{"id":2574,"date":"2009-04-20T22:22:55","date_gmt":"2009-04-20T21:22:55","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2574"},"modified":"2021-10-20T01:26:08","modified_gmt":"2021-10-19T23:26:08","slug":"eine-lanze-fuer-rene-gardi-den-reiseschriftsteller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2574","title":{"rendered":"Eine Lanze f\u00fcr Ren\u00e9 Gardi, Reiseschriftsteller!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dokumentation und Er\u00f6rterung von drei Internetquellen zum Lebenswerk, anl\u00e4sslich seines Todes im Jahr 2000 und des hundertsten Geburtstag im M\u00e4rz 2009 &#8211; verfasst von April 2009 bis Dezember 2014<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Eine aktuelle Stellungnahme zum Film von Hedinger (<\/span><\/em><em><span style=\"color: #ff0000;\">2019) im April 2021<\/span><\/em><span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12593\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (LINK)<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Vorwort zu den beiden versp\u00e4tet geladenen Fotos<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ren\u00e9 Gardi war nicht irgendein Reiseschriftsteller meiner Jugend, sondern der Autor von ein paar &#8218;Ikonen&#8216;, die ich um 1957 aus einem Verlagsprospekt ausschnitt und aufklebte &#8211; wie auf dem Din A5-Blatt links zu sehen. Die sch\u00f6nste freilich ging irgendwann verloren. Ich ersetze sie aus &#8222;Kirdi&#8220;, Z\u00fcrich 1957 direkt, bewusst klein. (rechts) Dass die &#8222;Massa-M\u00e4dchen mit Reusen&#8220; im Tschadsee so paradiesisch nackt posierten, verdankte sich \u00fcbrigens dem gl\u00fccklichen Umstand, dass Textilien bei der Arbeit im Wasser st\u00f6rten. Blo\u00df der Fotograf mag \u00fcber die Schaulust hinaus den Gedanken im Hinterkopf gehabt haben, die schweizer <em>B\u00fcnzli <\/em>zu schockieren.\u00a0 7.11.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5961\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi-257x360.jpg\" alt=\"rene-gardi-sammelblatt-1955-foto-kirdi\" width=\"228\" height=\"320\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi-257x360.jpg 257w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi.jpg 554w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5962\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi_0001-249x360.jpg\" alt=\"rene-gardi-sammelblatt-1955-foto-kirdi_0001\" width=\"221\" height=\"320\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi_0001-249x360.jpg 249w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Rene\u0301-Gardi-Sammelblatt-1955-Foto-Kirdi_0001.jpg 553w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Dokumentation und Er\u00f6rterung der drei Internetquellen\u00a0zum Lebenswerk<\/span><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Die Unterstreichungen heben von mir gesetzten Akzente bereits\u00a0in den Texten hervor.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">1.\u00a0\u00a0\u00a0 Basler Informationsservice OnlineReports \u00a0 2000<br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><b><i>Buch- und Filmautor Ren\u00e9 Gardi gestorben \u2028- Er vermittelte ein Afrika-Bild der gl\u00fccklichen Menschen und unber\u00fchrten Lebensr\u00e4ume\u2028\u2028 \u00a0 <\/i><\/b><b><i>Von Ruedi Suter<\/i><\/b><i>\u2028\u00a0\u00a0 9. M\u00e4rz 2000<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Der Schweizer Schriftsteller, Fotograf und Filmer Ren\u00e9 Gardi ist am Dienstag in einem Berner Pflegeheim eine Woche nach seinem 91. Geburtstag verstorben. Dies teilte sein Sohn Bernhard Gardi, Konservator am Museum der Kulturen Basel, am Mittwoch auf Anfrage dem Basler Informationsservice OnlineReports mit.