60, statt Schnittchen (Entwurf)

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Liebe Kolleginnen und Kolleginnen. An Schnittchen zu meinem 60. haben Sie doch nie geglaubt. Ich hab doch nie Einen ausgegeben – ausgenommen zu meiner 2. Hochzeit 1990. Aber ich bin eine Institution und damit zum Handeln verpflichtet. Was ich Ihnen heute schenke, kommt von Herzen, und ich will es gelegentlich auch gerne wieder tun, vielleicht mit Anderen zusammen, die Lust haben, zu provozieren. 

300 Euro, auf die „primitive“ ( = normale ) Art am Tresen mich „feiern“ lassen? 10E pro Jahr an der AKS ……. oder fast

Freitag, 5.3. nach der 6.Std.:  Sekt „für Raucher und ihre Freunde“ im Raucherzimmer ? Oder bei „mir“ in R 248 ( doppelt affrontig! )

Mit 60 eine belebende Publikation! Ich komme drauf, als mir mein Werbeblatt für die Kollegen 2002 // Ausstellung „Bilder vom Glück“ im Museum der Weltkulturen, Frankfurt // in die Hände gerät:  So nett und erfolglos habe ich geworben! Nichts diesen Leuten!

Was ist mit Paul? auch 60, auch im März? Und dann gibt es so einen wie den Abraham…  also Offene Tür, oben! Klären, wer kommt.

Ich bestimme, bin Geburtstagskind, nicht wer anders.

In gut zwei Jahren verlasse ich die AKS, und nach genau dreißig Jahren. In Richtung einer fiktiven Beurlaubung, aber ich kann nicht garantieren, jemals den Schritt oder Blick zurück zu wenden an den Ort meiner Dienstzeit. Die AKS war mir vor allem  Schnittpunkt der verschiedensten Existenzen aller Jahrgänge. Der hallenartige Bau war geradezu ideal für eine solche Bestimmung. Nur dass mir mit den Jahren auffiel: es war eine weltläufige Bahnhofshalle ohne die richtigen Zugverbindungen, die blieben mir immer zu lokal.

Seien Sie nachsichtig: Authentische „68“er  können den Platz ihres Mitwirkens nicht ohne Ressentiments verlassen. Jetzt aber ist der Zeitpunkt, die letzte Chance, auch die Brücke zwischen den Lehrergenerationen zu schlagen, solange die Pfeiler stehen. Aus eigensüchtigen Motiven will ich in dem Bemühen vorangehen.

Später: Aber ich mag sie nicht. Ich absentier´ mich wirklich von ihnen, die mich an ihnen  keinen vitalen Impuls der Revolte sehen ließen, es sei denn die klawickschen oder Neumannschen  Hysterien! Dieses Kollegium war immer provinziell und ist immer vor der Dienstordnung eingeknickt. Vielleicht hatte ich gerade deswegen meinen Unterschlupf , aber das ändert meine Gefühle nicht.  Ich habe noch drei Monate Zeit, um eine austarierte Botschaft zu entwickeln, aber drunter geht es nicht. Bin ich diese Dürrenmattsche Alte Dame? Sie haben mich ertragen und mir manchmal Beifall gespendet, trotz der Ressentiments.

Über eine Schwelle müssen sie gehn: ins LZ komme ich nicht. Postfächer, Mitteilungsbuch und die beliebige Pausenkonferenz  gelten nicht mehr. Eine Spende wie Kw drücke ich auch nicht ab.  Wenn ich ein Blatt mache, gehen die restlichen Exemplare an meine Schüler; der Sekt zurück in den Keller. Verabschieden mögen sie mich auf ihre Art.  Bei Begräbnissen pflegt die Leich´ ja auch nicht mitzubestimmen.  Dann mag ich spenden wie jeder Andere auch.

Gv an der AKS – ein produktives Missverständnis, und mehr als eines!   Dankbar sein, sie mobben mich nicht.   27.11.03

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