{"id":2411,"date":"2002-10-24T19:19:36","date_gmt":"2002-10-24T18:19:36","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2411"},"modified":"2024-02-12T18:33:31","modified_gmt":"2024-02-12T17:33:31","slug":"china-auch-meine-finissage-oktober-2002","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2411","title":{"rendered":"CHINA &#8211; auch meine Finissage? (Oktober 2002)"},"content":{"rendered":"<p>11. &#8211; 24.10.\u00a0 2002<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Etwas geht zuende. Das verengt den Blick&#8230; \u00a0Bemerkbar an verstohlenen Gedanken an eine\u00a0 Fortsetzung der Ausstellung anderswo, oder des\u00a0 <i>Projekts<\/i>, wie auch immer. Doch ich habe mit der Ausstellung und den Buchbeitr\u00e4gen den mit der Sammlung \u00fcbernommenen <i>Auftrag<\/i> erf\u00fcllt.<!--more--><\/p>\n<p>Auch <i>didaktisch\u00a0<\/i> f\u00fchle ich mich allm\u00e4hlich ausgebrannt. Deshalb war ich zu Marie-Luises Text ungerecht.<\/p>\n<p>Kein Neuaufguss im Gutenberg- oder einem V\u00f6lkerkunde-Museum! Wenn schon, dann Marburg ( die <i>Religi\u00f6se Malerei auf Taiwan<\/i> ausstellten) oder Heidelberg, vielleicht in Kooperation mit einem volkskundlichen Forschungsinstitut wie dem von Wang Shu-cun in Peking! Attraktiv ist f\u00fcr mich nur noch: \u00a0 an Wissen aus erster Hand teilhaben und damit aus reicheren\u00a0 Quellen sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Mit den <i>verstohlenen <\/i>Gedanken taucht die Idee auf, den China-Besuch vor drei\u00dfig Jahren wieder aufleben zu lassen, die Gruppe wieder zu versammeln. (Heidrun war nicht begeistert ).\u00a0 Oder einfach hinfliegen, und wenn es die modernisierte H\u00f6lle ist?<\/p>\n<p>Auch die Kontakte des Landrats von &#8230;\u00a0 zur Zwangsverpflichtung\u00a0 zweier professioneller Maler wecken mein Interesse,\u00a0 denn es verspricht die \u00d6ffnung\u00a0 zweier\u00a0 Zug\u00e4nge zugleich : meditative Tuschmalerei und\u00a0 ihr \u00e4u\u00dferstes Gegenteil: die Kulturrevolution. Beide Aspekte habe ich lange vor mir hergeschoben, blo\u00df nicht abgehakt, wegen Wiegmann und wegen meiner <i>maoistischen <\/i>Selbstt\u00e4uschung. Doch hatte ich vor drei\u00dfig Jahren vielleicht ein lebendigeres Bild der chinesischen Zivilisation im 20. Jahrhundert\u00a0 als heute, weniger standardisiert, gefiltert, abgekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Neuerdings\u00a0 habe ich Ermutigung zu einem Neuanfang bei Sun Long-ji, bei der Autobiografie von\u00a0<a title=\"L&lt;\/a&gt;iu Bin-yan\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=948 \">Liu Bin-yan<\/a> und beim Kauf der Lu Xun-Dokumentation erfahren.<\/p>\n<p>Scheinbar Altbekanntes\u00a0 dr\u00e4ngt nach erneuter Pr\u00fcfung. Dabei bin ich kritischer geworden. Ich wei\u00df\u00a0 heute einfach genauer, was ich nicht wei\u00df und\u00a0 was ich <i>brauchen <\/i>k\u00f6nnte; jedenfalls keine schlichte Transponierung chinesischer <i>Sinnes <\/i>in\u00a0westliche <i>Entsprechungen oder eher Eselsbr\u00fccken<\/i>, wie mir j\u00fcngst bei Lin Yutang\u00a0begegnet. Es ist nicht das abstrakte <i>Modell <\/i>eines <i>Daoismus, <\/i>das mich interessieren kann, sondern das Alles durchdringende <i>Muster und Netz<\/i>, das die Ger\u00fcche Chinas ebenso wenig ausschlie\u00dft wie seine Mythen, auch wenn zweifellos mehr und mehr davon sich in <i>Jauche<\/i> transformiert.<\/p>\n<p>Evas innere Haltung und Beitr\u00e4ge zur Ausstellung f\u00fchren mir die ungeheure F\u00fclle im <i>Reich der Zeichen<\/i>\u00a0 vor Augen, und die sich daraus\u00a0 ergebende Alternative, mich entweder voll darauf einzulassen oder mich mehr oder weniger abzuwenden und k\u00fcnftig mit gr\u00f6\u00dfter Vorsicht und Zur\u00fcckhaltung dazu zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11. &#8211; 24.10.\u00a0 2002 &nbsp; Etwas geht zuende. Das verengt den Blick&#8230; \u00a0Bemerkbar an verstohlenen Gedanken an eine\u00a0 Fortsetzung der Ausstellung anderswo, oder des\u00a0 Projekts, wie auch immer. 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