{"id":9660,"date":"2020-05-24T00:01:46","date_gmt":"2020-05-23T22:01:46","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9660"},"modified":"2020-07-06T23:44:07","modified_gmt":"2020-07-06T21:44:07","slug":"die-alten-sind-doch-nicht-pink-oder-sie-spinnen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9660","title":{"rendered":"Die Alten sind nicht so &#8218;pink&#8216; wie im Weltkulturenmuseum! AKTUELL"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ver\u00f6ffentlicht am 9. Dezember 2018\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Stand des Nachdenkens am <span style=\"color: #333333;\">11. 4. 2020 <\/span>\/<span style=\"color: #ff0000;\">24.5.2020<\/span> <\/strong><\/p>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #333333;\">Nachdem ich mich notgedrungen l\u00e4nger mit &#8222;Kolonialismus&#8220; und &#8222;Unser Denken dekolonialisieren&#8220; besch\u00e4ftigt habe, bin ich zu der Ansicht gekommen, dass wir alten Menschen in der Ausstellung echt &#8222;kolonisiert werden&#8220;. Es ist ja ein Irrtum zu glauben, &#8222;Kolonisierung&#8220; sei eine klare Sache mit definierter Front. Nein, sie kennt viele \u00dcberl\u00e4ufer und Profiteure unter den &#8222;Kolonisierten&#8220;. Chancen er\u00f6ffnet sie den einen, nimmt sie anderen. Schon deshalb finden Kurator*innen m\u00fchelos Mitmacher, Vorzeige-Individuen, <em>Kreative<\/em> und heute nat\u00fcrlich <em>Influencer<\/em>, die <\/span><\/span>&#8222;<em>Grey ist the New Pink&#8220; <\/em>verk\u00f6rpern wollen.<\/h4>\n<h4><span style=\"color: #333333;\">So wie es mir und meinesgleichen heute ergeht, so erging es &#8222;1968&#8220; den Kriegsgenerationen mit der Generation der &#8222;Achtundsechziger&#8216;. Ihre bitteren und ihre desillusionierenden Erfahrungen konnten sie nicht vermitteln. Und entsprechend ihrer Sozialisation haben sie fast immer geschwiegen. Heute m\u00fcssen wir das doch nicht.<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<div id=\"attachment_11034\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Vasiliy_Ryabchenko._Susanna_and_the_elders_200_\u0445_200_\u0441m_oil_on_canvas_1989.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11034\" class=\"size-thumbnail wp-image-11034\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Vasiliy_Ryabchenko._Susanna_and_the_elders_200_\u0445_200_\u0441m_oil_on_canvas_1989-170x150.jpg\" alt=\"complex image\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11034\" class=\"wp-caption-text\">Vasiliy_Ryabchenko. Susanna and_ the_elders_1989.jpg<\/p><\/div>\n<h4>Nicht erst mit der &#8218;Pand\u00e4mie&#8216; wird ein abstrakter Anspruch auf Lebensverl\u00e4ngerung \u00fcber jedes Ma\u00df hinaus st\u00e4rker im Blick auf die sie finanzierenden Generationen in Zweifel gezogen.\u00a0 Ihre eigenen\u00a0 &#8218;Wertvorstellungen&#8216; politisierend,\u00a0 haben die &#8218;uns repr\u00e4sentierenden&#8216; Eliten das in Selbsterm\u00e4chtigung f\u00fcr unumst\u00f6\u00dflich erkl\u00e4rt, im Einklang mit\u00a0 morbiden Staatskirchen und interessierten Wirtschaftszweigen. Die wirtschaftlichen und sozialen Kosten werden nach dem <em>shut-down<\/em> nicht mehr vernachl\u00e4ssigt werden k\u00f6nnen. Die uralte Frage nach sinnvollem Leben und w\u00fcrdigem Sterben l\u00e4sst sich auf Dauer nicht unterdr\u00fccken. Wenn mir jemand beil\u00e4ufig erkl\u00e4rt, dass