\u2028\u2028Ren\u00e9 Gardi hat mit seinem Werk das Afrika-Bild vieler Schweizerinnen und Schweizer von den 50er bis zu den 70er Jahren nachhaltig gepr\u00e4gt. <span style=\"text-decoration: underline;\">Es war ein aus heutiger Sicht eher idealisierendes Bild, welches das Dasein der afrikanischen Menschen in ihren von der Zivilisation noch beinahe unber\u00fchrten Lebensr\u00e4umen zeigte.\u2028\u2028<\/span>Gardis bevorzugte Reiseziele waren die s\u00fcdliche Sahara mit den Tuareg-Nomaden, die dem europ\u00e4ischen Sch\u00f6nheits- und Freiheitsideal entsprachen, sowie <span style=\"text-decoration: underline;\">Nordkamerun, wo er in den immer wieder besuchten Mandara-Bergen mit ihrer urspr\u00fcnglich lebenden Bauernbev\u00f6lkerung sein Paradies fand<\/span>.\u2028\u2028Zeugnisse verlorener Kulturen\u2028\u2028&#8220;Mein Vater hat im Sinne &#8222;zur\u00fcck zu den Wurzeln&#8220; nicht die modernen St\u00e4dte, sondern das afrikanische Hinterland repr\u00e4sentiert&#8220;, erkl\u00e4rte Sohn Bernhard, ebenfalls Afrika-Forscher. <span style=\"text-decoration: underline;\">Ren\u00e9 Gardi, der seine Fotos fast nie arrangierte und der Zivilistation vorwarf, &#8222;den materiellen Wohlstand mit dem Gl\u00fcck zu verwechseln&#8220;<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">notierte und machte Bilder im Bewusstsein, dass seine Dokumentationen bald zu Zeugnissen verlorener Kulturen w\u00fcrden<\/span>.\u2028\u2028Gardi unternahm 1936 als Mittelschullehrer seine erste Reise &#8211; nach Skandinavien. Nach den vielgelesenen Knabenromanen &#8222;Schwarzwasser&#8220; und &#8222;Gericht im Lager&#8220; machte sich Pfadfinder Gardi 1945 selbstst\u00e4ndig. Nun folgte eine Reise nach der anderen, 40 Jahre lang, vorab nach Afrika und Neuguinea. Zu seinen bekanntesten Buchtiteln, geh\u00f6ren &#8222;Blaue Schleier &#8211; rote Zelte (1950), &#8222;Mandara&#8220; (1953), &#8222;Der schwarze Heph\u00e4stus&#8220; (1954), &#8222;Kirdi&#8220; (1955), &#8222;Tambaran&#8220; (1956), &#8222;Sepik&#8220; (1958) sowie die Monographien &#8222;Sahara&#8220; (1967), &#8222;Unter afrikanischen Handwerkern&#8220; (1969) und &#8222;Auch im Lehmhaus l\u00e4sst sich&#8217;s leben&#8220; (1973).\u2028\u2028Tr\u00e4ger zahlreicher Auszeichnungen. \u2028\u2028Seine Erlebnisse und Erkenntnisse gab der Berner Weltenbummler mit dem einmaligen und umfassenden Bilderarchiv auch an zahlreichen Vortr\u00e4gen weiter. Grosse Aufmerksamkeit fanden seine Filme &#8222;Mandara&#8220; (1959) und &#8222;Die letzten Karawanen&#8220; (1967). F\u00fcr sein Schaffen erhielt der r\u00fchrige Selfmademan verschiedene Auszeichnungen wie den Jugendbuchpreis des Schweizerischen Lehrervereins (1963), <span style=\"text-decoration: underline;\">den Ehrendoktor in Ethnologie der Universit\u00e4t Bern (1967)<\/span> sowie eine Ehrengabe des Kantons Bern f\u00fcr das Gesamtschaffen (1979). \u2028\u2028<span style=\"text-decoration: underline;\">Ob Ren\u00e9 Gardi ganz anders oder \u00fcberhaupt je \u00fcber Afrika geschrieben haben w\u00fcrde, wenn er dort auch jahrelang gelebt h\u00e4tte, bleibt eine offene Frage. <\/span>Sicher ist aber, was Christraud Geary vom National Museum of African Art in\u00a0Washington D.C. feststellt: <span style=\"text-decoration: underline;\">&#8222;Kein Schriftsteller und Fotograf, der sich mit Afrika befasste, \u00fcbte in den f\u00fcnziger bis in die siebziger Jahre hinein einen solch pr\u00e4genden Einfluss im deutschsprachigen Raum aus wie er.