{"id":9094,"date":"2018-06-17T23:41:25","date_gmt":"2018-06-17T21:41:25","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9094"},"modified":"2020-05-22T21:25:54","modified_gmt":"2020-05-22T19:25:54","slug":"mbangu-masken-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9094","title":{"rendered":"Eigenwillige &#8218;Mbangu&#8216; Maske der Pende"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Maske<\/span><\/h4>\n<div id=\"attachment_9116\" style=\"width: 385px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8564-Mbangu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9116\" class=\"wp-image-9116\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8564-Mbangu-270x360.jpg\" alt=\"H 26 , vorn sichtbar nur 23 cm Breite bis 17.5 Tiefe bis 10 cm\" width=\"375\" height=\"501\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8564-Mbangu-270x360.jpg 270w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8564-Mbangu-674x900.jpg 674w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8564-Mbangu-624x833.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8564-Mbangu.jpg 824w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9116\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>(8564)\u00a0<\/strong> 26\u00a0 cm hoch, vorn sichtbar, 23 cm Breite 17.5 , Tiefe bis 10 cm<\/span><\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ein dickes Brett, nach H\u00e4ndler W. \u201adas richtige Holz\u2019, gro\u00dfz\u00fcgig gehauen, innen grob, aber funktional gegl\u00e4ttet, so funktional wie die breite Rinne zwischen den Augen\u00f6ffnungen. Auch Fl\u00e4che und Lage des Mundes passen zur Trageposition. Mein Gesicht passt perfekt in die H\u00f6hlung. Die Sicht leicht nach unten ist ausreichend gut. Die hinteren Kanten sind leicht gerundet und zeigen etwas Glanz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auch vorn zeigt die Maske keinen \u00fcberfl\u00fcssigen Schnitt, keine unn\u00f6tige Gl\u00e4ttung, die unter der Kappe verdeckte Fl\u00e4che zum Beispiel nur mit dem Beitel beschlagen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auf der schwarzen rechten Seite geben leichte Messerspuren den Fl\u00e4chen zus\u00e4tzlich Dynamik. Technisch wirkt die Maske wie ein radikaler ungeduldiger T\u00e4nzer.<!--more--><\/span><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Der Kontext der Mbangu-Maske<br \/>\n<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In seinem schmalen, aber reichhaltigen Ausstellungskatalog &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">To Cure and Protect<\/span>&#8220; (Berg en Dal,<a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/HerremanToCure.no_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-6749\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/HerremanToCure.no_-214x360.jpg\" alt=\"HerremanTo Cure and Protect no.11.no\" width=\"261\" height=\"440\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/HerremanToCure.no_-214x360.jpg 214w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/HerremanToCure.no_.jpg 483w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><\/a> 1999) stellt <span style=\"text-decoration: underline;\">Frank Herreman<\/span> drei <em>Mbangu<\/em> vor. Eine vergleichsweise zur\u00fcckhaltende Maske bilde ich hier ab und\u00a0 \u00fcbersetze den dazugeh\u00f6rigen Kommentar, der freilich einige Fragen offen l\u00e4sst:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Sie stellen einen hoch angesehenen J\u00e4ger dar, der mit Gesichtsl\u00e4hmung geschagen wurde. diese Maske demostriert, wie sogar das hochgeachtete und aufrechte Mitglied der Gemeinde unerwartet mit Krankheit geschlagen werden kann. In diesem Fall glauben die Pende, dass das Individuum ein Opfer von Verhexung durch einen eifers\u00fcchtigen Rivalen geworden ist. In der Auff\u00fchrung tanzt <em>Mbangu<\/em> mit einem ganzen Ensemble von Charakteren, vom Clown \u00fcber den Zauberer bis zur Hure. Diese Masken belehren das Publikum \u00fcber den Lohn guten Verhaltens und die Fu\u00dfangeln f\u00fcr moralisch Schwache. Schwarz und Wei\u00df spielen auf die Narben eines Menschen an , der wegen Epilepsie oder einem anderen krankhaften Zustand ins Feuer gefallen ist.