{"id":3390,"date":"2015-05-28T01:01:21","date_gmt":"2015-05-28T00:01:21","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3390"},"modified":"2021-10-19T21:52:52","modified_gmt":"2021-10-19T19:52:52","slug":"bericht-1985-3-besuch-auf-dem-dorf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3390","title":{"rendered":"Bericht von der Elfenbeink\u00fcste (3) : Senufo"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Zeicnungen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3429 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Zeicnungen-1024x648.jpg\" alt=\"C.I. Dia 016x P.Zeicnungen\" width=\"625\" height=\"396\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Zeicnungen-1024x648.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Zeicnungen-300x190.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Zeicnungen-624x395.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Zeicnungen.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0Im Dorf\u00a0 Poundiou<\/strong><!--more--><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Vorahnung &#8211; Sonntag, den 28. Juli ins gro\u00dfe Buch geschrieben<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder neue Schritt fordert \u00dcberwindung. Ich z\u00f6gere auch jetzt vor dem selbstgesteckten Ziel, <em>Poundiou<\/em>, einem Dorf der Senufo abseits der Stra\u00dfe, aber die rasch verstreichende Zeit treibt mich weiter. <em>Die schwarze Haut <\/em>hat viele Schichten. Ich bin immer erst fortgekommen &#8211; aus Adbidjan, Bouna oder jetzt aus Ferk\u00e9, wenn die Etappe ihre Aufgabe der<em> Initiation <\/em>erf\u00fcllt hat. Es hatte schon Gr\u00fcnde, wenn ich meine Abreisen immer wieder verschob. Die Eindr\u00fccke m\u00fcssen sich setzen wie Tr\u00fcbstoffe am Boden eines Glases.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich meide inzwischen die <em>fonctionaires<\/em>. Das Beklagen der Verh\u00e4ltnisse mit Kouassi hat mich schon weiter gebracht, doch mit Assita buchstabiere ich eine tiefere Schicht. Je n\u00e4her ich ihr komme, bewaffnet mit Karlheinz Kriegs schmalem Katalog \u00fcber die <em>Gbato-Senufo<\/em>, umso unbehaglicher wird mir. Doch was bleibt noch zu tun au\u00dfer Ferk\u00e9 durchzufotografieren und Postkarten zu schreiben? Und unsere Unterhaltung\u00a0vom Sonntag vor Ort zusammenzufassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><em><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Krisensitzung von Regie (R) und Erz\u00e4hler (E), die eine Blockade aufl\u00f6sen soll.<\/span>\u00a0<\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Der Reisende ist in seinen Notizen pr\u00e4sent. Man m\u00fcsste sie nur lesen k\u00f6nnen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>REGIE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Du wei\u00dft nicht weiter, kommst mit den Notizen nicht zurecht, zumal sie auf drei Hefte verteilt sind. Du hast bereits drei Anl\u00e4ufe genommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>ERZ\u00c4HLER<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Auch eine f\u00fcr einen Schreibkurs verfasste <em>Miniatur<\/em> \u00fcber den \u201eAncien\u201c hilft mir nicht weiter. Sie ist misslungen, sie riecht parf\u00fcmiert, besonders am Schluss: \u201e&#8230; Das Foto vom Veteranen ist wie man so sagt <em>gestellt<\/em>. Er blickt mich ruhig an, als wollte er sagen: &gt;Junger Mann aus der Welt der Wei\u00dfen, du verstehst mich besser. Wir k\u00f6nnten Freunde sein. Schade, dass du fort gehst.&lt;\u201c <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>REGIE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Ich rieche auch schon die Mokassins<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a>! Du kennst doch die Zigarettenwerbung. Wir stehen vor einer Schreibblockade, nachdem alles diesmal so gut gelaufen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>ERZ\u00c4HLER<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Ich will den Frust und die Ressentiments nicht unkommentiert wiedergeben. Wie hat er sich eigentlich den Besuch bei konservativen Bauern vorgestellt, der ewige Tr\u00e4umer? Er kannte doch Landwirte im katholischsten Rheinland aus der Kindheit. Da verbrachte er die Sommerferien im Elternhaus seines Stiefvaters. Und schlie\u00dflich hat er viel \u00fcber das afrikanische Dorf gelesen. In der realen Begegnung mit Poundiou hat er versagt, in seinen Augen jedenfalls.