{"id":930,"date":"2013-08-25T18:18:03","date_gmt":"2013-08-25T16:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=930"},"modified":"2019-04-08T23:08:22","modified_gmt":"2019-04-08T21:08:22","slug":"930","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=930","title":{"rendered":"Bruno Liebrucks redet vor Studenten (1966)"},"content":{"rendered":"<p><b>Prof. Bruno Liebrucks (1911 \u2013 1986) sprach Anfang 1966<\/b><strong> vor Studenten<\/strong>\u00a0<b>orientierend \u00fcber Philosophie und was sie ihnen zu bieten habe\u00a0<\/b>&#8211; im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Frankfurt\/Main (Ev. Studentengemeinde, Lessingstr.2)<\/p>\n<p><i>Auf der ihm gewidmeten Seite <a href=\"http:\/\/www.bruno-liebrucks.de\">www.bruno-liebrucks.de<\/a> wird sein Anspruch auf die Formel gebracht: Die Antwort auf den Deutschen Idealismus vom Begriff der Sprache her zu geben, au\u00dferdem seine \u00dcberzeugung, die auch an jenem Abend deutlich wurde: Nur von den bisher maximalsten Denkleistungen her lasse sich der logische Horizont der Sprache ausmessen. Der Sprachlichkeit m\u00fcsse der Weltumgang des Menschen entsprechen, wenn er seiner Menschlichkeit nicht verlustig gehen solle.<!--more--><\/i><i><\/i><b><i><\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>Tonband-Transkription des<\/i> <em>frei <\/em><i>gehaltenen Vortrags <\/i><\/b><i>\u00a0Arbeitsfassung vom Sonntag, 25. August 2013 <\/i><i>\u00a0\u00a0Privataufnahme. Die anschlie\u00dfende Diskussion habe ich bisher weder transkribieren noch zusammenfassen k\u00f6nnen. Das Tondokument ging inzwischen als CD an das Liebrucks-Archiv an der Senckenberg-Universit\u00e4tsbibliothek in Frankfurt &#8211; LINK: <a href=\"http:\/\/www.ub.uni-frankfurt.de\/archive\/liebrucks.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Liebrucks-Nachlass<\/a>. \u00a0(zuletzt ein wenig korrigiert am 8. 4. 2019)<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;&#8230; Eine Veranstaltung des &#8230;.urprogramms\u00a0 hier oben unten in der Bar &#8230; (unverst\u00e4ndlich) &#8230; Philosophie &#8230; es geht also um das Verh\u00e4ltnis oder Missverh\u00e4ltnis\u00a0weil&#8230; (Philosophie und Politik). Heute erregt diese Zusammenstellung in unserer Disziplin ein gewisses Unbehagen. Es breitet sich der Verdacht aus, mit der Zeit nicht so recht Schritt gehalten zu haben, indem wir nicht bemerkten, dass nicht die Politik, sondern die Wissenschaften (von der Politik) &#8230;. dass Politologie l\u00e4ngst nicht mehr die Lehre vom Leben des B\u00fcrgers im Staate ist, l\u00e4ngst nicht mehr die Stimmung des Menschen &#8230;. als handelndes Wesen. Politologie kann h\u00f6chstens noch im Zusammenhang mit vielen anderen Hilfswissenschaften \u00fcber die Situationsgerechtigkeit des Handelns einer Gesellschaft sich Gedanken machen, wenn\u2019s hoch kommt, so etwas wie Ratschl\u00e4ge <i>ohne<\/i> eine Lehre aufzustellen. Hier scheint nur der Raum aufzuf\u00e4chern, innerhalb dessen der Politiker wegen der Un\u00fcbersehbarkeit der anfallenden Fakten und der kaum noch mit Maschinen zu bew\u00e4ltigenden Datenverarbeitung letzten Endes dezisionistisch dann die Entscheidungen trifft. Wir h\u00e4tten dann nicht etwa eine <span style=\"text-decoration: underline;\">philosophische <\/span>Ansicht davon, dass auch f\u00fcr die G\u00fcte des politischen Handelns die Situationen ein Mitbestimmungsrecht haben <i>sollen<\/i> &#8230; was richtiges und unrichtiges Handeln ist, sondern wir h\u00e4tten <span style=\"text-decoration: underline;\">\u00fcberhaupt<\/span> keine Lehre mehr, nichts als verbindlich zu Erarbeitendes,\u00a0 sondern nur noch eine gewisse geschichtliche Aufbereitung der gegenw\u00e4rtigen Lage, die noch einmal dann in die Reflexion der Handelnden genommen, ihnen bei den aus <span style=\"text-decoration: underline;\">anderen<\/span> letzten Endes irrationalen F\u00e4llen stammenden Entscheidungen zu Rate gehen mag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soziologie und Politologie w\u00e4ren dann allein geeignet,\u00a0\u00a0 in der Gegenwart den einigerma\u00dfen erhellten Raum aufzuf\u00e4chern, dessen\u00a0 er bedarf, um sich, wenn er wieder in die Gesellschaft entlassen ist, ohne der Kr\u00fccken\/T\u00fccken bereitgestellter Leitbilder in der Gesellschaft menschlichen Lebens &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So dringlich die Erkenntnis der Situation \u2013 ja &#8211; f\u00fcr den Politiker ist, kann es doch keinem Zweifel unterliegen, dass er diese erst dort erf\u00e4hrt, wo er sp\u00e4ter handelt.