{"id":7614,"date":"2017-05-16T18:06:27","date_gmt":"2017-05-16T16:06:27","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7614"},"modified":"2026-01-17T13:29:12","modified_gmt":"2026-01-17T12:29:12","slug":"carl-linfert-reiz-der-dilettantenbilder-f-z-1932","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7614","title":{"rendered":"&#8222;Reiz der Dilettantenbilder&#8220; &#8211; Carl Linfert &#8211; Fritz Wiegmann &#8211; Erich Wolters"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\">Unter den wenigen aufbewahrten Zeitungsartkeln in Wiegmanns Nachlass befindet sich\u00a0 ein langer Beitrag aus dem Feuilleton der Frankfurter Zeitung vom 15. Januar 1932: \u201eUnterirdische Malerei. \u00dcber den Reiz der Dilettantenbilder\u201c von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_Linfert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carl Linfert (Link)<\/a>. <!--more--><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7617\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932-281x360.jpg\" alt=\"Unterirdische Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932\" width=\"159\" height=\"204\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932-281x360.jpg 281w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932-703x900.jpg 703w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932-624x799.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932.jpg 1061w\" sizes=\"auto, (max-width: 159px) 100vw, 159px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7615\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0001-249x360.jpg\" alt=\"Unterirdische Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0001\" width=\"146\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0001-249x360.jpg 249w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0001-624x901.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0001.jpg 1040w\" sizes=\"auto, (max-width: 146px) 100vw, 146px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7616\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0002-255x360.jpg\" alt=\"Unterirdische Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0002\" width=\"149\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0002-255x360.jpg 255w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0002-637x900.jpg 637w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0002-624x882.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Unterirdische-Malerei-C.Linfert_FZ-15.1.1932_0002.jpg 1061w\" sizes=\"auto, (max-width: 149px) 100vw, 149px\" \/><\/a><em>Anklicken!<\/em><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">1900 geboren, promovierte Linfert 1927 in Kunstgeschichte, volontierte an mehreren K\u00f6lner Museen und schrieb 1930 bis 1943 als Korrespondent und Redakteur f\u00fcr die Frankfurter Zeitung, zuletzt in Berlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob die zweimalige Erw\u00e4hnung der <span style=\"color: #808080;\"><strong>Sammlung von Wolters\u2019 \u201eDilettantenbildern\u201c und der Ausstellung in K\u00f6ln<\/strong><\/span> ausreicht, um die langj\u00e4hrige Aufbewahrung des kunsthistorisch anspruchsvollen und apodiktisch wertenden Textes\u00a0 zu erkl\u00e4ren?<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Inhalt<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Ich straffe die Eckpunkte seines Gedankenganges, auch <em>die Zitate<\/em>:<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Linfert beginnt mit einer soziologischen Analyse des aktuellen Dilettantismus. <em>Es gibt heute keinen Lebensstil mehr, der die Kunst voll umfasst (wie zuletzt noch im Barock) und der allein noch das \u201aIdeal\u2019 des Dilettanten erm\u00f6glichen w\u00fcrde, auch der M\u00e4chtige, der heute ein Dilettant der K\u00fcnste sein wollte in der Art, wie es ihn in der Renaissance gegeben hat, w\u00e4re ein groteske Figur.