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>REGIE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><em>Versagen<\/em> ist ein gro\u00dfes Wort. Es konnte doch nur darum gehen, dass er in dieser Woche seinem Gastgeber und seinem B\u00fcrgen, mit dessen Empfehlung er kam, keine Schande machte. Wie gut, dass nichts Unangenehmes passiert ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>ERZ\u00c4HLER<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Vergessen wir nicht seine hohen Erwartungen, den starken Wunsch, mit dem Ziel seiner Sehnsucht in Kontakt zu treten. Das zeigt auch eine kurze, anr\u00fchrende, aber auch komische Begegnung mit einer<strong> Lobi-Familie<\/strong> in ihrem Geh\u00f6ft, das er auf einem Spaziergang au\u00dferhalb von Bouna entdeckte. Davon existieren zwei Fotos. Er ging die Staubstra\u00dfe entlang, an einem franz\u00f6sischen Kolonialgrab vorbei, als er in der Buschlandschaft eine Kuh br\u00fcllen h\u00f6rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0074-LobiKuh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8880\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0074-LobiKuh-900x584.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0074 LobiKuh\" width=\"625\" height=\"406\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0074-LobiKuh-900x584.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0074-LobiKuh-360x234.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0074-LobiKuh-624x405.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0074-LobiKuh.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Laut f\u00fchrte ihn zu einem alleinstehenden &#8218;klassischen&#8216; Geh\u00f6ft, wie er es schon immer einmal sehen wollte, sogar mit Kerbleiter: &#8218;Lobi&#8216;. Der erschreckte Besitzer holte sofort seinen Sohn, der auf Franz\u00f6sisch \u00fcber ein Trinkgeld verhandelte. Mit dem Ergebnis war man zufrieden. Von den beiden Fotos wurden sp\u00e4ter Abz\u00fcge an die Boite Postale in Bouna geschickt. Er drang gar nicht weiter in die Leute. Ihm fiel auch gar nichts mehr ein. Aber er zog begl\u00fcckt von dannen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0078-Lobi-Frau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3448 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0078-Lobi-Frau-1024x689.jpg\" alt=\"Dia-0078 Lobi Frau\" width=\"625\" height=\"421\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0078-Lobi-Frau-1024x689.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0078-Lobi-Frau-300x202.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0078-Lobi-Frau-624x420.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0078-Lobi-Frau.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0080-Lobi-Ma\u0308nner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3449 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0080-Lobi-Ma\u0308nner-1024x689.jpg\" alt=\"Dia 0080 Lobi Ma\u0308nner\" width=\"625\" height=\"421\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0080-Lobi-Ma\u0308nner-1024x689.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0080-Lobi-Ma\u0308nner-300x202.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0080-Lobi-Ma\u0308nner-624x420.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dia-0080-Lobi-Ma\u0308nner.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>REGIE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>War er jemals besonders geschickt in der Anbahnung von Beziehungen? Wir wissen doch, wie m\u00fchsam und langwierig das f\u00fcr Ethnologen <em>im Feld <\/em>ist. Wer von denen ist nicht wenigstens zeitweise daran verzweifelt? Und <u>er<\/u> plante gerade \u2019mal drei, vier Tage ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>ERZ\u00c4HLER<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Ich las k\u00fcrzlich bei Till F\u00f6rster, dass damals um Korhogo herum bereits Touristen bewegt wurden. Er machte sich das nicht bewusst, aber die Leute hier waren an Typen wie ihn schon gew\u00f6hnt, zumal ein paar ihrer Kinder in der Stadt zur Schule gingen und von dort in den Ferien schlechte Gewohnheiten mitbrachten. Man war nicht aus der Welt. Der Lehrer, seine Adresse, wohnte in einem ebenerdigen Haus aus Hohlblocksteinen. Man war \u00e4rmlich gekleidet wie \u00fcberall in der Dritten Welt. Strom gab es nat\u00fcrlich nicht und die Frauen sa\u00dfen bei der K\u00fcchenarbeit auf niedrigen Hockern. Die traditionellen war schon lange verkauft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>REGIE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Was wirst du jetzt also tun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>ERZ\u00c4HLER<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>Ich werde ihn erst einmal schimpfen lassen. Dann erz\u00e4hle ich, was er auch noch notiert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>REGIE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kannst du das Kapitel nicht \u201eAbrechnung mit dem afrikanischen Dorf\u201c nennen?