{"id":4354,"date":"2016-05-23T20:31:19","date_gmt":"2016-05-23T19:31:19","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4354"},"modified":"2021-10-22T00:27:18","modified_gmt":"2021-10-21T22:27:18","slug":"schwarzmalerei-oder-herz-der-finsternis-zwei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4354","title":{"rendered":"Niedergang einer Provinz der RDC &#8211; Schwarzmalerei ?"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Das Dossier \u201aProvinz Bandundu\u2019 von 2003 <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte ein 130-Seiten Dossier aus dem Jahr 2003 zun\u00e4chst beiseite gelegt, doch die von der Organisation <strong>ruralcongo.cd<\/strong> als pdf ins Netz gestellte Dokumentation schildert die Lage in deutlicher Sprache und detailliert. Sie bezieht sich auf die ganze \u2013 erst 2015 aufgeteilte \u2013 Provinz Bandundu, wovon der Verwaltungsbezirk Popokabana an der Grenze zu Angola nicht einmal 4 % der Fl\u00e4che ausmacht und \u00fcberdies einer der r\u00fcckst\u00e4ndigsten ist. Umso niederschmetternder sind die Feststellungen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verkehr und Kommunikation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten Stra\u00dfen jeder Kategorie sind \u201aunbefahrbar\u2019 (<em>impracticable<\/em>) mangels Instandhaltung, ein Teil mit EU-Geldern unterhalten, Br\u00fccken sind in fortgeschrittenem Verfall (1). Flussl\u00e4ufe werden nicht mehr ausgebaggert (3), die Reederei ONATRA hat ihren Betrieb der privaten Improvisation \u00fcberlassen, Anlegestege sind zerst\u00f6rt (1).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Kolonialzeit konzipierte Eisenbahnstrecken wurden nie gebaut. (4) (Miserable) Flugpl\u00e4tze existieren kaum (6\/7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Strom wird kaum produziert, und wenn, lokal und manchmal sogar von Missionsstationen (9) \u00dcber Telefon, Fax oder Internet verf\u00fcgen lokale Beh\u00f6rden, Kirchen und die wenigen Wirtschaftsunternehmen in der Gegend, die manchmal auch ein Flugfeld besitzen. (11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gesundheit und Ern\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">53 % der Gesundheitszonen der Provinz erhalten Unterst\u00fctzung von EU und Weltbak oder USAID. (20)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Stadt Popo ist ein staatliches Krankenhaus mit 184 Betten aufgef\u00fchrt. (18) Dabei muss man wissen, dass in der ganzen Provinz 148 Mediziner arbeiten, davon 83 innerhalb spezialisierter Programme, sowie in Planung und Kontrolle, also nur 65 in Krankenh\u00e4usern an Akutpatienten. Das hei\u00dft: Ein Arzt ist f\u00fcr durchschnittlich hunderttausend Einwohner da. Von den 4896 Pflegekr\u00e4ften sind 3505 Hilfspfleger, allesamt schlecht bezahlt und ohne Fortbildung. (23) Die aus der Kolonialzeit geerbte medizinische Ausstattung zerf\u00e4llt. (22) Medikamente sind schon deshalb horrend teuer, weil es zu wenig Depots in der Provinz gibt, allesamt kommerziell. Das f\u00fchrt zu \u201a<em>piraterie m\u00e9dicale, automedication et la m\u00e9dication informelle<\/em> (&#8230;)<em> les tradipraticiens<\/em>. (traditionelle Heiler) (21) Zugang zu<em> eau potable<\/em> (\u201aTrinkwasser\u2019) haben nur 28 % der St\u00e4dter. (69) Malaria, Diarrh\u00f6e und IRA grassieren (68). Die M\u00fcttersterblichkeit war sehr hoch, besonders unter Teenagern (71). Impfkampagnen von M\u00fcttern und S\u00e4uglingen scheiterten, an fehlender K\u00fchlung oder Schw\u00e4nzens der Folgeimpfung. (69) Die Lebenserwartung war 2001 52 Jahre. Verh\u00fctung und AIDS-Pr\u00e4vention Fehlanzeige, und das Blut der Transfusionen nur zu 41 % kontrolliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unterern\u00e4hrung und Mangelern\u00e4hrung sind in der Bev\u00f6lkerung verbreitet. Zwei Drittel der Kinder werden bis zu zwei Jahre gestillt (73). Im S\u00fcden tritt <em>Konzo<\/em> (Gliederl\u00e4hmung) vor allem unter M\u00fcttern und Kindern