Monthly Archives: Juli 2014

Was in Gaza geschieht (Juli 2014)

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Ich kann nicht verhindern, was geschieht, wir können das nicht! Und es wird sich wiederholen. Immer wieder habe ich vergeblich gehofft, dass diesmal der Staat Israel den Bogen überspannt hat, als endlose Besatzungsmacht, als Konfliktpartei, in seiner Selbstverteidigung und Selbstjustiz, habe gehofft, dass dieser Staat in seinem Konfliktverhalten unter internationale Aufsicht gestellt wird, dass vielleicht Blauhelme stabile Demarkationslinien schützen und Israels furchterregender Sicherheitsapparat auf die Ausmaße gestutzt wird, die mit dem Anspruch einer westlichen, also rechtsstaatlichen Demokratie vereinbar wären. Wieviele junge Generationen – Männer wie Frauen – sind bereits von der Logik dieses Besatzungsregimes seit 1967 bereits verschlissen und verroht worden! Weiterlesen…

Paul Parin – Psychoanalyse? Mit wem sonst?

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Paul Parin – Lesereise 1955 bis 2005, gefunden und herausgegeben von Traute Hensch Edition Freitag, 2006, broschiert 186 S., ISBN-10: 3936252092   ISBN-13: 978-3936252095

Mit wem sonst?

Wo beginnen? – Am Ende, mit der Frage „Gibt es ein Leben hinter der Couch?“, die Paul Parin mit 82 Jahren der Neuen Zürcher Zeitung beantwortet hat. Weiterlesen…

‘ART’s Home Is My Kassel’ (‘Documenta’)

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Kinosaal an einem Sommertag, also doppelt isoliert. Ein Dutzend Menschen, allein oder verabredet. Gespräche vor dem Vorhang ...und dann hat meine Mutter … oder Ich hoffe, ich kriege mein altes Windows zurück… eine Systemlandschaft, seit der Fusion völlig zusammengestoppelt … Dann die Trailer mit den üblichen grell inszenierten Lebensgeschichten.

Wofür ich hier bin? „The Home of Art is my Kassel“ – die 13. Dokumenta 2012 im Schnelldurchgang, letzte Vorführung. Ich will den Ort sehen, wohin meine Freunde vor zwei Jahre pilgerten. Anderthalb Stunden halte ich sie sicher aus. Den gequält witzigen Titel des Films verstehe ich erst einmal gar nicht. Sechsunddreißig ‚Werke’ bzw. ‚Installallationen’ werde ich gezeigt bekommen. Das bekomme ich im Abspann schriftlich. Weiterlesen…

Rolf Verleger und der Protest (Israel)

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22.7.2014

Das folgende Dokument war das erste, mit dem ich mich in die Arena “ISRAEL” begab. Ich hatte es vermieden. Und als ich dann eine entsprechende KATEGORIE öffnete, damit man es besser finden könnte, nannte ich ihn ISRAEL VORSICHTSHALBER und stellte ein fiktives Gespräch voran. Das ist vier Jahre später nicht mehr aktuell, schon gar nicht bei einer Achse NETANJAHU – TRUMP. Ich stelle  es also hier ein (Rotdruck) :


Vorsichtshalber was?

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Es ist sinnlos.

Sind vierzig Jahre Geduld nicht genug? Wofür habe ich mich denn bemüht, das was geschehen war und was geschah zu begreifen? 1967 war ich jung. Danach machte ich mir nur noch sehr bescheidene Illusionen. Es waren immer noch welche.

Aber das ist doch vorbei. Sind Sie jetzt nicht Schopenhauerianer?

Sie haben ja Recht: In welche Region der Welt kann man arglos blicken, wenn man nur etwas informiert ist? – Etwas anderes macht mich wütend: der Maulkorb, der gutwilligen Menschen regelmäßig in Deutschland bei Fragen israelischer Politik aufgedrängt wird. Ist Ihnen schon aufgefallen, wie leise und abgewogen Kritik an Israel von seriösen Leuten vorgetragen wird? Manchmal braucht man Übung, um sie überhaupt zu verstehen. Von der anderen Seite wird bedenkenlos ausgeteilt. Aber wir sind nicht in Russland! – Dass ganz schnell der Fokus von der Rede auf ein einzelnes Wort gerichtet, wird, von der Kritik auf den Kritiker, darin steckt Methode. Schauen Sie, auch Rolf Verleger hat keine abseitige Meinungen geäußert, das Gegenteil war der Fall. Wurde er deshalb zum Telefoninterview in aller Herrgottsfrühe gebeten? Die ‚Nachricht‘ war eine andere: ‚Das ehemalige Mitglied des Zentralrats der Juden wendet sich gegen …‘

Und dann hat er Glück gehabt, dass sein Interview keine Folgen hatte?

Als Jude ‚darf‘ er freier darüber sprechen. Sie haben Erfahrung mit Abtrünnigen, Kreisky, Chomsky, Finckelstein … ich kann sie auf die Schnelle gar nicht aufzählen. Für mich als denkender Mensch ohne dieses zweifelhafte Privileg ist auch das ‚Diskriminierung von Juden‘, ‚positive‘ lautet der soziologische Terminus.

Und nun drängen auch Sie in den Westernsaloon, wo bereits die Fäuste und die Stühle fliegen…

Wirklich nicht, aber es sind über die Jahre sehr informative Studien erschienen, gerade auch in Israel, die unserer Öffentlichkeit auch heute nützlich sein können – die Dokumentarfilme oft mit finanziellem Rückhalt in Westeuropa. Ich nenne hier voll Anerkennung ‚Arte‘. Was ich davon kenne, will ich bekannt(er) machen. Der Konflikt wird uns ja noch lange erhalten bleiben. Obwohl, man weiß nie.

Heute in den 10-Uhr-Nachrichten des Deutschlandfunks hörte ich eine kurze Meldung. Die betreffende Nachrichtensendung ist im Netz gespeichert und siehe da, auch das mit “im Deutschlandfunk” gemeinte Interview, das am selben Tag um zehn vor sieben live per Telefon geführt worden war. Ich sollte wirklich früher aufstehen!          Weiterlesen…