{"id":2384,"date":"2003-01-25T18:01:40","date_gmt":"2003-01-25T17:01:40","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2384"},"modified":"2016-02-13T17:59:59","modified_gmt":"2016-02-13T16:59:59","slug":"william-r-pitt-und-scott-ritter-krieg-gegen-den-irak-2002","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2384","title":{"rendered":"William R.Pitt und Scott Ritter:  KRIEG GEGEN DEN IRAK (2002)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Flugblatt, nach dem 25.1.2003 an der Altk\u00f6nigschule verteilt: <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><b>Werbung f\u00fcr ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Buch<\/b><em><strong><!--more--><\/strong><\/em><\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>KRIEG GEGEN DEN IRAK &#8211;\u00a0Was die Bush-Regierung verschweigt.<\/strong><\/p>\n<p>von William Rivers Pitt und Scott Ritter (1991-98 Waffeninspektor im Irak, Golfkriegteilnehmer ,Republikaner):<\/p>\n<p>Das Buch ist<b> als \u201ekiwi748\u201c vom Kiepenheuer&amp;Witsch Verlag im Dezember\u00a0<\/b><b>au\u00dfer der Reihe\u00a0 verlegt worden, <\/b>den Buchhandlungen nur mit Fax angek\u00fcndigt.\u00a0\u00a0 Der zeitliche Abstand zum August, als das Manuskript entstand , erlaubt uns, seine Prognose (S.97) zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das schmale leicht lesbare Buch ist kein geschw\u00e4tziger Schnellschuss, sondern liefert Hintergrundsinformationen, die es zum zeitgeschichtlichen Dokument der 90er Jahre macht. Der Autor ist im Team nicht als Techniker oder Naturwissenschaftler t\u00e4tig gewesen, sondern hat als <b>\u201eDetektiv\u201c<\/b> \u00dcberblickswissen erworben.\u00a0<b>Der Preis ist mit Euro 6,90 niedrig; zum Kennenlernen verf\u00fcge ich \u00fcber zwei Ansichtsexemplare.\u00a0<\/b>Darum will ich auch nicht erz\u00e4hlen, was drinsteht, sondern anmerken, was ich\u00a0 daraus\u00a0 gelernt habe, um Sie neugierig zu machen.\u00a0\u00a0\u00a0 <i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir brauchen <b>Geheimdienste<\/b> ! ( Sind Pullach und Co. welche? ) Was Sc.Ritter \u00fcber CIA-Agenten sagt (S.75), sollte man mit Hans Blix im SPIEGEL-Interview (irgendwann Herbst 2002)\u00a0 vergleichen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiederholt\u00a0 hebt er die <b>Kriterien angemessener Zusammenarbeit<\/b> hervor: \u00a0Es wird klar, dass\u00a0 <i>Integrit\u00e4t<\/i> und <i>Kompetenz <\/i>vom <i>Inspektor <\/i>( ein geradezu literarisches Wort!) \/und seinen Auftraggebern\/, <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> aber von den <i>Informationsquellen<\/i> zu erwarten und zu fordern ist, die oft genug gen\u00f6tigt werden und legitimerweise eigene Ziele verfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Fall Khidir Hamza, (S. 71 f. ) :\u00a0 <b><i>Informanten <\/i><\/b><b>setzen (nur formallogisch) <i>Vertrauen <\/i><\/b><b>voraus. <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><i>Das \u00f6ffentliche Streitgespr\u00e4ch<\/i><\/b> als\u00a0 uralte demokratische Disziplin (Siehe Jan Huizinga: HomoLudens)! Sein ehemaliger Chef Butler verweigert ihm das.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>V\u00f6lker<span style=\"text-decoration: underline;\">recht <\/span><\/b>\u00a0entwickeln<b>!<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Angeklagte, ja der notorische <i>Verbrecher <\/i>\u00a0hat in einer b\u00fcrgerlichen Gesellschaft Rechte, weswegen es eine entsprechende Strafprozess-Ordnung gibt. Im V\u00f6lkerrecht m\u00fcssen noch zwei Extreme aufeinander zugehen:\u00a0das \u00e4ltere Konzept einer unbeschr\u00e4nkten Souver\u00e4nit\u00e4t\u00a0 und das j\u00fcngere einer\u00a0Weltfriedensordnung durch v\u00f6lkerrechtliche Institutionen\u00a0 wie vor allem die UNO.\u00a0&#8211; Daf\u00fcr scheint mir momentan Europa einzutreten -. Ein souver\u00e4ner Staat wie der Irak ( oder Nordkorea oder&#8230;) darf also\u00a0 im Interesse der <i>nationalen W\u00fcrde und Sicherheit <\/i>( S. 76) auch einer UN-Inspektion Grenzen ziehen.