auf, weil das <em>Fufu<\/em> aus mangelhaft gew\u00e4ssertem <em>manioc amer <\/em>nicht durch Proteine erg\u00e4nzt wird. Vitamin A und Jodsalz werden in speziellen Kampagnen (von NGOs) verteilt(73). Fisch, Eier, Milch und Fleisch m\u00fcssten die Di\u00e4t erg\u00e4nzen, aber Fischfang hat bei den Yaka traditionell geringe Bedeutung, und eine ohnehin zuf\u00e4llige ineffiziente Tierhaltung \u2013 keine Stallhaltung, F\u00fctterung, Behandlung von Krankheiten, Zucht (121) &#8211; dient als Sparb\u00fcchse f\u00fcr die Wechself\u00e4lle des Lebens! (100) An anderer Stelle erl\u00e4utert das der Text: Aufwand von Palavern, Schulgeb\u00fchren, Krankheit, Feste, Beerdigungskosten, Aufwand bei Heiraten, Rechtsstreitigkeiten und Strafgeb\u00fchren (121).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Yaka erscheinen als einfallslos und unwillig, etwas am Herkommen zu \u00e4ndern, sie nehmen ertragreichere und wertvollere Ern\u00e4hrungspflanzen und Tierrassen kaum an, wie ertragreichen und resistenteren Perlh\u00fchner, Wachteln, Truth\u00e4hne oder Hasen. Ihre<em> races locales<\/em> an Ziegen, Schafen, Schweinen und H\u00fchnern bleiben klein und sind unproduktiv (121).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ausbildung<\/strong>\u00a0<strong> \u2013 Keimzelle von \u201aEntwicklung\u2019 &#8211; <\/strong><strong>scheitert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>L\u2019\u00e9ducation a le pouvoir de favoriser le d\u00e9veloppement, de faire na\u00eetre les talents, de donner les moyens d\u2019action aux gens vet de prot\u00e9ger leur droits<\/em>.\u201c (76)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles kommt zusammen: zu weniger und zerfallende Schulen (76), unm\u00f6bliert und ohne Lehr- und Lernmaterial (80), die dr\u00fcckende Armut der Familien der Kinder und Jugendlichen, die Entfernung der Schulen vom Wohnort, das geringe Niveau der Lehrer, ihre erb\u00e4rmliche (79) Bezahlung und die Alterung des Personals. (76) Im Provinzdurchschnitt wurden \u00fcberhaupt nur 36 % der Kinder beschult, davon brach jeder zehnte vorzeitig ab. (77\/81) Da es auch keine Alphabetisierungpolitik gab, waren bei Anaphalbetenrate durchschnittlich bei 29,5 %, unter der Frauen 41 %. (79)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch \u201adie Welt der Arbeit\u2019verlagert sich in gleicher Richtung zum <em>secteur informel <\/em>(80).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bodenrecht und andere Entwicklungshemmnisse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dem Thema inzwischen eingestellter (88) \u00e4u\u00dferst prek\u00e4rer universit\u00e4rer Forschung in Bandundu werden die Folgen eines Landgesetzes von Mobutu 1973 dargelegt: Der kongolesische Staat machte sich zum einzigen Grundbesitzer und belie\u00df zugleich den traditionellen \u201aErdherren\u2019 die ihnen \u201avon den Ahnen \u00fcbertragenen Rechte\u2019 (92). Sie allein verf\u00fcgen nach ihrer Interessenwahrnehmung \u00fcber Zuteilung, Verkauf oder Nutzung des Bodens, eine st\u00e4ndige Quelle von Konflikten auf dem Dorf (92) (welche die Landflucht junger Menschen verst\u00e4rken (Flyer ISCO, siehe unten). Moderne landwirtschaftliche Betriebe, etwa f\u00fcr Kaffee, Kakao, Plam\u00f6l, existieren seit der <em>zairisation <\/em>durch Mobutu (102) keine in der Gegend. Die Bauern haben nur rudiment\u00e4res Ger\u00e4t, oft ausgeliehen (? 102), die Arbeit bleibt an den unqualifizierten Frauen und M\u00e4dchen h\u00e4ngen. (102)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nat\u00fcrliche Ressourcen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gegend am Kwango blieb bisher vom kommerziellen Holzeinschlag \u2013 legal oder illegal \u2013 verschont (97\/98). Doch die Ausweitung der Gewinnung von Feuerholz und Holzkohle(98) in den Galeriew\u00e4ldern, die auf einer Karte bereits als Sekund\u00e4rwald bezeichnet werden ( ), verst\u00e4rken die Effekte der Brandrodung. Aufforstung findet ohnehin nicht statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mineralien Phosphat, Sand f\u00fcr die Glasproduktion, Eisen, Nickel, Gips f\u00fcr Zement etc.