{"id":2437,"date":"2014-07-22T22:05:05","date_gmt":"2014-07-22T21:05:05","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2437"},"modified":"2024-09-06T00:48:35","modified_gmt":"2024-09-05T22:48:35","slug":"rolf-verleger-ueber-anti-israelische-proteste-im-dlf-heute-um-10-vor-7","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2437","title":{"rendered":"Rolf Verleger und der Protest (Israel)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>22.7.2014 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das folgende Dokument war das erste, mit dem ich mich in die Arena &#8222;ISRAEL&#8220; begab. Ich hatte es vermieden. Und als ich dann eine entsprechende KATEGORIE \u00f6ffnete, damit man es besser finden k\u00f6nnte, nannte ich ihn ISRAEL VORSICHTSHALBER und stellte ein fiktives Gespr\u00e4ch voran. Das ist vier Jahre sp\u00e4ter nicht mehr aktuell, schon gar nicht bei einer Achse NETANJAHU &#8211; TRUMP. Ich stelle\u00a0 es also hier ein (Rotdruck) :<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\">Vorsichtshalber was?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Nichts h\u00f6ren, nichts sehen, nichts sagen. Es ist sinnlos.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Sind vierzig Jahre Geduld nicht genug? Wof\u00fcr habe ich mich denn bem\u00fcht, das was geschehen war und was geschah zu begreifen? 1967 war ich jung. Danach machte ich mir nur noch sehr bescheidene Illusionen. Es waren immer noch welche.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Aber das ist doch vorbei. Sind Sie jetzt nicht Schopenhauerianer?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Sie haben ja Recht: In welche Region der Welt kann man arglos blicken, wenn man nur etwas informiert ist? \u2013 Etwas anderes macht mich w\u00fctend: der Maulkorb, der gutwilligen Menschen regelm\u00e4\u00dfig in Deutschland bei Fragen israelischer Politik aufgedr\u00e4ngt wird. Ist Ihnen schon aufgefallen, wie leise und abgewogen Kritik an Israel von seri\u00f6sen Leuten vorgetragen wird? Manchmal braucht man \u00dcbung, um sie \u00fcberhaupt zu verstehen. Von der anderen Seite wird bedenkenlos ausgeteilt. Aber wir sind nicht in Russland! \u2013 Dass ganz schnell der Fokus von der Rede auf ein einzelnes Wort gerichtet, wird, von der Kritik auf den Kritiker, darin steckt Methode. Schauen Sie, auch Rolf Verleger hat keine abseitige Meinungen ge\u00e4u\u00dfert, das Gegenteil war der Fall. Wurde er deshalb zum Telefoninterview in aller Herrgottsfr\u00fche gebeten? Die \u201aNachricht\u2018 war eine andere: \u201aDas ehemalige Mitglied des Zentralrats der Juden wendet sich gegen \u2026\u2018<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Und dann hat er Gl\u00fcck gehabt, dass sein Interview keine Folgen hatte?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Als Jude \u201adarf\u2018 er freier dar\u00fcber sprechen. Sie haben Erfahrung mit Abtr\u00fcnnigen, Kreisky, Chomsky, Finckelstein \u2026 ich kann sie auf die Schnelle gar nicht aufz\u00e4hlen. F\u00fcr mich als denkender Mensch ohne dieses zweifelhafte Privileg ist auch das \u201aDiskriminierung von Juden\u2018, \u201apositive\u2018 lautet der soziologische Terminus.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Und nun dr\u00e4ngen auch Sie in den Westernsaloon, wo bereits die F\u00e4uste und die St\u00fchle fliegen\u2026<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\"> Wirklich nicht, aber es sind \u00fcber die Jahre sehr informative Studien erschienen, gerade auch in Israel, die unserer \u00d6ffentlichkeit auch heute n\u00fctzlich sein k\u00f6nnen \u2013 die Dokumentarfilme oft mit finanziellem R\u00fcckhalt in Westeuropa. Ich nenne hier voll Anerkennung \u201aArte\u2018. Was ich davon kenne, will ich bekannt(er) machen. Der Konflikt wird uns ja noch lange erhalten bleiben. Obwohl, man wei\u00df nie.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Heute in den 10-Uhr-Nachrichten des Deutschlandfunks h\u00f6rte ich eine kurze Meldung. <\/em><em>Die betreffende Nachrichtensendung ist im Netz gespeichert und siehe da, auch das mit\u00a0<\/em><em style=\"font-style: italic;\">&#8222;im Deutschlandfunk&#8220; gemeinte\u00a0<\/em><\/strong><em><strong>Interview, das am selben Tag um zehn vor sieben live per Telefon gef\u00fchrt worden war. Ich sollte wirklich fr\u00fcher aufstehen! \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><b>\u00a0<\/b><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/antisemitismus-aeusserungen-ex-zentralratsmitglied-verleger.264.de.html<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u00a0<\/b><b>dlf-nachrichten Dienstag, 22.