<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><em><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Abrechnung mit dem afrikanischen Dorf<\/strong><\/span><\/em> <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Warten auf die Weiterfahrt mit dem Bus in Richtung Boundiali und Odienn\u00e9 habe ich das Bed\u00fcrfnis, Bilanz aus den anstrengenden Tagen zu ziehen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angenehm war das hei\u00dfe Badewasser. Dass es noch tagelang nach dem gebr\u00fchten Hahn &#8211; zur Begr\u00fc\u00dfung geschlachtet &#8211; roch, fand ich lustig. Weniger, dass streng b\u00e4urische Lehrer mir gleich den ersten Tag kleinkariert eingeteilt hat. Wenn ich auf W\u00fcnschen nicht beharrte, blieb er stur. Madame Konat\u00e9 wirkte viel gelassener, war stets zum Lachen bereit und mir gegen\u00fcber ohne Scheu. Er hat wohl etwas M\u00fche mit seiner Rolle als Dorflehrer, die ihm durch so einen Besuch vielleicht aus dem Gleichgewicht geraten k\u00f6nnte. Drei Jahre unter der Fuchtel der Alten, und er ist noch ein Fremder im Dorf, auch wenn er aus der Gegend stammt. Er hat sich mit einem Knirps von Kollegen\u00a0aus dem Nachbardorf zusammengetan. Er sollte sich f\u00fcr mich nach der Abfahrt des Busses nach Boundiali und Odienn\u00e9 erkundigen, verga\u00df es. Vom Saufen in dunklen H\u00fctten erz\u00e4hle ich sp\u00e4ter. Da hat mich Konat\u00e9 entt\u00e4uscht. Ich f\u00fchlte mich ungesch\u00fctzt. Er zeigte (als Lehrer!) \u00fcbrigens wenig Interesse f\u00fcr die Welt, aus der ich kam! Das mitgebrachte Frankfurt-Merian-Heft blieb die Tage kommentarlos liegen, er betrachtete es mit mir am letzten Abend noch unter der Taschenlampe, mit h\u00f6flichem Interesse, ohne Zwischenfragen. Ich hatte ein Exemplar von Kriegs illustrierter Brosch\u00fcre \u00fcber die Masken der Senufo dabei. Ich war gespannt, den M\u00e4nnern die Bilder ihrer Dorfgeheimnisse zu zeigen! Konat\u00e9 h\u00e4tte das Buch ja weglegen k\u00f6nnen. Er bl\u00e4tterte es aber mit stoischer Miene durch und reichte es den anderen. Auf die Masken reagierten sie halb ernst, halb am\u00fcsiert. Behalten wollte er es nicht, denn es sei in Deutsch geschrieben. Ich h\u00e4tte ihm das Geschriebene verk\u00fcrzt vermitteln k\u00f6nnen, aber das wollte er nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ich ihm beim Abschied gab, nahm er anstandslos und hinterlie\u00df prompt bei mir das Gef\u00fchl, es w\u00e4re zu wenig gewesen. Und als ich ihn wegen des Abschiedsgeschenks <em>des Ancien<\/em> um Rat f\u00fcr ein Gegengeschenk fragte, tat er beleidigt: Man solle nicht alles aufrechnen. Wenigstens klappte die Verst\u00e4ndigung \u00fcber den Kaffee und ich lie\u00df das angebrochene Glas da.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>Nun aber von Anfang an!<\/strong><\/em><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erreiche Boundiou auf dem R\u00fccksitz eines Mopeds, das die Bef\u00f6rderung zwischen Hauptstra\u00dfe und Dorf \u00fcbernimmt. Der Rucksack wird irgendwie auf dem Lenker balanciert. Was ich zuerst wahrnehme: die d\u00f6sende Hausfrau vor der H\u00fctte. Nachher erlebe ich sie als energisch und \u00e4u\u00dferst flei\u00dfig. Ob Karl-Heinz Krieg dem Lehrer Konat\u00e9 \u00f6fter Leute schickt, wei\u00df ich nicht, jedenfalls nimmt man mich wie selbstverst\u00e4ndlich auf. Empfehlung gen\u00fcgt. Dabei hat Konat\u00e9, der Dorflehrer, in diesen Tagen gerade einen Malariaschub.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu meiner Begr\u00fc\u00dfung soll es einen Hahn geben, also nimmt er mich nach kurzer Rast auf sein Moped.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a> Ich h\u00e4tte mich gerne ausgeruht. Er kennt den Weg im Netz schmaler Feldwegen und f\u00e4hrt uns in zehn Minuten zu einer Peulh-Frau im offenen Buschland. Die Frau \u2013 sie hat gerade kein Baby \u2013 liegt auf einer Matte vor ihrer Rundh\u00fctte auf dem Bauch, ein Tuch \u00fcber ihren Kopf geworfen. Die Kinder sind in Rufweite, wohl bei den Rindern.