die \u00fcber neunzigj\u00e4hrige Mutter &#8222;ein wahrer Cyborg&#8220; sei, und wenn gleichzeitig Pflegekr\u00e4fte aus \u00e4rmeren L\u00e4ndern angelockt werden, wenn es an Land\u00e4rzten und Kinder\u00e4rzten mangelt und man in vielen L\u00e4ndern der Welt ohnehin schlechte Karten hat, dann stimmt doch etwas nicht mit der angeblich hohen Moral unseres Gesundheitssystems! Ich m\u00f6chte heute meine Schicksalsgenossen daran erinnern:\u00a0 &#8222;Das Alter ist die wichtigste Todesursache&#8220; (Hausarzt). Und:\u00a0 &#8222;Dass ein Leben ein Recht auf Leben impliziert, ist undurchf\u00fchrbar&#8220; (H.Blumenberg &#8222;Die Vollz\u00e4hligkeit der Sterne&#8220; 1997, S.95), auch wenn wir das selber gerne h\u00e4tten.<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">*<\/h4>\n<h3>In &#8222;<em>Grey ist the New Pink&#8220; <\/em>(<a href=\"https:\/\/www.weltkulturenmuseum.de\/de\/ausstellungen\/vorschau\/9963\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>) spendet das Weltkulturenmuseum, Mainhattan mit einem Augenzwinkern Trost.<\/h3>\n<h4><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-19-um-23.46.30.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9690\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-19-um-23.46.30-360x150.png\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-19-um-23.46.30-360x150.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-19-um-23.46.30-624x260.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-19-um-23.46.30.png 733w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a>Dies ist ein Offener Brief an die sprichw\u00f6rtlichen &#8222;schrecklichen Enkel&#8220; des Vil\u00e9m Flusser (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/graeve-flusser-schule.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link:\u00a0<\/a>S.28\/29), die \u00fcberall das Ruder in die Hand genommen haben. Die setzen sogar eine ethnologische Ausstellung\u00a0 \u00fcber die Alten in die Welt und erz\u00e4hlen dabei etwas von \u201a<em>Momentaufnahmen des Alterns<\/em>\u2019.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Links: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/kultur\/angst-vor-dem-alter-ausstellung-grey-is-the-new-pink-15860430.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FAZ.net<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/kultur-info\/ausstellung-ueber-das-alter-grey-is-the-new-pink-im-weltkulturen-museum-frankfurt\/-\/id=9597116\/did=22724616\/nid=9597116\/1vfdyv1\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SWR<\/a><\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">\u201aMomentaufnahmen des Alterns\u2019?<\/h4>\n<p>Die den Zustand \u201a<em>Grey&#8216;<\/em>\u2019 repr\u00e4sentierenden Momentaufnahmen und Pr\u00e4parate k\u00f6nnen den Prozess des Alterns nicht abbilden, den der Untertitel verspricht. Der schmissige Obertitel stammt ohnehin aus der Neuen Welt des unabl\u00e4ssigen Wechsels der Moden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/globetrotter-nikolaus-12-2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-9810\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/globetrotter-nikolaus-12-2018-170x150.