{"id":9695,"date":"2018-11-22T15:37:42","date_gmt":"2018-11-22T14:37:42","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9695"},"modified":"2021-10-20T00:22:17","modified_gmt":"2021-10-19T22:22:17","slug":"maenner-und-frauen-bei-den-yanzi-rdc-bandundu-lesenotizen-zu-j-f-thiel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9695","title":{"rendered":"M\u00e4nner und Frauen bei den Yanzi (RDC, Bandundu) \u2013 Lesenotizen zu J.F. Thiel"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Josef Franz Thiel: <em>Jahre im Kongo \u2013 Missionar und Ethnologe bei den Bayansi<\/em>, Otto Lembeck Verlag, Frankfurt\/M 2001<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vorbemerkung<\/p>\n<p>So bescheiden das Buch auftritt, so wertvoll ist es f\u00fcr einen Leser, der keine vergleichbare Erfahrung gemacht hat. Der Begriff \u201eFeldforschung\u201c deckt ja vieles ab, doch in diesem Fall greift er zu kurz.<\/p>\n<p>Der Verlag der Erstauflage existiert nicht mehr.\u00a0 <em>JustBooks.de<\/em> listet im November 2018 nicht einmal zehn Exemplare, Preise nicht unter 100 \u20ac. Vielleicht wird es ja neu verlegt, wenn der Markt leergefegt ist, und sei es als E-Book.<\/p>\n<p>Ich las das Buch vor einem Jahr und verfasste ein detailliertes Inhaltsverzeichnis mit einem thematischen Schwerpunkt, der <span style=\"color: #800000;\">nicht<\/span> der des Verfassers ist: M\u00e4nner und Frauen bei den Bayansi. Und doch ist er in der Darstellung wie in der Erfahrung des Missionars Thiel angelegt.<\/p>\n<p><!--more-->Im Unterkapitel \u201eInitiation in die Buscharbeit\u201c f\u00e4llt der Satz: \u201e<em>Einen festen Vorsatz habe ich aus meinem Buschbesuch mit Paul in Kindongo mitgenommen: Fragen der Ehe und der Sexualit\u00e4t d\u00fcrfen nicht die Leitidee meiner Arbeit im Kongo werden! Moralisches verhalten geh\u00f6rt zwar zum Christsein, aber viel wichtiger ist es, die Kerns\u00e4tze des Evangeliums zu verk\u00fcnden, und die handeln, wei\u00df Gott, nicht von der Region des Unterleibs!\u201c<\/em> (1.Kapitel, <span style=\"color: #ff0000;\">S.41<\/span>)<\/p>\n<div id=\"attachment_9620\" style=\"width: 380px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Foto18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9620\" class=\"wp-image-9620\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Foto18-360x285.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"293\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Foto18-360x285.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Foto18-900x713.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Foto18-624x494.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Foto18.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9620\" class=\"wp-caption-text\">&#8218;Jahre im Kongo&#8216; Foto18<\/p><\/div>\n<p>Toleranz und Freimut kennzeichnen das ganze Buch. Ich war beim Lesen \u00f6fters irritiert \u00fcber Themenvielfalt und einen unsystematischen Wechsel der Themen, Schaupl\u00e4tze und Ebenen. In keiner akademischen Studie k\u00e4me der Verfasser damit durch. Auf eigene Art war das Buch bereits bei seinem Erscheinen 2001 \u201aunmodern\u2019 und \u201apopul\u00e4r\u2019, oder sollte ich sagen: zeitlos und pers\u00f6nlich?<\/p>\n<p>Bisher kam ich noch nicht auf die Idee, nach den Adressaten von \u201eJahre im Kongo \u2013 Missionar und Ethnologe im Kongo\u201c zu fragen. Ich m\u00f6chte wetten, dass er es vor allem f\u00fcr Studenten und Absolventen der Missionsh\u00e4user geschrieben hat, wie St.Gabriel der Steyrer Missionare in M\u00f6dling bei Wien, wo er damals in den f\u00fcnfziger Jahren nur einen einzigen \u201afelderfahrenen\u2019 Ausbilder hatte: Paul Schebesta (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Schebesta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>).<\/p>\n<p>Thiel wurde Chefredakteur des \u201aAnthropos\u2019, hatte in seiner akademischen Phase erfolgreiche Sch\u00fcler, er war ein ruhiger Chef im (damals noch) V\u00f6lkerkundemuseum Frankfurt. Noch heute wird er um Vortr\u00e4ge gebeten, besuchen ihn Kollegen und kommen junge Akademiker, um Rat einzuholen. (Der Buchumschlag mit Informationen und Daten ist am Ende des Beitrags abgebildet!)<\/p>\n<p>Ich bin gespannt auf seine inzwischen abgeschlossene Monographie, auf die Vertreter der Bayansi ungeduldig warten.