&#8220; \u00a0\u00a0 (Herreman nach Strother)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Strother-Visions-Pende-18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6755 size-thumbnail alignright\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Strother-Visions-Pende-18-170x150.jpg\" alt=\"Strother 'Pende' (2008) Abb.18\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a>&#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">Masterpieces from Central Africa<\/span>&#8220; erl\u00e4utert in einer Objektbeschreibung den Auftritt: Die <em>Mbangu<\/em> tanzt zum Lied &#8222;<em>We look on (unable to help), the sorcerers have bewitched him<\/em>&#8222;. Die <em>Mbangu<\/em> tr\u00e4gt einen Rucksack, aus dem ein Pfeil hervorsteht, Zeichen der unsichtbaren Geschosse der Hexer, die das Opfer &#8218;aus heiterem Himmel&#8216; getroffen haben. Der T\u00e4nzer imitiert ausweichende und abwehrende Bewegungen, wenn er nicht sogar selbst zu Pfeil und Bogen greift. (p.159 zu no.46 (<span style=\"text-decoration: underline;\">Z.S.S.<\/span>))<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zo\u00e9 S.Strother gibt in &#8222;<u>Inventing Masks &#8211; Agency and History in the Art of the Central Pende&#8220;<\/u>(1998) eine weitere Erkl\u00e4rung, welche das groteske Gesicht der Maske und ihren Empfang mit Hohn und Spott durch das Publikum plausibler macht: Wenn es um einen asozialen Hexer geht, der die Kontrolle \u00fcber seine Zauberkraft verloren hat:<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>&#8222;<\/strong><em>Mbangu mocked the dangerous consequences of failure to control power to discourage the pursuit of antisocial sorcery<\/em> &#8220; (297)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ein so finsteres Thema geriet aber in Konflikt mit dem Trend zu einer Maskerade, die Gemeinschaftlichkeit und Freude hervorheben wollte<em>: a masquerade tradition stressing communality and joy <\/em>(297). Eine zwiesp\u00e4ltige Figur also. Und manchmal blieb den Leuten sicher das Lachen im Halse stecken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit wachsenden sozialen Spannungen aber nahm der Schadenszauber zu. Die kapitalistische \u00d6konomie seit der Kolonialzeit st\u00f6rte\u00a0 die traditionellen Regeln von Geben und Nehmen\u00a0<\/span> <span style=\"color: #000000;\">zwischen Verwandten <\/span><span style=\"color: #000000;\">empfindlich<\/span><span style=\"color: #000000;\">. Die Alten erpressten nun notfalls mit Hilfe von krimineller Hexerei (<em>criminal sorcery<\/em>) Geld und Arbeitsleistungen von j\u00fcngeren Familienmitgliedern. Junge Leute entwickelten das starke Gef\u00fchl, von ihnen ausgebeutet zu werden. Selbst in Kinshasa waren sie nicht sicher vor den Forderungen ihrer &#8218;Onkel&#8216;. (297\/98). F\u00fcr die Kritik daran wurden eigens neue Lieder und Masken erfunden, die von 1953 bis in die achtziger Jahre wechselnden Erfolg hatten (297-298). Am Ende, so schreibt Strother an anderer Stelle (siehe das Original-Zitat weiter unten), war &#8222;Mbangu eine recht seltene Maske, als\/seit (<em>since<\/em>) ich dort war. In der Bandundu Region waren so viele Leute unterern\u00e4hrt, dass man seit 1990 nicht mehr viel Maskent\u00e4nze veranstaltete<em>.&#8220;\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0Eine vitale Interpretation des Maskentyps<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8572-Mbangu-schra\u0308g.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9117\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8572-Mbangu-schra\u0308g-270x360.jpg\" alt=\"IMG_8572 Mbangu schra\u0308g\" width=\"337\" height=\"450\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8572-Mbangu-schra\u0308g-270x360.jpg 270w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8572-Mbangu-schra\u0308g-674x900.jpg 674w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8572-Mbangu-schra\u0308g-624x833.