{"id":7997,"date":"2017-09-20T22:33:34","date_gmt":"2017-09-20T20:33:34","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7997"},"modified":"2023-02-13T20:37:47","modified_gmt":"2023-02-13T19:37:47","slug":"das-war-das-20-jahrhundert-zwischen-kwilu-und-kasai-die-pende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7997","title":{"rendered":"Das war das 20. Jahrhundert zwischen Kwilu und Kasai \u2013 Die PENDE"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #000000;\"><strong><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/strother-inventing_masks.Titel_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8066\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/strother-inventing_masks.Titel_-170x150.jpg\" alt=\"strother-inventing_masks.Titel\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #000000;\"><strong>Quelle<\/strong> : <strong>Z.S.Strother \u201cInventing Masks \u2013 Agency and History in the Art of the Central Pende<\/strong>\u201c, T<\/span><\/em><span style=\"color: #000000;\">he University of Chicago Press, 1998, cloth &amp; Paperback, xxvii und 348 pp., reich illustriert, Index, im Netz etwa ab 40\u20ac<\/span><\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 20.9.2017\u00a0\u00a0 Fortsetzung der Geschichte 22.11.2018\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (93%\u00a0 = 19 S.)<\/span><\/h5>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Einleitung<\/strong><\/span><\/h2>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Ausgangspunkt und Ziel der Studie von Zo\u00e9 Strother<\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Studie erforscht <em>Geschichte und Prozess der Erfindung, Innovation in den Maskeraden<\/em> und erz\u00e4hlt wie beil\u00e4ufig die Erfahrung der <em>Pende<\/em> mit der kolonialen Unterwerfung im 20. Jahrhundert.<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zo\u00e9 Strother erz\u00e4hlt, dass ihr Maskenprojekt \u201eInventing Masks\u201c eher zuf\u00e4llig entstand &#8211; nach einem bereits \u00fcber zweij\u00e4hrigen Aufenthalt am Kasai bei den \u201a\u00f6stlichen\u2019 <em>Pende<\/em> &#8211; als sie auf einem Tanz-Festival in der N\u00e4he von Kinshasa ihrer Begeisterung \u00fcber eine \u201eExplosion an Akrobatik und Synchronisation\u201c in der Performance von T\u00e4nzern der \u201azentralen\u2019 <em>Pende<\/em> Luft machte und \u00fcberrascht von einem Chef zu h\u00f6ren bekam: \u201eJa, sehr nett, aber kein Pende-Tanz.\u201c (xiii) Ein angesehener T\u00e4nzer kl\u00e4rte sie auf: \u201e<em>Nat\u00fcrlich war das kein Pende-Tanz. Wir haben ihn von den Kwese \u00fcbernommen nach dem Ende der Rebellion 1965. Den alten Tanz kann man au\u00dfer beim Tod eines Beschneiders, eine inzwischen seltene Gelegenheit, nicht mehr erleben<\/em>.\u201c (xiv)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nun wurde Zo\u00e9 nachdenklich: Warum sollte ein 1989 erlebter Tanz bereits 1960 dieselbe Form gehabt haben?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sie verstand auch nicht mehr, warum sie bisher <em>Gesichtsmaske, Kost\u00fcm, Tanz, Lied und den Namen des Ganzen<\/em> <em>sich als unaufl\u00f6sliches Paket vorgestellt<\/em> hatte statt als eine <em>Assemblage<\/em> oder Montage, in der vielleicht ein Teil sogar drastisch ver\u00e4ndert werden konnte, w\u00e4hrend anderes am Maskenauftritt beim alten blieb. (xiv)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es blieben ihr noch vier Monate f\u00fcr die Feldstudien, aber sie hatte bereits Erfahrung und wurde gastlich aufgenommen. Dass sie den <em>altert\u00fcmlichen <\/em>Dialekt aus dem Osten sprach, fand man nur etwas lustig. Man empfahl ihr ein aktives Holzschnitzerdorf , <em>Nyoka-Munene<\/em> (18) im Norden des \u201azentralen\u2019 Siedlungsgebiet, dort wo die weltber\u00fchmten <em>Katundu-<\/em>Tanzmasken entstanden sind.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Meine Vorgehensweise, Zitierweise und Perspektive<\/em><\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>In vielen Facetten kommt an der Geschichte der Maskeraden und Masken eine Geschichte kollektiver Traumatisierungen und Reaktionen zum Vorschein. Mengenm\u00e4\u00dfig nehmen bei Zo\u00e9 Strother die kollektiven Erfahrungen mit der Kolonialmacht relativ wenig Raum ein in der dreihundert Seiten starken Studie, aber ihre st\u00e4ndige Pr\u00e4senz ist von durchschlagender Wirkung. Wie beides am Detail verwoben ist und dass auf jeder Seite faszinierende Querverbindungen auftauchen, hat mich an der Lekt\u00fcre fasziniert. Viele Seitenverweise schm\u00fccken nun meine strapazierf\u00e4hige Paperbackausgabe, doch das befriedigte mich noch nicht, ich wollte den \u00dcberblick. Im Ergebnis habe ich einen lesbaren zusammenh\u00e4ngenden Text angestrebt. Die Zusammenfassung b\u00fcndelt nun Informationen, die sich in unterschiedlichen Kontexten finden, von der Einleitung bis in die letzten Anmerkungen. Den Schwerpunkt bildet dabei das Kapitel 8 \u00fcber Masken in der Kolonialzeit. <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Dieser Umstand wie auch die \u00dcbersetzung aus dem Englischen machen eine Kennzeichnung direkter \u201aZitate\u2019 illusorisch. Daf\u00fcr steht die entsprechende Seitenzahl am Ende jedes Absatzes und direkt nach kurzen erl\u00e4uternden Einf\u00fcgungen aus anderen Kapiteln, sodass jeder der will nachschlagen kann. <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>\u00a0Mit dieser Zusammenstellung hoffe ich dem Leser ein vereinfachtes lokales Modell zur Kolonialgeschichte des Kongo zu vermitteln, wie sie \u2013 f\u00fcr das Land der Yombe und Kongo \u2013 auf dem R\u00fccken der Studien von <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4251\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wyatt McGaffey<\/a><\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5307\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kejsa Friedman Ekholm<\/a><\/span> \u2013 bereits im <strong>Blog<\/strong> zu lesen sind.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Inzwischen hat sich neues Material zu Einzelaspekten angesammelt (Reiseberichte 1887, 1906, 1939; Palm\u00f6l-\u00d6konomie am Kwilu, die Rebellion 1931 &#8230; ). Das w\u00e4re <strong>in einem zweiten oder dritten Beitrag <\/strong>vorzustellen und zu diskutieren. Und, obwohl sich mein Beitrag vorzugsweise an interessierte Sammler afrikanischer Stammeskunst richtet, konnte ich auf den Weg von Masken nach Europa in der Kolonialzeit noch gar nicht eingehen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Den <strong>Beitrag<\/strong><\/em><em> zur Modernisierung der Pende-Masken habe ich inzwischen \u00fcberarbeitet, unter dem neuen Titel &#8222;<\/em><\/span>Bewertungen von Mbuya-Masken (Pende) \u2013 de Sousberghe oder Z.S.Strother&#8220; <span style=\"color: #000000;\">(<strong><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=6743\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>)<\/strong><em>.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Die Abbildungen in diesem Beitrag dienen der Veranschaulichung, sie sollen die Vorstellungskraft des Lesers zus\u00e4tzlich anregen, weil ohne innere Bilder historisches Wissen stumpf bleibt. Sie verlangen aber selber nach Diskussion und Problematisierung.<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_8002\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-KARTEp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8002\" class=\"size-large wp-image-8002\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-KARTEp-900x712.jpg\" alt=\"Strother-Inventing Masks p.7 (Gebiet der Revolte 1931: grau)\" width=\"625\" height=\"494\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-KARTEp-900x712.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-KARTEp-360x285.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-KARTEp-624x494.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-KARTEp.jpg 1099w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8002\" class=\"wp-caption-text\">Strother-Inventing Masks p.7 (Gebiet der Revolte 1931: <span style=\"color: #000000;\">schwarz<\/span>)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Aus der Geschichte der Pende <\/strong><\/span><\/h2>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Wer sind \u00fcberhaupt die Pende?