CORONA-FIEBER DIE ERSTE STAFFEL 01-13

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(seit 24.5.2020)

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“Wann wir schreiten Seit’ an Seit’ …fühlen wir, es muss gelingen. Mit uns zieht die neue Zeit” (politisches Lied 1916, LINK)

Momentan sind Geo-Strategen im Vormarsch, um “normative Standhaftigkeit des Westens” im Schulterschluss gegen China und andere ‘Schurken’ zu propagieren.

Das kommt mir bekannt vor, vielleicht, weil Henry Kissinger noch zu Lebzeiten (*1923) Auferstehung feiert , z.B. in Maximilian Terhalle’s demagogischem “Plädoyer für eine machtgestützte Sicherung des Westens” (Doppelrezension, NZZ 20.8.20 – LINK)

Kissinger, jener deutsch-amerikanische Professor, der als “Realpolitiker” für das lange Hinauszögern der US-Niederlage in Indochina,  für den Putsch in Chile und diverse Kollateralschäden der imperialen Interessenpolitik federführend war. Noch vor zwanzig Jahren wurde er als “Kriegsverbrecher” gehandelt (Hitchens), freilich nur theoretisch, denn die USA haben schlicht keine Kriegsverbrecher und paktieren nicht mit Diktatoren.                 9.9.20

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Bundespolitiker zeigen sich erschüttert über Fernsehbilder vom Herumschwenken ungültiger angeblich deutscher Staatsflaggen vor dem Reichs(?)tag – ja “Reichstag”.

Wie beruhigend, dass wenigstens sie die gültige kennen und sich nicht täuschen lassen. Vielleicht sollte man sie noch mit der Flagge der DDR auf die Probe stellen! Wo wir schon bei Zusätzen sind, hier ist mein Vorschlag für einen Flaggenaufdruck: “Die Verehrung ungültiger Hoheitzzeichen ist streng verboten.”        31. August 202

11

Gestern bekam man in der FAZ die Zukunft europäischer ‘Urbanität’ in einer grammatischen Vergangenheitsform vor Augen geführt, als nostalgischer Text “Es war einmal – Gang durch eine zerstörte Stadt”, aufgeladen von der orientalisierenden Fassade des Sursock Museum in Beirut (Foto von 1970) – Nun zu finden bei de Boeck “Das Lachen Kinshasas”   9.8.20

 

10

In der “Zusammenstellung der meistgelesenen Buchrezensionen dieser Wocheder NZZ aus Zürich findet sich zuverlässig eine Portion Fliegenschiss. Warum wohl wurde Klaus Theweleits “Warum Cortés wirklich siegte. Technologiegeschichte der eurasisch-amerikanischen Kolonialismenrezensiert unter dem bezeichnenden Titel: Haben die Gehirnstrukturen der Europäer den Kolonialismus ermöglicht?Um Extra-Clicks zu generieren. Habt Mut zu echten “Empfehlungen”. Wahrscheinlicher ist die Wiederholung in der kommenden Woche.      9.8.20

 

9

Menschen sind ‘unvernünftig’, wie angeleinte Hunde zerren sie nach hier und nach da. Nur noch selten erinnern sich Experten, Politiker und Bürokraten an das starke Gefühl ganz zu Anfang des ‘Stopdown’, ‘Verantwortung zu tragen’.

Jetzt ertrinken die Effekte ihrer Entscheidungen in einer Flut unbeabsichtigter Nebeneffekte. Die Reisebranche ist ein Wirtschaftszweig, Bildung ist umsonst. Woher soll noch die Kraft kommen, wenigstens ein paar gute Vorsätze in die Tat umzusetzen, wenn sie nicht bereits vergessen sind? Selbst Zeitungspapier vergilbt heute schneller. 2.8.2020

8

„Fragen Sie Ihren Apotheker!“ „Fragen Sie Ihren Arzt!“  – Wen?

11.7.20

Die Produkte werden immer besser – lassen wir das fürs erste einmal so stehen – die gesellschaftlichen Beziehungen immer schlechter, formaler, unpersönlicher. Dabei meine ich nicht einmal enge oder intime Beziehungen.
Die Verschlechterung, ja der Verlust gewohnter menschlicher Dimensionen, zeigt sich ganz schnell bei Notsituationen aller Art, wenn sie auf Geschäftsbeziehungen treffen. Entscheiden nur noch Kriminelle  aufgrund komplexer Urteilsbildung?

