{"id":7881,"date":"2018-12-19T13:47:44","date_gmt":"2018-12-19T12:47:44","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7881"},"modified":"2025-07-24T14:17:15","modified_gmt":"2025-07-24T12:17:15","slug":"welche-distanz-zu-china-suchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7881","title":{"rendered":"Welche Distanz zu China suchen? &#8211; \u00fcber Reisen, Kaiser Kangxi und Hans Jonas"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0Erster Upload am 17. 9. 2017<\/span><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Ein Gespr\u00e4ch mit einem Freund, der gerade wieder in China gereist ist, wird Anlass, \u00fcber die passende Distanz zu China nachzudenken. Welche Distanz soll denn wozu passen?<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Studium am Schreibtisch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Gespr\u00e4che und Anfragen zu China machen mir klar, wie lange ich nicht mehr selbst im Land gewesen bin, fast drei\u00dfig Jahren, und dennoch sprudeln heute die Gedanken nur so. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Was soll nach drei\u00dfig Jahren also \u00fcberhaupt noch \u201aDistanz\u2019 bedeuten?<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein Beispiel. Ich las das fiktive, in Wahrheit von<strong> Jonathan Spence<\/strong> aus Zitaten montierte \u201e<strong>Selbstportr\u00e4t des Kaisers Kangxi<\/strong> \u201c (1654-1722) und dazu parallel das Portr\u00e4t eines ganz unauff\u00e4lligen Landkreises in Mittelchina. (\u201e<strong>Geschichte der Frau Wang \u2013 Leben in einer chinesischen Provinz\u201c<\/strong> 1978, dt. Wagenbach 1987) Ich suchte mir zudem Material \u00fcber die ber\u00fchmte <strong>Porzellanherstellung in Jingdezhen<\/strong> auf der schwedischen Webseite <\/span><a href=\"http:\/\/www.gotheborg.com\">http:\/\/www.gotheborg.com<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Anlass f\u00fcr das Selbststudium war die kleine, aber feine <strong>Pr\u00e4sentation von <\/strong><\/span><strong><a href=\"http:\/\/www.museumangewandtekunst.de\/de\/presse\/meet-asian-art-wanli-blau-weiss.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wanli Blau und Wei\u00df<\/a><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><strong> aus dem 17. Jahrhundert, die 2017 im <em>Museum f\u00fcr Angewandte Kunst Frankfurt <\/em><\/strong>zu sehen war. H\u00f6hepunkt war ein Studientag am 2. September. F\u00fcr diesen Tag dachte ich mich fit zu machen. Und ich hatte Spa\u00df daran, obwohl feines Porzellan nun wirklich nicht mein Sammelgebiet ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Je l\u00e4nger die Lekt\u00fcre andauerte, desto mehr Schichten legte sie frei. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Ereignisse und Zust\u00e4nde <\/span><span style=\"color: #000000;\">beleuchteten die Einsch\u00e4tzungen des Kaisers Kangxi und umgekehrt. <\/span><span style=\"color: #000000;\">So waren Rohstoff und Halbprodukte st\u00e4ndig genau zu kontrollieren. Kundenw\u00fcnsche im fernen Europa bestimmten unmittelbar das Angebot. Die h<\/span><span style=\"color: #000000;\">istorischen Fakten und Deutungen f\u00e4rbten auf mein Bild der Gegenwart Chinas ab, die heute scheinbar von so vielen v\u00f6llig neuen Faktoren bestimmt wird, dass dahinter Chinas Geschichte und alte Zivilisation fast unsichtbar sind.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die unmittelbare N\u00e4he ?