wie eine Fanfare schmetternde Satz mtten in der Ausstellungsrezension:
âUnd was sagen die Kinder dazu? Man will sie hören. Man hat sie zeichnen lassen. Der Studienreferendar Dr. Fritz (sic!) hat sie zeichnen lassen, die DreizehnjĂ€hrigen. Thema: âErziehungsfehler unserer Elternâ AusfĂŒhrung: Sechs reizende Bilder, sĂ€mtlich mit Unterschrift. âŠâ Es lohnt sich, aufmerksam weiter zu lesen.
Robert wusste, wovon er sprach. Hier ging es um viel mehr als die seelische Not im bedauernswerten Proletariat! Fast vierzig Jahre spĂ€ter wurde â in Westdeutschland â âdas Kindâ wiederentdeckt, zusammen mit den Theorien der Weimarer Zeit. Heute befinden wir uns mitten in irgendeiner Phase einer globalen Erziehungsrevolution. Gut? Ja und Nein. UmwĂ€lzung? Aber ja! âPsychische Gesundheitâ? Wohl kaum!
So viel fĂŒr heute! Die fehlenden Ăbersetzungen folgen vielleicht wirklich noch. 22.5.18