\u201aAnthropos\u2019 wird dieses Buch nicht mit Schweigen \u00fcbergehen wie damals 2001 seine Autobiographie \u201eJahre im Kongo\u201c, denn die Kirchenorganisation ist diesmal au\u00dfen vor. Thiel ist ein geborener Erz\u00e4hler. Dass diese F\u00e4higkeit in der Wissenschaft momentan nicht so hoch angesehen ist, k\u00fcmmert ihn nicht. Er hat, wie er sagt, \u201eso viele Ethnologien erlebt\u201c. Mit seiner Monographie \u00fcber die Yansi will er diesen Menschen etwas von dem zur\u00fcckgeben, was er bei ihnen an erf\u00fcllter Zeit erfahren hat. Er arbeitet an einer franz\u00f6sischen \u00dcbersetzung, die er in einem kongolesischen Verlag herausbringen m\u00f6chte, denn \u201eeurop\u00e4ische B\u00fccher k\u00f6nnen sich die Kongolesen nicht leisten\u201c. Er h\u00e4tte das Buch gern \u201eerlebte Monographie\u201c betitelt, da er alles selbst erlebt oder erz\u00e4hlt bekommen hat, aber der Wunsch war wohl unkorrekt. Die Kapitel, die ich bisher kenne, erinnern mich an das \u2013 leider erst posthume &#8211; Alterswerk \u201eThe Congo\u201c des schwedischen Missionars und Ethnologen Karl Laman, mehr kann ich noch nicht sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">MEIN THEMATISCHES INHALTSVERZEICHNIS mit Seitenangaben (<span style=\"color: #ff0000;\">rot<\/span>)<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1.Kap.\u00a0 \u00a0 \u201eSonntagnachmittag in Manzasay\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">23<\/span> Emmanuel, 45 Jahre und Songo, seine kinderlose Ehefrau; die j\u00fcngere Verwandte im Haushalt wird immer mal schwanger, eifrige Christen, Frauengeschichten, Ehefrau: \u201esoll er sich bei anderen austoben\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">31\/32<\/span>\u00a0 S\u00e4gewerker Pacinelli\u00a0\u00a0 V\u00e4ter bringen halbw\u00fcchsige T\u00f6chter, er will wegen der Klan-Probleme nicht heiraten, \u201eund sie altern schnell\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Kap. \u00a0\u00a0 \u201e\u201cEin abwechslungsreicher Beruf\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">37<\/span>\u00a0\u00a0 Klan\u00e4lteste wollen Christin als Zweitfrau an einen Verheirateten verschachern.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">39<\/span>\u00a0\u00a0 Pater Paul agierte rabiat gegen \u201ewilde Ehe\u201c; Ehe in Afrika ein langwieriger Prozess<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">41<\/span>\u00a0\u00a0 Vorsatz Thiels: Ehe und Sexualit\u00e4t d\u00fcrfen nicht Leitidee seiner Arbeit werden<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">44<\/span>\u00a0\u00a0 Mangrete mit gut 40 hatte sie 11 Kinder (7 leben noch); sie ist \u201eeine \u00e4ltere Frau\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">55<\/span>\u00a0\u00a0 Frauenarbeit: Maniok und Raupen zuzubereiten<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">55-57<\/span>\u00a0\u00a0 Die polygyne Ehe des Loso (einer von 15% der M\u00e4nner): 4 Frauen in 2 D\u00f6rfern reihum eine Woche zu besuchen ist institutionalisiert &gt; 20 Kinder, Pflichten des Ehemanns, Geschenk f\u00fcr Geburt auch an ihre Eltern, die nicht h\u00e4ufiger als alle drei Jahre eintreten darf, sonst Strafe, \u2013 alle Frauen und Kinder haben legalen Status,<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">57 \u00a0<\/span> <em>kleine Prostitution<\/em> unverheirateter abgeschobener oder verwitweter Frauen f\u00fcr vor allem j\u00fcngeren Ehem\u00e4nner w\u00e4hrend der Babypause ihrer Frau(en)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">57-58<\/span>\u00a0 Erste Frau r\u00e4t ihrem Mann zu einer vierten Frau, auch zum Austoben, sie habe oft R\u00fcckenschmerzen. \u00a0\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\">58<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0 legale Polygamie ist ein Auslaufmodell in einer \u00dcbergangszeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3. Kap.\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDie Buschpfarrei Manzasay\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">60<\/span> Klanexogamie und virilokale Wohnfolge: Ehefrau bleibt Fremde im Dorf ihres Mannes, Kinder geh\u00f6ren zu ihrem Klan, sind also auch Fremde.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">60\/61<\/span> Land-Stadt-Fluktuation bis 50% der jungen M\u00e4nner; weniger T\u00f6chter gehen in die Stadt, aber die landen in der Prostitution, auch die Frau eines Lehrerpaares in Kinshasa<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">65<\/span>\u00a0\u00a0 Frauen\u00fcberhang 8% in den D\u00f6rfern, unter der Jugend h\u00f6her, Nebenfrauen, die \u00c4lterer nicht heiratet, aber mit der Klankasse finanziert, daher f\u00fchren jetzt oft \u00e4ltere Frauen die Kasse<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">66<\/span>\u00a0\u00a0 Die matrilinearen Bayansi pflegen ihre T\u00f6chter besser: denn sie bringen neue Sippenmitglieder zur Welt und bringen Brautpreis, sind auch als Arbeitskr\u00e4fte wertvoller.