\u00a0Juli\u00a02014 10:00 Uhr:\u00a0<\/b><b>Antisemitismus-\u00c4u\u00dferungen: Ex-Zentralratsmitglied Verleger kritisiert Debatte<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ehemalige Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden, Verleger, hat sich kritisch zur Politik Israels gegen\u00fcber den Pal\u00e4stinensern ge\u00e4u\u00dfert. Im Deutschlandfunk sagte Verleger, er selber werde morgen an einer Demonstration gegen die Milit\u00e4roffensive im Gazastreifen teilnehmen. In diesem Zusammenhang wandte er sich gegen die Vorw\u00fcrfe des Zentralrats der Juden, es gebe eine neue Welle des Antisemitismus in Deutschland. Verleger betonte, es m\u00fcsse erlaubt sein, die israelische Politik zu kritisieren. Auch dass viele deutsche Politiker aus historischen Gr\u00fcnden vorsichtig gegen\u00fcber dem Unrecht im Nahen Osten seien, halte er f\u00fcr falsch. Der israelische Botschafter in Deutschland, Hadas-Handelsman, erkl\u00e4rte in der &#8222;Berliner Zeitung&#8220;, die Meinungsfreiheit in Deutschland werde von Islamisten sowie Rechts- und Linksextremisten dazu missbraucht, eine Kultur des Hasses in die deutsche Debatte zu tragen. Jetzt sei es Zeit zu handeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>22.07.2014\u00a0|\u00a0INTERVIEW<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><\/b>Autor:\u00a0 <b>Armbr\u00fcster, Tobias \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/b>Sendezeit:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <b>06:50 Uhr \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/b>L\u00e4nge: <b>08:24 Minuten<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das Gespr\u00e4ch in voller L\u00e4nge:<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Tobias Armbr\u00fcster:<\/b> Es sind schockierende Parolen, die in diesen Tagen bei Demonstrationen in Berlin und in vielen anderen deutschen St\u00e4dten zu h\u00f6ren sind. Da treffen sich Leute, um gegen den Krieg im Gazastreifen zu demonstrieren, und das Ganze endet sehr h\u00e4ufig in w\u00fcsten Beschimpfungen gegen Juden und gegen Israelis. Vor allem in Berlin h\u00e4ufen sich solche antisemitischen Kundgebungen. Der Zentralrat der Juden spricht bereits von einer Explosion des Judenhasses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Telefon hier im Deutschlandfunk ist jetzt Rolf Verleger. Er ist Psychologe, Buchautor und er war bis vor f\u00fcnf Jahren Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Sch\u00f6nen guten Morgen, Herr Verleger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Rolf Verleger:<\/b> Guten Morgen, Herr Armbr\u00fcster.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> Herr Verleger, was geht Ihnen da durch den Kopf, wenn Sie von solchen antisemitischen Parolen h\u00f6ren, die da in Berlin auf offener Stra\u00dfe gegr\u00f6lt werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Das finde ich sehr schmerzlich und ich denke aber, dass dieses ungel\u00f6ste Pal\u00e4stina-Israel-Problem uns hier v\u00f6llig wieder auf die F\u00fc\u00dfe f\u00e4llt. Der Beitrag, den ich gerade geh\u00f6rt habe, der lief ja live, dass hier jetzt die Zivilgesellschaft gefordert sei, ihrerseits ein Zeichen zu setzen. Das werde ich auch tun, indem ich n\u00e4mlich n\u00e4chsten Mittwoch mich an einer Demonstration beteiligen werde gegen das Massaker der Israelis in Gaza. Indem wir als Juden hier gegen dieses Unrecht Stellung nehmen, das, denke ich, ist die richtige Art und Weise, solche Ausbr\u00fcche von verst\u00e4ndlicher Emp\u00f6rung \u00fcber das, was dort abl\u00e4uft, in vern\u00fcnftige Bahnen zu lenken. Es haben ja s\u00e4mtliche Kontrollmechanismen versagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> Herr Verleger, rechtfertigt denn eine Kritik an Israel, eine m\u00f6gliche Kritik, rechtfertigt die, dass man durch Berlin l\u00e4uft und antisemitische Parolen gr\u00f6lt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Nein, in keiner Weise. Aber wer hat uns das denn eingebrockt? Wenn unsere Politiker alle sagen, ja, das ist v\u00f6llig richtig, was Israel macht, wenn unsere Medien sagen, ja, das ist v\u00f6llig richtig, was Israel macht, wenn die Repr\u00e4sentanten des Judentums nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich zum