{"id":3508,"date":"2015-08-13T19:19:00","date_gmt":"2015-08-13T18:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3508"},"modified":"2022-05-24T20:43:30","modified_gmt":"2022-05-24T18:43:30","slug":"ron-and-roger-lerner-from-russia-with-doubt2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3508","title":{"rendered":"Ron und Roger und die Russische Avantgarde (From Russia With Doubt)"},"content":{"rendered":"<h5><em>englische \u00dcbersetzung 13.11.2020<\/em> <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12274\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a><\/h5>\n<h4 style=\"text-align: center;\">(<em>RON AND ROGER)<\/em><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Ein Freund sammelt Bilder der Russischen Avantgarde und k\u00e4mpft seit Jahren um deren Anerkennung, was im Amerikanischen <span style=\"color: #ff0000;\"><em>the quest to authenticate would be masterpieces<\/em><\/span> hei\u00dft.<!--more-->So lautet jedenfalls der Untertitel einer amerikanischen Museumspublikation (zur Ausstellung im MCA Denver 2010), die auch ihm zu Hilfe kommen k\u00f6nnte, so wie es den beiden Sammlern Ron und Roger geschah: <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Adam Lerner: From Russia with Doubt, Princeton Architectural Press, N.Y. , ISBN 978-1-61689<\/strong>. <\/span>Da ich seit Jahren mit ihm an den pauschalen Zur\u00fcckweisungen, die er erfahren hat, leide, hat er mir ein Exemplar geschenkt.<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/\u201eFrom-Russia-With-Doubt-The-Quest-to-Authenticate-181-Would-Be-Masterpieces-of-the-Russian-Avant-Garde-Adam-Lerner-9781616891626-Amazon.com-Books\u201c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3515\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/\u201eFrom-Russia-With-Doubt-The-Quest-to-Authenticate-181-Would-Be-Masterpieces-of-the-Russian-Avant-Garde-Adam-Lerner-9781616891626-Amazon.com-Books\u201c-225x300.jpg\" alt=\"\u201eFrom Russia With Doubt- The Quest to Authenticate 181 Would-Be Masterpieces of the Russian Avant-Garde- Adam Lerner- 9781616891626- Amazon.com- Books\u201c\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/\u201eFrom-Russia-With-Doubt-The-Quest-to-Authenticate-181-Would-Be-Masterpieces-of-the-Russian-Avant-Garde-Adam-Lerner-9781616891626-Amazon.com-Books\u201c-225x300.jpg 225w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/\u201eFrom-Russia-With-Doubt-The-Quest-to-Authenticate-181-Would-Be-Masterpieces-of-the-Russian-Avant-Garde-Adam-Lerner-9781616891626-Amazon.com-Books\u201c.jpg 488w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> Im Urlaub habe ich die spannende Story der Sammler Ron und Roger, die trotz des Engagements des Museumsdirektors in Denver keineswegs ein Happyend erleben, regelrecht verschlungen (18.-22.Juli). Vielleicht muss man das Ergebnis mit dem Spruch <em>Der Weg ist das Ziel <\/em>oder dem Zitat einer Klientin am Ende einer Therapie bei Paul Watzlawik bewerten: <em>Meine Mutter hat sich nicht ver\u00e4ndert, aber ich sehe sie jetzt anders<\/em>.<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">In der Tat sieht der Leser am Ende des Buches manches anders: den Kunstbetrieb, den grauen Markt, in dem Schmuggler und F\u00e4lscher ihr Wesen treiben, Autorit\u00e4ten, Gutachten, die Schicksale der russischen Avantgardisten und ihrer Kunst bis zum heutigen Tag, Sammler mit ihren Motiven, Sammelstilen und\u00a0 Tr\u00e4umen.\u00a0 Als Sammler von &#8218;Tribal Art&#8216; kenne auch ich<em> the quest to authenticate<\/em> zur Gen\u00fcge.<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Meine Buchvorstellung bleibt notgedrungen skizzenhaft. Ich versuche, wenigstens die Pointen festzuhalten. F\u00fcr den Fall, dass Sie das Buch kaufen wollen \u2013 f\u00fcr etwas \u00fcber 20 \u20ac \u2013 sind kurze <span style=\"color: #ff0000;\">Zitate<\/span> (Original oder in \u00dcbersetzung) durch <span style=\"color: #ff0000;\">Kursivschrift<\/span> kenntlich gemacht und die Seitenzahl vermerkt.