Wiegmann hat unter seinen Papieren einen Brief aufgehoben, der scheinbar unlösbare Rätsel aufgibt, denn das zweite Blatt mit Gruß und Namen fehlt. Mit Hilfe eines jüngst erschlossenen Nachlasses im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt lässt sich der Brief überraschend zutreffend einordnen, denn Erichs Bruder Alfred Wolters war über Jahrzehnte ein prominenter Name der Frankfurter Museumslandschaft.
Und nicht nur das. Das Profil von Erich Wolters wird durch neue Informationen so sehr bereichert, dass ihm ein prominenter Platz unter den langjährigen Freunden von Fritz eingeräumt werden muss, auch wenn wir seine Lebensdaten – er war ein paar Jahre älter als Fritz – bislang nicht kennen.
Gab dieser Brief Wiegmann den entscheidenden Impuls, sich 1939 noch einmal um Ausreise nach Ostasien zu bemühen? (Lebenslauf). Erich Wolters wurde erst 1954 brachial zum Verlassen der Volksrepublik China gezwungen. Er bewies in chaotischen Zeiten Intelligenz, Eigensinn und Durchhaltevermögen, auch den Leichtsinn eines Erben aus rheinischer Industrie-Dynastie.

Wunderbar, mit dem Hinweis auf Alfred Wolters (1884-1973) ist auf einmal in fester Punkt gegeben – ich habe seit einem Jahrzehnt (ausgehend von Ihrem Blog) immer wieder einmal nach Erich Wolters, diesem bedeutenden Kunstsammler und späteren Sinologen, geforscht, nachdem er bei einem meiner eigenen Projekte in den Quellen aufgetaucht ist. Hier also das Ergebnis einer raschen genealogischen Suche:
Erich Kurt Erhard Albrecht Wolters wurde am 20. Oktober 1890 als Sohn des damaligen Offiziers und späteren Industriellen Albrecht Wolters (1856-1934) und der Helene Luise Henckels (1864-1934) im ostpreussischen Königsberg (!) geboren, wo der Vater als Hauptmann vermutlich stationiert war.
Erich Wolters heiratete 1917 Elisabeth Lutz (1890-1969), das Paar hatte eine Tochter, die 1918 geborene Elisabeth E. Wolters.
Erich Wolters starb am 7. März 1964 in Frankfurt am Main.
Ich hoffe, dieses Ergebnis ist so richtig und nützt Ihnen und weiteren Interessierten zu weiteren Forschungen.
Guten Tag, Herr Guillard, ich komme erst jetzt wieder zu den Kommentaren, die ja überwiegend spam bieten.
Diese genealogischen Daten habe ich lange vermisst. Dafür bin ich noch nicht dazu gekommen, die Erwähnungen von
Erich Wolters im Briefwechsel seines Bruders Alfred *einzuarbeiten, Briefe vor allem ab 1938,die ich im Frankurter Institut für Stadtgeschichte lesen konnte. Ich will sie ohnehin noch einmal genauer anschauen und möchte mit Ihnen in Kontakt bleiben.
*(nach Arcinsys Signatur: ISG FFM S1-468. Titel: Wolters, Alfred: Nachlass. Laufzeit: 1884 – 2010)
Mit Dank und freundlichem Gruß Detlev v. Graeve