Etwa in Apotheken, wenn man als Kunde ein fehlerhaftes oder (nach Menge oder Stärke) nicht ausreichendes Rezept vorweist, geschweige denn bloß eine aufgebrauchte Packung. Nicht einmal der argumentierende bürgerliche Kunde reiferen Alters wird Erfolg haben. Wie selten ist der Stammkundenbonus geworden. Denn im Computer steht…, der Gesetzgeber verbietet...

Wenn man den Kunden dann weiter schickt, denkt man nicht an dessen Chancen oder weitere ihm nicht bekannte Hindernisse. Zur Not gibt es ja immer eine Institution, egal zu welcher Uhrzeit oder in welcher Entfernung. Die kann “Ambulanz”, „Notarzt“ oder bloß „Arzt“ heißen. Dieser mit unbegrenzter Kompetenz ausgestatteten Personenkreis allein ist befugt und befähigt, das Computersystem zu ignorieren.
Die soziale Kälte ist natürlich auch in der Produktwelt etabliert, etwa in den Produktgrößen: gnadenlos überhöhte Preise oder das gänzliche Fehlen geringer Mengen für Kleinverbraucher, mit Vorliebe bei Verbandszeug. Dafür günstige Großpackungen bei Suchtmitteln, bekanntlich in den USA. Großkonzerne entwickeln gerade wieder gezielt teure Kleinpackungen für Slumbewohner der Dritten Welt.

7

Die Welt wird bitterernst, bis in die letzten Winkel meiner Seele

Was wissen wir schon in Deutschland von Niederlagen, von historischen Krisen die zum Zerfall führen? Warum ist der Elefant am Tümpel in Botswana verendet? Vergiftet? (FAZ am 6.7.,Luftaufnahme)

Ich respektiere China, die neue Weltmacht mit allem was ich von ihr weiß. Wieviel Leichen im Keller! Ich hasse sie nicht. Es liegt nicht an Xi Jinping, dass China aus der Deckung gehen muss, da die Gelegenheit günstig ist. Das ist schon die Lehre des Strategen Sun Zu. Denn so ist die Welt. Sie kennt keine Schonfristen.

Die sprichwörtliche „westliche Welt“ ist ein Schrottplatz mit eingelagerten sorgsam gepflegten Vorgärten. Dumm ist nur, dass ich auf dieser Seite allgegenwärtiger Politik-Blockaden leben muss, weil ich bereits über siebzig Jahren in dieses Leben eingepasst wurde. Nirgendwo sonst würde ich es länger als einen Besuch aushalten. Ein Trost: Auch da ist der individuelle Tod nicht weiter weg als hier.

Der gerade jetzt bemühte Begriff „Wertegemeinschaft“ hat sich als dreckiger Wundverband erwiesen, unter dem vergammelt, was schon bis zum Erbrechen als „Mißstände“ angeprangert worden ist. Selbst Juristen sind mit ihrer antrainierten Akrobatik am Ende.

Protest regt sich gerade überall, lese ich in der Zeitung, aber wogegen? Gegen die bösen Väter, gegen die beschützende Macht nur vortäuschenden Mütter? Wenn die Protestler manchmal unsagbar dumm erscheinen, so blind um sich schlagen („Hambi“, „Fryday“, „Racial Profiling“, Straßennamen,…) so auch deshalb, weil die von ihnen angegriffenen angeblichen Erfolgsrezepte der Technokraten und Kleptokraten so dumm sind.

Der „Afropessimismus“ von ‚Frank B. Wilderson III’ rührt mich an (FAZ 6.7.20, Interview Verena Lueken), aber das Thema ist für heute zu groß.

6

GEGEN LINKE VERWAHRLOSUNG NICHT NUR IN SACHEN POLIZEI !

Bettina Röhl (LINK) zeichnet die langen Schatten “linker” Hassprediger in Deutschland von “1968” bis heute, in einem Gastkommentar der NZZ am 30.6.2020 (LINK). Wenigstens dem Zeitgenossen sollte eigentlich nichts davon neu oder fremd sein.

Die Parteileitungen der All-Inclusive-Grünen und der Gerechtigkeits-SPD und natürlich alle Vorbeter in den Leitmedien möchten die beschämende Tradition klammheimlicher Freude (1977) bei ‘linker’ Gewalt vergessen machen. ‘Antifa’ und ‘Die Linken’ sind sowieso blind, “die taz” auch, auf einem Auge. “Politische Kultur” und “Gewaltmonopol” im “Rechtsstaat” gelten bereits als extrem einseitig –  außer wenn sie aufgehoben sind in der Liturgie des Palais Bellevue. Schöne Aussicht!