\u00a0 Situationserhellung auf der Universit\u00e4t muss daher in einer Gegend liegen, die mit der unmittelbaren Daten<i>ver<\/i>arbeitung nicht gleichzusetzen ist. (L\u00e4rm)&#8230; soll in den <span style=\"text-decoration: underline;\">Stand<\/span> setzen, sp\u00e4ter einmal Daten \u00fcberhaupt bearbeiten zu k\u00f6nnen. Damit ist schon gesagt, dass die Jahre, in denen Sie, meine Damen und Herren, als Studenten aus der unmittelbaren Ber\u00fchrung mit den Tagesereignissen herausgenommen sind \u2013 das muss Ihnen merkw\u00fcrdig vorkommen, wenn ich das sage &#8211; Das sage ich deshalb, weil man die unmittelbare Ber\u00fchrung mit Tagesereignissen <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> dadurch erf\u00e4hrt, dass man <span style=\"text-decoration: underline;\">Zeitung<\/span> liest, sondern durch die <span style=\"text-decoration: underline;\">Notwendigkeit<\/span>, die praktische Notwendigkeit in dem Beruf oder wo man auch steht, eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Antwort<\/span> auf sie zu geben, und zwar nicht eine pers\u00f6nliche, sondern eine solche, die mit der gesellschaftlichen Rolle, die ich spiele, gegeben ist, die von mir gefordert ist. &#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Ich habe schon gesagt) dass die Jahre, in denen Sie als Student aus der unmittelbaren&#8230; (verschluckt) herausgenommen sind, Ihnen eine <span style=\"text-decoration: underline;\">einmalige<\/span>, so im Leben <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht wiederkehrende<\/span> Rolle innerhalb des gesellschaftlichen Lebens zuspielt.\u00a0 So Ihnen\u00a0\u00a0\u00a0 das Verh\u00e4ltnis und Missverh\u00e4ltnis von Politik und Philosophie heute behandeln. (5.oo\u2019)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu m\u00f6chte ich erst (mit Gehlen)\u00a0 erst sagen: Philosophie ist <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht <\/span>Freiheit <span style=\"text-decoration: underline;\">von<\/span> der Politik, wie Hannah Arendt immer von den Philosophen gesagt hat, also die Philosophie als Freiheit <span style=\"text-decoration: underline;\">von<\/span> der Politik angesehen h\u00e4tten und dass eine Erarbeitung philosophischer Kategorien mit dieser Tradition eigentlich <span style=\"text-decoration: underline;\">brechen <\/span>\u00a0m\u00fcsse, weil das &#8211; Vita Activa \u2013 handelnde Wesen der Menschen darin &#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wird, ich komme noch darauf, sondern die Philosophie ist <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> die Freiheit <span style=\"text-decoration: underline;\">von<\/span> der Politik, sondern <span style=\"text-decoration: underline;\">der <\/span>Raum, durch den man gegangen sein muss, <span style=\"text-decoration: underline;\">wenn<\/span> das menschliche Handeln politisch sein soll. Das ist gegen mancherlei Missverst\u00e4ndnisse die Idee des\u00a0 &#8230; Denn wir wollen nicht wissen, wie Philosophie und Poltik zueinander stehen in allen Zeiten, sondern wir wollen wissen, wie das heute ist. Auf das W\u00f6rtchen \u201aheute\u2019 kommt es an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer durch Agrarwirtschaft bestimmten gesellschaftlichen Ordnung, die sich durch das Gleichbleiben ihrer grundlegenden Strukturen w\u00e4hrend vieler Jahrhunderte, ja Jahrtausende auszeichnet,\u00a0 konnte es aussehen, als sei Philosophie der Ort, an dem das normative Gef\u00fcge alles politischen Handelns zu allen Zeiten festgelegt werden k\u00f6nnte. Sie h\u00e4tten dann, meine Damen und Herren, die einzigartige Chance, Richtlinien f\u00fcr alles politische Handeln, so unmittelbar oder detailliert es in der modernen Demokratie abverlangt werden w\u00fcrde, <span style=\"text-decoration: underline;\">denkend<\/span> zu Bewusstsein zu bringen. Ein solches Verh\u00e4ltnis von Politik und Philosophie m\u00f6chte ich das Verh\u00e4ltnis des sogenannten <span style=\"text-decoration: underline;\">Platonismus<\/span> zur Politik nennen. Es ist <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> das Verh\u00e4ltnis Platons zur Politik, denn er war ein <span style=\"text-decoration: underline;\">durch und durch<\/span> politischer Mensch. (7.02\u2019) Sondern dass Verh\u00e4ltnis des Platonismus\u00a0zur Politik. Es ist leicht zu sehen, dass das Verh\u00e4ltnis ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Miss<\/span>verh\u00e4ltnis ist, heute schon deshalb, weil wir uns in einer Zeit befinden, in der wir in unserer kurzen Lebensspanne alle Aussicht haben &#8211; auch Sie, meine Damen und Herren, nicht nur die Generation als deren <i>Mittel <\/i>ich vor Ihnen stehe &#8211; &#8230; die Aussicht haben, von Zeit zu Zeit Umorientierungen vornehmen zu m\u00fcssen. Philosophie m\u00fcsste also nicht nur feste Normen f\u00fcr alles politische Handeln aufstellen, sondern dar\u00fcber hinaus auch noch &#8230; das Prinzip an die Hand geben k\u00f6nnen, unter denen wir solche notwendigen Umorientierungen, Umstrukturierungen, Umfunktionierungen (verschluckt &#8230;\u00a0 ) angehen wollen, also das <span style=\"text-decoration: underline;\">so<\/span> vorzunehmen, dass sie dabei selbst immer noch politisch bleiben. (8.00\u2019)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hannah Arendt hat in dem Buch \u201eVita Activa\u201c politische Kategorien zu erarbeiten versucht, von denen ich hier nur die Unterscheidung von Herstellen und Handeln anf\u00fchre. Der Handwerker stellt Produkte her. auf dem Wege der Herstellung der Produkte wendet er