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">\u00a0(<em>THE BEGINNING OF THE COLLECTION<\/em>)<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Das Abenteuer begann 2004 als moderne Allerweltsgeschichte mit eBay-Auktionen. Ron und Roger bekamen nat\u00fcrlich bald den Verdacht, <em>vielleicht einen Schatz<\/em> gefunden zu haben. (21) Unterst\u00fctzung der ersten Stufe fanden sie bei der Einsch\u00e4tzung einer lokalen Kuratorin, das ersteigerte Bild sei <em>aus der Zeit, stofflich<\/em> (22). Dazu kam die Bekanntschaft mit einem zuf\u00e4lligen Augenzeugen, der bei einem Besuch Leningrads w\u00e4hrend des Kalten Krieges, in der Eremitage hunderte ungesch\u00fctzte und unkatalogisierte Avantgarde-Bilder aufeinander gestapelt sah.<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">In meinen Augen ist \u00fcber Ron und Roger die Spekulationsfalle zugeschnappt, als sie den Ankauf unbedingt intensivieren wollten und Freunde zum Mitbieten einluden. Das war gar nicht so einfach. eBay funktioniert als anonyme Plattform, die unauff\u00e4llig dem Anbieter die Manipulation des Angebots und den Test des erzielbaren Preises erlaubt. (26)<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Dann engagierten Ron und Roger f\u00fcr $10.000 einen lokalen Kunstsch\u00e4tzer, mit dem gew\u00fcnschten Erfolg, freilich auf der Basis bekannter Auktionsergebnisse und unter der stillschweigenden Voraussetzung, die mittlerweile zwei Dutzend Bilder seien anerkannte Originale. (29). Sie\u00a0 wanderten in einen Tresor.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">\u00a0(<em>THE RUSSIAN AVANTGARDE<\/em>)<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Lerner vermittelt die damalige Dramatik des Konflikts zwischen Tatlin und Malevich (30-32), findet dabei: <em>T<\/em><em>hey made easy caricatures for two sides <\/em>(36). Denn das Spannungsfeld war viel komplexer und bot Raum f\u00fcr die Neigungen unterschiedlicher Sammler. Bei Ron und Roger spielten die vertrackten Zuf\u00e4lle der Erreichbarkeit die gr\u00f6\u00dfte Rolle, angetrieben von atemberaubenden Auktionsergebnissen f\u00fcr \u201aechte\u2019 Malevichs.<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Anfangs betrieben alle russischen revolution\u00e4re K\u00fcnstler <em>Experimente mit nichtobjektiven Formen<\/em>, aber dann bem\u00fchten sie sich mit unterschiedlichem Elan um <em>die N\u00fctzlichkeit <\/em>ihrer<em> Kunst, <\/em>um ein <em>neues visuelles Vokabular f\u00fcr die Kommunistische Gesellschaft<\/em> (36) \u2013 Arbeit am Design, oder noch mehr am Icon, Symbol, Sinnbild der Zukunft. F\u00fcr mich sind hochinteressante Details: Malevichs Schwanken zwischen vereinfachten Objekten (etwa: <em>Propeller<\/em>, 37) und der <em>Manifestation der<\/em> <em>nicht-objektiven Welt<\/em>, sogar theatralisch (Vitebsk 1919, 37,38). Malevich als zeittypischer Sektengr\u00fcnder mit eigener Tracht (<em>white gown<\/em>) und Hymne. Lerner zeichnet ihn als erfolgreichen <em>promoter<\/em> in einer <em>quasi-politischen Rolle<\/em>. (38) 1927 durfte er reisen und in Berlin ausstellen. Die gezeigten Werke lie\u00df er dort zur\u00fcck. Der Wind drehte sich gegen die Avantgarde. Zeitweise eingekerkert, wegen <em>Formalismus <\/em>angegriffen (41) starb Malevich 1935 mit 57 Jahren. Es folgten westliche \u201aRettungsbem\u00fchungen\u2019 um ein paar Bilder, deren anschlie\u00dfende Verteilung im Kunstestablishment und viel sp\u00e4ter, ab 1993, ein Restitutionsstreit. (42)<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">(<em>THE SEARCH FOR ORIGINS<\/em>)<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Das Schicksal der Sammlung von Ron und Roger h\u00e4ngt von <em>teilnahmslosen, ja ablehnenden (unsympathetic) Institutionen<\/em> ab. Alle Sch\u00e4tzungen basieren auf der Echtheit. Wie soll man die aber beweisen? (43) Bei einem konspirativen Treffen 2008 am Gare du Nord in Paris wei\u00df der eine der Verk\u00e4ufer, der angebliche Sammler, \u00fcberraschend wenig \u00fcber die Avantgarde. (45) <em>Amateur traders?<\/em> <em>Network of antique dealers<\/em>? Die Verk\u00e4ufer verlangen , das Geld an verschiedene Konten zu zahlen. (44) Sie tischen eine <em>overly cinematic <\/em>Legende auf von einem in den 80ern im Hamburger Hafen festgehaltenen Schiff und von Amts wegen ge\u00f6ffneten Containern, deren Inhalt vom Zoll versteigert worden sei. Damit scheinen alle M\u00f6glichkeiten, die Herkunft nachzuverfolgen, verschlossen.