Was ist gegen den Missionskaufmann Fincke einzuwenden?

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Diese Frage stellte ich mir und meinen Abiturienten bereits in den 1990er Jahren. Der Fachbereichsleiter Ă€ußerte zwar Bedenken, aber stellte sich nicht in den Weg und das Kreisschulamt in Bad Homburg gab dem PrĂŒfungsvorschlag sogar gegenĂŒber einem anderen den Vorzug, wenn ich mich recht erinnere.

Damals stand das Thema „Kolonialismus“ noch ganz am Rande des Geschichts-Curriculums und war kein Thema der ‚veröffentlichten Meinung‘, wie man damals bereits öfter zu differenzieren Anlass hatte . Ich hatte den Text in einer antiquarischen Publikation der „Missionskonferenz des Studentenbundes fĂŒr Mission in Halle/Saale“ (Berlin 1913)  gefunden und auf optimale PrĂŒfungstextlĂ€nge gebracht. Die BeitrĂ€ge vertraten geografisch und thematisch ein breites Spektrum. In Erinnerung sind mir der Vortrag eines Missionars bei den Ewe im heutigen Ghana; der die Mythologie dieses Volkes in Deutsch und Ewe publiziert hatte, sowie der Frau einer Missionars bei den Damara im heutigen Namibia, die ihre Probleme mit der ortsĂŒblichen Hygiene (Verwendung von Kuhmist) und der ‚peinlichen Neugier‘ der Frauen schilderte.

Um nicht  abzuschweifen. Die vom Fachlehrer verantworteten und von der Schulbehörde geprĂŒften Aufgabenstellungen enthielten in einem ‚Erwartungshorizont‘ konkretisierte Leistungskriterien. Sie sind mir leider nicht mehr zur Hand.

Wenn ich die Zeit hĂ€tte, wĂŒrde ich mir die Aufgaben selber gern noch einmal vornehmen. Wenn Sie sich aber dafĂŒr nur eine halbe Stunde nehmen, sind Sie mitten in der Problematik, welche aktuelle postcolonial studies und  Politikso holzschnittartig prĂ€sentieren.

Aktueller Anlass, den Beitrag hochzuladen, ist der eindrĂŒckliche Artikel von Maximilian Zech im Feuilleton der heutigen NZZ (27. Februar, nzz.ch: LINK) mit der unbequemen, aber notwendigen Mahnung  „Wir mĂŒssen die historischen Ambivalenzen ertragen“

Die beiden folgenden Textseiten (jpg) sind durch Anklicken auf komfortable LesegrĂ¶ĂŸe zu bringen.

 

 

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