&#8220;<\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i><span style=\"text-decoration: underline;\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-style: normal; -webkit-text-decorations-in-effect: none;\"><b>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zentrum f\u00fcr Afrikastudien Basel\u00a0 ( Schweiz)\u00a0\u00a0 <\/b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"color: #000000;\">\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/i><i><span style=\"text-decoration: underline;\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-style: normal; -webkit-text-decorations-in-effect: none;\"><a href=\"http:\/\/www.unibas-zasb.ch\"><span style=\"color: #888888; text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #000000; text-decoration: underline;\">www.unibas-zasb.ch<\/span><\/span><\/a><\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b><i>Hommage an Ren\u00e9 Gardi (Film und Diskussion)<\/i><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><i>\u00a0<\/i><\/b><i>In zahlreichen Vortr\u00e4gen an Schulen und in \u00f6ffentlichen Veranstaltungen erz\u00e4hlte Gardi von seinen Reisen zu gl\u00fccklichen Menschen in unber\u00fchrten Lebensr\u00e4umen. Mit seinen grossartigen Fotos und lebendigen Erz\u00e4hlungen faszinierte er Gross und Klein. Sein Interesse galt Menschen und ihren Lebenswelten in der Peripherie, weit weg von den Geschehnissen der grossen Welt, Menschen, die kaum jemand kannte. Vieles von dem, was er in seinen Filmen und B\u00fcchern dokumentiert hat, wie die Welt der Glasmacher von Bida oder die Eisenhersteller in Nordkamerun, ist denn auch heute unwiederbringliche Vergangenheit. Damit sind Ren\u00e9 Gardis Fotos und Filme heute wertvolle und bedeutende Hinweise auf die Geschichte Afrikas.\u2028Im Zentrum dieses Wochenendes stehen Ren\u00e9 Gardis Filme \u00fcber Afrika, bekannte und wenig bis kaum bekannte. Damit m\u00f6chten wir ihn zu seinem hundertsten Geburtstag ehren und mit ihm in seine Afrika-Welt eintauchen. Wir wollen ihn aber auch als Zeuge seiner Zeit sehen und sein Afrika-Bild, ebenso wie unser heutiges, kritisch hinterfragen. Der behutsame und liebevolle Zugang zu den von ihm portr\u00e4tierten Menschen ist es, der das Werk von Ren\u00e9 Gardi so einmalig macht. <b>(Elisabeth B\u00e4schlin)\u2028<\/b><\/i><i>\u2028<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><span style=\"text-decoration: underline;\">3. \u00a0 \u00a0 \u00a0Berner Tagblatt\u00a0 &#8211; \u00a0Kultur: 28. Februar 200<br \/>\n<\/span><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Unser Draht nach Afrika &#8211; Ren\u00e9 Gardi<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><i><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/i><\/b><b><i><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00abEr hat schwache Texte geschrieben und starke Bilder gemacht\u00bb, sagt sein Sohn. <\/span>Damit allerdings hat der vor hundert Jahren geborene Ren\u00e9 Gardi das Bild von Afrika lange gepr\u00e4gt. Es ist das Bild einer urspr\u00fcnglichen Welt \u2013 das Gegenbild zum Wohlstandswunderland Schweiz. \u00a0 \u00a0 Daniel Di Falco<\/i><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><\/i><i>Irgendwo im Bernbiet, irgendwann in den Siebzigerjahren: Der ber\u00fchmte Mann besucht eine Sekundarschule f\u00fcr einen Diavortrag, doch vorher gibt es f\u00fcr die Sch\u00fcler Arbeit \u2013 sie m\u00fcssen den Gast in einem Satz charakterisieren. \u00abEr kommt von Afrika\u00bb, schreibt einer ins Heft. \u00abEr ist ein L\u00e4nderbereiser, der dann einen Film daraus macht\u00bb, weiss ein zweiter. Einer schliesslich kommt auf dieses h\u00fcbsche Resultat: \u00abEr forscht in den L\u00e4ndern herum.\u00bb Ren\u00e9 Gardi, der morgen Sonntag hundert Jahre alt geworden w\u00e4re, hat die Antworten der Sch\u00fcler in einem seiner B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht. Es erschien 1974, es handelt von seinen \u00abErlebnissen und Begegnungen auf Vortragsreisen durch die Schweiz\u00bb.