<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die hypothetische, aber plausible Klassifizierung als Arbeiten von Sch\u00fclern der Avantgardisten bietet sich an. (Fig. 40-46 <em>Sch\u00fclerarbeiten? zu bestimmten Auftr\u00e4gen?<\/em>) Rons Wertsch\u00e4tzung (<em>value to him<\/em>) w\u00fcrde eine solche Erkl\u00e4rung nicht wirklich herabsetzen. Er hat die <em>Mentalit\u00e4t eines Antiken-Sammlers eher als Kunstsammlers<\/em> und versteht <em>Authentizit\u00e4t<\/em> <em>prim\u00e4r auf eine bestimmte Epoche bezogen<\/em>, nicht auf eine bestimmte Person! (47) <em>The products of an exciting moment in art history and authentic works of the Russian Avantgarde ? Unfortunately, even these this basic information could not be known for certain. <\/em>(47) &#8211; <span style=\"color: #ff0000;\">F\u00fcr &#8218;<em>Tribal Art&#8216;<\/em><\/span> w\u00e4re solche <span style=\"color: #ff0000;\">bleibende Ungewissheit Normalit\u00e4t<\/span>: Lokalstile oder die Spuren einzelner K\u00fcnstler sind bereits Ausnahmen, die entweder auf Einzelbeobachtungen oder auf (umstrittenen) Schlussfolgerungen aus Materialstudien beruhen.<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Ron und Roger lernen auf den vielen Umwegen viel dazu. Sie probieren allerlei pragmatische Beurteilungsverfahren. Darunter <em>auch die Anwendung simpler Logik!<\/em> Etwa: <em>Warum sollte ein talentierter subtiler F\u00e4lscher &#8230;?<\/em> (52) Ron und Roger suchen nun vor allem, von den Werken selbst Auskunft zu bekommen! Sie engagieren f\u00fcr eine handgeschriebene Textzeile eine erfahrene <em>forensische Graphologin<\/em> ohne finanzielles Interesse am Ergebnis, das aussagekr\u00e4ftiger als eine regul\u00e4re Signatur sein soll! (51) Weitere Initiativen waren: Farbanalyse (53f.), <em>light box\/X-Ray-photography <\/em>(55). Man kauft weiter. Neue Sorgen keimen auf f\u00fcr den Fall der Authentizit\u00e4t: <em>Erwerb unter verd\u00e4chtigen Umst\u00e4nden! Kulturerbe?<\/em> Die Einschaltung des FBI unter der <em>Offshore asset protection <\/em>(53) bringt aber kein Ergebnis, <em>leider<\/em>! (55)<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Lerner er\u00f6rtert die Probleme der <em>high-dollar modern art world<\/em> (55) und die Rolle einer <em>recognized authority<\/em>. (56) Hier ist das <em>approval of elite figures<\/em> entscheidend mit der Konsequenz f\u00fcr Ron und Roger, <em>to make connections,<\/em> die ein Bekannten vermittelt. Es finden\u00a0 <em>informal interviews <\/em>(59) ohne Namensnennung statt. Ergebnis ist entweder: \u201a<em>stolen, if not fake\u2019 <\/em>oder aber die verbreitete, obwohl unbewiesene Erkl\u00e4rung f\u00fcr die vielen Avantgarde-F\u00e4lschungen im Westen: Sie seien als <em>international currency of jewish emigrants from Leningrad in the 1970s<\/em> in den Westen gelangt? (60) Die durften damals keine Devisen aus der UdSSR ausf\u00fchren und setzten auf \u201aKunst\u2019.<\/h5>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>WEM SOLL MAN VERTRAUEN?<br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Nun tut sich das Minenfeld um <em>die authentischen <\/em>Bilder auf. Die sind aber die Referenz f\u00fcr die <em>would be<\/em>. Ich erwische mich auch bereits dabei,\u00a0 am Status ihrer Aufenthaltsorte Orientierung zu suchen. Es herrscht Streit unter den Experten im Westen. Die Basis daf\u00fcr bildet die totale Vernachl\u00e4ssigung der Avantgarde-Kunst in Russland \u00fcber sechzig Jahre (52-53). Dazu kommen undurchsichtige Interessenverflechtungen (63-65). Unweigerlich kommt es zur <em>radikalen Autorit\u00e4tskrise <\/em>(65). Die Experten\u00a0 <em>Nakov, Chauvelin<\/em> und <em>Railing<\/em> publizieren nicht in <em>peer-reviewed journals or publish books with acedemic presses <\/em>(65) oder mit den Verpflichtungen von Museumskuratoren!