{"id":9176,"date":"2013-08-14T17:33:45","date_gmt":"2013-08-14T15:33:45","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9176"},"modified":"2021-10-20T18:03:32","modified_gmt":"2021-10-20T16:03:32","slug":"afrikanische-kunst-von-frank-willett-lesenotizen-und-beobachtungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9176","title":{"rendered":"\u201eAfrikanische Kunst\u201c von Frank Willett \u2013 Lesenotizen und Beobachtungen"},"content":{"rendered":"<p><em>Am Ende der Lekt\u00fcre bleibt keine griffige Formel zur\u00fcck, aber daf\u00fcr lehrreiche Korrekturbewegungen und viele Einzelhinweise aus Literatur oder eigenen Erfahrung, und der Eindruck eines sehr weiten Horizonts. Das Buch war ja auch ein fast unm\u00f6gliches Projekt, es sei denn als praktische Anleitung, \u00dcberblick, Geschichte, Betrachtung, Verstehen. Willett schreibt einen gelassenen entspannten Stil, ereifert sich an keiner Stelle &#8211; der richtige Begleiter, um in einer Sammlung neue Entdeckungen zu machen. Ans\u00e4tze dazu finde ich immer wieder in den folgenden Notizen.<\/em><!--more--><em>Willett schreibt: Nicht alle \u201aMeisterwerke\u2019 sind welche. <\/em><em>Als \u201awacher\u2019 europ\u00e4ischer Sammler f\u00fchle ich mich best\u00e4tigt.<\/em><em>\u00a0Auch manche der abgebildeten \u201aMeisterwerke\u2019 w\u00fcrde ich so beurteilen. <\/em><\/p>\n<p><em>Wie h\u00e4tte ich gesammelt, wenn ich die erste Auflage vor vierzig Jahren gelesen h\u00e4tte: Ein paar St\u00fccke nicht weggegeben, mutiger investiert, aber meinen \u201aTiefengeschmack\u2019 h\u00e4tte das nicht ber\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0Gerade im Umgang mit zeitgen\u00f6ssischen Schnitzern zeigt sich der Dissens zu Willett. Wo er gl\u00fccklich \u00fcber die Chance ist, all seine wissenschaftlichen Fragen von ihnen beantwortet zu bekommen, zu denen die Objekte nichts preisgeben, so m\u00e4kle ich doch \u00fcber die \u201aNacktheit\u2019 der Produkte selbst und die Toleranz des Forschers. <\/em><em>Letzten Endes m\u00fcssen die Objekte meiner obskuren Begierde ein wenig \u201aalt\u2019 sein, vorher sind sie kaum sammelw\u00fcrdig. Mein Thema ist wohl \u201adie Zeit\u2019, genauer die abgelaufene Zeit, sofern es nicht die Zukunft ist.<\/em> (August 2013 \u2013 Okt. 2021)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Lesenotizen und Beobachtungen als Fingerzeige f\u00fcr die Lekt\u00fcre und zum Nachschlagen<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Und mit Seitenangaben der deutschen Paperback-Ausgabe von 1993 (m. W. im Netz nicht teuer, gen\u00fcgend gro\u00dfe Auflagen). Im Folgenden sind <em>kursiv gedruckte W\u00f6rter <\/em> w\u00f6rtliche Zitate\u00a0 der \u00dcbersetzung von Henning Thies.