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><i>\u00abIch w\u00fcrde kochen\u00bb<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Man ruft ihn an, um ihm ein Hausrezept gegen M\u00fccken beizubringen. Man fragt ihn nach einem \u00abafrikanischen Wort\u00bb f\u00fcr einen Wettbewerb, bei dem eine Weltreise zu gewinnen ist. Man will seinen Rat vor einer geplanten Heirat mit einem afrikanischen Studenten. Man bewirbt sich als Begleitung f\u00fcr die Sahara: \u00abIch bin zwanzig Jahre alt. K\u00f6nnen Sie mich nicht gebrauchen? Ich w\u00fcrde kochen, Geschirr sp\u00fclen, Kleider waschen, Ihre Socken flicken und auch singen.\u00bb<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Und immer wieder verlangt man Auskunft von Ren\u00e9 Gardi \u00fcber Ren\u00e9 Gardi , den Vortragsreisenden, der selber Gegenstand von Vortr\u00e4gen in Gymnasien geworden ist: Wie viele L\u00e4nder er schon bereist habe. Wie lange er an einem Buch arbeite. Ob er schon immer Schriftsteller werden wollte. Wenn ja: warum. Gardi war eine Institution. Die Briten, die Franzosen und auch die Deutschen hatten ihre Kolonien \u2013 die Schweizer hatten Gardi als direkten Draht nach Afrika. Er war es, der sie bekannt machte mit dem Fernen und Fremden.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>40 Reisen, 2000 Vortr\u00e4ge<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Ren\u00e9 Gardi also, geboren am 1. M\u00e4rz 1909 in Bern als Sohn eines Tramchauffeurs, gestorben am 8. M\u00e4rz 2000 in Bern, war Sekundarlehrer, bevor er in den Dreissigerjahren ein erstes Mal in die Welt aufbrach, in den Hohen Norden, dann in den Nahen Osten und nach Neuguinea, vor allem aber Afrika, und es sich nach dem Krieg zum Beruf machte, zu verreisen und davon zu berichten, als Schriftsteller, Reporter, Fotograf, Filmemacher, Radio- und Fernsehschaffender, Vortragsunternehmer. In Zahlen: 40 Reisen (die letzte 1992), gegen 2000 Vortr\u00e4ge, 30 B\u00fccher, gut die H\u00e4lfte davon \u00fcber Afrika.<\/i><\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p><i><\/i><i>Charisma \u2013 und Bilder<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Es gibt einige Randbedingungen f\u00fcr seinen Erfolg. Dass damals, beispielsweise, noch kaum Fernseher in den Stuben standen. Dass es keine All-inclusive-Angebote f\u00fcr die Sahara gab. Dass Gardi weit und breit der einzige war, der von solchen Erlebnissen berichten konnte. Dass er Charisma und didaktische Fertigkeiten hatte, zudem einen speziellen Apparat, der seine Dias auf m\u00e4chtige vier mal vier Meter projizierte.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Doch das Wesentliche steckt in Gardis Bildern und Berichten selber. Sie dokumentieren nicht bloss das menschliche Leben im Tassili-Gebirge oder in Sahel \u2013 sie enthalten auch einen Traum von fernen L\u00e4ndern und fremden V\u00f6lkern, in dem es um wahre Heimat geht: Gardi traf ein Unbehagen, das sich im Wohlstandswunderland verbreitet hatte.<\/span><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Die \u00abKinder der Wildnis\u00bb<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Bei den Kirdi im Norden Kameruns versenkt sich Gardi offensichtlich m\u00fchelos ins Alltagsleben jener Menschen, \u00abdie wir \u00fcberheblich die Primitiven nennen\u00bb. \u00abKinder der Wildnis\u00bb, so nennt sie Gardi und schw\u00e4rmt von ihrer \u00abungebundenen Freiheit\u00bb und \u00abunverdorbenen Nat\u00fcrlichkeit\u00bb. So muss das Leben vor dem S\u00fcndenfall gewesen sein: Ren\u00e9 Gardi sieht das Paradies.