{"id":3462,"date":"2020-11-02T22:00:56","date_gmt":"2020-11-02T21:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3462"},"modified":"2024-02-12T21:49:04","modified_gmt":"2024-02-12T20:49:04","slug":"cholesterin-und-herzinfarkt-prophylaxe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3462","title":{"rendered":"Ausgegraben: &#8222;Wieder eine Medizin-Dokumentation!&#8220; (2015)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Hochgeladen am 25. Juni 2015 und nur 23 x abgerufen, aber heute gleich 2x!<\/span><\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>18.6.15:\u00a0Wieder eine Medizin-Dokumentation gesehen, auf 3-sat, also nicht irgendeine. Thema: Cholesterin und Herzinfarkt. Prophylaxe &#8211; ein Kommentar<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Cholesterin und Herzinfarkt. Prophylaxe.<\/h3>\n<p>Das beeindruckt mich bei jeder dieser Dokumentationen aufs Neue: Die Zahl der <em>verd\u00e4chtigen<\/em> Faktoren ist un\u00fcbersehbar, die <em>Forschung<\/em> kostet unendlich viel Arbeits- und Lebenszeit vieler Menschen, Geld und eine geradezu endlose Geduld aller Beteiligten und Investoren, denn <em>Forschung<\/em> ist eine unendliche Geschichte ohne Happyend.<\/p>\n<p>Klinische medizinische und pharmazeutische <em>Forschung <\/em>sind der gigantische\u00a0Motor eines viele Milliarden schweren Wirtschaftszweigs. Die ja von Natur aus krankheitsanf\u00e4lligen und leidenden Menschen alimentieren ihn auf den verschiedensten Wegen, als Kunden, \u00fcber Kassenbeitr\u00e4ge und als Steuerzahler. Der zur Bevormundung tendierende <em>Sozialstaat<\/em> \u00fcbt im <em>reichen<\/em> Europa immer mehr Druck aus, den Regeln des Systems zu folgen. Bereits diese Forderung ist mehr denn je\u00a0<em>Standard<\/em>.<\/p>\n<p>Ist f\u00fcr den einzelnen Menschen von diesem Apparat Hilfe zu erwarten? Wenn \u00fcberhaupt, nur in Verbindung mit naturgem\u00e4\u00df undurchschaubaren Zuf\u00e4llen und vermuteten Sonderfaktoren. Das h\u00f6rte ich bereits als Kind aus den Gespr\u00e4chen der Erwachsenen am Mittagstisch. Mein Vater, ein niedergelassener Arzt, blieb Skeptiker, auch in den F\u00e4llen, in denen die Therapie Besserung oder Heilung brachte.\u00a0Im Film kann man einer engagierten kanadischen Fach\u00e4rztin bei ihrem intuitiv gesteuerten Versuch von\u00a0Theoriebildung f\u00fcr den Einzelfall zuh\u00f6ren. Sie will ihrem augenscheinlich gesunden Patienten eine bestimmte Prophylaxe schmackhaft machen &#8211; trotz widerspr\u00fcchlicher Datenlage.<\/p>\n<p>An allen hier\u00a0gebotenen Informationsbrocken interessieren nat\u00fcrlich besonders Argumente und Hypothesen, die vielleicht im n\u00e4chsten Arztgespr\u00e4ch \u00fcber Prophylaxe(n) n\u00fctzlich sein k\u00f6nnten,\u00a0etwa: F\u00fcr \u00e4ltere M\u00e4nner sei erh\u00f6htes Cholesterin irrelevant.\u00a0\u00a0In dem f\u00fcr Laien dissonanten Stimmengewirr unter Experten kommt mir manche seiner\u00a0\u00a0\u00c4u\u00dferungen in den Sinn, etwa, dass medikament\u00f6s gesenkter Blutdruck nicht unbedingt nachweisbar lebensverl\u00e4ngernde Wirkungen habe. Und dass \u201aAlter\u2019 der bei statistisch weitem bedeutendste Risikofaktor \u2013 auch durch viele Studien best\u00e4tigt\u00a0\u2013 f\u00fcr den Tod sei.<\/p>\n<p>Die therapeutische Wirkung von <em>Statinen <\/em>wurde im Feature nicht generell bestritten, aber auch eine ganz andere Erkl\u00e4rung als die Senkung des Cholesterin vorgeschlagen. Dann w\u00fcrde aber auch jedes andere entz\u00fcndungshemmende Mittel in dieser Richtung wirken, also Aspirin oder Rotwein auch?<\/p>\n<p>Im Anschluss folgt eine Diskussion mit Gert Scobel \u00fcber Fehler. Die bed\u00e4chtig argumentierenden Teilnehmer bem\u00e4ngeln ganz elementare Fehlerquellen in Kliniken und fordern eine bessere \u201aFehlerkultur\u2019 in Deutschland. Die Zahl der Opfer medizinischer Fehler dort soll die der Verkehrstoten weit \u00fcbersteigen.\u00a0In der Sendung nicht zur Sprache kommt der bereits lange\u00a0beklagte \u00a0menschenunw\u00fcrdige Rationalisierungs- und Technisierungswahn im Gesundheitssystem, der die menschliche Seite der medizinischen Versorgung seit Jahren systematisch abbaut, aber \u00a0zugleich die \u201aFr\u00fcherkennung\u2019 aller m\u00f6glichen \u201aGesundheitsrisiken\u2019 mit dem damit verbundenen Versprechen der \u201aVorsorge\u2019 ausbaut.<\/p>\n<p>Oft wird in den Medien auch fortdauernde <em>Unm\u00fcndigkeit<\/em> &#8211; also Inkompetenz, \u00c4ngstlichkeit und Vertrauensseligkeit des Patienten &#8211; beklagt. Dabei ist gerade sie Teil dieses chromblitzenden Systems und vom bedr\u00e4ngten Individuum nur durch Aufbietung aller\u00a0verbliebenen Kraftreserven zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>P.S. \u00a025.6.15<\/p>\n<p>So, das musste wohl gesagt werden. Doch wem? Wozu? War es die Anstrengung des Aus- und Umformulierens wert? Am Anfang stand ein spontaner Impuls und ein Rohtext, immerhin. Soll das dar\u00fcber entscheiden, was man\u00a0kommentiert? Und wie ich es auch drehe und wende, das Thema ist immer zu gro\u00df. Und was vernachl\u00e4ssige ich alles dar\u00fcber?<\/p>\n<p>Blogger D, du befindest dich in der Abseitsfalle!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochgeladen am 25. Juni 2015 und nur 23 x abgerufen, aber heute gleich 2x! 18.6.15:\u00a0Wieder eine Medizin-Dokumentation gesehen, auf 3-sat, also nicht irgendeine. Thema: Cholesterin und Herzinfarkt. 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