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">65\/66<\/span>\u00a0\u00a0 Knaben ziehen bereits mit 8-12 Jahren in ein Knabenhaus, sind dort ziemlich sich selbst \u00fcberlassen, M\u00e4dchenbesuch oder auch M\u00e4dchenhaus sind erlaubt, schon weil Eltern im ehelichen Verkehr freier sein wollen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">67<\/span>\u00a0 Kampf von Missionaren dagegen, auch Trommeln zerschlagen, Kichern \u00fcber ihre alten Missionare. Und die Schwester des H\u00e4uptlings: \u201e<em>Lass die jungen Leute!<\/em> &#8230;\u201c Doch das au\u00dferschulische Programm der Nonnen in ihren reinen M\u00e4dchenschulen ist in den Augen der Eltern attraktiv. Ein Fehler der Kolonialmacht, die M\u00e4dchen zu untersch\u00e4tzen: Der Mann ist in traditionellen Pflanzerkulturen ist Nestfl\u00fcchter. Die Frau gibt die Bildung weiter, nicht der Mann.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">68<\/span>\u00a0 Das traditionelle getrennt Essen in der Ehe wird von Frauen nach Schulbesuch aufgegeben, f\u00fchrt zu anderem Familienbild, schw\u00e4cht die Abstammungsgruppe (<em>Zum, <\/em><em>Lineage<\/em>). Doch sie ist R\u00fcckversicherung, seelische Heimat und bleibende Gr\u00f6\u00dfe gegen\u00fcber einer zerbrechlichen Ehe (Tod, Scheidung, Unfruchtbarkeit <span style=\"color: #ff0000;\">69<\/span>). Die Ahnen reinkarnieren sich in den Enkeln, die Ehe ist nur ein transistorisches Mittel f\u00fcr die Sippe.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">69<\/span>\u00a0\u00a0 Unter den \u201eliebsten Personen\u201c rangiert Ehepartner an letzter Stelle<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">69\/70<\/span>\u00a0\u00a0 Im Prinzip gibt es keine Waisen, in der Praxis werden Unterschiede gemacht, verwaiste Kinder weitergereicht. Irrtum von Mission und Kolonialherr, \u201eWaisen\u201c einzusammeln<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">70<\/span> Die 200 Kinder des H\u00e4uptlings Bay? Erwachsene S\u00f6hne schliefen heimlich mit seinen jungen Frauen (<span style=\"color: #ff0000;\">125<\/span> Bay selber war der Sohn einer Teke-Frau &#8211; vom aussterbenden Klan geholt)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">71-74<\/span>\u00a0\u00a0 Hexerei im Dorf\u00a0\u00a0 auch merkantile Vorg\u00e4nge um das <em>Ndoki<\/em> (\u201aHexerkraft\u2019), wenn sie von einem Spezialisten (<em>Ganga<\/em>) genutzt wird; Bewertung nach Position des Inhabers, in niederen Menschen ihr Wirken negativ gesehen<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">74-76<\/span> Fallgeschichte: falsche Anklage gegen flei\u00dfigen <em>Tampwo<\/em> verbunden mit Vergiftung seines Enkels, um an seine Herde zu kommen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>4. Kap.\u00a0\u00a0\u00a0 \u201ePalmsonntag im Busch\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">79<\/span>\u00a0\u00a0 Die Menschen wollen Religion erleben in Wort, Musik und Tanz (&gt;<span style=\"color: #ff0000;\">88<\/span>) und sie muss im Alltagsleben n\u00fctzlich sein<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">82<\/span> <em>Die einfachen Leute h\u00f6ren es gern, wenn ihre Oberen an ihre Pflichten erinnert werden. <\/em>Wichtig f\u00fcr gute Redner: <em>Verwende viele Sprichw\u00f6rter und Redensarten der Alten, das \u00fcberzeugt sie.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">83\u00a0 <\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #333333;\">Auch Blitzeinschlag wird auf Hexer zur\u00fcckgef\u00fchrt\u00a0 (&gt; <span style=\"color: #ff0000;\">90f.