<\/span> Zugleich macht er es erst sichtbar, mit seiner Kamera. <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Er <span style=\"text-decoration: underline;\">dokumentiert das Leben der Kirdi akribisch wie ein V\u00f6lkerkundler, aber ohne den Blick eines Wissenschafters, der die Dinge zerlegt und nach analytischen Kategorien seines Fachs katalogisiert. <\/span>Stoffe f\u00e4rben, Harfe spielen, H\u00fchner opfern.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Gardi zeigt die Dinge stets im Zusammenhang, er suggeriert einen kleinen Kosmos, in dem das Dasein einem elementaren Gang der Dinge folgt.<\/span> Er hat sich nicht f\u00fcr das st\u00e4dtische Leben Afrikas interessiert, nicht f\u00fcr politische Konflikte und auch nicht f\u00fcr die Bewegungen, die schliesslich in die Unabh\u00e4ngigkeit der Kolonien m\u00fcnden sollten. Sein Afrika war das Hinterland des Kontinents \u2013 hier fand er die Bilder zu jenem Traum, den er mit seinem Publikum in Europa teilte: ein von allen Zumutungen des modernen Lebens ungest\u00f6rtes Gl\u00fcck.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00abIch pfeife auf den Fortschritt\u00bb<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>So ist die Afrika-Hymne dieses Mannes auch eine Absage auf die Welt, aus der er selber kommt: \u00abSchaffen und schuften, hasten und eilen wir Europ\u00e4er nicht ununterbrochen, bloss um uns Dinge leisten zu k\u00f6nnen, die wir gar nicht brauchen? Wir sind dabei, materiellen Wohlstand mit Gl\u00fcck zu verwechseln. Ich pfeife auf jeden technischen Fortschritt, wenn er nur dazu dient, die Seele zu t\u00f6ten.\u00bb Genau hier liegt wohl Gardis entscheidende Attraktion: Er traf die alte Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00abMein Vater war ein Moralist\u00bb, sagt heute Bernhard Gardi <\/span>, der als Ethnologe die Abteilung Afrika am Basler Museum der Kulturen leitet. <span style=\"text-decoration: underline;\">Die Informationen seines Vaters seien oft oberfl\u00e4chlich gewesen, viel habe er von jenen Einheimischen erfahren, die Franz\u00f6sisch konnten und f\u00fcr ihn auf seinen Reisen kochten. \u00abOder von den Missionaren und den Kolonialbeamten. Und die wussten es auch von ihren K\u00f6chen.\u00bb Doch damit sei es ihm ergangen wie fast allen Europ\u00e4ern.<\/span><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Der Rang ist anerkannt<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><\/i><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Bernhard Gardi ist keiner, der beleidigt w\u00e4re \u00fcber Kratzer am Erbe seines Vaters.<\/span> \u00abEr hat schwache Texte geschrieben und starke Bilder gemacht\u00bb, sagt er selber. <span style=\"text-decoration: underline;\">Der dokumentarische Rang von Ren\u00e9 Gardis Film- und Fotoschaffen ist anerkannt. <\/span>Denn so, wie er es prophezeit hatte, war bald fast nichts mehr \u00fcbrig von den Lebensformen, denen er begegnet war.<span style=\"text-decoration: underline;\"> 1997 ist der Sohn ins \u00abTraumland\u00bb des Vaters gefahren, in die n\u00f6rdlichen Berge Kameruns. Dort hat er den Nachkommen der Hirten, Schmiede und Zauberer die Bilder seines Vaters \u00fcberbracht \u2013 viele davon waren bereits historische Dokumente.<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Kommentar<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin von der Lekt\u00fcre Gardis &#8211; mit Ausnahmen &#8211; angetan und von den drei Rezensionen erst \u00fcberrascht, dann aber doch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn Ren\u00e9 Gardis Plauderton t\u00e4uscht \u00fcber die Tiefe seiner Erfahrung. Manche betuliche Phrase mag seiner Jugendbuchschriftstellerei entsprungen sein. Vom Sprachduktus her h\u00e4tte ich nicht gedacht, dass er schon \u00fcber vierzig Jahre war, als er <i>\u201aMandara \u2013 Unbekanntes Bergland in Kamerun\u2019<\/i> 1955 schrieb, aber war ich bei meiner Reise an die Elfenbeink\u00fcste 1985 nicht ebenso alt, und ging ich nicht mancherorts als \u201eamerikanischer Student\u201c durch? Schrieb ich dar\u00fcber nicht auch unpr\u00e4tenti\u00f6s und pers\u00f6nlich?