\u00a0So hat der neue UNSCOM-Chef Butler 1998 durch <i>Spionage<\/i>\u00a0 die Inspektoren diskreditiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man mache sich einmal klar, dass zun\u00e4chst\u00a0 einmal jeder souver\u00e4ne Staat\u00a0<b>Massenvernichtungswaffen<\/b> entwickeln und bereitstellen darf, wenn er nicht vertraglich\u00a0 auf dieses Recht verzichtet. Scott Ritter sieht dieses Recht selbst beim von UN-Resolutionen geknebelten Irak nicht v\u00f6llig aufgehoben! (S. 66 Kurzstreckenraketen; S. 54 Ersatzteile f\u00fcr konventionelle Waffensysteme).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><i>Demokratie<\/i><\/b><i> <\/i>\u00a0( anderswo : <i>Durchsetzung der Menschenrechte <\/i>): Wenn man die kulturelle Basis nicht beachtet, weil man fremde Kulturen\u00a0 nicht ernst nimmt,\u00a0 bleibt dieses Ziel ohne Chancen. Feudale, <b>vorstaatliche Strukturen <\/b>\u00a0( die europ\u00e4ische Medi\u00e4vistik hat daf\u00fcr den Begriff \u201ePersonenverbandsstaat\u201c erfunden,\u00a0aber eigentlich existiert nur der <i>Personenverband,<\/i> und <i>Staat <\/i>\u00a0ist nur die konventio-nelle Schublade\u00a0 f\u00fcr die europ\u00e4ische Denkweise ) funktionieren nach eigenen Regeln. Europa erf\u00e4hrt dies bei Kriminalf\u00e4llen kurdischer oder albanischer\u00a0<i>Blutrache<\/i>\u00a0bzw. im Kontext mafioser <i>organisierter Kriminalit\u00e4t. <\/i>Und so begr\u00fcndet Sc.Ritter k\u00fchl die <b>Notwendigkeit der Diktatur im Irak , unter und nach Saddam <\/b>( S. 82). \u201eDie Entwicklung einer lebensf\u00e4higen Mittelklasse \u00fcber die religi\u00f6sen, ethnischen und Stammesgrenzen hinweg \u201c nach Aufhebung der Sanktionen erscheint nicht nur ihm als der einzige Jahrzehnte dauernde Weg. (S.82)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf S. 99 nimmt Scott Ritter Stellung zum <b>Vorwurf, <i>Verr\u00e4ter<\/i><\/b> zu sein. Er beruft sich\u00a0 nur auf seine Biografie, aber auch auf den Eid, den er als Offizier bei den <i>Marines <\/i>auf die Verfassung geschworen hat (S.99), auf den Anspruch einer <i>Regierung des Volks , durch das Volk und f\u00fcr das Volk, von der Redefreiheit und den individuellen b\u00fcrgerlichen Freiheiten <\/i>\u00a0( S.99) und er sagt:\u00a0\u201eWir haben keine <b>Demokratie<\/b>, solange die B\u00fcrger sich nicht einmischen\u201c, zu einer breit angelegten Debatte und zu einem Dialog beitragen. ( S.100).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer meiner Helden ist <b>Noam Chomsky,<\/b> der Linguist vom MIT,Mass. ( seine politische Biografie steht in der Schulb\u00fccherei!), und seine Analyse der &#8211; nicht nur amerikanischen &#8211;\u00a0 modernen Demokratie fasziniert mich, aber <b>das Gewicht seiner Feststellungen<\/b> erkenne\u00a0 ich erst jetzt, wo ich den <b>Ernst der Lage<\/b> begreife.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gew\u00f6hnliche Rechthaberei gehobener Journalisten hat uns alle ziemlich abgestumpft. Das regelm\u00e4\u00dfige laute Wehklagen um <i>Fehltritte<\/i> auf symbolischer Ebene l\u00e4sst alle Ma\u00dfst\u00e4be verschwinden: Verbale Entgleisungen (z.B diverse Hitler-Vergleiche) und atmosph\u00e4rische St\u00f6rungen zwischen <i>Freunden <\/i>aufzubauschen, f\u00fchrt faktisch zur Verdummung der \u00d6ffentlichkeit.\u00a0Gerade in Deutschland w\u00e4re es\u00a0 nach f\u00fcnfzig Jahren parteipolitischer Scheingefechte an der Zeit,\u00a0 auch <b>im\u00a0 Journalismus die Sachinformation wieder in den Vordergrund zu stellen.<\/b> Dabei k\u00f6nnte uns<b> die amerikanische Tradition, die Amerika bereits weitgehend selbst verraten hat, <\/b>eine Richtschnur bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann mindestens einen Titel\u00a0 entsprechender Originalliteratur, die bereits bei westdeutscher <i>Reeducation<\/i> in den f\u00fcnfziger Jahren gedient hat, zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flugblatt, nach dem 25.1.2003 an der Altk\u00f6nigschule verteilt: Werbung f\u00fcr ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Buch<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[193,5],"tags":[],"class_list":["post-2384","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wie-gehts-uns-denn-heute","category-lehrer_altkoenig"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2384"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2384\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3966,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2384\/revisions\/3966"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}