Monthly Archives: Dezember 2016

Zwei Gesichtsmasken der Mitoko (Metoko)

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  Erste Annäherung, nicht mehr

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Die erste Gesichtsmaske (August 2016)  –  eine Meerkatze?

 

Ein Kasten mit Griff, den sich der Tänzer vor das Gesicht hielt. Aus einem Stück. Höhe: 37 cm (Korpus 29), Breite 35 Br.(Ohren je 3cm) Tiefe bis 17 cm

Routinierte handwerkliche Arbeit: Innen ist der Kasten gleichmäßig als Wanne mit sicheren Axt-Hieben (an den Spuren erkennbar) ausgehöhlt , gleichstarke dünne Wände, leichte Verdickung oben und unten, saubere Übergänge bis an einer kleinen Stelle rechts, wo vielleicht die Nähe zur Schläfe eine Korrektur nicht empfohlen hat. Weiterlesen…

Masken Ituri-Stil Lese/Bira „Leopard“

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Die Wucht diese älteren Maske aus dem Bereich Lese (Stil IX) wirkt sofort, ist aber nicht leichtlese-fenster-img_7887_2 zu  erfassen, weil die gebogene Holzscheibe klein (23.5 cm hoch) und durch den Gebrauch verblasst ist. Sie schreit nicht theatralisch oder doch so leise, dass man es überhören, übersehen kann.

Es würde sich lohnen, sie zu zeichnen. Ich habe versucht, sie halbwegs adäquat zu fotografieren. Das ist nicht einfach, sie ist kein Brett, ihr Bau erinnert an aerodynamische Entwürfe. Wenn sie auf dem Plexiglasständer schräg auf dem Tisch steht, ist sie eindrücklich, auch von der Rückseite, die kleine energiegeladene gebogene Holzscheibe in genau ‚stimmiger‘ Größe mit den verdickten Partien im Stirn- und Nasenbereich, so wie man sie auch in der Hand hält. Ein Leichtgewicht (195 g) und dreidimensional. Weiterlesen…

Die Indianer dürfen kommen, aber nichts anfassen

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Vor einem Jahr (7.12.2015) machte eine Dokumentation auf 3-SAT die Anstrengungen Berliner Ethnolog(inn)en öffentlich, das Kulturerbe ausgewählter südamerikanischer Indios „ab 2019“ in jeder Hinsicht korrekt für das großartige neue Humboldtforum aufzubereiten. Das Filmteam durfte die Forscher(innen) zu den heiligen Strohhütten der Kogi am Strand von Kolumbien begleiten und ebenso am Gegenbesuch in Berlin teilhaben. Ich fand das Ergebnis so zeittypisch, dass ich gleich diese gallige Notiz verfasste. Inzwischen fand ich auch den Link wieder, und er funktioniert (noch). Bilden Sie sich selbst ein Urteil.

Hinweis  2.2.17  :  37 x ist der Beitrag bisher angeklickt worden, auch aktuell, danke! Einen passenden Artikel vom 4.1. in der FAZ (Seite N3) werde ich am Ende kurz zitieren.

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Kongo – Yombe : Ein kleines äußerst lebendiges Szepter

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Ein kleines, äußerst lebendiges Szepter von 30 cm Länge, ein Herrschaftszeichen aus leichtem Holz, bequem zu tragen

Von einem Schmelz wie oft bei Ewe-Ibedji, bloß anderem, ebenso hellem, aber langfaserigem Holz, welches gegen die Faserrichtung das pflegende Öl aufgesaugt hat. Dessen dünne Schicht verliert sich mit belebenden Effekten: Flecken.