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was w\u00fcrde mich auf einer Reise heute an relevanten Erfahrungen erwarten? Vor allem sehr viele disparate Eindr\u00fccke, also \u201aRohdaten\u2019, stark erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftige Beobachtungen. Auf Reisen ist man paradoxerweise fast unausweichlich <strong>zu<\/strong> nah dran.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Wer<\/strong> sollte sie mir entschl\u00fcsseln, etwa routinierte Reisef\u00fchrer oder zuf\u00e4llige kurze Begegnungen? Vielleicht im Einzelfall einmal ein Mitreisender, der etwa dieselbe Gruppenreise im Jahr zuvor auch schon mitgemacht hat und in dasselbe tibetische \u201aWohnhaus\u2019 gef\u00fchrt wurde, wo ihm aber als \u201aBewohner\u2019 eine andere Familie pr\u00e4sentiert wurde. Als mir mein Freund die Anekdote erz\u00e4hlte, erinnerte mich das an meine gef\u00fchrten Besuche von \u201aArbeiterwohnungen\u2019 in ein paar St\u00e4dten im Jahr 1973. Erst sp\u00e4ter war mir an meinen Fotos aufgefallen, dass die schmucken R\u00e4umlichkeiten \u00fcber und \u00fcber frisch dekoriert und blitzsauber waren. Im Zentrum sa\u00df die Dolmetscherin, die uns von fr\u00fch bis sp\u00e4t bemutterte. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Reiseleiter und Dolmetscher sind die wichtigsten Bezugspersonen bei Gruppenreisen. Sie sind auch auf \u201akritische Fragen\u2019 eingestellt, nicht anders \u00fcberall in der Welt das PR-Personal. Sie genie\u00dfen ein gewisses Vertrauen der G\u00e4ste. Und was sollen in Tibet schon f\u00fcr kritische Fragen entstehen? Die k\u00f6nnte doch jeder halbwegs Informierte sich selber beantworten, und zwar gleich aus unterschiedlichen Perspektiven.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und bei dem Rundgang um ein revolution\u00e4res Musterdorf konnte 1973 unsere Reisegruppe\u00a0 auf dem gegen\u00fcberliegenden Hang bereits die n\u00e4chste Besuchergruppe sehen, oder war es die vorige? Fabriken und Beh\u00f6rden hatten f\u00fcr Besucher extra Vizedirektoren, habe ich einmal geh\u00f6rt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Vorauswahl und Komprimierung durch Au\u00dfenstehende, Journalisten und Wissenschaftler?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Kompetenz und den M\u00f6glichkeiten langj\u00e4hrig ans\u00e4ssiger Auslandskorrespondenten vertraue ich lieber als meinem improvisierenden \u201ainvestigativen\u2019 Scharfsinn. \u201aInsider\u2019 bekommt man als Tourist nicht zu Gesicht. Zufallsbekanntschaften w\u00fcrde man hierzulande auch mit Vorsicht genie\u00dfen. Das touristische Reisen generell kann vielleicht nicht schaden, aber n\u00fctzt auch wenig. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zeitungsberichte wie Fernsehberichte bieten Information in fasslicher und konzentrierter Form, mit dem das Nachdenken etwas anfangen kann. Auch wird auf dieser Verarbeitungsstufe noch sehr oft das Ausma\u00df an menschlichem Leid deutlich, das sich auf Entscheidungen oder Nichtentscheidung zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst. Doch die Publikumsmedien bieten solche Beitr\u00e4ge so planlos an, dass der gro\u00dfe Horizont unsichtbar wird. ARTE, 3sat, phoenix und wenige andere Sender versuchen wenigstens, sie an bestimmten Terminen zu b\u00fcndeln. Ich wei\u00df nicht, wie viele Zuschauer sie noch mit solchen &#8222;Themenabenden&#8220; locken k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Westliche Propaganda hat sich seit den Bettelbriefen der christlichen Missionare im 19. Jahrhundert gegen \u201aChina\u2019 gern des \u201ahuman interest\u2019 bedient, so wie die chinesische Propaganda traditionell den idealisierenden, schmerzliche Details \u00fcberstrahlenden \u00dcberblick bevorzugt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<span style=\"color: #000000;\">Und warum f\u00e4llt mir zu den Wissenschaftlern nichts Rechtes ein? Werden sie nicht eingeladen? Sind die Publikationen zu exklusiv? Arbeiten sie zu arbeitsteilig? Haben sie keine Zeit f\u00fcr so etwas, au\u00dfer sie werben f\u00fcr B\u00fccher oder das &#8218;Konfuzius-Institut&#8216;, eine erfolgreiche regierungsamtliche PR-Organisation Chinas?