\u00a0 (61-66) Die <em>Biografie<\/em> des einen, <em>Nakov<\/em>, von ihm selbst formuliert, ist wohl auch nur eine Legende. (75)<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">(<em>THE MERITS OF HALF-BELIEVING<\/em> )<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Adam Lerner sitzt zwischen allen St\u00fchlen. Er muss die fachliche Rufsch\u00e4digung f\u00fcrchten. Doch auf jeden Fall wird ihm der Coup \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit einbringen, unternimmt er es doch, an Hand unidentifizierter und nicht authentizierter Bilder, auf denen ein Bann liegt, eine ber\u00fchmte Kunstbewegung darzustellen und auch noch die Bedingungen von Authentifizierung selber \u00f6ffentlich zu thematisieren! Dem Kurator Lerner schwindelt. Ihn bringt seine mutige Tat ins Gr\u00fcbeln, was \u201aKunst\u2019 \u00fcberhaupt sei. (72; 67-73<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>(<em>APPENDICES A-E<\/em>)<\/strong><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die einzige inhaltliche eMail des H\u00e4ndlers h\u00e4uft Nichtssagendes an, um die Kunden Ron und Roger zu beruhigen. Er zieht sich auf die Un\u00fcbersichtlichkeit des Marktes an Russischer Avantgarde zur\u00fcck. Die minutengenaue Abrechnung einer auf Stundenbasis engagierten Agentin ist spannend zu lesen. Die drei im (erst nachtr\u00e4glich erschienenen) Katalogbuch von Lerner vorgenommenen vergleichenden Bildanalysen\u00a0 wecken nur neue Fragen. DZum Beispiel die anachronistische Briefmarke auf einer Collage oder der USARMY-Stempel auf einem Keilrahmen k\u00f6nnen sogar als Beweis der Dreistigkeit von Nachsch\u00f6pfern aufgefasst werden.<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Und worum geht es bei dem allen? Um die <em>Stilentwicklung Malevichs<\/em> etwa \u2013 nicht gerade aufregend \u2013 oder das <em>Verh\u00e4ltnis von Litho-Komposition und \u00d6lbild<\/em> oder <em>Lehrer und Sch\u00fcler<\/em>? Ist das wirklich ein lohnender Stoff f\u00fcr Sammler und nicht eher einer f\u00fcr Doktoranten und bei einer Institution angestellten Kuratoren?<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><em>&#8222;FROM RUSSIA WITH DRINKS&#8220;<\/em><br \/>\n<\/span><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Interview, zwei Jahre <span style=\"text-decoration: underline;\">nach<\/span> der erfolgreichen Ausstellung (!) am Abend der Vorstellung des Katalogs im MCA Denver November 2013 in<a href=\"http:\/\/www.westword.com\/arts\/from-russia-with-doubt-adam-lerner-discusses-the-risky-exhibition-of-unverified-art-5787586\"> www.westword<\/a> publiziert:<\/strong><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Hat Adam Lerner bereits einen im Tee? Oder folgt er einfach dem Stil amerikanischer Public Relations und versucht den Erwartungen des Publikums an einen Publikumsliebling zu entsprechen? Steht doch wieder einmal seine ganz pers\u00f6nliche ungew\u00f6hnliche Entscheidung im Zentrum des Interesses. Nach seinen Worten k\u00e4mpften zwei M\u00e4chte in ihm<em>: something frightening, potentially career-shattering, <\/em><em>fears of basically violating the rules of my field\u00a0 <\/em>auf der einen Seite, auf der anderen aber <em>something powerful and mysterious, that comes from some place that ist from beyond \u2013 something that feels completely different from everything else in our lives.<\/em> Oder anders: <em>These works got under my skin.<\/em> Das kennen wir doch von Frank Sinatra!<\/strong><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Nicht genug damit, dass <em>Kunst<\/em> auf die Ebene von <em>Kinder brauchen M\u00e4rchen<\/em> oder <em>Kinder brauchen Bilder<\/em> ger\u00e4t, Lerner steigert seine Begeisterung mit jedem weiteren Satz: Er schw\u00e4rmt: <em>That period in art \u2013 the Russian Avantgarde \u2013 is just so exciting<\/em>. Er malt spontan eine <em>ideal dinner party<\/em> aus: <em>to sit around a table with a bunch of people who love Russian Avant Garde and <\/em> <em>we can just talk all night about how much we love it. There is is someting about that period that is really exciting to me. It is <span style=\"color: #ff0000;\">also a very mysterious period, because all of these artists died young and there is not that many works that exist or are easy to see<\/span><\/em><span style=\"color: #ff0000;\">.