<\/strong><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>Die Kapitel 1 bis 3<\/strong><\/h4>\n<p>9\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 St\u00fccke, die,wenn oft auch unbewusst, die neuen Werte reflektieren<\/p>\n<p>18\u00a0\u00a0 Die Gruppe der Bildhauer in einer Gegend wiederholte st\u00e4ndig dieselben Themen und f\u00fchrte neue nur ganz allm\u00e4hlich ein. So entwickelte sich ein kollektives K\u00f6nnen (Carroll)<\/p>\n<p>20\u00a0\u00a0\u00a0 Viele V\u00f6lker ohne eine fig\u00fcrliche Tradition schnitzen und dekorieren ihre Gebrauchsgegenst\u00e4nde oft besonders sch\u00f6n. (Schemel K\u00f6rbe)<\/p>\n<p>21\u00a0\u00a0 Aus den Waldgebieten ausgewandert: Zulu; Makonde geh\u00f6ren k\u00fcnstlerisch-stilistisch in den Baluba-Kontext<\/p>\n<p>27\u00a0\u00a0\u00a0 Hinter der afrikanischen Skulptur steht eine jahrtausendealte Geschichte. Entt\u00e4uscht mich das als Zeichen von \u201aNormalit\u00e4t\u2019?<\/p>\n<p>32 \u00a0\u00a0 (Immer wieder begegnen mir hier Figuren der Bini und erinnern mich an den, von Bekannten nachtr\u00e4glich kritisierten Verkauf einer verkrusteten Maske. Seine Figur h\u00e4tte ich \u2013 anders als die Maske &#8211; allerdings gern behalten.)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Parallelen zu F.Kramer: )<\/p>\n<p>35\u00a0 &#8230; vorausgesetzt, die Form weckt gen\u00fcgend Assoziationen, um die Bedeutung zu \u00fcbermitteln. Vgl. 164ff. Funktion(en)afrikanischer Skulpturen, 208ff. \u00c4sthetik<\/p>\n<p>212\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dan-Schnitzer abwertend \u00fcber die Gestaltung eines bestimmten L\u00f6ffelgriffs: \u201edas ist ein Foto\u201c , 213 lieber moderate \u00c4hnlichkeit; sie sollen nur <u>so aussehen, als k\u00f6nnten sie<\/u> individuelle Portr\u00e4ts sein, 69 Himmelheber (wie F.Kramer) berichtet von der Angst vor dem Vorwurf der Hexerei (Guro-Schnitzer). Willett bemerkt dabei einen Unterschied in der Darstellung von Tier und Mensch bereits bei den Nok.<\/p>\n<p>211 ff.\u00a0 Bei den Dan, Yoruba, Tiv entsprechen empirisch ermittelte Sch\u00f6nheitskriterien, u.a. \u201atutu\u2019 \u2013Coolness, Gelassenheit, Gefasstheit denen des menschlichen Lebens.<\/p>\n<p>215\u00a0\u00a0\u00a0 Einige Kriterien, die Thompson in allgemeinen Er\u00f6rterungen &#8211; nicht in gezielten Befragungen &#8211; erschlie\u00dfen konnte, kamen bisweilen auch schon in den \u00c4u\u00dferungen sensibler westlicher Betrachter vor.\u00a0\u00a0 (Ich sollte einen sch\u00f6nen kleinen Ibedji-Katalog machen! Vgl. 144 (Abb.133))<\/p>\n<p>48\u00a0\u00a0\u00a0 im Kapitel \u201eGeschichte\u201c Abb.28 Steinerner Nagelfetisch<\/p>\n<p>50\u00a0\u00a0\u00a0 Auf den Felsmalereien tragen die K\u00f6pfe zun\u00e4chst keine Gesichtsz\u00fcge<\/p>\n<p>68\u00a0\u00a0\u00a0 Nok-Gesichter (vor 2000 Jahren) zeigen Grundformen von Holzplastiken, etwa Mund oder Bart als Block (vgl. 227-28 Arbeitsg\u00e4nge des Dan-Schnitzers), aber wiederum stilistische \u00dcbereinstimmungen mit neueren Terracottafiguren der Tif, <u>Dakakari<\/u> und Ham! 72<\/p>\n<p>70\u00a0\u00a0 konische Kopfform gleichzeitig mit gem\u00e4\u00dfigt naturalistischen K\u00f6pfen in der Stadt Ife<\/p>\n<p>75\u00a0 hervorquellende Augen, schmale abstehende Lippen und stilisierte Ohren bereits am Kopf aus der Stadt Ife um das 12.Jahrhundert;<\/p>\n<p>76\u00a0 Ife-Tonfigur aus dem 19.Jh. zeigt schon den voll ausgepr\u00e4gten Yoruba-Stil (und den runden Fuss! )<\/p>\n<p>80, 96\u00a0 Nomoli-Figur aus Speckstein \u2013 Figuren aus Benin_K\u00f6nigreich \u00e4hneln stilistisch stark, obwohl Mende und Kissi! \u2013 Kontakt \u00fcber portugiesische Seefahrer?