<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Was l\u00e4sst sich an einem so gigantischen Land \u00fcberhaupt beobachten? Viellecht a<\/strong><strong>us der Zentralperspektive der Staatsspitze? <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Vor zweihundertf\u00fcnfzig Jahren war Kaiser <strong>Kangxi<\/strong> an der Reichsspitze theoretisch in der idealen Position. Doch wie hatte er um halbwegs realistische Einsch\u00e4tzungen zu k\u00e4mpfen, die schon im n\u00e4chsten Monat oder Jahr Makulatur sein konnten! Als Beispiel er\u00f6rtert er selber einige letztlich verfehlte Personalentscheidungen.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_9899\" style=\"width: 277px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.8-Kangxi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9899\" class=\"size-medium wp-image-9899\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.8-Kangxi-267x360.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.8-Kangxi-267x360.jpg 267w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.8-Kangxi-668x900.jpg 668w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.8-Kangxi-624x840.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.8-Kangxi.jpg 742w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9899\" class=\"wp-caption-text\">Palastmuseum Peking, Berlin1985, S.8 Kat.1 (Ausschnitt) Kangxi<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9900\" style=\"width: 278px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.36-Kangxi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9900\" class=\"size-medium wp-image-9900\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.36-Kangxi-268x360.jpg\" alt=\"\" width=\"268\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.36-Kangxi-268x360.jpg 268w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.36-Kangxi-670x900.jpg 670w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.36-Kangxi-624x838.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Palastmuseum1985S.36-Kangxi.jpg 742w\" sizes=\"auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9900\" class=\"wp-caption-text\">Palastmuseum Peking,Berlin 1985, S.36 Kat. 2 Kangxi<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Au\u00dfenseiter, erzogen als Mandschu, Erbe fremder \u201aUsurpatoren\u2019, vor allem aber als \u00fcberragender Staatsmann stellte Kangxi h\u00f6here Anforderungen an Information, als die Konventionen der Berichte an den Hof hergaben. Ein Leben lang k\u00e4mpfte er dagegen an. Dabei sah er sich auch gezwungen, eigene Irrt\u00fcmer als Fehlerquellen anzuerkennen, vor allem wegen eines aus seiner Fehlkalkulation resultierenden jahrelangen B\u00fcrgerkriegs. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der von J. Spence in seinem politischen Denken und Werk nach 250 Jahren rekonstruierte Kaiser ist ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr die historische China-Information. Leider habe ich von dem bereits 1973 in Amerika und 1984 in Deutschland erschienene Buch viel zu lange nicht erfahren, das jetzt rar und teuer ist, obwohl es sich wunderbar liest. &#8211; Eine Neuauflage bitte, lieber (?) Insel-Verlag! Sie w\u00fcrde sich rentieren!