legitimerweise <span style=\"text-decoration: underline;\">Gewalt <\/span>an. Die Materialien zur Herstellung eines Hauses werden unter Anwendung von Gewalt in eine Form gebracht, die die Zusammenstellung zu einer Wohnst\u00e4tte des Menschen erm\u00f6glicht. sagt der Politiker so nicht mit dem Menschen verfahren\u00a0 es w\u00e4re ein unpolitisches verfahren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier geht es nicht um Herstellung, sondern um Handlung, ein spezifischer Handlungsbegriff, den Hannah Arendt entwickelt hat. Eine Handlung, die niemals\u00a0 anoi logu, also ohne Wort, ohne das Wort der miteinander Verhandelnden zustande kommt. (9.00) Wir stehen nicht einem Material gegen\u00fcber, sondern Menschen, und zwar nicht Menschen als Privatpersonen, sondern \u00f6ffentlichen Personen, die als Rollentr\u00e4ger miteinander verhandeln. Der Politiker, wie auf einer tieferen Stufe schon der H\u00e4ndler, gehen nicht mit Menschenmaterial um, sondern mit Menschen, mit denen sie nicht handeln, sondern verhandeln. Die Unterscheidung ist grundlegend, grundlegend zwischen poiesis, Herstellen, und praxis, Handeln. Damit scheint ein Grundlegendes geleistet, das f\u00fcr alle Zeiten ma\u00dfgebend sein m\u00fcsste. Und das ist die Frage, ob nicht die sehr beachtliche Bem\u00fchung von Hannah Arendt, solche Unterscheidungen aufzustellen, nicht daran krankt, dass man nun glaubt, &#8230; Theorien zu haben, die &#8230; einleuchtend &#8230; (vorbeifahrendes Auto, 10.00\u2019).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage ist ja immer, in welchen Situationen <i>k\u00f6nnen<\/i> diese Unterscheidungen ein(leuchten), und die uns dann aus der Situation heraus beantwortet werden. Zun\u00e4chst m\u00fcssen ja solche Kategorien da sein, auch internalisiert sein \u2013<i> ja wenn man handelt, damit man sie auch<\/i> befragen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karl Marx war ganz anderer Ansicht. Er stellt sich ganz in die Situation einer Zeit, in der Menschen nicht mit unmittelbarer Gewalt, sondern zwar im Schutze des Rechts zu Verrichtungen gezwungen werden konnten, die sie unter Umst\u00e4nden schlimmer entmenschen mussten als antike Sklaven, deren Leben zwar rechtlich in der Hand ihrer Herren lag, aber tats\u00e4chlich vielleicht milder und menschlicher gef\u00fchrt werden konnten als unter so entwickelten Rechtsverh\u00e4ltnissen moderner Zeit. Auf solche, durch das Recht sanktionierte Gewalt, deren verh\u00fclltere\u00a0 Gestalt umso h\u00e4rter sein konnte, glaubt er, Marx, <i>dass <\/i><span style=\"text-decoration: underline;\">das Recht der Gewalt<\/span> als Antwort zur <i>Verf\u00fcgung steht<\/i> (11.09) Wie es, meine Damen und Herren, keinen Hegelianer gibt, von denen, die Hegel verstanden haben, so kann es auch keinen Marxisten geben, von denen die Marx verstanden haben oder verstehen. Denn das hat ja Marx gelehrt &#8211; zuerst mal Hegel gelehrt, aber ich will ja hier von Marx sprechen &#8211; dass eine \u00dcbernahme in einer ver\u00e4nderten Situation einer Lehre dann ideologisch ist, wenn diese Lehre als \u2013 platonistisches \u2013 ewiges Gut ganz einfach \u00fcbernommen wird, in einer Situation, auf die sie\u00a0 &#8230; nicht mehr passt. Da kann man auch heute nicht sagen, &#8230;. das ist eine andere Situation, wir haben einfach andere Waffen. Ich kann mir keine Barrikaden mehr vorstellen, nicht. Jegliche Vorstellung, <span style=\"text-decoration: underline;\">sanfte<\/span> Vorstellung von Gewalt damals <span style=\"text-decoration: underline;\">idyllisch<\/span>. &#8230; sehr menschlich, aber das ist heute alles <span style=\"text-decoration: underline;\">vorbei<\/span>, weil jeder Staat <i>eine Revolution<\/i> <i>ausl\u00f6schen kann. <\/i>Ich f\u00fchre das Beispiel an, dass der 17. Juni viel weniger Tote gefordert hat als jeder Pfingstsonntag bei uns, nicht, im Autoverkehr. Und es wurde auch dort gesagt: Panzer m\u00f6glichst vorsichtig schie\u00dfen, wir brauchen nur aufzufahren und es ist alles vorbei. &#8230;. Das ist eine vollst\u00e4ndig andere Situation: Wir k\u00f6nnen nicht sagen &#8230; Die einzelnen k\u00f6nnen sich nicht einer gro\u00dfen Gewalt entgegenstellen. Wir k\u00f6nnen noch dar\u00fcber sprechen. Es ist nat\u00fcrlich noch nicht alles gesagt. Ich wollte nur andeuten, dass man Theorien aus dem 19.Jahrhundert unbesehen \u00fcbernehmen kann. &#8230; Wir haben dr\u00fcben marxistische S\u00e4ulen &#8230; \u00a0 sagt dagegen gar nichts &#8230; dagegen angegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Unterschied in der Auffassung von Hannah Arendt und Karl Marx, auf den ich hier freilich nur ungen\u00fcgend eingehen kann, mag zeigen, dass die Unterscheidung von Herstellen und Handeln in verschiedenen Situationen unterschiedlich bestimmt werden muss. (13.09\u2019) Das scheint allem Verh\u00e4ltnis von Philosophie und Politik den Boden zu entziehen. Es scheint nichts \u00dcbergeordnetes mehr geben zu k\u00f6nnen, in dem solche Unterschiede noch in einer nicht widerspr\u00fcchlichen Weise Platz haben k\u00f6nnten. Denn wenn