<\/span><span style=\"color: #333333;\">)<\/span><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">85-87<\/span>\u00a0\u00a0 aufm\u00fcpfiger Jugendlicher fast vergiftet, fr\u00fcher als Sklave verkauft oder als H\u00f6riger abgegeben, sich entziehen durch Landflucht fr\u00fcher \u201ehorteten die Alten die fruchtbaren , die jungen Frauen\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">89<\/span> Ehestreit \u00fcber pflichtvergessene Kimbangistin (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4144\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a> &#8218;1921&#8216;), die in ihre Kirche geht, statt zu kochen<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">89-92<\/span> Der Secteur und Mumpe Jos\u00e9 sind f\u00fcr die Ordnung verantwortlich<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">90 &#8211; 92 <span style=\"color: #333333;\">Thiels <\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\">Predig<\/span>t gegen Blitzschlag als Verhexung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>5. Kap. \u00a0\u00a0 \u201eLiteratur ohne Schrift\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">98<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0 Reigentanz \u00e4lterer M\u00e4dchen mit selbst gedichteten Liedern<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">100-103\u00a0<\/span>\u00a0 Lied der Antoinette Bukibi\u00a0 (zitiert und erl\u00e4utert in (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7938\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LInk<\/a> &#8222;Polio-Puppe&#8220;)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">103-106<\/span> Lieder der M\u00e4dchen \u00fcber soziale Verfehlungen:<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">104<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0 S<em>ein Mund will mein Huhn essen<\/em>: \u00e4lterer Bruder will unter Ausnutzung der Altershierarchie seinen j\u00fcngeren Br\u00fcder mit der Braut betr\u00fcgen; der J\u00fcngere darf sich um die Frau des \u00c4lteren k\u00fcmmern, auch mit ihr schlafen, besser als ein Fremder; \u201aVater\u2019 wird immer der legitime Ehemann sein. Unfruchtbare Ehem\u00e4nner nutzen j\u00fcngere Br\u00fcder und Cousins. Deshalb herrscht aber ein Inzesttabu zwischen dem j\u00fcngerem Bruder und den T\u00f6chtern des \u00e4lteren.\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\">105<\/span> Das gilt auch f\u00fcr T\u00f6chter des Bruders der Mutter (\u201aMutteronkel\u2019) eines jungen Mannes, den der ja \u201ain allen Belangen beerbt\u2019, w\u00e4hrend die Tochter der Tochter des Mutterbruders sogar die \u201apr\u00e4ferentielle Ehefrau\u2019 (<em>kityul<\/em>) ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">106<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lied \u00fcber Art der Verg\u00fctung einer schlauen Gelegenheitsprostituierten<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">111-112<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0 Das M\u00e4dchen, das zu viele Verehrer abwies \u2013 ein M\u00e4rchen<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">114-117<\/span>\u00a0\u00a0 Das Kind und (der zerbrochene) Wassertopf<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">117<\/span> Kinderlosigkeit als Strafe wegen Vergehen an Ahnen; wegen derSehnsucht des <em>Yansi<\/em>, Ahne zu werden, ist es \u201aHauptpflicht eines jeden, Kinder in die Welt zu setzen\u2019<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">117-120<\/span> Tragischer Fall vers\u00e4umter Ahnenverehrung durch den alten gewissenhaften Christen Petelo.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>6. Kap. \u201eMacht und Machthaber\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">125<\/span> Eigentum des H\u00e4uptlings r\u00fchrt man am besten nicht an, auch um seine Ehefrau Bogen machen<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">125<\/span>\u00a0 H\u00e4uptling Bay (w\u00f6rtlich \u201aLepra\u2019) ist Sohn einer vom aussterbenden Klan geholten <em>Teke<\/em>-Frau, dar\u00fcber schwieg man zu seinen Lebzeiten, so etwas ist aber g\u00e4ngige Praxis; Sohn des Sohns des H\u00e4uptlings gilt als Reinkarnation.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">126<\/span>\u00a0 H\u00e4uptling und Leopard &#8211; Fabeln<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">128<\/span>\u00a0 Alle h\u00f6ren abends am Feuer zu<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">127<\/span>\u00a0 Ratschl\u00e4ge der Ehefrau<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>7. Kapitel\u00a0\u00a0 \u201eM\u00e4chten unterworfen\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">142 \u2013 163\u00a0\u00a0<\/span>\u00a0\u00a0 Die M\u00e4chte : <em>Nzambi &#8211; der\u201aSch\u00f6pfergott\u2019, Bakwi \u2013 die Totengeister<\/em><em>, Nkisi \u2013 die Fetische<\/em><em>, die Pr\u00e4ferenzehe mit der Kityul<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">144<\/span> \u201ewenn ich hier in Bonn