Afghanistan 2001 (Flugblatt)

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Hindukusch, Afghanistan,

Taliban und Burke,   

Wenn du jetzt nicht brav bist,

Gibt es auf die Gurke

(Kinderreim)

 

Afghanistan war ein exotisches Land  hinter den sieben Bergen. Dort hatte mein  alter Lateinlehrer – leider kein mitteilsamer Mann – einige Jahre an der deutschen Schule in Kabul  gearbeitet, in den Goldenen sechziger Jahren unter Zahir Schah, als Ost und West einträchtig Entwicklungshilfe leisteten.

Die Katastrophen seit 1975 kann man  in  alten SPIEGEL-Heften (Schulbücherei ) bequem verfolgen, in immer neuen Fortsetzungen.  Wie üblich  Jahre später machten kritische Fernsehsendungen die Rolle der beider Großmächte  bekannt.

Bilanz:  Sie haben ihre Rivalität  auf dem Rücken der Völker Afghanistans  ausgetragen, so wie sie es auch sonst zu tun pflegen. Das Land selbst hat nur als Sicherheits- und Wirtschaftsfaktor  interessiert . Heute stehen Rußland und USA  ungerührt vor einem Scherbenhaufen. Bush fordert irgendeine „Gerechtigkeit“ .

Wozu  habt Ihr Shakespeare durchgenommen?! Wendet ihn an!

Die Stammesführer und Politiker Afghanistans ihrerseits haben eine zweite Chance, sich auf den Trümmern ihrer Städte und Dörfer zu versöhnen und die vielen Flüchtlinge der letzten dreißig Jahre nach Afghanistan zurück zu holen, und darunter fast alle Fachleute, die ein Land heute braucht.

„Versöhnen“ ? – Es kann nicht mehr heißen, als zu vernünftigen Formen des politischen Streits zu finden, welche die Afghanen vor hundert Jahren in einem lockeren Staatsverband angeblich einmal praktiziert haben. Ob sie diese kurze Chance internationaler Aufmerksamkeit nutzen?

Hoffentlich fließen auch Gelder, verbunden mit kritischer Aufsicht derer, die sie bereitstellen, wenn wir in Europa z.B.  nicht vom nächsten Brandherd völlig abgelenkt werden. Denn der Dreißigjährige Krieg in Nahost lodert gerade auf in einer „2.Intifada“.

Ein Wort zur Information: CNN und Tagesschau helfen nicht weiter, sucht nach ernsthaften Informationen! Die finden sich überraschenderweise auch  im Feuilleton

von  FAZ oder Süddeutscher Zeitung,  usw.. Dort dürfen  auch Fachleute und Kenner  publizieren , auf  Politiker  nicht hören. Ähnliche Chancen auf Vielfalt bietet das Surfen im  Internet. ( Ich sage bloß „Google“!) Und da könnt Ihr selber eure Meinung sagen! Adressaten gibt es immer.

v.Graeve ( R 248) , anfang Dezember

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