Inspiration Flusser – Schriftkultur, Kulturen

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Schriftkultur ade? 

Sie war autoritär. Sie ist es noch, soweit sie noch über Autoren – Lehrer – verfügt und nicht bloß Blogger. Denn die kriegen vom Leser postwendend aufs Maul.

Ihre Fokussierungen sollten auch deine werden. Ihre sprachlichen Unschärfen – ein Pleonasmus! – wurden auch deine. Es gab keine erreichbare Kontrollgruppe, keine Kontrolldaten usw. Sie war die Schule. Meine Vorwürfe sind noch nicht zu Ende:

Die Schrift hat uns Jahrhunderte lang so gründlich belogen. Kann eigentlich Schlimmeres kommen? – Es kann. “Yes, We Can“.  Auf ‘falsches’ Bewusstsein könnte Bewusstlosigkeit folgen.

Natürlich ist es eine lächerliche Übung, über eine untergehende Kultur herzuziehen. Was also? Ich träume – wie letztlich auch Flusser (?) – von einer Versöhnung der beiden Kulturen. Die Schriftkultur muss dabei herunter von ihrem hohen Ross…

– Was ist das, Herr Lehrer? Che cosa significa „Ross“?

– und die Bildkultur muss die Tür ihres hochmodernen Panzers öffnen.

Ich selber schreibe am liebsten im Verbund mit Bildern und dem Zeigen von Objekten, bin stolz darauf, dass meine Schüler an mir oft vorbei auf Bildschirme sahen, mit mir zusammen, und wir über ein gemeinsames Drittes sprechen konnten.

 

Recycling dank wissenschaftlicher Arbeitsteilung

Der Anlass: Vor ein paar Tagen eine Diskussionssendung im Deutschlandfunk über „Trauerbegleitung“ in der Jugend. Erst jetzt fällt mir auf, dass ich das mit Achtzehn, als die Mutter starb, hätte brauchen können. Im Rundfunk war der junge Mensch bereits dreiunddreißig. Es werden heute sogar Reisen mit anderen Trauernden angeboten.

Ich muss an die traditionellen Kulturen denken, die für diese damals häufig auftretenden Fälle ihre traditionellen Verfahren hatten. Dann kommt mir die extreme wissenschaftliche Arbeitsteilung in den Sinn, die heute erlaubt, solche Problemlösungen zu überprüfen, nicht bloß wie die Bionik Lösungen aus der Natur, sondern aus untergehenden oder vergangenen Kulturen. Das 19. Jahrhundert fing mit der ästhetischen Selbstbedienung zu Zwecken der Dekoration, der Kostümierung an, das war ein zu Recht belächeltes Unterfangen, das schon den darauf folgenden sozialen Orientierungsverlust ankündigte.  Es war aber auch der Beginn eines umfassenden Lernprozesses,  ohne den die Menschheit heute gar nicht mehr überleben könnte.

 

23.5.10 – 3. Revision 11.1.14

 

 

 

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