sitze&#8230;\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">151<\/span> \u201eeine Religion ohne Theologen\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">158-159<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Pr\u00e4ferenzehe<\/em> von H\u00e4uptlingen mit der <em>Kityul<\/em><em>. \u201eIch bin der Mann aller Frauen\u201c<\/em> (Mfumu Bay) Missachtung der offiziellen Abschaffung des Sklavenstatus im Kongo, aber ein Defizit kann man nicht \u201aabschaffen\u2019: Sklaven hie\u00dfen \u201eKinder des Hauses\u201c oder \u201eMenschen des Geldes\u201c D.v.G.: Vgl. McGaffey \u00fcber Klan und Frauenkauf! <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4251\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(Link<\/a>)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">160<\/span> H\u00e4uptlinge gaben den Missionaren gern Kinder von \u201aSklaven\u2019 oder Niederen f\u00fcr ihre Schule, ihre eigenen Kinder hielten sie gern zur\u00fcck. Damit kalkulierten sie, noch in den 1960er Jahren, doppelten Vorteil einzuheimsen. Ein Fall: Am\u00e9lie, die Tochter eines \u201aSklaven\u2019 drohte zu den Nonnen \u201azu entwischen\u2019, wo sie doch nach der Schule so viel wert war &#8211; Bildung steigert den Brautpreis. H\u00e4tte die Kirche sie nicht freikaufen m\u00fcssen? <span style=\"color: #ff0000;\">162<\/span> ja, die Ordensschwestern taten es)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">160-61<\/span>\u00a0 Verwandtschaftssystem. Mehrere pityul m\u00f6glich, alle eine Generation j\u00fcnger als der Br\u00e4utigam, matrilineare Erbfolge nach der Altershierarchie. <em>Kityul<\/em> bedeutet, dass kein echter Brautpreis bezahlt wird, die Frau zu einem sehr treuen Eheleben verpflichtet ist und niemals au\u00dferhalb des H\u00e4uptlingsklans heiraten darf, auch wenn sie in ihr Dorf zur\u00fcckgeschickt wird. Vergiftung als Strafe. Enges Verh\u00e4ltnis zwischen <em>pityuls<\/em> und Kandidaten. Niemand soll ohne Ehepartner bleiben. Ist an sich immer noch gut, aber &#8230;.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">162<\/span>\u00a0\u00a0 <em>Wir Europ\u00e4er glauben, eine Ehe beginnt mit dem Jawort vor dem Altar oder der Unterschrift im Standesamt. Die Ehe einer pityul kann bereits im Mutterleib beginnen<\/em>.\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\">163<\/span>\u00a0 \u00a0<em>Wir Missionare \u201atransplantierten\u2019 auch in Sachen Ehe unbesehen europ\u00e4ische Vorstellungen nach Afrika.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">163<\/span> Fortsetzung von Am\u00e9lies Geschichte: 1971 Heirat, 1991 acht lebende Kinder. Unter ihnen, die im modernen st\u00e4dtischen Milieu lebten, gab es 1998 keine <em>pityul<\/em> mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>9. Kap. \u201eAlltag im Dorf\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">188-190<\/span> Grenze f\u00fcr Au\u00dfenstehende: \u201eDu bist ein Wei\u00dfer \u2013 bei dir funktioniert mein Fetisch nicht\u201c \u2013 Wer dem System der Bayansi nicht unterworfen ist, kann davon auch keine Hilfe erwarten<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">190<\/span>\u00a0\u00a0 Anspr\u00fcche an die Beobachtung, vor allem das Faktische, nicht so sehr Aussagen ber\u00fccksichtigen, die mehr Idealvorstellungen widerspiegeln; das gelinge nicht im Interview, auch nicht in wenigen Wochen oder Monaten \u201ateilnehmender Beobachtung\u2019.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">191<\/span> der Fall der lange Krei\u00dfenden: man ruft alle greifbaren Heiler (um Segen). Ist das schon \u201e<em>Pendeln zwischen den Religionen<\/em>\u201c &#8211; D.v.G.: Vgl.\u00a0 Strother zu <em>Pende<\/em> (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8320\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>) oder China.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">192<\/span>\u00a0\u00a0 Forderung des alten Fischers nach Segen erweist Rolle des Missionars als alternativen Heiler, (Vgl. Strother-Artikel \u00fcber \u201aSkeptizismus\u2019 unter den Pende, Link. Vgl. auch Zweitgutachten und \u2013therapien als rationales Verhalten in unsicherer Situation D.v.G.) Man ist immer auf der Suche nach st\u00e4rkeren M\u00e4chten und Kr\u00e4ften<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">192<\/span>\u00a0\u00a0 <em>Defizite in der Kenntnis der Frauen<\/em>, <em>weites Feld f\u00fcr Ethnologinnen <\/em>(Noch aktuell? D.v.G.)