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong> Auf jeden Fall <\/strong><strong>empfiehlt sich eine <\/strong><strong>Fernethik<br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dass der Blick aus der H\u00f6he oder der Ferne die Einzelschicksale aus dem Auge verliert, ist wohl unvermeidbar. Am schlimmsten ist es, wenn wir den \u00fcblichen Vort\u00e4nzern in der\u00a0 westlichen \u00d6ffentlichkeit folgen und besinnungslos zwischen Emp\u00f6rung oder Mitleid und strategischem Sandkastenspiel wechseln. Denn die alten Nahethiken, einst f\u00fcr staatsferne Untertanen entwickelt und im 20. Jahrhundert von der Linken aufpoliert, geben keine Orientierung mehr. Aber das ist ein anderes Thema. Also ist eine entsprechende Fernethik wie die von <strong>Hans Jonas<\/strong> entwickelte gefragt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das war bereits das Problem des Kaisers <strong>Kangxi<\/strong>, der im Interesse der \u201aStaatsr\u00e4son\u2019, des \u201aSystemerhaltung\u2019 oder edler formuliert: des \u201aGemeinwohls\u2019 versuchte, die Handlungen \u201aseiner\u2019 tief gestaffelten B\u00fcrokratie auszubalancieren und zu korrigieren, im Einzelfall ebenso wie pr\u00e4ventiv im Sinne einer Richtlinienkompetenz.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der gebildete westliche Leser wird ihm grausame Entscheidungen wohl \u00fcbel nehmen. Die von J. Spence zusammengetragenen Erz\u00e4hlungen aus dem Landkreis Tancheng in der Provinz Shandong verdeutlichen aber, wie viel h\u00f6her der Preis an Leiden und Zerst\u00f6rungen war, den die Menschen dem Chaos eines Machtvakuums zahlen mussten. Die aus Chroniken zitierten Greueltaten der Banditen und \u201aregul\u00e4ren\u2019 Soldaten sind dieselben wie die von aufst\u00e4ndischen \u201aMilizen\u2019 im Kongo oder\u00a0 die im \u201eSimplicius Simplizissimus\u201c geschilderten Kriegsverbrechen w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriegs in Mitteleuropa. (&#8222;<em>Die Geschichte der Frau Wang &#8211; Leben in einer chinesischen Provinz des siebzehnten Jahrhunderts<\/em>&#8220; 1978, deutsch 1987 im Wagenbach- Verlag, Berlin).<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die von <strong>Hans Jonas<\/strong> aufgestellten Maximen in \u201eDas Prinzip Verantwortung\u201c h\u00e4tten Kangxi sicher gefallen, selbstverst\u00e4ndlich angepasst an seine Zeit und Position. So stellt Jonas am menschlichen Handeln die individuelle Verantwortung dem Element des Gl\u00fccksspiels oder der Wette gegen\u00fcber, hinsichtlich des Ausgangs wie der Nebenwirkungen. Er fragt, um welchen Einsatz man ethisch gesprochen wetten darf. Da es sich nicht vermeiden l\u00e4sst, dass unser Handeln das Schicksal anderer in Mitleidenschaft zieht, muss dies Element der Schuld in allem Handeln oder Nichthandeln \u00fcbernommen werden. \u201e<em>Der Handelnde ist immer gewissenlos<\/em>\u201c, zitiert er Goethe, der \u00fcbrigens als f\u00fcrstlicher Beamter am Weimarer Hof wusste, wovon er sprach. Wieviel von solcher &#8222;Gewissenlosigkeit&#8220; das h\u00f6here ethische Gewissen zulassen kann, ist jeweils Frage einer Kasuisitik der Verantwortung. Prinzipiell sind nach Jonas nur Mutwille und Leichtfertigkeit zu verwerfen \u2013 das hei\u00dft, die Gewissenlosigkeit darf nicht gedankenlos sein; und mutwillig w\u00e4re zum Beispiel der Einsatz des Bedeutenden um nichtiger Ziele willen. So kommen, schreibt er, die furchtbaren aber moralisch vertretbaren Entscheidungen \u00fcber Krieg und Frieden zustande, wo um der Zukunft willen der Einsatz die Zukunft selbst wird. Nur muss man hinzuf\u00fcgen, dass dies nicht wegen der Lockung einer herrlichen, sondern nur unter der Drohung einer f\u00fcrchterlichen Zukunft geschehen darf.