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Folgenden beschr\u00e4nkt er sich auf den <em>Malerdilettantismus unter Kleinb\u00fcrgern, die sich mit Not, oft auch mit Selbstt\u00e4uschung vor der Proletarisierung zu bewahren suchen. In ihren Bildern wird eine ganze Welt alter Vorstellungsreste festgehalten und mit einem dumpfen optischen Instinkt, ja sogar mit einem bestimmten optischen Formelwesen aufbewahrt, das \u00fcberall gleich ist.<\/em> <em>Nichts akademisch Komfortables, nichts von Kulturg\u00fctern steckt in dieser Malweise<\/em>. Die alten Dilettanten h\u00e4tten wenigstens die k\u00fcnstlerischen Mittel ihrer Zeit beherrscht, aber <em>nicht angewandt in der Sehweise ihrer Zeit<\/em>. Gemeinsam sei neuen und alten Dilettanten, dass sie aus kollektiven Residuen sch\u00f6pfen, \u201e<em>dass sie das Irdische\u201c von ererbten Sehvoraussetzungen aus<\/em> , <em>sozusagen mit Hilfe von Anschauungsvorurteilen<\/em> betrachteten, daher der Titel <em>unterirdische Malerei<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Eigentliche wahrer Kunst definiert er als <em>die gro\u00dfe Formerfindung, d.h. die anschauliche Aufdeckung eines bisher verborgenen St\u00fccks der Welt<\/em> oder auch <em>als besondere und bewusste Formbem\u00fchung<\/em>.<\/p>\n<p>Wegen der <em>Entwicklung der nachimpressionistischen Kunst<\/em> diagnostiziert er eine gro\u00dfe Verwechslungsgefahr des Dilettantismus mit der bewussten Anwendung <em>optischer Schemen des Dilettantismus<\/em> durch K\u00fcnstler. Solche, die dabei <em>lediglich \u00e4sthetenhaft dem \u201aReiz\u2019 des Dilettantischen folgen,<\/em> h\u00e4lt er <em>entweder<\/em> f\u00fcr<em> dumm oder <\/em>f\u00fcr <em>Schwindler<\/em>. Die Unterscheidung sei aber nur im Einzelfall vorzunehmen,.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er skizziert <em>Entwicklung der nachimpressionistischen Kunst<\/em> als Abfolge von Krisen, im Grunde aber bereits <em>seit einem Jahrhundert<\/em>: <em>seit die K\u00fcnste ihre \u00c4u\u00dferungsform aus einem sozial nur noch mittelbaren, jeder sozialen Breite ihrer Wirkung entr\u00fcckten Bezirk entnehmen<\/em>, sind <em>die Umrisse der Kunst in dieser Weise gef\u00e4hrdet<\/em>. <em>Die Bilder Picassos, Hofers, Noldes, Klees, selbst Cezanne erwuchsen aus dieser Absonderung<\/em>. Sie schwankten <em>zwischen abseitigem experimentellem Ernst und jener \u00dcberheblichkeit der sozial kaltgestellten Form, die man als Snobismus bezeichnen muss<\/em>. St\u00e4ndig rede man <em>von l\u2019art pour l\u2019art, Experiment, Konstruktion und dem sozialen Motiv<\/em>. <em>Der Expressionismus warf einen Teil der optischen Kunstmittel \u00fcber Bord. Die Skala der Valeurs und damit der artistischen Feinheiten wurde verk\u00fcrzt<\/em>\u201c, sogar in Frankreich: <em>bei Matisse und Dufy<\/em> <em>verbrockt die Farbe in haltlose Fl\u00e4chen<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann: <em>Schon mit dem Impressionismus begann sich der Gegenstand zu verlieren. Das impressionistische Malen war zu sehr das Sehen selbst, der Reiz des Eindrucks, als dass noch gen\u00fcgend Substanz h\u00e4tte bleiben k\u00f6nnen. Die abstrakte Kunst war entstanden, um dieses Gebiet optischer Schlemmerei zu reinigen. Aber sie bot zu wenig, wurde leer, und der Gegenstand musste auf neue Weise gesucht werden: nicht mehr mit optischer Kunstfertigkeit, sondern nur in der kompakten Aufmachung einer starren, signalhaften Drastik der Objekte<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich schien es das Einfachste, die <em>dilettantische Simplizit\u00e4t <u>selbst<\/u> mit aufzunehmen in die Experimente der heutigen Kunstvorstellung<\/em>.<em>\u2019Die Kenner\u2019 glauben sich, gelegentlich der \u201anaiven Darstellerfreude\u2019, an den Quellen der Kunst zu befinden. Hier kommen die Zweifel von selbst; denn diese gezierte Freude am Naiven ist zugleich, als Kunstauffassung, ein \u201anaiver\u2019 Primitivismus, der es in schematischer Gr\u00fcndlichkeit auf die Herkunft der Kunst abgesehen hat und dabei ihr Wesen unterschl\u00e4gt.