\u00a0Interessant sind die Rufe der Frau: f\u00fcr die Kinder beim dritten Mal schon auf Alarmh\u00f6he. Die H\u00fchner ruft sie \u201eguruguruguru\u201c und lockt sie lustvoll mit Mais. Die Kinder spielen nun Treiber. Konat\u00e9 zahlt achtzehnhundert\u00a0CFA f\u00fcr einen Hahn mittlerer Gr\u00f6\u00dfe. Als die Frau den Hahn eingefangen hat, wird er umstandslos an den F\u00fc\u00dfen \u00fcber den Lenker geh\u00e4ngt. Der Preis f\u00fcr den mageren Vogel scheint mir hoch, doch wenn man seine eigenen\u00a0H\u00fchner nicht opfern will&#8230;\u00a0Da ich mein Duschwasser jeden Morgen vorgeheizt bekomme, die Gastgeber aber nur einen gro\u00dfen Kochtopf besitzen, duftet das hei\u00dfe Wasser in den kommenden Tagen nach gebr\u00fchtem Hahn. Ich werde diese Pointe noch oft erz\u00e4hlen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-Poundiou.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8851 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-Poundiou-900x591.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0163 Poundiou\" width=\"625\" height=\"410\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-Poundiou-900x591.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-Poundiou-360x236.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-Poundiou-624x410.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-Poundiou.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bekomme eine H\u00fctte f\u00fcr mich. Auf dem Bett baue ich das Einmannzelt mit der Alustange und den zwei seitlichen Befestigungen auf, als selbsttragendes Moskitonetz.\u00a0Sehr bald f\u00fchle mich zu sehr besch\u00fctzt, <em>guid\u00e9 \u2013<\/em> nur auf den halsbrecherischen Mopedfahrten nicht. Der Gastgeber teilt mir den Tag penibel ein, er erscheint mir vor allem als Aufpasser.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Die Peulh<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0183-Peulma\u0308dchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8849\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0183-Peulma\u0308dchen-234x360.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0183 Peulma\u0308dchen\" width=\"267\" height=\"410\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0183-Peulma\u0308dchen-234x360.jpg 234w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0183-Peulma\u0308dchen-586x900.jpg 586w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0183-Peulma\u0308dchen-624x959.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0183-Peulma\u0308dchen.jpg 651w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Peulh-M\u00e4dchen kommen auf den Hof und verkaufen Sauermilch. Sie sind fein gekleidet und tragen Schmuck. die Gesichter ge\u00f6lt. Sie sind fr\u00f6hlich und bitten mich \u00fcber Konat\u00e9 um ein Foto. Er lehnt ab, ohne mich zu fragen. Ich verstehe \u201e<em>photo\u201c <\/em>und mache das Foto. Es ist sch\u00f6n. Ich versuche es ihnen \u00fcber Konat\u00e9 zu schicken. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Gbato-Senufo und Peulh scheint recht k\u00fchl zu sein. Man verst\u00e4ndigt sich in Diula. Diese Peulh kommen seit zwei Wochen ins Dorf. In vier, sechs Wochen sind sie vielleicht schon weiter gezogen, sagt Konat\u00e9.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>Der zweite Tag. Lehrerkollegen <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><\/a><\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erwache fr\u00fch um f\u00fcnf vom Trommeln der Fufustampfer der Frauen im Dorf. Um halb acht (nicht um acht wie besprochen) scheucht Konat\u00e9 mich aus dem Bett. Drau\u00dfen im Hof stehen schon acht bis zehn junge M\u00e4nner und Jugendliche, die auf ihre K\u00fcchlein warten und mich anglotzen. Erst einmal einen Kaffee&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir besuchen den Lehrerkollegen im Nachbardorf Fononkara (?), der die ganze Zeit eine Leidensmiene tr\u00e4gt, dem das Moped mitten im Busch verreckt, der angeblich zu viel Geld hinbl\u00e4ttern mu\u00df <em>sans dire un mot <\/em> und den die Eingeweide heute Nacht um den Schlaf brachten. Ist er Alkoholiker oder tablettens\u00fcchtig? Ich darf Familienfotos machen. Ein M\u00e4dchen f\u00e4llt mir auf, ich kann aber nicht mehr sagen, warum. Die Fotos dr\u00fccken nicht aus, was ich sehe. <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0171-P.Kollege.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8852\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0171-P.Kollege-900x586.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0171 P.Kollege\" width=\"625\" height=\"407\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0171-P.Kollege-900x586.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0171-P.Kollege-360x234.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0171-P.Kollege-624x406.