\u2019 werden nur in der angrenzenden zugleich \u201a\u00f6lreichen Angola-Provinz Lunda Norte\u2019 abgebaut.(130).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geldwirtschaft und Produktvermarktung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ersparnisse sind sehr gering (101). Bewohner gr\u00f6\u00dferer Siedlungen k\u00f6nnen gar nichts sparen, es fehlt eine <em>\u00e9pargne rulale<\/em>. Betr\u00fcgerische Sparkassen sind vor Jahren geschlossen worden. (125). Lakonisch ist auch von <em>Dollarisation de l\u2019\u00e9conomie dans la Province<\/em> (Bandundu) die Rede (126). In Kinshasa werden die Lieferanten aus der Provinz \u00fcbers Ohr gehauen (129).<\/p>\n<p><strong>Mafi\u00f6se Ruinenlandschaft mit ausl\u00e4ndischen Helfern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Der Eindruck einer gewaltigen einsturzgef\u00e4hrdeten Ruinenlandschaft dr\u00e4ngt sich auf, die gleichwohl von Millionen Menschen bewohnt wird, denen Fachleute von au\u00dfen Hilfe bringen sollen oder wollen, warum immer, ohne sich selbst leichtsinnig gef\u00e4hrden und ohne, dass die Mittel wirkungslos verpuffen. Man muss Leitern, Ger\u00fcste und Versorgungsleitungen einbauen, ohne die br\u00fcchige Statik dadurch zu gef\u00e4hrden. Politisch und milit\u00e4risch wird diese Ruine von einer zerstrittenen Mafia regiert, die eifers\u00fcchtig \u00fcber ihre Kontrolle und Profite wacht.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Zehn Jahre sp\u00e4ter<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gl\u00fccklicherweise steht ein <strong>Flyer zum zehnj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um von ISCO in der Provinz<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/ISCO-ONG-Titel-2012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4357\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/ISCO-ONG-Titel-2012-213x300.jpg\" alt=\"ISCO ONG Titel 2012\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/ISCO-ONG-Titel-2012-213x300.jpg 213w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/ISCO-ONG-Titel-2012-624x879.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/ISCO-ONG-Titel-2012.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a> Bandundu (2011)<\/strong>, der Provinz, deren Allgemeinzustand man 2003 als desolat diagnostizierte. ISCO ist das Projektkind der italienischen ONG, die von der EU finanziert wird, mit 13 Millionen \u20ac in zehn Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst versichert man, die Hilfeleistung passe sich perfekt in die offizielle \u201aPolitik eines landwirtschaftlichen Aufschwungs\u2019 ein (1), darf aber auch nicht mahnende Worte fehlen lassen, schon wegen der Wirkung bei den Steuerzahlern zuhause.Das h\u00f6rt sich unter der \u00dcberschrift \u201aHauptschwierigkeiten\u2019 verklausuliert so an: <em>Le contexte der la RDC valorise mal la performance et la bonne gouvernance.<\/em> (Diesen Satz vermag ich nicht zu \u00fcbersetzen, aber den zweiten:)<em> Le reflexe de pr\u00e9dation (Raubtierreflex) est encore fort pr\u00e9sent dans les associations <\/em>(Organisationen, Vereinigungen) Und dann zur Bes\u00e4nftigung: Man m\u00fcsse auf mittlere Sicht an externe Weiterqualifizierung denken (<em>encadrement externe<\/em>) (4) In die N\u00e4he eines <em>failing state <\/em>bringen die RDC jedoch die Konsequenzen des ungehemmten Raubtierkapitalismus: Das Fehlen jeglicher f\u00fcr die Erhaltung und den Ausbau der Infrastruktur notwendigen Ressourcen in diesem potentiell reichen Land:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>La faible capacit\u00e9 et le manque de moyens des administrations locale ne permettent pas une compl\u00e9mentarit\u00e9 des efforts<\/em>. (4) Die Bem\u00fchung der Helfer wird auch jetzt nicht durch staatliche T\u00e4tigkeit erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat krempelt vor Ort schamlos seine angeblich leeren Taschen um \u2013 und bettel, als verf\u00fcge er \u00fcber keinerlei regul\u00e4res Budget f\u00fcr normale zivile Staatsausgaben. Was macht einen <em>failing state <\/em>eigentlich aus? Das ist doch keine \u201aEntwicklungszusammenarbeit\u2019, wie der politisch \u201akorrekte\u2019 Ausdruck im Deutschen lautet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diverse Antr\u00e4ge hat das ausgesandte Personal der Geber selber bereits vorformuliert, reif zur n\u00e4chsten Unterschrift. Der (bereits referierte) \u201a<em>Plan de D\u00e9veloppement agricole du Territoire de Popokabaka<\/em>\u2019 von ISCO, 2010 ist da nur ein Beispiel. Und im Flyer lobt man sich daf\u00fcr, wieviel solcher Pl\u00e4ne man schon zusammen fertig gestellt habe. &#8211; Wurde der alarmierende Bericht 2003 vielleicht damals f\u00fcr ein besonders gro\u00dfes Hilfsprojekt so dramatisch gestaltet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Flyer zeigt die passenden ISCO-Reaktionen auf die erw\u00e4hnten Probleme: den mosaikkranken Maniok, die vernachl\u00e4ssigte Erhaltung der Pisten, die schlechte Transport- und Vermarktungssituation, &#8230;, um dann noch ein paar Klassiker der EH einzuf\u00fcgen: moderne Tierzucht hier, von Rindern (!) gezogene Karren da, damit endlich der Kopf der Afrikanerin nach langen Jahrhunderten zum Denken entlastet werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ich frage mich: Warum l\u00e4sst man sich auf so etwas ein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Isoliert versteht man diesen Flyer nur falsch. Er versucht, in \u201abew\u00e4hrter Manier\u2019 aus den Zutaten einer Katastrophe einen zaghaften Erfolgsbericht zu zaubern, mit bunten Bildchen von Ochsenkarren, Zementbr\u00fccken und Landrovern. Als Steuerb\u00fcrger frage ich mich trotzdem, ob die Mittel nicht in den Sand gesetzt sind. Denn die angema\u00dfte Aufgabe ist \u00fcberhaupt nicht zu leisten, viel zu gro\u00df, zu komplex. Also nur Symbolpolitik. Politiker sind das gewohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss so etwas wohl als verdeckte fortgesetzte Katastrophenhilfe betrachten \u2013 oder als Almosen von Staats wegen &#8211; oder sarkastisch als Beitrag zur Beziehungspflege mit einer parlamentarischen Diktatur in einem rohstoffreichen und strategisch zentralen Staat in Afrika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201aMeine\u2019 Yaka als Almosenempf\u00e4nger<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erlebe \u201ameine\u2019 Yaka nun als ganz gew\u00f6hnliche Almosenempf\u00e4nger! Die verarmte ungebildete Bev\u00f6lkerung von Popokabaka ist wohl durch die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde zu ihrem eigenen \u201aEntwicklungshindernis\u2019 geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir d\u00fcrfen sie keineswegs allein als Opfer sehen, dann w\u00fcrden wir ihr jede Mitverantwortung f\u00fcr ihr Schicksal absprechen, auch wenn sie nur geringe Chancen hat, k\u00fcnftig noch in ihrer Heimat ein Auskommen zu finden. Im schlimmsten Falle werden die \u00dcberlebenden sich in einem gigantischen Moloch <em>Kinshasa<\/em> wiederfinden und ihre kulturelle Identit\u00e4t ganz verlieren. Milliarden ehemaliger Bauern in der ganzen Welt bev\u00f6lkern bereits die Slums der Megast\u00e4dte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Flyer von 2011 erw\u00e4hnt die Klanchefs, die an ihrem (seit Mobutus Gesetz nicht mehr &#8218;traditionellen&#8216;) Recht auf das Land festhalten und jungen unternehmenden Menschen einen <em>acc\u00e8s durable \u00e0 la propriet\u00e9 fonciere <\/em>verweigern. Eine Entmachtung \u201atraditioneller\u2019 Eliten &#8211; sogar brutal wie 1997 durch Milizen in Congo Brazzaville # &#8211; w\u00e4re ein denkbares Szenario. Agrarprogramme wie das der ISCO erscheinen in diesem Kontext als letzte Chance, die Weichen umzulegen. Da reicht ihnen noch jemand eine Hand, so schwach deren Kraft auch