ich Politik und Philosophie unterscheiden will, da brauche ich einen <span style=\"text-decoration: underline;\">Beziehungsgrund<\/span> &#8230;. Deshalb soll hier einleitend zur Diskussion etwas \u00fcber Verh\u00e4ltnis und Missverh\u00e4ltnis von Philosophie und Politik gesagt werden. In einem Missverh\u00e4ltnis steht die Philosophie <span style=\"text-decoration: underline;\">dann<\/span> zur Politik unserer Zeit, in der es auf schnelle Anpassungsf\u00e4higkeit &#8230; ankommt, wenn sie sich als Platonismus versteht. Als solcher Platonismus k\u00fcmmert sie sich um dasjenige an der Politik, was zu allen Zeiten als wesentlich angesehen werden konnte. So kann sie mit Montesquieu sagen: Zu allen Zeiten sei in der Monarchie die Ehre das Bindemittel zwischen den Menschen (14.07\u2019), in der Demokratie dagegen die politische Tugend, das Bindemittel der Tyrannis der Terror. So, wie Friedrich der Gro\u00dfe sagte: Ich bezahle mit der Ehre, nicht? Das hei\u00dft \u00fcbrigens &#8230;. Offiziere mit der Ehre, In der Demokratie dagegen\u00a0 ist der Mensch aufgerufen zur politischen T\u00fcchtigkeit. Das ganze Problem der Erziehung wird wichtig, das sehen Sie heute an unseren Universit\u00e4ten&#8230;.und zwar viel mehr P\u00e4dagogen&#8230; Die Tyrannis, der Terror. Solange ich eine SS habe, die funktioniert, funktioniert alles andere auch. Die Leute haben angst. Man sucht gar nicht aus. Wie wir beobachtet haben: f\u00fcr Auschwitz\u00a0 wurde nicht ausgesucht, besonders wie man fr\u00fcher sagte: geschulte Leute, sondern wie .. o a (?): \u00a0jeder Mensch &#8230; hat ganz wahllos, Ausl\u00e4nder was\u00a0 da hinschicken, die gehorchen alle. Wer das zum ersten Male h\u00f6rt, von Montesquieu diese gro\u00dfartige Unterscheidung: &#8230; Terror als sozialer Kitt &#8230;Terror, Ehre und T\u00fcchtigkeit, wird sicher die Genialit\u00e4t des Verfassers bewundern, der auf so kurze Weise in den&#8230;. verschiedenen Verfassungen herausgefunden hat. Wir sehen heute in unserer Demokratie den Vorrang, den Erziehung bei uns sogar vor Wissenschaften gewonnen hat. Man will zur politischen T\u00fcchtigkeit <span style=\"text-decoration: underline;\">erziehen<\/span>, weil man die Ehre als Bindeglied f\u00fcr veraltet h\u00e4lt wie auch die Monarchie, und man vom Auskunftsmittel des Terrors noch genug hat. Darin bew\u00e4hren sich also noch Einsichten von Montesquieu. Wie aber soll ein politisches Verhalten, wenn in einer schnelllebigen Zeit die Staatsformen wechseln (16.01), oder unter dem Namen der Demokratie verschiedene Auffassungen vom politischen Zusammenleben der Menschen auftreten, Philosophie dann noch eine Hilfe sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um auf diese Frage zu antworten, m\u00f6chte ich auf den nichtplatonistischen Ursprung der platonischen Philosophie verweisen. Platon sah den Untergang der <i>polis<\/i> Athen vor sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Untergang zeigte sich am deutlichsten im Auftreten der Sophisten. Die Sophisten waren M\u00e4nner, die versprachen, die J\u00fcnglinge f\u00fcr die Angelegenheiten des Staates t\u00fcchtig zu machen,\u00a0das hei\u00dft, diese Rolle der Philosophie vertraten &#8230; unmittelbar &#8230; \u00a0wenn du dich mit mir einfach unterh\u00e4ltst, dann wirst du gleich politisch kl\u00fcger und auch t\u00fcchtiger sein. Sie gaben also vor, dies lehren zu k\u00f6nnen. Plato hielt dies kurz gesagt f\u00fcr schlimm.\u00a0Er betrat nun den philosophischen Umweg, durch Sokrates in Dialogen fragen zu lassen, was denn eine Tugend sei, also zum Beispiel Tapferkeit, Gerechtigkeit, die Fr\u00f6mmigkeit. (17.05)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er sagte: ein solches Wissen muss man haben, wenn man in Angelegenheiten des Staates wissen\u00a0werde &#8230; Seine ausf\u00fchrlichste Antwort auf die Sophisten ist bekanntlich die <i>politeia<\/i>, also &gt;der Staat&lt;. In ihr wird die sophistisch-politische Position ausgesprochen, da wird erkl\u00e4rt: Im politischen Leben komme es nicht auf das Sein der Gerechtigkeit an, sondern darauf, dass einer den Schein der Gerechtigkeit ein Leben lang vor sich her trage. Es kommt nicht darauf an, wie ein Mensch ist, sondern darauf, wie er sich darstellt, wie er seinen Mitmenschen, der Gesellschaft erscheint. Diese Position ist seit Plato auf dem Gebiete der Politik bis heute, das wage ich zu behaupten, nicht einen einzigen Tag ersch\u00fcttert worden. Es hat noch niemals einen politischen Zustand gegeben, indem es auf das <span style=\"text-decoration: underline;\">Sein<\/span> der Menschen ankam, sondern der <span style=\"text-decoration: underline;\">Schein<\/span>, damit haben die Sophisten Recht gehabt, war immer noch st\u00e4rker. (18.05)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun pl\u00e4diert Plato f\u00fcr das Sein der Gerechtigkeit, und das ist ja der ber\u00fchmte Einsatzpunkt, den er, also um zu erweisen, dass das Sein st\u00e4rker ist als der Schein, &#8230; Zum Erweis dieser Thesen\u00a0 hat er einen Staat vor uns entstehen lassen, eigentlich ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Modell<\/span>. Ganz bewusst als Modell, man kann sich das gar nicht modern genug vorstellen. Dass ein kommunistischer Staat als Staatsmodell aufgebaut wird. Nun ist es meistens so, dass man den &gt;Staat&lt; akademisch gelesen hat, damit meine ich jetzt, dass man sich nicht ernsthaft die Frage stellte, ob man in einem solchen Staat leben k\u00f6nnte, m\u00f6chte in unserer Tradition. (19.05) Worin besteht das Verh\u00e4ltnis von Politik und Philosophie in diesem Staat? Das Verh\u00e4ltnis besteht nicht darin, dass Plato Grunds\u00e4tze angegeben h\u00e4tte, die f\u00fcr alle Zeiten gelten. Das Verh\u00e4ltnis besteht vielmehr darin, dass er \u2013 und das ist jetzt wichtig: damit n\u00e4here ich mich jetzt meiner Hauptthese \u2013 dass er eine Antwort auf die Situation seiner Zeit gegeben hat. Dass er mit dieser Antwort, die niemals verwirklicht ist, seine Zeit in ihrer Wirklichkeit erfassen kann.\u00a0 Diese Antwort von Platons Philosophie als Paradox, dass sie bis zum heutigen Tag als Utopie gelesen worden ist. Man hielt sich an die heute von uns sicher abzulesende Antwort auf die Situation und verga\u00df dabei, jetzt zitiere ich Ihnen Hegel, \u201edass eben das Prinzip, um das sich das Unterscheidende seiner Idee dreht, die Angel ist, um welche damals die bevorstehende Umw\u00e4lzung der Welt sich gedreht hat.\u201c (20.02) &#8230;.. so einen Staat k\u00f6nnen wir gar nicht brauchen. Das Allgemeine &#8230;. den Vorrang vor dem einzelnen, das ist bis zum Christentum gegangen bis in die Unendlichkeit, aber er sagt: das <span style=\"text-decoration: underline;\">Politische<\/span> daran bestand darin, dass er der <span style=\"text-decoration: underline;\">einzige<\/span> Mensch war, der die poolitische Wirklichkeit seiner Zeit erkannt hat.\u00a0 &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er war der einzige Politiker. die anderen sind in Wahrheit keine Politiker. Was sagt Hegel jetzt in der weltgeschichtlichen Antwort auf Plato, den er ablehnt, innerlich ablehnt ?\u00a0 \u201eDass eben das Prinzip, um das sich das Unterscheidende seiner Idee dreht, die Angel ist, um welche damals die bevorstehende Umw\u00e4lzung der Welt sich gedreht hat.\u201c &#8230; Worin war Platos Philosophie politisch?\u00a0 Plato hat mit Hegel die Natur der griechischen Sittlichkeit aufgefasst. Er hat begriffen und dargestellt, dass in der Antike der Staat den Vorrang vor den Einzelnen hat. Wir lehnen mit Hegel heute nicht den politischen Charakter der Philosophie ab, sondern das platonistische Missverst\u00e4ndnis &#8230;. ((Flugzeug)) nicht auf die Griechen eingeschr\u00e4nkt, sondern auf unsere Tage Das vielmehr w\u00e4re eine ideologische \u00dcbernahme\u00a0 &#8230;. und die in zwei Jahrtausenden eingetretenen Ver\u00e4nderungen der Bewusstseinslage der Menschen &#8230;.. unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte, um das n\u00e4her zu erl\u00e4utern , die ber\u00fchmte Stelle aus der Vorrede zur Rechtsphilosophie herausheben, in der Hegel die Auffassung von Platon vorgetragen hat und in der auch das ber\u00fcchtigte Wort steht, das <span style=\"text-decoration: underline;\">bis heute<\/span> unverstanden geblieben ist: &gt;Was vern\u00fcnftig ist, das ist wirklich und was wirklich ist, ist vern\u00fcnftig&lt; (22.13) Ich nenne das Wort &gt;ber\u00fcchtigt&lt;, weil es von vielen Ger\u00fcchten von der Hegelsche Philosophie \u00fcbersponnen ist. Dies Gespinst ist nichts anderes als die <span style=\"text-decoration: underline;\">un<\/span>politische Auffassung von der Philosophie. Man liest das Wort so, als wolle es sagen, alles <span style=\"text-decoration: underline;\">Geschehen<\/span> sei vern\u00fcnftig. Dabei ist ein reines Geschehen weder vern\u00fcnftig noch unvern\u00fcnftig, weil es gar nicht einsehbar ist: jenseits von Gleichg\u00fcltigkeit, Nichtgleichg\u00fcltigkeit, von Vernunft oder Unvernunft und so weiter. F\u00fcr den Menschen aber ist wirklich nur das, was er auch einsehen kann, das er also vernehmen kann. Es ist leicht zu sagen, aber das n\u00fctzt den meisten von Ihnen gar nicht: die Kategorie der Wirklichkeit ist bei Hegel die Einheit von Innerem und \u00c4u\u00dferem. Die ganze kantische Philosophie musste erschienen sein, um diesen einzigen Satz sagen zu k\u00f6nnen. (23.01)\u00a0\u00a0 &#8230; Wir haben es mit Erscheinungen zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wirklich ist ihm immer das, was er noch vernehmen kann. Das hei\u00dft: Was vern\u00fcnftig ist, das ist wirklich und was wirklich ist, das ist vern\u00fcnftig. Nur das ist, was der Mensch vernehmen kann, nur das ist seine <span style=\"text-decoration: underline;\">Geschichte<\/span>, was er auch als Geschichte <span style=\"text-decoration: underline;\">erz\u00e4hlen<\/span> kann.