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0171-P.Kollege.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie verbringt die Ferien bei der Familie, lebt sonst in Abidjan. Ihr ganzes Verhalten, ihre Sprache dr\u00fccken Unzufriedenheit aus, doch sie kultiviert damit auch den typischen Stil des urbanen Vorgesetzten. Die Hausfrau Kone lacht viel. Sie fragt mich nach meinem Knopf im Ohr. Meine Antwort beseitigt nicht ihre Ablehnung dieser Modeerscheinung gegen\u00fcber. Ich denke nur: Enge \u00fcberall hier, wenn M\u00e4nner nicht gerade auf gleicher Ebene (<em>grand-fr\u00e8re \u2013 petit-fr\u00e8re) <\/em>Sorgen austauschen wie die beiden Lehrer. Einem Alten gegen\u00fcber sagt man: ja ja ja, egal wie lange er auf einem Thema herumredet. Gestern abend war es eine Wahlniederlage. Der von den Alten Empfohlene verlor die Wahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>\u201eKarl\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte wissen, wie Karl-Heinz Krieg (<em>\u201eKarl\u201c<\/em>) hier eingesch\u00e4tzt wird. In Poundiou sei er immer nur auf Durchreise. Anfangs habe er nur ein wenig Englisch gesprochen, jetzt sei sein Franz\u00f6sisch bereits <em>\u201aclair\u2019<\/em>, verst\u00e4ndlich. Man kenne ihn seit 1974. Der Lehrerkollege charakterisiert ihn \u00fcber seinen gro\u00dfen vollgestopften Volkswagenbus, und in dem er morgens fr\u00fchst\u00fccke, und in dem er auch schlafe. Er klingt nicht begeistert. \u00a0\u00a0Mich h\u00e4lt er \u00fcbrigens f\u00fcr \u201eachtundzwanzig\u201c, nicht schlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Schmied<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0178-P.-Schmied.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8853\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0178-P.-Schmied-900x586.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0178 P. Schmied\" width=\"625\" height=\"407\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0178-P.-Schmied-900x586.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0178-P.-Schmied-360x235.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0178-P.-Schmied-624x407.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0178-P.-Schmied.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a>Wir treffen den Schmied bei der Arbeit an. Er schl\u00e4gt auf dem kleinen Amboss aus Stahlschrott gerade die\u00a0Schneide einer Hacke zurecht. Im dichten Rauch bedient unerm\u00fcdlich sein T\u00f6chterchen den Blasebalg. Eine strenge Erziehung!\u00a0Ich erlebe zum ersten Mal die Formbarkeit gl\u00fchenden Eisens, aber auch Kraft und das Geschick, das Eisen lang und breit zu schlagen. Drau\u00dfen schon beim Nachbarn liegt unbeachtet ein patinierter bulliger Hammer aus fast einem Kilo Reineisen. Am Hammerkopf sehe ich einen Haar-Riss. Ob er noch verwendet wird? Er ist alt. Der Schmied kennt ihn angeblich seit seiner Kindheit. Daran habe ein Schmied fr\u00fcher vier Tage gearbeitet. Die heutigen sind mit Stahlschrott bequemer herzustellen &#8211; und solider. Ich soll zahlen was ich kann. Ich entscheide mich f\u00fcr viertausend CFA und bekomme ihn. Zwei gerade geschmiedete Gewehrkugeln darf ich auch mitnehmen. Erstmal verbrenne ich mir die Finger daran. Ein <em>Ancien <\/em>gibt mir am Nachmittag Schwarzpulver dazu. Zehn Jahre sp\u00e4ter werde ich von Christian in Hattersheim den passenden Vorderlader bekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der Gast macht Siesta<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0170-P.Zelt_in_Poundio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-3431\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0170-P.Zelt_in_Poundio-1024x676.jpg\" alt=\"C.I.Dia 0170 Poundiou_Zelt\" width=\"625\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0170-P.Zelt_in_Poundio-1024x676.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0170-P.Zelt_in_Poundio-300x198.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0170-P.Zelt_in_Poundio-624x412.