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Blick auf die gesamte moderne Welt bilanzierte Hans Jonas im Spiegel-Interview 1992 unter dem Titel \u201e<em>Dem b\u00f6sen Ende n\u00e4her<\/em>\u201c, dass menschheitsgeschichtlich \u201aUntergang\u2019 das tragische Scheitern h\u00f6herer Kultur \u00fcberhaupt bedeuten k\u00f6nne, ihren Absturz in eine neue Primitivierung, dass es zu Massenelend, Massensterben und Massenmorden kommt, dass es dabei zum Verlust aller der Sch\u00e4tze der Menschlichkeit kommt, die der Geist ja auch hervorgebracht hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ich bin mir nicht sicher, ob das Regime in Peking oder seine <em>Thinktanks<\/em> an Hans Jonas\u2019 Ideen zur Verantwortungsethik interessiert sind. Vielleicht sagen sie auch wie damals Kangxi: das hat bei uns der XY bereits gesagt, vielleicht Sunzi (<em>Die Kunst des Krieges<\/em>), im Zweifelsfall Konfuzius. Man hat in China jedenfalls immer wieder zukunftsf\u00e4hige strategische und \u00f6kologische Konzepte nicht nur entwickelt, sondern in Angriff genommen. Macht das uns in unserem kleinteiligen und kleinm\u00fctigen Europa nicht neidisch, wenn wir davon erfahren? Mich jedenfalls. Bereits Kangxi hat die Pr\u00e4vention bei Gefahren sehr ernst genommen, das hie\u00df auch \u00dcberwachung, Zensur und andere Freiheitsbeschr\u00e4nkungen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Der Aspekt \u201eZensur\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich kommt in seinem solchen fern von China gef\u00fchrten Gespr\u00e4ch unweigerlich auch die \u201eZensur\u201c zur Sprache. Mein Freund erz\u00e4hlte auch eine Anekdote vom Surfen im Internet: Deutsche \u00f6ffentlich-rechtliche Nachrichtensendungen wurden nach Themen differenziert zensiert, was sehr aufwendig sein muss.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn aber inzwischen weltweit die bekannten Netzgiganten &#8211; plus professionelle Hacker &#8211; die Kontrolle der Internet-Kommunikation \u00fcbernommen haben und durch niedrige Zugangsschwellen <em>fake news<\/em>, Gewaltbilder, Hasskommentare und <em>shit storms<\/em> erlauben, m\u00fcssen nach langem Z\u00f6gern auch westliche Staaten gegen ihre heiligen Prinzipien der Informations- und Meinungsfreiheit versto\u00dfen. Sie wollten sie ohnehin immer nur selektiv verstanden wissen, gerade im auch ideologisch geteilten Deutschland nach den Nazis. <\/span><span style=\"color: #000000;\">(Juli 2025 : inzwischen erscheint das\u00a0 Produkt &#8218;\u00f6ffentlich -rechtlich&#8216; selber nicht unbedingt vertrauensw\u00fcrdig.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn aber auch in chinesischen St\u00e4dten die Menschen permanent am Tropf des <em>smartphone <\/em>h\u00e4ngen, wie mein Freund einwendet, steht das vielleicht in einem etwas anderen Kontext: die gro\u00dfe Menge unternehmungslustiger Untertanen durch Gew\u00e4hrenlassen in einem flexibel definierten Rahmen zu befrieden, so zynisch das klingen mag.