Kritik der Kompetenz

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Zwei Kunden-Rezensionen im Konzert:

 

 Zum Kompetenzbegriff, 12. November 2012  Von Steve BeckertRezension bezieht sich auf: Kritik der Kompetenz (Broschiert)

Nach Andreas Gelhards Buch ist der Kompetenzbegriff ein Begriff der emotionale Fähigkeiten genauso wie fachliche Qualitäten einschließt und somit zu einem umfassenden Persönlichkeits normierungs-Apparat wird, der durch Selbstregulation (Selbstbewertung) Normen setzt, die sowohl auf kognitive, fachliche und emotionale Fähigkeiten abzielen. Gefühle werden hierbei ähnlich reglementiert wie bei der christlichen Gewissensprüfungen um 1800 bei Harsdörffer, der Unterschied ist jedoch, dass die Anpassung nicht durch eine höhere Instanz nämlich Gott geschieht, sondern durch die Fähigkeit zur Selbstregulation und Selbstbewertung in Bezug auf das eigene Selbstbild. Problematisch ist hierbei, dass emotionale Zerrissenheit nicht auf ein Verbot hinzielt, sondern  auf eine Unzulänglichkeit der eigenen Selbstregulation.

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Gut und schön, aber die Rezension von Steve Beckert ist zu sehr im Text eingesponnen. Beckert sagt nicht, warum man das kleine Buch überhaupt lesen soll. Ich versuche eine Ergänzung.

Kant, Hannah Arendt, sogar Hegel dürfen hier beweisen, wie wichtig Philosophie heute für die geistige Freiheit der Menschen sein kann. Kleist und Schiller zeigen, wie unterschiedlich literarische Klassiker zum Verständnis der Welt beitragen. Die Studie ist brandaktuell, weil sie uns aufklärt über die Hintergründe der überall etablierten “Persönlichkeitstests”, die u.a. mit dem vielversprechenden Begriff “emotionale Intelligenz” arbeiten. Sie weist nach, dass das Konzept des “Selbstmanagements” als Perfektionierung alter psychologischer Kontrolltechniken anzusehen ist.

Ebenso wird exemplarisch die über hundertjährige Geschichte der psychologischen Tests dokumentiert,  eine der hinter dem politischen und weltanschaulichen Theater des Zwanzigsten Jahrhunderts verborgenen Entwicklungen, deren Wirkung mit der von elektronischen Medien und Computer vergleichbar ist.

“Die Kritik der Kompetenz” ist ein Angebot an das in den Netzen und Fallstricken psychologischer Gängelung gefangene Individuum, um seine ihm verbliebenen Chancen zu nutzen. Der Autor aktualisiert – übrigens ohne jede pathetische Geste – den Appell Immanuel Kants von 1784, die Gängelung des eigenen Urteilsvermögens und der öffentlichen Kommunikation zu überwinden. Die Gegner haben heute ein anderes Gesicht und andere Ziele. Sie sollte man kennen.        (342 W.)

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