<\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach ihrer m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung flohen sie vor dem Sklavenhandel in Angola rund vierhundert Kilometer in den heutigen Kongo, in kleinen Gruppen, Arch\u00e4ologen zufolge w\u00e4hrend des 17. Jahrhunderts. In der Savanne fanden sie eine Nische f\u00fcr den gewohnten Hirseanbau und lebten friedlich mit V\u00f6lkern, die ihrerseits mit der Erfahrung in der Waldwirtschaft aus dem Norden eingewandert waren. (5) Ende des 19. Jahrhunderts st\u00f6rten die <em>Chokwe<\/em> mit einem bewaffneten Vorsto\u00df das Gleichgewicht und trieben die <em>Pende<\/em> an die Grenzen der <em>Mbuun<\/em> und an das Ufer des <em>Kasai<\/em>. Erst die Kolonialverwaltung der Belgier beendete die Aggressionen der <em>Chokwe<\/em>. (6)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dann trieben die neuen Provinzgrenzen zwischen <em>Leopoldville-Bandundu<\/em> im Westen und <em>Kasai<\/em> einen Keil zwischen die <em>Pende<\/em>. (6) Sie erlebten die Kolonialzeit unterschiedlich. Der Druck auf die <em>Kasai Pende<\/em> im Osten war geringer, bei ihnen behielten die alten Eliten mehr Macht und Autorit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie erkennen sich die Pende nun aber untereinander, seit sie dem Kolonialstaat unterworfen waren, die traditionellen Familienverb\u00e4nde \u00fcber das ganze Territorium verstreut wurden und aufkommende \u201aexogame\u2019 (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Exogamie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>) Heiratspraktiken einen \u201aSinn f\u00fcr die kollektive Identit\u00e4t\u2019 erforderlich machten? (4)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn bei wichtigen Ritualen Fremde anderer ethnischer Gruppen bei Regelverst\u00f6\u00dfen erfolgreich Unkenntnis geltend machen k\u00f6nnen, so wird eine solche Entschuldigung von \u201ePende\u201c nicht akzeptiert, egal woher sie kommen. (4) Als Unterscheidungsmerkmale zu vor allem n\u00f6rdlichen Nachbarn betrachten sie: Sprache, Mutterrecht, Hirseanbau, Beschneidung und Altersgrade der M\u00e4nnerbruderschaft <em>mukanda<\/em>, sowie \u2013 fr\u00fcher wichtiger \u2013 die Verwendung der Objekte <em>mahamba <\/em>als spirituelle \u201aTransistoren\u2019, die den Kontakt zu den Ahnen erleichtern. (4\/5) Es besteht ein lebhafter Sinn f\u00fcr die Kultur der Einwanderer aus Angola. \u201e<em>Er stammt aus Angola<\/em>\u201c, ist die ultimative Begr\u00fcndung f\u00fcr einen Glauben oder Brauch. (5)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Ein Jahrhundert (1885 bis 1980) &#8211;\u00a0 als Abfolge von Generationen<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Um Individuen und Objekte zeitlich einzuordnen, verwendet <u>Zo\u00e9 Strother<\/u> ein Datierungssystem der <em>Pende<\/em>: die Altersgruppen der M\u00e4nner. Bis in die 1980er Jahre nahmen die Pende Knaben etwa alle zehn bis f\u00fcnfzehn Jahre in den M\u00e4nnerbund <em>mukanda<\/em> auf. Die Initianten waren dabei zwischen 8 und \u00fcber 20 Jahre alt. (9) Die D\u00f6rfer entschieden autonom \u00fcber den Zeitpunkt ihres Initiationslagers, doch nachdem die ersten D\u00f6rfer damit begannen, entstand auch in den \u00fcbrigen ein \u201aInitiationsfieber\u2019, das zwei, f\u00fcnf oder mehr Jahre dauerte. Nachz\u00fcgler gab es immer, man kann sich das vorstellen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Den entsprechenden \u201aGenerationen\u2019 (<em>indongo<\/em>) benannte man nach einer Besonderheit, einem Ereignis, das zu der damaligen Zeit von allgemeinem Interesse war.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Erste Generation MILENGA (\u201aUNREIFER MANIOK\u2019)\u00a0\u00a0 ca.1885-1890<\/strong><\/span><\/h3>\n<div id=\"attachment_8053\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Pende-Masks.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8053\" class=\"wp-image-8053\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Pende-Masks-360x294.jpg\" alt=\"Hilton-Simpson 1911, 1909 in Mulassa , r. Nganga Ngombo (diviner), eine der a\u0308ltesten Typen? Strother 1998: pp. 184, 296 u.a.\" width=\"350\" height=\"286\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Pende-Masks-360x294.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Pende-Masks-900x735.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Pende-Masks-624x510.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Pende-Masks.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8053\" class=\"wp-caption-text\">Hilton-Simpson 1911, 1909 in Mulassa , r. Nganga Ngombo (diviner), eine der a\u0308ltesten Typen? Strother 1998: pp. 184, 296 u.a.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die erste Generation in Strothers Liste hie\u00df <em>Milenga<\/em>, was (vereinfacht) unreifen Maniok bezeichnet. Zwischen 1885 und 1890 mussten viele <em>Pende<\/em> der Zentralregion vor dem Krieg mit den <em>Chokwe<\/em> nach Norden zu den <em>Mbuun<\/em> fl\u00fcchten und ihre Felder verlassen. Nach ihrer R\u00fcckkehr nahmen sie \u00fcberst\u00fcrzt die Initiation vor. Die Frauen hatten bereits neu angepflanzt, aber der Maniok war noch nicht reif. <u>De Sousberghe<\/u> berichtet, dass die Letzten dieser Generation in den f\u00fcnfziger Jahren starben und nennt den Holzbildhauer <em>Maluba<\/em>. (9)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Zweite Generation\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 MINGELU (\u201a\u00d6LGLANZ\u2019)\u00a0\u00a0 ca.1901-1903 <\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Vom Verb \u201ewiderspiegeln\u201c abgeleitet, das bei Wasser wie \u00d6l verwendet wird. Palm\u00f6l muss vor Gebrauch erhitzt werden, dabei wird es hell gl\u00e4nzend. Palm\u00f6l wurde in der lokalen Fabrik Bienge in gro\u00dfen Mengen erhitzt, viele dieser Generation wurden gewaltsam rekrutiert, um kleine <em>Barrels<\/em> und gr\u00f6\u00dfere <em>Drums<\/em> \u00fcber die Strecke von zweihundert Kilometer in die Hauptniederlassung der Firma in <em>Kikwi<\/em>t zu schleppen. (9)<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\">.<span style=\"color: #000000;\">Die <em>Mingelu<\/em> waren die letzte Generation, die in der vorkolonialen <em>Pende<\/em>-Gesellschaft die Vollj\u00e4hrigkeit erreichten. (252)<\/span><\/h4>\n<div id=\"attachment_8054\" style=\"width: 184px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/J.Inver-Capt.-Hanolet-ca.1900.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8054\" class=\"wp-image-8054\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/J.Inver-Capt.-Hanolet-ca.1900-169x360.jpg\" alt=\"Joseph Inver-Capt. Hanolet ca.1900, La M\u00e9moire du Congo colonial 2005\" width=\"174\" height=\"370\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/J.Inver-Capt.-Hanolet-ca.1900-169x360.jpg 169w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/J.Inver-Capt.-Hanolet-ca.1900-423x900.jpg 423w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/J.Inver-Capt.-Hanolet-ca.1900.jpg 470w\" sizes=\"auto, (max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8054\" class=\"wp-caption-text\">Joseph Inver : Capt. Hanolet ca.1900, La M\u00e9moire du Congo colonial 2005<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die <em>Compagnie des Magasins G\u00e9n\u00e9raux du Congo<\/em> hatte zwar ihren ersten Handelsposten im Pendeland nach1888 er\u00f6ffnet, aber die Handelspolitik von Leopolds \u201aKongofreistaat\u2019 wirkte sich vor 1903 kaum aus, als die 1901 gegr\u00fcndete halbstaatliche <em>Compagnie du Kasai<\/em> (CK) mit ihrem Monopol f\u00fcr den Kautschukexport das Pendeland erreichte. Schon 1902-03 waren die Kautschukb\u00e4ume entlang des <em>Loange<\/em> ersch\u00f6pft und man dehnte die Posten auf die gut bev\u00f6lkerte Savanne bei <em>Mukedi <\/em>aus. Der Staat verlangte eine Naturalsteuer in Kautschuk, deren Umfang weit mehr als die offiziell angesetzten 40 Arbeitsstunden im Monat erforderte. Ganze Familien wurden gezwungen, mehrfach im Monat weit weg von ihren D\u00f6rfern Kautschukb\u00e4ume zu erschlie\u00dfen. Besonders lastete die Arbeit auf den <em>Mingelu<\/em> zwischen 20 und 30. Schon 1906 war die Gegend von Handelsposten \u00fcbers\u00e4t, 1908-09 waren sie gut mit Gewehren ausgestattet. Da der Staat keine Aufsicht \u00fcber die Handelsagenten aus\u00fcbte, trieben sie die geforderten Mengen mit Gewalt ein, mit Auspeitschungen von Chiefs und Klanoberh\u00e4uptern, mit der Geiselnahme von Frauen und dem Raub in Vieh. Versuche der Bev\u00f6lkerung, junge M\u00e4nner, Frauen und Vieh im Wald zu verstecken, wurden mit Niederbrennen des Dorfes beantwortet. Als die CK 1909 (?) ihr Monopol verlor, verschlimmerte sich die Situation durch grimmigen Wettbewerb der Unternehmen um die knappen Ressourcen. (252-253)<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zwischen 1910 und 1916 begann der Staat selbst das Pendeland westlich des <em>Loange<\/em> zu kontrollieren. <\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Er schickte ab 1910 milit\u00e4risch eskortierte Kolonialbeamte zur Eintreibung einer Kopfsteuer f\u00fcr M\u00e4nner plus Aufpreis f\u00fcr polygame Haushalte. <u>Zo\u00e9 Strother<\/u> zitiert dazu <u>M.Lyons<\/u>: <em>Eroberung war von der Steuer nicht zu trennen, denn sie wurde ja <u>f\u00fcr<\/u> die Steuer unternommen<\/em>. (253)<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_8056\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Tra\u0308ger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8056\" class=\"wp-image-8056\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Tra\u0308ger-900x305.jpg\" alt=\"Hilton-Simpson 1911 Tra\u0308gerkolonne am Kwilu\" width=\"640\" height=\"217\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Tra\u0308ger-900x305.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Tra\u0308ger-360x122.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Tra\u0308ger-624x212.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Hilton-Simpson-1911-Tra\u0308ger.jpg 1099w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8056\" class=\"wp-caption-text\">Hilton-Simpson 1911\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8218;Unsere&#8216; Tra\u0308gerkolonne am Kwilu<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ethnographische Untersuchungen wurden unternommen, um regierungsfreundliche <em>chefferies<\/em> zu schaffen, 1913 wurden die ersten <em>territoires<\/em> geschaffen. Von 1913 bis 1931 \u00fcbernahm der Staat in zunehmendem Ma\u00df die Investitur von Chefs und gruppierte Klans und D\u00f6rfer neu, was bis heute (1989) bittere Dispute um Land und politische Macht provoziert. Einzelne verzweifelte D\u00f6rfer versuchten zwischen 1916 und 1919 bewaffnete Aufst\u00e4nde. Darauf wurde im Herzland der zentralen <em>Pende<\/em> in <em>Kilembe<\/em> eine milit\u00e4rische Station eingerichtet. Wegen des darauf folgenden passiven Widerstands, den vor allem die inzwischen herangewachsenen<em> Mingelu<\/em> trugen, wurden 1919-20 Dorfchefs reihenweise abgesetzt. Damals wurden die Masken <em>mbuja jia mafuzo <\/em>erfunden<em>. <\/em>(253). <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_8028\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-Fig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8028\" class=\"wp-image-8028\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-Fig-240x360.jpg\" alt=\"LE KWILU-Fig.34 n\u00f6rdl. Gungu Bev\u00f6lkerung Kreis=100 weiss=Savanne g\" width=\"320\" height=\"480\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-Fig-240x360.jpg 240w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-Fig-601x900.jpg 601w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-Fig-624x935.