{"id":9950,"date":"2019-03-03T21:43:49","date_gmt":"2019-03-03T20:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9950"},"modified":"2021-09-18T22:47:22","modified_gmt":"2021-09-18T20:47:22","slug":"geil-diese-fallischen-megaliten-in-etiopien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9950","title":{"rendered":"GEIL, DIESE FALLISCHEN MEGALITEN IN ETIOPIEN!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">THEMEN<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #ff0000;\">Die schnell langweilende Dokumentation (92 Minuten) \u2013 <strong>\u201e<em> \u00c4thiopiens phallische Megalithen<\/em><\/strong><strong>\u201c<\/strong>, die ARTE am 2.2.19 ausstrahlte<\/span> (<em>Nicht mehr verf\u00fcgbar &#8211; <\/em><a href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/080100-000-A\/aethiopiens-phallische-megalithen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>) &#8211; Bereits die eingesprochene Einleitung l\u00e4sst erkennen, wohin der Hase l\u00e4uft.<\/li>\n<li>Die Popularisierung arch\u00e4ologischer Forschung (Fernsehen, Ausstellungen)<\/li>\n<li>\u00a0Ein Forschungsansatz westlicher Arch\u00e4ologen in Afrika und sein Nutzen f\u00fcr die akademische afrikanische Geschichte. Was hat ein Sammler afrikanischer Kunst davon?<\/li>\n<li>Verschiedene Kontexte arch\u00e4ologischer Grabungen im postkolonialen Afrika, etwa \u201eWeltkulturerbe\u201c<\/li>\n<li>Buchempfehlung : John Iliffe: <em>Geschichte Afrikas. <\/em>Cambridge 1995, dt.\u00dcbersetzung im C.H..Beck Verlag, M\u00fcnchen 1997, 2000 &#8211; ein fesselndes Buch, mit dem die endlosen Weiten und Herausforderungen Afrikas \u00fcber einen gro\u00dfen Zeitraum als Denkhorizont zu gewinnen sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">ERSTER TEIL\u00a0 Spontane Reaktionen<\/h1>\n<h3>Stein, Knochen, Keramiken gleich \u201eWeltkulturerbe\u201c?<\/h3>\n<p>Ja, aber auch Farben, bearbeitete H\u00f6lzer und Metalle. Und erst der Chor der \u201aimmateriellen Kulturg\u00fcter\u2019!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Megalithen und der gewitzte Laie<\/h3>\n<p>Der gewitzte Laie geht das Thema global im Sinne eines <em>Anything Goes<\/em> (P. Feyerabend) an, hier soll das hei\u00dfen: Es ist alles schon einmal irgendwo vorgekommen. Uns wundert im Grunde nichts mehr.<\/p>\n<p>Megalithen (megagro\u00dfe Felsst\u00fccke) fanden die Menschen immer und \u00fcberall. Spezialisten m\u00f6gen das f\u00fcr die eine oder andere Gegend in der oder der Zeit \u00fcberzeugend ausschlie\u00dfen oder nachweisen. Ihr Job.<\/p>\n<p>Menschen haben immer schon Bedeutungen \u00fcber die Natur gelegt und Rituale organisiert. Sie hatten ja sonst nichts Sinnvolles. Haben sie heute mehr?<\/p>\n<p>\u00c4sthetisch bieten die Steins\u00e4ulen trotz oder wegen der Spr\u00f6digkeit und Unhandlichkeit von Stein die unterschiedlichsten Formen, Ausschm\u00fcckungen und Verwendungen an.<\/p>\n<p>Doch auch die Verehrung der reinen Naturform \u2013 kristallin oder degenerativ entstanden \u2013 war zu allen Zeiten beliebt. Nur altbackene Arch\u00e4ologen versuchen sie auf Chronologien und \u201aEntwicklungsstufen\u2019 festzuklopfen. Das mag f\u00fcr Stadtarch\u00e4ologie funktioniert haben.