sein mag. Immer mehr Maniok auf den durch j\u00e4hrliches Abbrennen \u201askelettierten\u2019 B\u00f6den mit immer niedrigeren Ertr\u00e4ge zu pflanzen, die generelle \u00dcbernutzung der W\u00e4lder und anderer Ressourcen \u2013 diese Reflexe bedeuten unweigerlich weitere Verelendung und enden in der Landflucht. Traditionelles Denken, ob wirtschaftlich oder sozial, ist am Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachweise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Republique D\u00e9mocratique du Congo \u2013 Secretariat G\u00e9n\u00e9ral du D\u00e9veloppement Rural, als dessen Vertreter scheint <em>ruralcongo.cd\/minider<\/em> das Paper zu verantworten. &#8211; Mein Link f\u00fcr den Download: <strong><em>Bandundu_situations_secteurs_pdf<\/em><\/strong> (darunter wird bei Google das PDF-Dokument angeboten; S.24-65 wurden im pdf-Dokument \u00fcbersprungen. )<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Flyer ISCO <\/strong>vizi coordinati Union europ\u00e9enne &#8211; D\u00e9l\u00e9gation en RDC I.S.CO. S.C. &#8211; ONG Janvier 2012 :<em>2002 \u2013 2011: dix ans de Projets de l\u2019Ong italienne \u00abISCO\u00bb financ\u00e9s par l\u2019UE au Bandundu (RDC) dans un objectif d\u2019am\u00e9lioration de la S\u00e9curit\u00e9 Alimentaire des populations rurales et urbaines. <\/em><a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/delegations\/congo_kinshasa\/documents\/news\/resultats_isco_2002_2011_agri_dev_rural_fr.pdf\">http:\/\/eeas.europa.eu\/delegations\/congo_kinshasa\/documents\/news\/resultats_isco_2002_2011_agri_dev_rural_fr.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.lekwango.com\/2016\/01\/18\/kwango-une-deforestation-inten\">http:\/\/www.lekwango.com\/2016\/01\/18\/kwango-une-deforestation-inten<\/a>&#8230; oder: <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Kwango-Entwaldung-lekwango.doc\">text_doc. Kwango Entwaldung lekwango<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/ruralcongo-La-carbonisation-repre\u0301sente-80-de-de\u0301forestation\u201c.pdf\">ruralcongo-La carbonisation repre\u0301sente 80% de de\u0301forestation\u201c<\/a><em>\u00a0 :\u00a0 <\/em>Der erhobene Zeigefinger der &#8218;Verantwortlichen&#8216; in Kinshasa. Eine Delegation zeigt sich auf der Internationalen Messe in Kinshasa (FIKIN) und l\u00e4sst sich zitieren. Dabei f\u00e4llt eine Stilbl\u00fcte ab: &#8218;ein aufstrebender Congo&#8216;<em>, le Congo \u00e9mergent <\/em>. Zum Beweis der Ernsthaftigkeit wird ein wichtiger Etappenssieg verk\u00fcndet: &#8218;Rings um die Universit\u00e4t von Kinshasa ist der Fortschritt der diversen Erosionen gestoppt&#8216;.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"># Hinweis auf den Zusammenhang\u00a0 der synchretistischen christlichen <em>Ngol<\/em>-Bewegung im Congo Brazzaville :<\/p>\n<div class=\"a-row a-spacing-small\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=64f9Wx_c75IC&amp;pg=PA140&amp;lpg=PA140&amp;dq=Ngol+Milices&amp;source=bl&amp;ots=ZIw-z8AldP&amp;sig=y0VoXmdIGrpvVIxCDWnfQj59N9Y&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiQ_8GoyPrMAhVE6RQKHU6DC4IQ6AEIIzAA#v=onepage&amp;q=Ngol%20Milices&amp;f=false\">Congo Brazzaville : D\u00e9rives politiques &#8211; Catastrophe humanitaire &#8211; D\u00e9sirs de paix<\/a> (Mutations et de)<\/span><span class=\"a-size-small a-color-secondary\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><span class=\"a-size-small a-color-secondary\">von <\/span><span class=\"a-size-small a-color-secondary\">Rupture-Solidarit\u00e9\u00a0 1999 Karhala\u00a0 &#8218;Rupture&#8216; no.1 Nouvelle S\u00e9rie, 138-141<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Dossier \u201aProvinz Bandundu\u2019 von 2003 Ich hatte ein 130-Seiten Dossier aus dem Jahr 2003 zun\u00e4chst beiseite gelegt, doch die von der Organisation ruralcongo.cd als pdf ins Netz gestellte Dokumentation schildert die Lage in deutlicher Sprache und detailliert. 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