Wettbewerb der Diktatoren : Franco gegen Pinochet

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Franco der Vollstrecker, der Kreuzzügler, der Terminator der spanischen Rechten, der das  Blutvergießen (sagt Brenan!) ein für alle Mal beenden wollte, die ewigen Feinde ausrotten wollte. Kalten Blutes. Konsequenter Erbe der beklagenswerten politischen Kultur des Landes.R.Görtz streicht (1970) an ihm den kühlen macht- und ordnungsbewussten Staatsmann aus der Kaserne heraus und lässt darüber die wilden ersten fünfzehn Jahre vergessen, die Bernecker knapp und ungeschminkt umreißt.

 

Worauf  kommt es nun an?

Bernecker zeigt ein Regime, das nach 1945 auf die Abschließung und Autarkie setzt, teils bewusst, teils gezwungenermaßen (internationaler Boykott). Aber auch dieser äußere Faktor wird in die Legitimation des Regimes eingebaut. Das Volk hungert. Das „höhere“ Leben kommt zum Stillstand.

„Kim Il Sung“ !  Wir kennen solche Regimes zur Genüge, seit Ceausescus und Enver Hoxas Sturz nicht mehr in Europa, aber in Stroessners Paraguay. Maos China gehörte eine Zeitlang dazu, bis heute Burma. Was immer die Situationen und ihre Potenziale unterscheidet, worin immer sie nicht vergleichbar erscheinen: Ohne internationales Interesse an ihrer Öffnung können solche Regimes lange existieren, im Windschatten, in einem Winkel ihres Kontinents. Ideologische „Richtungen“ erscheinen deshalb analytisch uninteressant.

Ich fand hingegen interessant, dass mangels Kenntnissen mir ein Franco harmloser erschienen war als etwa ein Pinochet. In der Wirkung muss man wohl die Wertung umkehren. Pinochet hat wie manche anderen Diktatoren das Land geöffnet, ihm nicht Jahrzehnte an Entwicklung gestohlen.

Wir sehen an Francos zweiter Herrschaftsphase: Auch wenn nur Arbeitskräfte hinausgelassen und Kapital und Güter ins Land gelassen werden sollen, die Zersetzung des unmenschlichen Paradiesgartens ist unaufhaltsam. Auch politisch erodiert die  Diktatur, was Hoffnung für die VR China macht und was  Todds Blickwinkel bestätigt: Internationale Verflechtung, Hebung des Bildungsniveaus sind unauffällig, aber äußerst wirksam.  „Revolutionen“ und  „Revolutionäre“ kann man dagegen abschreiben. Die Verhältnisse lassen neue soziale Bewegungen spontan entstehen.

Die ihre Völker schlicht einkerkern, sind – von den Aggressoren wie Hitler einmal abgesehen – die größten politischen Verbrecher.

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