{"id":7185,"date":"2017-04-29T10:10:14","date_gmt":"2017-04-29T08:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7185"},"modified":"2020-05-21T11:12:25","modified_gmt":"2020-05-21T09:12:25","slug":"die-reise-in-den-westen-ein-buch-monster-bei-reclam","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7185","title":{"rendered":"Mit Reclam zu Wu Cheng-en : \u201eDie Reise in den Westen\u201c"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #333333;\">12. August 2017<\/span><\/strong><\/h4>\n<p><strong><span style=\"color: #333333;\">Ich war entt\u00e4uscht. Jetzt habe ich den Band in der Ruhezone eines\u00a0 bekannten Buchkaufhauses entspannt auf den Knien gehabt und alles war halb so schlimm: Vor allem der Satzspiegel liest sich gut, die Erz\u00e4hlung ohnehin. Sie bleibt nat\u00fcrlich unendlich redundant. &#8218;Verschlingen und Vergessen&#8216;. Soviel &#8218;Ruhestand&#8216; werde ich hoffentlich nie haben. Und kein Krankenlager sollte so lange andauern. F\u00fcr die unten vorgeschlagene Alternative &#8222;Monkeys Pilgerfahrt&#8220;\u00a0 kam ich damals mit zwei Tagen hin. Ob das inzwischen angebotene e-Book\u00a0 die L\u00f6sung ist, m\u00f6chte ich bezweifeln, und selbst das eB ist s\u00fcndhaft teuer (um die siebzig). Transparentes D\u00fcnndruckpapier ist nicht wirklich ein Ungl\u00fcck. Und schlie\u00dflich finden sich im Text auch die vermissten Anmerkungen wieder. Wunder der Wahrnehmung!<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>8.M\u00e4rz 2017<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Kinderprogramm KIKA tritt ein extrem dickleibiges und schwerf\u00e4lliges Riesenschaf auf, in der Herde von \u201eShaun das Schaf\u201c (Aardman). Daran erinnert mich die hochgelobte erste vollst\u00e4ndige deutsche \u00dcbersetzung von (<em>dreimal Trommelwirbel!<\/em>) \u201eDie Reise in den Westen\u201c, ein ma\u00dflos aufgeblasenes Reclamheft von \u00fcber dreizehnhundert Seiten. Gleich zwei prestigetr\u00e4chtige Lobeshymnen erschienen an einem Wochenende in FAZ und SZ zur Premiere. Aber \u00fcber die inneren Werte verga\u00dfen die Rezensenten die \u00e4u\u00dferen. Es handelt sich schlie\u00dflich nicht um einen Staubsauger, sondern um ein BUCH. Das ist mir schon deshalb pr\u00e4sent, weil das Werk den Deutschen BUCHpreis erhalten soll. Das munkelten jedenfalls heute die Buchh\u00e4ndler.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">RECLAM kennt jeder von den Heftchen, den bl\u00f6kenden Sch\u00e4fchen der literarischen Schulbildung, die schon mit ihrer Aufmachung kundtaten: <em>Ich bin brav, ich werde dich nicht \u00fcberfordern<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den ersten Blick: Gelber Pappband ohne \u201eSchutzumschlag\u201c \u2013 zugegebenerma\u00dfen ein h\u00e4ssliches Wort, also sage ich blo\u00df: Das Ding ist unverpackt, was heute sonst nur auf W\u00fchltischen vorkommt. Daf\u00fcr bietet es eine empfindliche Oberfl\u00e4che, die auf den geringsten Staubflusen oder Nasenpopel zu lauern scheint. Als ich dem Buch am Montag nach den Rezensionen zum ersten Mal begegnete, war es das letzte Exemplar &#8211; in den H\u00e4nden eines konkurrierenden kaum j\u00fcngeren Ehepaars und vor allem: Es war von Schutzfolie umgeben. Schutzfolie \u2013 Wenn man sie doch zum Anschauen und Lesen nicht entfernen m\u00fcsste! Doch das ist Utopie und eine reaktion\u00e4re obendrein! (Wann werden wir H\u00e4ppchen von B\u00fcchern am Kopfh\u00f6rer vorgestellt bekommen? Wann werden wir einzelne Kapitel kaufen oder auf Zeit leasen?)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sessel, Couch oder gar Bett? Nicht daran zu denken. Am einfachsten ist das Schwergewicht noch an sauberen Bibliothekstischen zu &#8218;konsultieren&#8216;. Zum ersten Mal in meinem Leben warte ich auf das e-Book oder eigentlich nur auf das H\u00f6rbuch. Soll sich ein Anderer mit der Textvorlage abm\u00fchen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kam in die Buchhandlung und hoffte, beim Einlesen an einem kleinen Tischchen Ruhe zu finden \u2013 f\u00fcr achtundachtzig Euro darf man das erwarten &#8211; vergeblich: Hinter den W\u00f6rtern waren in dem D\u00fcnndruckpapier schon die Schatten von ebenso vielen weiteren auf der R\u00fcckseite zu sehen. Oder wahlweise die Schatten von Holzschnitten. Nach dem Umbl\u00e4ttern sahen die allerdings aus wie schlechte Fotokopien. Chinesische Buchillustrationen sind ohnehin ein Muster an Untertreibung. Da wird der erotischste Moment zum Holzschnitt, immer in der Totalen mit lauter nichtssagenden Details.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit siebzig, achtzig Jahren zeigen deutschsprachige\u00a0 Ausgaben klassischer chinesischer Romane, wie man es machen muss, die von INSEL, KIEPENHEUER (1940), DIE WAAGE oder ARTEMIS: Angemessene Druckgr\u00f6\u00dfe, oft ein eher schmaler Satzspiegel, ausreichend dichtes Papier, mittleres Gewicht, f\u00fcnfhundert bis neunhundert Seiten pro Band.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Originale altchinesischer Romane sind alle gek\u00fcrzt, aber RECLAM h\u00e4tte ja zwei B\u00e4nde konzipieren k\u00f6nnen statt des Riesen. Wer 88 \u20ac zu zahlen bereit ist, w\u00fcrde auch zehn Prozent mehr verschmerzen, aber das schien die Kalkulation nicht herzugeben. Der \u00dcbersetzerin wollte man es wohl aus sozialen Gr\u00fcnden nicht vom Lohn abziehen. Vielleicht hatte man sich aber nur in den Vorsch\u00fcssen verrechnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder liege ich ganz falsch? Geht es nur um ein BUCH f\u00fcr den B\u00dcCHERschrank? Zu richtigen <em>Coffee Table Books<\/em> scheint RECLAM ja nicht f\u00e4hig. Bei dem sch\u00e4bigen R\u00fccken braucht man immerhin einen am Taxieren feiner Markenunterschiede geschulten Blick. Der geht Leuten wie mir ab, l\u00e4sst sich aber durch BUCHpreise und BUCH-Rezensionen sch\u00e4rfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach alter Gewohnheit wollte ich mich \u2013 ein Roman! \u2013 in die Fluten der Erz\u00e4hlung st\u00fcrzen, aber da landete ich ganz schnell auf dem Bauch, bei einem Vorkurs in chinesischer Esoterik. Einige Dutzend Seiten sp\u00e4ter ging es dann aber los \u2013 na ja \u2013 und man bekam auch bald seinen D\u00e4mpfer: Der sympathische antiautorit\u00e4re \u201eSteinaffe\u201c ist f\u00fcr den Rest der Erz\u00e4hlung einem beschr\u00e4nkten \u2013 <em>egal!<\/em> aber \u2013&#8217;buddhistischen&#8216;\u00a0 Kleriker ausgeliefert. Beim Durchsehen wundert mich \u00fcbrigens die geringe Zahl der Anmerkungen, die den versprochenen spirituellen Gehalt dem interessierten Laien auf jeder Seite un\u00fcbersehbar machen w\u00fcrden. Auch kein Register, daf\u00fcr viel Text. Wer den Mut hat, zu markern, anzustreichen oder zu kommentieren \u2013 das Exemplar ist eh versaut \u2013 bekommt wohl auch die erhofften Einsichten.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Gibt es eine Alternative?<\/h4>\n<div id=\"attachment_7488\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Illustr.p.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7488\" class=\"size-medium wp-image-7488\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Illustr.p-360x264.jpg\" alt=\"&quot;Monkeys Pilgerfahrt &quot;1947 Illustr.p. 7 von Georgette Boner\" width=\"360\" height=\"264\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Illustr.p-360x264.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Illustr.p-624x457.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Illustr.p.jpg 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7488\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Monkeys Pilgerfahrt &#8222;1947 Illustr.p. 7 von Georgette Boner<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verbinde mit der deutschen Ausgabe von 1947 im schweizer ARTEMIS-Verlag intensive und positive Erfahrungen in der gemeinsamen Lekt\u00fcre. Ihr Spannungsbogen half zum Beispiel, meine junge Ehe zu festigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erschrecke heute\u00a0 fast\u00a0 \u00fcber das Ausma\u00df der K\u00fcrzungen in der alten ARTEMIS-Ausgabe. Ist das wahr: Nur noch vierhundertsechzig gro\u00df gedruckte Seiten? Doch im Vorwort von Arthur Waley stehen vern\u00fcnftige Grunds\u00e4tze: \u201eDas urspr\u00fcngliche Buch ist von unendlichem Umfang und wird gew\u00f6hnlich in gek\u00fcrzten Fassungen gelesen.\u201c\u00a0 Es waren \u201eBausteine\u201c, die dem Autor &#8211; oder vielleicht besser &#8211; Kompilator Wu Cheng-en zur Verf\u00fcgung standen! Waley bekennt, lieber \u201ezahlreiche Episoden ausgelassen\u201c zu haben als jede einzelne bis zur Unkenntlichkeit zu k\u00fcrzen. Das Weglassen von Gedichten ist vielleicht auch schade, aber in einem Roman nicht unverzichtbar. Die Erz\u00e4hlung der beiden Schweizer \u00dcbersetzerinnen\u00a0 &#8211;\u00a0 sicher im Dialog entstanden &#8211; ist frisch. Wurden sie etwa befl\u00fcgelt durch die M\u00f6glichkeit weiterer Straffungen? Dass die eine, Georgette Boner, die temperamentvollen Illustrationen geschaffen hat, gibt mir Vertrauen in ihre \u00dcbertragung des Werks \u2013 selbst wenn sie aus zweiter Hand, aus der von Arthur Waley ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_7489\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Ill.p.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7489\" class=\"size-medium wp-image-7489\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Ill.p-360x257.jpg\" alt=\"&quot;Monkeys Pilgerfahrt&quot; 1947 Illustr.p. 235, 17.Kap., von Georgette Boner\" width=\"360\" height=\"257\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Ill.p-360x257.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Ill.p-624x446.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Monkeys-Pilgerfahrt-Ill.p.jpg 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7489\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Monkeys Pilgerfahrt&#8220; 1947 Illustr.p. 235\u00a0 von Georgette Boner<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Spiritualit\u00e4t, wenn Buddhismus nicht schlicht daherkommt, dann ist mir daran zuviel &#8218;Religion&#8216;. Sollen die B\u00fccherw\u00fcrmer sich an den Finessen vergn\u00fcgen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">29. April<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Kommilitonin meines Antiquars soll ge\u00e4u\u00dfert haben, auch die \u00dcbersetzung sei voll daneben. <em>Fake News<\/em>? <strong>Am Freitag, den 28.4.17 trat die \u00dcbersetzerin Eva L\u00fcdi-Kong in Frankfurt auf<\/strong> &#8211;\u00a0 18:00 Uhr: &#8222;<strong>Kinderbuch oder Heilige Schrift?&#8220;<\/strong> vom &#8218;Konfuzius-Institut&#8216; im Bibliothekszentrum Sachsenhausen, Hedderichstra\u00dfe 32, Frankfurt am Main organisiert. Da konnte ich mir mein eigenes Urteil bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erstes Ergebnis:\u00a0<\/strong> <strong>Das abf\u00e4llige Urteil der &#8218;Kommilitonin&#8216;<\/strong> hat gewiss kaum etwas mit der angenehmen Sprache zu tun, sondern wohl mit der Betonung\u00a0 der &#8217;spirituellen&#8216; Tendenz des Romans, die in China seit dreihundert Jahren immer wieder einmal von Kommentatoren vertreten wurde, aber\u00a0 umstritten ist. So war z.B. der englische Orientalist <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arthur_Waley\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Arthur Waley<\/a><\/strong> (1889 &#8211; 1966) mit<strong> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lu_Xun\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lu Xun<\/a><\/strong> (Lu Hsun) &#8218;<strong>A Brief History of Chinese\u00a0 Fiction<\/strong>&#8218; (1923-24, Peking 1959-82, dort p.206)\u00a0 einig in der Ablehnung eines esoterischen &#8222;hidden meaning&#8220; hinter der Erz\u00e4hlung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Kinderbuch oder Heilige Schrift?&#8220; Die Alternative muss bei dem im \u00e4u\u00dferst hierarchisch verfassten China\u00a0 seit Jahrhunderten\u00a0 popul\u00e4ren Werk irritieren. Frau L\u00fcdi deutete das Verst\u00e4ndnis als politischer Satire wenigstens f\u00fcr das zwanzigste Jahrhundert\u00a0 an. Doch an diesem Abend konnte das veranstaltende chinesische Sprach- und Kulturinstitut &#8218;<a href=\"https:\/\/www.uni-frankfurt.de\/42592595\/konfuzius_institut\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Konfuzius-Institut<\/a>&#8218; sich an ihrer unverf\u00e4nglicheren &#8217;spirituellen&#8216; Sichtweise erfreuen. Und manchem Chinesen im Publikum tauchten sch\u00f6ne Kindheitserinnerungen an den &#8218;Affenk\u00f6nig&#8216; im Fernsehen und in Bildheftchen auf.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Noch\u00a0 zwei Informationen<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a01. die Information<\/strong>, dass bereits drei Auflagen mit 5500 Exemplaren verkauft und die vierte lieferbar ist. Eine gute Nachricht, nachdem Manesse das Projekt &#8218;zu gro\u00df&#8216; war und die \u00dcbersetzerin erst einmal gar nicht an Reclam gedacht hatte. &#8218;Der macht doch auch jetzt erst gr\u00f6\u00dfere Sachen.&#8216; Wenn sie 2010 nicht \u00fcber die Frankfurter Buchmesse den passenden Lektor getroffen h\u00e4tte&#8230;..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das sind gute Nachrichten<\/strong>, schon deshalb , weil es ja sein k\u00f6nnte, dass man wenigstens in der f\u00fcnften Auflage Gelegenheit findet, ein paar M\u00e4ngel abzustellen. Doch auch, weil aus einer gr\u00f6\u00dferen Auflage mehr und schneller Exemplare in die Antiquariate gesp\u00fclt werden. Garantiert hat nicht jedes\u00a0 wirklich &#8217;seinen Leser&#8216; gefunden, dazu stellt es zu hohe Anspr\u00fcche. Auch wenn bei der Vorstellung am Freitag ein junger chinesischer Vater ernsthaft fragte, ob das Buch etwas f\u00fcr das Kinderzimmer w\u00e4re. &#8211;\u00a0 Die z\u00f6gerliche Antwort war\u00a0 &#8218;Ja&#8216;, er k\u00f6nne ja geeignete Episoden ausw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.\u00a0 \u00fcber &#8222;Wu Ch&#8217;eng-\u00ean &#8211; Monkeys Pilgerfahrt&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als auch an diesem Abend niemand die von mir gesch\u00e4tzte Ausgabe im Artemis Verlag 1947 erw\u00e4hnte, \u00e4rgerte mich das. Ich h\u00e4tte mich zu Wort gemeldet, wenn ich mein Exemplar dabei gehabt h\u00e4tte. Dann w\u00e4re mir aber auch bereits aufgefallen, dass dies Buch einen anderen Titel hatte: <strong>Wu Ch&#8217;eng-\u00ean &#8211; Monkeys Pilgerfahrt, eine chinesische Legende.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wu Ch&#8217;eng-\u00ean<\/strong> ist der anerkannte chinesische Autor aller sp\u00e4teren Ausgaben und \u00dcbersetzungen seit dem 16. Jahrhundert. Unter diesem Titel inseriert z.B. Amazon zehn Angebote von mehreren sp\u00e4teren Neuauflagen, \u00fcbrigens keine unter drei\u00dfig Euro. Ich w\u00fcsste gern Frau L\u00fcdi Kongs Urteil \u00fcber diese Ausgabe, aber ich vers\u00e4umte, mir ihre Emailadresse geben zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12. August 2017 Ich war entt\u00e4uscht. Jetzt habe ich den Band in der Ruhezone eines\u00a0 bekannten Buchkaufhauses entspannt auf den Knien gehabt und alles war halb so schlimm: Vor allem der Satzspiegel liest sich gut, die Erz\u00e4hlung ohnehin. 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