\u00a0In mancher \u2013 eher humoristischen \u2013 Szene sehe ich mich selber wieder <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8888\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(LINK)<\/a>. Es ist keine <i>professionelle<\/i>\u00a0 Erz\u00e4hlung, und keine <i>literarische<\/i> wie die von Michel Leiris, der gl\u00e4nzt, aber schlie\u00dflich doch wenig zu erz\u00e4hlen hat als Mitglied im Tross einer Gro\u00dfexpedition.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Bernhard Gardi ist keiner, der beleidigt w\u00e4re \u00fcber Kratzer am Erbe seines Vaters.<\/span> (Di Falco)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sein Sohn sich von ihm vorsichtig distanziert hat, ist verst\u00e4ndlich: Stand er doch im Schatten eines ausgewiesenen Dilettanten und trug \u2013 wie peinlich \u2013 dessen Namen im Kreise ernsthafter Fachgenossen. In diesem Satz wiederholt sich die Eifersucht der akademischen Fachleute auf die freien V\u00f6gel, die in ihrem Forschungsfeld vagabundieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Humor und\u00a0 tiefes Empfinden scheint in der Ethnologie eher selten vorzukommen. Mir fallen\u00a0 spontan Nigel Barley \u2013 auch er eher flach im Stil &#8211; und Claude Levi-Strauss (\u201eTraurige Tropen\u201c) ein, Milan Stanek (\u201eGeschichte der Kopfj\u00e4ger\u201c), Napoleon Chagnon, dann schon fachliche Au\u00dfenseiter\u00a0 wie die Z\u00fcrcher Psychoanalytiker\u00a0 Paul Parin, Maya Nadig, Journalisten wie Ryszard Kapuszynski. \u201eReiseschriftsteller\u201c ist das bekannte akademische Stigma f\u00fcr Hugo Bernatzik, v.F\u00fcrer-Haimendorf (Naga) und Heinrich Harrer gewesen, f\u00fcr vielseitig begabte und t\u00fcchtige Leute, die keine Angst vor der Tuchf\u00fchlung hatten und popul\u00e4r wurden. Mancher Satz erinnerte mich auch an einen alten Belgier, der unbewaffnet und unbehelligt, ein Leben lang den Kontinent erfahren hatte und dann Jahrzehnte an einer Enzyklop\u00e4die, urspr\u00fcnglich Westafrikas, dann doch \u201ablo\u00df\u2019 der Elfenbeink\u00fcste arbeitete (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8822\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss bei Gardi zwischen den Zeilen lesen, da ist eine Menge Spott versteckt. Es sind bittere Botschaften herauszuh\u00f6ren, welche die Leser gegen kolonialistische und sensationsl\u00fcsternen Heldengeschichten immunisieren sollten, die eine \u2013 zugegebenerma\u00dfen vorsichtige \u2013 Kritik an der heimischen Zivilisation und ihren destruktiven Kr\u00e4ften \u00fcbten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gardis \u201eIdealisierung\u201c ist nicht verlogen, und er l\u00e4sst er sich bei seinen Beobachtungen beobachten. Vielleicht f\u00e4llt es westlichen \u201ePfadfindern\u201c und Wanderv\u00f6geln, auch amerikanischen Freaks, \u2013 wenn sie offen und neugierig reagieren \u2013 leichter als blassen Seminaristen und Begriffschirurgen, zu Menschen Kontakt zu finden, die unseren\u00a0 Gro\u00dfeltern und Urgro\u00dfeltern n\u00e4her stehen als man lange wahrhaben wollte. \u00dcbrigens sind auff\u00e4llig viele Schweizer und \u00d6sterreicher aus der Provinz sind in meiner Liste!