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wer h\u00e4tte es gedacht: Wenige Wochen sp\u00e4ter verk\u00fcndet die Firma <em>Globetrotter<\/em> mir in einer <em>Dialogpost, dass &#8222;KLAUS KOMMT&#8220;, <\/em>als <em>Globetrotters oberste Instanz in Sachen Geschenke<\/em> und sie verspricht mir: <em>Gewinne 1 Rucksack&#8230; Das wird ein Fest&#8230;.<\/em> (<em>g\u00fcltig bis 31.12.2018<\/em>). Kenne ich das Gesicht nicht von <em>Ilja Rogoffs Knoblauchpillen<\/em>? <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ilja_Rogoff\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(Link)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">&#8218;Achtundsechziger&#8216;<\/h4>\n<p>Jede Generation altert anders, hei\u00dft es irgendwo in der <strong>Handreichung<\/strong>, die ehrlich gesagt, <strong>gut gelungen<\/strong> ist. Haben die in Frankfurt bereits museal abgefeierten \u201a1968er\u2019 etwa Besseres\u00a0 verdient? Stimmt die Verbindung mit Mode und Selbstdarstellung etwa nicht? Schon die \u201a1978er\u2019 haben \u201auns\u2019 daf\u00fcr hart kritisiert, wenigstens im SPIEGEL.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Ihr k\u00f6nnt nichts daf\u00fcr!<\/h4>\n<p>Die Welt der \u201aAlten\u2019 ist kein Milieu \u201adie alte Welt\u2019 war eine grundlegend andere Welt. Den Epochenwechsel erlebt zu haben, war ein Privileg dieser ersten Nachkriegs-Generation. Ich pers\u00f6nlich bin dankbar daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Wenn Ihr die Alten betrachtet, nehmt Ihr vielleicht ihre romantisch zerkl\u00fcftete Oberfl\u00e4che wahr, Ruinenromantik, vor allem ihre Schw\u00e4che, die ihr mit Empathie umh\u00fcllt. Vielleicht haben sie Euch ja in der Rolle einer Oma oder Opa auf den Knien schaukeln lassen, oder sie sehen so aus, als sei es ihnen zuzutrauen. Ihr k\u00f6nnt nicht anders.<\/p>\n<p>Ihr seid froh, wenn Ihr noch versteht, was sie Euch zu verstehen geben wollen. Ihr seid ger\u00fchrt. Doch was wollen sie Euch sagen? Vielleicht habt Ihr\u00a0 die wichtigen Kl\u00e4rungen und Gespr\u00e4che ja vor euch hergeschoben, bis es zu sp\u00e4t war.<\/p>\n<p>Von Meret Buser ist ein anr\u00fchrender Versuch der W\u00fcrdigung ihrer <em>Mutti<\/em> <em>oder Oma<\/em> zu sehen, nach Schweizerinnenart. Hunderte solcher \u201aWerke\u2019 lie\u00dfen sich ebenso aus den hinterlassenen Rezepten meiner verblichenen Schwiegermutter gewinnen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Wie soll ich den Raum benennen, der den Alten zugebilligt wird?<\/h4>\n<p>\u201aBiotop\u2019 w\u00e4re zu euphemistisch, eher schon \u201aReservat\u2019. Den gro\u00dfen Rest an Weltorientierung erledigen euch Google &amp; Smartphone. \u201e<em>Google wei\u00df alles<\/em>\u201c und wenn nicht, dann ist es dumm gelaufen. Wer mit \u201aGoogle Maps\u2019 umgeht, wei\u00df, dass man nie \u201a<em>Dreamlines<\/em>\u2019 abgebildet finden wird. Da sind ganz andere Faktoren im Spiel: wirtschaftliche oder milit\u00e4rische oder Ignoranz.<\/p>\n<p>Wenn Ihr wissen wollt, was \u201a<em>Altern<\/em>\u2019 als Prozess hei\u00dft, schaut euch die U-60- und \u00dc-60j\u00e4hrigen an, die Eurer Bef\u00f6rderung \u2013 noch &#8211; im Wege stehen oder Eure Digitalisierung aller Lebens\u00e4u\u00dferungen sabotieren, diese grauen Leute, vor allem m\u00e4nnlichen Geschlechts, aber auch weibliche Pioniere Eurer grenzenlosen Gleichstellungsoptik.