<\/p>\n<p>Menschliche Intelligenz zeigt sich eben auf unterschiedlichste Weise, so durch \u201aFaulheit\u2019 &#8211; vornehmer: \u00d6konomie &#8211; ebenso wie in der Erfindung beeindruckender \u201a\u00fcbermenschlicher\u2019 Herausforderungen. Heute ist wohl diese Weise am beliebtesten und schafft uns als <em>Megalomanie<\/em> schon atemberaubende Probleme, mit denen verglichen die Aufrichtung eines kleinen phallischen Megalithen im gefilmten arch\u00e4ologischen Experiment ein Klacks ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Apropos \u201eAufrichtung\u201c<\/h3>\n<p>Sie leuchtet mir ein &#8211; schlie\u00dflich pr\u00e4gt, ja definiert geradezu \u201ader aufrechte Gang\u2019 den menschlichen K\u00f6rper, seine Gestalt und den historischen Erfolg, nat\u00fcrlich ein steiler Winkel auch die gelingende Erektion beim Mann. Aufrichtung ist immer ein Triumph, im Haus und als Stein gewordener Priapismus in der Landschaft, und mit \u00dcberwindung zunehmender technischen Problematik Machtdemonstration. Faszinierend! Deshalb streicht die Drohnenkamera vor allem zu Anfang st\u00e4ndig wieder \u00fcber die Felder mit den phallischen Steinen. Das ist doch mal etwas, nicht nur f\u00fcr zwei Wissenschaftler, die Ende der verklemmten sechziger Jahren als junge M\u00e4nner ihre Grabungskarrieren\u00a0 im wilden Afrika begannen und sp\u00e4ter immer wieder an ihre Orte der Kraft zur\u00fcckkehrten, in h\u00f6herem Auftrag wohlgemerkt. Wann werden wir \u00fcber ARTE um zwanzig Jahre j\u00fcngere Aktivistinnen einer Vulva-Arch\u00e4ologie in den Busch begleiten, irgendwo auf der Welt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Naturgebilde als Orte der Macht, Landmarken<\/h3>\n<p>Ich erinnere mich: Vor Jahren machte in der westlichen \u00d6ffentlichkeit wieder einmal die Idee der \u201eKraftorte\u201c die Runde. Wenn ich mich recht erinnere, wurde sie von einem wei\u00dfen Anthropologen popularisiert, von Australien aus, woher auch sonst? Esoterisch sind sie ohnehin Evergreens, aber auch ethnologisch erforscht.<\/p>\n<p>\u201aLandmarken\u2019 galten auch auf dem afrikanischen Kontinent als heilige Orte der Macht. Von weit her pilgerte man zu ihnen und nutzte sie angstvoll kultisch, unabh\u00e4ngig von sonstigen territorialen Rivalit\u00e4ten. Fritz F. Kramer hat in \u201e<em>Kunst im Ritual\u201c <\/em>(Studien zur Kulturkunde 128, Frankfurt\/M 2014) im Abschnitt 5.3 explizit\u00a0 \u201e<em>Naturgebilde als Orte der Macht\u201c <\/em>thematisiert.<\/p>\n<p>Unklar bleibt im Film der Status des &#8218;Eigent\u00fcmers&#8216; eines der archaischen Stelenfelder. Es sah nach Treuh\u00e4nderschaft aus, wie sie \u00fcberall im subsaharischen Afrika bei den \u201aErdherren\u2019 zu finden ist. Die franz\u00f6sischen Forscher trinken mit ihm in einer der ersten Filmszenen drei Tassen ganz frisch zubereiteten Kaffees \u2013 \u201ezur Schadensabwehr\u201c, sagen sie. Interessant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Bekannte Grabungsmuster<\/h3>\n<p>Ich habe vor Jahren die mediale Pr\u00e4sentation Frankfurter Grabungskampagnen auf der Suche nach einer NOK-Kultur kommentiert \u2013 sp\u00e4ter tat mir leid, dass ich pers\u00f6nlich verletzende Spitzen eingebaut hatte. (<a href=\"http:\/\/www.liebieghaus.de\/de\/ausstellungen\/nok\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p>Heute ich finde diese Muster der Kampagnen wieder :<\/p>\n<p>Auswahl und S\u00e4uberung\/Reinigung der Grabungsorte von allen bisherigen Umgebungsreizen,<\/p>\n<p>Einsatz avancierter Methoden aus dem