Im Vergleich beispielsweise mit einer entsprechenden Doppelfigur der Mbala bei Bwoom ist das bildnerische Thema souverän gelöst. Ich denke schon an moderne Skulpturen der 20er oder 30er Jahre, an die entspannten Tierplastiken von Mataré, sogar an Käthe Kollwitz‘ Zeichnungen von Müttern und Kindern mit runden Köpfen und wunderbar vereinfacht, ( The Mothers, 1919 , 43,5 x 59,1 cm), Gallery St.Etienne). Weiterlesen…

Kongo – Das schon empörend simple Kruzifix

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L 29,5 cm, Br. 14,5 cm; Holmen längs: 5 cm, breit: 4 cm; Dicke 3,5 cm.

neben altrussischem Bronzekreuz

neben einem altrussischen Bronzekreuz

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Haltung und Techniken traditioneller Tuschmalerei – Notiz

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von Wiegmann handschriftlich auf zwei Blättern festgehalten. Beim Abtippen wird der Eindruck unabweisbar, dass Wiegmann einen traditionellen Text, der ihm wohl in englischer Übersetzung vorlag, übernommen hat. Indizien dafür für markiere ich in der Transkription unten mit einem *. Leider hat er nur eine Rohübersetzung verfertigt in ungewohnt holprigen Stil.

Zum Text scheinen mir drei Reproduktionen zu passen, zwei als Fotos, eine als Fotokopie. Wiegmann hat zu einem traditionellen Rollbild (Schwarzweißfoto) Nachzeichnungen gemacht, an denen die ästhetische Norm sich entdecken und veranschaulichen lässt. Hoffentlich können Sie etwas damit anfangen.

 

Haltung, Abläufe und Techniken

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Alter Lehrer, alter Schüler

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Der Adressat des Briefs, Floryan Zgainski,  überlebte Wiegmann um siebenundzwanzig Jahre. Er hob das Blatt sorgsam auf. Ob er die Ratschläge seines Freundes und Lehrers beherzigt hat?  Als langjähriger Spezialist für die Farbreproduktionen des DuMont Kunstbuchverlags Köln hatte er ein gutes Auge. Er malte gern Landschaften bei seinen Aufenthalten  in Oberitalien. Weiterlesen…

Ein naiver Nutzer der Stadtbücherei fragt 2003 ….

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Du hast  doch nichts kapiert! Etwa den Trend der Zeit? Was die Kunden wollen? Wohin die Reise geht?  Wie unsere Institutionen arbeiten? Was erwartest du denn? In welchem Jahrhundert lebst du? Meinst du, alle hätten auf dich gewartet? Wir integrieren doch nicht Leute wie dich! Stell dich erstmal hinten an! Und zwar in der richtigen Schlange! Die Deutschen haben so eigenartige Vorstellungen: Antiquariate, dass ich nicht lache! Was denkst du, wieviel Medien – Bücher, phh!!! – wir täglich verarbeiten, ich meine zusammen mit dem Computer! Warum schreibt Ihr auch soviel? Muss denn jeder Quatsch gedruckt werden? Aber das ist nicht unser Bier!  Meldet euch an, registriert euch und haltet die Klappe, bis wir euch für eine Studie  aktivieren! Wir sind selber nur arme Schweine. Wir kriegen die Titel von höheren Ebenen aufgedrückt. Die Entscheider kennen wir auch nicht. Früher konnten wir noch aussuchen. Und unsere ausgesuchten Bücher wurden auch gelesen. Heute sind wir froh, wenn wir damit nichts zu tun haben. Volksbücherei hieß das früher!  Haha!

Es folgt ein Briefwechsel aus vergangenen Zeiten. Heute sind Stadtbüchereien eher Wärmestuben mit Reiseführern und anderen Ratgebern, Romanen, e-Books, DVDs , CDs. und einem Veranstaltungsprogramm. Unglaublich, was sich alles verändert hat. Ich käme heute nicht mehr auf die Idee, einen solchen Brief zu schreiben. Er war, wie die Antwort der Bibliotheksleiterin zeigt, hoffnungslos altmodisch.      10.12.2016