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">193,202, 204-208<\/span> Ein Vaterschaftsprozess in Kikior: Hintergrund war der durch Schulbildung der Braut f\u00fcr einen D\u00f6rfler zu hohe Brautpreis; der von ihr benannte \u201aVater\u2019 ihres eben geborenen Kindes sollte sich durch Entsch\u00e4digung daran beteiligen. Die <em>Kityul<\/em> lebte in Bandundu, aber sie geh\u00f6rt dem Klan! (&gt;<span style=\"color: #ff0000;\">160f.<\/span>)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">207, 209<\/span> Die M\u00e4r von der \u201ePflege des Bauches\u201c:<em> F\u00f6tus m\u00fcsse durch Samen des Mannes ern\u00e4hrt werden, Geburtskanal erweitert durch gestandene M\u00e4nner<\/em>; \u201aBehandlung\u2019 Unfruchtbarer im Auftrag des Klans durch <em>die potentesten M\u00e4nner des Dorfes<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">194-95<\/span> Frauen fischen gemeinsam, Atmosph\u00e4re dann erotisch aufgeladen, Pantomimen und Lieder \u00fcber Phantasien und M\u00e4nner \u201e<em>zwei bis drei N\u00e4chte ohne m\u00e4nnlichen Umgang\u201c<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">196<\/span> M\u00e4nner vermeiden es, mit einem <em>chief<\/em> in einem Haus zu \u00fcbernachten, auch nicht mit einem Missionar, wegen deren Hexermacht, hingegen erwerben sogar <em>Nsaan<\/em>-Frauen &#8211; aus einem nicht-regierenden Klan &#8211; durch den Beischlaf mit dem <em>chief<\/em> angeblich etwas von seinem <em>Ndoki<\/em>\u00a0 (Zauberkraft).<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">197\/98<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0 Jagdbeute \u2013 Wenig bleibt bei der \u00fcblichen Verteilung f\u00fcr den J\u00e4ger<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">199<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span>Was n\u00fctzt den Leuten im Wald die Schulbildung?<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">199-201<\/span>\u00a0\u00a0 Eheschlie\u00dfung:\u00a0\u00a0 Mutter treibt die H\u00fchner der Liebhaber ihrer Tochter ein, damit sie \u201ain ihrem Bauch keine Liebhaber\u2019 mehr hat, wenn sie von den Klanfetischen entbunden werden soll, sonst droht Bestrafung durch die neuen Fetische; Unterstellung unter die Fetische des Mannes ist der Akt der Eheschlie\u00dfung. Die Erf\u00fcllung des Vertrages der Familien dauert Jahre.<\/p>\n<p>In diesem Kontext noch einmal \u201akleine Prostitution\u2019- oben <span style=\"color: #ff0000;\">57<\/span>\ud83d\ude42 Die Ehefrauen sollen froh sein, dass sie den \u201aJob\u2019 f\u00fcr sie w\u00e4hrend ihrer Stillzeit \u00fcbernommen hat; alte Frauen sind billiger. Praktische Frage: Soll der Arbeitgeber (die Missionsstation) f\u00fcr seinen Lehrer zahlen? Thiel zahlte einen symbolischen Preis.<\/p>\n<p>Eherecht: Entsch\u00e4digungen bei Fremdgehen der Frau und Verweigerung \u201ader ehelichen Pflichten\u2019 des Mannes (vgl. Sprichwort der <em>Lega!<\/em> D.v.G.).<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">201<\/span> Fetischzeremonien wurden bereits in den Siebziger Jahren schon nicht mehr richtig durchgef\u00fchrt, sagt man Thiehl.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">203<\/span> Bei Menstruation R\u00fcckzug aus der K\u00fcche. Der Missionar begreift nicht gleich. Die Vertreterin lacht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">204<\/span>\u00a0\u00a0 Leprakranke \u2013 Es herrscht gro\u00dfe Angst vor Lepra: \u201e<em>wenn es offenkundig ist, will niemand mehr etwas mit einem zu tun haben<\/em>\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">211<\/span>\u00a0\u00a0 Sterben unbedingt in Gemeinschaft. Man umringt und umfasst den Sterbenden. Dessen Segensspendung. F\u00fcr Thiel die gew\u00fcnschte Taufe auf dem Sterbebett: \u201e<em>Solche dichten Stunden, wie ich sie Loso und seiner Familie erlebt habe, gab es in meiner Missionarszeit nicht viele.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>10. Kapitel \u201eMaurer, Bauherr, Architekt\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">214<\/span> Gemeinden m\u00f6chten ausl\u00e4ndische Priester aus <em>einem reichen Land.<\/em> Problem des Nepotismus: <em>In Bandundu hat man gegen einen kongolesischen Pfarrer protestiert, weil er erstens kein Geld beibringen und zweitens alle Posten in der Pfarrei mit Klan- und Stammesgenossen besetzen w\u00fcrde.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">221<\/span>\u00a0\u00a0 Der dem Klan entlaufene Mann ist bei einem anderen untergeschlupft und tabuiert nun Termiten als deren Erdtiere.