<\/p>\n<p>Da sind wir schon bei der Sprachlogik und \u2013\u00e4sthetik. Was k\u00fcmmert euch die \u201atraditionelle\u2019 Sprachwissenschaft, die sogar \u00fcber das Feulleton der FAZ versucht, die grammatische von der biologischen Ordnung der Dinge zu unterscheiden? Die Alten sind einfach unkorrekt und sollen die Klappe halten, wenn sprachliche Unget\u00fcme wie \u201e<em>Naturheiler*innen, Medizin- oder Zauberm\u00e4nner und \u2013frauen<\/em>\u201c (S.15) auftauchen. Ob das der Kurs <em>Deutsch f\u00fcr Ausl\u00e4nder<\/em> in seiner Oberstufe noch begreifen k\u00f6nnte? Klar, das schafft Ihr nie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Wer kann \u201adas Altern\u2019 begreifen? Das ist kein Lebensstil wie die anderen.<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\">Konsumiert Ihr zu viel Fernsehen und \u201a<em>Social Media<\/em>\u2019? F\u00fcr alles, was auff\u00e4llt, finden sich da Repr\u00e4sentanten, die zum \u201a<em>Influencer<\/em>\u2019 und \u201a<em>Trendsetter<\/em>\u2019 taugen m\u00f6gen. Den zwei Berliner Gew\u00e4chsen <em>Krabbenh\u00f6ft<\/em> (73) und <em>Kanja<\/em> (erst 68) &#8211; j\u00fcnger als ich, aber vom Anschein eher den Hundertj\u00e4hrigen zuzurechnen &#8211; ist die mediale Nische zu g\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Von den \u201a<em>\u00e4lteren Rappern<\/em>\u2019 des Kenianers Osborne Macharia nehme ich eher an, dass sie Mietlinge sind, die in sein Konzept passten und posierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-19-um-23.42.24.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-9689\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-19-um-23.42.24-170x150.png\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a>Was hat dieser Zirkus mit traditionellen afrikanischen W\u00fcrdest\u00e4ben zu tun, die bis heute mit mittelalterlichen Herrscher-Insignien vergleichbar sind, vor allem, wenn sie mit dem Amt vererbt werden? Das k\u00fcnstlerische \u201a<em>Zitieren<\/em>\u2019 als \u201a<em>charakteristische Symbole<\/em>\u2019 best\u00e4tigt ihre Entmachtung \u2013 oder behauptet die Entmachtung\u00a0 im zeitgen\u00f6ssischen Afrika auch nur.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich frage mich \u00fcbrigens, warum die in der Ausstellung gezeigten Exemplare eine so auffallend geringe Ausstrahlung haben. Liegt es am \u201asauberen\u2019 Erwerb kaum gebrauchter Objekte? Vielleicht wurden sie ja vor hundert Jahren bereits im Blick auf westliche Kunden produziert. Wie soll sich darin Macht abbilden?!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Paradies Liebe oder so<\/h4>\n<p>Gehen wir zum triebstarken und popul\u00e4ren Thema \u00fcber, zur \u201a<em>Liebe<\/em>\u2019.<\/p>\n<p>\u201e<em>Liebe, K\u00f6rperlichkeit und Zuneigung sind alterslos und betreffen alle Menschen unabh\u00e4ngig von ihrem Alter.<\/em>\u201c Der Satz k\u00f6nnte juristisch\u00a0 \u201amildernde Umst\u00e4nde\u2019 begr\u00fcnden f\u00fcr manche T\u00e4ter im Bereich von \u201aMe Too\u2019, aber klingt wie aus dem Lehrbuch korrekter Anschauungen. Sollen dar\u00fcber \u201aAlte\u2019 etwa\u00a0 \u201adiskutieren\u2019 \u2013 als normgerechte &#8218;Achtundsechziger&#8216;?<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich \u201a<em>portr\u00e4tieren<\/em>\u2019 trendbewusste K\u00fcnstlerinnen \u201a<em>\u00e4ltere Transgender und gender-nicht-konforme Menschen<\/em>\u2019 (11), welche zweifellos den \u00fcberwiegenden Teil der \u201aAlten\u2019 repr\u00e4sentieren, die das nur noch nicht begriffen haben, zum Beispiel weil sie noch einer Generation angeh\u00f6ren, in der die meisten Frauen froh waren, als der Gatte mit seinem dumpfen \u201aBegehren\u2019 von ihnen ablie\u00df. Muss ich soziologische, historische oder ethnologische Literatur zitieren?