Archiv fĂŒr den Monat: November 2016

Stress mit zwei ‚Nkishi‘ (Songye) im Dez.2015

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5.Dez.

Der Nkishi, der BeschĂŒtzer der Familie! BodenstĂ€ndig, robust, zuverlĂ€ssig. Wie eben Schutzengel nicht nur bei den Songye sind. Keine sensible Natur wie der entnervte Schutzengel in der ErzĂ€hlung ’Schuld und SĂŒhne’ von Slawomir Mrozek! (‚Der Elefant’, Henssel Verlag, Berlin 1962, S.149-153)

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Wohl kein aus seinem Wirkungsfeld entfĂŒhrter Kerl, aber auch keine graue Ruine. Die Besitzer, inzwischen wohl die Erben, haben ihm den auf dem vorgestreckten Bauch lagernden Medizinsack abgenommen, aber den strammen Rock, die Ohrpinsel, das Haarkleid aus Wildleder sowie das krĂ€ftige Antilopenhorn, weiß gesprenkelt, gelassen. Unter den Augen des deutschen Zöllners musste Wa. die (Haare) poils einer von modernen internationalen Abkommen geschĂŒtzten Meerkatze abschneiden, um damit die Grenze passieren zu können. Zweite ‚Desakralisierung’, diesmal ‚politisch korrekt’. Ist doch nicht untypisch fĂŒr die uns umgebende Welt! >>

The power of the Nkishi in the leather skirt (Milembwe – Songye)

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published 17 february 2017

Original version 22 november 2016  

The attached picture numbers ( no ) refer to the monograph by Francois Neyt : La redoutable Statuaire Songye d’Afrique Centrale, Fonds Mercator, Antwerp (5 continents) 2004.

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‚Kriemhild‘ vom Lomami – Eine Nkishi der Songye

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Im prallen Leben am 15.11.2016

Im prallen Leben am 15.11.2016

Der exotischen Figur scherzhaft einen Namen geben? Geht das? Ich verweise auf das Vorbild eines Sammlers nepalesischer WĂ€chterfiguren und – der theoretischen Absicherung wegen – auf James Clifford, dessen Ermutigung im Aufsatz „Über das Sammeln von Kunst und Kultur“ (dt. in „Neger im Louvre – Texte zur Kunstethnographie …“, Hrsg. M.Prussat und w.Till, Fundus-BĂŒcher 149) ich noch immer nicht vorgestellt habe. Es geht dort um „Aneignungen persönlicher Art“, damit solche Objekte „wieder zu objets sauvages werden, Quellen der Faszination mit der Kraft zu beunruhigen“.(S.305)

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Die Kraft der Figur im Lederrock (Nkishi, Milembwe – Songye)

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Die  angefĂŒgten Abbildungsnummern ( no. ...) verweisen auf die Monografie von Francois Neyt: La redoutable Statuaire Songye d’Afrique Centrale, Fonds Mercator, Antwerpen (5 continents) 2004.

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Nkishi-Figuren der Songye Die Vierseitige und die Zweiseitige

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Ich denke, ich sollte in der nĂ€chsten Zeit ein paar Beschreibungen, wie sie bereit liegen, hinaus schicken. Bei dieser TĂ€tigkeit erschließt sich dem Auge und dem GedĂ€chtnis schon so manches Detail. Der Kontext soll nachziehen, das ist auch spannender.

   Rein weiblicher Doppelstempel aus extrem schwerem Holz mit ovaler Schnute

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Der Arm teilt sich doch tatsĂ€chlich am Ellenbogen in zwei Richtungen. Die Torsi spiegeln einander ebenso wie die Köpfe, bloß um 90 Grad verdreht. Die Ladung besteht aus einem – mit einem noch kleineren verstĂ€rkten – abgebrochenen Hörnchen und zwei schmalen WĂŒlsten, die aussehen wie abgerutschte Bikini-Oberteile. – Ich verjuxe wieder einmal, was fĂŒr manche relevantere Betrachter bitterernst sein mag.

Augen und die vorgeschobenen Lippen (protruding lips)sind sinnlich, expressiv. Im Lampenlicht zum Beispiel am Schreibtisch gewinnt die Figur noch. Sie ist von der Konzeption her großzĂŒgig (plain), aber mit 44 cm auch fast so groß wie die ‚vollstĂ€ndigen‘ Figuren mit Beinen, FĂŒĂŸen und Sockel. MĂ€chtige Volumina. Der Physiognomie nach eine Riesin. Das Gewicht ist phĂ€nomenal, fast drei Kilo. – Ich kenne solche Frauen und halte respektvoll Abstand.

