{"id":8780,"date":"2018-02-27T12:24:22","date_gmt":"2018-02-27T11:24:22","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8780"},"modified":"2022-12-23T23:29:34","modified_gmt":"2022-12-23T22:29:34","slug":"welt-der-bilder-treten-sie-ein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8780","title":{"rendered":"\u201eWELT DER BILDER\u201c &#8211; TRETEN SIE EIN, WIEGMANN !"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\">David Hockney, Martin Gayford im Gespr\u00e4ch bei Thames &amp; Hudson (dt. Sieveking, 2016, <a href=\"http:\/\/sieveking-verlag.de\/presse\/presseinformationen\/die-welt-der-bilder\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>)<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bildschirmfoto-2018-02-27-um-11.51.18.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8781\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bildschirmfoto-2018-02-27-um-11.51.18.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2018-02-27 um 11.51.18\" width=\"691\" height=\"506\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bildschirmfoto-2018-02-27-um-11.51.18.png 691w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bildschirmfoto-2018-02-27-um-11.51.18-360x264.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bildschirmfoto-2018-02-27-um-11.51.18-624x457.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 691px) 100vw, 691px\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein 1973 verstorbener Lehrer Fritz Wiegmann h\u00e4tte seine Freude an dem Buch gehabt, an der Abkehr von einem angeblichen \u201aFortschritt\u2019, soweit er \u00fcber technische Erfindungen hinaus geht, und an einer grenz\u00fcberschreitenden Betrachtungsweise, geankert vom Dialog zwischen Praktiker und Historiker, von Praxis und Reflexion. Dieser unideologische, ja anti-ideologische Dialog demonstriert die Gleichberechtigung aller Epochen, Regionen und Techniken. Und Technik ist ein wichtiger Aspekt, nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moderne K\u00fcnstler m\u00fcssen sich an fr\u00fcheren messen lassen. Die vollmundig erkl\u00e4rten \u201aRevolutionen\u2019 erscheinen relativ, das Programm \u201aautonomer Kunst\u2019 im 20. Jahrhundert aufgeblasen. Bedeutende K\u00fcnstler haben sich nicht darum geschert. Picasso wird so zitiert: <em>Dekadenz s<\/em><em>eit Altamira<\/em>\u00a0 (25). Eine breitere Kunst\u00f6ffentlichkeit konnte \u00fcber Ausstellungen und Publikationen die vielen r\u00fcckw\u00e4rtigen Verbindungen zu Traditionen erst in den letzten drei Jahrzehnten zur Kenntnis nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>In diesem Moment schaltet sich Fritz Wiegmann (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?cat=199\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>) von irgendwoher zu (O-Ton):<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #3366ff;\">Ich notierte bereits 1936 in Peking: (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=6927\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>):<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #3366ff;\"><strong><em>Statt der Hofdame war es nun die Arbeiterfrau?\u00a0 Die Gesetze der Form blieben in traditioneller Form erhalten. Revolutionen des Individuums und seine Befreiungen gibt es in der europ\u00e4ischen Kunst in periodischer Kontinuit\u00e4t und wird es voraussichtlich auch einige Jahrhunderte weiter geben<\/em> <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #3366ff;\">Das Buch ist eine wunderbare Galerie. Eine solche illustre Gesellschaft wie in diesem Buch versammelt, ist mir in Italien und Spanien begegnet. David Hockney hat das Wesen der Zeichnung erfasst und findet es in den chinesischen Tuschezeichnungen wieder. Besonders gef\u00e4llt mir der Vergleich von Mu-Hsi und Rembrandt (38-41).\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-41Rembrandt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8792\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-41Rembrandt-360x247.jpg\" alt=\"Hockney 41,Rembrandt\" width=\"288\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-41Rembrandt-360x247.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-41Rembrandt.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-41Rembrandt-624x428.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-38MuHsi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8791\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-38MuHsi-293x360.jpg\" alt=\"Hockney 38,MuHsi\" width=\"240\" height=\"295\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-38MuHsi-293x360.jpg 293w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-38MuHsi-624x766.