Die Verabschiedung (Tagebuch)

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Anlass : Zeugnisausgabe an die Abiturienten des Jahrgangs 2001 und Verabschiedung  

13.6.01    die verabschiedung        mehr davon in diversen mails!

Ich bin gar nicht opfer. Auch S-L und Ga standen die öde veranstaltung geduldig durch; die abizeitung ist (mehr oder  weniger ) frech zu ihnen.  Doch das ist ja ĂŒblich. Die abizeitungen sind der hort alberner scherze, unseriöser kundenbeschwerden und  verbaler racheakte. Von dem allen ist mir nichts passiert. Ich hĂ€tte auch einiges verkraftet, wollte aber mein eigenes ei ins nest legen, als mein zeichen und fĂŒr spĂ€ter. Denn ich vertraue dem papier.

Ich bin traurig, ich bin wĂŒtend, ich bin enttĂ€uscht und fĂŒhle mich im lauf zu fall gebracht. Die ĂŒberarbeitung der letzten monate macht mich empfindlich. Könnte ich im abstand eines halben tages sagen, aber es steckt mehr dahinter: Ich  fĂŒhle mein werben zurĂŒckgewiesen.

Das war werbung? wird manche(r) aufstöhnen. Jedenfalls werben worum? Um die annahme einiger denkanstĂ¶ĂŸe, um aufnahmebereitschaft fĂŒr ein paar gedanken, die ich selber gerade aufgelesen hatte und die mir wichtig waren und sind. Werben um einen gemeinsamen blick auf die „realitĂ€t“ um uns her. Nicht von allen .

Niedergeschlagen hat mich das schweigen derer, auf die es mir zwei jahre oder mehr angekommen ist, fĂŒr die ich gearbeitet habe, von der elf manchmal bis in die bewertung ihrer prĂŒfungen. Nichts davon. Die von ihnen gezeigte freundlichkeit ist mir im nachhinein vergiftet, verschleimt. Habe ich mich ködern lassen? Wieviel spießer ich unterrichte, versuche ich ja nicht wahrzunehmen, und doch bestimmen sie das klima in meinen unfreiwilligen massenveranstaltungen.

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