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-Fig.jpg 734w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8028\" class=\"wp-caption-text\">Nicolai LE KWILU-Fig.34 n\u00f6rdl. Gungu Bev\u00f6lkerung : Kreis=100 Ew., weiss=Savanne &#8211;\u00a0 Ergebnis der Umsiedlungen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Schlafkrankheit brach 1916 aus. An der Anf\u00e4lligkeit der einheimischen Bev\u00f6lkerung waren die Kolonialisten selber schuld. (254) Daraufhin begannen die Umsiedlungen auf die Plateaus \u00fcber den Flusst\u00e4lern und an die \u00dcberlandstra\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der staatstreue Missionar <span style=\"text-decoration: underline;\">De Pierpont<\/span> war 1919 erstaunt \u00fcber den Schrecken und die Flucht, den das Erscheinen eines Wei\u00dfen regelm\u00e4\u00dfig in den D\u00f6rfern ausl\u00f6ste. Auch die \u00e4rztliche Untersuchung bei Entdeckung von Schlafkranken im Dorf wurde zum Trauma. Das begann mit den Vorbereitungen (\u201e<em>Wenn dein Hals schmutzig ist, zahlst du eine Strafe<\/em>\u201c) und setzte sich mit der Einsperrung und mit der Spritze fort. Die Reihenuntersuchungen wurden milit\u00e4risch abgesichert und zugleich f\u00fcr einen zuverl\u00e4ssigen Zensus genutzt, da sich die Pende aus\u00a0 Erfahrung jeder Z\u00e4hlung entzogen. (255)<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach fallenden Kautschukpreisen auf dem Weltmarkt wechselte die \u00d6konomie im Pendeland 1915 bis 1921 definitiv zu Produkten der \u00d6lpalme \u00fcber. <\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph.86.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8040\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph.86-170x150.jpg\" alt=\"LE KWILU-1963 photo 86\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a>In <em>Kinguba<\/em> entstand eine kommerzielle \u00d6lm\u00fchle. In der Anfangszeit kauften die Agenten in den D\u00f6rfern traditionell hergestelltes \u00d6l in Kalabassen. Zwar war die Ernte weniger beschwerlich als das Gummizapfen, der erzwungene Tragedienst \u00fcber viele Kilometer nach <em>Kikwit<\/em> sehr hart. Das Schlimmste daran: Man konnte jederzeit von gleich auf jetzt abkommandiert werden. Erst trugen die <em>Pende<\/em> Kalebassen, schlie\u00dflich rollten sie F\u00e4sser. (255) <\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Wo \u00d6lpalmen besonders gut gediehen, im Norden am <em>Lake Mashi<\/em>, war die Bedr\u00fcckung am gr\u00f6\u00dften. Genau dort erfanden sie die\u00a0 <em>mbuja jia mafuzo <\/em>Masken<em>.<\/em> (255-56)<\/span><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Dritte Generation MAPUMBULU (\u201aSOLDATEN\u2019)\u00a0\u00a0 ca. 1910-19 je nach Region<\/strong> !<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr die Region westlich l\u00e4ngs des <em>Kwilu<\/em> datiert der kongolesische Historiker <span style=\"text-decoration: underline;\">Sikitele<\/span> (332) die Initiationsperiode bereits auf die Jahre 1910-1912, als die ersten Kolonialadministratoren des belgischen Staats dort mit milit\u00e4rischer Eskorte auftauchten. Diese Soldaten hie\u00dfen <em>Mapumbulu<\/em>, ein Wort, das nach <em>pombeiros<\/em> klingt, dem Ausdruck f\u00fcr die bewaffneten Karawanen portugiesisch-luso-afrikanischer H\u00e4ndler zur Zeit des Sklavenhandels in Angola. (320)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">De Sousberghe<\/span> nimmt die Zeitspanne von 1916 bis 1919 an. <span style=\"text-decoration: underline;\">Strother<\/span> fand sie in den D\u00f6rfern des Zentrum best\u00e4tigt. (320) Abgeleitet von \u201e<em>Soldaten<\/em>\u201c, beziehen sie den Namen auf \u00e4ltere Jungen, die von den Belgiern f\u00fcr den Ersten Weltkrieg rekrutiert wurden, aus dem Initiationslager geholt wurden oder nach dem Abschluss der Initiation eingezogen (252). Diese <em>Mapumbulu<\/em> wurden ziemlich sp\u00e4t initiiert. <u>Sousberghe <\/u>sieht einen weiteren Grund daf\u00fcr in der Belastung durch das erzwungene Sammeln von Kautschuk in der Savanne (302, Anm.11.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Trotz dieser ohnehin langen Zeitspanne k\u00f6nnen Initiationen noch sp\u00e4ter abgehalten worden sein. Nur wenige der Allerj\u00fcngsten der Generation waren 1989 noch am Leben. (252). So der T\u00e4nzer <em>Muhenge Mutala<\/em>, den <u>Zo\u00e9<\/u> noch traf. 1921 sp\u00e4t initiiert, musste in seiner Jugend mindestens einmal die \u00fcblichen Transporte f\u00fcr Wei\u00dfe <\/span><span style=\"color: #000000;\">im Handkarren <\/span><span style=\"color: #000000;\">\u00fcber 150 Kilometer\u00a0 machen (66).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Koloniale Gewalt pr\u00e4gt die Vorstellungswelt der Kolonisierten<\/strong>.<\/span><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Wie spiegelt sie sich in den Maskeraden? <\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach 1910 erschien eine neue revolution\u00e4re Kategorie von Masken auf der Bildfl\u00e4che, die <em>mbuya jia mafuzo<\/em>, und beherrschte die Maskeraden \u00fcber zwanzig Jahre lang (252: \u201e<em>to early 1930s<\/em>\u201c). Lebensgro\u00dfe Puppen, schwerf\u00e4llige Modelle grimmiger Tiere, wirbelnde F\u00e4sser und sich windende Schlangent\u00e4nzer \u2013 sie wurden von \u00e4lteren M\u00e4nnern erfunden und daf\u00fcr Konzessionen an andere T\u00e4nzer verkauft. Diese Gruppe von Masken ist heute ihrer Systematik undurchsichtig und unverst\u00e4ndlich. (229) (Siehe unten: Abb.101,104)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Wort <em>mafuzo<\/em>, vom Verb \u201e<em>anblasen<\/em>\u201c abgeleitet, bezog sich auf die Helfer der Maske, welche geheimnisvolle Substanzen in Richtung der Menge der Zuschauer bliesen. (232) Bedrohung und Hexerei lagen in der Luft. (233)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die fr\u00fche koloniale Okkupation wurde a<\/span><span style=\"color: #000000;\">ls Ansturm von Hexern erfahren. Das Dorf konnte die Integrit\u00e4t seiner Grenzen nicht gegen den Ansturm der Kaufleute, Steuereintreiber, Rekrutierer, gegen medizinisches Personal, Missionare und Agrar-Kontrolleure sch\u00fctzen. (259) Die Furcht lebendig aufgefressen, vernichtet zu werden, wurde vom vielm\u00e4uligen Monster <em>Gimbombi<\/em> aus den Volkserz\u00e4hlungen verk\u00f6rpert, einer <em>Kreatur aus dem Busch wie Raubtiere und Maschinen<\/em> (!), welche die Leute einf\u00e4ngt und verschlingt. <em>Ginzengi<\/em> war die Maske eines zweik\u00f6pfigen volumin\u00f6s ausgepolsterten Mannes, der in der Mitte des Tanzplatzes direkt neben dem H\u00e4uptling schwerf\u00e4llig Platz nahm, ein gro\u00dfes Messer auf dem R\u00fccken, in den H\u00e4nden Bogen und Pfeile. So hat ihn <u>Delhaise<\/u> 1924 beschrieben. Frauen und Kinder flohen bei seinem Anblick. Anfangs soll die Maske <em>Ginzengi<\/em> von zwei bis f\u00fcnf zusammengebundenen T\u00e4nzern gebildet worden sein, zwei davon mit weiblichen Gesichtern. Oder auch einmal mit einer dreik\u00f6pfigen Helmmaske. (243) (vierk\u00f6pfig? Tf. 106 , p. 244)<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7987\" style=\"width: 391px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inventing-Tf.101Mafuzo-NyogaSnake.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7987\" class=\"wp-image-7987\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inventing-Tf.101Mafuzo-NyogaSnake-360x239.jpg\" alt=\"Tf.101Mafuzo-Nyoga(Snake)\" width=\"381\" height=\"253\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inventing-Tf.101Mafuzo-NyogaSnake-360x239.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inventing-Tf.101Mafuzo-NyogaSnake-624x414.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inventing-Tf.101Mafuzo-NyogaSnake.jpg 879w\" sizes=\"auto, (max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7987\" class=\"wp-caption-text\">Tf.101 Mafuzo-Nyoga (Snake) Schlangent\u00e4nzer<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_7982\" style=\"width: 194px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.106Mafuzo-Ginzengi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7982\" class=\"wp-image-7982\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.106Mafuzo-Ginzengi-170x150.jpg\" alt=\"Tf.106 Mafuzo-Ginzengi,Tf.106 -Drei oder vier Gesichter?\" width=\"184\" height=\"182\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.106Mafuzo-Ginzengi-360x356.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.106Mafuzo-Ginzengi.jpg 590w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7982\" class=\"wp-caption-text\">Tf.106 Mafuzo-Ginzengi,Tf.106 &#8211;\u00a0\u00a0 Drei oder vier Gesichter?