{"id":8976,"date":"2018-05-25T16:12:32","date_gmt":"2018-05-25T14:12:32","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8976"},"modified":"2024-02-12T22:05:52","modified_gmt":"2024-02-12T21:05:52","slug":"start-up-nation-israel-von-israel-lernen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8976","title":{"rendered":"\u201eSTART UP-NATION ISRAEL\u201c &#8211; Von Israel lernen !?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #800000;\">Der Beitrag (Juni 2012) erscheint gemeinsam mit weiteren aus den vergangenen zwanzig Jahren, die gerade heute nicht verloren gehen sollen. 25.5.2018<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dan Senor, Saul Singer: <\/strong><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong><em>START-UP NATION ISRAEL \u2013 Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen k\u00f6nnen<\/em> (Bestsellerliste Wallstreet Journal 2009, dt. Hanser 2012)<\/strong><\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Autoren verfolgen klare Absichten: Kunden f\u00fcr den Technologie-Standort Israel zu gewinnen und sich bei den Lesern mit dem Versprechen interessant zu machen,<em> Innovation und wirtschaftlichen Erfolg \u00fcberall auf der Welt ankurbeln <\/em>zu helfen. (Klappentext)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Angesichts der vielen ineinander greifenden Sonderfaktoren Israels hege ich Zweifel an der \u00dcbertragbarkeit auf entsprechend komplexe Organisationen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Doch bildet liefert das Buch einen Schl\u00fcssel zu den ausgefeilten Strategien, mit denen Israel seit seiner Gr\u00fcndung die Pal\u00e4stinenser und seine Nachbarn unterworfen hat beziehungsweise in Schach h\u00e4lt. Beispiele in:\u201eSperrzonen \u2013 Israels Architektur der Besatzung&#8220;, 2007 (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8966\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link)<\/a> und &#8222;Die Araber in Israel&#8220;, 1965 (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8973\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dass der Staat ein Labor des Westens f\u00fcr den asymmetrischen Krieg geworden ist, verwundert nicht mehr. Hier werden <em>die technologischen und milit\u00e4rischen Erfordernisse, vor allem aber die Beziehungen zwischen beiden interdisziplin\u00e4r\u201c und praxisnah erforscht und weiterentwickelt<\/em>. (107-8)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der milit\u00e4rische Sektor dieser L\u00e4nder versucht von der Kooperation mit Israel zu profitieren oder doch von seinem Beispiel zu lernen. Nur der politische Bereich in den von Rechtsnormen geknebelten Demokratien ziert sich noch.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr jede sich bedroht f\u00fchlende Elite ist ein solches Labor von h\u00f6chstem Interesse, in welchem die Selbstbehauptung in einer Welt von Feinden so lebensnah und intensiv erprobt wird. Eliten sind die einzigen, die davon profitieren k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieses Labor ist gef\u00e4hrlich auch unter dem Aspekt der R\u00fcstungsspiralen. Und wenn der Dauerkonflikt entgleisen sollte, haben wir ohnehin die Katastrophe.<em> Eine Innovationskultur<\/em>? Ja, nur schade, dass sie auf Krieg beruht! <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dass <em>Israels Zukunft seit der Gr\u00fcndung des Staates in jedem Augenblick auf dem Spiel steht<\/em>\u201c (112), begr\u00fcndet nunmal seine Staatsr\u00e4son<em>. <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u00a0<\/em>Am Anfang steht heute eine <em>ma\u00dfgeschneiderte Rekrutierungskampagne <\/em>(114), die Jagd auf die hellsten K\u00f6pfe macht, sie beginnt systematisch in den Schulen bei den 17j\u00e4hrigen (104 ff.). Klar, dass man auch die Kinder der Orthodoxen endlich einbeziehen will! Dabei hat die Indoktrination hat bereits ihre Rolle gespielt ( Siehe die Dokumentarfilme \u201eIzkor \u2013 Sklaven der Erinnerung\u201c von Eyal Sivan 1990 und \u201eDefamation\u201c von Yoaf Shamir, 2009)! Der dreij\u00e4hrigen Wehrpflicht mit anschlie\u00dfender Reservistenzeit ist kaum zu entkommen, wenn man in Israel leben und Erfolg haben will.<em> Die akademische Laufbahn ist in gewisser Hinsicht weniger bedeutsam als die milit\u00e4rische<\/em> (105f.) \u2013 <em>jeder kennt jeden<\/em>, <em>niemand kann sich verstecken<\/em> (114). Dazu kommen die Netzwerke der Reservisten.