{"id":9616,"date":"2021-04-23T23:23:16","date_gmt":"2021-04-23T21:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9616"},"modified":"2021-10-16T17:12:50","modified_gmt":"2021-10-16T15:12:50","slug":"we-come-as-friends-suedsudan-sich-selber-feind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9616","title":{"rendered":"\u201eWE COME AS FRIENDS\u201c (S\u00fcdsudan) &#8211; Vorstellung der neuen Kolonialisten"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9624\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9624\" class=\"wp-image-9624\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-06-271x360.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-06-271x360.jpg 271w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Bildschirmfoto-2018-11-06.jpg 339w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9624\" class=\"wp-caption-text\">Bildschirmfoto 2018-11-06<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Vor zwei Jahren hochgeladen (genau am 6.11.2018) und inzwischen 8x aufgerufen! Eine Schande! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Das sollte sich die verspielte post-koloniale Wohlstandsblase zu Gem\u00fcte f\u00fchren, und andere Features der Art, von denen es noch gen\u00fcgend gibt! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"># Zweiter Versuch am 24.4. 2021 #<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more-->Hubert Saupers Film (Der <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/We-Come-As-Friends-DVD\/dp\/3854399324\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>\u00a0 f\u00fchrt &#8211; sorry &#8211; zu <em>Amazon<\/em>) ist eine einzige Einladung zu abschweifenden Gedanken, seine Szenen und der halbgare O-Ton laden dazu ein, Szenen oft grob im Schnitt, manchmal erfolgt ein erl\u00f6sender Abbruch.<\/p>\n<p>Das Vehikel der Filmleute, ein l\u00e4cherliches Transportmittel, ein zweisitziger Flugapparat, der wie eine Clownsm\u00fctze daherkommt und alle m\u00f6glichen Leute zum Lachen reizt. Damit kommt man nahe heran und offensichtlich durch.<!--more--><\/p>\n<p>In verschiedenen <em>Expatriate<\/em>-Milieus zeigen sich die Leute unerwartet spontan &#8211; Chinesen, UN-Vertreter, evangelikale Missionare etc.. Bilanz: Nichts hat sich seit dem klassischen Kolonialismus ge\u00e4ndert. Null Kontakt mit elenden Eingeborenen, die nackt so exotisch wirken wie ihre pittoresken Kornspeicher. Die Missionare wollen sie wie der Schullehrer partout in Kleider stecken. \u201eOhne Schuluniform bist du ein Nichts\u201c, sagt so ein Lehraufseher.<\/p>\n<p>Chinesische \u00d6larbeiter buchstabieren \u201aAfrika\u2019. Einer unter ihnen ist Philosoph, zitiert einen Klassiker: man solle vorsichtig sein, weil fremde Menschen so anders sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Zivile und milit\u00e4rische UN\u2019ler teilen sich klar auf in Schw\u00e4tzer im korrekten Anzug und grobschl\u00e4chtige S\u00f6ldner wie der angesoffene Schotte. Sie wissen, dass ihnen als <em>professional <\/em><em>peacemaker<\/em> die Kriege\u00a0 nicht ausgehen.<\/p>\n<p>Evangelikale Texaner halten sich aggressive Doggen, ziehen einen Zaun um ihr Haus. Sie sind bigott oder stehen im Saft wie kalifornische Pornodarsteller der Siebziger Jahre.<\/p>\n<p>Die Unternehmer l\u00fcgen uns etwas vor, die afrikanischen Politiker l\u00fcgen sich etwas vor und f\u00fcllen sich die Taschen. Mit gro\u00dfem Pomp werden f\u00fcnf Kilometer Stromleitung f\u00fcr ein paar hundert H\u00fctten gefeiert.<\/p>\n<p>Verschiedene Menschen aus dem Volk erfassen und formulieren bestechend klar, ich muss gestehen, zu meiner \u00dcberraschung. Die paar Jahre \u201aSchule\u2019 beim &#8218;Lehrer&#8216; (b\u00e4hh!) waren also nicht umsonst, wenn sie auch das Leben mehr gelehrt hat. Und ich denke an den \u201eDummen Iwan\u201c eine soziale Gestalt im zaristischen Russland, die in Andrej Sinjawskijs Studie \u00fcber den russischen Volksglauben (1990 russisch in Paris und deutsch bei S. Fischer erschienen) unvergesslich geworden ist<\/p>\n<p>Die Schulszenen und solche beim Milit\u00e4r zeigen, was den Menschen angetan wird. Die Angst im Dorf l\u00e4sst sp\u00fcren, wie das Land, auf dem und von dem die Menschen traditionell lebten, ihnen keinen Schutz mehr bietet. Sie f\u00fchlen sich ausgesetzt, mit vollem Recht.<\/p>\n<p>Ersch\u00fctternd fand ich den Fall vertriebener Menschen, die nur noch in der Zone ihrer Toten Obdach fanden, an einem Ort, den man traditionell meidet, weil er gef\u00e4hrlich ist. Auf andere Weise gef\u00e4hrlich sind das Trinkwasser in der N\u00e4he der \u00d6lbohrungen und die Landminen im ehemaligen Frontgebiet .<\/p>\n<p>Die Leute sollen sich nicht so haben, sollen als Patrioten auf ihr Land verzichten, damit es \u201emechanisiert\u201c, modernisiert wird. Dann wird es reichlich zu Essen geben f\u00fcr jedermann! Sagt der Politiker.<\/p>\n<p>Der \u00fcbert\u00f6lpelte <em>Chief<\/em>, der seine Unterschrift unter das Enteignungspapier gesetzt hatte, gibt auf die Frage nach den Sezessionsgr\u00fcnden (vom arabisierten Sudan) an: Die Araber wollten uns das Land wegnehmen. Die Kamera blendet vor dem Moment der Erkenntnis aus. Wenn ich mich recht erinnere, sind zwanzig Prozent des s\u00fcdsudanesischen Bodens an ausl\u00e4ndische Investoren verschenkt worden. War das ein Grund f\u00fcr die nach dem Filmdreh ausbrechenden Stammesk\u00e4mpfe?<\/p>\n<p>Die amerikanisch-chinesische Rivalit\u00e4t um Sudan war mir bisher nicht bewusst. Ich wusste auch nicht, wo \u00fcberall im S\u00fcdsudan \u00d6l im Boden liegen soll.<\/p>\n<p>Hillary Clinton tritt heute bereits als verlogenes Politik-Gespenst auf, als Fossil der vor-Trump-Epoche, das ahnen l\u00e4sst, warum der ihr gestohlene Wahlsieg nur zweite, ach was dritte Wahl gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">11.10.18<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Vor zwei Jahren hochgeladen (genau am 6.11.2018) und inzwischen 8x aufgerufen! Eine Schande! 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