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Der Aspekt \u201eKorruption\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich kommt in einem solchen weitab von China gef\u00fchrten Gespr\u00e4ch unweigerlich auch die \u201eKorruption\u201c innerhalb der Machtelite zur Sprache, Mit welchem Ergebnis? An eine radikale Ausrottung ist in keiner Gesellschaft der Welt zu denken. Auch die chinesischen Kaiser waren damit konfrontiert, und Kangxi hat sich explizit damit auseinandergesetzt. Doch sind bei ma\u00dfvoll tolerierter Korruption Verschwendung und unrechtm\u00e4\u00dfige Aneignung kein Hauptproblem, solange der Primat der Politik \u2013 im Sinne des Gemeinwohls \u2013 gewahrt bleibt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">So sehr sich westeurop\u00e4ische Gesellschaften wegen ihrer \u201egood governance\u201c im Ranking von \u201etransparency international\u201c auf die Schulter klopfen, ihre Politiker sind Gefangene ebenso m\u00e4chtiger wie verantwortungsloser Privatinteressen. So fahren die Manager der Autokonzerne ungebremst und ungestraft ihren Wirtschaftszweig gegen die Wand. So schamlos wie sie haben in den letzten Jahrzehnten auch Vorst\u00e4nde der Gro\u00dfbanken betrogen. Und das Wahlvolk wird sich an ihnen ein Vorbild nehmen, so weit die eigenen schwachen Kr\u00e4fte reichen. Man kann das Notwehr nennen, muss aber nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die Aspekte \u201eParteiherrschaft\u201c und \u201eStaatskapitalismus\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was hierzulande oft als Verteidigung der \u201eParteiherrschaft\u201c disqualifiziert wird, hat den vern\u00fcnftigen Traditionskern, die \u00f6konomische Elite unter Vormundschaft zu stellen. Die Porzellanmanufakturen um <strong>Jingdezhen<\/strong>, eine wenigen Jahrhunderten noch im Weltma\u00dfstab boomende Exportindustrie, kann als Modell eines Staatskapitalismus dienen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sie gedieh auch unter &#8211; partieller &#8211; Kontrolle der kaiserlichen B\u00fcrokratie. Diese reichte hinunter bis zur Verwaltung des zeitweise riesigen Industriegebiets, und dort bis zum f\u00fcr seine Gasse pers\u00f6nlich verantwortlichen Blockwart hinunter. Kaiserliche Manufakturen kooperierten wo n\u00f6tig mit den Steuern zahlenden privaten Produzenten, die ihr Geld haupts\u00e4chlich im Au\u00dfenhandel verdienten. Das Regime konnte sich auf den Erfindergeist und den Gesch\u00e4ftsinn der Unternehmer verlassen. Um die Qualit\u00e4tssicherung im privaten Sektor musste sie sich nicht k\u00fcmmern. Die \u00fcbernahm der internationale \u201aMarkt\u2019.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit Versp\u00e4tung entwickelten sich in Westeuropa leider zwei gegens\u00e4tzliche Industrialisierungkonzepte, eines mit b\u00fcrokratischer &#8211; \u201amerkantilistischer\u2019- Qualit\u00e4tssicherung um jeden Preis, womit Frankreich schon im 18.Jahrhundert ins Hintertreffen geriet, und das eines <em>laisser-faire-<\/em>Kapitalismus in England. Letzterer setzte sich global durch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Uneingeschr\u00e4nkte individuelle Freiheit wird bei uns immer heftiger als europ\u00e4ische \u201aErrungenschaft\u2019 glorifiziert, obwohl sie westliche Gesellschaften zu sprengen droht. Im Ringen mit dem international gewordenen Gro\u00dfkapital hat das Prinzip schon dazu gef\u00fchrt, dass <em>Global Players<\/em> alle Gesetzgeber, deren Kontrollb\u00fcrokratie, Bankenaufsicht und die detailverliebte blinde Justitia vor sich hertreiben. Wenn niemand sonst das letzte Wort hat, hat das freie Kapital das letzte Wort. In der Volksrepublik war das Kapital bisher hingegen immer noch ein wenig das vogelfreie Kapital. Auch bei \u201aJoint Ventures\u2019 hatte bisher immer die chinesische Seite ein \u00dcbergewicht. Warum sollte das chinesische Regime sich dieses vorteilhafte Prinzip abschwatzen lassen, wo doch mit Trump ein amerikanischer Pr\u00e4sident zeigt, wie weit \u201aFreihandel\u2019 sich kneten l\u00e4sst?