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0170-P.Zelt_in_Poundio.jpg 1088w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um drei Uhr<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><\/a> erwache ich aus meiner Siesta. Ich tr\u00e4umte eine Besuchssituation, beneidete zwei Paare um ihr Zusammensein und konnte meinen Fotoapparat auf einen Rundgang ins Dorf nicht mitnehmen. Nun ist meine T\u00fcr zu. Ich hatte sie aber bewusst offen stehen lassen. Man h\u00e4tte wohl zu viel vom wei\u00dfen Mann in seiner H\u00fctte sehen k\u00f6nnen. Irgendwann hat es auch geknallt in meinem leichten Schlaf. Gestern abend war der Gastgeber dagegen, dass ich mein Fenster, wenigstens das zur Stra\u00dfe, offen lie\u00dfe. Kinder kommen hustend vorbei. Sie sollen mich gewiss auch nicht st\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Einheimischen<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Leute arbeiten hart, Konat\u00e9s Frau von fr\u00fch bis sp\u00e4t. Alles geschieht am Boden, die W\u00e4sche in der prallen Sonne. Wie m\u00fchselig war die Zubereitung des <em>riz sauce avec poulet <\/em>gestern abend in der Abendd\u00e4mmerung. Nur das Schlachten und Ausnehmen des H\u00e4hnchen hatte ihr ein junger Bursche abgenommen. (Wie viele Kinder haben die Konat\u00e9s \u2013 der Kollege zehn! \u2013 und warum schreibe ich nichts \u00fcber sie?)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Mopedler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8881 alignright\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Mopedler-344x360.jpg\" alt=\"C.I. Dia 016x P.Mopedler\" width=\"344\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Mopedler-344x360.jpg 344w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Mopedler-624x652.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-016x-P.Mopedler.jpg 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/a>Abends kommen Bauern m\u00fcde vom Acker ins Haus, von oben bis unten mit Erde bekleckert, auf der dunklen Haut, auf Hemd und Hose. Das klobige Gewehr \u00fcber der Schulter war wieder nicht im Einsatz. Wenn sie sich wieder verabschieden, bitten sie immer, sich \u201eentfernen zu d\u00fcrfen, um sich zu waschen\u201c. Das wird ihnen f\u00f6rmlich gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend vor meiner Ankunft hatte jemand Balafon gespielt. Mir erkl\u00e4rte er, er sei besoffen gewesen. Wollte ich ihn bitten, wieder zu spielen? Der selbstgebrannte Schnaps ist stark, <em>effective<\/em>, offensichtlich weit \u00fcber 4o Prozent. Dagegen ist Bier eine Erholung, aber bei mehr G\u00e4sten zu teuer. Konate w\u00fcrde morgens gern auch Kaffee trinken, aber bei \u201eeiner so gro\u00dfen Familie\u201c \u2013 G\u00e4ste eingeschlossen \u2013 k\u00e4me das zu teuer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Dorfleben mit seinen vielen R\u00fccksichten und Intrigen ist keine Idylle. Als ein Feuer einen Teil des Dorfes vernichtet hatte, reichten Regierungsgelder und ausl\u00e4ndische Spenden nicht, alle zerst\u00f6rten H\u00e4user zu ersetzen. Trotzdem zogen auch Leute in neue H\u00e4user\u00a0 ein, die gar keins verloren hatten, daf\u00fcr fanden Gesch\u00e4digte keinen Platz. Die einhellige Meinung war, man h\u00e4tte besser das Geld unter die Gesch\u00e4digten verteilt. Die Bauten sehen \u00fcbrigens aus wie Baracken und sind &#8211; selbst das h\u00f6here Haus des Lehrers &#8211; stickig.\u00a0Die Verteilung erinnert mich an die Geschichte von der Asphaltierung der hundert und f\u00fcnf Stra\u00dfenkilometer zwischen Korhogo und Boundiali. Entsprechende Gelder der Entwicklungshilfe waren bereitgestellt. Dennoch wurden nur die ersten 35 Kilometer geteert. Der Rest des Geldes ist <em>versickert<\/em>.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0182-Ancien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3430\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0182-Ancien-666x1024.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0182 Ancien\" width=\"449\" height=\"690\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0182-Ancien-666x1024.jpg 666w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0182-Ancien-195x300.jpg 195w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0182-Ancien-624x959.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0182-Ancien.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/a>Der Veteran (<em>L\u2019Ancien<\/em><\/strong><strong>) <a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><\/a><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er geht bei den Konat\u00e9s ein und aus. Er sucht den Kontakt zu mir. Wenigstens einer mag mich! Er bringt mir beim n\u00e4chsten Mal zwei handgeschmiedete Gewehrkugeln und Schwarzpulver mit. Jeder hat hier\u00a0eins dieser vom Schmied hergestellten Vorderlader-Gewehre. Von Jagdgl\u00fcck habe ich nichts mitbekommen. Irgendwann mache ich ein sehr sch\u00f6nes Foto von ihm. Zu diesem Anlass tr\u00e4gt er ein blaues besticktes Gewand, einen Boubou, und hat sich den Bart stutzen lassen. Auch der <em>Ancien<\/em> spricht Franz\u00f6sisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1948 bis 1951 war er in Indochina: \u201e Die Sonne brannte hei\u00dfer als die afrikanische!