<\/p><\/div>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><u>Zo\u00e9 Strother<\/u> verweist auf eine wachsende Literatur \u00fcber \u00e4hnliche \u00dcberzeugungen in Zentral- und Ostafrika (z.B. \u201e<em>Sinister Caricatures<\/em>\u201c, <u>Allan F.Roberts<\/u> 1973). <\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ich selber m\u00f6chte auf die Beitr\u00e4ge in <em>Africa Screams \u2013 Das B\u00f6se in Kino, Kunst und Kult<\/em> (Frankfurt 2004, Hg. T.Wendt) hinweisen &#8211; Strother sieht den Historiker <u>Achille Mbembe<\/u> (336) darin best\u00e4tigt, dass <em>koloniale Gewalt nicht nur die physischen Raum des Eingeborenen ber\u00fchrte, sondern sogar die Fundamente seiner Vorstellungswelt<\/em>. In seiner Arbeit \u00fcber Traumtageb\u00fccher eines Freiheitsk\u00e4mpfers in Kamerun (1991) schreibt er:<em> Weil der Kolonialismus als Aus\u00fcbung \u201ekrimineller Hexerei\u201c wahrgenommen wurde, war seine Bek\u00e4mpfung die Sache von M\u00e4nnern, deren \u201aBlick die Nacht durchdringen\u2019 konnte<\/em>. Die Nacht war ein gef\u00fcrchtetes Universum. Man konnte verschlungen werden. Sie konnte aber in gef\u00e4hrlichen Situationen zu einem pers\u00f6nlichen Schutzraum verwandelt werden. Tr\u00e4ume vermittelten zwischen den Lebenden und dem Jenseits. Das taten auch die Maskeraden. Man st\u00e4rkte sich durch Siege \u00fcber die schlimmsten \u00c4ngste, etwa durch den getanzten Scheintod von <em>Pagasa<\/em>, der Maske des gef\u00e4hrlichen Kapb\u00fcffels. (259-260) Trotz kolonialer \u00dcberwachung gelang es den Generationen der <em>Mingelu<\/em> und <em>Mapumbulu<\/em>, ihre Erfahrung zu \u00e4u\u00dfern und sie politisch werden zu lassen. <\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die <em>mbuya jia mafuzo <\/em> \u00fcbernahmen die Sprache der Macht, verwendeten die Symbole und Insignien der <em>chefs<\/em>, um die Perversion ihrer traditionellen Autorit\u00e4t anzuprangern.<\/span><\/h4>\n<div id=\"attachment_8031\" style=\"width: 212px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38p.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8031\" class=\"wp-image-8031\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38p-256x360.jpg\" alt=\"Himmelheber 1938-39 p.59 ph.74 &quot;W\u00fcrdiger Pende&quot; - was f\u00fcr ein Chef er wohl war?\" width=\"202\" height=\"284\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38p-256x360.jpg 256w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38p-640x900.jpg 640w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38p-624x877.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38p.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8031\" class=\"wp-caption-text\">Himmelheber 1938-39 p.59 ph.74 &#8222;W\u00fcrdiger Pende&#8220; &#8211; was f\u00fcr ein Chef er wohl war?<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In den zwanziger Jahren wandelten Dorfchefs sich von rituellen Mittlern zu Kleindespoten, welche ihr Wissen \u00fcber das \u00dcbernat\u00fcrliche in krimineller Hexerei zum pers\u00f6nlichen Vorteil nutzen. Das sichtbare Abzeichen solcher von den Belgiern installierten <em>chefs m\u00e9daill\u00e9s<\/em> war aber die Peitsche. Sie begleiteten die Territorialbeamten bei der Steuereintreibung und machten die Drecksarbeit \u2013 auspeitschen, Vieh beschlagnahmen, H\u00e4user niederbrennen. Waren sie doch dem Staat f\u00fcr die geforderte Menge an Palmprodukten oder Gummi pers\u00f6nlich haftbar. &#8211; Nannte man das in Konzentrationslager Europas nicht \u201aKapo\u2019, \u201aFunktionsh\u00e4ftlinge\u2019? &#8211; &#8218;Die&#8216; Dorfchefs bedr\u00e4ngten die Bev\u00f6lkerung, sich der befohlenen landwirtschaftlichen Produktion und den sanit\u00e4ren Vorschriften zu unterwerfen, etwa die Latrinen zu bauen, die man nicht wollte. Sie wurden zu Agenten mit realer Macht und kaum Rechenschaftspflicht gegen\u00fcber ihrem eigenen Volk. Sie hatten dar\u00fcber zu entscheiden, welche Abstammungsgruppen (Klans) M\u00e4nner f\u00fcr die Armee oder Kinder f\u00fcr die Missionare zu liefern hatten. (233) Dar\u00fcber hinaus forderten viele die Privilegien der Kolonialisten ein, zum Beispiel im <em>Tipoy<\/em> getragen zu werden, ohne Bezahlung Essen und Wasser zu erhalten und au\u00dfer Sichtweite zu essen. (260)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Erst 1937 bis 1940 schuf eine allgemeine Verwaltungsreform gr\u00f6\u00dfere Verwaltungseinheiten, <em>Secteurs<\/em>, um die Verantwortung f\u00fcr Steuern, Ablieferungsquoten und Gerichtsbarkeit u.s.w. aus der untersten Verwaltungsebene heraus zu verlagern. Das war zu sp\u00e4t, um die Reputation lokaler <em>chefs<\/em> noch zu retten. <em>Pende<\/em> aus dem Osten, die nicht die harsche Palm\u00f6l-Despotie kannten, sind heute (1989) \u00fcber die Respektlosigkeit \u00fcberrascht, mit der die <em>Pende<\/em> westlich des <em>Loange<\/em> ihre <em>chefs<\/em> behandeln. (260\/61).<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7985\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.104Mafuzo-Mbungu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7985\" class=\"wp-image-7985 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.104Mafuzo-Mbungu-900x525.jpg\" alt=\"Tf.104 Mafuzo-Mbungu\" width=\"625\" height=\"365\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.104Mafuzo-Mbungu-900x525.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.104Mafuzo-Mbungu-360x210.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.104Mafuzo-Mbungu-624x364.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-InventingM.-Tf.104Mafuzo-Mbungu.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7985\" class=\"wp-caption-text\">Strother : Tf.104 Mbungu &#8211; &#8218;Termitenk\u00f6nigin&#8216;, so stumm wie die Puppen, welche die Hexer in den Kampfeinsatz schicken &#8211; aber: de Sousberghe (Fotograf um 1955; Art Pende p.56) : Maske eines Chief mit Gattin auf stilisierter S\u00e4nfte (Tipoy)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Vierte Generation\u00a0\u00a0 NDENDE (\u201aPALMN\u00dcSSE\u2019) und die Rebellion von 1931<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sie litten noch als Kinder mit ihren V\u00e4tern, auch wenn sie selber nicht mehr als Zwangsarbeiter und Tr\u00e4ger versklavt wurden. Denn seit den 1930er Jahren konnten die G\u00fcter im Dorf direkt auf Lastwagen geladen und eben auf dem Netz der Landstra\u00dfen transportiert werden, f\u00fcr die <em>Mingelu<\/em> und <em>Mapumbulu<\/em> eine knochenbrecherische Fron geleistet hatten. Jetzt musste der obligatorische Arbeitsdienst nur noch f\u00fcr die Instandhaltung sorgen. Doch das war nicht alles, denn Besteuerung und Frondienste blieben.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">____________<\/h5>\n<div id=\"attachment_8037\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8037\" class=\"wp-image-8037\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph-251x360.jpg\" alt=\"Nicolai LE KWILU 1963 ph.80\" width=\"200\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph-251x360.jpg 251w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph-626x900.jpg 626w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph-624x897.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-ph.jpg 696w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8037\" class=\"wp-caption-text\">Nicolai LE KWILU 1963 ph.80<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_8030\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber1938p.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8030\" class=\"wp-image-8030\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber1938p-360x252.jpg\" alt=\"Himmelheber 1938-39 ph.39 Stra\u00dfenbau\" width=\"320\" height=\"224\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber1938p-360x252.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber1938p-900x630.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber1938p-624x437.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber1938p.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8030\" class=\"wp-caption-text\">Himmelheber 1938-39 ph.39 Stra\u00dfenbau<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_8057\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-383-ph.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8057\" class=\"wp-image-8057\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-383-ph-360x290.jpg\" alt=\"LE KWILU 1963 photo 83 Fabrikarbeit\" width=\"280\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-383-ph-360x290.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-383-ph-900x724.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-383-ph-624x502.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-383-ph.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8057\" class=\"wp-caption-text\">LE KWILU 1963 photo 83 Fabrikarbeit in Kikwit<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_8051\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber193858u..jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8051\" class=\"wp-image-8051\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber193858u.-360x253.jpg\" alt=\"Himmelheber1938-39, p.58u.\" width=\"280\" height=\"197\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber193858u.-360x253.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber193858u.-900x632.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber193858u.-624x438.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelheber193858u..jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8051\" class=\"wp-caption-text\">Himmelheber1938-39, ph.58 Frauen und Kinder im Dorf<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">____________________<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Name <em>Ndende<\/em> bezieht sich wahrscheinlich auf die gro\u00dfe Zahl von M\u00e4nnern dieser Altersgruppe, die f\u00fcr die Palmplantagen im Norden rekrutiert wurden. Viele Initiationslager waren bereits aktiv, als 1931 in der <em>chefferie Yongo<\/em> am <em>Kwilu<\/em> im Westen eine Rebellion wegen der Plantagenfron aufflammte. Der zeitweilige R\u00fcckzug der Wei\u00dfen aus dem Gebiet, der euphorisch gefeiert wurde (N\u00e4heres <u>H.F.Weiss. R.B.Woodward und Z.S.Strother 2016)<\/u> und vor allem die nachfolgende allgemeine Repression wurden zum n\u00e4chsten gro\u00dfen Wendepunkt in der Geschichte der <em>Pende <\/em>westlich des Kwenge.