Werkzeugkasten einer altehrw\u00fcrdigen Hilfswissenschaft der Geschichtsforschung. Die l\u00e4ngste Zeit \u00fcber herrscht die typische forensische Maulwurfsperspektive, ansonsten aber die beschwingte Oberfl\u00e4chlichkeit von Kulturtouristen, die nur in der sch\u00f6nen Jahreszeit zu Besuch kommen und sich f\u00fcr ihre Gastgeber eigentlich gar nicht interessieren. Un\u00fcbersehbar ist der Erfolgsdruck durch\u00a0 Auftraggeber und Sponsoren (ARTE zum Beispiel) in der Hoffnung auf Anschlussfinanzierung, sowie die notorische Zeitnot, da man nicht wei\u00df, ob und wann man zur\u00fcckkehrt. Im besten Fall nimmt man eine Menge Dokumentationsmaterial mit \u2013 von dem nicht nur die teuren Materiallager \u00fcberquellen, worin auch die Forschung ertrinkt &#8211; anschaulich beklagt im Tagungsbeitrag &#8222;<em>Massendinghaltung in der Arch\u00e4ologie<\/em>&#8222;, Sidestone 2016. Kann es sein, dass die Arch\u00e4ologie ihre Aufgabe im Gro\u00dfen und Ganzen erf\u00fcllt hat, welche die europ\u00e4ische Neugier ihr vor gut zwei Jahrhunderten gestellt hat? Nein, es erscheinen neue Aufgaben am Horizont.<\/p>\n<p>Eine im Film gemachte Bemerkung ist aufschlussreich, der Hinweis auf \u201e<em>weitere 1500 noch aufzurichtende Megalithen&#8220; <\/em>an einem der Standorte, &#8222;<em>die auf Anerkennung als<\/em> (nationales!) <em>Weltkulturerbe warten<\/em>\u201c. Dies im Kontext der bescheidenen These, sie h\u00e4tten Friedh\u00f6fe der einen oder anderen Art markiert und\u00a0 \u00fcberh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Dass sie ihre Toten nicht anst\u00e4ndig behandelten, h\u00e4tte den V\u00f6lkern \u00c4thiopiens aber wirklich niemand unterstellt! Das ist weniger <em>Weltkulturerbe<\/em> als eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit!<\/p>\n<p>(2.3.2019 )<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Zweiter Teil im<\/strong><strong> Kontext einer \u201eGeschichte Afrikas\u201c<\/strong><\/h1>\n<p>Zu Beginn seiner \u201e<strong><em>Geschichte Afrikas<\/em>\u201c<\/strong>, die ich wieder einmal befrage, bedankt sich der Verfasser <strong>John Iliffe <\/strong>ausdr\u00fccklich bei Arch\u00e4ologie und Arch\u00e4ologen daf\u00fcr, dass sie mit ihren Arbeiten die ersten Kapitel seiner Darstellung \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht h\u00e4tten. Ich bin besch\u00e4mt.<\/p>\n<p><em>\u201eDie Afrikaner\u201c<\/em> bezeichnet er als \u201e<em>Grenzlandpioniere, die eine besonders unwirtliche Region der Welt f\u00fcr die menschliche Spezies insgesamt erschlossen haben<\/em>. <em>Dies ist ihr wichtigster Beitrag zur Geschichte der Menschheit. Daf\u00fcr verdienen sie Bewunderung, Unterst\u00fctzung und sorgf\u00e4ltige wissenschaftliche Beobachtung. Zentrale Themen der afrikanischen Geschichte sind die Besiedelung des Kontinents, die Koexistenz mit der Natur, der Aufbau stablier Gesellschaften und deren Verteidigung gegen Angriffe von V\u00f6lkern aus beg\u00fcnstigteren Regionen. <\/em>(&#8230;) <em>Deshalb stellt sich die Geschichte Afrikas in ihrem Kern auch als eine einzigartige Bev\u00f6lkerungsgeschichte dar, die die fr\u00fchesten Menschen mit ihren heutigen Nachfahren durch einen fortlaufenden historischen Prozess verbindet.<\/em>\u201c. ( S.9) \u00dcbrigens beschr\u00e4nkt sich Iliffe auf die vergangenen vier-, f\u00fcnftausend Jahre.