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">222<\/span>\u00a0\u00a0 Das \u00dcbernachtungshaus der Mission (<em>gite d\u2019\u00e9tape<\/em>) wurde, kaum warThiel ausgezogen, bis auf die Grundmauern gepl\u00fcndert, so wie alle anderen schon.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">223<\/span>\u00a0 Hoffnungen des Missionars Thiel auf \u201areligi\u00f6se\u2019 Begr\u00fcndung auch nur einer Konversion werden entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">224<\/span>\u00a0 <em>Traditionelle Religionen waren auf die Alltagsprobleme zugeschnitten.<\/em> Wachsendes Ungen\u00fcgen an traditionellen Stammesreligionen durch die Ver\u00e4nderung der Lebenswelt, etwa durch <em>Schulen.<\/em> <em>Der solidarische Zusammenhalt der Klanstrukturen schwand dahin. <\/em>Und <em>f\u00fcr viele Ph\u00e4nomene ben\u00f6tigte man neue Erkl\u00e4rungen.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">224<\/span> \u201e<em>Ich musste F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten in den D\u00f6rfen bestellen und sie wenn es ging zu Katecheten bestellen. Sie sollten in den D\u00f6rfern nach dem Rechten sehen und darauf achten, da\u00df die christlichen Grunds\u00e4tze im Dorf von christen nicht schlechter befolgt wurden als von den Heiden, wenn m\u00f6glich eben besser.\u201c <\/em><span style=\"color: #ff0000;\">225<\/span> \u201eEs gab viele <em>viele Fehlversuche!\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000;\">228<\/span>\u00a0\u00a0 &#8230;da mir die Afrikanisierung der Riten, der Kunst wie auch der christlichen Inhalte am Herzen lag<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">225<\/span>\u00a0\u00a0 selbstbewusste Katechetinnen (spricht sonst nicht von solchen) oder doch nur <em>Schwestern<\/em>?<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">229<\/span>\u00a0\u00a0 Thiel war <em>ausgezogen, eine kongolesische Kirche aufzubauen<\/em> <span style=\"color: #ff0000;\">231-235<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>11.Kap.\u00a0\u00a0 \u201eUnterwegs nach Afrika\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0247 \u00a0<\/span> Thiels Lehrer Paul Schebesta resignierte im Alter:<\/p>\n<p>\u201e<em>In Afrika haben alle versagt: die Kolonialm\u00e4chte, die Missionen und jetzt auch noch die Afrikaner. Lass Afrika den Afrikanern und wende dich einer anderen Arbeit zu, z. B. der Wissenschaft &#8230; Unser Christentum ist nicht flexibel genug, um in Afrika bodenst\u00e4ndig zu werden.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>12. Kap. \u201eFortschritte und R\u00fcckschl\u00e4ge\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">261<\/span> die h\u00fcbsche Chantal und die T\u00fccken des Erbrechts (die Kinder des im staatlichen Kerker verschollenen Vaters geh\u00f6ren seinem Klan)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">266-67<\/span> Thiels vergebliche Suche nach unverf\u00e4lschten Traditionen (<em>Buluku<\/em>-Fabeln)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">268<\/span>\u00a0\u00a0 Die von J\u00fcngeren gut gef\u00fchrte Kooperative wurde durch das Klandenken der Mitmenschen (&gt; <span style=\"color: #ff0000;\">214<\/span> \u201aNepotismus\u2019)<\/p>\n<p>Schwestern m\u00fcssen die Dorffrauen aktiv besuchen, damit die etwas lernen k\u00f6nnen, die M\u00e4nner geben ihr Wissen nicht weiter.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">270<\/span>\u00a0\u00a0 Hohe Sterblichkeit der Erstgeb\u00e4renden, fr\u00fche Schw\u00e4ngerung der <em>Kityul<\/em>, kein Arzt im Krankenhaus<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">273<\/span>\u00a0\u00a0 <em>Menschen in Zentralafrika sehr religi\u00f6s: wissen ihr Leben und Tun von \u00fcberm\u00e4chtigen M\u00e4chten abh\u00e4ngig\u00a0\u00a0 <\/em>\u00a0<em>Eigenarten der Christen im Busch \/\/ <\/em> in Notzeiten auf die Ahnen besonnen, dann erst Opfer <span style=\"color: #ff0000;\">275<\/span> <em>das Erlebnis vermitteln, dass sie einer gro\u00dfen Gemeinschaft angeh\u00f6ren<\/em> (eine Art Kirchentagserfahrung D.v.G.)