01. Juli 2020

5

GENDERN ? GENDERN?????

“Wehrt euch, leistet Widerstand!”  Los tontos, los violines de culo no passarán!

Wer zum x-ten Mal geduldiges Argumentieren im bewährten softlook verlangt : LINK zur NZZ: René Scheu  am 04.10.2019 : “Liebe Sprachbenutzerinnen und Sprachbenutzer: Wie halten Sie es mit der Sexualisierung der Sprache von oben? ….”  und das längs Bekannte zum wiederholten Mal        25.6.2020

4

25.6.20                    Lieber Daniel,

Was ist inzwischen alles passiert! Und nächste Woche geht meine liebe Frau ins Krankenhaus. Sie sagt: es ist alles so irreal. Allerdings schließt sie nach fünfunddreißig Jahren auch ihre Logopädie-Praxis mit ihren Kindern, denen sie gerne weiter ins Leben hinein geholfen hätte.
Du musst nicht glauben, ich dächte nicht an dich da im Norden Englands. Im Gegenteil, bei allerlei Gelegenheiten.

Corona hat mich noch mehr vereinsamt, mein hobby, die afrikanische Zeitgeschichte und die vage Hoffnung auf Gesprächspartner in Universität und Museum waren nicht genug. Aber die Sache – Sammlung und Blog ( Look! ) – ist auch mein Eremiten-Gehäus.

Du wirst eine Menge zu tun haben, mit ‘digitalisiertem’ Unterricht. In Deutschland haben Autoren der FAZ schon Bedenken, dass die Leitungen die analoge Präsenzlehre weiter überlasten, ausdünnen und verschwinden lassen wollen. In der Bibliothek, an deren Souterain-Fenster ich bequemerweise anklopfe, weil alle Eingänge bis auf den weit entfernten Haupteingang geschlossen sind, zeigt sich ein halb verschleiertes Zweitsemester und bekennt, dass sie ihre kontaktfreien Aufgabenstellungen nicht wirklich erledigt. Wieviel Studienzeit, wieviel Lebenszeit wird in diesem Semester verschwendet. Zentrale Lösungen sind eben keine, zentrale Anweisungen werden von Dummköpfen exekutiert. (Aber du wirst widersprechen.)
Wie geht es dir? Ich wollte gar nicht schwätzen, ich wollte dir nur ein Lebenszeichen setzen.

Herzliche Grüße

3

Brief an einen Studenten (Kulturwissenschaften) im Auszug – 17.6.2020

(….) Häng’ dich nicht an die ‚Befreiungsbewegungen’ unserer Zeit, sie sind infiziert und infiltriert, schau’ wer hier und jetzt kostbare Freiheiten verteidigt, und zwar gegen alle Bannerträger.

Ich fühle mich persönlich und in meiner Werthaltung in Deutschland von Frauenbeauftragten, Klima-, Flüchtlings-, Antisemitismus- und Beauftragten für Selbst-Dekolonisierung beeinträchtigt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Gibt es schon eine*n Anti-Egoismusbeauftragte*n zur Förderung ausschließlich fremder Interessen durch Gehirnwäsche. Oder nur NGOs?
Das geschieht selbstverständlich nur in einer „Blase“ – das berührt nicht die Geschäfte – aber ungewollte Nebenwirkungen sind schon spürbar, während die versprochenen ‚fortschrittlichen’ Wirkungen als FataMorgana über dem Horizont stehen bleiben. Irre, wie rasch Slogans erfunden werden, etwa „Black Lives Matter“, in Amerika, wo sich Studenten jedesmal vor Begeisterung überschlagen, wenn wieder Präsidentschaftswahlen anstehen. Ich fand ein gutes Interview mit dem – muss man schon hinzufügen – schwarzen Ökonomen Glenn Loury, 68. Gewöhnlich müssen erst Mitglieder der betreffenden Gruppe auftreten und auf vergessene/verschwiegene/nicht gewusste Aspekte hinweisen. In der Regel pochen sie dabei auf Selbstverantwortung und Verzicht auf Selbstmitleid. Es passiert dann leicht, dass sie in der eigenen Gruppe und in einer auf Empathie eingestimmten Öffentlichkeit in Verruf geraten, als ‘fehlgeleitete’ Juden, Frauen, Muslime, Farbige …

In diesem Interview werden auch kritische Nachfragen und sachliche Einwände fruchtbar. (NZZ 6.6.20 Glenn Loury – Rassismus existiert, aber..)