Nicht unerhebliche Details: die LĂ€nge der Finger, der platte Nabel, das dĂŒnne Kinn, die nur unauffĂ€lligen Unterschiede zwischen den Gegenseiten.


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Prestige Ă  la Dengese (Ndengese)

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DENGESE Kopf- und NackenstĂŒtze 62 cm (Kopf 12, Hals 4,5, Schaufel 44, alles vorn gemessen)

dengese-quer-img_6707Festes und dichtes Holz. Einige Jahrzehnte verwendet und gepflegt. Dunkle Glanzpatina, gepflegt auch in den schmalen Schwundrissen. Spuren von Abnutzung am unteren Ende, an rechtem Ohr, Nasenspitze und den ĂŒblichen Stellen der Unterseite. Der Spiralhals (vier WĂŒlste) scheint die bevorzugte Stelle zum Greifen, auch das Kinn glĂ€nzt stĂ€rker. Vor dem Verkauf noch einmal gepflegt.

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Eure Lehrer – Fotos der Achtziger Jahre (Probelauf)

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Wie Ihr sie kennt? Nicht kennt? Sie auch kennt? Ich dachte mir, was kann ich Besseres anfangen mit gelungenen SchnappschĂŒssen als sie unseren Fans (oder?) vorzuwerfen? Zum Suchen, Raten, Erkennen und Freuen/Ärgern. Die Abgebildeten sollten es gelassen aufnehmen. Schließlich hingen die Fotos alle schon einmal – damals – in der Pausenhalle. >>

Wiegmanns Kollege Rudolf Ausleger – die Alternative?

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Hat Fritz Wiegmann in seinem Leben die falschen Entscheidungen getroffen?

KĂŒrzlich machte man mich auf die Ebay-Auktion eines kubistischen Bildes von Wiegmann aufmerksam. Es wurde zusammen mit einem von Rudolf Ausleger angeboten, dessen Preis allerdings dreimal so hoch war. Ein Signal?

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Michael Stadtler und Rolf Köhler, die Tröster

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Wie hĂ€tten wir Lehrer die AKS ĂŒber Jahrzehnte ertragen, ohne die Hilfe der beiden? Stadtlers Postwurfsendung von 1985 fiel mir dieser Tage wieder in die HĂ€nde – ihr Anlass ist lĂ€ngst gleichgĂŒtig. Findet sich doch jederzeit leicht ein neuer Anlass. >>

Walter Felsenstein 70 – Freund (?) und Zeitgenosse (1971)

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Die beiden Zeitungsausschnitte – möglicherweise aus FAZ (Feuilleton) und Frankfurter Neue Presse, um den 31.Mai 1971 – habe ich seit langem, deshalb sind sie ja auch ordentlich vergilbt. Wiegmann schwĂ€rmte von der Opernkunst Felsensteins und konnte seine eigene WertschĂ€tzung in den Artikeln wiederfinden. Sie verstanden einander sehr gut. Wiegmann selber inszenierte ein wenig an seiner Schule.

Bei einem Besuch in Berlin am 26.11.2019 korrigierte Felsensteins Sohn Christoph das Bild ihrer ‚Freundschaft‘,  das Fritz Wiegmann mir von  in der Nachkriegszeit erweckt hatte. Ich zitiere aus dem Blog BĂŒhnenbilder zur „Zauberflöte“: “

Die SchlĂŒsselfigur war Maria Felsenstein, in den dreißiger Jahren Disponentin bei der UFA, bei Tobis. Sie hatte Walter bei seinem Film mit Paul Kempf „Ein Windstoß“ (1941-42) kennen gelernt. Nach dem Krieg wurde sie eine unermĂŒdliche Weltreisende mit Kamera. Ein schönes Foto von ihr sehe ich im Arbeitszimmer. Ich glaube, es passt in diesen Blog.

Christoph Felsenstein:

  • Eine Beziehung zu Walter ist nicht entstanden, Walter hatte gar nicht den Kopf dafĂŒr.
  • Etwa dreimal waren sie auch im Theater und bei Proben zusammen.
  • Mutter hat die beiden immer zusammengebracht.
  • Sie hat manchen KĂŒnstler bei ihrem Gatten protegiert und hartnĂ€ckig nachgehakt. Meine Mutter war zu allem fĂ€hig. (lacht).
  • Sie hielt seit den dreißiger Jahren viel von Fritz, ja bewunderte ihn.  Doch wir kommen zu keinem Ergebnis, in welchem Milieu sie sich kennen gelernt hatten.

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