Beispiel sagen, ja, das ist doch ganz klar, wer gegen Israels Ma\u00dfnahmen ist, der ist gegen Juden, dann fordert man ja solche antisemitischen Parolen geradezu heraus. Es ist doch eine Absurdit\u00e4t, diese Gewaltbereitschaft, diesen nationalreligi\u00f6sen Hass, der sich in der israelischen Gesellschaft aufgestaut hat, das mit der j\u00fcdischen Tradition von N\u00e4chstenliebe und dass das mal eine Religion war der t\u00e4tigen Moral, wie es der Rabbiner Leo Baeck, der F\u00fchrer des Judentums in Nazi-Deutschland, gesagt hat, das ist doch was v\u00f6llig anderes geworden. Das muss man doch sehen und muss darauf reagieren. Man kann doch nicht jeden Quatsch, den Israel da macht, mitmachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>&#8222;Man muss Kausalketten sehen&#8220;<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> W\u00fcrden Sie dann der israelischen Regierung das Recht absprechen, sich gegen den Terror der Hamas zu wehren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> W\u00fcrden Sie der Gazabev\u00f6lkerung das Recht absprechen, sich gegen den Terror Israels zu wehren? Ich meine, so kommt man doch nicht weiter. Man muss doch Kausalketten sehen. Was doch gelaufen ist, dass die Friedensverhandlungen unter Kerry zusammengebrochen sind aufgrund Israels \u2013 das hat Kerry ziemlich klar gesagt -, aufgrund der weitergehenden Siedlungspolitik, aufgrund der Nichtfreilassung von Gefangenen, wie vereinbart. Daraufhin hat sich die pal\u00e4stinensische Hamas mit Fatah zusammengetan, das wurde allgemein begr\u00fc\u00dft in USA und Europa. Nur Netanjahu wollte das zerschlagen und hat eine Kampagne gegen die Hamas gestartet, und dann wurden diese drei israelischen Sch\u00fcler entf\u00fchrt und diese Kampagne hat er dann benutzt, um die Hamas in der Westbank zu zerschlagen, im Gazastreifen auch noch ein paar Leute umzubringen. Das steht hier nicht in der Zeitung. Dass die dann ihre komischen Raketen abschie\u00dfen, das ist nicht sch\u00f6n, aber das ist doch eine verst\u00e4ndliche Folge all dieser Dinge. Da kann man doch nicht irgendwo aufh\u00f6ren und sagen, das war jetzt aber Gewalt, da m\u00fcssen wir dagegen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> Aber ist das jetzt nicht alles sehr verharmlosend, wie Sie das darstellen? Ich meine, Israel steht seit Jahren unter dem Beschuss dieser Raketen. Die israelische Armee hat sich aus dem Gazastreifen komplett zur\u00fcckgezogen und Israel wird trotzdem nach wie vor befeuert aus diesem Streifen. Ist es dann nicht verst\u00e4ndlich, dass die israelische Armee sagt, wir wollen dem Einhalt gebieten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>&#8222;Gazastreifen ist ein gro\u00dfes Gef\u00e4ngnis&#8220;<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Nur ein Punkt: Sie hat sich zwar aus dem Gazastreifen zur\u00fcckgezogen, aber der Gazastreifen ist ein gro\u00dfes Gef\u00e4ngnis, wie man jetzt gerade sehen kann, und der Schl\u00fcsselw\u00e4rter hei\u00dft \u00c4gypten und Israel. Als ich 15 war, war der Sechs-Tage-Krieg. Damals sagte mein Religionslehrer, bisher waren Zionismus und religi\u00f6ses Judentum ein Gegensatz und haben sich erbittert bek\u00e4mpft. Jetzt, wo der Zionismus die heiligen St\u00e4tten erobert hat, sehe ich die Gefahr \u2013 das sagte damals mein Religionslehrer -, dass hieraus ein klerikalfaschistisches Amalgam entsteht, und so ist es gekommen. Sie untersch\u00e4tzen und verharmlosen, was in Israel f\u00fcr eine Ideologie herrscht, oder zumindest da ist in dieser Siedlerbewegung und die Regierung Netanjahu vor sich hertreibt, und das kann man nicht gut finden. Da muss man gegenhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> Herr Verleger, ich habe es gesagt: Sie waren bis vor wenigen Jahren Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Gibt es dort andere Mitglieder, die mit dieser, doch sehr deutlichen Meinung von Ihnen \u00fcbereinstimmen, oder stehen Sie da allein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Ich bin ganz klar in der Minderheit. Das ist v\u00f6llig klar. Das europ\u00e4ische und deutsche Judentum ist ja tot und die k\u00fcmmerlichen Reste, die wir haben, wir sind ja froh, wenn wir uns irgendwie berappeln k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich gibt es Leute, die so denken wie ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich meine, ich m\u00f6chte noch mal was grunds\u00e4tzlich sagen. Sie fragen