<\/span> &#8230;<\/strong><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong>Hier wird der Smalltalk des Museumsleiters albern.\u00a0 Wie gelingt es ihm eigentlich, den brutalen und tragischen Hintergrund der Kunst unter Lenin und Stalin auszublenden? <em>Die Revolution ist kein Gala Diner, <\/em>pflegte Mao Zedong zu sagen. So dachten und handelten auch die bolschewistischen F\u00fchrer. \u00c4hnliche Ignoranz kenne ich aus meiner Studentenzeit, als junge Linke in Deutschland &#8211; \u00fcber attraktive Neupublikationen angefixt &#8211; die versch\u00fcttete sowjetische Kunstavantgarde f\u00fcr sich entdeckten, aber das ist fast f\u00fcnfzig\u00a0 Jahre her. <\/strong><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Alle Beteiligten seien einfach ein wenig crazy, <\/strong><strong>f\u00fcgt Lerner an, meint damit aber blo\u00df den Umgang mit den <em>crazy stories<\/em> and <em>almost fairytale narratives<\/em> dieses zweifelhaften Milieus. <em>Dinner party<\/em>? <em>From Russia with Drinks<\/em>? Ja, das ist ein trendiges Angebot im Museumsbetrieb der konformistischen Konsumgesellschaften!<\/strong><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was Lerner im Katalog als <em><span style=\"color: #ff0000;\">Merits of Half-Believing<\/span> <\/em>betitelt, wird am Ende des Interviews \u00fcberdeutlich. Die Frage nach der von den Sammlern erhofften Unterst\u00fctzung\u00a0 beantwortet sich damit von selbst. <em>The whole point of the book is that I wanted to leave it an mystery and in fact I never made a serious quest to discover the origins of these works. I was interested in the quest by the collectors and their obsession with it. But I decided for me that for me it really wasn\u2019t about trying to find out whether these words <\/em>(! works) <em>were real or if they were fake. I wanted to keep alive that sense of mystery<\/em>. Nachdem er die Konsequenzen etwa einer Verifikation skizziert hat, schlussfolgert er: <em><span style=\"color: #ff0000;\">All of a sudden they would become objects like any other object.<\/span> But if you leave it a mystery, it becomes something special. <\/em><\/strong><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Objects like any other object? <\/em>Also mit dem Echtheitsstempel er\u00fcbrigen sich alle weiteren Fragen an das Werk?<em>\u00a0<\/em> Vor allem aber katapultiert sich Lerner elegant aus der unbequemen Lage eines Kurators, der seine Sammler verschaukelt hat. Er hat durch seinen forschen Coup seine Story bekommen. Er ist wer. Doch hat er sie nicht auch bekannt gemacht nach dem Motto: Wirb oder stirb? \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <\/strong><\/h5>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0\u00a0 14.8.2015\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>DER FALL ELENA BASNER<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Dem Freund gef\u00e4llt mein Artikel. Er schickt mir eine Dokumentation der russischen Seite an der Problematik. Ich habe <em><a href=\"http:\/\/www.rusartnet.com\/russia\/history\/modern\/scandals\/art-forgery\/worldbackwards-the-elena-basner-case\">The Elena Basner Case<\/a><\/em> gelesen. <strong>(Der Link zu RusArtNet.com war Nov. 2020 blockiert, ist 24. Mai 2022 offen<\/strong><strong>) <\/strong>. Ich fasse hier nur provisorisch ein paar Eindr\u00fccke zusammen.<\/h5>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n<h5>Schockierend! Doch ist das immer so wenn man sich nicht die konkrete Situation vergegenw\u00e4rtigen kann, die hinter dem Etikett \u201aRussland\u2019 herrscht. Man verharmlost eben. Dabei tue ich einiges gegen meine rosarote Brille.<\/h5>\n<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n<h5>Aufregend! Ein Musterfall an Intrige. Ich schaue ja keine Krimis und Polit-Thriller.<\/h5>\n<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n<h5>Zugleich wird mir der weite Weg des Sammelst\u00fccks zum Sammler bewusst. Was da \u201aalles passieren kann\u2019 und vielleicht das Interessanteste am Objekt w\u00e4re!