<\/p>\n<p>81\u00a0\u00a0 (damalige Beschreibung), 84 Ifa-Brett aus dem 17.Jh und 83 (Abb.56) mit Eshu, dem Prinzip der Ungewissheit im Yoruba-Pantheon<\/p>\n<p>85 \u00a0 (Abb.63 ) Gesicht auf Elfenbeinring aus Ife, wie mein Ifa-Stab, der auch konische Kopfform aufweist.<\/p>\n<p>87\u00a0\u00a0 mit europ\u00e4ischer \u00d6lfarbe bemalte Gelede-Maske, <u>vor<\/u> 1870 erbeutet.<\/p>\n<p>88\u00a0\u00a0 pr\u00e4zise Herkunftsnachweise sind selten<\/p>\n<p>89\u00a0\u00a0\u00a0 Ijo-Skulpturen: angesetzte Arme durch Kontakt mit Schiffszimmerleuten 19.Jh. (Wer berichtete \u00fcber westafrikanische Seeleute, die zum Schiff hinausruderten und auf demselben Wege zur\u00fcckkehrten?)<\/p>\n<p>90 (Abb.68)\u00a0\u00a0 Zwillingsfigur 1877. John Picton: \u201edass der Wahrsager von den Eltern konsultiert wird, weil eine Zwillingsgeburt als ungew\u00f6hnliches Ereignis gilt. Er kann den Eltern dazu raten &#8230;. Sie kann aber auch bis zum Tod eines der beiden Zwillinge zur\u00fcckgestellt werden.\u201c<\/p>\n<p>92\u00a0 geometrische Ibo-T\u00fcrbl\u00e4tter (aber motivisch streng ist auch mein Unidentifiziertes mit dem Mudfish(?))<\/p>\n<p>94 herzf\u00f6rmiges Gesicht bei Afikpo-Ibo (wie auf meinem \u201agef\u00e4lschtem\u2019 zweiten) vgl.219: verbreitet vom n\u00f6rdlichen Rand des Kongo-Beckens bis nach Nigeria (Beispiele Ibo und Kwele)<\/p>\n<p>95 \u201ajungfr\u00e4ulicher Geist\u2019 ahmt weibliche Aktivit\u00e4ten nach<\/p>\n<p>96 (mein Ikenga \u00e4hnelt eher dem) Igala-Ikenga 75; Abb.74 : Besitzer versichert sich der fortdauernden Kraft seiner rechten Hand, seiner physischen Kraft.<\/p>\n<p>96\u00a0\u00a0 Bereits 1698 Bericht \u00fcber die Masken frisch Beschnittener vom Gambia-Fluss, unter denen sie eine Woche lang ungestraft \u201aVerbrechen\u2019 begehen d\u00fcrfen. (Vgl. Poro Senufo ?)<\/p>\n<p>99-103\u00a0 K\u00f6nigreich Benin: K\u00f6pfe oder Bronzek\u00f6pfe? Zwerge. Palastschmuck.<\/p>\n<p>103 Abb.87 : Fu\u00df des Dachfirstvogels (vgl. Senufo Porniapong)<\/p>\n<p>104\u00a0 (Alte Artefakte machen den Plunder moderner afrikanischer K\u00f6nige interessant.)<\/p>\n<p>105 Old Oyo: 1826 die Menschen lieben es, ihre T\u00fcren mit Ornamenten zu schm\u00fccken<\/p>\n<p>106 K\u00f6nig von Kuba f\u00fchrt vor 1800 das Wari-Spiel ein, gegen die Spielsucht<\/p>\n<p>109ff\u00a0\u00a0 \u00c4gyptischer Einfluss? Etwa in der Vorliebe f\u00fcr frontale Posen, im Mangel an individuellen Gesichtsz\u00fcgen und dem Fehlen klarer Anzeichen f\u00fcr das Alter des Abgebildeten. Sie fungieren als Beh\u00e4ltnis f\u00fcr \u00fcbernat\u00fcrliche Kr\u00e4fte, sind der konkrete Sitz f\u00fcr das geistige Wesen des dargestellten Menschen 110<\/p>\n<p>112f. Ashanti-Puppen werden auf Terrakotta-K\u00f6pfe aus dem 16. u.17. Jh. bezogen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>4. Kapitel \u00a0\u00a0 115ff.\u00a0 :\u00a0\u00a0 afrikanische Architektur (mit Betonung auf die Lehmarchitektur!!)