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Arch\u00e4ologie und Fernsehsendungen<\/h3>\n<p>Ob sich Iliffs Bilanz sich auf die K\u00fcrze vermitteln kann, ist hier unerheblich. Sie zeigt aber wieder die Schnoddrigkeit, in der ich auf Oberfl\u00e4chenreize reagiere. Auf einer zweiten Ebene\u00a0 macht sie die Mechanismen des <em>Infotainment<\/em> verst\u00e4ndlicher, etwa bei ARTE oder Phoenix etc.. Die werben f\u00fcr die Arch\u00e4ologie, \u201e<em>ein derart m\u00fchseliges und kostspieliges Unterfangen<\/em>\u201c (13) und tragen zur Finanzierung solcher Grabungen bei.<\/p>\n<p><em>Kunstwerke<\/em>, <em>Kulturg\u00fcter<\/em> und \u201e<em>Kultst\u00e4tten<\/em>\u201c sind dabei kein Selbstzweck. Sie bilden einen winzigen, bewusst abgespaltenen Anteil der <em>Artefakte<\/em> (Wikipedia <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Artefakt_(Arch%C3%A4ologie)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>), die als Indizien und Argumente zur St\u00fctzung oder Widerlegung wissenschaftlicher Hypothesen im arch\u00e4ologischen Diskurs dienen. Vor allem aber sind sie Anreize f\u00fcr ein Publikum, f\u00fcr Geldgeber und zust\u00e4ndige Beh\u00f6rden zuhause wie im Gastland. Nur mit <em>Highlights<\/em>, S<em>ensationen<\/em> usw. gewinnt man das Interesse der \u00d6ffentlichkeit. \u00c4hnliches sagte mir bereits die Arch\u00e4ologin in der NOK-Ausstellung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die Arch\u00e4ologie muss ihre Prunkst\u00fccke \u201aschminken\u2019<\/h3>\n<p>Als Sammler afrikanischer Ethnologica kann ich mir eine Bemerkung nicht verkneifen:<\/p>\n<p>Wenn es sich nicht gerade um wettergegerbte Gro\u00dfskulpturen wie diese Stelen handelt, sind die Prunkst\u00fccke in den Museen und Ausstellungen in einem Ma\u00dfe erg\u00e4nzt und \u201ageschminkt\u2019, wie der b\u00fcrgerliche Sammlermarkt es sich kaum gefallen lassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Sie reichen oft nicht einmal an die Erzeugnisse europ\u00e4ischer Ruinenromantik heran \u2013 \u201e <em>stimmungssteigernde Elemente, die Gef\u00fchle der Erhabenheit und Einsamkeit erzeugen sollen, vor allem jedoch an die Verg\u00e4nglichkeit des Menschen und seiner Werke erinnern<\/em>\u201c (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%BCnstliche_Ruine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a> Wikipedia \u201eK\u00fcnstliche Ruinen\u201c) &#8211; sondern wecken blo\u00df innere Vorbehalte, wie sie vor zusammengeklebten Keramiken auftreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00a0Aufbewahrung der Bodenfunde<\/h3>\n<p>Dieser Tage kann man eine weiteres Problem der afrikanischen Arch\u00e4ologie nicht aussparen: den Kontext der Grabung und den Aufbewahrungsort der Fundst\u00fccke. Im filmisch dokumentierten Fall hat man blo\u00df Proben der (bescheidenen) Grabungsfunde zur Untersuchung ausgeliehen, so wie bei den NOK-Grabungen f\u00fcr eine Ausstellung im Frankfurter Liebighaus (2014). <a href=\"http:\/\/www.liebieghaus.de\/de\/ausstellungen\/nok\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Eklektizismus der Eroberten<\/h3>\n<p>Den Kontext vor Ort finde ich aber interessanter. Da liegen <em>die phallischen Megalithen<\/em> in eindrucksvollen Ansammlungen auf Bergkuppen in oder abseits von D\u00f6rfern \u2013 nur Knochen und kleine Keramiken m\u00fcssen ausgebuddelt werden \u2013 und man speist uns mit