<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<h5>Kunst und Kommerz:\u00a0 In den Worten des Malers (+1939), um dessen Bilder es hier geht,\u00a0 und des mutma\u00dflichen Opfers einer weitgespannten postsowjetischen Intrige :<\/h5>\n<h5><em>In a letter to his wife, <a href=\"http:\/\/www.rusartnet.com\/biographies\/russian-artists\/20th-century\/avant-garde\/expressionist\/boris-grigoriev\">Boris Grigoriev<\/a><\/em> (Link Mai 2022 frei) once<em> spoke of the commercialisation of the art world: \u201cNow is the age of commerce, and we have such a wonderful product.\u201d Elena Basner touched on the same subject at the end of an interview given in court on 5 February 2014: \u201cThis world, where an object of art becomes an object of commerce, is repulsive. And one has to be very careful. Let this be an example.\u201d\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><span style=\"color: #ff0000;\"><em>\u00a9 RusArtNet, 2015<\/em><\/span><\/h5>\n<p><em>deutsch &#8222;<\/em><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"0\" data-number-of-phrases=\"1\"><span class=\"Q4iAWc\">In einem Brief an seine Frau hat Boris Grigoriev (Link Mai 2022 frei) einmal von der Kommerzialisierung der Kunstwelt gesprochen: \u201eJetzt ist das Zeitalter des Kommerz, und wir haben so ein wunderbares Produkt.\u201c<\/span><\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"1\" data-number-of-phrases=\"4\"><span class=\"Q4iAWc\">Elena Basner ber\u00fchrte das gleiche Thema am Ende eines Interviews vor Gericht am 5. Februar 2014: \u201eDiese Welt, in der ein Kunstobjekt zu einem Handelsobjekt wird, ist absto\u00dfend.<\/span><\/span> <span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"2\" data-number-of-phrases=\"4\"><span class=\"Q4iAWc\">Und man muss sehr vorsichtig sein.<\/span><\/span> <span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"3\" data-number-of-phrases=\"4\"><span class=\"Q4iAWc\">Lassen Sie sich das ein Beispiel sein.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<h3><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a024. Mai 2022\u00a0\u00a0 Eine unendliche Geschichte hat l\u00e4ngst begonnen<\/h3>\n<p>Nachricht in der &#8222;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&#8220; Sparte Kunstmarkt am Samstag, den 21. Mai 2022 Nr.118 S.15:<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IMG_20220524_0001-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-13901\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IMG_20220524_0001-1-900x413.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IMG_20220524_0001-1-900x413.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IMG_20220524_0001-1-360x165.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IMG_20220524_0001-1-624x286.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IMG_20220524_0001-1.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vergeblich hat mein Freund seinerzeit in Expertisen investiert.\u00a0 Ihm und seinen Popowas haben die Ersten Adressen des Auktionshandels nicht gew\u00e4hrt, mitzupokern, sonst k\u00f6nnte auch er sich heute oder in Zukunft Hoffnungen machen, denn eine Menge Russischer Avantgarde ist in der Welt und dr\u00fcckt die Ansehnlichsten in den Markt. Eine interessante Taxierung wird hier erw\u00e4hnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>englische \u00dcbersetzung 13.11.2020 LINK (RON AND ROGER) Ein Freund sammelt Bilder der Russischen Avantgarde und k\u00e4mpft seit Jahren um deren Anerkennung, was im Amerikanischen the quest to authenticate would be masterpieces hei\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17,24],"tags":[],"class_list":["post-3508","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kunstkommissar","category-sammeln"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3508","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3508"}],"version-history":[{"count":30,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3508\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13904,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3508\/revisions\/13904"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}