PRÄSENTATION – Das Wichtigste darüber

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Ich habe im Vorfeld der Abiturprüfungen 2005 meine Schüler in einem Merkblatt vor dem neu eingeführten Angebot gewarnt, eine „Präsentation“ an die Stelle einer mündlichen Prüfung zu setzen.

 

PRÄSENTATION – DAS WICHTIGSTE FÜR MEINE 13ER UND 12ER

 

1

NICHT VERGESSEN: ES IST EINE PRÜFUNGSFORM, die am Ende doch in eine mündliche Prüfung mündet

 

2

ES IST EIN POLITISCHES AUSHÄNGESCHILD, das den Schulen und den Schülern über ihre Staatlichen Schulämter aufgedrückt wird. Die allermeisten Lehrer sind nicht darauf vorbereitet, Ihr auch nicht. Das soll in den kommenden Jahren erst in die Lehrpläne kommen, 2005 „als Recht“ zur Wahl, ab 2006 „verbindlich“ (Gerüchte in den Schulen).

Woher, denkst du, kommt die Freundlichkeit 2004, wo doch das Abitur permanent erschwert wird und die Arbeitsbedingungen verschlechtert werden? Die Prüfer brauchen Versuchspersonen, die mit ihren Prüfungsergebnissen haften.

 

3

Die Schulverwaltung meint ihren Beamten erfolgreich befehlen zu können. Wer badet es aus, wenn der Befehl unvernünftig ist oder die prüfenden Beamten wütend macht? Schaut euch genau an, wie die gewünschten Prüfer zur „Präsentationsform“ stehen. Es gibt auch Befürworter. Und die Jungen müssen. Haben die gewünschten Prüfer selbst mit euch schon geübt? Dann müsst ihr euch keine Sorgen machen, sonst ja.

Ich selbst stehe noch 2005 und (wenn gewünscht in Ethik) 2006 als Prüfer zur Verfügung. Ich habe nicht die Ausbildung und auch gar keine Zeit, um diese Prüfungsform jetzt noch erfolgreich zu praktizieren. Mein Arbeitsschwerpunkt liegt nach zwanzig Jahren Pause mit einem Schlag wieder in den Klassen 5 – 10. Mündliche Abiturprüfungen halte ich erfolgreich (im Sinne der Prüflinge) seit dreißig Jahren ab. Das 3.Prüfungsfach ist inzwischen zur Qual geworden (Genehmigungsverfahren!). Vom Alleingang ohne Rücksprache bitte ich abzusehen!

Selbst eure „eigene“ Präsentationsidee muss auf dem Unterricht basieren und wird vom Lehrer verbindlich formuliert. Die Regeln der Betreuung sind noch völlig ungefestigt. Ihr sollt Erfahrungswerte liefern! Eure „Freiheit“ beschränkt sich auf die Vorbereitung der abgesegneten Aufgabenstellung und die Präsentation selbst. Bereits mit dem (verkürzten) Prüfungsgespräch seid Ihr wieder voll in der Hand der Prüfer. Wie die aufwendigen Kunstprüfungen gezeigt haben, ist Einsatz noch keine Erfolgsgarantie.

 

4

Was erwartest du dir von der „Präsentation“ ( was die Mündliche Prüfung dir nicht bieten könnte)? Geht es dir nicht um das Prüfungsergebnis?

 

5

Wie sieht es mit deiner Kondition aus? Wegen der „Präsentationen“ mussten die Schriftlichen Prüfungen vor die Osterferien gelegt werden ans Ende eines gedrängten Kurzhalbjahres. An die Stelle des feuchtfröhlichen Abschlusses tritt für manche nun der Einstieg in die Vorbereitung durch Aufgabenstellung und einmaliger Beratung. Wo ist die Pause?

 

6

Vergesst nicht: Ihr habt ein Prüfungsfach mehr als alle früheren Jahrgänge. Wo soll die Kraft für eine erfolgreiche Ergänzungsprüfung herkommen, wenn sie notwendig werden sollte. Ich habe die letzten Jahrgänge schon sehr bescheiden erlebt im Abitur und mich geärgert, wie ich mich manchmal vorher in Notendiskussionen von vorgetäuschtem Selbstbewusstsein habe verwickeln lassen.

 

7

Die Arbeitsbedingungen für „Ethik“ in Sek II sind so schwierig, dass „Präsentation“ nur Bluff sein kann. Ein freies, experimentelles und dialogisches Konzept wie meines brauchte viel mehr Zeit, um eine Basis für die gute Performance zu liefern, auf die es da ankommt. Und wirklich gute Leute benutzen den bei der mündlichen Prüfung vorgelegten Text ohnehin wie ein Volkslied für ihre Komposition.

17.11.2004

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