<\/strong><\/p>\n<p>116\u00a0 Wohnskulpturen etwa der Ham (bei Nok) und anderswo Getreidespeicher als separate Bauten gew\u00fcrdigt<\/p>\n<p>120 Schmuck der Nupe<\/p>\n<p>120 Dogon Hausnischen mit Masken (Walu \u2013 Abb111, S.125) verglichen<\/p>\n<p>ab 120 Moscheebauten mit integrierten Holzger\u00fcsten, 127 Afrikanisiserung, indem das Innere gar nicht mehr gottesdienstlich genutzt wird (Abb.114)<\/p>\n<p>ab 127 Yoruba mit impluvium\u00a0\u00a0 134 Zimbabwes dekorative Steinmauern nach dem 3.Jh.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>5. Kapitel\u00a0 139ff.\u00a0 : \u00a0 Betrachtung afrikanischer Skulptur<\/strong>en<\/h4>\n<p>142,Abb.131 Afo Mutter und Kind: Baby mit ausgebildeten Br\u00fcsten<\/p>\n<p>143 Colon \u2013 etwa keine Karikaturen?<\/p>\n<p>143 Trotz Frontalausrichtung M\u00fche um Profil: Oyo-Ibedji Br\u00fcste-Ges\u00e4\u00df Abb.133<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><u>diverse Analyse-Kriterien:<\/u><\/p>\n<p>-Vertikale, horizontale oder diagonale Akzente<\/p>\n<p>&#8211; relativer Realismus oder Abstraktion<\/p>\n<p>&#8211; runde, eckige oder kubische Elemente<\/p>\n<p>&#8211; Spannung, Rhythmus und Bewegung<\/p>\n<p>144 Westliche K\u00fcnstler des 20.Jh. hielten das alles f\u00fcr freie sch\u00f6pferische Interpretationen der Natur, sahen das als Vorbild. Nichts spricht dagegen, afrikanische Skulpturen mit westlichen Augen zu betrachten, z.B. Fred Uhlman (Zitat), aber 146 das f\u00fchrt nicht zur Begegnung mit dem afrikanischen K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>145 Reiterfiguren der Senufo \u2013 mit Weissagung verbunden<\/p>\n<p>147 Baule-Figuren mit als erste von Europ\u00e4ern gesammelt<\/p>\n<p>148 Abb.137 links: von den Chamba benutzt, von den Mumuye geschaffen \u2013 stilistisch bemerkenswert, wie die Arme oder sogar der Unterleib Freir\u00e4ume schaffen<\/p>\n<p>152 <em>heikelster Bereich Beurteilung der Stimmung oder des Ausdrucks einer Skulptur.<\/em><\/p>\n<p><em>Westliche Autoren neigen stark dazu, einen Ausdruck von Angst und Schrecken zu sehen <\/em>wo vielleicht <em>Belustigung <\/em>erzeugt werde.<\/p>\n<p><em>Wer sich nur mit Meisterwerken besch\u00e4ftigt, kann keine angemessene Kunstgeschichte schreiben &#8230; schon die ganze Bandbreite der k\u00fcnstlerischen Produktion untersuchen &#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>herausragende Individuen &#8230; waren in der Lage, kreative Probleme effizienter zu l\u00f6sen als ihre Zeitgenossen<\/em><\/p>\n<p>Diese Probleme zu erkennen versuchen! Vergleichsst\u00fccke nicht nur ikonografisch betrachten!<\/p>\n<p>153 Es sind <em>immer zwei Kr\u00e4fte am Werk: die Umsetzung eines etablierten Kunststils, der f\u00fcr den entsprechenden Gegenstand als angemessen galt, und die individuelle Vision des Holzbildhauers. <\/em>Vgl. 194 Der beherrsche u.U. ganz kontrastierende Stile, Beispiel Dogon Abb. 111, 187, 190 (dort in einer Figur).<\/p>\n<p>153\u00a0 Bayaka-Nasen, sind sie auch f\u00fcr die Yaka komisch?<\/p>\n<p>Zu Abb. 145: T\u00e4nzer (Beschnittene) und Schnitzer erhalten Preise f\u00fcr ihre Originalit\u00e4t<\/p>\n<p>156 <em>h\u00f6chste Qualit\u00e4t aus den h\u00e4rtesten H\u00f6lzern, <\/em>sehr hartes Holz muss frisch bearbeitet werden<\/p>\n<p>Achtung: Generalisierungen aufgrund einer Vertrautheit mit einer bestimmten Ethnie liegen nah.