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In Westeuropa wird die Wehrpflicht abgeschafft, nachdem sie ein halbes Jahrhundert meist als verlorene Lebenszeit betrachtet wurde, der die Intelligenz sich \u00fcberwiegend entzogen hat. Die Desintegration unserer Gesellschaften ist un\u00fcbersehbar.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und die sozialen Probleme in Israel? Wenn die Autoren \u00fcber <em>Israelis <\/em>als <em>Entrepreneure <\/em>(dt. Unternehmer) \u00e4u\u00dfern: <em>Sie machen sich keine Sorgen um den sozialen Preis, den man f\u00fcr einen Fehlschlag bezahlen muss und treiben ihre Projekte unabh\u00e4ngig von der wirtschaftlichen und politischen Situation voran, <\/em>(129\/39) hat das doch auch mit Auswirkungen auf Dritte, mit \u201aKollateralsch\u00e4den\u2019 zu tun. Nun, man kann sogar jede entstehende soziale Dynamik pragmatisch nutzen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Autoren stellen den hebr\u00e4ischen Ausdruck f\u00fcr Pionier, \u201aMacher\u2019 mit einem Zitat von L. Wieselthier vor: <em>Der \u201aBitzuist\u2019 ist der Erbauer, der Pflanzer, der Pilot, der Waffenschmuggler, der Siedler. Die Israelis beschreiben diesen Menschenschlag so: Er ist barsch, einfallsreich, ungeduldig, sarkastisch und effektiv, er muss nicht allzu lange \u00fcberlegen und braucht nicht allzu viel Schlaf. Bitzuismus<\/em> charakterisiere auch die Start-up-<em>Entrepreneure<\/em>. (153)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mir f\u00e4llt an der entsprechenden Stelle ein, dass das unbedingte Engagement \u2013 die Haltung des \u201eto go for it\u201c \u2013 auch in den USA sehr gesch\u00e4tzt wird. Punktgenau die erwartete Leistung zu bringen, ohne Wenn und Aber, zum Beispiel, wenn <em>die Offiziere auf den unteren Ebenen bei der Planung und Leitung der Operationen &#8230; weitgehend von der Kontrolle durch die Vorgesetzten befreit sind <\/em>(143), aber beim Einsatz sich allabendlich in schonungslosen <em>Gruppenbesprechungen<\/em>, bei denen <em>jeder drankommt, Kameraden, Untergebene und Vorgesetzte <\/em>pr\u00fcfen und rechtfertigen m\u00fcssen. (137)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Autoren legen die <em>Urspr\u00fcnge einer Innovationskultur<\/em> frei, einer nicht auf Israel beschr\u00e4nkten, aber dort zugespitzten <em>Innovationskultur<\/em>. Sie formulieren drastisch: <em>Die israelische Milit\u00e4rtradition beruht auf dem \u201aVerzicht auf Traditionen\u2019<\/em>.<em> Die Kommandeure und Soldaten sollen nicht an irgendwelchen Vorstellungen oder L\u00f6sungen festhalten, nur weil diese in der Vergangenheit funktioniert haben<\/em> (138). <em>Gr\u00fcndliche Selbstpr\u00fcfungen<\/em> (139) f\u00fchren zu einschneidenden Konsequenzen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vielleicht gerade deshalb haben sich Staat und Gesellschaft Israels heillos in ihrem Grundkonflikt verstrickt, und sie machen ihn buchst\u00e4blich jeden Tag \u201aunl\u00f6sbarer\u2019. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch die \u00fcbrige Welt versetzte sich in den letzten Jahren regelrecht in einen Rausch der <em>Innovationen<\/em>, dem kaum ein Entscheidungstr\u00e4ger sich zu entziehen wagt, <em>das Volk\u00a0<\/em>schon gar nicht. Man g\u00f6nnt sich ja sonst nichts. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Juni 2012 \u2013 Mai 2018<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #800000;\">Ich empfehle zu weiteren Aspekten die Rezension in der WASHINGTON POST vom 31.Januar 2010: (<a href=\"http:\/\/www.washingtonpost.com\/wp-dyn\/content\/article\/2010\/01\/29\/AR2010012902142.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>)<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">DEREN ADRESSE:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">http:\/\/www.washingtonpost.com\/wp-dyn\/content\/article\/2010\/01\/ 29\/AR2010012902142.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beitrag (Juni 2012) erscheint gemeinsam mit weiteren aus den vergangenen zwanzig Jahren, die gerade heute nicht verloren gehen sollen. 25.5.2018 Dan Senor, Saul Singer: START-UP NATION ISRAEL \u2013 Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen k\u00f6nnen (Bestsellerliste Wallstreet Journal 2009, dt. 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