\u00a0 Wenn pl\u00f6tzlich eine Atombombe auf unser Haupt fiele, geh\u00f6rt das in diesem Sinne nicht zu unserer Geschichte, sondern eine Naturkatastrophe eingetreten, die mit uns dann nichts mehr zu tun hat. Keiner von uns k\u00f6nnte etwas davon erz\u00e4hlen. Aber die anderen , &#8230;.., zu deren Geschichte w\u00fcrde das geh\u00f6ren, zu unserer Geschichte nicht mehr. So ist die menschliche Geschichte nicht Geschehen , sondern die Einheit von Geschehen und der Geschichte, die wir davon erz\u00e4hlen. (24.00) &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Philosophie ist\u00a0 die eigentliche Begr\u00fcndung des Vern\u00fcnftigen, in dem Erfassen des Gegenw\u00e4rtigen und Wirklichen, <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht <\/span>das Aufstellen eines Jenseits, das Gott wei\u00df wo sein soll,\u00a0 aber von dem man in der Tat wohl zu sagen wei\u00df, wo es ist, n\u00e4mlich im Irrtum eines einseitigen Denkens &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIm Verlaufe der folgenden\u00a0 Abhandlung habe ich bemerkt, da\u00df selbst die <i>platonische<\/i> Republik, welche f\u00fcr das Sprichwort eines <i>leeren Ideals<\/i> gilt, wesentlich nichts aufgefa\u00dft hat als die Natur der griechischen Sittlichkeit,\u00a0 und dass dann im Bewu\u00dftsein des in sie einbrechenden tieferen Prinzips, das an ihr unmittelbar nur als eine noch unbefriedigte Sehnsucht und damit nur als Verderben erscheinen konnte,<i> Plato<\/i> aus eben der Sehnsucht die Hilfe dagegen hat suchen m\u00fcssen, aber sie, die aus der H\u00f6he kommen mu\u00dfte, zun\u00e4chst nur in einer <i>\u00e4u\u00dferen<\/i> besonderen Form jener Sittlichkeit suchen konnte, durch welche er jenes Verderben zu gew\u00e4ltigen sich ausdachte, und durch welche er ihren tieferen Trieb, die freie unendliche Pers\u00f6nlichkeit, gerade am tiefsten verletzte. (nach Hoffmeister,XIX,S.14)<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sehen, Plato will das Verderben der Welt\u00a0\u00a0\u00a0 bew\u00e4ltigen. &#8230;. Wir reden dauernd von Bew\u00e4ltigung der Vergangenheit, nicht. Das ist fast w\u00f6rtlich dasselbe, <span style=\"text-decoration: underline;\">aber<\/span> er verletzt &#8230;. das Prinzip &#8230;. gerade am <span style=\"text-decoration: underline;\">tiefsten<\/span> durch seine &#8230;. reaktion\u00e4re Antwort, indem er n\u00e4mlich <span style=\"text-decoration: underline;\">ein Moment<\/span> der griechischen Sittlichkeit, n\u00e4mlich den <span style=\"text-decoration: underline;\">Staat <\/span>&#8230;. nimmt er heraus, macht es zum Ganzen und verabsolutiert es. (26.00) Ich fahre fort. Ich wei\u00df, sie kennen den Satz schon &#8230;. :<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDadurch hat er sich aber als der gro\u00dfe Geist bewiesen, dass eben das <span style=\"text-decoration: underline;\">Prinzip<\/span>, um welches sich das Unterscheidende seiner Idee dreht, die Angel ist, um welche damals bevorstehende Umw\u00e4lzung der Welt sich gedreht hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das ist er Punkt, wo ich sagen w\u00fcrde: Darin war Platon Philosoph, darin war er politisch. &#8230;. sondern dass hier ein Mensch\u00a0 &#8211; &#8211; &#8211; zu sagen vermocht hat, eine Antwort zu geben vermocht hat auf das, was wirklich wahr war, was die ganze Frage der Philosophie <span style=\"text-decoration: underline;\">ist:<\/span> Bedarf es der Philosophie,um zu sagen, was &#8230;.\u00a0\u00a0 von 1966 wirklich ist? Was da wirklich geschieht? Jede Philosophie ist <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht <\/span>\u00fcberzeitlich, sondern sie ist der Ausdruck ihrer Zeit in Gedanken erfasst. Ist sie das und in dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Ma\u00dfe<\/span>, in der sie das ist, ist sie politisch. Die Philosophie ist darin nicht politisch, indem sie &#8230; dilettiert, sie ist nicht dadurch politisch, dass sie sich zu jeder Tagesfrage \u00e4u\u00dfert, (27.00 )sie ist dadurch politisch, dass sie die Wirklichkeit an der Angel erfasst, um die sich die Fragen der Zeit drehen. So ist Philosophie nicht dadurch politisch, dass sie zu Fragen der Politik Stellung nimmt, das meistens ganz unpolitisch, meine Damen und Herren. Es fordert etwas, das die Sophisten, das Protagoras macht: Ich mache dich t\u00fcchtig. Du kannst dich hier und da einbringen. Das kann von sich aus jeder Staatsb\u00fcrger, und zwar soweit, solange der Staat so vern\u00fcnftig ist, dass das Aussprechen dessen, was einer f\u00fcr vern\u00fcnftig h\u00e4lt, noch nicht unter Strafe gestellt wird, das hei\u00dft, solange wir Menschen in der Gesellschaft frei von au\u00dfen entgegenkommen. (&#8230;) Die Philosophie ist nur dadurch politisch, dass sie <span style=\"text-decoration: underline;\">innerhalb<\/span> ihres Raumes <span style=\"text-decoration: underline;\">bleibt<\/span> ( &#8230;) (28.00)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist auch die Kunst nur dadurch zugleich bei ihrer Gesellschaft, dass sie innerhalb ihrer selbst, also als Kunst, die gesellschaftlichen Zust\u00e4nde ausspricht und enth\u00fcllt. Will die Kunst dagegen ihrer Gesellschaft unmittelbar dienen, einer Partei, einem Staat oder was immer, so ist sie nur der Gegenspieler des<i> l\u2019Art pour l\u2019art<\/i> Standpunkts. Sie ist auf derselben Ebene. Der eine sagt: Die Kunst (&#8230;)\u00a0 der andere sagt: die Kunst ist unmittelbar gesellschaftlich. <span style=\"text-decoration: underline;\">Beides<\/span> ist falsch. Die<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kunst kann nur <span style=\"text-decoration: underline;\">als<\/span> Kunst (&#8230;), wie Philosophie nur <span style=\"text-decoration: underline;\">als<\/span> Philosophie politisch sein kann.