<\/p>\n<p>157 betont gro\u00dfe Bandbreite afrikanischer Kunst<\/p>\n<p>160 magische Substanzen bei den Teke enthalten <em>Dinge wie Haare vom Kopf eines verehrten \u00c4ltesten oder Kreide, das Symbol der Knochen der Ahnen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong><em>6 . Kapitel\u00a0 : \u00a0\u00a0 Das Verstehen afrikanischer Skulpturen<\/em><\/strong><\/h4>\n<p>161\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Detaillierte Feldstudien <\/em>k\u00f6nnen Verallgemeinerungen widerlegen. Die Feststellung, dass <em>die Farbe oft ohne Beachtung der skulpturalen Form aufgetragen wurde, <\/em>kann bei den Kalabari im Nigerdelta etwa damit zusammenh\u00e4ngen, dass durch die Bemalung <em>der Geist \u00fcberhaupt erst in die Maske gebracht wird. <\/em><\/p>\n<p>Proportionen des K\u00f6rpers<\/p>\n<p>Einteilung des Blockes in getrennte Teile steht am Anfang (Hinweis auf Hottot, 1956, S.274 Lit.)<\/p>\n<p>162 Fang <em>bieri<\/em> : <em>Die K\u00f6rperproportionen eines Kindes, vereint mit Zeichen k\u00f6rperlicher Reife, symbolisieren die Kontinuit\u00e4t des Lebenszyklus, denn das Neugeborene kommt von den Ahnen. <\/em>Zudem darin, <em>dass der Ahnenkult vorrangig mit Fruchtbarkeit und Vermehrung zu tun hat. Abb.154 Babykopf der Nok mit Schnurrbart und Bart<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Funktion der Kunst: <\/em><\/p>\n<p>164 auch einfach nur sch\u00f6ne Gegenst\u00e4nde bei den Fon, <em>als Schmuck- und Prestigeobjekte im Hause aufgestellt <\/em>\u00a0Abb.157 : <em>oder zum Verschenken. Bronze gilt als wertvolles Material. <\/em>Neuerdings Orientierung am Tourismus.<\/p>\n<p>166-68 Bawoyo-Topfdeckel <em>passend zum konkreten Problem <\/em>der Ehefrau mit dem Gatten, auch vor G\u00e4sten zwecks Vermittlung nicht verheimlicht.<\/p>\n<p>168 Yoruba beschnitzte Schale mit Deckel, um G\u00e4sten Kolan\u00fcsse anzubieten (<u>mein<\/u> Topf mit Welthuhn auch, statt Wahrsager??)<\/p>\n<p><em>Konflikt zwischen den beiden M\u00e4chten, die dann im Hause (Skulptur) sind, zu vermeiden<\/em><\/p>\n<p>169 Bembe-Figur \u201aMedizin\u2019 im Rumpf verborgen zwischen den Beinen<\/p>\n<p>Teke- Figuren <em>vom Priester entweiht durch Entfernung <\/em>der Ladung, <em>versieht sie sp\u00e4ter f\u00fcr einen anderen Klienten mit frischer Medizin<\/em><\/p>\n<p>170\/172 <em>Zwillingsfiguren der Yoruba tragen Kleider oder Verh\u00fcllungen, sodass sie teilweise bedeckt sind<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>171 Abb.162 Ogboni-Figur<\/em> ( vgl. Pendants) <em>Eintracht zwischen dem Geist der Erde (w) und des Himmels (m) sichern<\/em><\/p>\n<p>170,172 Teke-Fetisch entkleidet, Bericht Hottot , den Frevlern <em>zu <\/em>deren<em> Gl\u00fcck selbst gro\u00dfe spirituelle Kr\u00e4fte zugeschrieben<\/em><\/p>\n<p>172 Frauen, <em>die mit gro\u00dfem Vergn\u00fcgen das Museum in Jos besuchen, wo die (ihnen verbotenen) Masken ausgestellt sind<\/em><\/p>\n<p>173 Murray zur Wirkung: <em>dass Masken bei einem Tanz in Bewegung gesehen werden sollten <\/em>auch Achebe in <em>Arrow of God <\/em> oder die Erfahrung von Starkweather<\/p>\n<p>174 <em>Eindruck der Bedeutungsschwere in Museen kann in die Irre f\u00fchren<\/em><\/p>\n<p>176 Wertsch\u00e4tzung: <em>die Kalabari betrachten ihre Skulpturen eher mit Apathie; <\/em>die <em>H\u00e4sslichkeit eines Mannes<\/em> wird mit einer missratenen Skulptur verglichen, 180 besitzen keine Masken, <em>die Sch\u00f6nheit darstellen<\/em><\/p>\n<p>180-188 verwirrende Verh\u00e4ltnisse bei den Dan-Masken<\/p>\n<p>186f. Azande:<em> Jedes plastische Medium kann seinen eigenen Stil haben<\/em> (Holz \u2013 Ton)<\/p>\n<p>STIL \u2013 was von den Abb.in B\u00fcchern ist eigentlich <em>repr\u00e4sentativ<\/em>?<\/p>\n<p>190 Abb.184 <em>Bauchnabel bildet das physische Bindeglied zu den Ahnen<\/em><\/p>\n<p>Argumentiert gegen William Fagg: <em>jeder Stamm sei aus k\u00fcnstlerischer Sicht eine Welt f\u00fcr sich, er benutzt die Kunst neben zahlreichen anderen Mitteln dazu, seine innere Solidarit\u00e4t und Autarkie zum Ausdruck zu bringen \u2013 <\/em>eben als eine falsche Generalisierung!<\/p>\n<p>Bakota : <em>unterschiedliche Stile in unterschiedlichen Kontexten<\/em> (<em>\u00dcbernahmen<\/em>)<\/p>\n<p>191 Bakuba haben <em>viele Masken von ihren Nachbarn \u00fcbernommen.<\/em><\/p>\n<p><em>192 Olbrecht verweist darauf, dass die Einzugsgebiete der Gesellschaften und Geheimb\u00fcnde im Kongobecken weit \u00fcber die Bereiche regionaler Stile hinausreichend, sodass der Stil der Masken meistens vom Stil der Statuen erhebl\u00edch abweicht.<\/em><\/p>\n<p>193 das Gegenteil ist mit den Poro-Gesellschaften in Westafrika der Fall: sie zeigen gro\u00dfe Vielfalt<\/p>\n<p>194, 197, 200 \u2013 Abb.194, 203 \u2013 Abb. 199: Verwendung au\u00dferhalb des urspr\u00fcnglichen Kultes kommt auch vor. Masken von Ibibio-Schnitzern in Ikot-Ekpene werden 250km entfern auf der anderen Seite des Niger verwendet (1959) Abb.191: die kenne ich, eine \u00e4hnliche habe ich (Ofenbronze).<\/p>\n<p>200 Ein Horn ist nicht immer ein Fruchtbarkeitssymbol, sondern auch <em>Belegst\u00fcck des wertvollsten Opfers, <\/em>eines Horntiers oder <em>nat\u00fcrlicher Beh\u00e4lter zur Aufnahme magischer Substanzen. <\/em>205 die Haartracht ber\u00fchmter Krieger werden auf Sklupturen nachgeahmt, als Stirnz\u00f6pfe\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 206M\u00e4nnlichkeitssymbolik der Perfektion wilder Tiere vgl. auch Rei\u00dfz\u00e4hne und Krallen von Raubv\u00f6geln, aber \u201aH\u00f6rner\u2019 k\u00f6nnen auch aufwendige Frisuren darstellen! Abb.203 Bakuba<\/p>\n<p>201 Beispiel der Beeinflussung von Ibibio durch Ibo<\/p>\n<p>206, 208\u00a0 parteiisches Urteil eines Igbira-Schnitzers \u00fcber eine sch\u00f6ne Basange-Maske. Erkl\u00e4rung: <em>In einer Gesellschaft mit recht eklektischem Maskengeschmack bleibt dem einzelnen Holzschnitzer nicht anderes \u00fcbrig, als sich gegen Neuerungen zu wehren.<\/em><\/p>\n<p><em>208\u00a0\u00a0 Gibt es absolute Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr Schlnheit, die transkulturell wirksam sind?<\/em><\/p>\n<p><em>210\u00a0\u00a0 Erfahrung in der eigenen Gesellschaft: K\u00fcnstler und Kunstkritier kultivieren ihr Bewusstsein k\u00fcnstlerischer Werte auf eine Weise, die gro\u00dfen Teilen der Gesellschaft nichts bedeutet.