Aktueller Link : FAZ 5.3.2017   „Der Phantomleser“ von Andrea Diener

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ROMAN Karfreitag, 18.4.03

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Franz hatte noch nie einen Roman gelesen. Jedenfalls wollte er sich an keinen erinnern. …

So oder ähnlich sollte das Buch anfangen, das lauter leichtfertige Ausflüge in die Theorie aufnähme, denen anderswo eine solche Aufnahme verweigert würde. Vermutete er jedenfalls. Man weiß ja nie. Weiterlesen…

Bildungspolitik, ein schlechter Witz

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Erst kam im Dezember 2002 die Schülerzeitung „möeh“ mit ihrem irgendwo geklauten Witz und dann der ‚Pädagogische Tag“ zu „PISA und Lesekompetenz“, zur mangelnden Lesekompetenz, gemeint waren z.B. Telefonbücher und Fahrpläne, der Rest ohnehin. Es war der Moment der Enttarnung der Gängster mit Ärmelschonern in Deutschlands langweiligster Landeshauptstadt. Und der dauerte nicht länger als eine Schrecksekunde. Genießen wir noch einmal den Moment davor! Weiterlesen…

In der „Galerie Kronberg“ im Januar 2001

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Im Januar 2001 bekam Fritz Wiegmann eine kleine Ausstellung zusammen mit seinem Freund, dem Bildhauer Willi Schmidt in den Räumen der genossenschaftlichen Künstlergalerie „Galerie Kronberg“. Es waren Bilder der Dreißiger Jahre oder von ihnen inspirierte Bilder. Die späten Alpenlandschaften blieben außen vor. Das öffentliche Interesse war überschaubar. Weiterlesen…

Zwischen Stilleben und Landschaft – Taschenalbum 1932

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f-wiegmann-taschenalbum-1930er_xxEin kleines Taschenalbum von 11 cm Breite und  6 cm Höhe, in rotes Kunstleder gebunden, enthält heute noch sechzehn fotografische Reproduktionen von Bildern Wiegmanns vom Beginn der dreißiger Jahre. Die kräftigen Hochglanzfotografien von 6 x 4 cm  bis 8 x  5 1/2 cm  sind auf hellgraues oder grünes Papier geklebt, passend für die Zellophan-Taschen. Wir blicken auf sie wie aus großer Entfernung. Sie wirken in ihren kräftigen Schwärzen wie Miniaturen. Man ahnt mehr als man sieht. Details gehen unter, aber das scheint den Benutzer nicht zu stören. Die Bilder sind einfach da. Ikonen. War dies ein Album für die Westentasche, für das Reisegepäck zur eigenen Rückversicherung oder als künstlerische Visitenkarte für unvorhergesehene Gelegenheiten? Weiterlesen…

Widmung des Malers Zhang Da Qian 1937

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Zhang Da Qian

Bei seiner Arbeit für Dubosc begegnete Wiegmann angesehenen Malern wie dem namhaften Traditionalisten Zhang Da Qian. Er war für Dubosc als Kenner der Qianglong-Malerei eine Schlüsselfigur. Erhielt Wiegmann das Albumblatt von Luo Ping etwa durch seine Vermittlung? Weiterlesen…

Das chinesische Jahr – Wiegmann 1936/37

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Der Peiping Chronicle stellt Wiegmann dem Kreis der Ausländer vor

Der Empfang durch den PEIPING CHRONICLE, Sunday February 16, 1936 : Renowned German Portrait Painter In Peiping after Sojourn in Spain  (Zeitungsausschnitt).

Der anonyme Artikel  resümierte den Bildungsgang des Künstlers in einer Weise, die das Publikum  auf seinen ‚personal style‘  neugierig machen musste, um sich schließlich auf seine Porträtkunst zu fokussieren und mit der Erwähnung von ‚many exhibitions in Europe as well two in the United States‘ und Verkäufen an ‚the famous Frank Osborne collection‘ zu schließen. Weiterlesen…