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was damals \u201eunber\u00fchrt\u201c in diesem Kontext bedeutete, wei\u00df ich noch. Das Wissen und die Trauer \u00fcber das \u201everlorene Paradies\u201c schwang immer mit. Ich selber glaubte leider viel zu fr\u00fch, die letzte Nische sei geschlossen, bis ich 1985 doch noch eine Ahnung davon bekam. Dass diese Trauer sich nicht politisierte, kann man uns, dem Publikum von Gardi, Bernatzik u.Co. und nat\u00fcrlich den Autoren selber vorwerfen, aber waren die akademischen Ethnologen so viel kl\u00fcger? <span style=\"text-decoration: underline;\">Der behutsame und liebevolle Zugang zu den von ihm portr\u00e4tierten Menschen ist es, der das Werk von Ren\u00e9 Gardi so einmalig macht. (Elisabeth B\u00e4schlin)\u2028\u2028<\/span> Das hat ihnen vielleicht gefehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Ob Ren\u00e9 Gardi ganz anders oder \u00fcberhaupt je \u00fcber Afrika geschrieben haben w\u00fcrde, wenn er dort auch jahrelang gelebt h\u00e4tte, bleibt eine offene Frage.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage l\u00e4sst sich klar beantworten: Nicht oder anders in den franz\u00f6sischen und internationalen Milieus der Zentren wie Abidjan, Dakar, wo Metropolen-H\u00f6rigkeit und Rassismus nie aufgeh\u00f6rt haben. Doch im Hinterland \u2013 warum nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">\u00abMein Vater war ein Moralist\u00bb, sagt heute Bernhard Gardi <\/span>, der als Ethnologe die Abteilung Afrika am Basler Museum der Kulturen leitet. <span style=\"text-decoration: underline;\">Die Informationen seines Vaters seien oft oberfl\u00e4chlich gewesen, viel habe er von jenen Einheimischen erfahren, die Franz\u00f6sisch konnten und f\u00fcr ihn auf seinen Reisen kochten. \u00abOder von den Missionaren und den Kolonialbeamten. Und die wussten es auch von ihren K\u00f6chen.\u00bb Doch damit sei es ihm ergangen wie fast allen Europ\u00e4ern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Genau! Doch warum ist er so streng mit ihm?\u00a0 War es Rene Gardis Auftreten und Aura in der Schweiz, die ich nicht beurteilen kann?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Sein Afrika war das Hinterland des Kontinents \u2013 hier fand er die Bilder zu jenem Traum, den er mit seinem Publikum in Europa teilte: ein von allen Zumutungen des modernen Lebens ungest\u00f6rtes Gl\u00fcck<\/span>.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verkn\u00fcpfung der Motive \u201eParadies\u201c und \u201eS\u00fcndenfall\u201c mit Wohlstandskritik, die auch dieser Zeitungsbericht wieder reichlich streut, sind meiner Meinung nach eher einem Publikum, ja einer \u00d6ffentlichkeit zuzurechnen, die aus klaren Bildern und Signalen keine Konsequenzen ziehen mochte und mag, sondern sich diese R\u00e4ume, durch welche sich schon ein langer und breiter\u201eWeg\u00a0 der Verw\u00fcstung\u201c (John H. Bodley, 1982) zog, f\u00fcr die gem\u00fctliche Stunde auf der Couch reservierte, f\u00fcr \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">ein von allen Zumutungen des modernen Lebens ungest\u00f6rtes Gl\u00fcck<\/span>.\u201c \u201eZumutungen\u201c? Ist das alles, was man der modernen Zivilisation vorwerfen kann?\u00a0Das w\u00e4re dann einfach zu widerlegen, als unreife kindliche Trotzhaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie blass f\u00e4llt Anerkennung aus, wenn sie sich so ausdr\u00fcckt: \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Der dokumentarische Rang von Ren\u00e9 Gardis Film- und Fotoschaffen ist anerkannt.