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">277<\/span>\u00a0 <em> &#8230; dass oft Katecheten Beziehungen zu ihren Taufsch\u00fclerinnen haben sollen, ist ein oft geh\u00f6rter Topos. Das Vorexamen f\u00fchrte angeblich nicht selten durchs Bett. <\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><em>277-279\u00a0 <\/em><\/span>Die Geschichte vom Katecheten mit seiner siebzehnj\u00e4hrigen <em>Kityul<\/em>. Er vergiftete seine Frau vermutlich und versuchte anschlie\u00dfend mit einer Anzeige ihren Tod dem \u201aArzt\u2019\u00a0 in die Schuhe zu schieben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">271-272\u00a0<\/span> Die Gefahr unter Mobutu, dass <em>Pierre Mulele <\/em>und seine Rebellenmiliz im Gebiet erscheinen w\u00fcrde. Unr\u00fchmliches Verhalten der Nationalarmee in Mai-Ndombe.<\/p>\n<p><em>Missionarische Perspektiven? <\/em><span style=\"color: #ff0000;\">280-82<\/span> vom Kult des eigenen Ahnen sich entwickeln zu einer unlimitierten, generellen Heiligenverehrung:<\/p>\n<p><em>Ohnehin haben Urahnen mit moralischer Integrit\u00e4t Heiligenstatus verlangen von ihren Nachkommen ethisches Verhalten.<\/em>\u00a0 Hinweis auf den <em>katholischen Heiligen<\/em> Karl den Gro\u00dfen, den Sachsenschl\u00e4chter.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">282<\/span>\u00a0 <em>Die blutigen Opfer f\u00fcr die Ahnen sind in weiteres Hindernis f\u00fcr die Integration des Kultes \u2013 <\/em>Thiel sah eine L\u00f6sung analog zu\u00a0 den unblutigen Opfern f\u00fcr den lebenden \u00c4ltesten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">283<\/span>\u00a0\u00a0 Die problematische Konkurrenz der Fetische, die eben kein ethisches Verhalten wie die ahnen verlangen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">289<\/span> Bilanz f\u00fcr das eigene Leben \u2013 keine Abrechnung, keine Distanzierung!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Nachbemerkung<\/p>\n<p>Ich bin nachdenklich geworden und zugegebenerma\u00dfen dieser Leute nach dreihundert Seiten Lekt\u00fcre auch etwas \u00fcberdr\u00fcssig.<\/p>\n<p>Fragen: Was an den geschilderten Verh\u00e4ltnissen waren wohl die Folgen von drei Generationen kolonialer Unterdr\u00fcckung &#8211; und wie war das mit dem Sklavenhandel davor? Waren die Yansi eher Opfer oder Zwischenh\u00e4ndler des Sklavenhandels?<\/p>\n<p>Hier erscheinen sie \u2013 Verzeihung! \u2013 vor allem als \u00e4rmliche und ungebildete Hilfsempf\u00e4nger, die nach dem Vorteil vor den Augen greifen. \u00c4hnliches habe ich \u00fcber die Situation der Yaka in den letzten Jahrzehnten gelesen (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4300\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a> &#8218;Landeskunde&#8216;, <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4354\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a> &#8218;Niedergang einer Provinz&#8216;).<\/p>\n<p>Mir haben die vielen Details, Geschichten und Informationen gefallen, die sonst durch diverse Siebe fallen, zensiert werden. Schl\u00fcsselinformationen. Kein \u201aWhistleblower\u2019. Thiel wollte nie mit der Organisation brechen, spricht vom \u201eAbdriften\u201c. Er ist Zeitzeuge einer fr\u00fcheren und zwischenzeitlich weniger katastrophalen Phase der endlosen Leidensgeschichte der Kongolesen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 D.v.G.<\/p>\n<p>Ein kommentierender Beitrag zu den Yansi findet sich unter dem folgenden <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9609\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a> : &#8222;Kongolesen Grau in Grau&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_9706\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Klappentext.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9706\" class=\"size-large wp-image-9706\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Klappentext-631x900.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"891\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Klappentext-631x900.jpg 631w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Klappentext-252x360.jpg 252w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Klappentext-624x890.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Thiel.Jahre-im-Kongo.Klappentext.jpg 701w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9706\" class=\"wp-caption-text\">Thiel. Jahre im Kongo. Klappentext<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Josef Franz Thiel: Jahre im Kongo \u2013 Missionar und Ethnologe bei den Bayansi, Otto Lembeck Verlag, Frankfurt\/M 2001 &nbsp; Vorbemerkung So bescheiden das Buch auftritt, so wertvoll ist es f\u00fcr einen Leser, der keine vergleichbare Erfahrung gemacht hat. Der Begriff \u201eFeldforschung\u201c deckt ja vieles ab, doch in diesem Fall greift er zu kurz. 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