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_8572-Mbangu-schra\u0308g.jpg 824w\" sizes=\"auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><\/a>Der Typ ist auf die Rolle des mit einem Fluch geschlagenen, aber k\u00e4mpferischen Mann festgelegt. Das Publikum erwartet eine entstellte Fratze. Das l\u00e4dt auch den Schnitzer zum Chargieren ein, zum Zitat verschiedener Kennzeichen, Karikatur statt Realismus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Hier hingegen begegnet uns ein bemerkenswert individuelles Gesicht. Keine Standardnase, sondern ein relativ weit unten gebrochenes Nasenbein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Mann hat einen Faustschlag abbekommen, vielleicht liegt die Ursache der herabgezogenen Nasenspitze auch woanders. H\u00e4ufig sieht man M\u00fcnder, die so grotesk schief eingesetzt sind, wie es eine einseitige Gesichtsl\u00e4hmung nicht bewirken kann. Und die stehen dann als un\u00fcbersehbares Zeichen in der unteren Gesichtsh\u00e4lfte.\u00a0 Die klinische Form der Entstellung ist f\u00fcr aber den Maskentyp nicht wirklich festgelegt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Hier sind die Lippen extrem breit und vortretend geschnitzt, \u00fcbrigens in Harmonie mit den Stegen der typischen Augenbrauen und der ebenso dicken Umrandung der Augen. Der Mund\u00a0 erinnert an operierte Oberlippen (Gaumenspalte).\u00a0 Der Mund ist zum Trichter geworden, schreit regelrecht und zieht ebenso viel Aufmerksamkeit auf sich wie es die ausdrucksvollen Augen tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Gesichtsmaske verk\u00f6rpert bereits die Erz\u00e4hlung des Tanzes. Weitere Kennzeichen sind unn\u00f6tig; es braucht keine keine konventionellen Zutaten wie Pockennarben,\u00a0 markante Stirnw\u00f6lbung oder schief eingesetzte Augen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die auff\u00e4llig klein geratenen Ohrmuscheln machen konstruktiv Sinn: Wir sehen das Gesicht wie es durch eine Weitwinkellinse erscheinen w\u00fcrden: das Nahe zu gro\u00df, das Fernliegende zu klein. Wir kennen das als unangenehmen Nebeneffekt der effektiven Digitalkameras.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Einsch\u00e4tzungen<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich komme noch einmal auf die Grobheit der technischen Machart zur\u00fcck. Bei Zo\u00e9 Strother (vor allem in &#8222;<strong><em>Inventing Masks<\/em><\/strong>&#8222;, University of Chicago Press 1998 &#8211; <strong><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7997\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>)<\/strong> habe ich gelernt, dass T\u00e4nzer als Auftraggeber und Handwerker zusammenwirken m\u00fcssen. Und dass prominente Schnitzer Preise verlangen, welche die M\u00f6glichkeiten noch nicht arrivierter T\u00e4nzer \u00fcberschreiten. Wer hat sich in diesem Fall zusammengetan? Oder noch radikaler: Hat der junge Mann das Ding selbst geschnitzt? Oder ein Freund, der das Handwerk sich allein durch Kiebitzen angeeignet hat? Oder musste es schnell gehen? Zo\u00e9 erz\u00e4hlt die Geschichte eines begabten Neulings, der aus seinem Frust ein Lied gemacht hat, es seinen Freunden heimlich vorgef\u00fchrt hat und bei ihnen einen Tanz entwickelt hat, und bei seinem ersten Auftritt seine Gesichtsmaske mit einfachsten Mitteln improvisiert hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Und dann schaue ich wieder auf die am Boden liegende Maske und sage mir: das war kein Anf\u00e4nger! Und wie die immer wieder \u00fcbermalten Kaolinschichten zeigen, hat sie sich \u00fcber Jahre bew\u00e4hrt. Die Raffia-Umgebung h\u00e4tte erneuert werden m\u00fcssen. Das Holz ist intakt, der Geruch aber fast ganz verschwunden.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Was sagt Zo\u00e9 Strother zur Maske?