{"id":268,"date":"2001-03-30T00:00:42","date_gmt":"2001-03-29T23:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=268"},"modified":"2016-02-13T18:03:55","modified_gmt":"2016-02-13T17:03:55","slug":"mvg-notizen-zum-aufsatz-lehrer-erleben-1968","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=268","title":{"rendered":"MvG &#8211; Notizen zum Aufsatz &#8218;Lehrer erleben 1968&#8216;"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"line-height: 23px;\"><strong style=\"font-weight: bold;\"><!--more--><\/strong><\/span><strong>\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0MARIANNE VON GRAEVE : NOTIZEN ZUM AUFSATZ\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Motto:<\/strong><\/p>\n<p><b>D<\/b>amals&#8230;gab ich die Sache mit dem Kommunismus endg\u00fcltig auf. Das, was ich meinte, konnte ich ebenso Ostern oder Tulipan oder Rambal nenne, oder gerecht, ehrlich, frei, klug, sch\u00f6n und gut, eben das, was alle meinen, wenn sie einfach so, ganz unpolitisch und folgenlos sagen:Eigentlich m\u00fcsste dieWelt besser sein, als sie ist<b>.<\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0(Monika Maron, Pawels Briefe, S.62)<\/b><\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0THEMEN<\/strong><\/p>\n<p><strong>Missverst\u00e4ndnisse:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>die Interviewten sagen nicht, was sie denken, positiv \u00fcber 68, weil sie m\u00f6glicherweise voraus setzen, ich w\u00fcsste ihre positive Einsch\u00e4tzung<\/li>\n<li>ich setze voraus und will genau wissen, wie sich die Ansichten ge\u00e4ndert haben<\/li>\n<li>die Interviewten wollen aber gerade dar\u00fcber nicht sprechen, sie wollen sich gleich geblieben sein.<\/li>\n<li>Hier geht es um die eigene Identit\u00e4t: L\u00e4sst das Selbstbild Ver\u00e4nderungen zu, vielleicht sogar, dass man sich damals get\u00e4uscht hat?<\/li>\n<li>Und: es ist, vorausgesetzt, man hatte damals Hoffnungen, auch immer von einer <span style=\"text-decoration: underline;\">gro\u00dfen Entt\u00e4uschung<\/span> die Rede!<\/li>\n<li>Distanzierung<\/li>\n<li>Ablehnung<\/li>\n<li>innere Gefolgschaft(?)<\/li>\n<li>Zwiespalt, Ambivalenz, wird eher schlecht ausgehalten<\/li>\n<li>gro\u00dfes Bed\u00fcrfnis, sich selbst gleich geblieben zu sein<\/li>\n<li>sehr ahistorische Betrachtungsweise der eigenen Geschichte (Gisela)<\/li>\n<li>Ablehnung, dass 68 irgendeinen Einfluss, das waren die Umst\u00e4nde, die eigene Besonderheit etc.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Distanz<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Dieter: kein Bruch in der Biographie, ich bin mit mir identisch geblieben hat sich schon als Sch\u00fcler der Schule entzogen (durchs Theaterspielen)<\/li>\n<li>Bei Opel wusste er, und nach ihm wussten es alle, dass die Arbeiter nat\u00fcrlich nicht zu revolutionieren seien. &#8211; Warum bist du dann hingegangen? &#8211; Man ging da eben hin, der Gruppendruck!!!<\/li>\n<li>Dieters Distanzierung von Joschka: dieser war nie sein Freund, dagegen \u201eDany\u201c schon&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vor einigen Monaten sprach er noch bewundernd dar\u00fcber, dass einer, der mit ihm den \u201cH\u00e4userkampf\u201c oder auch \u201eStra\u00dfenkampf\u201c\u00a0gef\u00fchrt habe, nun Au\u00dfenminister sei!<\/p>\n<ul>\n<li>Hobsbawm: Sieg des Individuums \u00fcber die Gruppe! 420,414,<\/li>\n<li>Die \u201ekleinen \u00c4nderungen\u201c werden nur m\u00fchsam herausgefragt<\/li>\n<li>Noten als Instrument der Repression oder nicht?<\/li>\n<li>Wer f\u00fchlte sich eigentlich unterdr\u00fcckt? Gisela nicht, Detlev nicht &#8211; Erfahrung der Unterdr\u00fcckung &#8211; Scholl- korreliert mit Verst\u00e4ndnis der Ideen<\/li>\n<li>Die Erfahrung der Ohmacht , wer hat sie gemacht? Unterdr\u00fcckung, Repression eher bei den Frauen erlebt<\/li>\n<li>Erfahrung religi\u00f6ser Enge und Intoleranz\u00a0 macht empfindlich f\u00fcr das \u201cFanatische\u201c \u201eDogmatische\u201c der Studenten<\/li>\n<li>Jeder redet \u00fcber Gewalt, starke Distanzierung von Gewalt, Pazifismus, kein Sinn f\u00fcr \u201estrukturelle\u201c Gewalt, die staatliche Gewalt wird eher provoziert, hervorgelockt, als dass die wirklich da ist (Detlev, Scholl)<\/li>\n<li>Scholls Ablehnung der Gewalt, ganz egal, woher sie kommt, und zu welchem Zweck sie ausge\u00fcbt wird, Gleichsetzung von links und\u00a0 rechts: dies auch bei Dotzauer (siehe Gisela \u00fcber Interviews)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Meistens der Eindruck, 68 sei eigentlich alles schon gelaufen gewesen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Die Angst vor einer Ideologie, gleich ob NS oder kommunistisch, vor dem Dogma!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Antikommunismus der Zeit<\/p>\n<ul>\n<li>Rolle der \u201edeutschen\u201c Frage<\/li>\n<li>Friedensbewegung, Pazifismus<\/li>\n<li>Gegen Ende des Interviews, und auf Nachfragen ergibt sich aber doch ein ziemlich genaues Verst\u00e4ndnis von 68, aber erst einmal wird behauptet: \u201eda war gar nichts!