{"id":2376,"date":"2003-03-05T11:40:16","date_gmt":"2003-03-05T10:40:16","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2376"},"modified":"2016-02-13T18:01:03","modified_gmt":"2016-02-13T17:01:03","slug":"vor-dem-irakkrieg-2003-magendruecken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2376","title":{"rendered":"Vor dem Irakkrieg 2003 &#8211; Magendr\u00fccken"},"content":{"rendered":"<p>Eintragung \u00a05.M\u00e4rz 2003<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Magendr\u00fccken, woher auch immer, vielleicht von den ungewohnten Kapern im Quark bei Scholzes, oder vom Geburtstag (wirklich?)\u00a0 oder etwa von einer \u00a0ausgereiften politischen Weltkrise.\u00a0Ein halbes Jahr Politisierung zeigt Wirkung. Ungew\u00f6hnlich klar und angeschlagen Zugleich erfahren wir Kriegsgegner etwas \u00fcber uns selber, etwa beim Gedanken:\u00a0In solchen Zeiten ist die kleinere Wohnung die bessere, zumal, wenn sie einen Balkon hat.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schock im Moment des Gewahrwerdens: <i>die USA<\/i> machen mir mehr angst als alles sonst auf der Welt. Mit der Dummheit des Zauberlehrlings und der Unversch\u00e4mtheit von Karrieristen (Aznar\/Spanien) und der Schafsgeduld hunderttausender S\u00f6ldner vor Ort &#8230; Und selbst deutsche W\u00e4hler&#8230;.\u00a0Meine Vorsicht im Denken ist aufgezehrt, die Zur\u00fcckhaltung, die ich als\u00a0 Mischung aus p\u00e4dagogischer Professionalit\u00e4t, Lebenserfahrung und emotionalem Selbstschutz erkl\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie das Neue Medien-Thema hinzutritt: der Ausbau der Fernkontrolle, \u201eVernetzung\u201c durch US-Konzerne, die Undurchsichtigkeit der <i>bedienerfreundlichen<\/i> Oberfl\u00e4chen, die Durchsetzung <i>technischer<\/i> Zugangs- und Nutzungsbeschr\u00e4nkungen. Auch dieser Himmel zieht sich zu.\u00a0Das Propagandawort von der<i> Sicherheit<\/i>, das einen in\u00a0 intimsten Anwendungen an <i>Fire Walls<\/i> gew\u00f6hnt. Man will sich selber einschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aufblitzende Erinnerung \u201eAtomstaat\u201c aus den 70er und 80er Jahren ist von theoretischem Interesse. Weit geringer erscheinen die Anl\u00e4sse zu Besorgnisse im Vergleich zu heute.\u00a0Damals l\u00f6sten individuelle Empfindlichkeiten\u00a0 Besorgnis aus und alarmierten andere Menschen. Nach dem Ausbleiben der erwarteten Katrastrophe kehrte das Bewusstsein in den Normalzustand zur\u00fcck und verschl\u00e4ft die Phase, die treffend als\u00a0 Inkubationszeit\u00a0 bezeichnet wird.\u00a0 Im Moment, wo wir des Ausbruchs der Katastrophe gewahr werden, sehen wir verwundert und bewundernd auf die <i>Propheten<\/i>, die <i>vorausgesehen<\/i> h\u00e4tten, wo sie doch nur ihre Gegenwart sensibel wahrnahmen. Unserem dickeren Fell\u00a0 setzt erst die voll ausgebrochene Krankheit zu.<\/p>\n<p>\u00a0Was <i>Weichenstellung<\/i> bedeutet! Der <i>Sicherheitsaufwand<\/i> und der Konsumaufwand fressen die wertvollsten Ressourcen und heizen zugleich berechtigte Emp\u00f6rung an, legenSchwelbr\u00e4nde millionenfacher Verzweiflung.\u00a0Die Machtlosigkeit in einer Vorkriegszeit wird diesmal ohne Bet\u00e4ubung erfahren, aber gemildert von Hoffnung\u00a0 &#8211; weil Entmutigung eine der Listen des Feindes ist &#8211; und von der Vorstellung, gerade noch weit genug vom <i>Schuss<\/i> zu sein. Vielleicht ist der Mangel an Phantasie eine Gnade. \u00a011.40<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachbemerkung am 6. April 2003<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder ein Bericht \u00fcber angereichertes Uran im Einsatz der Amerikaner &#8211; Der perfekte Mord:\u00a0 So h\u00e4lt und rechnet man die eigenen Verluste klein. <i>In\u00a0 sechs Jahren<\/i>\u00a0 oder mehr sollen die Opfer doch sehen, ob ihnen jemand zuh\u00f6rt. Und es kommt auch gar nicht darauf an: Was uns Kommentatoren im Vorfeld zynisch vorrechneten,\u00a0 die Machtverh\u00e4ltnisse und entsprechenden Bewegungsspielr\u00e4ume, das best\u00e4tigen die Zeithistoriker, wenn man einmal dazu kommt, sie zu lesen.<\/p>\n<p>Sollte der erw\u00fcnschte Abstieg der Weltmacht USA sich ereignen, dann werde ich das einmal nicht als <i>Strafe Gottes<\/i>, sondern als Ergebnis verschiedener Faktoren erkl\u00e4rt bekommen.\u00a0 Warum war ich schockiert \u00fcber Kolkos Bemerkung \u00fcber die hosenverschissenen\u00a0 alliierten Soldaten im 2.Weltkrieg? Es war der <i>seri\u00f6se <\/i>Ort, wo es zu lesen stand, und bewehrt mit knapp einem Dutzend wissenschaftlichen Belegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Redaktion 19.7.2014)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eintragung \u00a05.M\u00e4rz 2003 Magendr\u00fccken, woher auch immer, vielleicht von den ungewohnten Kapern im Quark bei Scholzes, oder vom Geburtstag (wirklich?)\u00a0 oder etwa von einer \u00a0ausgereiften politischen Weltkrise.\u00a0Ein halbes Jahr Politisierung zeigt Wirkung. 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