mich dazu, ob das gut und richtig ist, was diese arabischen Jugendlichen da in Berlin schreien. Ich bin der falsche Mann daf\u00fcr. Sie m\u00fcssen nat\u00fcrlich einen Imam fragen. Ich finde, jeder muss vor seiner eigenen T\u00fcr kehren und schauen, was er f\u00fcr den Konflikt getan hat. Dass das nicht richtig ist, was die in Berlin gemacht haben, ist ja unstrittig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>&#8222;Judentum ist nicht Isarels nationalreligi\u00f6se Politik&#8220;<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> Aber f\u00fchlen Sie sich als Jude in Deutschland, als deutscher Jude davon nicht angesprochen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Selbstverst\u00e4ndlich, und ich versuche das zu bek\u00e4mpfen, indem ich sage, das Judentum ist nicht Israels nationalreligi\u00f6se Politik. Das Judentum hat eine v\u00f6llig andere Tradition und das Judentum ist ein Teil unseres Landes und Europas. Die Wurzel des ganzen Konflikts ist ja, weil Europa vor 100 Jahren mit seiner j\u00fcdischen Minderheit nicht fertig wurde und dieses Problem dorthin nach Pal\u00e4stina exportiert hat, und das f\u00e4llt jetzt alles wieder auf uns zur\u00fcck. Das war n\u00e4mlich keine L\u00f6sung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> K\u00f6nnen Sie es denn verstehen, wenn viele deutsche Politiker vorsichtig sind mit Kritik an Israel, allein wegen der deutschen Geschichte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Nein, das kann ich nicht mehr verstehen. Ich meine, was hat das mit meiner ermordeten Verwandtschaft zu tun, dass da jetzt ein solches Unrecht im Nahen Osten geschieht? Man kann doch nicht mit Verweis auf schreckliche Dinge in der Vergangenheit weiter heute Unrecht geschehen lassen. Das ist die v\u00f6llig falsche Lehre, die da gezogen wird. Ich kann das nicht mehr verstehen. Ich finde, das sind Angsthasen, und ich finde, sie sollten mal das sagen, was sie nach abgeschalteten Mikrofonen sagen. Das sollten sie mal bei laufenden Mikrofonen sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> Was w\u00fcrden Sie denn von deutschen Politikern erwarten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Ich finde es eine Absurdit\u00e4t, sich hinzustellen und zu sagen, das sei das selbstverst\u00e4ndliche Verteidigungsrecht Israels, dieses Massaker in Gaza anzurichten. Jeder vern\u00fcnftige Mensch sagt sich, da stimmt doch was nicht. Und wenn da dagegen Protest laut wird, der dann \u00fcberbordet, dann muss man sich doch nicht wundern, wenn man so einen Bl\u00f6dsinn sagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> Wie sch\u00e4tzen Sie ein, oder wie beurteilen Sie das, wie sich die israelische Regierung in diesem Konflikt positioniert?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verleger:<\/b> Die hat ihn angefacht. Es geht ja darum, dass verhindert werden sollte, dass Fatah und Hamas sich einigen. Das wollte Netanjahu nicht haben und da hat er eine Kampagne gestartet in der Westbank, die Hunderte von Mitgliedern der Hamas verhaftet hat. Dabei sind auch ein paar Leute totgegangen. Darauf passierte ja diese Entf\u00fchrung der drei Jugendlichen, die ja sofort tot waren, aber das wurde ja ignoriert, um diese Kampagne weiterzuf\u00fchren. Die sind auf dem v\u00f6llig falschen Weg. Dieser Konflikt \u2013 man kann auf geraubten Land nicht in Frieden leben. Das Land ist den Pal\u00e4stinensern weggenommen worden und es muss eine vern\u00fcnftige friedliche Regelung her. Die bedeutet, dass Israel schmerzhafte Kompromisse machen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Armbr\u00fcster:<\/b> &#8230;, sagt Rolf Verleger, ehemaliges Mitglied beim Zentralrat der Juden in Deutschland. Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00c4u\u00dferungen unserer Gespr\u00e4chspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich \u00c4u\u00dferungen seiner Gespr\u00e4chspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>In zehn Jahren 32 x\u00a0 angeklickt von 12 Besuchern\u00a0 6.9.24<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22.7.2014 Das folgende Dokument war das erste, mit dem ich mich in die Arena &#8222;ISRAEL&#8220; begab. Ich hatte es vermieden. Und als ich dann eine entsprechende KATEGORIE \u00f6ffnete, damit man es besser finden k\u00f6nnte, nannte ich ihn ISRAEL VORSICHTSHALBER und stellte ein fiktives Gespr\u00e4ch voran. 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