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die Rebellion von 1931 verlangt einen eigenen Beitrag &#8230;<br \/>\n<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7995\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karte-Kwilu-1931-Vanderstaedten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7995\" class=\"size-medium wp-image-7995\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karte-Kwilu-1931-Vanderstaedten-360x256.jpg\" alt=\"Karte Kwilu 1931- Vanderstaedten\" width=\"360\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karte-Kwilu-1931-Vanderstaedten-360x256.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karte-Kwilu-1931-Vanderstaedten-900x640.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karte-Kwilu-1931-Vanderstaedten-624x443.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karte-Kwilu-1931-Vanderstaedten.jpg 1099w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7995\" class=\"wp-caption-text\">Karte Kwilu 1931- Vanderstraedten<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_8036\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Vanderst..p-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8036\" class=\"size-thumbnail wp-image-8036\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Vanderst..p-1-170x150.jpg\" alt=\"Vanderstraeten, L.-F. 2001\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8036\" class=\"wp-caption-text\">Vanderstraeten, L.-F. 2001 &#8211; Dorfchef Sha&#8217;a Gindungu, prominent in der Rebellion und M\u00f6rder des Beamten Balot, nach seiner Verhaftung<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">__________________________<\/h5>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><u>Zo\u00e9 Strother <\/u>sch\u00f6pft aus der reich dokumentierten dreib\u00e4ndigen Dissertation von<u> Gize <\/u>Sikitele \u201eHistoire de la R\u00e9volte Pende 1931\u201c 1986 an der Universit\u00e9 de Lumumbashi (332). Sikitele ist heute Professor an der Universit\u00e9 de Kinshasa, 2015 stand er in Kontakt mit <a style=\"color: #000000;\">MoC II (<\/a><a href=\"http:\/\/www.humanactivities.org\/en\/the-matter-of-critique-ii-lusanga-september-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a><a style=\"color: #000000;\">)<\/a> und dem Afrikazentrum an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg (<a href=\"http:\/\/www.afrikazentrum.uni-wuerzburg.de\/partner_in_afrika\/dr_kongo\/universite_de_kinshasa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>). In &#8218;meiner&#8216; Bibliothek ist die Dissertation nicht vorhanden.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Der Bericht von <u>Louis-Francois Vanderstraeten <\/u>vor der Kgl. Akademie in Br\u00fcssel im Jahr 2000 konnte vor ein paar Tagen noch als pdf aus dem Netz frei <\/em><em>heruntergeladen werden \u201eLa r\u00e9pression de la r\u00e9volte des Pende du Kwango\u201c (<a href=\"http:\/\/www.kaowarsom.be\/pdf\/vanderst.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>) Er enth\u00e4lt im Anhang den \u00a0 ungeschminkten Untersuchungsbericht des mutigen Pr\u00e4sidenten des Appelationsgerichts Eug\u00e8ne Jungers (1931), der an den Misst\u00e4nden nat\u00fcrlich nicht viel \u00e4nderte.\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #000000;\"><u>H.F.Weiss. R.B.Woodward und Z.S.Strother <\/u>ver\u00f6ffentlichten 2016 in African Arts (t.49 no.1 Spring, pp. 56-69) unter dem Titel \u201aArt with Fight in It\u2019 die interdisziplin\u00e4re Analyse einer Kraftfigur der Pende von 1931, das Bildnis des get\u00f6teten Kolonialoffiziers Balot aus einer Pende-Werkstatt. Extrem interessant!<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>NEUE ZEITEN, NEUE GENERATIONEN 1946 \u2013 1957<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong>Das Kolonialsystem \u00e4nderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Wirtschaft boomte, 1946 bis 1957. Auf dem Gebiet der Rekrutierung von Arbeitern, besonders f\u00fcr Frauen und Kinder, traten mehr Schutzgesetze in Kraft und ihre Einhaltung wurde st\u00e4rker kontrolliert. Der Zwangsaufenthalt in der Palmplantage mochte einem zuwider sein, er resultierte nicht l\u00e4nger in Tod oder schw\u00e4chender Unterern\u00e4hrung. Und man bekam eine Gegenleistung f\u00fcr seine Arbeit, als bessere Schutzma\u00dfnahmen bessere Bezahlung brachte. M\u00e4nner begannen sogar sich freiwillig f\u00fcr Arbeiten zu melden, um eine N\u00e4hmaschine oder ein Fahrrad nachhause zu bringen. Industrieg\u00fcter begannen reale Wirkung im Alltag der Leute zu haben. Der Name der Generation <em>Pogo Jia Mesa<\/em> ist bezeichnet das Messer des europ\u00e4ischen Tischbestecks. (258)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>F\u00fcnfte G<\/strong><strong>eneration\u00a0\u00a0\u00a0 POGO JIA MESA ( \u201aBESTECKMESSER\u2019) 1938 \u2013 1940<\/strong><\/span><\/h3>\n<div id=\"attachment_8039\" style=\"width: 590px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.1938p.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8039\" class=\"wp-image-8039\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.1938p-900x582.jpg\" alt=\"Himmelheber 1938-39 photo 85 - doch Buschlager\" width=\"580\" height=\"375\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.1938p-900x582.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.1938p-360x233.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.1938p-624x404.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.1938p.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8039\" class=\"wp-caption-text\">Himmelheber 1938-39 photo 85 &#8211;\u00a0 War irgendwo ein Dorf 1938 durch die Maschen der Verwaltung geschl\u00fcpft?<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">So hie\u00df die erste Generation, in der viele Jungen bereits als Neugeborene in staatlichen Geburtszentren beschnitten worden waren. (10) Das hatte symbolische Bedeutung: Es war die erste Generation, die v\u00f6llig unter der Kontrolle des Kolonialstaates geboren und aufwuchs. Sie wuchsen auf in zusammengelegten D\u00f6rfern auf den Plateaus, in H\u00e4usern, die durch Z\u00e4une voneinander getrennt waren. Ihre Felder bildeten Quadrate. Und sie waren an die periodischen Besuche der Steuereintreiber gewohnt, an die <em>agents sanitaires<\/em> und die <em>moniteurs agricoles<\/em>. Viele der Jungen gingen eine Zeitlang auf eine der \u00fcberall verstreuten, von den Missionen organisierten Schulen.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">__________<\/h5>\n<div id=\"attachment_8035\" style=\"width: 251px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38Dorfp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8035\" class=\"wp-image-8035\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38Dorfp-170x150.jpg\" alt=\"Himmelh.1938-39,Pende-Dorf in der Savanne\" width=\"241\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38Dorfp-360x253.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38Dorfp-624x438.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh.38Dorfp.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8035\" class=\"wp-caption-text\">Himmelh.1938-39, (relativ neues) Pende-Dorf in der Savanne<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_8032\" style=\"width: 289px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-aerienne_6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8032\" class=\"wp-image-8032\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-aerienne_6-282x360.jpg\" alt=\"Nicolai LE KWILU 1963 photo aerienne 6 (Ausschnitt) - Dorf an der Steilwand, oben quadratische Felder , vor 1963\" width=\"279\" height=\"356\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-aerienne_6-282x360.jpg 282w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-aerienne_6-704x900.jpg 704w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-aerienne_6-624x797.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/KWILU-aerienne_6.jpg 734w\" sizes=\"auto, (max-width: 279px) 100vw, 279px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8032\" class=\"wp-caption-text\">Nicolai LE KWILU 1963 photo aerienne 6 (Ausschnitt) &#8211; Dorf an der Steilwand, oben quadratische Felder , an den Abh\u00e4ngen Felder wie Tupfen.\u00a0 Vergr\u00f6\u00dfern!<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein tiefsinniger Trommler beschrieb <u>Zo\u00e9<\/u> gegen\u00fcber die ge\u00e4nderte Geisteshaltung seiner Generation am Beispiel der Begr\u00e4bnisbr\u00e4uche. <\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die <em>Pende<\/em> bedeckten seit jeher Gr\u00e4ber mit diversen Scherben, Erdn\u00fcssen, Kichererbsen und anderen Lebensmitteln. Niemand machte sich Gedanken um eine St\u00f6rung der Totenruhe, da die meisten Friedh\u00f6fe \u00fcberhaupt mieden aus Angst vor den beunruhigenden Geistern der Verstorbenen (<em>nvumbi<\/em>). Doch der Trommler und seine Freunde gingen als Kinder hin, um die Erdn\u00fcsse zu essen. Die <em>nvumbi<\/em> erschreckten sie nicht, sie hatten die Wirren der gescheiterten Rebellion von 1931 erlebt. (258)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Von 1942 bis 1947<\/strong> wurde auf die Landbev\u00f6lkerung im zentralen Pendeland wieder massiv Druck ausge\u00fcbt, um die kriegswirtschaftlich wertvolle Kautschukproduktion wieder anzukurbeln. Man drohte strenge Strafen an und beschr\u00e4nkte in verschiedenen Schritten ihre Bewegungsfreiheit als Mittel gegen die Landflucht. In diesen Jahren wuchsen die St\u00e4dte schnell, was Historiker als den Versuch deuten, den schweren Lasten eines kolonialen Bauern zu entkommen. Eine (weitere?) Reorganisation der Verwaltung im Pendeland f\u00fchrte zu einer Explosion an Landstreitigkeiten, die bis in die Gegenwart (1989) andauern. Die Leute hassten zutiefst die hartn\u00e4ckige koloniale Einmischung in Erbschaftssachen. (258)<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">.