Eindrücke vom Schwälmer Dorfmuseum, 34637 Holzburg

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Wir waren zu Pfingsten 2018 da. Hier geht’s zur Homepage (Link)

 

Eine umgebaute Scheune !

 

IMG_8455 Frontansicht

 

Das fällt  gar nicht auf wegen authentischer Bauteile  aus abgebrochenen Bauernhäusern, ganz im Unterschied zu ‚modernen‘ Museums-Einbauten wie im Historischen Museum, Frankfurt. (Link)

IMG_8375 AckergerätDer erste Blick auf bescheidenes Ackergerät an der Wand und mittendrin ein Kummet, das ebenso ein Maultier getragen haben könnte. Alt, leicht, empfindlich.

IMG_8376 erster Raum

 

 

 

 

 

IMG_8377 TruheDann die Truhen, mit Herz, Stern und Blüten in den schlichten Farbharmonien der „Volkskunst“ von China, über Russland bis Tirol. – Mit „Stammeszeichen“ wurden die verschiedenen Gerätschaften gern versehen

Selbstbewusstsein: Die Namen von Frauen, ein Datum an allem möglichen Gerät, sogar bis ins zwanzigste Jahrhundert quer über die Vorderfront breiter Kleiderschränken geschrieben, deren Falze übrigens sichtbar sind. Sie zeigen, dass man sie auseinander nehmen kann. Der von 1938 erinnert mit seiner Bauart an unseren bürgerlichen Biedermeierschrank zu Hause, ist aber freilich nicht furniert.

Fässchen – z. B. Ölfäßchen – und Kannen aus Weißblech, nicht nur mit glänzenden Medaillons aus Messing geschmückt; auch sie waren auch noch mit Namen oder Initialen und Datum versehen, auch sie noch im 20. Jahrhundert. Ein Zeichen der Wertschätzung!  Die Räume atmen generell eine Atmosphäre der Wertschätzung.

 

IMG_8398 GefässeDas Steinzeug in den Regalen zeigt die gewohnten Formen, Glasuren und manchmal Dekorationen, aber eine Sorte ist auch als „Westerwälder Steinzeug“ näher bestimmt. Durch einen hölzernen Aufsatz konnte daraus auch ein Stoßbutterfass werden. Daneben steht ein schlankes Holzfass mit Eisenbändern, das ebensogut aus Tibet stammen könnte.

IMG_8406 Herd

 

 

 

 

Praktisches und Pragmatisches. Waffeleisen mit eingraviertem Rezept auf dem Deckel, Brotbottiche, Mangelholz oder –Brett  u.s.w.

 

 

Feldfotos bis in die fünfziger Jahre, bis in meine eigene Lebenszeit hinein.

Etwas Psychologie: Das Porträt einer verstorbenen jugendlichen Tochter an der Zimmerwand.

IMG_8439 Vater Spruch

Oder der gestickte und gerahmte Sinnspruch an der Wand, der an die aufopfernde Sorge des Vaters für seine Kinder – eines Witwers? – erinnert. Sie werden sich ihr eigenes Urteil gemacht haben.

 

Die aufwendige Schwälmer Tracht ist im 19.Jahrhundert ausgebildet worden, als die IMG_8435 Trachtobrigkeitlichen Kleiderordnungen bereits gefallen waren, lese ich.

Eine nachholende Ausprägung, vielleicht schon Übertreibung. Deren Bestandteile wurden streng festgelegt, etwa die Brustlappen, aber sie erlaubten interessante Variationen, was an Stammeskulturen erinnert.

Von den auswärtigen Künstlerkolonien – einem oberhessischen Worpswede – und später von Naziideologen umworben, fühlte man sich  geschmeichelt, ließ sich fürs Modellsitzen auch bezahlen, aber blieb selbstbewusst. Mehr erfahre ich nicht bei meinem ersten Besuch.

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