Yombe – elegante figürliche Holzglocke vom Kongo

|

28.7.26

Eine trommelnde Miniaturfigur im Stil der Yombe (sitzend 20cm lang) reitet auf einem breiten Geisterkopf – Leopard – mit eingeschnittenen Augen und runden Beulen seitlich in Stirnhöhe. Das ist die dramatische linke Ansicht. Die rechte Ansicht zieren drei geschwungene erhabene geschnitzte Bögen. Senkrecht in der Hand gehalten wird der Leopard zum Kopffüßler mit einer unter der eingedrückten flachen Nase herabhängender Zunge. Auf den drei funktionierenden Klöppeln kann sie aber auch stabil zum Stehen kommen. Das Objekt ist perfekt erhalten.

„Bembe“ Miniatur – Würdenträger mit Glocken in den Händen

 

Freund T. zeigt  mir bereits am Stand auf einem Händi-Foto eine eleganten kleinen Ahnenfigur eines Klanchefs, der solche Glocken in Händen hält und bewegt. Er ist „gespannt, was ich aus der Rassel mache“.

In Marc Leo Felix‘ „100 Peoples of Zaire…“ soll es eine „Bembe“ sein, aber könnte nach  „Art & Kongos“, Felix, Meur, Batalukisi 1995, vol.1p.91 von deren Nachbarn, den „Bwende“ stammen.

In „Spirit Embodied“ stellen Maurer und Batulukisi gleich zwei passende Exemplare der Glocke von der Kongomündung vor: Die Herkunft der zweiten Glocke ist mit „Kakongo“  bezeichnet, einer kleineren Gruppe, die seit langem mit Vili, Woyo, Sundi und Yombe zusammen auf dem Gebiet des historischen  „Königreich Kongo“ siedelt.

DIE ERSTE: ...Ihre obere Hälfte wird beherrscht von der Figur einer knieenden Mutter mit einem entspannt saugenden Baby, typisch für einfühlsame Yombe-Figuren. Die Glocke selbst wird eingerahmt von einem Flechtmuster, das um das achtblättrige Blumenmotiv im Relief geschnitzt ist. Typisch sind auch der offene Mund mit entblößten Zähnen und die halb geöffneten eiförmigen Augen, die Adlernase   und die hohe flache Frisur. Es ist ungewöhnlich, dass diese Frauenfigur überhaupt keine Tattoos trägt. Dies Objekt könnte sowohl als musikalische Glocke gedient haben als auch Instrument gewisser Kulte, der produzierte Ton als Kommunikationsweg mit der Geisterwelt: So wird es vom nganga  benutzt , um Geister aufzuspüren und zu beschwören.

DIE ZWEITE:  Diese feine hölzerne Glocke ist in konzentrischen Stufen geschnitzt und hat drei hölzerne Klöppel, die an einer Kordel baumeln, die oben durch zwei Öffnungen gefädelt sind worden . Ein Gesicht mit aggressiv gefletschten Zähnen ist auf einer der flachen Seiten. Auf der Gegenseite befinden sich eingeschnittene eometrische Muster. Das Objekt trägt noch einiges an seiner glänzenden Patina, obwohl es lange getragen worden ist. Dieser  Typ Glocke wurde als Jagdzauber benutzt; es wird um den Nacken eines Jagdhundes gebunden und mit übernatürlichen divinatorischen Kräften geladen. Es wird auch in therapeutischen Kulten verwendet wie in der Lemba-Gesellschaft.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert