{"id":4931,"date":"2016-06-29T17:11:18","date_gmt":"2016-06-29T16:11:18","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4931"},"modified":"2024-02-12T22:18:36","modified_gmt":"2024-02-12T21:18:36","slug":"yombe-stab-maternite-44-cm-herzklopfen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4931","title":{"rendered":"Yomb\u00e9 Stab &#8218;Maternit\u00e9 44 cm &#8211; Herzklopfen"},"content":{"rendered":"<p>14.5.2016<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3508_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-4934\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3508_2-411x900.jpg\" alt=\"IMG_3508_2\" width=\"411\" height=\"900\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3508_2-411x900.jpg 411w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3508_2-164x360.jpg 164w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3508_2.jpg 599w\" sizes=\"auto, (max-width: 411px) 100vw, 411px\" \/><\/a>Faszination und die Angst, einem get\u00fcrkten Exportprodukt aufzusitzen. Gut, dass ich jetzt niederschreibe, was mir durch den Kopf geht: Auch bei den Kongo wurden Skulpturen beim Handwerker bestellt oder gar auf dem Markt gekauft. Und die Verwendung in der Repr\u00e4sentation war auch nicht gerade \u201aheilig\u2019. Ich denke an den Bedarf der vielen Mutteronkel und \u2013br\u00fcder oder der H\u00e4uptlinge in der Gegend. Auch im 20.Jahrhundert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3509_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4933 alignright\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3509_2-162x360.jpg\" alt=\"IMG_3509_2\" width=\"162\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3509_2-162x360.jpg 162w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3509_2-404x900.jpg 404w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3509_2.jpg 599w\" sizes=\"auto, (max-width: 162px) 100vw, 162px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Drehen und Anschauen, beim Anfassen und Halten ist das Ding unwiderstehlich. Wie es in der Hand liegt, das substanzielle Gewicht von 400g, die Dicke des Stabs, die Gr\u00f6\u00dfe und Qualit\u00e4t der Figur, und die respektable, aber auch nicht \u00fcbertriebene L\u00e4nge \u2013 alles passt zusammen. Es hat den Schmelz sch\u00f6ner Yoruba Ibedji, ist von Kopf bis Fu\u00df beseelt. Der Ausdruck ist individuell. Oberfl\u00e4chen und rotbraune Pflegepatina, Gewicht und Klang versprechen Authentizit\u00e4t und Alter. Der durchgehende warme Glanz der Figur und ihres Schlegels irritiert mich nicht wirklich, greife ich doch selber bei jeder Gelegenheit \u00fcberall hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">B\u00fccher mit ihren normierenden Abbildungen sind nat\u00fcrlich ein Be<strong>un<\/strong>ruhigungsfaktor. Nat\u00fcrlich fehlen auf der Figur die notorischen T\u00e4towierungen. Und das angenehm entspannte geometrische Kongo-Dekor ist vereinfacht. Bei keiner anderen <em>Maternit\u00e9<\/em> stehen die Spitzbr\u00fcste so keck in die H\u00f6he. (Doch, mindestens einer! 14.6.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberall setzen sich Kurven durch, auch seitlich an den Br\u00fcsten. Die Kurve von R\u00fccken und Po der Frauenfigur mit untergeschlagenen Beinen ist so anmutig, als ob sie Matisse gezeichnet oder Maillol gestaltet h\u00e4tte, nicht mit flachem brettartigem\u00a0 R\u00fccken, wie Lebkuchenmodel \u00fcber und \u00fcber mit geometrischen Mustern \u00fcberzogen. So zu sehen bei den ber\u00fchmten Exemplaren des von Bittremieux (und Lehuard) entdeckten Meisters von Kasadi. (Weitere Abbildungen <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2904\">hier<\/a>)<\/p>\n<div id=\"attachment_4943\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Kasadi-1.1.1-266.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4943\" class=\"size-medium wp-image-4943\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Kasadi-1.1.1-266-360x360.jpg\" alt=\"Lehuard Art Bakongo, 459: Yombe_1.1.1- Kasadi--26,6cm\" width=\"360\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Kasadi-1.1.1-266-360x360.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Kasadi-1.1.1-266-897x900.jpg 897w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Kasadi-1.1.1-266-624x626.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Kasadi-1.1.1-266.jpg 1196w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4943\" class=\"wp-caption-text\">Lehuard Art Bakongo, 459: Yombe J 1.1.1- Kasadi&#8211;26,6cm<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Karte-Kasadi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-4944\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe_Lehuard_Karte-Kasadi-170x150.jpg\" alt=\"Yombe_Lehuard_Karte-Kasadi\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_4940\" style=\"width: 327px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Maternite\u0301-Baby-IMG_3510.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4940\" class=\"size-medium wp-image-4940\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Maternite\u0301-Baby-IMG_3510-317x360.jpg\" alt=\"Maternite\u0301-Baby\" width=\"317\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Maternite\u0301-Baby-IMG_3510-317x360.jpg 317w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Maternite\u0301-Baby-IMG_3510.jpg 599w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4940\" class=\"wp-caption-text\">Maternite\u0301-Baby<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konnte man Besseres von abendl\u00e4ndischer Tradition \u201alernen\u2019? Sogar die kleinen Fu\u00dfsohlen sind dezent plastisch gegliedert und das Kindergesicht ist ein Meisterwerk auf weniger als einem Quadratzentimeter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Haltung war aus anderen Gr\u00fcnden ambivalent, nachdem ich in der Lekt\u00fcre ein so unvorteilhaftes Bild der Kongo-Eliten gewonnen hatte: Die sch\u00f6ne Larve vor dem &#8218;Gesicht der herrschenden Klasse&#8216;. Ist mir der\u00a0 seelenlose oder gewaltt\u00e4tige Ausdruck an dem Schund lieber, den j\u00fcngere Generationen von Schnitzern f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Vertreter \u201atraditioneller\u2019 Macht an repr\u00e4sentativer Kunst produzieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3507_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-4935\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3507_2-390x900.jpg\" alt=\"IMG_3507_2\" width=\"390\" height=\"900\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3507_2-390x900.jpg 390w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3507_2-156x360.jpg 156w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_3507_2.jpg 579w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der durchg\u00e4ngige, aber alte Termitenfra\u00df \u2013 die d\u00fcnnen R\u00e4nder sind abgerundet und gl\u00e4nzen &#8211; alarmiert zun\u00e4chst mein Preis\/Wertbewusstsein, aber ist zugleich ein Indiz \u201alanger\u2019 Verwendung. Also ist der Beruhigungsfaktor gr\u00f6\u00dfer. Doch egal: Welche verdorrte ungeliebte Respektssperson w\u00fcrde eine solche Sch\u00f6nheit nicht gern vor sich halten oder wenigstens besitzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beruhigung kommt vor allem aus Vergleichen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u00fcber allen Verdacht erhabene Kwese-Prestige-Stock vom Mittleren Kongo hat einen ebensolchen Fra\u00dfkanal, teils mit Werg und Harz gestopft. Er gl\u00e4nzt zwar weniger, greift sich aber ebenso angenehm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergleichbar ist auch die kleine alte Yaka-Schlitztrommel, die mit dem M\u00e4usefra\u00df. Auch die Griffigkeit. Dazu geh\u00f6rt auch der komfortable Durchmesser. Jeder Braunton an den polierten St\u00fccken ist anders, aber sie liegen auf einer Ebene. \u00dcbrigens sehe ich das gl\u00e4nzende &#8218;Ngulu&#8216; jetzt differenzierter, &#8218;j\u00fcnger&#8216;. Ich bin fast sicher, dass nur der Insektenschaden \u00fcberhaupt das Szepter auf den Flohmarkt und damit in meine Reichweite gebracht hat. Den Stil, auch das hohe Profil meine ich zu kennen, ohne dem jetzt besonders nachgehen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergleiche wirken auch in anderer Richtung. Etwa verdeutlicht <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2904\">die kleine <em>Maternit\u00e9<\/em><\/a> von W. sowohl einen gewaltigen Qualit\u00e4tsunterschied zum Szepter, in der Harmonie der Umrisslinien, in den Details (die Glasaugen sind der Hit!) und in der Lebendigkeit des miniaturisierten K\u00f6rpers steht sie ihm bei weitem nach. Ihre Details sind vielleicht ethnographisch interessant (Leibwickel, Halskette, Rinne am R\u00fccken), aber \u00e4sthetisch nicht integriert, die Br\u00fcste sind geradezu \u00e4rmlich. Der Kurzstab l\u00e4sst aber auch deren Patina arm aussehen (und anf\u00fchlen), genauso, wie Klaus sie abwertete. Zur\u00fcck!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage des Alters:\u00a0 Wohl diesseits der Lehuard-&#8218;Klassiker&#8216;, also im 2o. Jh., aber sicher vor dem Aussterben guter Handwerker. Das Szepter wurde offensichtlich gem\u00e4\u00df den Qualit\u00e4tsanforderungen an die (bis zu 30 cm) kleinen repr\u00e4sentativen <em>Maternit\u00e9s<\/em> gemacht. Das St\u00fcck ist rundum gekonnt (leider unterhalb der Schultern wegen der Termiten nicht nachzupr\u00fcfen). Ich sch\u00e4tze also: in den drei\u00dfiger oder vierziger Jahren. Die Patina meiner Chokwe <em>Ngulu<\/em> um oder nach 1967 kann nicht mithalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Tervuren-Masterpieces<\/em> zeigt unter Nr.17 eine vergleichbare K\u00f6rper-Modellierung\u00a0 auf einem Mvwala-Stab von Lower Congo in Elfenbein. 1950 registriert, zeigt sie sich vor allem im Gesicht \u201anaturalistischer\u2019 in europ\u00e4ischem Sinne. Die Erl\u00e4uterung p.147 konzentriert sich aber ganz auf die Rauten-T\u00e4towierung, die recht schematisch eingraviert ist. Die Figur dieses abgebrochenen Stabes (Fragment: 34 cm) kann nicht gr\u00f6\u00dfer sein als die an meinem Szepter: 24 cm<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage der Verwendung bleibt offen: Es soll laut dem H\u00e4ndler kein &#8218;Szepter&#8216; sein, sondern ein &#8218;Stock&#8216; zur Begr\u00fc\u00dfung. Unterschied? Missverst\u00e4ndnis? F\u00fcr einige Verwendungen des <em>Mvala<\/em>-Herrschaftsstabs (Masterpieces S.147ff.) ist es wirklich zu kurz. Abgeschnitten? Wenn &#8211; nach einem ungl\u00fccklichen Bruch etwa, dann sehr fr\u00fch. Eigentlich ist die jetzige Form zu schl\u00fcssig f\u00fcr eine solche Annahme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">17.5.16\u00a0 Fegefeuer<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu allem \u00dcberfluss trocknet die Luft die alte breite Spalte auch noch aus und \u00f6ffnet noch einen Minispalt. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen: Das St\u00fcck hat erst k\u00fcrzlich den Kongo verlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist vielleicht mit den Z\u00e4hnen auf der rechten Seite etwas passiert? Na und? Sind die Augen zu frisch? Und wenn ersetzt? Die Feinarbeiten sind doch derma\u00dfen perfekt gelungen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat man etwa bereits angefressenes Holz benutzt? Absurd. Das w\u00e4re doch bereits hart und kaum so pr\u00e4zise zu bearbeiten gewesen. Und vor allem: Der Fra\u00dfschaden ist auf der selbstverst\u00e4ndlichen Ablagefl\u00e4che passiert und war in der Folge bei der Repr\u00e4sentation vom K\u00f6rper des Tr\u00e4gers verdeckt. Den kurzen Stab hat man regelm\u00e4\u00dfig ge\u00f6lt und poliert. Die befallene Gegend war glatt und ungesch\u00fctzt. Auf den zur\u00fcckgezogenen Partien liegen ja Pigmentschichten (wenn es wirklich welche sind).\u00a0 Mein Blick f\u00e4llt auf eine alte Ibedji \u2013 die mit dem ausgebrochenen Schneidezahn: Eine polierte und regelm\u00e4\u00dfig gepflegte Figur mit dicker Rotholzpulverkruste <u>und<\/u> Fra\u00df. Das beruhigt. Trotzdem bekam ich heute mittag die Panik und wollte es Paul und Christina nicht vorf\u00fchren. Und wenn es eine exquite Ruine, <em>un cadavre exquis<\/em> ist: Warum schrecke ich zur\u00fcck?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4053-Santu-Toni-liegt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4959\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4053-Santu-Toni-liegt-900x675.jpg\" alt=\"IMG_4053 Santu Toni liegt\" width=\"625\" height=\"469\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4053-Santu-Toni-liegt-900x675.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4053-Santu-Toni-liegt-360x270.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4053-Santu-Toni-liegt-624x468.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4053-Santu-Toni-liegt.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich vergesse nicht den letzten Blick auf die Gruppe gegen halb drei mit den fast schon weder gef\u00fcllten gro\u00dfen Plastiktaschen! Einer gegen Drei. Ich habe das Fahrrad losgebunden und Heinz verabschiedet: Der alte Fuchs steht bei ihnen.\u00a0 Alle von den drei Parisern erworbenen Objekte sind mir\u00a0 unheimlich. Den <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4905\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kleinen bunten &#8218;Fetisch&#8216;<\/a> habe ich heute beschrieben, vergeblich. Ich w\u00fcrde ihn gern wieder loswerden, aber auch wieder nicht. Die drei St\u00fccke tragen alle eine Spannung in sich, die die von W. nicht haben. Die irritieren nie.<\/p>\n<div id=\"attachment_4961\" style=\"width: 432px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4043-Fra\u00df-Vergleich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4961\" class=\"wp-image-4961 size-full\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4043-Fra\u00df-Vergleich.jpg\" alt=\"Kwese lks.: Breite Griff 10cm\" width=\"422\" height=\"562\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4043-Fra\u00df-Vergleich.jpg 422w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4043-Fra\u00df-Vergleich-270x360.jpg 270w\" sizes=\"auto, (max-width: 422px) 100vw, 422px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4961\" class=\"wp-caption-text\">Kwese lks.: Breite Griff 10cm<\/p><\/div>\n<p>Der Fra\u00dfkanal beunruhigt mich wieder &#8211; Der Fra\u00dfkanal des Kwese-Stockes ist \u00fcbrigens \u00e4lter, aber die Verkrustung ist \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe-Stab-44cm-IMG_3505.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4956 alignleft\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe-Stab-44cm-IMG_3505-201x360.jpg\" alt=\"Yombe Stab 44cm-IMG_3505\" width=\"201\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe-Stab-44cm-IMG_3505-201x360.jpg 201w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe-Stab-44cm-IMG_3505-501x900.jpg 501w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe-Stab-44cm-IMG_3505-624x1120.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Yombe-Stab-44cm-IMG_3505.jpg 668w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie auf entgegensetzte Weise die Perfektion der Gestaltung irritiert. Im Grunde kann ich nicht glauben, dass ein Juwel aus den Bildb\u00e4nden in mein Regal gesprungen sein soll. Ich komme gerade vom Kopieren des B\u00fcchleins \u00fcber die <em>Nkisi<\/em> der Yombe aus der Sammlung Laman und sp\u00fcre, dass die Welt der Repr\u00e4sentation, der (durchaus wirkm\u00e4chtigen) Regalien und der Abzeichen eine andere war als die der unmittelbaren N\u00f6te und der fig\u00fcrlichen oder nichtfig\u00fcrlichen materiellen Abhilfen. Erstere geh\u00f6rten in eine Schatulle, eine Schutzh\u00fclle. Oder in die Hand eines W\u00fcrdentr\u00e4gers.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4051_2-Yombe-Liegende.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4962\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4051_2-Yombe-Liegende-360x207.jpg\" alt=\"IMG_4051_2 -Yombe Liegende\" width=\"360\" height=\"207\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4051_2-Yombe-Liegende-360x207.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4051_2-Yombe-Liegende-900x516.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4051_2-Yombe-Liegende-624x358.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4051_2-Yombe-Liegende.jpg 1199w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Z\u00e4hne und Gesichtsschnitt<\/h5>\n<div id=\"attachment_5345\" style=\"width: 271px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Felix-Arts-Kongos.Yombe-Maske.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5345\" class=\"size-medium wp-image-5345\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Felix-Arts-Kongos.Yombe-Maske-261x360.jpg\" alt=\"Felix, Arts &amp; Kongos1995. Yombe-Maske. Foto Dick Beaulieu\" width=\"261\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Felix-Arts-Kongos.Yombe-Maske-261x360.jpg 261w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Felix-Arts-Kongos.Yombe-Maske-654x900.jpg 654w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Felix-Arts-Kongos.Yombe-Maske-624x859.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Felix-Arts-Kongos.Yombe-Maske.jpg 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5345\" class=\"wp-caption-text\">Felix, Arts &amp; Kongos1995. Yombe-Maske. Foto Dick Beaulieu<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_5349\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4057Yombe-Stab-Kopf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5349\" class=\"size-medium wp-image-5349\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4057Yombe-Stab-Kopf-270x360.jpg\" alt=\"YombeStab Kopf 8 cm H\" width=\"270\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4057Yombe-Stab-Kopf-270x360.jpg 270w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/IMG_4057Yombe-Stab-Kopf.jpg 525w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5349\" class=\"wp-caption-text\">YombeStab Kopf 8 cm H<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Wieso kann mir fremd sein, dass die Arrivierten wenigstens durch besonders kunstfertige Objekte dem Dreck der sie umgebenden und untergebenen H\u00fctten entkommen woll(t)en?<\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12.1.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sollen denn die Skrupel? Als solche Szepter entstanden, waren die Charaktermasken der &#8218;Europ\u00e4er&#8216;, welche die vorkoloniale B\u00fchne bev\u00f6lkerten, auch nicht andere als heute: der Missionar, Forscher, Milit\u00e4r, Arzt, Ingenieur, B\u00fcrokrat, Journalist, Tourist und vor allem der Gesch\u00e4ftsmann. Die Gesch\u00e4ftsleute folgten damals ebenso unschuldig dem Profit, und deshalb war die moralische Rhetorik Europas bereits damals verlogen. Der Umfang des transatlantischen Handels\u00a0 traf auf die Dreistigkeit einer emanzipatorischen Rhetorik\u00a0 nach 1789. Damals war, was wir heute an zentralafrikanischer Kunst besonders sch\u00e4tzen, \u00e4sthetischer Ausdruck der Verh\u00e4rtung der Sozialbeziehungen, verursacht durch einen krassen Materialismus, den der Atlantikhandel als \u00f6konomischer Motor antrieb. Reichtum\u00a0 lie\u00df sich akkumulieren und vorzeigen, in Begr\u00e4bnisst\u00e4tten, durch Beherrschung der Mitmenschen, ob als Sklaven oder als verarmende Freie, deren Status man immer in Frage stellen konnte, die man in Hexenprozesse u.s.w. verwickelte. Die Klanf\u00fchrer und Zauberer beteiligten sich nach Kr\u00e4ften, wurden despotisch. So schreibt z.B. <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4251\">MacGaffey<\/a> nach Zeugenaussagen von Leuten, die es wissen mussten und <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5307\">Kejsa Ekholm Friedman.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Macht und Autorit\u00e4t zahlten sich aus und suchten Repr\u00e4sentation. Kam daher die gro\u00dfe Zahl handwerklich perfekter Figuren im Mayumbe und Vili, die man bei prominenten Werkst\u00e4tten bestellte? Eine kleine \u201aMaternit\u00e9\u2019 war wohl &#8218;ein Muss&#8216; f\u00fcr jede H\u00e4uptlingsfrau, die einen \u201ah\u00f6fischen\u2019 Stil nachahmte. Die perfekten Figuren erscheinen mir nicht nur &#8218;idealisiert&#8216; &#8211; ein anerkannter Charakterzug afrikanischer Bildnisse &#8211; sondern kalt.\u00a0 &#8218;Maternit\u00e9&#8216;, <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5605\">&#8218;Weiblichkeit&#8216;, &#8218;Mutterschaft&#8216;<\/a> nur als Pose?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgrenzung nach unten veredelt doch niemandes Charakter!\u00a0 Aber das ist alles kein Grund, so ein St\u00fcck nicht zu erwerben und mit ihm nicht Umgang zu pflegen. Schlie\u00dflich gibt es mir zu denken. Will ich nicht mit meiner Sammlung eine Welt entdecken?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14.5.2016 Faszination und die Angst, einem get\u00fcrkten Exportprodukt aufzusitzen. Gut, dass ich jetzt niederschreibe, was mir durch den Kopf geht: Auch bei den Kongo wurden Skulpturen beim Handwerker bestellt oder gar auf dem Markt gekauft. Und die Verwendung in der Repr\u00e4sentation war auch nicht gerade \u201aheilig\u2019. Ich denke an den Bedarf der vielen Mutteronkel und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[197],"tags":[],"class_list":["post-4931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-duala-gabun-kongo"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4931"}],"version-history":[{"count":32,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4931\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15452,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4931\/revisions\/15452"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}