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">\u201e<em>Geheimnisse der Langlebigkeit<\/em>\u201c.<\/h4>\n<p>Es soll da \u201a<em>Blaue Zonen<\/em>\u2019 der Langlebigkeit geben, habe ich recht verstanden: Nigeria? Also\u00a0 nichts wie hin auf die M\u00fcllkippen und in den terrorisierten Norden! Der dokumentierte\u00a0 traditionelle \u201a<em>Zauber<\/em>\u2019 erinnert an die Werbung in Apotheken, welche versprechen, durch Ampullen das \u201aAltern\u2019 aufzuhalten, 78\u20ac im Angebot.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Wozu altern?<\/h4>\n<div id=\"attachment_9682\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ewig-Leben-IMG_3513.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9682\" class=\"wp-image-9682\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ewig-Leben-IMG_3513-170x150.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"194\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ewig-Leben-IMG_3513-360x356.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ewig-Leben-IMG_3513-900x890.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ewig-Leben-IMG_3513-624x617.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ewig-Leben-IMG_3513.jpg 910w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9682\" class=\"wp-caption-text\">Ewig Leben?<\/p><\/div>\n<p>Die interessante Frage lese ich nirgendwo. Lieber \u201e<em>100 Jahre und mehr<\/em>\u201c!\u00a0\u00a0 Etwa als &#8218;Couch Potato&#8216;? Und zur Illustration Ossiarien, Sch\u00e4dellager in Niugini und im Mittelalter.<\/p>\n<p>Ich dachte, in unserer Zivilisation h\u00e4tten die\u00a0 \u201aAhnen\u2019 bereits ausgedient, sobald ihre Erbschaft prozessfest verteilt ist?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">\u201e<em>F\u00fcr immer und ewig<\/em>\u201c<\/h4>\n<p>Das n\u00e4chste Kapitel besch\u00e4ftigt sich ausgerechnet mit Tattoos unter dem Titel \u201e<em>F\u00fcr immer und ewig<\/em>\u201c? Wenn das nicht eine kurzsichtige Selbstt\u00e4uschung ist, ob nun Beerdigung oder Verbrennung folgen! Zu den Studioprodukten aus Malle und so w\u00e4re noch einiges zu sagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">\u201e<em>Projekte<\/em>\u201c bis zum Schluss<\/h4>\n<p>Das schreckliche Thema <em>Defizienz<\/em> wird im 11. Kapitel von Kompetenz-, Handlungs-, ja Rettungsphantasien \u00fcberstrahlt. Ja, Ihr Enkel wollt euch euren operativen Optimismus auf keinen Fall nehmen lassen. Der Realit\u00e4t des Alterns \u201a<em>entgegenwirken<\/em>\u2019, hei\u00dft das Programm.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201a<em>Unter Anleitung der K\u00fcnstlerin<\/em>\u2019, die weit j\u00fcnger ist als die Adressaten, soll \u201a<em>das eigene Bild vom Altern<\/em>\u2019 niedergeschrieben werden, mit dem von F\u00fcnftkl\u00e4sslern konfrontiert und daraus eine \u201a<em>intergenerative Wahrnehmung des Alterns<\/em>\u2019 destilliert werden. Frage: F\u00fcr wen? Was f\u00fcr ein Quatsch! Dem folgen \u201a<em>Medical Design<\/em>\u2019 und Experimente mit dementen Patienten.