<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">&#8222;<em>The carver of 8564 is having fun. That isn&#8217;t to say that people wouldn&#8217;t laugh to see it and enjoy a mocking performance of Mbangu. However, the market is flooded with Mbangu types because we foreigners like it so much. Mbangu has been a pretty rare mask since I was there. There&#8217;s been so much malnutrition in the Bandundu that people haven&#8217;t been dancing masks much since 1990.<\/em> &#8220; (eMail am 29. Mai 2018)<\/span><\/p>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Meine \u00dcbersetzung:<\/span><\/h5>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Der Schnitzer\u00a0 von\u00a0 (Bild) 8564 hat Spass. Das hei\u00dft nicht, dass auch die Leute nicht lachen, wenn sie die Maske sehen und dass sie nicht eine Performance voll Hohn und Spott genie\u00dfen. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Jedoch ist der Markt mit Mbangu \u00fcberflutet, weil wir Ausl\u00e4nder den Typ so m\u00f6gen. Mbangu war eine ziemlich seltene Maske, als\/seit ich dort war. In der Bandundu Region sind so viele Leute unterern\u00e4hrt gewesen, dass man seit 1990 nicht mehr viel Maskent\u00e4nze veranstaltete .<\/em><\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><\/h4>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Was wir so lieben&#8230;.<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Vor einem Jahr am 6.5.17\u00a0 :\u00a0\u00a0 Ein Kuriosum auf dem Flohmarkt, das Kreativit\u00e4t zeigte<br \/>\n<\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Pende-Krankenmaske-Flohmarkt-6.5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7544\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Pende-Krankenmaske-Flohmarkt-6.5-161x360.jpg\" alt=\"Pende Krankenmaske Flohmarkt 6.5\" width=\"161\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Pende-Krankenmaske-Flohmarkt-6.5-161x360.jpg 161w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Pende-Krankenmaske-Flohmarkt-6.5-401x900.jpg 401w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Pende-Krankenmaske-Flohmarkt-6.5.jpg 446w\" sizes=\"auto, (max-width: 161px) 100vw, 161px\" \/><\/a>Der H\u00e4ndler hat sie nicht von seinen Lieferanten, sondern aus einem Eintausch, aus einer Sammlung. Er ist unsicher, denkt an &#8218;Kamerun&#8216;. Ich lasse mich sofort anstecken, dabei ist der Gesichtstyp eindeutig &#8218;Pende&#8216;\u00a0 trotz gro\u00dfen Puppenaugen und kleiner Aufsatzfigur, deren schiefer Mund den der Mutter wiederholt.\u00a0 Der Anstrich zeigt mehrere Schichten, die Kanten sind elegant gezogen, der Schmuck liebevoll appliziert. Das Interessanteste f\u00e4llt mir zuletzt auf: Das ber\u00fchmte Modell ( z.B. <em>Strother &#8218;Pende&#8216; (2008) Abb.18 &#8211; <\/em><strong><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=6743\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a><\/strong><em>)<\/em> hat zweifellos Modell gestanden. Egal, wo es nun entstanden sein mag, ein interessantes St\u00fcck, das da f\u00fcr kurze Zeit auf dem Tisch des &#8218;Kuriosa&#8216;-Standes\u00a0 gelegen hat! Nun ist es wohl in Kanada.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&lt;\u00a0\u00a0\u00a0<em> Auf dem Foto ist die st\u00f6rende Umgebung weggeschnitten<\/em><\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Kennen Sie den &#8222;Picasso-Krimi von Berlin&#8220; ?<\/span><\/h4>\n<p class=\"excerpt\">&#8222;<span style=\"color: #000000;\"><em>Ein wahrer Kunst-Krimi um eine Picasso-Maske! In dem Fall geht es um eine manipulierte Expertise, viel Bargeld und zwei Gyn\u00e4kologen.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span class=\"Swift_Heavy\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Die afrikanische Maske zeigt ein schmerzverzerrtes Gesicht. Von einer Krankheit deformiert und entstellt. In den 1970er-Jahren nahm sich der Jahrhundertk\u00fcnstler Pablo Picasso mehrerer solcher Objekte aus Afrika an und gestaltete sie um. H\u00e4ufig landeten sie als Geschenke bei seinen Freunden. Doch diese Maske landete bei der Polizei\u202f\u2026<\/em><\/span>&#8220;\u00a0 <strong>(Axel Lier, <\/strong><\/span><strong>B.Z. vom 10.Juli 2014 &#8211; <a href=\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/berlin\/der-picasso-krimi-von-berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>)<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_9129\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Bildschirmfoto-2018-06-18-B.Z.