\u00a0 Letzten Endes wie der Begriff bei sich selbst ist, wenn er bei der Wirklichkeit ist. Das ist das, was ich hier nur andeuten m\u00f6chte, was also in dialektischen Begriffen (&#8230;) sowohl als Kunst, sowohl als Politik , sowohl als theoretische Philosophie, dass er dadurch bei seiner Gesellschaft ist, dass er nicht unmittelbar nicht unmittelbar zur Gesellschaft geht, sondern indem er bei sich selbst bleibt. (29.00)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb lassen Sie mich zum Schluss sagen: Die Kunst nur dadurch in dem Ma\u00dfe innerhalb ihrer Gesellschaft steht, als sie in sich selbst bleibt, so ist auch die Philosophie nur dadurch und in dem Ma\u00dfe politisch, als sie Philosophie bleibt. Jeder Zeit muss aufs Neue gesagt werden, was\u00a0 Bewusstsein des Menschen noch erkennen (kann?), was ein Staat, was eine Gesellschaft sind. Dabei muss die Philosophie ihre Zeit <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> in den Zeitungen, sondern ihre Zeit in <span style=\"text-decoration: underline;\">ihren<\/span>, der <span style=\"text-decoration: underline;\">Philosophie<\/span> eigenen Begriffen (&#8230;) <span style=\"text-decoration: underline;\">entdecken<\/span>. Was hier im Innersten an Millenium vor sich geht, ist die wahre Bewegung der Zeit selbst. Und so muss ich die paradoxe These aufstellen: In dem Ma\u00dfe in dem Philosophie bei sich bleibt, ist sie bei der Sache der Politik. Das hat sie mit dem dialektischen Begriff gemeinsam, der innerhalb seiner selbst (&#8230;) bei der Wirklichkeit ist. Denn nur, indem er bei seiner gesellschaft ist und &#8230; (30.00) nichts weiter als eine Er\u00f6rterung des Wortes: Was vern\u00fcnftig ist, ist wirklich und was wirklich ist, ist vern\u00fcnftig. Die platonistische Auffassung von Phgilosophie, die nicht die Platos war, hat auf der einen Seite Begriffe, auf der anderen Seite die Wirklichkeit. diese Auffassung lebt heute in einer reihe, die mit den Namen Descartes, Kant und Fichte &#8230; werden kann. <span style=\"text-decoration: underline;\">Gegen sie<\/span> ist dialektische Philosophie aufgetreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Auffassung <span style=\"text-decoration: underline;\">lebt<\/span> also heute, und trotzdem m\u00f6chte ich sagen: sie lebt, so wie ein Leichnam lebt, so wie ich die Abstraktion vom Menschen praktizieren kann., eine Sache der &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(20 s L\u00e4rm)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(31.15) Deshalb ist die Bestimmung dessen, was ein Begriff ist, die politische Tat der Philosophie <i>kat\u2019exochen.<\/i> denn ein reines Geschehen, das nicht in das Bewusstsein des Menschen gelangt, ist dem Menschen nicht wirklich. eine Revolution, die das Bewusstsein, den menschlichen Umgang des Menschen nicht ver\u00e4ndert,\u00a0 \u00e4ndert <span style=\"text-decoration: underline;\">nichts<\/span>. Philosophie ver\u00e4ndert die Zeit gerade dadurch, dass sie <span style=\"text-decoration: underline;\">nichts<\/span> unmittelbar ver\u00e4ndern will. Die revolution\u00e4re Dimension der Philosophie ist immer nur, zu <span style=\"text-decoration: underline;\">sagen<\/span> was ist. (&#8230;) das Wort \u201aSagen\u2019 betonen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Ist<\/span> es aber gesagt, ist die Wirklichkeit damit <span style=\"text-decoration: underline;\">ver\u00e4ndert<\/span>. Nur was ausgesprochen ist, wird Vergangenheit f\u00fcr den Menschen, was nur <span style=\"text-decoration: underline;\">geschehen<\/span> ist, kann in tausenden und abertausend Wiederholungen wiederkehren. Nun, ich m\u00f6chte jetzt nichts mehr sagen. Ich habe mir einige &#8230;zeichen gemacht f\u00fcr die Diskussion (32.00) K\u00f6nnte nur einmal fragen oder ein Weiche&#8230; geben, das aus Kant stammt, (leiser) das ich irgendwo aufgeschrieben habe\u00a0 &#8212;\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Kant sagt<\/span> (&#8230;) war ein gro\u00dfer Philosoph; an einem kleinen W\u00f6rtchen kann man das ablesen, wenn man &#8230; Kant kennt. Kant sieht das unver\u00e4u\u00dferliche Recht der menschlichen Person gegen\u00fcber dem Staat. Im <i>Streit der Fakult\u00e4ten <\/i>sagt er: <i>Der Mensch &#8211; Dass sich aber auch die Herrscher von seiner eigenen Gattung nehmen (&#8230;) und als solche behandeln\u00a0 tierisch als blo\u00dfes Werkzeug ihrer Absichten <span style=\"text-decoration: underline;\">belasten, <\/span>(33.00) teils in ihren Streitigkeiten gegeneinander aufstellen, um sie <span style=\"text-decoration: underline;\">schlachten<\/span> zu