<\/p>\n<p>Der Tod wird im letzten Raum mit einem hauseigenen dekorativen Sarg aus Ghana eingesargt\u00a0 und in bunten Bildern mexikanischer Allerheiligen-Feste folkloristisch entsorgt.<\/p>\n<p>Wie denn auch anders? \u00dcber dem Thema &#8218;Sterben&#8216; lastet besonders in Deutschland immer noch ein m\u00e4chtiges Tabu. Dabei m\u00fcssen gerade wir Alten uns immer mehr als\u00a0 Last f\u00fcr die &#8218;Sozialkassen&#8216; und als Verursacher eines sich versch\u00e4rfenden &#8218;Pflegenotstandes&#8216; betrachten, dem in Zukunftsphantasien bereits durch Robotik abgeholfen werden soll.<\/p>\n<p>Warum weigert man sich dann noch, uns wenigstens auch &#8218;Barrierefreiheit&#8216; vor dem Sterben zu gew\u00e4hren? Wieso d\u00fcrfen in unserer post-christlichen und angeblich super-pluralistischen Gesellschaft die allgegenw\u00e4rtigen Juristen, dazu ein paar beamtete Theologen und Philosophen, die ganze menschenfreundliche Gesundheitsbranche, einschl\u00e4gig bekannte Politiker unter Einfluss und alle m\u00f6glichen Meinungsbildner sich \u00fcberhaupt als H\u00fcter abendl\u00e4ndischer Werte aufspielen? Die Profiteure sind schlie\u00dflich bekannt. Na, dann reformiert &#8218;mal, Ihr J\u00fcngeren!<\/p>\n<p>Entwurf: 18.11.2018<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>WIR ALTEN<\/h3>\n<h5>Die alten Boote verlieren ihre Gleitf\u00e4higkeit und Tragkraft. Die einen hatschen nur noch, andere haben ihre Neugier verloren und schnurren wie kaputte Uhrwerke ihr Programm herunter. Jeder hat \u00fcber seine Kr\u00e4fte an Ballast aufgeh\u00e4uft und ist daran gefesselt.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 6.11.16<\/h5>\n<h3><\/h3>\n<h3>AUFHEBENS<\/h3>\n<h5>Etwas &#8218;aufzuheben&#8216;, das geh\u00f6rt sich eigentlich nicht , weswegen die Redewendung auch nur in der Vergangenheitsform\u00a0 anerkennend gebr\u00e4uchlich ist.<\/h5>\n<p>Wozu habe ich denn alle diese Papiere &#8211; meine und die anderen Leuten zuzurechnenden &#8211; aufgehoben, sortiert und aussortiert, wenn nicht, um eines Tages &#8230;. ?<\/p>\n<p>St\u00e4ndig h\u00f6re ich von Neuerscheinungen, Lesungen, Messen und Preisverleihungen mit anschlie\u00dfend wiederholenden Neuerscheinungen. Von dem Kultur-Zirkus macht mich die handgesch\u00f6pfte Netzpublikation unabh\u00e4ngig, wenigstens f\u00fcr die n\u00e4chste Gegenwart. Mehr k\u00f6nnen die meisten Publizisten nicht erwarten.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 7.11.16<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>SCHLIESSLICH ECHT WEITERF\u00dcHRENDE LITERATUR ZUM THEMA :<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\">&#8222;ALTER-NATIVEN: HEINZ SAUER UND ALFRED SCHMIDT&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 -&gt;\u00a0\u00a0 <\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2200\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a> ZUM BLOG VON 2011<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht am 9. Dezember 2018\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Stand des Nachdenkens am 11. 4. 2020 \/24.5.2020 Nachdem ich mich notgedrungen l\u00e4nger mit &#8222;Kolonialismus&#8220; und &#8222;Unser Denken dekolonialisieren&#8220; besch\u00e4ftigt habe, bin ich zu der Ansicht gekommen, dass wir alten Menschen in der Ausstellung echt &#8222;kolonisiert werden&#8220;. 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