Keine Entdeckung, sondern eine Wiederbegegnung mit einem Viech. Einem Urviech. Seinen Schlägen in die Fresse der herrschenden Klasse, Funktionärsklasse. Riesengroß. „System“. Da hat der kleinmütige Gunther aber verwundert dreingeschaut, und der Erich natürlich auch.
Eigentlich ein Poet, der – zum Verplatzen – den Pinsel schwingt wie eine Kettensäge oder wie Stöcke oder Besen, egoman, energoman. Exzessiv. Die Farbströme sind längst angetrocknet. Der Studioboden ist längst gewischt . Die Galerien haben sich mit den Privatsammlungen die Werke aufgeteilt.
Auch die Sexualität steht bei ihm für Kraft, Kameradschaft und Selbstbehauptung. Die Schwänze baumeln an seinen schwarzen Mannsbildern herunter. Das Gemächt schmückt sie wie Kannibalen.
Die Plattencover und die Buchunikate (pervers! und auf dünnem Papier) sind noch das Stärkste. Rechteck und Kleinformat hatten den Berserker gestoppt. Den stürmischen Kerl konnte ich bereits in einem Jazzkeller auf Sankt-Pauli erleben, als er an seinem Geburtstag (ich dachte immer, es sei sein Fünfzigster gewesen!) Schlagzeug und Ohren strapazierte.
Nein, in der Schirn war das nicht wirklich eine Entdeckung
Frankfurt am Main, den 16.9.07
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Was ließ sich 1967 in dem ersten Deutschen Kulturstaat DDR gegen ‚Pencks‘ Aneignung des Weltkulturerbes einwenden, etwa ‚primitiv‘ oder gar ‚eines zivilisierten DDR-Bürgers nicht würdig?‘ Man machte ihm dennoch das Leben schwer (Siehe wiki). Vielleicht wegen seiner, Ralf Winklers ‚Unreife‘ wie bei Baselitz. Manchmal ist stabile Unreife, auch Widerborstigkeit oder Uneinsichtigkeit genannt, die einzig zugelassene Form der Dissidenz. Schade für die Vernunft.