\u201c sagt. Er habe so viele Tote und Verwundete gesehen, so viele Kameraden seien gestorben. Er tr\u00e4ume jetzt noch manchmal davon. Er sei zu Beginn in Marseille und auf Korsika gewesen, von dort ging es mit einem Schiff \u2013 zwei afrikanische Batalillone, ein arabisches \u2013 nach <em>China<\/em>, Haiphong, Hanoi.\u00a0Wenn er jung w\u00e4re wie damals, w\u00fcrde er sich wieder melden, aber \u2013 mit Schulbildung diesmal \u2013 etwas daraus machen. Was er zu erz\u00e4hlen hatte, das wollten die Bauern nicht h\u00f6ren. Sie h\u00e4tten ihm nicht geglaubt. So habe er sich zur\u00fcckgezogen und spreche nur noch mit den Alten. Konat\u00e9 f\u00fcgt hinzu, dass das Leben des <em>Ancien<\/em> sich auch materiell ge\u00e4ndert hat. Er bekomme alle drei Monate seine Rente \u2013 immerhin vierzig, f\u00fcnfundvierzigtausend CFA.\u00a0Er k\u00f6nne davon leben und vernachl\u00e4ssige seine Landwirtschaft. Der <em>Ancien <\/em>zeigt mir daraufhin seine Schussnarben an Armen und Beinen.\u00a0Er h\u00e4ngt sehr an seinem Hund. Er ist sehr freundlich zu mir. Er erkl\u00e4rt mir sein Gewehr und schenkt mir zwei vom geschmiedete Kugeln und f\u00fcllt mir Schwarzpulver ab. Am Morgen meiner Abreise, als ich noch schlafe, \u00fcbergibt er Konat\u00e9 ein Huhn f\u00fcr mich.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0160-P.D-Hain.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-3420\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0160-P.D-Hain-1024x667.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0160 P.D Hain\" width=\"625\" height=\"407\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0160-P.D-Hain-1024x667.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0160-P.D-Hain-300x195.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0160-P.D-Hain-624x406.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0160-P.D-Hain.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Der Heilige Hain<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am zweiten oder dritten Tag sehe ich im Vorbeigehen eine Wandmalerei auf einer verputzten H\u00fctte, wie sie auf handgewebten Stoffen in Korhogo auf dem Markt angeboten werden. Konat\u00e9 treibt mich weiter: Nein, lieber nicht fotografieren! Doch gelingt es mir auf einem unbegleiteten Spaziergang bis an den Rand des <em>Heiligen Hains<\/em> von Poundiou zu gelangen, dem Gel\u00e4nde, wo die Dorfjugend irgendwann ihre Initiation erh\u00e4lt. Doch auch der <em>Heilige Hain <\/em>hebt mir mahnend den Zeigefinger. Ich sehe doch gar nichts Ungew\u00f6hnliches, fotografiere nur ein wenig in\u00a0die Landschaft, so meine ich wenigstens. Doch werden alle dunklen Bildpartien mit Szenen aus Ferk\u00e9 unterlegt\u00a0sein, \u00fcbrigens teilweise sehr interessant. \u2013 Die Doppelbelichtung des gesamten Films werde ich augenzwinkernd\u00a0als Zeichen nehmen und sogar lieb gewinnen. Erst nach f\u00fcnfundzwanzig Jahren wird mir eine moderne Erkl\u00e4rung einfallen: die Aufregung beim Filmwechsel vor dem vermeintlichen H\u00f6hepunkt der Reise.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eSonntag\u201c auf dem Dorf<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-P.-Madame.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-3428\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-P.-Madame-1024x667.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0163 P. Madame\" width=\"625\" height=\"407\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-P.-Madame-1024x667.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-P.-Madame-300x196.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-P.-Madame-624x407.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0163-P.-Madame.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a>Eine Atmosph\u00e4re wie in meinem Kinderbuch. Die Negermama hat eine Sch\u00fcssel voller leckerer K\u00fcchlein hingestellt. Man bedient sich. Die Groschen fallen in die Aluminiumsch\u00fcssel nebenan.\u00a0Es gibt Schnaps. Man tr\u00e4gt <em>gute<\/em> Kleider. Entspanntes Herumsitzen. Ein wei\u00dfgrau gefleckter Hund kommt. Seine Segellfliegerohren sind mit Lehm gesprenkelt. Der Hahn will an die Erdn\u00fcsse. Alte kommen zu Besuch, auch der Dorfchef, der ein <em>tamtam <\/em>f\u00fcr mich hat. Er sagt: \u201eRecht gro\u00df &#8230; schwierig zu transportieren\u201c. Einsicht oder Sinneswandel? &#8211; Schreiben ist an sich schon subversiv. Kein Wort der Kritik, aber auch keine Geduld. Jetzt schaut mir Konat\u00e9 direkt \u00fcber die Schulter. Ist ja gut, ich h\u00f6re schon auf und sitze wieder unt\u00e4tig herum!