<\/span>\u201c oder \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Damit sind Ren\u00e9 Gardis Fotos und Filme heute wertvolle und bedeutende Hinweise auf die Geschichte Afrikas<\/span>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn di Falco schreibt: Er <span style=\"text-decoration: underline;\">dokumentiert das Leben der Kirdi akribisch wie ein V\u00f6lkerkundler, aber ohne den Blick eines Wissenschafters, der die Dinge zerlegt und nach analytischen Kategorien seines Fachs katalogisiert. Stoffe f\u00e4rben, Harfe spielen, H\u00fchner opfern<\/span>\u201c, w\u00e4hlt er selber einen ironisch andeutenden Ton, den sicher nicht jeder versteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich selber lernte die Fotos Ren\u00e9 Gardis weit fr\u00fcher kennen als seine B\u00fccher \u2013 und die erst sp\u00e4t und \u00fcbers Antiquariat. Unter ihnen, wunderbar dramatisch im damals \u00fcblichen Tiefdruckverfahren, kann ich noch einzelne \u201aIkonen\u2019 erinnern. Er war ein Bildk\u00fcnstler und ein begabter Erz\u00e4hler!<\/p>\n<p>21.April<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich versuche, etwas mehr \u00fcber den Sohn Bernhard herauszufinden. Er scheint sich ganz auf die Sicherheit im Materiellen \u2013 auf das Gebiet der Ethnographie &#8211; zur\u00fcckgezogen zu haben. Der O-Ton des DRS2-Afrika-Korrespondenten reagiert interessanterweise auch auf ein Ph\u00e4nomen, das sich mir im Fall Rene Gardi aufdr\u00e4ngt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Bild des \u201egl\u00fccklichen Wilden\u201c scheint ein Tabu zu liegen, und jeder der dem zu Nahe kommt, ger\u00e4t in Verdacht, es zu verletzen. Kein Reden \u00fcber Ren\u00e9 Gardi kommt ohne die Versicherung aus, ihn auf jeden Fall einer kritischen \u00dcberpr\u00fcfung zu unterziehen. Elisabeth B\u00e4schlin hat dies sogar bewusst in zwei Richtungen formuliert., als Forderung, \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">sein Afrika-Bild, ebenso wie unser heutiges, kritisch <\/span>(zu) <span style=\"text-decoration: underline;\">hinterfragen<\/span>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht ist es das \u00dcberlesen und \u00dcberh\u00f6ren in der eigenen Jugend, an dem sich die Schweizer \u2013 sie waren die wichtigsten Gardi-Kunden &#8211; heute st\u00f6ren, die Ahnung, dass es einen inneren Zusammenhang geben k\u00f6nnte zwischen ihrer sentimentalen Ignoranz damals und dem inneren Spendenzwang f\u00fcr den leidenden Kontinent heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenigstens hat Gardi nicht unter der angeblichen N\u00e4he zu nationalsozialistischen Blut-und-Hoden-Idealen zu leiden wie Leni Riefenstahl in ihrer Begeisterung f\u00fcr allerdings athletische Nuba. Denen k\u00f6nnen die Kirdi auch wohl nicht das Wasser reichen. Hingegen k\u00f6nnte das Image der Woodabe, Fulbe-Hirten im Sahel und zeitweise popul\u00e4r durch das Fernsehfeature von Werner Herzog, von der neuen Akzeptanz von Transvestiten, Drag-Queens und allerlei transsexuellem Volk im Westen profitiert haben. Die \u201aV\u00f6lkerkunde\u2019 steht eben mitten im Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><i>&#8211; Redaktion 21.12.2014 &#8211; 20.1.2019<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dokumentation und Er\u00f6rterung von drei Internetquellen zum Lebenswerk, anl\u00e4sslich seines Todes im Jahr 2000 und des hundertsten Geburtstag im M\u00e4rz 2009 &#8211; verfasst von April 2009 bis Dezember 2014 Eine aktuelle Stellungnahme zum Film von Hedinger (2019) im April 2021 (LINK)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[224,215],"tags":[],"class_list":["post-2574","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-afrika-medien-kritik","category-museen-und-fremdes-kulturerbe"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2574"}],"version-history":[{"count":22,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2574\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12614,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2574\/revisions\/12614"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}