<\/em>\u201c<\/p>\n<h4>Wiegmann und Wolters<\/h4>\n<p>Bezeichnet dieser Text nicht die damalige Krise der k\u00fcnstlerischen Form, wie Wiegmann sie erlebte? Passt er nicht sehr gut auf die <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5050\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von ihm <strong>1936 beschriebene<\/strong><\/a><strong> Abwendung<\/strong> von den Doktrinen und Rezepten der Moderne? Gab vielleicht dieser Artikel den Ausschlag, beherzt bei den Alten Meistern Rat zu suchen? <em>Deren Studium f\u00fchrte ihn dazu, sich ihrer F\u00fchrung und Inspiration zu \u00fcberlassen und der Schule der Moderne den R\u00fccken zu kehren <\/em>(<em>\u201ato go back from the modern school\u2019<\/em>)<em>) Auf seinen Reisen durch diese L\u00e4nder nahm er die moderne Entwicklung von diesen Meistern aus in den Blick &#8230;. <\/em>(\u00dcbersetzung DvG)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiegmann war sich mit Linfert einig in der Behauptung einer Kontinuit\u00e4t in der bildenden Kunst, soweit sie den Namen \u201aKunst\u2019 verdienen sollte. Auch sein Vergleich von europ\u00e4ischem mit chinesischem Kunstverst\u00e4ndnis (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=6927\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Manuskript 1936<\/strong><\/a>) macht das deutlich. So erinnere ich aus seinem Kunstunterricht in den F\u00fcnfziger Jahren seine Forderung, Farbigkeit aus wenigen \u201eGrundfarben\u201c zu mischen, wo die Eltern den Kindern extra mehrst\u00f6ckige Farbk\u00e4sten gekauft hatten, und die F\u00f6rderung einer Balance zwischen Bildaufbau und Gegenst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n<div id=\"attachment_7620\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Erich-Wolters-u.-Maler-Lefevre-Ausst.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7620\" class=\"size-medium wp-image-7620\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Erich-Wolters-u.-Maler-Lefevre-Ausst-360x171.jpg\" alt=\"Wolters im Atelier Lef\u00e8vre und Ausstellung K\u00f6ln\" width=\"360\" height=\"171\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Erich-Wolters-u.-Maler-Lefevre-Ausst-360x171.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Erich-Wolters-u.-Maler-Lefevre-Ausst-900x428.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Erich-Wolters-u.-Maler-Lefevre-Ausst-624x296.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Erich-Wolters-u.-Maler-Lefevre-Ausst.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7620\" class=\"wp-caption-text\">Wolters im Atelier Lef\u00e8vre und Ausstellung K\u00f6ln (Nachlass Wgm.)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gewiss erg\u00e4nzte Linferts Artikel auch die eigene Auseinandersetzung mit Wolters\u2019 Sammlung und der K\u00f6lner Ausstellung, die unter seinen Fotos auff\u00e4llig gut vertreten ist, freilich beschr\u00e4nkt auf die Bilder Lef\u00e8vres ohne die historischen &#8218;Dilettanten&#8216;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwei Dinge sagt Carl Linfert \u00fcber Wolters:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er h\u00e4lt erstens <em>einer der besten Sammlungen dieser Art<\/em> zugute, sie vermittle Einsichten in die heutige Problematik des Dilettanten wie \u201ader Kunst\u2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Vorzug der Sammlung Wolters sei es auch, <em>dass neben Dilettanten der letzten Jahrzehnte, die oft fl\u00e4chig, kreidig und mit der Aufri\u00dfstrichelung der Kinder malen, solche des 19.Jahrhunderts zu sehen sind. Da findet man noch die harten mineralisch leuchtenden Farben der Canaletto-Vedute, die reichen erdigen T\u00f6ne Courbets, die gehauchte Farbmaterie Corots und die hell schwimmende der Impressionisten&#8230;.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Wiegmann gab in seiner undatierten &#8218;Schreib\u00fcbung&#8216; in den sechziger Jahren &#8211; <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5936\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Link<\/strong><\/a><strong> zu:\u00a0 Wiegmann abseits des &#8218;Kunstbetriebs&#8216;<\/strong>\u00a0 &#8211; eine sp\u00e4te Antwort auf Linferts Thesen.\u00a0 Mir jedenfalls wird sie nach diesemText verst\u00e4ndlicher.<\/p>\n<p>Wiegmann\u00a0 thematisiert:<\/p>\n<ul>\n<li>ein der Moden und Parolen m\u00fcde gewordenes, abgestumpftes Publikum, denn jede Saison wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben.<\/li>\n<li>den Druck auf die K\u00fcnstler, durch die jeweils <em>aktuellen<\/em> <em>Beurteiler und Kritiker<\/em>\u201a<em>im Gespr\u00e4ch<\/em>\u2019 zu bleiben, indem man ihnen mit <em>neuen Einf\u00e4llen<\/em> zu gefallen sucht. Wiegmann spricht auch vom Anpassungsdruck der diversen \u201a<em>Malergruppen<\/em>\u2019 und <em>Galerien.<\/em><\/li>\n<li>Er thematisiert das Problem der <em>Werkspionage<\/em> : <em>Wom\u00f6glich war der Nachahmer der Geschicktere<\/em>!<\/li>\n<li><em>Ernst ist das Leben, heiter die Kunst &#8211; Das war einmal<\/em>!<\/li>\n<li>Wiegmanns entnimmt die Beispiele ungl\u00fccklicher Lebensverl\u00e4ufe und Fehlurteile\u00a0 bewusst dem 19. Und 20. Jh.! F\u00fcr die Epochen davor schreibt er: <em>Verkannte Genies scheint es doch kaum gegeben zu haben<\/em>. Das zu erwartende Gegenbeispiel <em>Rembrandt<\/em>\u2019 entkr\u00e4ftet er n\u00fcchtern als Selbstsch\u00e4digung durch das Gesch\u00e4ftsgebaren.<\/li>\n<li>Zur\u00fcck in die Moderne! Bevor man mangelndes <em>Verst\u00e4ndnis der Zeitkunst\u2019 <\/em>beklage, solle man fragen: <em>Wer versteht die Zeit, ehe er die Kunst verstehen will?<\/em>, spricht \u2013 wie Linfert von \u201aAbsonderung\u2019 &#8211; von einem <em>elfenbeinernen Turm<\/em>, fragt: <em>Sind ihre Probleme diejenigen unserer Zeit?<\/em> Im Horizont der Ausstellung \u201a<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5936\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ersehnte Freiheit<\/a>\u2019 (Museum Giersch 2017) erscheint \u201aKunst\u2019 eher als Selbstherapie oder (post-)pubert\u00e4re Jugendkultur<\/li>\n<\/ul>\n<p>konkreter:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; <em>Ist unsere Zeit nur die Zeit technischer Versuche? Der Experimente<\/em>? So wie das Flusser als einziges relevantes Paradigma sehen wollte. Ein Zur\u00fcckschrecken war nicht erlaubt, weil das der endg\u00fcltigen \u201aShoa\u2019 der gesamten Menschheit im Weg stand.<\/li>\n<li>&#8211; <em>\u201a&#8230;. der Verbl\u00fcffungen? Der Moden? Der v\u00f6lligen Negierung aller sozialen N\u00f6te und Verwirrungen?<\/em>\u2019 &#8211; \u201aKunst\u2019 als Teil der Luxus(industrie) und Ignoranz, wie sie f\u00fcr mich immer noch g\u00fcltig in Huxleys Roman \u201eBrave New World\u201c (1932) verk\u00f6rpert wird.<\/li>\n<li>&#8211; <em>F\u00fcnf Minuten vor der Atombombe haben wir die Verpflichtung, die Bildformen zu zertr\u00fcmmern? Was kommt danach? &#8230;. Keine Lust etwas zu verhindern?<\/em> Und schlie\u00dflich: <em>Gleichschaltung<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wiegmanns Kritik am &#8218;Kunstbetrieb&#8216;, soweit sie den Horizont der Argumentation Linferts \u00fcberschreitet, diskutiere ich im <strong>Ausstellungsbericht &#8222;<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5936\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ersehnte Freiheit<\/a>&#8230;..&#8220;<\/strong>, gegenw\u00e4rtig (Mai 2017) im Museum Giersch in Frankfurt\/Main zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter den wenigen aufbewahrten Zeitungsartkeln in Wiegmanns Nachlass befindet sich\u00a0 ein langer Beitrag aus dem Feuilleton der Frankfurter Zeitung vom 15. Januar 1932: \u201eUnterirdische Malerei. \u00dcber den Reiz der Dilettantenbilder\u201c von Carl Linfert (Link).<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-7614","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kunstkommissar"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7614","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7614"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7614\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16576,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7614\/revisions\/16576"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7614"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7614"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}