<\/h4>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0Sechste <\/strong><strong>Generation\u00a0\u00a0 SOLOMOGO (\u201aAUSBRUCH\u2019)\u00a0\u00a0 1946 &#8211; 1950<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Name deutet an, dass die Jungen wenig Zeit im Camp verbrachten. Das ist die Altersgruppe der T\u00e4nzer <em>Khoshi Mahumbu<\/em> (*1935) und <em>Masuwa<\/em>. (10) <u>Zo\u00e9<\/u> charakterisiert <em>Khoshi <\/em>als leidenschaftlichen T\u00e4nzer und Schnitzer. Sein Engagement f\u00fcr die Maskerade rettete ihm die w\u00e4hrend der <em>Mulele-Rebellion<\/em> (1963-1965) besch\u00e4digte Reputation. Er kombiniert ein au\u00dfergew\u00f6hnliches kinetisches Ged\u00e4chtnis mit einem scharfen Sinn daf\u00fcr, wer was wann neu eingef\u00fchrt hat. (20) <em>Masuwa<\/em> war <\/span><span style=\"color: #000000;\">als T\u00e4nzer <\/span><span style=\"color: #000000;\">ein &#8218;Star&#8216; und als Kost\u00fcmschneiderw\u00e4hlte er seine Materialien sorgf\u00e4ltig aus. <\/span><span style=\"color: #000000;\">(187-189, Abb.187)<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_8038\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inv_no.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8038\" class=\"size-large wp-image-8038\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inv_no-900x384.jpg\" alt=\"Strother Abb.187 - Masuwa bei einer Pantomime\" width=\"625\" height=\"267\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inv_no-900x384.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inv_no-360x154.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inv_no-624x266.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Inv_no.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8038\" class=\"wp-caption-text\">Strother Abb.187 &#8211; Masuwa bei einer Pantomime von Frauenarbeit<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Siebte Generation\u00a0\u00a0 YEMBELE\u00a0\u00a0 (&#8230;.?)\u00a0\u00a0 1956 &#8211; ?<\/strong><\/span><\/h3>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Dies war die letzte in weiten Teilen der zentralen Region vorgenommene Initiation. Mir f\u00e4llt auf, dass die Jahrg\u00e4nge der <em>Yembele<\/em> in Europa meiner Generation entsprechen. Ich bin 1944 geboren.<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Zo\u00e9 Strother<\/span> z\u00e4hlt eine Reihe von K\u00fcnstlern auf. Warum der T\u00e4nzer <em>Gambetshi<\/em> aus Madibu (etwa 1950 geboren) nicht dabei ist, wei\u00df ich nicht. Seine Geschichte erz\u00e4hlte sie bereits 1995 (<em>African Arts, spring 1995, pp.24ff.<\/em>) Ich fasste sie\u00a0 in \u201e<em>Modernisierung der Pende-Masken<\/em>\u201c (<strong><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=6743\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a><\/strong>), Nachtrag 20.1.17 zusammen.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Achte Generation\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ZAIRE (\u201aZAIRE\u2019)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1972<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Einige D\u00f6rfer hielten eine kurze folkloristische Version der alten Initiationsrituale ab. (10) Der Name \u201aZaire\u2019 spielt auf die Umbenennung des unabh\u00e4ngigen Staates durch <em>Mobutu<\/em> an.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Neunte Generation\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 DARDAR ( Slang f\u00fcr \u201aSCHNELL\u2019) ca. 1980<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenige D\u00f6rfer, besonders im Norden organisierten eine kurze folkloristische Version. (10)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Neuere Formen widerst\u00e4ndiger Kultur<\/strong><\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die \u201eR\u00fcckkehr zum Gel\u00e4chter\u201c (250) <\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Wiedergeburt der Maskerade in den 1940er und 1950er Jahren verdankt sich teilweise dem Verschwinden traditioneller Wege, um als Mann Prestige zu erlangen. Die <em>Chefs<\/em>, Richter und <em>Elders<\/em> (Klanoberh\u00e4upter) waren als koloniale Strohm\u00e4nner diskreditiert, die von der staatlichen Ausbeutung der Jugend profitierten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Jagd war verboten, die Metallschmelze verschwunden, die Schmiedekunst war zuerst verboten, dann durch den Verkauf importierter G\u00fcter reduziert. Rituelle Beschneider wurden von Krankenschwestern und Hebammen in Entbindungsstationen abgel\u00f6st. Der Tanz war also einer der verbliebenen Wege f\u00fcr junge M\u00e4nner, die sich hervortun wollten. (261)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die humoristischen Masken der 1940er und 1950er Jahre belegen eine radikal andere Haltung als die der <em>mbuya jia mafuzo<\/em> (261), obwohl auch sie ein paar kom\u00f6diantische Masken erfunden hatten. (250) <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_8041\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Invent_no.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8041\" class=\"size-thumbnail wp-image-8041\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Strother-Invent_no-170x150.jpg\" alt=\"Strother Inventing Masks Abb. 27 Gatomba\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8041\" class=\"wp-caption-text\">Strother: Inventing Masks 1998<br \/>p. 27\u00a0 Abb. 4 Gatomba<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Pogo jia Mesa<\/em> ist die Altersgruppe von <em>Mileji Mutundu<\/em> (geb. 1930), dem Erfinder der Maske <em>Gatomba<\/em> (10), die sich gegen \u00fcble M\u00e4chte wehrt. Deren Name bedeutet: finden, durchschauen, die F\u00e4hrte erkennen. Sie verk\u00f6rpert den Mann, der den Hexer aufsp\u00fcrt und umbringt, bevor der ihn ein zweites Mal treffen kann. (25, 26 Abb.,27). Jetzt genie\u00dft Hexerei in der Maskerade keinen Respekt mehr, sie tritt nur als eigenn\u00fctziger Gebrauch metaphysischer Kr\u00e4fte durch Dorfdespoten auf (14). Logischerweise steht sie bei der Darstellung \u00e4lterer M\u00e4nner im Zentrum.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u201eDer Traditionalismus der Jungen\u201c<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die j\u00fcngeren Generationen, bereits in das Kolonialsystem hinein geboren, fanden zu einer inneren Distanz von der Okkupation. Bis zu einem gewissen Grade ignorierten sie die Invasoren oder nahmen sie auf den Arm wie in dem Tanz \u201e<em>Gikitishikitshi<\/em>\u201c \u2013 \u201e <em>Gikitishikitshi<\/em> (<em>Wei\u00dfer<\/em>), <em>l\u00f6sch\u2019 deinen brennenden Bart, deinen ungepflegten Bart<\/em>\u201c(ch.2, 31-33) \u2013 oder im \u201e<em>Galubonde<\/em>\u201c, einem lokalen Tanz mit konkretem Anlass, einem korrupten Beamten gleichen Namens :\u201e<em>Galubonde ist ein Dieb, der senior officer ist ein Dieb<\/em>\u201c (34-35). Die Selbstbehauptung der <em>Pende<\/em> fand ihre kraftvolle R\u00fcckversicherung in ihrer\u201aTradition\u2019, selbst dann, als sie die Maskerade mit vielen Ver\u00e4nderungen modernisierten, sie von rituellen Kontexten trennten und zum privaten Besitz von Masken und Kost\u00fcmen \u00fcbergingen. (261)<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_8034\" style=\"width: 246px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Frobenius-N.-III-S.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8034\" class=\"size-medium wp-image-8034\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Frobenius-N.-III-S-236x360.jpg\" alt=\"Frobenius Ethnogr. Notizen III 1988 - Karikaturen von Pende 1905-06 \" width=\"236\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Frobenius-N.-III-S-236x360.jpg 236w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Frobenius-N.-III-S.jpg 589w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8034\" class=\"wp-caption-text\">So karikierte bereits Frobenius in seinen Ethnogr. Notizen Bd. III 1988 Pende 1905<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_8044\" style=\"width: 264px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh1938p.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8044\" class=\"size-medium wp-image-8044\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh1938p-254x360.jpg\" alt=\"Himmelheber 1938-39 ph.59\" width=\"254\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh1938p-254x360.jpg 254w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh1938p-636x900.jpg 636w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh1938p-624x883.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh1938p.jpg 706w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8044\" class=\"wp-caption-text\">Himmelheber 1938-39 photo 59<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach der Niederschlagung der Rebellion von 1931 begannen die <em>Pende<\/em>, die Invasoren mit den Nadelstichen eines selektiven \u201eTraditionalismus\u201c zu \u00e4rgern, erinnerten sie daran, wer sie waren. <\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Haarstile wurden die Quelle eines stillen Konflikts. Belgische Beamte und Missionare wollten qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte nicht einstellen, solange sie ihr Haar nicht kurz schnitten. Sie erkl\u00e4rten, kunstvolle Frisuren ermutigten die Leute zur Faulheit, weil sie zu viel Zeit ihrer pers\u00f6nlichen Eitelkeit widmeten, statt mehr f\u00fcr den Staat zu produzieren. Im Gegenzug begannen mehr Pende denn je ihre Haare zu stylen. Fremde (Reisende) machten sich Sorgen \u00fcber die Aufs\u00e4ssigkeit. Der Jesuit <u>J. Hamerlinck<\/u> berichtete seinen Vorgesetzten, dass die zentralen <em>Pende<\/em> sich zwar nicht der Rebellion von 1931 anschlossen, aber stur von allem was europ\u00e4isch war fernhielten. 