1968 – Auch Revolutiönchen fressen ihre Kinder

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27.7.2008

Die kleinen Jakobiner von 1968 haben die studentischen „Massen“ in die Polizeiknüppel getrieben und überhaupt als Rammbock ihrer Utopien verstanden – Man kann das auch in den veröffentlichten Reden Rudi Dutschkes nachlesen, die „damals niemand“ gelesen hat, ich auch nicht.

Ebenso fanatische, aber im Stillen wirkende Leute nutzten wiederum diese ganze Jugendbewegung à la longue als Schlägertruppe und Abrissbirne für störende Traditionalismen. Das gelang besser als 1933. Vielleicht sollte man das NS-Regime nicht vom Ende her zu schwarz sehen, lieber sagen: „Dumm gelaufen mit diesem Hitler!“ Denn wer hat nicht alles vom „Dritten Reich“ profitiert! Ob sich entsprechende Verschwörerabsichten für 1968 jemals belegen lassen werden?

In solch unruhigen Zeiten duckt man sich weg. Vielleicht hatte die wissenschaftlich-technische Elite 1968 einfach andere andere Sorgen, eben technische. Der Film „Das Netz“ von Lutz Dammbeck deckt  für die USA ein paar Kooperationen des CIA mit Hippies, Wissenschaftlern, emigrierten Marxisten  auf – mehr nicht.

Die „RAF“ hat den Überwachungsstaat legitimiert. Die Warnung vor dem  „Atomstaat“ war nur kurz in den Schlagzeilen (Klaus Traube). Er ist aber jetzt in den „Krieg gegen den Terrorismus“ integriert. Was am NS-Staat und an der DDR modern war, wird neuen Bedürfnissen angepasst oder neu erfunden: vor allem die datenmäßige hirnlose „Erfassung“, die schon einmal Millionen das Leben gekostet hat, und die Abrichtung zu einem zeitgemäßen Kollektivismus, der einmal als „Qualitätssicherung“, dann wieder als „Betreuungsangebot“ firmiert.

Natürlich sind auch die „sanften Revolutionäre“ von 1989 unter die Räder gekommen. Es gab kein Entkommen für die DDR: Heutzutage haben sogar Kroatien und Serbien und der restliche Balkan die Aussicht, „in die EU einzutreten“, einige weitere Staaten stehen vor der Tür. Was wollen sie da? Wer will überhaupt was?

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