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und damit enden wir mit einer abrupten Wendung \u00fcberraschend bei der speziellen Kunst der Manufakturen in Jingdezhen, eine besonders feine Porzellanerde zu bereiten, zu formen und erfolgreich zu brennen. Ausschuss gibt\u2019s immer.<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Postscriptum den Tag darauf: Darknet<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein Feature in 3sat (8.9.17, 20.15) \u00fcber das &#8222;Darknet&#8220;. Nicht\u00a0 erst beim Streiflicht auf den Firewall der VR China erscheint mir meine Darstellung irgendwie unangemessen harmlos, eben kn\u00f6chern, blutleer. Als h\u00e4tte ich etwas nicht begriffen&#8230;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Begonnen hat das Feature mit praktischen Ratschl\u00e4gen zum Ausprobieren, geht dann auf\u00a0 kriminelle bis menschenverachtende Aktivit\u00e4ten ein, denen das &#8222;Darknet&#8220; das &#8222;Tor&#8220; \u00f6ffnet, sowie auf die Probleme der Beh\u00f6rden. Davon entfernen wir uns mit der Reportage allm\u00e4hlich im Gespr\u00e4ch mit wechselnden Partnern, welche die Reporterin an die Hand nehmen und f\u00fcr das &#8222;Darknet&#8220; als Zuflucht werben, f\u00fcr Verfolgte ebenso wie f\u00fcr ihre Nerd-Utopie des freien anonymen Internets. Die Aufmerksamkeit wandert sich \u00fcber Edward Snowdon zu verfolgten Journalisten in der T\u00fcrkei und\u00a0 Dissidenten in Syrien und m\u00fcndet bei einem jungen Menschen in China, der im &#8222;Darknet&#8220; verzweifelt die individuelle Freiheit sucht, die er &#8218;drau\u00dfen&#8216; in seiner Gesellschaft nicht findet. Ich glaube sein pers\u00f6nliches Leiden nachvollziehen zu k\u00f6nnen, aber es macht doch keinen Sinn, wenn westliche Medien ihm f\u00fcr sein Bed\u00fcrfnis ein\u00a0 &#8218;informationelles Menschenrecht&#8216; ohne praktischen Nutzen in seiner Lebenswelt anbieten?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Visionen romantischer freier K\u00e4mpfer im durch Verschl\u00fcsselung anonymen digitalen Untergrund k\u00f6nnten \u00fcbrigens vom Vil\u00e9m Flusser der achtziger Jahre inspiriert sein, als er das technologische Wettr\u00fcsten zwischen kompetenten Individuen und &#8222;dem Apparat&#8220; als letzte Freiheitsperspektive prognostizierte. Ihm war freilich klar, welche Seite Sieger bleiben w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Strickmuster des Features finde ich die &#8218;Glorifizierung unbeschr\u00e4nkter individueller Freiheit&#8216; wieder, von der ich oben sprach, eine Glorifizierung, welche die Kosten vergisst und die Risiken f\u00fcr den westlichen Rechtsstaat ausblendet. Wollen &#8222;wir&#8220; &#8211; in diesem Moment vom Medium 3sat vertreten &#8211; etwa nicht den Preis f\u00fcr den Schutz unserer verfassungsm\u00e4\u00dfigen Freiheiten zahlen, soll der gratis sein?\u00a0\u00a0 &#8222;Wir&#8220;\u00a0 wollen wie kleine Kinder Alles und das gleich. Unserer 1968er-Generation hat man lange diese Mode vorgeworfen. Neue Generationen scheinen auf allen m\u00f6glichen Gebieten aber noch viel ungehemmter extreme Positionen\u00a0 zu vertreten und zu leben. &#8222;Grenzen&#8220; und &#8222;Grenzen setzen&#8220; ist in weiten Kreisen zum &#8222;Unwort&#8220; geworden. Na denn Gute Nacht.