1953 notierte der Musikologe <u>Maquet<\/u> die neue Mode eingeborener Haarstile und der kosmetischen Verwendung von Rotholzpulver auf der Haut. Er wunderte sich, dass die <em>Pende<\/em> zwar Fahrr\u00e4der, Glocken, sogar Plattenspieler gerne annahmen, nicht aber westliche Kleidung. Traditionelle Frisuren kamen erst mit der Unabh\u00e4ngigkeit endg\u00fcltig aus der Mode. (261)<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Organisation von Maskeraden wurde von den sp\u00e4ten 1930er bis in die 1950er Jahre ihre bekannteste Widerstandsform. <\/span><\/h4>\n<div id=\"attachment_8029\" style=\"width: 261px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh-1938p.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8029\" class=\"size-medium wp-image-8029\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh-1938p-251x360.jpg\" alt=\"Himmelheber 1938-39 ph.81 p.63 - traditioneller Maskenanh\u00e4nger\" width=\"251\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh-1938p-251x360.jpg 251w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh-1938p-627x900.jpg 627w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh-1938p-624x896.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Himmelh-1938p.jpg 696w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8029\" class=\"wp-caption-text\">Himmelheber 1938-39 ph.81 p.63 &#8211; Junger Mann mit traditionellem Maskenanh\u00e4nger<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im dicht besiedelten Gebiet um die protestantische Mission von <em>Mukedi <\/em>etwa waren Maskeraden und Initiationslager f\u00fcr Jungen Ursache erbitterten Streits. Die Missionarin <u>Birkey<\/u> schrieb 1938: <em>Wir sollten viertausend Besucher haben statt vier- bis f\u00fcnfhundert &#8230; die eingeborene Trommel ruft nicht so viele zum Gottesdienst wie zum Tanz<\/em>. (261-262) <em>Lubu<\/em> aus <em>Mukedi<\/em> berichtet, dass seine Freunde und er gew\u00f6hnlich die Trommeln schlugen, sobald die Kirchenglocke ert\u00f6nte. Die Sonntage wurden zu Wettbewerben in Attraktivit\u00e4t. Der Missionar Vernon Sprunger rannte einmal wutentbrannt aus der Kirche zu den Organisatoren der Maskerade. An diesem Tag blieb er Sieger, da er die <em>lead drum<\/em> zerbrach. Um die Frauen vom Gottesdienst wegzulocken, begann die Tanzvorstellung nicht wie \u00fcblich mit den h\u00e4sslichen Clowns (<em>Tundu<\/em>,127), sondern mit der in <em>Mukedi<\/em> popul\u00e4rsten Maske, dem eleganten <em>Sha\u2019 Kasanda<\/em> (262), der eine Pantomime der traditionellen Palm\u00f6lverarbeitung bot, die Grundlage der modernen \u00d6konomie f\u00fcr die zentralen <em>Pende<\/em> (251) (Vgl oben Foto von <em>Masuwa <\/em>)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Der besondere Wert des Tanzes<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich wollten die(se) Europ\u00e4er die eminente soziale Bedeutung und Wertsch\u00e4tzung der Maskeraden nicht verstehen. Seit sie vom rituellen Kontext abgel\u00f6st waren, \u201e<em>versch\u00f6nerten die Maskeraden das Dorf<\/em>\u201c <em>und erfreuten (rejoice) seine Bewohner<\/em>, wie man Strother 1989 versicherte. Man tanzt, wenn das Dorf mit sich im Frieden lebt, auf keinen Fall, wenn es von Spannungen und Rivalit\u00e4ten zerrissen ist. (20) \u00dcber die T\u00e4nzer hinaus verlangt die Maskerade ein Team von Trommlern und so viel S\u00e4nger wie m\u00f6glich. Ihr Erfolg h\u00e4ngt auch von der aktiven Beteiligung des Publikum ab, das singt, klatscht und mittanzt. (14).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der oben erw\u00e4hnte T\u00e4nzer <em>Muhenge Mutala<\/em>, ein 1921 sp\u00e4t initiierter <em>Pumbulu<\/em> schw\u00e4rmt \u00fcber Maskeraden: <em>Der Tanz w\u00e4rmt K\u00f6rper und Herz, vertreibt die K\u00e4lte des sich ank\u00fcndigenden Todes, stimuliert die Schwachen und Kranken, sodass sie sich st\u00e4rker f\u00fchlen und wieder am Leben interessiert sind. So st\u00e4rkt der Tanz das Dorf.<\/em> (20-21) Man wei\u00df: Sogar die Geister der Toten werden nach traditioneller Auffassung allein von der W\u00e4rme in der Welt der Lebenden unwiderstehlich angezogen. (20)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">1945 empfahl der Territorialagent <u>Cabiaux<\/u> seinem Territorialadministrator die Absetzung des Chefs der <em>Gatundu<\/em> mit der Begr\u00fcndung: <em>Seine Autorit\u00e4t ist gro\u00df, er bekommt was er will und wann er es will. Das Dorf Mukedi ist f\u00fcr ihn ein Tanzboden und eine Brauerei. Drei\u00dfig Minganji-T\u00e4nzer stehen in seinem Dienst. Sie tanzen jeden Tag neben seinem Geh\u00f6ft, ausnahmslos. Die gesunden erwachsenen M\u00e4nner liefern ihm Palmwein anstatt zu arbeiten.<\/em> (262;322)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch als Kolonialbeamte in den 1950er Jahren die <em>Pende<\/em>-Maskerade als Folklore \u201apromoten\u2019 wollten, blieb sie f\u00fcr einige Missionare Konfliktstoff. (262)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><u>Jean Comaroff<\/u> berichtet von \u00e4hnlichen Konflikten \u00fcber kollektives Tanzen und Singen in S\u00fcdafrika und erkl\u00e4rt die heftige Ablehnung der Kolonialisten zum Teil damit, <em>dass die l\u00e4rmenden Trommeln und die in Gesang und Tanz vereinten Volkshaufen eine unbesiegte afrikanische Identit\u00e4t dramatisierten<\/em> (262, aus \u201c<em>Body of Power, Spirit of Resistance<\/em>\u201c 1985: 151)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Und die Fortsetzung der Geschichte nach 1960 ?<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf eine auf die Provinz <em>Kwilu<\/em> begrenzte Rebellion 1963-65 gegen das neue Regime von <em>Mobutu<\/em> in Kinshasa folgten zwei Jahre der Repressalien der Armee. D\u00f6rfer im ganzen Pendeland wurden gepl\u00fcndert und niedergebrannt, die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt (3) (Dorthin geh\u00f6rt \u00fcbrigens die Anekdote der treulosen Mutter (<strong><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7938\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>)<\/strong>: \u201eDie Macht einer \u201aPolio\u2019-Puppe\u201c ). Leider war das nicht die letzten Erfahrungen der Pende mit der Armee des <em>Demokratischen Republik<\/em>. Daher d\u00fcrfen hier Uniformierte nicht fehlen, auch nicht von Rebellen eingesch\u00fcchterte.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7990\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kanaga-1.4.2017-Lumbe-Lumbe-Net.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7990\" class=\"size-thumbnail wp-image-7990\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kanaga-1.4.2017-Lumbe-Lumbe-Net-170x150.jpg\" alt=\"Kanaga 1.4.2017 Lumbe Lumbe Net\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7990\" class=\"wp-caption-text\">Kanaga 1.4.2017 Lumbe Lumbe Net<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_7988\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/africanews-2017-kasai-violence-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7988\" class=\"size-medium wp-image-7988\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/africanews-2017-kasai-violence-1-360x225.jpg\" alt=\"africanews 2017 kasai violence\" width=\"360\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/africanews-2017-kasai-violence-1-360x225.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/africanews-2017-kasai-violence-1-624x391.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/africanews-2017-kasai-violence-1.jpg 832w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7988\" class=\"wp-caption-text\">africanews 2017 kasai violence<\/p><\/div>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><\/h6>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\">22.11.2018<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Abschnitte \u00fcber die j\u00fcngsten Generationen sind unbefriedigend!\u00a0 <\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bei der\u00a0 Wiederbegegnung mit diesem Buch sieht es so aber aus, als lie\u00dfe es sich noch einiges zur Fortsetzung der &#8218;inneren&#8216; Geschichte sagen. Zum Beispiel :<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die kapitalistische \u00d6konomie seit der Kolonialzeit zerst\u00f6rte die traditionellen Regeln von Geben und Nehmen &#8211; <em>equitable exchange &#8211; <\/em>zwischen Verwandten. Mit den wachsenden sozialen Spannungen aber nahm der Schadenszauber zu. Die Alten &#8211; <em>bitter old men &#8211; <\/em>erpressten nun notfalls mit Hilfe von krimineller Hexerei &#8211; <em>criminal sorcery &#8211;<\/em> Geld und Arbeitsleistungen von j\u00fcngeren Familienmitgliedern. Junge Leute entwickelten das starke Gef\u00fchl, ausgebeutet zu werden. Selbst in Kinshasa waren sie nicht sicher vor den Forderungen ihrer \u2018Onkel\u2019. (297\/98). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr die Kritik wurden eigens neue Lieder und Masken erfunden, die bis in die 1980er Jahre wechselnden Erfolg hatten, wie zum Beispiel die um 1954 erfundene Maske NGANGA (THE SORCERER). Sie erregte sofort gro\u00dfen Skandal und verschwand zeitweise wieder. Denn das verst\u00f6rende Thema passte nicht in den Trend zu Maskeraden, die Gemeinschaftlichkeit und Freude hervorheben sollten\u00a0 (<em>a masquerade tradition stressing communality and joy, <\/em>297). Auch war Hexerei kein Thema f\u00fcr Christen und modernen Menschen, wenigstens \u00f6ffentlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit der sich versch\u00e4rfenden Krise in Mobutus Kongo lie\u00dfen sich auch die finsteren Themen nicht verbannen. Zwar sollten diese mitten im Leben stehenden K\u00fcnste das Gemeinschaftserleben und Vergn\u00fcgen an der Vorf\u00fchrung\u00a0 bieten, die Angstlust und die Neugier auf Enth\u00fcllungen bedienen<\/span><span style=\"color: #000000;\">, aber auch Ventil\u00a0 sein f\u00fcr Unzufriedenheit und Wut<\/span><span style=\"color: #000000;\">. Der Feind musste ein Gesicht bekommen, ein h\u00e4ssliches, und was ist f\u00fcr ein Feindbild besser geeignet als das Gesicht des Fremden?<\/span>\u00a0 <span style=\"color: #000000;\">In &#8222;<em>Inventing Maskes<\/em>&#8220; is<\/span>t <span style=\"color: #000000;\">von \u201efakes\u201c\u00a0 die Rede, von neuen Maskentypen, die\u00a0 durch formale ihre \u00dcbertreibungen und Fremdheit die Zuschauer erschreckten (298)<em>. <\/em>Ein K\u00fcnstler kopierte etwa den h\u00e4sslichen <em>Pumbu<\/em> der \u00f6stlichen Pende oder schnitzte sogar Masken nach aus einem Buch (Tchokwe-Illustration, Cornet 1972), das er besa\u00df. Der T\u00e4nzer Gifembe lie\u00df das neugierige Publikum nur gegen Eintritt das Maskengesicht in einem Verschlag aus der N\u00e4he betrachten. Sp\u00e4ter verkaufte der Schnitzer Mijiba seine beiden <em>fakes<\/em> an Zwischenh\u00e4ndler als &#8222;echte Ostpende-&#8220; und &#8222;Tchokwe&#8220;-Masken. (298)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_9716\" style=\"width: 262px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Mai18-IMG_8488.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9716\" class=\"size-medium wp-image-9716\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Mai18-IMG_8488-252x360.jpg\" alt=\"\" width=\"252\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Mai18-IMG_8488-252x360.jpg 252w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Mai18-IMG_8488.jpg 629w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Mai18-IMG_8488-624x893.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9716\" class=\"wp-caption-text\">Pende-Chokwe-Luba ?<br \/>Mai 2018<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich selber besa\u00df \u00fcbrigens f\u00fcr ein paar Wochen eine hybride Maske mit <em>Chokwe-<\/em> und Luba-Elementen, die als \u201ePende\u201c bezeichnet worden war. Sorgf\u00e4ltig gearbeitet und mit vermutlichen Gebrauchsspuren, k\u00f6nnte sie vielleicht eine \u00e4hnliche Entstehungsgeschichte haben. Bei Zo\u00e9 Strother stie\u00df die angebliche &#8222;Pende&#8220; auf scharfe Ablehnung, was mich im Nachhinein an die von ihr geschilderten Reaktionen des Publikums auf Mijiba\u2019s Neusch\u00f6pfungen erinnert. Aber das sind blo\u00dfe Vermutungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch die Lage verschlimmerte sich nach Mobutus Sturz. Am Ende, so schreibt Strother in einer eMail, waren \u201cIn der Bandundu Region so viele Leute unterern\u00e4hrt, dass man seit 1990 nicht mehr viel Maskent\u00e4nze veranstaltete<em>.<\/em>\u201d\u00a0 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">(Ende des Einschubs)<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Schon bei <u>Zo\u00e9 Strother<\/u> wird das Tanz-Festival von Gungu (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=keakCEXaIQI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a> zu 2010 auf youtube) erw\u00e4hnt, im Netz ist es aktuell noch pr\u00e4sent. &#8211; <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">Der Link f\u00fchrt momentan zu einer &#8222;Altersbeschr\u00e4nkung&#8220; und zum Hinweis auf &#8222;YouTube Community Guidelines&#8220; zur Seite \u00fcber Sperrung von &#8222;Harmfull Contents&#8220;. Ich glaub&#8217;s nicht. Welcher amerikanische Spleen hat zugeschlagen? 23.5.2021<\/span><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Tanz und Masken geh\u00f6ren noch immer zu den <em>Pende<\/em>. Im youtube-Film ist Begeisterung zu sp\u00fcren. Die scheint mir jedenfalls &#8218;authentisch&#8216;. Die T\u00e4nze kann ich nicht beurteilen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_8024\" style=\"width: 878px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Gungu-Dancefestival-2010-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8024\" class=\"size-full wp-image-8024\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Gungu-Dancefestival-2010-2.jpg\" alt=\"moderne Minganji-Truppe auf dem Festival Gungu in 2010 - Standbild-\" width=\"868\" height=\"564\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Gungu-Dancefestival-2010-2.jpg 868w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Gungu-Dancefestival-2010-2-360x234.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Pende-Gungu-Dancefestival-2010-2-624x405.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 868px) 100vw, 868px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8024\" class=\"wp-caption-text\">moderne Minganji-Truppe auf dem Festival Gungu in 2010 &#8211; Standbild-<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Nachbemerkungen<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #000000;\">(1)\u00a0 Der <strong>Generationenbegriff<\/strong> ist uns aus der eigenen Gesellschaft vertraut, \u00fcberdies ist er von Soziologen wie <u>Heinz Bude<\/u> (\u201eDas Altern einer Generation\u201c) wissenschaftlich fruchtbar gemacht worden. Bei den <em>Pende<\/em> lebten mehrere Generationen in \u00fcberschaubaren Verh\u00e4ltnissen zusammen. Sie gaben Erfahrungen und Traditionen weiter, es entstanden \u201aModen\u2019, \u201aStars\u2019 und \u201aWerkst\u00e4tten\u2019 auch in der k\u00fcnstlerischen Praxis, im Tanz- und Maskenwesen, man war selbstverst\u00e4ndlich mit Generationskonflikten konfrontiert. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Und diese \u201abiografische Zeitrechnung\u2019 war in eine \u201a\u00e4u\u00dfere\u2019 fremde, feindliche Chronologie eingeh\u00e4ngt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ich habe bereits beim Lesen der Einleitung die <em>Pende <\/em>als unsere <strong>Zeitgenossen<\/strong> wahrgenommen oder als die unserer Eltern und Gro\u00dfeltern. Die Lebenserfahrungen dieser Menschen in ihrem abgelegenen kolonialen Menschenpark waren so dramatisch und schrecklich wie die von Europ\u00e4ern. <u>Zo\u00e9 Strother<\/u> betont, dass die Kolonialerfahrung\u00a0\u00a0 \u00fcberwiegend von der Landbev\u00f6lkerung erlitten wurde. Die \u201atraditionellen\u2019 Formen ihres Widerstands wurden lange Zeit von Wissenschaftlern ignoriert, weil in deren Vorstellung der Begriff \u201atraditionell\u2019 eine statische vorkoloniale Praxis bedeutete, die dem \u201amodernen\u2019 Leben nichts zu sagen habe. (263)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0 Die <strong>belgische Kolonialverwaltung<\/strong> machte leider nicht so eindeutige Schritte zum Besseren, wie ich bisher angenommen hatte. Und bei Ver\u00e4nderungen zum Besseren waren nicht unbedingt bessere Einsicht am Werk, sondern den Wirtschaftsboom nach 1945 und die konkrete Angst vor Verlust der Kolonie, wie den Europ\u00e4ern seit 1941 in Asien geschehen. Die Figur des \u201aAdministrators\u2019 war wohl im besten Fall tragisch, wie die von <u>Andr\u00e9 Ryckmans<\/u> im Beitrag \u201e<em>Goldene Zeiten \u2013 1955 unterwegs mit dem jungen Administrator von Lufuna<\/em>\u201c vom <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4342\">23. Mai 2016<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <strong>(<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4342\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a><\/strong><em>)<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es handelte sich um den Versuch von Reparaturen bei laufendem Betrieb und in unver\u00e4nderter \u201arassistischer\u2019 Gem\u00fctsverfassung. Der Wandel solcher Einstellungen braucht lange Zeit. Kolonialismus erscheint als systemische Falle aller vor Ort Handelnden, vom jungen Beamten oder Arzt bis zum Missionar; Recht hat <u>Albert Memmi!<\/u> (\u201e<em>Der Kolonisator und der Kolonisierte<\/em>\u201c, 1957, dt. 1980)\u00a0 (<a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/albert-memmi-portrait-du-decolonise-arabo-musulman-et-de.730.de.html?dram:article_id=102365\">ein Link<\/a>)\u00a0 \u00a0 <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">(3)\u00a0 Einen wichtigen Unterschied machten neben globalen Faktoren auch lokale <strong>Sonderbedingungen<\/strong>. So wurden die \u00f6stlich des <em>Loange<\/em> lebenden <em>Pende<\/em> vom Kolonialregime lange \u201avergessen\u2019. Die Gl\u00fccklichen bewahrten nicht nur l\u00e4nger ihre soziale Ordnung und mehr ihrer kulturellen Traditionen als die <em>Pende<\/em> in der Mitte und im Westen des Siedlungsgebiets, die fr\u00fch einem zermalmendem Druck ausgesetzt wurden. Die Geschichte der <em>Pende<\/em> im Westen zeigt aber, dass auch dort jede Generation neue, noch kleinste Chancen nutzte. Zudem setzten die Schocks und starker Druck im Innern der Gruppe Dynamiken frei, an die vorher niemand gedacht hatte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle : Z.S.Strother \u201cInventing Masks \u2013 Agency and History in the Art of the Central Pende\u201c, The University of Chicago Press, 1998, cloth &amp; Paperback, xxvii und 348 pp., reich illustriert, Index, im Netz etwa ab 40\u20ac Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 20.9.2017\u00a0\u00a0 Fortsetzung der Geschichte 22.11.2018\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (93%\u00a0 = 19 S.) 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