{"id":9451,"date":"2018-09-09T19:27:25","date_gmt":"2018-09-09T17:27:25","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9451"},"modified":"2018-10-26T23:13:45","modified_gmt":"2018-10-26T21:13:45","slug":"gabriel-ischinger-v-marschall-alter-wein-in-alte-schlaeuche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9451","title":{"rendered":"&#8222;Verantwortung Europas in der Welt&#8220; &#8211; Bloss Feuilleton!"},"content":{"rendered":"<h5><span style=\"color: #000000;\">Sigmar Gabriel, Wolfgang Ischinger, Christoph von Marschall schreiben in der FAZ (8.9.2018 Nr.209 S.11<em>).<\/em> SIE M\u00dcSSEN DIE LIBERALE ORDNUNG SCH\u00dcTZEN \u2013 Die Alternative zum Weltuntergang hei\u00dft Verantwortung, nicht Raushalten. Sie antworten Peter Gauweiler (&#8222;Die Kreuzritter der Moderne&#8220; FAZ 25.8.2018)<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Vergessen Sie diese &#8222;Debatte&#8220; ! F\u00fcr mich ist sie bereits gestorben. Die offenen Links hielten gerade mal drei Tage. Neues Spiel, neuer Hype. Nur nicht aufregen.: &#8218;Berlin&#8216; bereitet sich\u00a0 auf eine lauwarme &#8218;Interventions&#8216;-Beteiligung in Syrien vor. Das Argumentationsbesteck wird bereits \u00f6ffentlich desinfiziert.<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Hat Trump den wunderbaren Deutschen im Weigerungsfall exorbitanten Strafz\u00f6llen gedroht oder will man blo\u00df mitspielen?\u00a0 Man sieht sich wieder in f\u00fcnf Jahren bei der Investigativ-Dokumentation.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 16.9.18<\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><br \/>\n<\/span><\/h5>\n<p>Ach was. Ich wei\u00df schon gar nicht mehr, wo &#8218;Syrien&#8216; liegt.\u00a0 (Vier Wochen sp\u00e4ter)<\/p>\n<h4><!--more--><\/h4>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Das Format<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Sigmar Gabriel, das parteipolitische Schlachtross, Wolfgang Ischinger, Manager M\u00fcnchner Unsicherheitskonferenzen und der vom \u201eDiplomatischen\u201c bereits verf\u00e4rbte Korrespondent einer mittelgro\u00dfen Zeitung. Alle drei <em>in diesen Tagen<\/em> Buchautoren \u2013 Wie konnte das passieren?<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Der gemeinsame Artikel ist kein Ruhmesblatt f\u00fcr das Feuilleton. Peter Gauweiler hatte wenigstens eine kompositorische Idee. Schon er kam von H\u00f6lzchen auf St\u00f6ckchen. \u201e<em>Die Antwort<\/em>\u201c ist blo\u00df noch eine Geisterbahn, weder als Essay noch als Diskussionbeitrag funktional, ein Beispiel herablassender Politikdarstellung. Dies ziemlich unstrukturierte Textformat &#8222;Debatten&#8220; sollte die Redaktion\u00a0 \u00fcberdenken.<\/span><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\"><em>\u201eDie Alternative zum Weltuntergang hei\u00dft Verantwortung&#8230;\u201c<\/em><\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Herr Gauweiler h\u00e4tte seine Kreuzzugslekt\u00fcre nicht so breit treten und stattdessen seine Argumente sch\u00e4rfen sollen, oder einfach k\u00fcrzer sein, damit es keinen Grund gegeben h\u00e4tte, <em>Gauweilers Position zusammenzufassen<\/em>. So pr\u00e4pariert, wird sie zum zum blo\u00dfen Redeanlass. Den Berliner Mainstream, den die Drei uninspiriert vertreten, halten sie nat\u00fcrlich f\u00fcr alternativlos. Vor anderen Ans\u00e4tzen k\u00f6nnen sie blo\u00df warnen. Das sei eine naive <em>Illusion<\/em>, allerdings eine, die <em>Karriere (macht) in Deutschland<\/em>. <em>Ganz recht und ganz links<\/em> streuen sie unauff\u00e4llig, ebenso wie <em>die Sehnsucht der Rechten<\/em>. Eigentlich k\u00f6nnte ihre \u201e<em>Antwort<\/em>\u201c damit bereits enden. Doch sie haben ja noch ihre Wunschliste. Der Adressat wird nicht benannt. Der liebe Gott oder etwa wir? Danke f\u00fcr das Vertrauen in das Volk!