Zhang Da Qian und Wiegmann 1936

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Die Fotokarte mit Widmung

Bei seiner Arbeit für Dubosc begegnete Wiegmann angesehenen Malern wie dem namhaften Traditionalisten Zhang Da Qian. Er war für Dubosc als Kenner der Qianglong-Malerei eine Schlüsselfigur. Erhielt Wiegmann das Albumblatt von Luo Ping etwa durch seine Vermittlung?

Chang Da Chian / Zhang Daqian (1899 - 1983 Taipeh)

Chang Da Chian / Zhang Daqian (1899 – 1983 Taipeh)

 

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Übersetzung Rainald Simon 6.7.2016Übersetzung Rainald Simon 6.7.2016

P1060312_2 Widmung

 

 

 

 

 

 

 

Zai bingzi‚  stand für ‚das Jahr der Maus‘, das war ‚1936‘ und reichte bis zum traditionellen chinesischen Neujahr anfang 1937, im fünfundzwanzigsten Jahr neuer Zeitrechnung. Also wurde die Widmung anfang 1937 geschrieben. Zhang wurde laut Wikipedia zwar 1936 Professor an der Staatlichen Zentralen Hochschule in Nanking, aber wann er die Professur antrat und wo und wie lange er sie nach dem Massaker der japanischen Invasoren in Nanking im Dezember 1937 noch ausübte , weiß ich nicht.

 

 

 

 

 

Zhang Daqians stilistisches Repertoire

Das hat der Michael Sullivan einmal mit dem eines Pianisten im Westen verglichen, der als Komponist unbedeutend sein mag, aber berühmt dafür sei, wie er Liszt und Chopin spiele und eher mehr noch für seine Interpretation von Mozart und Bach. (Chinese Art in the Twentieth Century, London 1959, 36f.) – Der Vergleich hat in meinen westlichen Ohren für einen ‚bildenden Künstler‘ einen herabsetzenden Unterton. Darf ich ihn von der kunsthistorischen Autorität Sullivan übernehmen?  Nach dem, was ich an Reproduktionen vor allem später Bilder im Netz sehen konnte, kann ich den schrägen Vergleich nachvollziehen. Und für so etwas zahlte und zahlt man in China Höchstpreise. Also ein Fall von cultural clash oder Kulturschock: ‚Kitsch‘ (West) gleich ‚Kunst‘ (Ost)?

28.10. 16 Das Thema muss ich noch einmal neu angehen – und auf Wiegmanns Vorlieben hin!

18.10.17

auf dem Kulturforum Berlin läuft die temporäre Ausstellung „Gesichter Chinas – Porträtmalerei der Ming- und Qing-Dynastie“ mit einzelnen Ausblicken ins 20. Jahrhundert. Da begegne ich Zhang Dajian wieder auf einer historisierenden Fotografie von Lang Yingshan (1892-1995), zwischen 1970 und 1975 gemacht und im Besitz des Museums für Asiatische Kunst. – Ich könnte mir denken, dass es sich bei Wiegmanns Fotografie um denselben Fotografen handelt und beide als Geistesverwandte den Weg in die USA bzw. Taiwan gewählt hatten. WangDajian.IMG_3589

 

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