lassen, das ist <span style=\"text-decoration: underline;\">keine<\/span> Kleinigkeit, sondern Umkehrung des Endzwecks der Sch\u00f6pfung selbst. <\/i>Das ist doch sehr \u00fcberlegt. Warum sagt er: Die Herrscher stellen die Menschen auf, um sie schlachten zu lassen? Das w\u00e4re eine uninteressante \u00c4u\u00dferung eines Schriftstellers, die die Welt <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht ver\u00e4ndern<\/span> w\u00fcrde, aber Kant hat gesagt, was er vom Menschen h\u00e4lt an einem bestimmten Fall. Dass er sagt: Der Mensch ist nicht einfach Naturwesen &#8230; zu bemerken, was Freiheit ist. So sagt Kant: Das hat er gezeigt in der Zweiten Kritik: Der Mensch ist nicht Naturwesen, sofern er nominales Wesen ist, kann er \u00fcberhaupt als frei gedacht werden. Wenn dagegen die Herrscher in Kriegen Menschen gegeneinander aufstellen, dann behandeln sie sie wie reine Naturwesen, die man <span style=\"text-decoration: underline;\">schlachten<\/span> lassen kann, nicht wahr? (34.04)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da hat eben das Wort \u201aschlachten\u2019 den streng philosophischen Sinn: wir sind kein Schwein, aber nicht etwa &#8230;. Menschen sein sollen &#8230; das sind jetzt Soldaten. Wenn wir in dem kantischen Sinne nur Naturwesen w\u00e4ren, so ist es vor dreihundert Jahren gesagt worden, aller Politik, was alle Kriege <span style=\"text-decoration: underline;\">sind<\/span>. Daran ist bei allem philosophischem Zweifel gar kein Zweifel m\u00f6glich, das ist <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> in das Belieben einer Weltanschauung gestellt. Wenn man das an einer Universit\u00e4t wei\u00df, dass wir l\u00e4ngst dar\u00fcber hinaus sind, der Kant habe\u00a0 &#8230; Hegel hat einen anderen Wahrheitsbegriff, und scheinbar ist der wieder reaktion\u00e4r gegen\u00fcber Kant. Er sagt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">sondern ich bin wirklich erst frei, wenn mir in der Gesellschaft die Freiheit von au\u00dfen entgegenkommt.(&#8230; Erl\u00e4uterung geht im Verkehrl\u00e4rm unter) (35.05)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;. f\u00fcr alle Zeiten, nicht. Das hat er <span style=\"text-decoration: underline;\">damals<\/span> gesagt. Er war der Meinung, er kann das jetzt noch sagen. Stehen viele einschr\u00e4nkende Dinge als Einschr\u00e4nkungen dann dabei, nicht. Das muss man dann analysieren. Burckhardt hat dann gesagt: einen <span style=\"text-decoration: underline;\">einzigen<\/span> Menschen vom Leben zum Tode zu bef\u00f6rdern. Das sind Einsichten (Tonschwankungen &gt;&gt;)\u00a0\u00a0\u00a0 menschenfreundlich, sondern die der Erkenntnis der Philosophie entspricht, man weitgehend \u2013 ich m\u00f6chte nicht sagen \u2013 beweisen kann. &#8230; soweit einsichtig zu machen, dass dem Menschen zumindesten vor die Wahl gestellt wird, wenn ich mich ganz vorsichtig \u00e4u\u00dfern darf. &#8230; obwohl man das nicht streng mathematisch beweisen kann &#8230;. da fehlt noch viel, dass der Mensch in den <span style=\"text-decoration: underline;\">Stand gesetzt<\/span> ist, das Wort vom \u201aSchlachten\u2019 bei Kant zu verstehen, was das <span style=\"text-decoration: underline;\">hei\u00dft<\/span>. (&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; Akademisches Klopfen des Publikums&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (ab 35.35.)<\/p>\n<p>Titel 2 ( &#8230;. aus dem Ger\u00e4uschpegel)\u00a0 &#8230; wir haben nicht die Zust\u00e4nde, die wir gerne haben m\u00f6chten und wir m\u00fcssen etwas anderes machen &#8230;.<\/p>\n<h5><em>Die 30&#8242; Diskussion habe ich nicht mehr transkribiert oder res\u00fcmiert. Peter Reisinger ist 2018 gestorben; der w\u00e4re ein Adressat gewesen.\u00a0 F\u00fcr mich ist es zu sp\u00e4t, ich kann Ihnen nur die Gedanken bei der Wiederbegegnung im August 2013 anbieten. <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=936\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link:<\/a> &#8222;Bruno Liebrucks oder das entgleiste Impulsreferat&#8220;.\u00a0 8. April 2019<br \/>\n<\/em><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Bruno Liebrucks (1911 \u2013 1986) sprach Anfang 1966 vor Studenten\u00a0orientierend \u00fcber Philosophie und was sie ihnen zu bieten habe\u00a0&#8211; im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Frankfurt\/Main (Ev. Studentengemeinde, Lessingstr.2) Auf der ihm gewidmeten Seite www.bruno-liebrucks.de wird sein Anspruch auf die Formel gebracht: Die Antwort auf den Deutschen Idealismus vom Begriff der Sprache her zu geben, au\u00dferdem seine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[191,16],"tags":[],"class_list":["post-930","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bruno-liebrucks-1966","category-gaeste"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=930"}],"version-history":[{"count":12,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10170,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/930\/revisions\/10170"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}