der Erkl\u00e4rung ab, f\u00fcr die Bewohner dieser gottverlassenen Berge seien sie \u201e<em>blo\u00df Teil der Landschaft<\/em>\u201c und damit unerheblich. Bei der vorgef\u00fchrten Aufrichtung fragte ich mich schon, was den D\u00f6rflern dabei durch den Kopf ging. Man kann vielleicht einwenden, die Leute seien doch christianisiert worden. <strong>Iliffe<\/strong> bietet in seinem lesenswerten \u201e\u00c4thiopien\u201c-Unterkapitel (78-85) im Kontext \u201eChristentum und Islam\u201c seine keineswegs \u00fcberraschende Einsicht an: \u201e<em>Die alte Religion wurde bisweilen grausam verfolgt, h\u00e4ufiger aber scheinen die eroberten V\u00f6lker ihre traditionellen Praktiken in eklektizistischer Weise durch christliche Gepflogenheiten bereichert zu haben<\/em>. (83)<\/p>\n<p>Die phallischen Stelen, oft dekoriert,\u00a0 in der Landschaft stecken f\u00fcr afrikanische Verh\u00e4ltnisse un\u00fcbersehbar derart voller materieller, symbolischer und metaphorischer Bez\u00fcge, dass es mir schon weh tat, wie die zwei Arch\u00e4ologen in der Manier bornierter Steinmetze dar\u00fcber hinweggingen! Welcher H\u00e4uptling, Zauberer und Heiler h\u00e4tte sich so eine &#8217;spirituelle&#8216; Steilvorlage entgehen lassen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die Konso als Kultdarsteller<\/h3>\n<p>Dann organisierte man als Hingucker bei den s\u00fcdlich benachbarten <em>Konso<\/em> die \u00f6ffentliche Vorf\u00fchrung einer Honoratioren-Trauerfeier mit kleinem altem Steinphallus, der unter Getrommel \u201e<em>aus dem Busch<\/em>\u201c herbei getragen und aufgerichtet wurde. Das sollte die vorgetragene Vermutung illustrieren (etwa mehr als das?), dass es fr\u00fcher auch so gewesen sein kann oder muss!<\/p>\n<p>Eigenartigerweise sind die Konso f\u00fcr ihre mannshohen Pf\u00e4hle in Hartholz bereits weltbekannt, die f\u00fcr verstorbene Honoratioren geschnitzt und aufrecht aufgereiht wurden. Das Material erlaubte die Gestaltung ausdrucksvoller \u201arealistischer\u2019 K\u00f6pfe und lie\u00df sich vielleicht leichter mit den landes\u00fcblichen Normen vereinbaren.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist der ganze Kontinent mit Stelen aus Holz oder Stein best\u00fcckt, von West nach Ost und von \u00c4gypten bis Madagaskar. Und von daher war es nie weit bis Asien&#8230;.. Doch das alles ist von den abgesteckten <em>Claims<\/em> der Forscher aus &#8211; vor allem aber von ihren Medien-Partnern &#8211; nicht zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Der Text erscheint mir l\u00fcckenhaft und anfechtbar, aber das darf er in einem Blog sein. Er soll mit ein paar Informationen und Gedanken anregen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">( In Details verbesserte Fassung am 4.3.2019 und 18.8.2020)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THEMEN Die schnell langweilende Dokumentation (92 Minuten) \u2013 \u201e \u00c4thiopiens phallische Megalithen\u201c, die ARTE am 2.2.19 ausstrahlte (Nicht mehr verf\u00fcgbar &#8211; LINK) &#8211; Bereits die eingesprochene Einleitung l\u00e4sst erkennen, wohin der Hase l\u00e4uft. Die Popularisierung arch\u00e4ologischer Forschung (Fernsehen, Ausstellungen) \u00a0Ein Forschungsansatz westlicher Arch\u00e4ologen in Afrika und sein Nutzen f\u00fcr die akademische afrikanische Geschichte. 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