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Hockney-38MuHsi.jpg 710w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #3366ff;\">Dagegen l\u00e4sst Hockney die Zeichnung von John Singer Sargent (<a style=\"color: #3366ff;\" href=\"https:\/\/www.wikiart.org\/en\/john-singer-sargent\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>) sagen:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #3366ff;\">\u201e<em>Ich bin eine virtuose Zeichnung! \u2013 Aber das ist auch schon alles, was man von ihm bekommt<\/em>.\u201c (40) Derartiges wird aber nicht illustriert, das soll man sich von Wikimedia holen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #3366ff;\">Wei\u00df irgendwer, dass meine sp\u00e4te Alpenbilder vergleichbar sind mit Hockneys oft kunstlosen, wenn nicht unansehnlichen Arbeiten? Ich war \u2013 wie David Hockney \u2013 ein denkender und vielleicht sogar st\u00e4rker als er ein emotionaler Maler. Malerei war Teil meiner Revolte, meines Aufbruchs gegen die Umgebung. Woher nahm ich sonst den Mut, mit Sechzehn nach Berlin zu gehen? Man verkennt mich, wenn man meine fr\u00fchen kubistischen Arbeiten pauschal als Abklatsch von Braque und Picasso abtut, statt sie als Studien zu begreifen. Leider sind kaum mehr als Reproduktionen erhalten und aus dem Abstand von fast einem Jahrhundert kann auch ich die jeweiligen Auseinandersetzungen nicht erinnern.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<span style=\"color: #3366ff;\">&#8230; <\/span><span style=\"color: #3366ff;\">sind kaum mehr als Reproduktionen erhalten<\/span>\u201c Wei\u00df er auch jetzt nicht mehr? Schrieb er nicht in einem Lebenslauf, sie seien beim Einmarsch der Russen in einem Safe der Dresdner Bank \u201everloren gegangen\u201c? Vielleicht lagert das eine oder andere irgendwo im weiten Russland? Taucht irgendwann wieder auf im Kontext \u201eBeutekunst\u201c?<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><\/h6>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ich lerne dazu <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich profitiere von Hockneys Zugang zur \u201aSchmiererei\u2019 von Malern, so zum Faktor der Zeitnot des Zeugen fl\u00fcchtiger Naturerscheinungen \u2013 Sonnenuntergang, <em>Eisbruch 1890<\/em> (Claude Monet, 80-83) oder generell der zeichnerischen \u00d6konomie \u2013 <em>Das Bett<\/em> (Munch, 37).\u00a0 <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/HockneyWelt-der-Bilder-37Munch-Bett.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8790\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/HockneyWelt-der-Bilder-37Munch-Bett-284x360.jpg\" alt=\"Hockney,Welt der Bilder 37,Munch-Bett\" width=\"221\" height=\"280\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/HockneyWelt-der-Bilder-37Munch-Bett-284x360.jpg 284w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/HockneyWelt-der-Bilder-37Munch-Bett.jpg 709w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/HockneyWelt-der-Bilder-37Munch-Bett-624x792.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201aProbleme\u2019, von denen er spricht, sind nicht meine, die eines Betrachters, sondern k\u00fcnstlerische, zeichnerische, malerische, praktische.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir d\u00e4mmert, dass ich mich bei \u201eMax Liebermann\u201c (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>) blamiert haben k\u00f6nnte mit herabsetzenden Urteilen (\u201aSchmieren\u2019). Jeder Einzelfall liegt anders. Ich bin nur berechtigt, zu sagen, dass mir eine Technik, ein Verfahren, eine \u00c4sthetik nicht zusagt oder nichts sagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fotografie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich profitiere auch von den Bemerkungen zur \u201aBedeutung\u2019 von Bildern in den einleitenden Gespr\u00e4chen. Das ist nahe bei Roland Barthes\u2019 \u201apunctum\u2019, ohne theoretische \u00dcberh\u00f6hung (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=1373\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>). So wie \u201aBilder\u2019 aus subjektivem Winkel aufgenommen sind, so werden sie auch von Menschen rezipiert. Gayfords Frage ist fruchtbar: \u201e<em>Wodurch werden Bilder bedeutsam<\/em>?\u201c (30)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7.4.17 \u2013 26.2.18<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David Hockney, Martin Gayford im Gespr\u00e4ch bei Thames &amp; Hudson (dt. 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