2x klicken
Diese mit Indigoblau satt eingefĂ€rbten TĂŒcher waren vor allem in den zwanziger Jahren bei den Frauen im Yorubaland, Nigeria, in Mode. Sie wurden paarweise als Kleid getragen. Dass das Indigo die braune Haut blĂ€ulich abtönte, war erwĂŒnscht.
Die traditionell rivalisierenden StĂ€dte Ibadan, Ilorin, Owo und Oshogbo hatten zahlreiche Muster entwickelt, auf der Basis von Sprichwörtern, doch auch mit lokalen Elementen. So zeigt das hier neben dem Fez (vom Nigerfluss) hĂ€ngende Tuch das Profil der Stadthalle von Ibadan: eine von SĂ€ulen getragene Kuppel. Eine zweite BlĂŒte erlebten die Adire eleko erst wieder in den sechziger Jahren, als wegen des Ălbooms viele EuropĂ€er mit ihren Familien nach Nigeria kamen. Die lokale Nachfrage war schon schwach und fehlte in den folgenden Jahrzehnten des allgemeinen Niedergangs schlieĂlich ganz.
Zur Herstellung:
Der Baumwollstoff wurde auf einer Seite mit Kassava-PflanzenstĂ€rke eingestrichen, die dem Wachs in der Batik entspricht. Mit einem geschĂ€rften Federkiel wurde die Zeichnung eingeritzt. In Abeokuta verwendete man Schablonen. SchlieĂlich wurde das Tuch wiederholt in das Indigoblau getaucht, so oft, bis es das von den Yoruba geschĂ€tzte tiefe Blauschwarz annahm.
Lit. : John Gillow: african textiles, San Francisco 2003