\u201c\u00a0 (die Perle in der Auster&#8230;)<\/li>\n<li>Literatur, \u00c4sthetik, Zuschauen, am Rande stehen, nicht politisch eingreifen, eher interpretieren als ver\u00e4ndern (Detlev)<\/li>\n<li>Wissen die 68er eigentlich, was Marx wirklich sagte? (Gisela., Scholl)<\/li>\n<li>Detlev: Marx \u201eungenie\u00dfbar\u201c!<\/li>\n<li>Alle sagen: ich habe wenig Einfluss gehabt, stand eher am Rande, sie seien unverwechselbare Individuen, nicht von historischen Str\u00f6mungen bestimmt, wehren sich gegen die Zuweisung, etwa 68er gewesen zu sein,<\/li>\n<li>Auch hier kommt gegen Ende, oder auf Nachfragen, doch ein relativ starker Einfluss der Gedanken von 68 heraus<\/li>\n<li>Vorwurf der \u201eBlindheit\u201c auf dem linken Auge, (Detlev, Dotzauer, Scholl)<\/li>\n<li>Angst vor Extremismus, Gewalt, Dogmatismus aus der Erfahrung des NS: &#8211; das war in der Schweiz nicht so stark (Hans Witschi: Ja, ich bin radikal, ich gehe, mit Marx zu sprechen, an die Wurzel des \u00dcbels<\/li>\n<li>Die Interviewten machen sich \u00fcber Antikapitalismus der 68er lustig&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn sie aktiv werden, dann eher abwiegelnd, Detlev verhindert Sprengung,, Gisela in Bonn gegen Sturm auf das \u201eKonsulat\u201c<\/li>\n<li>Negative Einsch\u00e4tzung der Franz. Rev. (Detlev, Scholl)<\/li>\n<li>Das ungepflegte, unb\u00fcrgerliche Aussehen der 68er<\/li>\n<li>das Aufgeregte, der \u201eAlarmismus\u201c<\/li>\n<li>Die ungew\u00f6hnlichen auffallenden Demonstrationsformen, siehe Kh271<\/li>\n<li>Betonung der damaligen Naivit\u00e4t, der Jugend<\/li>\n<li>der Ausdruck \u201eDemokratisierung\u201c kommt oft nicht vor<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kh 271: Scheindemokratisierung<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn Auseinadersetzung mit Vater \u00fcber Ns-Zeit g\u00fcnstig, verlaufen, m\u00f6glichereise mehr Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr 1968er Ideen (Scholl, Voigt versus Dotzauer)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>\u00dcbereinstimmung<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Verlust der Blau\u00e4ugigkeit, der Religiosit\u00e4t<\/li>\n<li>Abscheu gegen\u00fcber den F\u00fcnfzigerjahren (Detlev, Gisela, Dotzauer Renate, Inge, die Schule hat geknechtet und verdummt<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Geschichten von B\u00f6ll als Ausnahme)<\/p>\n<ul>\n<li>bei Gisela sehr merkw\u00fcrdig die Stelle, wo sie sich auf die Frage nach ihrer heutigen Einsch\u00e4tzung von 1968 \u00fcber die Psychologie von Interviews ausl\u00e4sst, wann die\u00a0 die Interviewten zu stottern anfangen, und dies am Beispiel der Nazizeit erl\u00e4utert.Unbewusst scheint sie sich zu sch\u00e4men,sie will beweisen, dass sie sich nicht erst heute, sondern schon damals distanziert hat.)<\/li>\n<li>Jedes Interview enth\u00e4lt eine \u00dcberraschung (mindstens eine). Bei Detlev:Hinweis auf Walter Benjamin , auf die Pariser Kommune, auf Solschenyzin, das Kursbuch von 1967<\/li>\n<li>Detlev:\u00a0 die Grundwerte, u.a. : dass man gefragt wird, vgl.: vorher: in den F\u00fcnfzigerjahren wurde man nicht gefragt, f\u00fcr dumm gehalten, vgl.Gisela: \u201eVerdummt durch die Schule\u201c<\/li>\n<li>Scholl: Marcuse, Sch\u00fcler werden nachher \u201eals Menschen gesehen\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Fragen, ob und wann aus der GEW ausgetreten, eventuell warum<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Resignation, gescheiterte Hoffnung<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>enorme Resignation \u00fcber Bildungsreform, Innovationen<\/li>\n<\/ul>\n<p>68: gescheiterte Hoffnung oder vorausgesehenes Scheitern?<\/p>\n<ul>\n<li>Entt\u00e4uschung \u00fcber die heutigen Sch\u00fcler<\/li>\n<li>Einsch\u00e4tzung der Folgen der Bildungsreform<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Inges Pragmatismus \u201ehinrissig\u201c, \u00fcberkandidelt<\/li>\n<\/ul>\n<p>die \u00dcbungen der \u201ePutzgruppe\u201c im Taunus: Kindergarten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Geschichtsbild<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Beurteilung von Revolution<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Verh\u00e4ltnis zu den Sch\u00fclern, Unterrichtspraxis, Notengebung<\/b><\/p>\n<p>Inges Pragmatismus<\/p>\n<p>Renates Freundlichkeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[93,16],"tags":[],"class_list":["post-268","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1968er","category-gaeste"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=268"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":432,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions\/432"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}