<\/em><\/p>\n<p>211\u00a0 Himmelhebers Untersuchungen bei Atutu und Guro: Honorar abh\u00e4ngig von Sch\u00f6nheit, Auftraggeber kann zur\u00fcckweisen, Portr\u00e4t\u00e4hnlichkeit positiv. Gef\u00fchle zeigten sich am Mund, <em>dem lebhaftesten Teil eines afrikanischen Gesichts<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Experiment mit der wiederholten Auswahl, aber nur vage Antworten auf Fragen<\/p>\n<p>Experimente Vandenhoutes bei den Dan<\/p>\n<p>218\u00a0\u00a0 herzf\u00f6rmige Darstellungen des Kopfes Abb.214,215<\/p>\n<p>220\u00a0\u00a0 \u00e4sthetische Einstellungen h\u00e4ngen auch davon ab, ob man unter den betr. Masken zu leiden hat<\/p>\n<p>Fang weigern sich, Figuren auf Reliquaren zu beurteilen, K\u00fcnstler auch nicht gegenseitig<\/p>\n<p>Fang bringen \u201aVitalit\u00e4t\u2019 ausgerechnet mit der Frontalpose in Verbindung, die uns <em>gehemmt oder unterdr\u00fcckt <\/em>erscheint. K\u00fcnstler schon w\u00e4hrend der Arbeit gro\u00dfem Druck ausgesetzt<\/p>\n<p>221f. Tiv nicht an den K\u00fcnstlern interessiert, die wiederum auch cool, z.B.: <em>Wenn dies hier nicht gut gelinge, dann verkauf ich\u2019s eben an die Ibo &#8230; im Tivland fast jeder ein Kritiker, es gibt keine Geschmacksspezialisten, kaum Spezialisten in der Kunstproduktion <\/em>wie bei den Fanti und<em> vielen Ibo-Gruppen<\/em>, im Gegensatz zu den Yoruba.<\/p>\n<p>223 <em>Es spricht einiges daf\u00fcr, dass professionelle Kunst stilistischen Einfl\u00fcssen von au\u00dfen gegen\u00fcber resistenter ist als die Kunst in Gesellschaften ohne professionelle k\u00fcnstlerische Tradition.<\/em><\/p>\n<p>226ff. Individuelle K\u00fcnstler &#8211; <em> in der Literatur inzwischen hunderte \u00fcberliefert <\/em><\/p>\n<p>227-228 Abb. 224-5 individuell unterschiedliche Arbeitsschritte\u00a0 in Yoruba Werkst\u00e4tten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>7. Kapitel\u00a0 <\/strong><strong>S.239ff\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>: \u00a0 Zeitgen\u00f6ssische afrikanische Kunst<br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<p>244ff. christliche Einfl\u00fcsse<\/p>\n<p>252 Immer etwas Neues produzieren zu m\u00fcssen, ist ein Nachteil<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Ende der Lekt\u00fcre bleibt keine griffige Formel zur\u00fcck, aber daf\u00fcr lehrreiche Korrekturbewegungen und viele Einzelhinweise aus Literatur oder eigenen Erfahrung, und der Eindruck eines sehr weiten Horizonts. Das Buch war ja auch ein fast unm\u00f6gliches Projekt, es sei denn als praktische Anleitung, \u00dcberblick, Geschichte, Betrachtung, Verstehen. Willett schreibt einen gelassenen entspannten Stil, ereifert sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[216],"tags":[],"class_list":["post-9176","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-afrikanische-aesthetik"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9176"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13463,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9176\/revisions\/13463"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}