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Bes\u00e4ufnis zum Abschied<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als es dunkel wird, gehe ich mit Konat\u00e9 in das Haus eines \u00c4ltesten zu einem exklusiven gesellschaftlichen Termin.\u00a0Ich bekomme von der Unterhaltung unter den M\u00e4nnern nichts mit. Als \u00dcbersetzer ist Konat\u00e9 m\u00e4\u00dfig: <em>Il dit des choses pour te saluer,&#8230;. il dit des choses&#8230; <\/em>Mich nervt schon der Anblick der erst f\u00fcnf, dann sieben <em>Sodibra<\/em>-Literflaschen und dann die Aufmerksamkeit der Teilnehmer. Der Gastgeber f\u00fcllt ein Glas und reicht es jemandem, der nimmt einen Schluck und reicht es weiter oder stellt es ab. Neuank\u00f6mmlinge bekommen das Glas gleich angeboten. Man trinkt nicht, ohne jemandem angeboten zu haben. Man lehnt nicht ab, es sei denn, man hat Gr\u00fcnde. Alles geschieht offen. Ich erinnere mich: Als ich bei anderer Gelegenheit einmal ein Bonbon f\u00fcr einen Moment vor einem Kind verbergen wollte und die Hand darum geschlossen habe, forderte <em>der J\u00e4ger<\/em> mich durch eine Geste auf, sie zu \u00f6ffnen. Verbergen ist verboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Flasche Bier, die <em>der J\u00e4ger<\/em> mir heute Abend stiftet und die \u00fcbrig bleibt, muss nat\u00fcrlich morgen fr\u00fch geleert werden! Konat\u00e9: \u201eMan wird sie \u00f6ffnen und den Anwesenden anbieten.\u201c Dann wird auch verbliebene Eimer <em>pitou (<\/em>Hirsebier) &#8211; nat\u00fcrlich zu meinen Ehren \u2013 geleert, obwohl der einem nicht nur am Vormittag auf den Geist geht.\u00a0Doch wozu braucht man <em>Geist<\/em> auf dem Dorf ? Vielleicht f\u00fcr eine <em>witzige <\/em>Einlage? Der Erz\u00e4hler und die von ihm in den Blick Genommenen lachen. Warum lacht Konat\u00e9? \u00dcbersetzt bekomme ich sowieso nichts. Mit eigenen Angeboten habe ich Pech. Jedes zweite Mal sagt Konat\u00e9: <em>Le Vieux ne fume pas.<\/em> Das ist mir neu.\u00a0Konat\u00e9 ber\u00e4t mich nicht gegen\u00fcber den indirekt ge\u00e4u\u00dferten W\u00fcnschen der M\u00e4nner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald wie m\u00f6glich steige ich auf den \u2013 knappen \u2013 Schnaps um. Trotzdem muss ich auf dem Heimweg wohl\u00a0in die Mitte genommen werden und esse im Alkoholdusel zu Abend. Es soll, erfahre ich sp\u00e4ter auf Nachfrage,\u00a0ja auch M\u00e4nner geben, die nicht saufen. Ich frage mich: Was bedeutet das f\u00fcr den geselligen Umgang, der stark\u00a0\u00fcber den materiellen Austausch geht?\u00a0Das werde ich so wenig erfahren wie eine Menge anderer Geheimnisse der Gbato-Senufo. Sehen kann man ja ohnehin kaum noch etwas.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0157-Doppel-ich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3418 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0157-Doppel-ich-1024x667.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0157 Doppel ich\" width=\"625\" height=\"407\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0157-Doppel-ich-1024x667.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0157-Doppel-ich-300x195.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0157-Doppel-ich-624x406.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/C.I.-Dia-0157-Doppel-ich.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Und nun?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck in die bereits vertraute Welt der Provinzst\u00e4dte! Es ist nicht weit bis <em>Boundiali<\/em>. Auch <em>M. Donita Konat\u00e9, Instituteur \u00e0 Poundiou<\/em> hat dort seine <em>Boite Postale 55.<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Fortsetzung in (4) <span style=\"color: #ff0000;\">(<a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4188\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a>)<\/span><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Im Dorf\u00a0 Poundiou<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,243],"tags":[],"class_list":["post-3390","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisebilder","category-cote-divoire-elfenbeinkueste-kamerun"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3390","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3390"}],"version-history":[{"count":40,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8882,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3390\/revisions\/8882"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}