Als komplementärer Beitrag, der Statistiken nicht als gegebene Fakten nimmt,  ist sehr zu empfehlen: Meret Baumann “Warum Schwarze in den USA für das gleiche Delikt öfter verurteilt werden und länger im Gefängnis sitzen als Weisse” (NZZ 20.6.20, LINK)

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12.6. hochgeladen, rückdatiert da  bisher nur 2 Beiträge

AB IN DEN FLIEGER!   (zeitweise auf der Titelseite)

WIR DEUTSCHEN MÜSSEN DAS OPFER BRINGEN, DENN DIE VOLKSWIRTSCHAFTEN DER ZIELLÄNDER DÜRFEN NICHT ZUSAMMENBRECHEN! WENN WIR ALLERDINGS DIE AKTUELLE  ABSTANDSREGEL EINFORDERN, WIRD FÜR DIE  MALLORQUINER UND KANAREN KEIN PLATZ  MEHR SEIN. MÜSSEN WIR UNS DANN FÜR DEUTSCHLAND SCHÄMEN?
WAS HEISST “AKTUELL”?  DIE ÜBLICHEN MASKEN, DURCH DIE WIR DEN BEHÖRDLICHEN VORSCHRIFTEN NACHKOMMEN, SIND LÄNGST ALS PLACEBO ENTTARNT. PSST! AUCH DIE ABSTANDSREGEL (“ZWEI UND ZWEI MACHT DREI”) HILFT NICHT GEGEN DAS NEU ENTDECKTE AEROSOL, NACHDEM KINDER ALS VIRENSCHLEUDERN ENDLICH AUS DEM FOKUS SIND UND WIEDER ZUR SCHULE GEHEN DÜRFEN.      WERDEN DIE JEMALS WIEDER IHRE ‘ANALOGE’ SCHULE SCHWÄNZEN?
UND WAS HILFT? FRISCHE LUFT! DAS PREDIGTEN SCHON UNSERE ELTERN. AN DIE FRISCHE LUFT WOLLEN DOCH AUCH WIR URLAUBER! BLOSS EBEN NICHT HIER. DAS IST JEDENFALLS BESSER ALS IN DIE OPER GEHEN. DENN SINGEN UND SINGEN LASSEN IN GESCHLOSSENEN RÄUMEN, HAT NOCH NIEMANDEM GUT GETAN, SO WENIG WIE GOTTESDIENSTE ÜBER DEM TAUPUNKT. AMEN.
2. JUNI 2020

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Auszug aus einer Ausstellungskritik “Grey is the new pink” (Vorwort 24.5.2020; LINK)

“Nicht erst mit der ‘Pandämie’ wird ein abstrakter Anspruch auf Lebensverlängerung über jedes Maß hinaus stärker im Blick auf die sie finanzierenden Generationen in Zweifel gezogen.  Ihre eigenen  ‘Wertvorstellungen’ politisierend,  haben die ‘uns repräsentierenden’ Eliten das in Selbstermächtigung für unumstößlich erklärt, im Einklang mit  morbiden Staatskirchen und interessierten Wirtschaftszweigen. Die wirtschaftlichen und sozialen Kosten werden nach dem shut-down nicht mehr vernachlässigt werden können. Die uralte Frage nach sinnvollem Leben und würdigem Sterben lässt sich auf Dauer nicht unterdrücken. Wenn mir jemand beiläufig erklärt, dass die über neunzigjährige Mutter “ein wahrer Cyborg” sei, und wenn gleichzeitig Pflegekräfte aus ärmeren Ländern angelockt werden, wenn es an Landärzten und Kinderärzten mangelt und man in vielen Ländern der Welt ohnehin schlechte Karten hat, dann stimmt doch etwas nicht mit der angeblich hohen Moral unseres Gesundheitssystems! Ich möchte heute meine Schicksalsgenossen daran erinnern:  “Das Alter ist die wichtigste Todesursache” (Hausarzt). Und:  “Dass ein Leben ein Recht auf Leben impliziert, ist undurchführbar” (H.Blumenberg “Die Vollzähligkeit der Sterne” 1997, S.95), auch wenn wir das selber gerne hätten.

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