Archiv für den Monat: März 2025

Erich Wolters – Brief aus Peking 12.12.1938 (falsch bewertet)

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Da Wiegmann das letzte Blatt weggeworfen (?) hat, kann ich den Brief erst jetzt zutreffend einordnen, mit Hilfe des Nachlasses von Erichs Bruder Alfred im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt. Mehr demnächst v.G. Der alte Ort war „Das chinesische Jahr 1936-36“ im blog.

Der unwürdige Nachfolger – Brief vom 12.12.1938

Wiegmann hat unter seinen Papieren einen Brief aufgehoben, der Rätsel aufgibt. Erstens ist keine weitere Korrespondenz mit Peking erhalten. Zweitens der Schreiber unbekannt, denn das zweite Blatt mit Gruß und Namen fehlt. Er ist fast zwei Jahre nach seinem Weggang aus Peking verfasst und enthält nichts als Nichtigkeiten. In seiner Banalität straft er alle düsteren Prophezeiungen Lügen. Lebt der Schreiber doch wie die Made im Speck.

Gibt dieser Brief Wiegmann den entscheidenden Impuls, sich 1939 noch einmal um Ausreise nach Ostasien zu bemühen? (Lebenslauf)

Stilistisch ist der Brief ein zeitloser Klassiker in gleich mehreren Disziplinen: der Verwendung konventioneller Floskeln, in touristischer Dickfelligkeit und untergründiger Häme gegen den Abwesenden, dessen Platz er einnimmt. Das alles ist mir sogar eine Transkription wert. (folgt!)

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Die Maske MUYOMBO der Pende – beobachtet von Zoé S. Strother (deutsch)

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(Abb. und weitere Links folgen)

Ich recherchiere über einen Maskentyp der Pende, der mir bisher nicht real begegnet war, und dies nun gleich in zweierlei Gestalt.

Da der Auftraggeber keine persönliche Erfahrung mit dem Sammelgebiet hat – Wer hat das denn heute?  – wird auch mir selbst mein innerer Abstand zu afrikanischen Skulpturen, ihre Fremdheit bewusst. Ich muss erst wieder ‚warm‘ werden.

Ich kehre zu einer Studie zurück, aus der ich vor Jahren eine Geschichtserzählung des Pende-Volks im zwanzigsten Jahrhundert destilliert hatte; die Objekte interessierten mich erst in zweiter Linie. (LINK)

Mit dem Holzobjekt  ‚Maske‘ – im Englischen treffend als head-piece bezeichnet – zu beginnen, heißt am entferntesten Ansatzpunkt, am Bestandteil eines aufwendigen Maskenkleids zu beginnen. Die Maske wird durch Inszenierung, Auftreten und Tanzperformance zum Leben erweckt und verkörpert durch Pantomime unterschiedliche Bedeutungen.

Dies wird im Unterabschnitt „Muyumbo / Kipoko“ des Kapitels „A Precolonial Pende Art History“ wirklich anschaulich. („Inventing Masks – Agency and History of the Central Pende Art“, The University of Chicago Press 1998, pp.182-191) >>