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0Zweites Postskriptum : Nordkorea, USA, China<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die nukleare Aufr\u00fcstung und provokative Raketenstarts Nordkoreas sind seit Wochen in den Schlagzeilen. Die Bedrohung, sagt man uns, wird immer gr\u00f6\u00dfer. Gestern ist der rotblonde Sheriff aus Amerika mit Gegendrohungen vor gro\u00dfem Publikum voll aus der Deckung gegangen. Er steht\u00a0 in einer virtuellen Kinokulisse der 50er Jahre auf der staubigen Gasse, die H\u00e4nde neben den Colts und wartet, ob Kim Yong Il endlich kommt. Er droht ihm und seinem Land etwas an, das den Nachbarn \u00fcberhaupt nicht gefallen kann: v\u00f6llige Zerst\u00f6rung. Da w\u00e4ren doch betr\u00e4chtliche Kollateralsch\u00e4den unvermeidlich. Will er damit etwa die im Eingang des Saloon wie unbeteiligt herumstehenden Chinesen unter Druck setzen? <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das einzige Drohpotential liegt bei den Chinesen, sagt man, und in zweiter Linie bei dem sibirischen Anrainer Putin, den wir hier gleich wieder vergessen. Jeder fragt sich: Warum tun die nichts? Die k\u00f6nnten den Kim doch erdrosseln, r\u00f6sten, in mundgerechte St\u00fccke teilen und fr\u00fchst\u00fccken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch warum <span style=\"text-decoration: underline;\">sollten<\/span> sie momentan etwas tun?\u00a0 Wo doch Donald <\/span><span style=\"color: #000000;\">T. Duck\u00a0 <\/span><span style=\"color: #000000;\">als j\u00e4hzorn&#8217;ger Ritter von der traurigen Gestalt f\u00fcr ein imagin\u00e4res Duell posiert. Endlich ein &#8218;Stellvertreterkrieg&#8216; der USA &#8211; &#8218;America First&#8216; &#8211; als S\u00fchne f\u00fcr die vielen Stellvertreterkriege anderer? Viel wahrscheinlicher ist ein verstohlener R\u00fcckzug <\/span><span style=\"color: #000000;\">der USA &#8211; dem aus Vietnam vergleichbar. Der k\u00e4me China doch nur recht. Die USA fallen China seit 1949 l\u00e4stig &#8211; als Schutzmacht der Philippinen, Taiwans, Japans und S\u00fcdkoreas und mit ihren St\u00fctzpunkten (Guam). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wartet die VR China also die weitere Entwicklung der Krise in Ruhe ab, um irgendwann die letzte Rettung zu sein, f\u00fcr das abtr\u00fcnnige Taiwan, das historisch undankbare Korea und das vergreisende hohlk\u00f6pfig nationalistische Japan? Alle geh\u00f6rten sie einmal zur gro\u00dfen Familie! Warum nicht erneut?\u00a0 W\u00e4re das etwa unmoralisch?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Jetzt fehlt mir nur noch ein passendes Zitat ihres Gro\u00dfen Strategen<strong> Sunzi<\/strong>\u00a0 (um 544 v.Chr.)\u00a0 in &#8222;Die Kunst des Krieges&#8220;. Aus taiwanesischem Munde habe ich es vor ein paar Jahren bereits geh\u00f6rt.\u00a0 Etwas von Fr\u00fcchten, die einem schlie\u00dflich von selbst in den Scho\u00df fallen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Vorher ist vielleicht ein anderes Zitat auch nicht ohne Witz: &#8222;Schw\u00e4che die feindlichen Anf\u00fchrer, indem du ihnen Schaden zuf\u00fcgst; machen ihnen Schwierigkeiten und halte sie st\u00e4ndg in Atem; t\u00e4usche sie mit Verlockungen und lasse sie jeweils zu dem Ort eilen, den du bestimmst.&#8220;\u00a0 <\/span><span style=\"color: #000000;\">(c : James Clavell, dt. 1988,1999 S.81)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<strong> 20. Sept. 2017<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Erster Upload am 17. 9. 2017 Ein Gespr\u00e4ch mit einem Freund, der gerade wieder in China gereist ist, wird Anlass, \u00fcber die passende Distanz zu China nachzudenken. 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