<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h4><\/h4>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">\u201e<em>Responsibity to Protect<\/em>\u201c auf der Sachebene<\/span><\/h4>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">\u00dcbrigens ein beliebtes Thema f\u00fcr Seminararbeiten, f\u00fcr komplexe rhetorische \u00dcbungsaufgaben.<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Die so\u00a0 poetisch genannten &#8222;<em>H\u00e4ndel der Welt&#8220;<\/em> <em>und <\/em>&#8222;<em>Interventionen&#8220;<\/em> waren die folgenden:<\/span><\/h5>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Szebrenica<\/em><\/strong> &#8211; Das Massaker war Ergebnis einer gescheiterten Intervention \u201e<em>europ\u00e4ischer UN-Blauhelme<\/em>\u201c. Angesichts des <em><strong>Kosovo<\/strong><\/em> k\u00f6nnte man sagen: J. Fischer kam &#8218;populistisch&#8216; der verbreiteten Stimmung in Deutschland nach. Das war noch das Beste daran.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Ruanda<\/em> <\/strong>? Jedenfalls kein<u> pazifistisches <\/u>Heraushalten Frankreichs und der UNO.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">&#8211; Ging uns die staatliche Integrit\u00e4t der <strong><em>Kuweiti<\/em> <\/strong>etwas an? Nat\u00fcrlich, &#8218;unser \u00d6l&#8216; und Bush Sr. verlangten nach &#8218;Stabilit\u00e4t&#8216; im Nahen Osten. Doch der Ukraine hat es nicht geholfen.<br \/>\n<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Aber der amerikanische \u00dcberfall auf den<strong> <em>Irak<\/em><\/strong>? Da ging es um Regimewechsel. Der ist, wie wir nun wissen, immer gut. Au\u00dferdem hat ja Deutschland offiziell nicht mitgemacht \u2013 hier springen die Autoren auf die v\u00f6lkerrechtliche Ebene &#8211; blo\u00df heimlich die Milit\u00e4rbasen auf deutschem Territorium!<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Die Besetzung von <em><strong>Afghanistan<\/strong><\/em> war die gr\u00f6\u00dfte Dummheit der letzten Jahrzehnte, nur vergleichbar mit dem \u201e<em>Schutz der <strong>Anti-Gaddhafi-Kr\u00e4fte<\/strong><\/em>\u201c \u2013 sie haben es der Welt gedankt. Was w\u00e4ren ohne sie aus den erw\u00e4hnten <strong>\u201e<em>IS<\/em><\/strong>\u201c und \u201e<strong><em>Boku Haram<\/em><\/strong>\u201c in Nord- und Westafrika geworden?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">\u201e<em>Die Schreckensherrschaft des IS in <strong>Syrien<\/strong><\/em>\u201c scheint jedenfalls wieder abgel\u00f6st. Kein Wort mehr dazu.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">\u201aDer 11. September war Propaganda-Fassade (\u201e&#8230;<em>hunt them down<\/em>!\u201c). An wen richtete George Bush jr. jr. die Kriegserk\u00e4rung?<br \/>\n<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">\u00a0Jeder Fall lag anders, aber keiner war ein Ruhmesblatt f\u00fcr &#8218;Europa&#8216;.\u00a0 Auch Syrien nicht. Gebt auf, Assad hat gewonnen. Alternativen?