-Mbangu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9129\" class=\"size-thumbnail wp-image-9129\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Bildschirmfoto-2018-06-18-B.Z.-Mbangu-170x150.jpg\" alt=\"Corpus delicti - B.Z.10.7.2014\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9129\" class=\"wp-caption-text\">B.Z.10.7.2014<\/p><\/div>\n<p>Der alte Picasso sollte sie laut Verk\u00e4ufer neu (?) bemalt haben. Die angefragte Tochter Maja beschied ihn: &#8222;Ist nicht von meinem Vater bemalt worden&#8220;. Das &#8222;nicht&#8220; verschwand mit Hilfe von PC und Copyshop.<\/p>\n<p>Warum sollte nicht wenigstens das Objekt vom Frankfurter Flohmarkt in den 1970er Jahren von Picasso versch\u00f6nert worden sein? Hoffentlich lesen die gl\u00fccklichen Kanadier zuf\u00e4llig meinen Beitrag.<\/p>\n<p>Noch eine Frage: wieviel Geld muss man als Gyn\u00e4kologe in der Provinz verdienen, dass man einfach so vierzigtausend Euro verzocken kann?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"gb_Ad gb_0c gb_g\"><\/div>\n<div class=\"gb_Ad gb_0c gb_g\"><strong>Werfen wir einen Blick auf die glorreichen Zeiten &#8218;authentischer&#8216; Provenienz:<\/strong><\/div>\n<div class=\"gb_Ad gb_0c gb_g\"><\/div>\n<p>Strother betont die Tatsache, &#8222;dass der Pende-Bildhauer des 20. Jahrhunderts immer vollst\u00e4ndig in den Weltmarkt integriert war. Seine Produktion geh\u00f6rte zu einer gemischten \u00d6konomie mit Werken, die sowohl f\u00fcr Pende-Kenner als auch f\u00fcr anonyme ausl\u00e4ndische H\u00e4ndler bestimmt waren.&#8220; &#8222;<em>Gabama a Gingungu and the Secret History of\u00a0 Twentieth-Century Art<\/em>&#8222;, <em>African Arts. Spring 1999<\/em>, S. 19-31: S.29)<\/p>\n<p>Ihr ist aufgefallen, dass die legend\u00e4ren Ethnographen Leo Frobenius (1904) und Emil Torday (1909)\u00a0 Objekte der Pende erwarben, bevor sie \u00fcberhaupt derenTerritorium betraten. Torday kaufte am Sitz der <em>Compagnie du Kasai<\/em> in Dima\/Bandundu, mindestens 575 Kilometer flussabw\u00e4rts am Ufer des Kasai-Flusses. &#8222;Pende-Masken kursierten als Handelsware mit standardisierten Preisen.&#8220; (30)<\/p>\n<p>Die Auftr\u00e4ge der Europ\u00e4er f\u00fcr Masken erm\u00f6glichten es angesehenen Bildhauern, sich zu &#8218;professionalisieren&#8216;, allein damit einen bescheidenen Lebensunterhalt zu verdienen. Wie allgemein bekannt, hatten die Belgier eine Geldwirtschaft eingef\u00fchrt und forderten ein, was sie &#8222;Steuern&#8220; nannten, was die Pende &#8222;Tribut&#8220; nannten. (28) &#8211; F\u00fcr weitere Details siehe den Aufsatz von Zo\u00e9 Strother. Zur Geschichte der Pende im 20.Jahrhundert f\u00fchrt dieser <strong><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7997\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a><\/strong>!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Maske Ein dickes Brett, nach H\u00e4ndler W. \u201adas richtige Holz\u2019, gro\u00dfz\u00fcgig gehauen, innen grob, aber funktional gegl\u00e4ttet, so funktional wie die breite Rinne zwischen den Augen\u00f6ffnungen. Auch Fl\u00e4che und Lage des Mundes passen zur Trageposition. Mein Gesicht passt perfekt in die H\u00f6hlung. Die Sicht leicht nach unten ist ausreichend gut. Die hinteren Kanten sind [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[195],"tags":[],"class_list":["post-9094","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kwango-kasai"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9094"}],"version-history":[{"count":21,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9094\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11643,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9094\/revisions\/11643"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}