21.5.2017 (redigiert 12.10. 2018) – Danke für 78 Clicks.
Ich will heute meine Sammlung gegen bestimmte Ansichten verteidigen. Mir geht es um Figuren und Masken, die eine Eigenschaft haben, eine Pointe, ästhetischen Witz haben, der auch einem Fremden noch zugänglich ist, wenn er sich nur darauf einlässt.
Und das falsche Gerede darf nicht völlig die Oberhand gewinnen.
Ein alter Maler und Sammler aus Frankfurt will mir doch wirklich meine frischen und ausdrucksstarken Volksmasken der Yaka madig machen, die er übrigens nie aus der Nähe gesehen hat: Sie seien alle zusammen die Pfahlfigur nicht wert, die vor uns auf dem Tisch steht, etwa einen Meter lang, mit etwas Kordelschmuck und einem groben Schurz versehen, und mit einem griesgrämigen Gesicht ‚nach Art’ der Yaka.
Ehrlich: Sie kann überall im Kongo hergestellt worden sein. Die selbstverständlich klobigen Füße sind auch noch auf einem glänzend schwarz gestrichenen Holzsockel montiert. Ich hätte lieber die Fußsohlen begutachtet.
Sie fragen sich nach der Absicht, die ich mit der Polemik verfolge?
Über den Entstehungsort möchte ich gar nichts behaupten, auf der Basis nur kurzer Betrachtung und anschließender Überprüfung an Fotos. Mir geht es um einen auf den Märkten verbreiteten Typ von Figuren, der unter verschiedenen Aspekten einfach Durchschnitt repräsentiert.
Hat der Figurentyp nicht Qualitäten?
Der Typ kann durchaus Respekt einflößen, indem er auf der Symbolebene (1) Versatzstücke afrikanischer Respektabilität mit (2) ganz wenigen ‚ethnischen’ Schlüsselsignalen vereint und (3) formal gängige Bauprinzipien repräsentiert.
Zu (1)
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die Kopfbedeckung eines chief in der für eine ganze Region typischen Ausprägung
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Farbtupfen (weiß), buchstäblich vom Scheitel der Kappe bis zur Sohle – das übliche Zeichen spiritueller Aufladung, ein simpler ‚Kult’beweis. Den verorte ich eher im Waldgebiet südlich des Kongobogens (‚Cuvette‘) und im Ituri-Gebiet .
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Die Ausstattung: Armschmuck (Kordel) und Schurz (grober Lappen, löchrig) – beides wohl nachträglich zugefügt, billig, aber besser als nichts.
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Ein gewölbter Bauch als unverzichtbares Zeichen von Gebärmacht: eine Wölbung mit waagrechter Kante, hier eher schwach ohne den Bruchnabel als mächtige Körpermitte .
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Gebeugte Knie und klobige Füße für Energie und festen Stand sind ein ‚Muss‘ für eine solche Fgur.