<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h3><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Die Sprachebene<\/span><\/h3>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Die Autoren bemerken gar nicht, dass sie den sattsam bekannten Jargon reaktivieren, durch Reden und Interviews in den Medien pr\u00e4sent. Die meisten Deutschen finden den l\u00e4ngst zum Kotzen, zum Beispiel:<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">\u201e<em>Entwicklungszusammenarbeit, Krisenpr\u00e4vention, die ausw\u00e4rtige Kultur- und Bildungspolitik und der umfassende Einsatz unserer diplomatischen und politischen M\u00f6glichkeiten\u201c pr\u00e4gen \u201enicht nur unseren au\u00dfenpolitischen Alltag<\/em>\u201c. <\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Na und? Soll die Aufz\u00e4hlung angeblicher Kompetenzen den Leser beeindrucken? Sie bel\u00e4stigen uns mit Sonntagsreden, die keiner lesen m\u00f6chte, wenn er auch die \u00fcbrige Zeitung gelesen hat und\u00a0 bei Verstand ist.<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h3><span style=\"color: #000000;\"><strong>W<\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"><strong>eltpolitisch ist <\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"><strong>die EU mit der Schweiz vergleichbar.<\/strong><\/span><\/h3>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Die Schweiz ist ber\u00fchmt f\u00fcr ihre unsichtbare Diplomatie. Und wie die Schweiz sichert die EU sich bereits jetzt ab, durch Vertr\u00e4ge, Zahlungen und gewisse Dienste. Au\u00dferdem haben wir ja R\u00fcstungskonzerne, inzwischen unverzichtbare Dienstleister staatlicher Armeen. Man muss sie blo\u00df machen lassen, und die angebliche \u201e<em>Verantwortung<\/em>\u201c zur \u201e<em>Verteidigung der Werte<\/em>\u201cist in guten H\u00e4nden.<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Oder w\u00fcrde der <em>Dschungel<\/em> der Weltpolitik etwa\u00a0 mit dem gro\u00dfen Auftritt dieses hybriden Akteurs <em>EUROPA<\/em> wie durch Zauberhand verwandelt in das, was seit 1945 auf UN-Papier steht? Nat\u00fcrlich nicht!<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Jedenfalls\u00a0 w\u00fcrde eine solche Sicherheitsdoktrin dem besonderen Charakter der Europ\u00e4ischen Union gerecht, den die EU seit Jahrzehnten &#8211; als \u201eZerstrittenheit\u201c und \u201eUnf\u00e4higkeit\u201c verkleidet &#8211; unter Beweis stellt. Ja, so sind wir und alle Welt wei\u00df das: <em>Europa<\/em> ist eine immer noch stinkreiche und zerstrittene Familie mit Anf\u00e4llen von spinnertem Idealismus, wenn der nicht blo\u00df vorget\u00e4uscht ist.<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Und inwiefern bef\u00f6rdert Gauweiler den \u201e<em>Weltuntergang<\/em>\u201c, wie die drei Weltenretter andeuten, nur weil er sagt, dass uns nicht jeder Konflikt in der Welt etwas angeht und man schau\u2019n muss, dass man nicht hineingezogen wird?\u00a0 Die Idee von Peter Gauweiler k\u00f6nnte eine Anwendung von \u201eClash of Civilizations\u201c sein (1996 <a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kampf_der_Kulturen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>) des klugen Politologen Samuel Huntington zu Beginn der beiden heillosen Jahrzehnte.<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: right;\">Das Beste am Update Sonntag, 16. September : Worte eingespart<\/p>\n<h5><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sigmar Gabriel, Wolfgang Ischinger, Christoph von Marschall schreiben in der FAZ (8.9.2018 Nr.209 S.11). SIE M\u00dcSSEN DIE LIBERALE ORDNUNG SCH\u00dcTZEN \u2013 Die Alternative zum Weltuntergang hei\u00dft Verantwortung, nicht Raushalten. Sie antworten Peter Gauweiler (&#8222;Die Kreuzritter der Moderne&#8220; FAZ 25.8.2018) Vergessen Sie diese &#8222;Debatte&#8220; ! F\u00fcr mich ist sie bereits gestorben. 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