Das MAK K Frankfurt – 6 Jahre am Puls der Zeit sind genug

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Die Wolken ziehen flott über Frankfurt hinweg, es regnet selten. Wozu auch?

 

Sechs Jahre habe ich mich gegrämt über den massiven Substanzverlust im ehemaligen Museum für Kunsthandwerk. Was für ein gediegener Name, und so präzise!

Erst kamen Jahre der Bausanierung, dann die Kulturrevolution K, die die Säle leerfegte.

 

Jetzt wird mir klar: In einer Zeit, wo die Handwerke in den Baumärkten verschwinden oder in exotischen Kinderfabriken, wo der überflüssige ‚kreative’ Rest in Künstler- oder Antikmärkten posiert, wo Moden schneller wechseln als das Wetter, muss ein Museum mit der Zeit gehen, um nicht zum Museum des Museums zu werden, sagt man.

 

Direktor Wagner K machte damals das Museum//Angewandte//Kunst nackt:

Qualität in den Keller, modischer Fummel in der Belle Étage.

Weniger Schauobjekte im Haus als Einträge in der persönlichen Wikipedia-Repräsentanz. Dafür spielt die Bühne, der Styropor-gedämmte weiße Meier-Bau, die Hauptrolle.

 

Aber kommen nicht mehr Besucher?

Das MyZeil hat sowieso mehr Besucher als das Museum, und die Leute lassen mehr Geld dort. Obschon 10 € Eintritt für viel heiße Luft auch nicht zu verachten sind. Aber vielleicht doch nicht heiße Luft! Der umbaute weite Raum enthält DIN-temperierte Luft.

 

WIR WOLLEN UNSERE KULTUR ZURÜCK! DIE VIELEN KULTUREN!

 

Vorschlag zur Güte:

Die in den Untergrund und in den Stadtwald verschwundenen Dinge in einem Schaudepot zeigen,  meinetwegen im Keller, reihum jeweils ein paar Monate lang und mit Ansage, damit die Fans sich schon vorher freuen und die Steuerzahler sich vergewissern können, dass die noch nicht verscherbelt worden sind. Und mehr Werbung für die Villa Metzler machen, wo Dinge noch im Kontext stehen. Weg mit den Supermarktregalen im ersten Stock, die eher das Hirn erweichen als den Blick befreien.

 

 

 

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